Hochwasser 2021

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 26.07.2021, 18:04

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Sapnovela
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"Wir selbst haben erst aus den Medien von diesem angeblichen Vorfall erfahren und dies sofort beim THW und unseren Polizeikräften überprüft. Derzeit können wir die Schilderungen in keiner Weise bestätigen. Sollte die Polizei von einem solchen Vorfall Kenntnis erhalten werden wir sofort und mit aller Entschiedenheit dagegen vorgehen. Unsere Helfer angreifen geht nämlich gar nicht!"

Polizei Koblenz per Twitter auf die "Meldung" der ARD das THW sei in den Flutgebieten beschimpft und angegriffen worden.
https://twitter.com/Polizei_KO/status/1 ... 3803627526
Gehirnwäsche funktioniert wie richtige Wäsche - wenn sie das Objekt lang und heiß genug waschen, schrumpft es. (c) Volker Pispers

Beitrag 26.07.2021, 18:47

puffi
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Mir ist zwar völlig unklar was das mit Weise Worte zu tun hat.
"Wir selbst haben erst aus den Medien von diesem angeblichen Vorfall erfahren und dies sofort beim THW und unseren Polizeikräften überprüft. Derzeit können wir die Schilderungen in keiner Weise bestätigen. Sollte die Polizei von einem solchen Vorfall Kenntnis erhalten werden wir sofort und mit aller Entschiedenheit dagegen vorgehen. Unsere Helfer angreifen geht nämlich gar nicht!"

Polizei Koblenz per Twitter auf die "Meldung" der ARD das THW sei in den Flutgebieten beschimpft und angegriffen worden.
https://twitter.com/Polizei_KO/status/1 ... 3803627526
Aber man sollte auch die Darstellung richtig machen. Hier ist die letzte Stellungnahme der PO Koblenz:

Polizei Koblenz
@Polizei_KO
·
25. Juli
1/2
Die Diskussion zu den Übergriffen auf THW-Kräfte und unseren Tweet hierzu kocht zurzeit hoch. Zur Klarstellung: Zum ZEITPUNKT UNSERER ÜBERPRÜFUNG dieser Nachricht (24.7., gg. 14.20h) haben wir zunächst keinen Betroffenen oder Verantwortlichen erreicht, .....
Tweet zitieren
Bundesanstalt THW
@THWLeitung
· 24. Juli
Polizei Koblenz
@Polizei_KO
·
25. Juli
2/2
der uns die Übergriffe bestätigen konnte, auch weil Anzeigen nicht erstattet wurden – die Helfer konzentrierten sich trotz Anfeindungen weiter aufs Helfen.
Im WEITEREN VERLAUF haben auch wir diese Bestätigung erhalten, es handelt sich also nicht um eine Falschmeldung! ......

https://twitter.com/Polizei_KO/status/1 ... llung.html

Man sollte Hetze von beiden Seiten unterlassen. Ich habe beide Söhne da oben. Einer beim THW und einer privat. Beide bestätigen das.

Beitrag 26.07.2021, 22:11

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Sapnovela
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Ok, ist jetzt Off-Topic (Sorry dafür) aber wenn die Nachricht in verschiedenen Medien ist, dass Querdenker & Prepper die THW Kräfte mit Müll beworfen haben... stelle ich mir ganz schlicht die Frage: Woher weiß man, dass es Querdenker & Prepper waren? Wie kann jemand das aus dem Inneren eines THW Fahrzeuges erkennen? Sind Querdenker & Prepper inzwischen gekennzeichnet oder leuchten sie im Dunkeln?

Spinner gibt es immer, Frustrierte auch, aber dieses Politik-Machen mit nicht nachvollziehbaren Behauptungen... schlechte Entwicklung. Vielleicht will ja jemand davon ablenken, dass Baugenehmigungen mitten in Flussläufen erteilt worden sind oder unfähige Verwaltungen dem RWE eine Kiesgrube in direkter Nachbarschaft zu einer Siedlung genehmigen. :roll:

Klimawandel und Querdenker sind an allem Schuld, sonst niemand, die perfekte Ausrede damit niemand für sein Versagen zur Verantwortung gezogen werden muss. smilie_35
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Beitrag 26.07.2021, 22:54

Eastwood
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Bitte dann auch die "Rechtsextremen Helfer" nicht vergessen!

https://reitschuster.de/post/katastroph ... ungs-tuev/

Autorin: Vera Lengsfeld (Bürgerrechtlerin,ehem. Bundestagsabgeordnete)
Willy Brandt 1968: "Wer einmal mit dem Notstand spielen sollte, um die Freiheit einzuschränken, wird meine Freunde und mich auf den Barrikaden der Demokratie finden, und dies ist ganz wörtlich gemeint.“

Beitrag 27.07.2021, 06:58

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[Mod: Alle Beiträge vor diesem sind anderen Threads hierhin verschoben.
Die Hochwassersituation und die Hintergründe bitte hier diskutieren, danke!]

Beitrag 27.07.2021, 16:17

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Kilimutu
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Sapnovela hat geschrieben:
26.07.2021, 22:11
Klimawandel und Querdenker sind an allem Schuld, sonst niemand, die perfekte Ausrede damit niemand für sein Versagen zur Verantwortung gezogen werden muss. smilie_35
Im Voralpenraum erfolgt die Bemessung zur Entwässerung (anm.: bislang) mit ca. 120 l/m² in 24 Stunden (Angabe DWD auf der Grundlage langjähriger Messungen). Das wird in Erftstadt nach meiner Einschätzung (bin vom Fach) ein niedrigerer Wert gewesen sein. Tatsächlich kamen aber 200 bis 300 l/m² und das zum Teil in weniger als 24 Stunden.

Eine neue Dimension im Hinblick auf die bislang angewandten Erfahrungswerte. Hier hat keiner wirklich schuld - es ist wohl einfach eine neue Dimension. Und die planerisch und baulich umzusetzen, das wird kosten, Zeit und ganz viel Geld ...

Der Mensch ist im Hinblick auf den Planeten nur eine ganz kleine Nummer. Das mag die Technokratenkaste nicht hören, aber damit muss man sich wohl vielerorts abfinden ...


Tom
Letzte Woche war die Atomkraft so sicher wie das Amen in der Kirche - heute ist sie so sicher wie die Renten (Sven Lorig im ARD Morgenmagazin, nach Fukushima)

Beitrag 27.07.2021, 18:09

Puschel
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Kilimutu hat geschrieben:
27.07.2021, 16:17
Im Voralpenraum erfolgt die Bemessung zur Entwässerung (anm.: bislang) mit ca. 120 l/m² in 24 Stunden (Angabe DWD auf der Grundlage langjähriger Messungen). Das wird in Erftstadt nach meiner Einschätzung (bin vom Fach) ein niedrigerer Wert gewesen sein. Tatsächlich kamen aber 200 bis 300 l/m² und das zum Teil in weniger als 24 Stunden.

Eine neue Dimension im Hinblick auf die bislang angewandten Erfahrungswerte. Hier hat keiner wirklich schuld - es ist wohl einfach eine neue Dimension. Und die planerisch und baulich umzusetzen, das wird kosten, Zeit und ganz viel Geld ...
Diesen Beitrag finde ich sehr gut. Zeigt er doch, wie unberechenbar die Natur sein kann. Hier in dem Fall eine Flutkatastrophe aufgrund erheblichen Starkregens.
Meine erste Ausbildung hatte ich seinerzeit bei einem Trinkwasserversorger absolviert. Ist schon über 35 Jahre her.
Aber dort hieß es schon: "Wasser ist nicht dumm, es läuft auch krumm".
Wenn früher (heute natürlich genauso) ein Rohrbruch einer erdverlegten Leitung gemeldet wurde, dann wunderte man sich sehr oft, wie weit Leckage des Rohrs und Wasseraustritt an der Oberfläche auseinander lagen. Manchmal bis zu 30 Meter. Das Wasser sucht sich den Weg des geringsten Widerstandes um dann irgendwann irgendwo an die Oberfläche zu kommen. Das machte die Rohrbruchortung nicht gerade leichter.

Warum habe ich das geschrieben? Einfach weil es nicht leicht zu bestimmen ist, welchen Weg solch gigantische Wassermassen nehmen werden. Vieles ist durch die Oberflächenstruktur eines Risikogebiets natürlich vorhersehbar, aber wenn diese Wege auch nicht mehr ausreichen, weil die Wassermenge einfach zu groß ist, dann ist alles andere mehr Raterei als Wissen.
Wie auch in unserem beschaulichen Vorort geschehen. Ein ansonsten klitzekleines Rinnsal entwickelte sich immer mehr zu einem Fluß. Irgendwann war die gut 60cm hoche Betoneinfassung zu niedrig, irgendwann die gut 1m hohe Böschung links und rechts.................der Fluß lief also über die Ufer und auch der Regenwasserkanal vermochte diese Massen nicht zu packen. Die beiden Straßenzüge links und rechts standen immer mehr unter Wasser und die ersten Häuser waren erreicht. Die ersten Keller liefen voll. Im weiteren Verlauf wurden alle Keller geflutet, die eben an diesem Bach lagen.
Am Folgetag (die beiden Straßenzüge waren für 2 Tage komplett gesperrt, Feuerwehren pumten Keller aus) half ich einer Arbeitskollegin aus besagter Straße, den Inhalt ihres Kellerraums zu entsorgen. Waschmaschine, Trockner.......kaputt, alles im Kellerraum durchnässt. Es roch nach Moder. Ein nur für dieses Mietshaus (4 Parteien) bestellter Abrollcontainer war innerhalb von 4 Stunden fast voll.
Dann kam der Vermieter und sagte: "Ich bin jetzt 70 Jahre alt, lebe seit 70 Jahren hier, aber sowas habe ich in all den Jahren noch nicht erlebt. Das der Bach gelegentlich über die Ufer tritt, ist nichts Neues. Bei Schneeschmelze und dabei noch Regen kommt das vor. Aber mitten im Sommer nur durch Regen und mit dieser Masse, das ist noch nie dagewesen.
Nicht nur, das der Bach immer mehr Wasser führte, sondern es kamen auch Wassermassen aus dem angrenzenden Wald, von allen Seitenstraßen links und rechts. Dass das Wasser auf einmal quasi von überall herkommt ist auch noch nie passiert."
Gott sei Dank haben wir nur Sachschaden und keine Verletzte oder gar Tote zu beklagen.

Tja, das ist dann die Frage...........nur eine Laune der Natur oder doch die Folge der globalen Erderwärmung?

Beitrag 27.07.2021, 20:28

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Sapnovela
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Kilimutu hat geschrieben:
27.07.2021, 16:17


Der Mensch ist im Hinblick auf den Planeten nur eine ganz kleine Nummer. Das mag die Technokratenkaste nicht hören, aber damit muss man sich wohl vielerorts abfinden ...


Tom
Da sind wir uns absolut einig... deswegen Respekt vor der Natur und eben NICHT im Flusslauf bauen, auch wenn der "Rinnsal" umgeleitet worden ist... denn der kleine Rinnsal kommt eben zurück ins alte Bett, wenn mal wieder Wasser da ist. Man muss intelligent bauen, mit der Natur denken, dann kommt auch keine 2 Meter Flutwelle durchs Wohnzimmer. Solange es Überflutungsflächen gibt, sollte man diese genau auch für diesen Zweck freihalten und Baugebiete / Industrie nur in solchen Gebieten ansiedeln, die auch stabil sind und auch nur so, dass die Gegend es auch verkraftet.

Leider geht es in den letzten Jahren zumindest in meinem Umfeld klar in die falsche Richtung. Bei uns ist Starkregen kein Fremdwort und alle Häuser haben schon seit mindestens 20 Jahren Regenwasserrückhaltesysteme und wenn es die Entwässerung in den eigenen Garten ist (z.B. Rigole), die Einleitung in die zentralen Kanäle ist nur begrenzt möglich. Ohne Dachbegrünung / Rigose ging hier nichts mehr, ich hab hier nur die Zuwege zum Haus vom Gehweg als Fläche, die ich nicht selbst versickere.

Bisher hat das auch ganz gut funktioniert, nur wird seit ca. 5 Jahren stark nachverdichtet, d.h. in fast jeden Garten kommt ein neues Haus oder ein altes Haus wird abgerissen und macht Platz für zwei bis drei neue Einheiten. Bauland ist eben teuer geworden. Die Flächenversiegelung steigt starkt an, an der Entwässerung wird jedoch nicht gearbeitet. Wo sollen die neuen Mengen Wasser versickert werden? Die Kanäle bleiben auch wie sie sind.

Als Resultat steht inzwischen das Wasser bei Starkregen auf der Straße weil es schlicht nicht mehr abfließen / versickern kann, das hat es vor 10 Jahren hier noch nicht gegeben. Blöd, wer dann das niedrigste Kellerfenster hat. Aber hey, ist ja Klimawandel, kann man (angeblich) nichts machen. smilie_06
Zuletzt geändert von Sapnovela am 15.08.2021, 14:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag 27.07.2021, 22:04

Puschel
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@ Sapnovela
Hier dreht es sich um nie dagewesene Niederschlagsmengen (zumindest hier in der Region Ruhr/Rhein/Erft) innerhalb eines Zeitraumes von weniger als 24 Stunden.
Deine Argumente stimmen schon (Nachverdichtung, Versiegelung ehemals offener Flächen, usw) aber das ändert nichts an dieser bislang nie dagewesenen "Naturgewalt". Es macht die Sache nur noch schlimmer, da gebe ich Dir recht.

Allein schon die Tatsache, das Versicherungen seit einiger Zeit den Zusatz "Starkregen und Orkan" in der Elemantarvericherung (Gebäude, Hausrat) für einen nicht geringen Zusatzbeitrag anbieten kommt ja nun nicht von Nichts.
Es hat sich was in unserem Klima verändert.
Was früher noch so halbwegs funktionierte (Gebäude an Fliessgewässer) ist mittlerweile ein Risiko, welches man absichern und ggf. Maßnahmen dagegen ergreifen sollte, weil es immer häufiger auftreten könnte.
Leider bin ich keine Schnecke und trage mein Haus umher. :(
Menschen, die von dieser Katastrophe nicht heimgesucht wurden haben natürlich leicht reden.

Beitrag 27.07.2021, 23:03

Eastwood
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Puschel hat geschrieben:
27.07.2021, 22:04

Es hat sich was in unserem Klima verändert.
Kann schon sein. Ob CO² der Klimakiller ist lassen wir besser außen vor.

Die größten Flutkatastrophen in dieser Region sind jedenfalls bereits vor der industriellen Revolution und am Anfang dieser über die Region hereingebrochen.

Liste der Hochwasserereignisse

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der ... an_der_Ahr

Ich zitiere:

"Die folgenschwersten Hochwässer sind aufgrund der überlieferten Schäden die von 1601, 1804 und 1910, allesamt durch Gewitter ausgelöste Sommerhochwässer.

Das Charakteristikum der sommerlichen Hochwässer der Ahr ist der schnelle Pegelanstieg verbunden mit großer Strömungsgeschwindigkeit und ein schneller Rückgang. Winterhochwässer dagegen schwellen langsam an, haben zumeist eine Vorphase mit hohem Wasserstand und eine längere Dauer, um allmählich wieder auf mittleren Wasserstand zu fallen. "
Willy Brandt 1968: "Wer einmal mit dem Notstand spielen sollte, um die Freiheit einzuschränken, wird meine Freunde und mich auf den Barrikaden der Demokratie finden, und dies ist ganz wörtlich gemeint.“

Beitrag 28.07.2021, 07:46

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Kilimutu
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Sapnovela hat geschrieben:
27.07.2021, 20:28
Bisher hat das auch ganz gut funktioniert, nur wird seit ca. 5 Jahren stark nachverdichtet, d.h. in fast jeden Garten kommt ein neues Haus oder ein altes Haus wird abgerissen und macht Platz für zwei bis drei neue Einheiten. Bauland ist eben teuer geworden. Die Flächenversiegelung steigt starkt an, an der Entwässerung wird jedoch nicht gearbeitet. Wo sollen die neuen Mengen Wasser versickert werden? Die Kanäle bleiben auch wie sie sind.
Genau, das ist natürlich auch ein ganz wichtiger Aspekt, insbesondere in städtischen Regionen. In München werden Grundstücke mit 1.000 m² und bislang einem Haus mit 2-mal 3 Reihenhäusern und einem Doppelhaus bebaut. Da ergeben sich auch soziale Problematiken (Abgründe ?!) zwischen den Nachbarn, die 1 Mio ausgeben und Wand an Wand leben (müssen). Oder die schlechtere Belüftung der Städte, die sich aus der dichteren und höheren Bebauung ergibt (Feinstaub etc.). Will heißen: z.B. Flächenverbrauch vs. Verdichtung. Ein nur aufwändig zu lösender Widerspruch.

Ich "widerspreche" Dir nur beim Zeitraum; das geht schon viel viel länger so, m.E. seit 50 Jahren).

Und ebenfalls ein ganz wichtiger Aspekt: Landwirtschaft. Wenn Du Dir die Bilder vom Ahrtal anschaust, da hast Du an den Talhängen die Weinberge. Wie auch beim Mais haben solche Bepflanzungen nullkommanull (bzw. völlig vernachlässigbares) Rückhaltevermögen.
Stell Dir mal stattdessen einen Wald vor mit einer 30 cm starken Laub/Nadelschicht und dann noch den lockeren Humus. Da kommst Du bei 60 cm Stärke und einem Porenvolumen von 40% mal locker auf 40%*0,6 m = 0,24 m Wasseraufnahmevermögen. Das sind 240 l/m², die sich nur extrem stark verzögert talwärts bewegen (Faktor 1/100 bis 1/1000stel).

Es sind ganz ganz viele Stellschrauben an denen gedreht werden müsste. Aber wer soll das bezahlen ?

Tom
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Beitrag 28.07.2021, 10:53

puffi
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Es ist doch nicht eine Frage des Klimawandels oder was anderes. Die maßgebliche Frage seit Jahren ist:
Wie weit geht die Verantwortung des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft und der Gesellschaft (Staat) gegenüber dem Einzelnen.
Es hat für mich den Anschein, dass sobald man betroffen ist nach der Hilfe des Staates schreit aber solange alles gut ist eine Regulierung vehement bekämpft (siehe Bebauung im Hochwassergebiet, Impflicht, Urlaub in Risikogebiete,
Stromtrassen und und und).
Normalerweise werden solche Verantwortlichkeiten durch Gesetze geregelt aber seitdem man durch ein simples IFSG das Grundgesetz aus hebeln kann oder durch Anweisung Grenzen öffnen oder mit Notverordnungen operiert bin ich mir da nicht mehr so sicher.
Vielleich wird es Zeit für einen neuen Konsens innerhalb unserer Gesellschaft und auch unserer Gesellschaft zu anderen Gesellschaften der getragen wird von "unten" und nicht von oben diktiert (ich weis ich bin manchmal ein Phantast).

Punkt 2.:
Ich habe zu keiner Zeit behauptet, das Querdenker oder Rechte die Hilfe behindert haben nur das es behindert wurde. Meine Jungs haben auch keine Fahne noch tshirts mit "Ich bin ein Reichsbürger" gesehen. Ich halte dies für lächerlich. Nicht für lächerlich halte ich die Einstellung mancher gegenüber Organisationen wie FFW, THW (DRK nehm ich mal aus, das is ne Firma). Man sollte bedenken das die Leute dort zumeist Freiwillige sind, die ihre Zeit und Kraft für andere einsetzen und Fehler gibts nur dort wo was gemacht wird und nicht durch aufn Sofa sitzen und im Internet surfen.

puffi

Beitrag 28.07.2021, 12:54

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SteveG
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Eastwood hat geschrieben:
27.07.2021, 23:03
"Die folgenschwersten Hochwässer sind aufgrund der überlieferten Schäden die von 1601, 1804 und 1910, allesamt durch Gewitter ausgelöste Sommerhochwässer.
Und jetzt stelle man sich eines dieser Hochwasser zusammen mit den heutigen "optimierten" Flussläufen vor. Damals waren die natürlichen Ausgleichsflächen noch vorhanden.
Dass der Mann das in 70 Jahren bisher nicht erlebt hat, mag sein. Dass es das noch nie gegeben hat, ist zumindest fraglich.

Beitrag 30.07.2021, 16:49

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Silversurfer1984
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Mein Bruder wohnt im betroffenen Hochwassergebiet an der Ahr. Er ist selbst nicht betroffen, hat aber 6 Bekannte im Wasser verloren. Beschrieben hat er es mit den Worten "Tsunami".

Ich warte auf offizielle Berechnungen wie genau das passieren konnte. Mein Bruder sprach von 150l/qm. Somit wäre es möglich die Wassermenge im Ahrtal zu berechnen.

Wenn man jetzt sofort auf den Klimawandel aufspringt, unterscheidet man sich nicht von den panikverbreitenden Medien. Eine Meinung ohne datenbasierte Fakten. Und bis jetzt wurden letztendlich keine Daten/Zahlen/Fakten zu den Wassermengen mit Bezug auf die Fläche abgelegt, oder mir nicht bekannt.

Extrem beeindruckend fand ich die Hilfsbereitschaft der Deutschen die alle angereist sind, um zu helfen. Diese Katastrophe erschreckt bis ins Mark, aber die Hilfsbereitschaft macht Mut.

Erschreckend für mich persönlich ist, wie schnell Mitmenschen sofort auf den Klimawandel aufspringen. Und dies ohne handfeste Daten. Einfach mal aufs Boot aufspringen. Erst denken, dann sprechen!
Der mit dem Gold tanzt. The Wolf of Goldstreet. Fiatiminator.

Beitrag 30.07.2021, 22:27

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MaciejP
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Silversurfer1984 hat geschrieben:
30.07.2021, 16:49
Erschreckend für mich persönlich ist, wie schnell Mitmenschen sofort auf den Klimawandel aufspringen. Und dies ohne handfeste Daten. Einfach mal aufs Boot aufspringen. Erst denken, dann sprechen!
Es wird keine Daten geben, die belegen, dass der Klimawandel schuld an diesem Hochwasser ist. Genauso wenig wird es Daten geben, die belegen, der Klimawandel ist nicht schuld. Was der Klimawandel erhöht, ist die Wahrscheinlichkeit für Starkregenereignisse. Da kann man maximal Korrelationen belegen.
Um welche Art von Daten geht es hier also bzw. zu welcher faktenbasierten Erkenntnis muss man deiner Ansicht nach zuerst kommen, bevor man sprechen darf?
„Wenn der Durchschnittsmichel Gold kauft, kann er keine Fehler machen.“ – „Gold fliegt nicht weg.“

Beitrag 30.07.2021, 22:37

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Silversurfer1984
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MaciejP hat geschrieben:
30.07.2021, 22:27
Silversurfer1984 hat geschrieben:
30.07.2021, 16:49
Erschreckend für mich persönlich ist, wie schnell Mitmenschen sofort auf den Klimawandel aufspringen. Und dies ohne handfeste Daten. Einfach mal aufs Boot aufspringen. Erst denken, dann sprechen!
Es wird keine Daten geben, die belegen, dass der Klimawandel schuld an diesem Hochwasser ist. Genauso wenig wird es Daten geben, die belegen, der Klimawandel ist nicht schuld. Was der Klimawandel erhöht, ist die Wahrscheinlichkeit für Starkregenereignisse. Da kann man maximal Korrelationen belegen.
Um welche Art von Daten geht es hier also bzw. zu welcher faktenbasierten Erkenntnis muss man deiner Ansicht nach zuerst kommen, bevor man sprechen darf?
Vielen Dank für die Antwort und die Unterbauung meiner These.

Die These des Klimawandels beruht auf Cooks Metastudie. Für meine eigene Meinungsbildung ziehe ich auch Gegenthesen zu Rate, z.B. https://www.theeuropean.de/klaus-miehl ... -sprechen/
Aber Vorsicht, jede gegensätzliche Meinung ist heutzutage Verschwörungstheorie. Dies bin ich sehr gerne :mrgreen:
Der mit dem Gold tanzt. The Wolf of Goldstreet. Fiatiminator.

Beitrag 31.07.2021, 13:01

Klecks
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Silversurfer1984 hat geschrieben:
30.07.2021, 22:37
Die These des Klimawandels beruht auf Cooks Metastudie. Für meine eigene Meinungsbildung ziehe ich auch Gegenthesen zu Rate, z.B. https://www.theeuropean.de/klaus-miehl ... -sprechen/
Klaus Michael Miehling ist deutscher Cembalist, Komponist und Musikwissenschaftler.
Okaayyyy.... :lol: smilie_16

Das wird genau das Argument sein, mit dem der Artikel wahrscheinlich einfach abgebügelt wird, nicht nur hier im Forum.
Dabei weist der Mann sogar selbst darauf hin, dass er kein Naturwissenschafler sondern "nur" ein selbständig und kritisch denkender Geist ist. Er versucht sich selbst auch gar nicht an pseuowissenschaftlichen Theorien sondern zählt lediglich Fakten und Hintergründe auf. Macht ihn sympathisch.

Besonders die Abschnitte über den politischen und wirtschaftlichen Nutzen eines "menschengemachten" Klimawandels sollte man unbedingt lesen und gründlich drüber nachdenken!

Auch wenn mir das meiste schon bekannt war, trotzdem Danke smilie_14
Es zeigt mir, dass ich nicht der einzige verrückte VT'ler bin smilie_16
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 31.07.2021, 20:45

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MaciejP
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Silversurfer1984 hat geschrieben:
30.07.2021, 22:37
Vielen Dank für die Antwort und die Unterbauung meiner These.
Schade, dass du auf meine Frage nicht weiter eingegangen bist.
„Wenn der Durchschnittsmichel Gold kauft, kann er keine Fehler machen.“ – „Gold fliegt nicht weg.“

Beitrag 31.07.2021, 23:21

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Silversurfer1984
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MaciejP hat geschrieben:
31.07.2021, 20:45
Silversurfer1984 hat geschrieben:
30.07.2021, 22:37
Vielen Dank für die Antwort und die Unterbauung meiner These.
Schade, dass du auf meine Frage nicht weiter eingegangen bist.
Das bin ich. Lese es mehrmals.
Der mit dem Gold tanzt. The Wolf of Goldstreet. Fiatiminator.

Beitrag 06.08.2021, 22:34

Puschel
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Ist ja auch nur ein "Brauner".............. smilie_01
https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Miehling
.....und Mitglied der AfD.
Wird also alles schon so stimmen, was er schreibt.

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