EU jetzt gerettet?

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 27.10.2011, 15:07

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Thunder1985
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Hallo community!


Was denkt ihr von der Rettung Europas?

Gelungen oder Nicht Gelungen?

Ist auch die Deutsche Wirtschaft gerettet?


Sagt einfach mal eure Meinung!
Mit Gold sichert man Luxus!
Mit Silber sichert man Lebensstandard!
Was ist, wenn mein Lebensstandard Luxuriös ist? :-)

Erfolgreich gehandelt mit Buffalo-Fan, Domrepp

Beitrag 27.10.2011, 15:12

Goldryo
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Ja, Europa und der Euro ist gerettet. Gold ist jetzt nutzlos! Ich hab meins schon im Rhein versenkt. Hat spaß gemacht, solltet ihr auch tun. smilie_10

Beitrag 27.10.2011, 15:15

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plumbum
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Nee, nix ist gerettet! Leider!

gruß, plumbum

Beitrag 27.10.2011, 15:20

almade
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naja geretett bis Novemberund dann geht der ihrsin wieder von vorne los

Beitrag 27.10.2011, 15:21

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plutokrat
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der Boomerang wurde geworfen... blos weil man ihn nicht mehr sieht bedeutes es nicht das er nicht mehr zurückkommt smilie_13

Die Gedanken die uns lenken führen oft in ein großes Nichts
Wir illusionieren das Vollkommene und vergessen die Welt in der wir leben

Beitrag 27.10.2011, 15:26

nitron
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Rein gar nix wurde gerettet - es wird nur auf Zeit gespielt.

Aber gut, dies gibt uns Gelegenheit sich noch besser auf die Bruchlandung vorzubereiten.

:shock:

Beitrag 27.10.2011, 15:28

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thEMa
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Könnte schon sein, dass jetzt im Euroraum für eine Weile Ruhe ist. Da ich aber von einer systemischen (und globalen) Krise ausgehe, pfeifft es bestimmt bald an einer anderen Stelle aus dem Kessel. (vielleicht aber auch wieder aus dem selben Loch)
Um zu einer etwas nachhaltigeren Lösung zu kommen ist der Leidensdruck noch nicht groß genug, fürchte ich.
Ceterum censeo anatocismum esse delendum

Der Zins, sie zu knechten, sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.

Beitrag 27.10.2011, 15:32

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simones
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Die Hampelmänner und Tanten aus der Uckermark (Erika Milke), können 365 Tage im Jahr auf dem Gipfel Blubberblasen erzeugen, geschafft und fertig aussehen und Zahlen Hin- und Herschieben,

die Probleme können nur langfristig und vo der Gesellschaft ausgehend behoben werden.

Ob die Affen im Kreise sitzen und grinsend in die Kameras schauen, ist vollkommen wurscht.

Es würde viel mehr bringen, wenn ein schlitzäugiger Wirtschaftsminister Pinsel und Farbe in die Hand nimmt, und eine Schule streicht, da macht der 100 mal mehr als in 1000 Jahren Beamtendienst.

Wie gehts weiter :

Alles bleibt wie es ist, Geld wird auf den Markt geworfen, produkte werden teurer und in einem Jahr fängt es von vorne an :

Gipfeltreffen ...

In 5-10 Jahren totale Verarmung breiter Schichten, Energie ist unbezahlbar geworden, fürs Arbeiten gehen bekommt man gerade mal die Kaltmiete bezahlt.

EU hat fertig.

Beitrag 27.10.2011, 15:39

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Frankenstein
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Juchee wir haben Zeit gewonnen.
Eine Knadenfrist.
Griechenland wird mehr Geld brauchen, Spanien beginnt zu schlingern, Italien bekommt seine Regierungskrise nicht in den Griff, Frankreich wird von den Ratings abgewertet.
Die 1 Billion Hebel (falls die Gläubiger da mitspielen) wird nicht ausreichen, also wird noch mehr Geld her müssen.
Es gibt einen noch größeren Hebel und das Spiel beginnt von vorne...

Beitrag 27.10.2011, 15:40

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Nacanina
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plutokrat hat geschrieben:der Boomerang wurde geworfen... blos weil man ihn nicht mehr sieht bedeutes es nicht das er nicht mehr zurückkommt smilie_13
Schön gesagt! Stimmt leider. smilie_01
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Beitrag 27.10.2011, 16:04

Knipser
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Welch ein "ihrsin",die "Knadenfrist" ist rum.Zu Poden mit dem Purschen,sonst krieg`ich noch die "Krieeese"

smilie_09 smilie_12 smilie_09

Beitrag 27.10.2011, 16:38

Suedwester
Die erste Billion war die schwerste, auch für Gideon Gono, Zentralbankchef von Zimbabwe. Als die erst mal geschafft war, ging es locker weiter mit Trillionen und Quadrillionen. smilie_24

PS: Vielleicht sollte man sich bei der Gelegenheit mal den Song "Das Narrenschiff" von Reinhard Mey anhören? "Volle Fahrt voraus und Kurs aufs Riff!"

Beitrag 27.10.2011, 16:41

Saint251
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Hallo Zusammen!

Heute Morgen um 4 Uhr war es dann also passiert: Griechenland bekommt seinen Schuldenschnitt, 50 Prozent seiner Staatsschuld werden zum 1.1.2012 erlassen. Lange hat sich die Politik dem unausweichlichen verschlossen, letztlich hat aber die Ratio doch gesiegt. Heute Morgen habe ich mir aus der Fachpresse die Rahmendaten herausgesucht. Die will ich Euch nicht vorenthalten und natürlich habe ich auch die ein oder andere Ergänzung dazu gemacht ...

- Die Banken werden auf EUR 100 Mrd. Forderungen gegenüber Griechenland verzichten (Es ist davon auszugehen, dass weit über 50 Prozent der griechischen Staatstitel inzwischen im Besitz der EZB sind, da die Privatbanken seit nun fast zwei Jahren diese Titel versucht haben abzusteuern. Dies entgegen dem ursprünglichen Versprechen des IIF - ist aber eigentlich auch keine echte Überraschung). Im Gegenzug werden die Banken großzügig mit EUR 113 Mrd. kapitalisiert.
- Die Griechische Staatsschuld sinkt damit auf ca. die Hälfte, somit gute 80 Prozent des BSP (heute 165 Prozent).
- Bis 2014 wird Griechenland durch EU und IWF mit weiteren EUR 130 Mrd. gestützt. Damit steigt die Staatschuld Griechenlands bis Ende 2014 wieder auf ca. 180 Prozent des BSP. Voraussetzung für diese Modellrechnung ist, dass durch die notwendigen Sparmaßnahmen der griechischen Regierung keine weiterer Rückgang der Wirtschaftsleistung einsetzt.
- Von 2014 bis 2020 soll dann die Verschuldung Griechenlands von 180 Prozent auf dann nur noch 120 Prozent des BSP abgebaut werden. Bei dieser Zielsetzung wurde nicht erwähnt ob Griechenland dies aus eigener Kraft, auf Basis einer gesunden Volkswirtschaft, oder durch weitere Schuldenerlässe erreichen wird.

Bewertung:
Der Erlass von EUR 100 Mrd. Schuld der Griechen stellt politisch einen großen Erfolg und ersten Schritt für künftig notwendige Maßnahmen dar. Gleichzeitig hat er vor allem aber symbolischen Charakter. Seine Auswirkungen auf die Genesung Griechenland werden marginal sein. Durch den Schuldenschnitt werden den Griechen EUR 100 Mrd. an Schulden erlassen, die sie ohnehin nicht mehr hätten zurückzahlen können. Im Schwerpunkt wird es eine Glättung der Bilanz der EZB sein, die Privatbanken werden Buchungsverluste aufweisen, im Gegenzug werden sie weiterhin Zugang zu günstigem Zentralbankgeld erhalten.

Weiter werden sich die Griechen ca. EUR 5 Mrd. an Zinszahlungen jedes Jahr sparen. Allein der Rückgang der Steuereinnahmen in 2011 übertrifft die EUR 10 Mrd. deutlich. Durch die weiterhin notwendigen Hilfszahlungen wird die Schuldenlast innerhalb von 3 Jahren wieder über das heutige Niveau angestiegen sein. Damit ist die Halbwertszeit dieses Schuldenschnittes heute schon absehbar. Andere Nationen werden sich diesbezüglich nun auch in Position bringen.

Der Schuldenschnitt und die weiterhin notwendigen Maßnahmen in Bezug auf Griechenland zeigen die Ausweglosigkeit der Situation nur noch deutlicher auf. Die Volkswirtschaft der Griechen funktioniert nicht mehr. Die eingesparten ca. EUR 5 Mrd. sind hier nur der bekanntliche Tropfen auf den heissen Stein. Das eigentliche Problem sind die verdeckten Forderungen im Rahmen der Sozialtransfers. Nur hier können die notwendigen Einsparungen für eine dauerhafte Sanierung der griechischen Staatskasse erzielt werden. Dies führt jedoch unmittelbar zu einem Rückgang der Binnennachfrage und zu einem Absinken der Wirtschaftskraft und damit der Steuereinnahmen. Steuererhöhungen die dies kompensieren führen wiederrum zu einem Nachfragerückgang ... Ein Teufelskreis. Öffentliche Unruhe werden zu einer dauerhaften Begleiterscheinung.

Grundsätzlich ist die Situation in Deutschland keine andere. Offiziell haben wir EUR 2 Bio. Staatsschulden. Von weiteren EUR 5 Bio. ist die Rede in Form von Staatsverpflichtungen gegenüber den Bürgern, ganz vorne hier die Renten und Pensionen. Allein die Zuschüsse an die Renten- und Pensionskassen in Deutschland liegen bei EUR 80 Mrd. jährlich, das sind fast 30 Prozent des Bundeshaushalts, Tendenz steigend.

Was wir momentan erleben ist nicht das "Age of Austerity" es ist das Zeitalter des Gesundschrumpfens. Wir werden für das schuldenfinanzierte Wachstum der vergangenen Jahrzehnte nun bezahlen. Je länger dieses Bezahlen verzögert wird, um so mehr wird aus dem Schrumpfen ein Implodieren. Wir leben in interessanten Zeiten.

Na dann ... smilie_15

Grüsse,

Saint251
"How many good men are there per hundred, in the world? Allowing for differences in circumstances, condition and background, I should say perhaps one." Jeff Cooper

Beitrag 27.10.2011, 18:15

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plutokrat
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wow nur noch 120% vom BSP und das schon bis 2020... smilie_10

Die Gedanken die uns lenken führen oft in ein großes Nichts
Wir illusionieren das Vollkommene und vergessen die Welt in der wir leben

Beitrag 27.10.2011, 18:57

Jim Hawkins
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Wohnort: Land der Rettungsschirme
Laut Erklärung des Euro-Gipfels haben sich die Staats- und Regierungschefs mit den Banken auf einen Schuldenschnitt für Griechenland geeinigt.
Vorgesehen ist, dass diese Umschuldung im Januar durch einen Tausch der vorhandenen Staatsanleihen gegen neue Anleihen organisiert wird. Das bedeutet, dass die privaten Gläubiger auf 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten.
Allerdings sagten die Staaten der Eurozone zu, den Anleihetausch mit Garantien in Höhe von 30 Milliarden Euro abzusichern.
Habe ich da jetzt was falsch verstanden, oder werden da gerade nochmal 30 Milliarden Euronen Steuergelder am Rettungsschirm vorbei investiert?
smilie_08
mfg Jim Hawkins

Beitrag 27.10.2011, 19:05

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Willi Tell
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gerettet?

ja klar, das war die Eurorettung Nr. 23 smilie_11 , ich komme mir vor wie bei "und ewig grüsst das Murmeltier Teil II" smilie_20

Und die Verhandlungen mit den Banken waren ja knallhart. In De haben ja wohl nur Landesbanken, die HRE und die teilverstaatlichte Coba noch Griechische Papiere, da zahlen wir dann den Schuldenerlass und die Eigenkapitalerhöhung. Bin nur mal gespannt wann dem Pöbel, also 99 Prozent der Bevölkerung die Steuern erhöht werden und die Oberen dafür eine Steuererleichterung bekommen von unseren Regierungshelden.
uǝɥɔnɐɹqǝƃ ʇnƃ ɥɔnɐ s’uuɐʞ 'ɹɥǝs ɥɔı qǝıl ɹǝqlıs pun ploƃ

Beitrag 27.10.2011, 19:54

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Argentum13
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Frankenstein hat geschrieben:Juchee wir haben Zeit gewonnen.
Eine Knadenfrist.
Griechenland wird mehr Geld brauchen, Spanien beginnt zu schlingern, Italien bekommt seine Regierungskrise nicht in den Griff, Frankreich wird von den Ratings abgewertet.
Die 1 Billion Hebel (falls die Gläubiger da mitspielen) wird nicht ausreichen, also wird noch mehr Geld her müssen.
Es gibt einen noch größeren Hebel und das Spiel beginnt von vorne...
Damit stimme ich voll überein! smilie_09

Nicht der Euro ist gerettet worden, auch das Problem Griechenland ist nicht gelöst worden, die Probleme in den anderen überschuldeten Euro-Staaten bestehen weiter. Auch der Systemfehler des Euros, völlig unterschiedliche VWs unter dem dach einer Währung zu vereinigen, besteht weiter.

Was ist gerettet worden: Die Politik hat sich mal wieder Zeit gekauft. Erfolgreiche Blendwirkung für den Augenblick, würd ich sagen. Der Höhenflug des DAX ist ja ein Beleg dafür, wie die Börse reagiert. Fürchte aber, am Aktienmarkt brennt nur ein Strohfeuer, bis die Realitäten sich wieder bemerkbar machen. Im Währungskampf hat der Euro gegenüber dem Dollar gepunktet, aber der Kampf ist noch bei weitem nicht beendet.

Also: Für mich stellt der Gipfel eine gelungene Show dar, die mich in meiner Skepsis, was die "Lösung" der Probleme anbelangt, eher pessimistischer stimmt. Über die Hebeltrickserei verliere ich hier mal kein Wort.... smilie_54
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Beitrag 27.10.2011, 20:19

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goldjunge01
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Nix gerettet - nur etwas Zeit erkauft.

Der Blick geht jetzt für kurze Zeit wieder gen USA und China,

bevor er grimmiger zu uns zurück kommt.

Beitrag 27.10.2011, 20:47

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plutokrat
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Es scheint doch gar nicht um eine Lösung zu gehen, sondern einem Placeboeffekt auf die Märkte.

Die Gedanken die uns lenken führen oft in ein großes Nichts
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Beitrag 27.10.2011, 21:00

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DaRReN
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Dirk Müller wird heute Abend zu Gast bei Beckmann sein. Thema ist "Europa vor dem Abgrund - wie sicher ist unser Geld?" Ich werd's mir anschauen! smilie_01

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