Bankschließfächer werden knapp

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 25.03.2013, 01:28

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Aurifer hat geschrieben:Ich habe mehrere Versicherungen angeschrieben und auch das Internet durchforstet, um eine vernünftige Versicherung für das Bankfach zu erhalten, die NICHT über die Bank vermittelt wird. Wenn man kein Gewerbetreibender ist, gibt es nichts - so bisher meine Erfahrungen.

BITTE: Name der Versicherung - gerne per PN - mitteilen, bei der ich eine Bankfachversicherung bekomme.
Ich habe meine Tresorinhalts-/Bankschließfachinhalts-Versicherungen bei der Allianz abgeschlossen. Die Zurich bietet das meines Wissens auch an. Es handelt sich um gewerbliche Versicherungen, die nicht beworben werden. Trotzdem sind die über den jeweiligen Geschäftskundenvertrieb oder über Makler auch für Privatpersonen abschließbar.
Aurifer hat geschrieben:Die von dir zitierten Versicherungsbedingungen der Provinzial sollte man genau lesen.
Nö. Die Versicherungsbedingungen der Provinzial sind mir bereits mehrfach negativ aufgefallen, auch bei anderen Versicherungen wie Wohngebäude, Kfz usw. Die fallen auf durch:
- eine kurze Liste der versicherten Gefahren,
- eine lange Liste von Ausschlüssen,
- hohe Preise.

Mein sauer verdientes Geld bekommen derartige Minderleister nicht.
Aurifer hat geschrieben:Hausratversicherungen: umfangreicher Vergleich der Stiftung Warentest liegt mir vor. Viele Versicherer leisten nicht bis 50.000 sondern bis 20 oder 30 % der Versicherungssumme, das dürften selten mehr als 20.000 bis 30.000 Euro sein, wobei die Versicherung selbst bei hochwertigem Hausrat über 100.000 das Bankfach bei 20.000 oder 25.000 begrenzen. Höherer Schutz, teilweise bis zur Höhe der Gesamtversicherungssumme, besteht lt. Vergleich nur bei der Darmstädter Haftpflichtkasse und der Ammerländer Versicherung (Vertrag Excellent bis 50.000). Mit der Schadensregulierung dieser Versicherungen ist mancher allerdings nicht zufrieden.
Seit einigen Jahren gibt es auch Hausratversicherungen ohne Versicherungssumme, zum Beispiel bei der AXA. Da buchst Du dann das Modul Wertsachen bis zu 50.000 € einfach dazu. Die Bedingungen/Leistungen sind aber nicht vergleichbar mit einer Tresorinhalts- bzw. Bankschließfachinhaltsversicherung.

Beitrag 25.03.2013, 01:54

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IrresDing hat geschrieben:Ja, aber die Frage ist ob der wütende Mob schon als innere Unruhe gilt.
Ist diese Wortklauberei bei einer All Risk-Police (inkl. unbenannter Gefahren) denn nicht überflüssig? In jedem Fall fällt der brandschatzende Mob, egal ob dieser nun als Flashmob, Spontandemo, Terroranschlag, Ausschreitung oder innere Unruhe definiert wird, nicht in die Liste der Ausschlüsse: Krieg, Kernenergie, Verfügungen von hoher Hand. Alles andere ist versichert.

Ich habe ehrlich gesagt keine Lust (und das muss man heutzutage auch nicht mehr), im Schadensfall mit einer Versicherung (oder vor Gericht) auszudiskutieren, ob es sich bei einem Wasserschaden nun um Leitungswasser, Löschwasser, Regenwasser, Überschwemmung oder sonstwas für eine Brühe gehandelt hat. Solche "Versicherungen" brauche und will ich nicht!
IrresDing hat geschrieben:Datenreisender, versteh mich richtig: Eine All-Risk-Police ist etwas hervorragendes! Keine Frage. Wer das will, dem kann ich es nur anraten. Jeder sollte aber verstehen, was er schon hat und was er/sie oben drauf setzen will. Dann kann jeder selbst entscheiden. Keine Versicherung ist überflüssig und nur wenige sind gleichzeitig unverzichtbar. Auch wenn das unsere "Verbraucherschützer" gerne pauschal beantworten. Ich wollte nur drauf hinweisen. smilie_01
Wie würdest Du Dich entscheiden, wenn bei einer Versicherungssumme von beispielsweise 50.000 € die durch die Spasskasse vermittelte Provinzial-Police mit schlechten Bedingungen knapp 100 € Jahresprämie kosten würde, die externe All Risk-Police der Allianz aber nur rund 40 €?

Zudem machte es auf mich keinen besonders guten Eindruck, daß man bei der Provinzial-Versicherung Wertsachen im Tresor nur bis 100.000 € versichern konnte (darüber Direktionsanfrage), bei der Allianz aber bis zu 10 Millionen € ohne Direktionsanfrage möglich waren. Woher kommen eigentlich derartig große Unterschiede?

Zusätzlich hat eine externe Bankschließfachversicherung grundsätzlich den Charme, daß die Mitarbeiter der örtlichen Provinzspasskasse oder -volxbank gar nicht wissen, in welcher Höhe der Kunde sein Schließfach versichert hat. Wenn man mehrere Bankschließfächer bei verschiedenen Banken unterhält, ist die Verwaltung auch besonders einfach: In der externen Police gibt es eine Liste der Versicherungsorte (Bankfiliale und Schließfachnummer) mit der Angabe des jeweiligen Wertes. Eine Police für alle Schließfächer und für alle Risiken - das mag ich.

Beitrag 25.03.2013, 07:12

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Ladon
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Datenreisender hat geschrieben:... Zusätzlich hat eine externe Bankschließfachversicherung grundsätzlich den Charme, daß die Mitarbeiter der örtlichen Provinzspasskasse oder -volxbank gar nicht wissen, in welcher Höhe der Kunde sein Schließfach versichert hat ... Eine Police für alle Schließfächer und für alle Risiken - das mag ich.
Hm. Da wissen jetzt vielleicht nicht die "Spasskassenmitarbeiter" wieviel Du eingebunkert oder wenigsten versichert hast ... aber dafür weiß es die Versicherung. Sogar über verschiedene Lagerorte hinweg. Mit einer solchen Versicherung geht Dein Vermögensstand in die Statistiken des "Systems" ein. Zuordenbar, in der Größenordnung recht präzise abschätzbar!
Nix für ungut, aber das Argument war doch wohl eher ein "Eigentor".

Konsequent wäre es nur, ein Schließfach gar nicht zu versichern und das Risiko zu tragen. Das ist durchaus eine Überlegung wert, denn - aktuelles Beispiel hin oder her - Verluste aus Bankschließfächern sind ... eher "selten".
Außerdem funktionieren Versicherungen ja nur in definierten Rechtsräumen wirklich - und damit musst Du also auf das Funktionieren eines reglementierten Umfeldes bauen (Auch und gerade für den Fall, dass Du mit der Versicherung streiten musst!).
Sei mir bitte nicht bös', aber für jemanden, der jegliche hoheitliche Struktur ablehnt, ist das dann aber eine ziemlich intensive Inanspruchnahme derselben, wenn Du Versicherungen nutzt und ggf. Deine Ansprüche gegen sie durchsetzen willst. Ohne hoheitliche Gewalt, die Dir im Notfall auf der Basis von "Gesetzen" beispringt und die die Macht hat gegen einen Versicherungskonzern auch Sanktionen zu verhängen (Strafen, die per Gesetz festgelegt sind), wird Dir die Allianz zumindest in strittigen Fragen wahrscheinlich eher nicht entgegen kommen.

Verzeih' mir bitte diese kleine Stichelei - aber wenn es um Hoheitsstrukturen geht neigst Du auch zu deftiger Polemik - ich habe daher die Hoffnung, dass Du einen solchen semi-ernst gemeinten Zwischenruf schon richtig verstehst.
Aber bei aller Übertreibung bleibt es doch im Grunde schon dabei: Ich persönlich finde, dass man nicht so kategorisch gewisse Dinge ablehnen kann, wenn man sie an anderer Stelle - wenn es um die eigene Sicherheit geht - in Anspruch nimmt.
Ich für meinen Teil habe ein Schließfach bei einer Bank, da ist eine lächerlich geringe Summe automatisch mit versichert - ich würde den Teufel tun und bei der Bank oder einem Versicherungskonzern jetzt angeben, wie viel ich da jetzt wirklich rein tue ... allerdings bin ich natürlich nicht wirklich reich. Vielleicht denkt man anders darüber, wenn die Summe eine Ziffer mehr vor dem Komma hat.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 25.03.2013, 07:30

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Ladon hat geschrieben:Hm. Da wissen jetzt vielleicht nicht die "Spasskassenmitarbeiter" wieviel Du eingebunkert oder wenigsten versichert hast ... aber dafür weiß es die Versicherung. Sogar über verschiedene Lagerorte hinweg. Mit einer solchen Versicherung geht Dein Vermögensstand in die Statistiken des "Systems" ein. Zuordenbar, in der Größenordnung recht präzise abschätzbar!
Nix für ungut, aber das Argument war doch wohl eher ein "Eigentor".
Es ist die Frage, wem Du auf Datenschutzebene mehr vertraust, das musst Du abwägen. Den Mitarbeitern einer Dorfspasskasse vor Ort oder einer grossen, anonymen Konzernzentrale im fernen München. Es ist jedenfalls nicht besonders selten, dass der Dorfapotheker in der Kneipe herumerzählt, wer welche Krankheiten hat ...

Ferner reden wir hier über Sachversicherungen. Es wäre mir neu, dass Daten aus diesem Bereich dem Staat/dem Finanzministerium gemeldet werden.
Ladon hat geschrieben:Sei mir bitte nicht bös', aber für jemanden, der jegliche hoheitliche Struktur ablehnt, ist das dann aber eine ziemlich intensive Inanspruchnahme derselben, wenn Du Versicherungen nutzt und ggf. Deine Ansprüche gegen sie durchsetzen willst. Ohne hoheitliche Gewalt, die Dir im Notfall auf der Basis von "Gesetzen" beispringt und die die Macht hat gegen einen Versicherungskonzern auch Sanktionen zu verhängen (Strafen, die per Gesetz festgelegt sind), wird Dir die Allianz zumindest in strittigen Fragen wahrscheinlich eher nicht entgegen kommen.
Anarchie/Anarchokapitalismus bzw. libertäre Ansichten schliessen privates Eigentum bzw. die Garantie desselben ja nicht aus, ganz im Gegenteil. Wo man sich eher Sorgen um sein Eigentum machen muss, ist in einem Staat, insbesondere in einem linken, sozialdemokratischen ...

Beitrag 25.03.2013, 07:46

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Ladon
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Datenreisender hat geschrieben:...
Den Mitarbeitern einer Dorfspasskasse vor Ort oder einer grossen, anonymen Konzernzentrale im fernen München. Es ist jedenfalls nicht besonders selten, dass der Dorfapotheker in der Kneipe herumerzählt, wer welche Krankheiten hat
...
Im dörflichen Umfeld kann ich mich aber leichter im Notfall "erwehren" - gegen einen milliardenschweren Konzern eher nicht. Den Apotheker sprech ich beim Pinkeln in der Kneipe darauf an, dass es so nicht läuft.
Datenreisender hat geschrieben:...
Ferner reden wir hier über Sachversicherungen. Es wäre mir neu, dass Daten aus diesem Bereich dem Staat/dem Finanzministerium gemeldet werden.
...
Sagte ich "Staat"? Nein, ich sagte "System".
Außerdem: Was nicht ist kann doch schnell werden, oder etwa nicht?
Datenreisender hat geschrieben:...
Anarchie/Anarchokapitalismus bzw. libertäre Ansichten schliessen privates Eigentum bzw. die Garantie desselben ja nicht aus, ganz im Gegenteil.
...
Und wer garantiert das Eigentum in der Anarchie? Und vor allem: wie?

Außerdem geht es hier nicht um wohlfeile weltanschauliche Dinge, sondern um konkrete Handlungsweisen: Deine Versicherung funktioniert jetzt und hier nur und ausschließlich, weil eine hoheitliche Struktur (ich für meinen Teil vermeide das Wort "Staat", denn auch Wirtschaftsunternehmen können "hoheitliche Gewalt" ausüben - im Auftrag oder weil sie das an sich gerissen haben) Dir garantiert ihr "Gewalt" einzusetzen, wenn Dir Unrecht getan wird und Du Dich wegen der "Größenverhältnisse" (Datenreisender vs. Allianz ... wer da ohne drohenden Prozess wohl gewinnt?) nicht wehren kannst.


... schade, hast den Einwurf doch in den falschen Hals bekommen. Sorry, wollte Dir mit dem Aufzeigen der manchmal inkonsequenten Gedankengänge nicht zu nahe treten. Es ist Dein Geld, Deine Entscheidung, Dein Weltbild. Nochmal: Entschuldigung ... aber konsequent erscheint das eben nicht. Und diese Replik macht eher den Eindruck eines Rettungsversuches. Tatsache ist: Du nutzt ein streng reglementiertes Umfeld mit hoheitlicher Sanktionsmöglichkeit und ggf. sogar Gewaltausübung wenn es Deiner eigenen Sicherheit dient. Kein Problem. Aber wer das macht sollte vielleicht solche Strukturen nicht kategorisch (!) ablehnen.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 25.03.2013, 08:13

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lifesgood
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... ich halte das so: Was in den Schließfächer liegt, ist auch mit dem Wiederbeschaffungswert versichert. Ich halte ja bekanntermaßen nichts davon halte, im Falle einer Vermögenssteuer/-abgabe die Edelmetalle gänzlich zu verschweigen. So ist das für mich auch kein Problem, wenn dem System Teile der Bestände bekannt sind.

Was anderweitig versteckt ist, ist nicht versichert und somit dem System auch nicht bekannt.

Dadurch ist auch hier eine gewisse Risikostreuung gegeben. Und ich nehme mir auch nicht die Möglichkeit, wenn andere Anlagegüter zum Gold irgendwann unterbewertet sein sollten, einen Teil meiner Bestände höchstoffiziell umzuschichten.

lifesgood

Beitrag 25.03.2013, 09:26

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tdklaus
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lifesgood hat geschrieben:... ich halte das so: Was in den Schließfächer liegt, ist auch mit dem Wiederbeschaffungswert versichert.
Das ist jetzt vielleicht eine blöde (aber ernst gemeinte) Frage, aber werden all diese Versicherungen nicht dann fast wertlos, wenn der Wiederbeschaffungswert der versicherten Sache durch Inflation der Währungsbasis durch die Decke schießt?

Gibt's solche Versicherungen auch mit Dynamik? Oder ist das ein eigenes, anderes Risiko, das man hinnehmen oder ganz anders absichern müßte?

Beitrag 25.03.2013, 09:43

Suedwester
Wenn es wirklich Kriege, Unruhen oder Hyperinflation gibt, dann brechen die Versicherungsunternehmen genauso zusammen wie die staatliche Ordnung. Wer nicht mit dem Extremfall rechnet, sondern darauf baut, dass die Ordnung weitgehend erhalten bleibt, kann sich natuerlich an Versicherungen wenden...

Beitrag 25.03.2013, 09:52

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prowler
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Suedwester hat geschrieben:Wenn es wirklich Kriege, Unruhen oder Hyperinflation gibt, dann brechen die Versicherungsunternehmen genauso zusammen wie die staatliche Ordnung. Wer nicht mit dem Extremfall rechnet, sondern darauf baut, dass die Ordnung weitgehend erhalten bleibt, kann sich natuerlich an Versicherungen wenden...
Nuff said.
If you don´t hold it, you don´t own it.
"1984" wasn´t supposed to be an instruction manual

Beitrag 25.03.2013, 10:08

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Donki
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Ab gesehen davon, dass die Versicherungen in den seltensten Fällen zahlen, muß man sich doch auch fragen, wie man bei einem Verlust nachweisen will, dass das, was man versichert hat, auch noch drin war, als das Bankschließfach geöffent und geleert wurde.

Wie sehen denn solche Versicherungen konkret aus: muß man da angeben, wieviele Unzen bei Abschluss drin waren? und wenn dann die Versicherung feststellt, dass man einige Unzen verkauft hat, dann heißt es doch auch: u.U. waren gar nicht mehr so viele drin, wie bei Abschluß der Verischerung angegeben. wie läuft denn sowas?

Und basiert das ganze auf Treu und Glauben: die Versicherung nimmt an, dass jede einzelne Unze bzw. der Wert des Inhaltes immer gleichgeblieben ist und zahlt oder (falls sie daran zweifelt) weigert sich zu zahlen, stellt Strafanzeige wegen Betruges und versucht den Versicherungsbetrug nachzuweisen? Wie läuft denn das ab?

Beitrag 25.03.2013, 10:32

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lifesgood
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... der Nachweis ist sicherlich ein Problem Donki.

Andererseits werden die Schließfächer nur äußerst selten besucht, so dass sich ein Zusammenhang zwischen Kaufrechnungen und Besuch des Schließfaches herstellen läßt.

Zudem wird für jedes Schließfach eine Bestandsliste geführt und wir sind immer zu zweit, wenn was ins Fach gelegt wird.

Auf die Erfahrung, ob die Versicherung im Fall der Fälle auch tatsächlich bezahlt, kann ich gerne verzichten ;)

Man versichert nicht eine Anzahl von xy Unzen sondern immer einen Eurowert. In den vergangenen Jahren haben wir dann immer den Versicherungswert der Metallpreisentwicklung angepaßt.

lifesgood

Beitrag 25.03.2013, 10:52

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lifesgood hat geschrieben:... der Nachweis ist sicherlich ein Problem Donki.
Wird auch nicht verlangt, Glaubhaftmachung reicht.

Dafür eignen sich
- ein Inhaltsverzeichnis,
- Kaufbelege,
- Fotos,
- Zeugen.
lifesgood hat geschrieben:Andererseits werden die Schließfächer nur äußerst selten besucht
Ja?

Beitrag 25.03.2013, 12:22

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Mithras
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Die "Glaubhaftmachung" wird aber schon dann problematisch, wenn man nur einen Teil der Sachen im Banktresor hat und öfter mal eine "Umlagerung" macht. Wie es bei mir der Fall ist.

Ich rede jetzt nicht von dem Safe in Mumbai: Dort bin ich nur ein-, zweimal jährlich zum Nachgucken, ob meine paar Sovereigns noch drin liegen, bzw. ich habe auch eine Person meines absoluten Vertrauens in Indien, die Zugang dazu hat und das für mich tut. Nicht, daß ich mich dann bei einem Lieferanten blamiere, wenn ich ihm vorankündige, daß ich ihm soundsoviele Pfund Echtgeld bezahle, und dann habe ich die vielleicht doch nicht zur Hand, wenn ich vor Ort aufkreuze. (Hier sind auch die neuen indischen Importvorschriften für Gold zu beachten.) Also "massenweises Umräumen" ist da wirklich nicht möglich, und ergo auch nicht der Fall...

Ganz anders hier in der BRD: Da wird eben vor einer längeren Auslandsreise schon mal etwas mehr Zeugs eingelagert und danach wieder rausgeholt, um verkauft zu werden. Dafür gibt's dann neue Ware, die vielleicht erstmal etwas "zwischengebunkert" werden muß (darauf beruht ja mein primäres Geschäftsmodell: billig einkaufen, wenn gerade Großfunde auf dem Markt sind; liegen lassen, bis der kurzzeitig durch Überangebot eintretende Preisverfall vorüber ist; danach peu a peu mit guter Marge weiterverkaufen smilie_24 ...). Es herrscht also ein permanentes Kommen und Gehen von Inhalt in diesen Schließfächern in der BRD. Der Wert schwankt da übers Jahr hinweg gesehen schon zwischen vier- und sechsstellig in Euro. Dagegen ist das bißchen Bullionkram als "Beimischung" eher "peanuts"...

Wie ich oben schon schrieb: Nein, diese Fachinhalte sind "nicht wirklich" versichert. Und ich bin durchaus auch bereit, dieses (allgemeine Lebens-)Risiko als mündiger Mensch (nur als sein "Bürge[s]r[/s]" hält dieses System mich gezielt unmündig und rechtlos...) voll allein zu tragen. Trotz aller Einzelfälle wie letztens dieser Bilderbuchbankraub, der den Aufhänger für diesen Thread lieferte: So ein Banksafe ist "an sich" immer noch ein sichererer Platz als unser Büro in einem Berliner Hinterhof. Punkt. Den Rest erledigt die Diversifizierung. So habe ich auch in der BRD insgesamt fünf Schließfächer in verschiedenen Banken in drei verschiedenen Städten entweder unter eigenem Namen angemietet oder zumindest jederzeit Zugang dazu (letzteres als Schutzmaßnahme vor staatlicher Willkür: hierfür braucht man dann allerdings Strohmänner, zu denen man extremstes Vertrauen haben muß; ihre erbberechtigte Verwandtschaft eingeschlossen, falls nämlich dem "offiziellen" Mieter mal "ein Ziegel auf den Kopf fällt"...). Des weiteren habe ich manche Sachen auch bei Dritten in deren privaten Häusern eingelagert (in guten, fest eingemauerten Tresoren).

Wobei ich die primäre Gefahr wie eben schon implizit gesagt eh de facto allein in einem der Punkte sehe, die weiter oben im Thread schon einhellig als "Ausschlüsse" ALLER sog. "Versicherungen" genannt wurde: Staatliche Willkürmaßnahmen nämlich... :evil:

Und Leute: Aufwachen!!!!!!!!11111elfeins In der BRD werden schon heute(!) ganze Münzsammlungen von den Staatsdienern [s]geraubt[/s]"konfisziert", nur weil deren Besitzer ein paar "ungereinigte Römermünzen" für wenige Euro(!!!!) Gesamtwert auf einem bekannten Elektronischen Marktplatz (der so ähnlich wie "Bucht" auf Englisch heißt...) gekauft hat, für die deren Verkäufer auf dieser beliebten Internetplattform jedoch "keinen ausreichenden Eigentumsnachweis erbringen" konnte... So geschehen vor wenigen Jahren in Jena. Okay, eingedrungen sind die Schergen da zwar "nur" in seiner Wohnung ... aber die hätten "natürlich" auch nicht vor einem Banksafe halt gemacht: "Zwangsöffnung" und so ... also "das volle Programm".... smilie_54

Denkt da mal drüber nach.

Fazit: Selber nachdenken! Diversifizieren!! Von Staaten unabhängige Strukturen schaffen. Aber trotzdem: Vor Paranoia nicht das LEBEN vergessen!!!
Goldigste Grüße,

Euer Mithras, der Goldjunge

Und nicht vergessen: "Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück: Null." [Voltaire, 1694-1778]

Beitrag 25.03.2013, 12:43

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tdklaus
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Suedwester hat geschrieben:Wenn es wirklich Kriege, Unruhen oder Hyperinflation gibt
Schon klar, da hast du Recht, aaaaber: keiner dieser drei Begriffe kam in meiner Frage vor... Mit 20% Inflation haben viele Länder jahrzehntelang "glücklich" gelebt...

Beitrag 25.03.2013, 14:00

Suedwester
20% Inflation im Jahr hatten wir auch in Namibia/Suedafrika eine Zeitlang. Darauf kann man sich einstellen. Hyperinflation (50% und mehr im Monat), wie in Zimbabwe, Jugoslawien usw. ist was ganz anderes. Da kann man nicht mehr planen. Da fallen dann Banken, Versicherungen, genauso wie Privatleute und kleine Firmen. Und oft der Staat gleich mit.

Beitrag 25.03.2013, 14:48

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Tisc
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IrresDing hat geschrieben: Ja, aber die Frage ist ob der wütende Mob schon als innere Unruhe gilt. Zum Begriff der inneren Unruhe gehört eine politische oder wirtschaftliche Instabilität mit nachhaltigen Rechtsverstößen von weiten Personenkreisen über lange Zeit, die die öffentliche Ordnung de facto außer Kraft setzen. Und das sehe ich nun nicht als großes Risiko. Wie gesagt, wenn die ersten Plünderungen und Straßenkämpfe laufen, werde ich schon zu meiner Bank gehen und das Zeugs heim holen. Egal ob und welche Versicherung ich hab.
Zur Untermauerung deiner Vermutung gibt es ein hervorragendes Beispiel aus der deutschen Vergangenheit. Reichskristallnacht. Versicherer verwehrten den jüdischen Ladenbesitzern die Erstattung mit dem Hinweis auf den Ausschluß innerer Unruhen in den Bedingungen. Da hatten sie aber die Rechnung ohne Herrn Goebbels gemacht. Innere Unruhe in Deutschland? Aber doch nicht wegen so ein paar kleiner Plündereien und Feuerchen! Er verdonnerte die Versicherer zur vollen Schadensübernahme und stellte fest, dass die sogenannte Reichskristallnacht auf gar keinen Fall eine innere Unruhe darstellte.

Nachzulesen hier: http://www.amazon.de/Versicherung-unter ... 319&sr=8-1

Beitrag 25.03.2013, 14:56

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Tisc
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Datenreisender hat geschrieben: Ferner reden wir hier über Sachversicherungen. Es wäre mir neu, dass Daten aus diesem Bereich dem Staat/dem Finanzministerium gemeldet werden.
Dem Staat und/oder Finanzamt sicherlich (noch) nicht, aber erkundige dich mal über das Geschäftsmodell der Firma "informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH". Und das Aufgabenfeld dieses Unternehmens ist jederzeit problemlos erweiterbar.

Beitrag 25.03.2013, 16:36

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IrresDing
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Also ich halte mich jetzt gekonnt zurück. Was man benötigt um einen Inhalt glaubhaft der Versicherung nachzuweisen habe ich in einem anderen Thread mit fast dem selben Titel schon ausgiebig geschrieben. Mit dem Resultat, dass ich etwas auf den Deckel bekommen habe. Daher lasse ich es und verweise auf die Forensuche.

Zur Allrisk-Police: Wie gesagt, es war nur als Ergänzung gedacht, dass man die private Hausrat nicht vergessen sollte. Eine Allrisk zu einem vernünftigen Preis ist eine feine Sache. Kein Thema!

Eigentlich schreibe ich nur noch etwas, weil ich Tisc, der BERECHTIGTE Einwände hat, antworten will.

Das muss man anders sehen. Die Versicherer haben früher sogenannte Uni-Wagnis-Systeme gehabt. Das bedeutet. Wenn du eine Ablehnung wegen Versicherungsbetrug oder unglaubwürdigen Angaben hattest (in den wenigsten Fällen kommt eine Anzeige hinterher), wurdest du beim Versicherer in eine Uni-Wagnis-Datei eingestellt. Teils reichten aber schon viel banalere Gründe (Schadenanzahl, etc.). Nun hat, wolltest du woanders eine Versicherung abschließen, der andere Versicherer einen Treffer aufgezeigt bekommen. Bei der Policierung wurde das standardgemäß abgefragt. Über alle Versicherer hinweg. Wobei ein Uni-Wagnis-Treffer aufgrund der teils banalen Gründe nicht sofort ernst genommen wurde und erst mal genauere Recherchen nötig waren. Aber das ist ein anderes Thema.

Dieses Vorgehen ist aber vor ein paar Jahren (zu Recht!) durch die Rechtsprechung kassiert worden. Und zwar weil es keine Mindeststandards o.ä. wirklich gab. Auch wurde der Kunde nicht darüber informiert, dass seine Daten weitergegeben werden.

Nun überlegten die Versicherer wie sie das Problem lösen können. Denn sicher ist, dass eine Meldestelle weiterhin existieren muss um gewerbsmäßigen Betrug zu verhindern. Warum genau möchte ich hier nicht öffentlich sagen, denn dann geb ich eine gute Anleitung zum Versicherungsbetrug. Das müsst ihr mir zugestehen, dass ich das nicht machen kann.

Also hat man diese Gesellschaft gegründet. Sinn und Zweck dieser Gesellschaft ist es solche Datenbanken zu führen und streng nach dem Verbraucherrecht zu handhaben. Wichtig ist: Ausnahmslos JEDER Kunde, der dort eingetragen wird, wird darüber informiert. Das kann ich in meinem Bereich (Sachversicherung) zu 100% versichern. Man weiß also, wenn man dort gemeldet ist. Gemäß einer Auskunftei kann man auch Auskunft bei der Gesellschaft direkt verlangen (wie auch bei der Schufa, Creditreform, Bürgel, etc.). Die Meldung funktioniert z.B. auch nur, wenn man dem Kunden Versicherungsbetrug nachweisen kann. So funktioniert es nicht einen Schaden zu bezahlen und den Kunden trotzdem zu melden. Also "vorsorglich", weil manches nicht ganz gepasst hat, ist nicht möglich. Die Hürden der Gesetzeslage sind dazu sehr hoch. Und diese Meldedatei wird auch nicht für andere Zwecke genutzt und darf auch nicht für anderes genutzt werden. Die Meldedatei ist also eine Verbesserung von Kundenrechten und schafft Rechtssicherheit für den Kunden aber auch für den Versicherer.

Das nur als Klarstellung. Man kann es eben nur richtig einschätzen, wenn man weiß wie es früher gelaufen ist und wofür diese Gesellschaft benötigt wird.

P.S.: Wer den Wikipedia-Artikel dazu liest, sollte vorsichtig sein. Es wird dort willkürlich das Uni-Wagnis, HIS und die neuen Regeln durcheinander gewürfelt. Der Artikel scheint Autoren zu haben, die etwas ahnungslos drauf los geschrieben haben. Das nur nebenbei.
Zuletzt geändert von IrresDing am 25.03.2013, 16:48, insgesamt 1-mal geändert.
"Gleich und gleich gesellt sich gern", sagt der Volksmund. Ich sehe wenig gleiches. LG und bye.

Beitrag 25.03.2013, 16:47

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Tisc
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Kleiner Einspruch. Totalschäden am Kfz werden nach Regulierung ebenfalls gemeldet. Damit will man verhindern, dass (in der Zukunft) ein und das gleiche Fahrzeug mehrfach abgerechnet wird. Es muss also nicht immer ein (versuchter) Betrug vorliegen, um in die Datei zu kommen. Auf jeden Fall erhält der Kunde vom Versicherer eine schriftliche Mitteilung über die Meldung.

Beitrag 25.03.2013, 16:52

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IrresDing
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Tisc hat geschrieben:Kleiner Einspruch. Totalschäden am Kfz werden nach Regulierung ebenfalls gemeldet. Damit will man verhindern, dass (in der Zukunft) ein und das gleiche Fahrzeug mehrfach abgerechnet wird. Es muss also nicht immer ein (versuchter) Betrug vorliegen, um in die Datei zu kommen. Auf jeden Fall erhält der Kunde vom Versicherer eine schriftliche Mitteilung über die Meldung.
Kann sein, müsste ich erst in KFZ anfragen. Ich bin in Sachschaden tätig (Gebäude, Hausrat). Wenn ein Gebäude zum Totalschaden abbrennt, ist das meist eindeutig. :wink: Aber es klingt logisch. In KFZ gibts einige Gewerbsmäßige, welche Unfälle vortäuschen oder provozieren. Das ist ein Weg unter vielen das raus zu bekommen.
"Gleich und gleich gesellt sich gern", sagt der Volksmund. Ich sehe wenig gleiches. LG und bye.

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