Inflation & Deflation - Stammfaden

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 14.09.2021, 18:06

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Argentum Amicum
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VfL Bochum 1848 hat geschrieben:
14.09.2021, 08:06
Die im untenstehende Artikel genannten Fakten finde ich wirklich erschreckend! Eigentlich sollte so was durchaus Stoff im Schulalltag sein, gerade heutzutage ist ein Grundwissen in diesen Bereichen meines Erachtens für den Vermögensaufbau und die Sicherung desselben essentiell.


Kein Plan von Aktien und EZB

Studie: Jugend schwächelt bei Finanzwissen

Wirtschafts- und Finanzthemen sind für junge Erwachsene keine Schwerpunkte im Leben, zumindest kennen sich einer Studie zufolge die wenigsten von ihnen bei Begriffen wie Aktien, EZB oder Inflation aus. Mitverantwortlich für die Wissenslücken soll das Bildungssystem sein:

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Studie-J ... 01372.html


Zitat aus dem verlinkten Artikel:
Mit dem Begriff Inflationsrate können einer Kantar-Erhebung im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) zufolge 44 Prozent der 14- bis 24-Jährigen nichts anfangen. Gut zwei Drittel (68 Prozent) haben demnach keine oder eine falsche Vorstellung davon, wofür die Europäische Zentralbank (EZB) zuständig ist. Immerhin knapp ein Drittel (31 Prozent) kann nicht erklären, was eine Aktie ist.
Danke für's Teilen des Artikels @VfL Bochum 1848. smilie_01

Leider, leider ist das tatsächlich die Realität.
Wenn wir in den vergangenen Jahren Praktikanten oder Berufseinsteiger an Bord genommen haben, waren wir immer sehr erschrocken, welches Bildungsniveau da von der Schule kommt. Manchmal sind nicht mal Grundrechenarten oder einfacher Dreisatz zu erwarten. Von der mangelnden Fähigkeit, einen kompletten Brief, insbesondere ein Kundenanschreiben fehlerfrei hin zu bekommen wollen wir gar nicht erst sprechen.

Und was noch schlimmer ist: Eine meiner Firmen ist u.a. in der Erwachsenenbildung tätig und wir vermitteln hier Wissen in ganz speziellen Bereichen der finanziellen Bildung, Wirtschaftswissen etc., insbesondere für Investoren.
Unter unseren Klienten sind auch Berufsgruppen wie Ärzte, Handwerksmeister, Architekten etc., die in Ihrem beruflichen Fachgebiet tatsächlich sehr gut sind.
Wenn wir dann jedoch mal einige mögliche Szenarien aus der Praxis besprechen, gelangen wir selbst bei dieser Klientel schon bei für uns zum Standard gehörenden Renditeberechnungen oder der Planung, welche Auswirkung Entscheidung x oder y auf die persönliche Steuerbelastung haben, sehr schnell an Grenzen. Unfassbar eigentlich, denn das sind ja alles keine "Sonderschüler" (nicht abwertend gegenüber Sonderschülern gemeint), sondern zumeist studierte Mitmenschen.

Will heißen: Fast alle, nicht nur unsere Kids haben aus unserer Sicht einen enormen Nachholbedarf, was finanzielle Bildung angeht.
Und: Die meisten überschätzen sich selbst gnadenlos, was Ihren Wissenstand angeht.
Das sind zumindest unsere Erfahrungen.
Viele Grüße
Argentum Amicum

Beitrag 15.09.2021, 07:30

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VfL Bochum 1848
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@Argentum Amicum, sehe ich auch so, danke für den interessanten Bericht smilie_01 .
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Beitrag 19.09.2021, 15:14

Amenhotep IV
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Stimme Argentum Amicum vollumfänglich zu.

Viele Jugendliche und junge Erwachsene haben einen erschreckend niedrigen Bildungsstand.
Und der hat sich in den gut 18 Monaten seit Corona noch einmal deutlich verschlechtert.
Es wurde und wird immer viel von Investition in Schulen und in Bildung geredet.

Doch genau das Gegenteil ist die erschreckende Realität. Viele Schulen speziell in den kleineren Gemeinden und auf dem Land sind extrem marode und veraltet. Teilweise mussten sogar schon Schulen und Kindergärten schließen, weil die Bausubstanz total verrottet, die Wände total verschimmelt, die Fenster und Dächer undicht und mangelhafte bzw. kaum funktionierende und total veraltete sanitäre Einrichtungen vorhanden sind. Mit den Heizungsanlagen sieht es oftmals nicht besser aus. So etwas höre ich im Freundes, Bekannten und Kollegenkreis sehr häufig.

Das sind Mängel die im Prinzip nicht hinnehmbar sind. Im Frühjahr zu Beginn der dritten Coronawelle hat man seitens der Politik viel diskutiert über Einbau von modernen Lüftungssystemen und Luftfiltern in den Schulen. Ich weiß nicht wie es in den einzelnen Bundesländern aussieht, in Niedersachsen ist im Grunde genommen diesbezüglich so gut wie nichts passiert. Nun kündigt sich allmählich wieder die kältere Jahreszeit der beginnenden Herbst- und Wintermonate an. Und das bedeutet oftmals wieder etliche Schulausfälle wegen defekten Heizungen und mangelhaften Lüftungssituationen. Zu meiner Schulzeit vor ca. 45 Jahren hat es damals kaum Unterrichtsausfälle aus verschiedensten Gründen gegeben. Wenn ich das heute betrachte und mich mit Kollegen und Eltern unterhalte fallen so gut wie wöchentlich teils mehrere Unterrichtsstunden aus, die nicht nachgeholt werden. Das ist selbst für viele Schüler teils frustrierend. Noch dazu kommt dass viele Lehrer mit der Gesamtsituation überfordert sind und teilweise sogar resigniert haben. Daher verwundert es mich kaum, dass es mit unserem Bildungssystem permanent bergab geht.
ECHN PH AEGYPT BC MCCCLI - BC MCCCXXXIV

Beitrag 19.09.2021, 15:39

puffi
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Echnaton

Erinnere dich an "weise Worte kluger Köpfe":

"Das Hauptproblem einer Erziehungsreform sind die Lehrer" (Mao).

Was das Seitenlange beklagen allerdings mit Inflation und Deflation zu tun hat erschließt sich mir nicht. Vielleicht muss ich mal bei AA zu Schule gehen...........

Beitrag 30.09.2021, 13:17

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VfL Bochum 1848
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Mehr als vier Prozent Inflation :!:

Erstmals seit 28 Jahren hat die Inflationsrate die Vier-Prozent-Marke überschritten. Angeheizt wird die Teuerung von den steigenden Energiepreisen. Das weckt Erinnerungen an die Ölkrise:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ko ... e-101.html
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Beitrag 30.09.2021, 18:47

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Dirk64
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VfL Bochum 1848 hat geschrieben:
30.09.2021, 13:17
Mehr als vier Prozent Inflation :!:

Erstmals seit 28 Jahren hat die Inflationsrate die Vier-Prozent-Marke überschritten. Angeheizt wird die Teuerung von den steigenden Energiepreisen. Das weckt Erinnerungen an die Ölkrise:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ko ... e-101.html
Jupp, habe ich heute auch mehrfach gehört! Ist aber dank dieses Forums keine wirkliche Neuigkeit. Im Februar / März prognostizierten die ersten wissenden User ihr Gedankengut.
Ab Januar war ich dann auch im Boot und finde es immer noch gut! :mrgreen: smilie_01
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht.

Beitrag 30.09.2021, 18:57

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Oliver
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Ich fürchte mit einer neuen Regierung wird es auch nicht besser. Sprit 2 Euro, Heizkosten, Strom, Flugreisen, ins besondere der grüne Daumen wird teuer. Mindestlohn hoch, muss irgendwo her kommen...usw. bei 4 prozent wirds nicht bleiben
smilie_37 smilie_37Gold und Silber lieb ich sehr, deshalb will ich immer mehr

Beitrag 30.09.2021, 20:40

Alteisen
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Allein wegen der "Corona"-Subventionen ist für die nächsten 5 jahre mit insgesamt etwa 40% Preissteigerungen zu rechnen.

Beitrag 01.10.2021, 16:36

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Silversurfer1984
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Alteisen hat geschrieben:
30.09.2021, 20:40
Allein wegen der "Corona"-Subventionen ist für die nächsten 5 jahre mit insgesamt etwa 40% Preissteigerungen zu rechnen.
Würde einer jahresdurchschnittlichen Inflation von 8 % auf die nächsten 5 Jahre entsprechen, oder?
Die Auswirkungen wären, zum heutigen Stand, unvorstellbar. Ich habe leicht reden. Nur wenn es möglichst allen gut geht, leben wir in einem friedlichen und guten Land.
Der mit dem Gold tanzt. The Wolf of Goldstreet. Fiatiminator.

Beitrag 01.10.2021, 17:01

Alteisen
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Silversurfer1984 hat geschrieben:
01.10.2021, 16:36
Alteisen hat geschrieben:
30.09.2021, 20:40
Allein wegen der "Corona"-Subventionen ist für die nächsten 5 jahre mit insgesamt etwa 40% Preissteigerungen zu rechnen.
Würde einer jahresdurchschnittlichen Inflation von 8 % auf die nächsten 5 Jahre entsprechen, oder?
Die Auswirkungen wären, zum heutigen Stand, unvorstellbar. Ich habe leicht reden. Nur wenn es möglichst allen gut geht, leben wir in einem friedlichen und guten Land.
Naja, ich würde das eher als Aufschlag sehen, der zur bisher üblichen Teuerung von ca 5-6%p.a. (Referenz: Brötchenpreis) hinzu kommen wird..

Beitrag 01.10.2021, 23:10

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Sapnovela
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Silversurfer1984 hat geschrieben:
01.10.2021, 16:36
Alteisen hat geschrieben:
30.09.2021, 20:40
Allein wegen der "Corona"-Subventionen ist für die nächsten 5 jahre mit insgesamt etwa 40% Preissteigerungen zu rechnen.
Würde einer jahresdurchschnittlichen Inflation von 8 % auf die nächsten 5 Jahre entsprechen, oder?
Die Auswirkungen wären, zum heutigen Stand, unvorstellbar. Ich habe leicht reden. Nur wenn es möglichst allen gut geht, leben wir in einem friedlichen und guten Land.
Die Inflation enteignet lediglich die Zins-Sparer, also alle mit Lebensversicherungen, Riester-Rente oder sonstigen Garantie-Produkten. Einem Jeff Bezos ist das sch... egal ob durch seinen Konzern die Einnahmen mit oder ohne 8% Inflation hindurchlaufen. Es trifft nur diejenigen, die sich nicht mit Krediten hebeln können, weil ihnen dazu das EK fehlt. Es ist also alles wie immer, warum sollte einer der Supereichen oder einer seiner Marionetten bei EZB & Co deswegen nervös werden? Ist ja nicht so, dass die EZB einer demokratischen Kontrolle untersteht....

Btw:
40% in 5 Jahren? Woher kommt diese Zahl, läßt sich das irgendwie herleiten? Oder brauche ich einfach eine Glaskugel?
Gehirnwäsche funktioniert wie richtige Wäsche - wenn sie das Objekt lang und heiß genug waschen, schrumpft es. (c) Volker Pispers

Beitrag 02.10.2021, 05:43

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Deichgraf
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Die Inflation tut erstmal nichts, sie kann allerdings die Wirkung der Preisinflation herbeiführen. Preisinflation ist i.d.R. inhomogen. Der Preis der Ware Brot kann steigen, während der Preis der Ware Arbeit stagniert oder sinkt, weil die Ware Arbeit z.B. ins Überangebot kommt. Mit dem Begriff der Lohn-Preisspirale wird das ganz gut bildlich dargestellt.
Der Begriff der Enteignung ist ugs., ab und zu sage ich das auch so, obwohl er falsch ist. Er drückt eben die Empfindungen sehr schön aus. Das gefällt mir daran. Die Forderung gegen die G-/Z- Bank bleibt mein Eigentum, erleidet aber einen Wertverlust, den andere Vermögenswerte auch erleiden können. Ich würde auch nicht von Enteignung sprechen, wenn mein Gold/Haus/WP-Depot heute weniger Wert besitzt als gestern. Bezogen auf das Sparschwein / -buch würde ich momentan die Schreibweise des Wortes Depot in Anlehnung an den bayrischen Sprachgebrauch in Deppot ändern.
Deswegen erweitere ich die Betrachtung der Preisinflation vom reinen Geldvermögen hin zu Vermögen und Einkommen. Die Enteignung (das musste jetzt mal wieder so raus, hehe) der Einkommenserzieler ohne nennenswertem Geldvermögen (Arbeiter, Rentner usw.) halte ich für berücksichtigungswürdig. Ehrlicherweise muss man auch die Banken dazu zählen. Zunächst mal scheinen sie außen vor zu sein, weil es nur um reine Beträge geht, die in den Büchern stehen und (z.B. bei der Tilgung) lediglich gleich sein müssen. Die momentane Kaufkraft spielt dabei keine Rolle. Betriebswirtschaflich hat die Bank aber auch eine Kostenseite. Für die Zinseinnahmen aus der Zeit der hohen Kaufkraft gilt etwa: Kleine Beträge, kleine Zinsen. Die bestehenden Kontrakte werfen nicht das ab, was nötig ist, die nun hohen Kosten zu tragen. Also Kosten senken, Mitarbeiter rauswerfen, Filialen schließen u.v.m. . Rein modellhaft betrachtet hat sich jetzt "inflationsbedingt" die Zahl derer erhöht, die die Ware Arbeit anbieten.
Welche Entwicklung insgesamt eintritt, hängt von vielen Variablen ab. Das produzierende Unternehmen ( 75% FK) wird "inflationsbedingt" in Sachen Anteil der FK-Kosten am Umsatz entlastet (Entschuldungseffekt). Dabei wird aber unterstellt, dass die Nachfrage konstant bleibt. Tut sie das denn auch wirklich? Der Staat hat es, was die Nachfrage angeht, schon einfacher. smilie_02
Eine weitere Variable im Bereich Einkommen ist die Steuerprogression. Bleibt alles beim Alten, wird selbst bei Lohnanpassungen 1:1 mehr "Kaufkraft" an den Staat umgeleitet. Weniger Brot für den Arbeiter trotz 1:1 Lohnanpassung. Das ist noch gar nicht mal schlimm. Das Geld verschwindet nicht im Staatskeller zu Badezwecken Marke Dagobert Duck, sondern fließt hinten wieder raus. Die Frage ist nur wohin. Da gibts dann wieder ziemlich viele Möglichkeiten, die unterschiedliche Wirkungen erzielen. Jedenfalls glaube ich nicht unbedingt ganz fest daran, dass unsere Anlernkräfte in der Politik damit umgehen können. :lol:

Beitrag 02.10.2021, 09:14

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Sapnovela
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Deichgraf hat geschrieben:
02.10.2021, 05:43
Eine weitere Variable im Bereich Einkommen ist die Steuerprogression. Bleibt alles beim Alten, wird selbst bei Lohnanpassungen 1:1 mehr "Kaufkraft" an den Staat umgeleitet. Weniger Brot für den Arbeiter trotz 1:1 Lohnanpassung. Das ist noch gar nicht mal schlimm. Das Geld verschwindet nicht im Staatskeller zu Badezwecken Marke Dagobert Duck, sondern fließt hinten wieder raus. Die Frage ist nur wohin. Da gibts dann wieder ziemlich viele Möglichkeiten, die unterschiedliche Wirkungen erzielen. Jedenfalls glaube ich nicht unbedingt ganz fest daran, dass unsere Anlernkräfte in der Politik damit umgehen können. :lol:
Der Steuerprogression unterliegen aber nur natürliche Personen. Bei Unternehmen gibt es eine Flatrate, die in D zugegebenermaßen eher hoch liegt, sodenn man denn überhaupt veranlagt werden kann / veranlagt wird. So ist imho auch völlig klar, wohin das schöne Geld fließen wird:

a) zu den großen Tech-und Plattform-Konzernen, die sich dank amerikanischem Druck seit Jahren steuerfrei bewegen (ich stufe das inzwischen als nur noch schlecht getarnte Tributzahlungen eines Kriegsverlierers vs. dem Hegemon ein) und gleichzeitig tradiotionell kleinteilige, inhabergeführte Branchen zu Tode konkurrieren können. Die Hauptprofiteure der Corona-Maßnahmen wie Amazon saugen das Geld auf und ziehen es steuerfrei aus dem Land.

b) zu Subventionsempfängern, die es verstehen minderbemittelten Politiker das Geld vom Volk aus den Rippen zu leiern. (exemplarisch sei hier Herr Scheuer genannt, der nicht umhin kann dem reichsten Menschen der Welt - Musk - für sein (militärisch nutzbares - ok nur durch die USA)- Satelliten-Internet auch noch Geld hinterherzuwerfen. Die Tesla-Fabrik in Grünheite muss Musk ja auch nicht selbst bezahlen. Dazu kommen bald erheblich steigende Subventionen für Grünström, Dämmung, E-Autos, Wasserstoff etc. Die Anbieter werden sich eine goldene Nase verdienen. (Siehe auch Biontech, die Entwicklungskosten - sprich das Risiko - wurden zu 100% vom Staat getragen, die Gewinne sind zu 100% privat - so geht das)

c) zu Empfängern staatlicher Leistungen aus D und aller Herren Länder. Das sind erheblich mehr als man gemeinhin denkt. Nur 27 von 83 Millionen Einwohnern, die gut und gerne hier leben, sind noch Netto-Steuerzahler. Davon befindet sich gut die Hälfte im Staatsdienst (12 Millionen), als Lehrer, Verwaltungsexperte, Politiker, Quotenbeauftragter etc. Obwohl viele der Tätigkeiten schon prinzipiell notwendig sind (defund the police würde ich eher kritisch sehen...), tragen sie idR nicht originär zur Wertschöpfung bei. Bleiben 15 Millionen Netto-Steuerzahler in den Resten der noch existierenden Privatwirtschaft, vs. 71 Millionen Leistungsempfänger. Deswegen ist es auch finanziell gesehen total egal, ob man noch ne Millionen Klima-/Kriegs-/sonstwas-Flüchtlinge holt. Ob der Esel nun sechs, sieben oder acht Leute im Karren hat, ist schlicht egal.

Bei einer Personengruppe wird das Geld aber nicht landen, beim normalen Arbeitnehmer. Wirklich gute Löhne werden überwiegend im produzierenden Gewerbe gezahlt, das mit hohem Kapitaleinsatz arbeitet, z.B. Automobil, Chemie, Luft- und Raumfahrt. Ok, auch einige DL sind sehr gut bezahlt, das sind aber in Summe viel weniger Menschen, als bei Daimler & Co am Band stehen. Von 41 Millionen Arbeitnehmern sind inzwischen weniger als 8 Millionen (unter 20%) in den Branchen vertreten, wo klassischer Weise viel gezahlt wird. Dafür sind es inzwischen 31 Millionen in den sog. Dienstleistungsberufen. Wir sehen sie jeden Tag, als Doseneinräumer im Supermarkt, als Pizzabote oder Paketausfahrer. Der Arbeiter-Michel ist in keiner sonderlich guten Verhandlungsposition, den Rückgang der Inlandsproduktion bei Kfz hab ich ja schon gepostet. Einen Inflationsausgleich wird es für die Arbeitnehmer nur zu geringen Teilen geben, nur so hoch und mit so viel Presse-Blabla, dass es gerade noch von der gutglaübigen Fernsehmehrheit geschluckt wird. Liegt ja am Klima... und an Corona. smilie_06
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Beitrag 02.10.2021, 13:56

Klecks
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Sapnovela hat geschrieben:
01.10.2021, 23:10
Die Inflation enteignet lediglich die Zins-Sparer, also alle mit Lebensversicherungen, Riester-Rente oder sonstigen Garantie-Produkten.
In erster Linie enteignet sie jeden, der den größten Teil seines Einkommens für Miete, Energiekosten und Lebenshaltung ausgeben muss. Je höher diese Ausgaben inflationsbedingt steigen desto weniger bleibt übig. Und dieses wenige ist auch noch immer weniger wert.
Sapnovela hat geschrieben:
02.10.2021, 09:14
Bei einer Personengruppe wird das Geld aber nicht landen, beim normalen Arbeitnehmer.
Nachdem ein das Kindergeld einen großen Teil der Sozialgelder ausmachen dürfte, möchte ich das so nicht ganz stehen lassen smilie_16
Dazu kommt, das ein weiterer, nicht unerheblicher Teil der Arbeitnehmer sogenannte Aufstocker sind, also in irgendweiner Form staatliche Leistungen beziehen (Wohngeld, Hartz IV, was auch immer), weil ihr Arbeitseinkommen nicht zum Leben reicht. Das sind ja auch normale Arbeiter.

Abgesehen davon: Volle Zustimmung zu deinem Post smilie_01
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 02.10.2021, 20:08

Eastwood
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Sapnovela hat geschrieben:
01.10.2021, 23:10

Die Inflation enteignet lediglich die Zins-Sparer, also alle mit Lebensversicherungen, Riester-Rente oder sonstigen Garantie-Produkten.
Wie immer interessante Gedanken in deinen Ausführungen die ich gerne lese.

Aber bei der obigen Aussage bin ich eher bei Klecks. Da ich nicht das Glück habe einem Tarifabschluss zu unterliegen muss ich um den Inflationsausgleich zu erlangen erst einmal beim Arbeitgeber vorstellig werden.

Den alle Steigerungen der Lebenshaltungskosten mindern meine Sparquote oder behindern,verhindern die Erfüllung von dem ein oder anderen kleinen Luxus. (Essen gehen, Hobby etc.)

Massiv wird die Inflation bei meinen Rentansprüchen. Man kann sich das ja gut an den gesammelten Rentenpunkten ausmalen. Mit Beginn meines ersten Ausbildungshalbjahres habe ich 148,- DM erhalten. Im vierten Jahr (3 1/2 Jahre Ausbildung) erhielt ich dann 490,- DM. Ob ich trotz (hoffentlich) 49 Beitragsjahren oberhalb der Grundrente lande?

Das hängt eben von Inflation und Politik ab. Aber auch da lassen wir uns nicht unter kriegen. Ungarn ist ja auch schön.... :wink:

viele Grüße
Clint
Willy Brandt 1968: "Wer einmal mit dem Notstand spielen sollte, um die Freiheit einzuschränken, wird meine Freunde und mich auf den Barrikaden der Demokratie finden, und dies ist ganz wörtlich gemeint.“

Beitrag 02.10.2021, 23:11

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Deichgraf
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Es ist nicht unbedingt erstaunlich, aber bemerkenswert, dass Kaufkraftschwund als Enteignung empfunden wird.
Den Kurs meiner Aktie lese ich jeden Tag in der Zeitung, den Kurs meiner Banknote lese ich jeden Tag auf den Preisschildern im Supermarkt. Negativer Realzins ist so selten ja nun auch wieder nicht. Gerade der Sparer, der nach Lebenshaltung und etwas Liquidität noch Mittel zum An- und Einlegen zur Verfügung hat, kann sich doch bezüglich dieser Mittel dem Vermögensschwund entziehen. Tut er aber eher nicht.
Wenn ich nur das Wort Aktie ausgesprochen habe, ist meine Mutter jedesmal bis an die Decke gesprungen und wollte mich vor dem Untergang beschützen. Als ich meine erste Immo in Angriff nahm, hat mein Vater mir einen Brief in Rot geschrieben. Warnung vor dem Untergang.
Mit 45 habe ich mich zur Ruhe gesetzt. Nicht in D, dazu wärs mit meinem Anteil nach der Scheidung zu wenig gewesen. In meiner Wahlheimat gehöre ich zu den "Bessergestellten". Angefangen habe ich mit 120 Mark im Monat.
Bildung wurde erst geil als junger Erwachsener. Mittlere Reife und Fachabitur, Fachhochschule und diverse Lehrgänge und Seminare. Darunter 2 Technikerausbildungen parallel in 3 Semestern abgeschlossen. War im Bereich Wirtschaft/Geld tätig, habe Autos gewaschen und Schaltungen entwickelt. Vermieter, eigener Vermögensverwalter, Teilzeitkraft, Vollzeitkraft, Selbständiger. Goldbug kam spät hinzu. War mir immer zu langweilig. :D
Für Freunde war ich immer der Spinner, was absolut nicht böse gemeint war. So ein unmainstreamiger Quark kann schließlich nicht funktionieren, sonst würden es ja alle so machen. Viel meiner ehemaligen Arbeitskollegen sind heute platt, träumen von der Rente. Körperlich platt, Burnouts, Albträume, nicht glücklich, nicht mal zufrieden.
Übe ich mal Sytemkritik, gibt es schon mal einen Rüffel. "Uns gehts doch gut! Guck doch mal nach Afrika!". Echt, der sagt "uns", das sagt jemand, der 2x wegen Burnout in der Psychischen war, mit Happymakern vollgepumpt wurde und sich morgens an der Stange hochziehen muss, damit er überhaupt gerade stehen kann. Er glaubt es ginge im gut, weil das Haus so gut wie abbezahlt ist.
Irgendwas stimmt doch mit unserer Gesellschaft nicht. Man glaubt an den "Bankbeamten", wie alte Leute es noch sagten, an die Bonvalenz der politisch Mächtigen und daran, dass Haribo einfach nur Kinder froh machen will. Anständige Leute sind es, die sich so viel Unanständigkeit nicht vorstellen können.

Beitrag 03.10.2021, 15:20

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VfL Bochum 1848
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Ich frage mich ob der Anstieg der Inflationsrate nun wirklich temporärer Natur, nicht zuletzt der MWST-Senkung letztes Jahr und dem Nachfrageüberhang jetzt nach den Lockdowns und diversen Einschränkungen geschuldet, oder ein Phänomen ist an das wir uns zumindest in den nächsten Jahren gewöhnen müssen.
Es stehen ja zumindest einige Faktoren an, die die Rate innländisch weiter in die Höhe treiben dürften. Die ab Januar gültige CO2-Abgabe macht ja nicht nur Heizöl und Sprit teurer sondern sorgt ja auch dafür dass z.B. die Lieferanten diese mindestens bei der Fracht anfallenden Kosten an den Endverbraucher weitergegeben werden. Ganz zu schweigen von den Endprodukten, bei denen Öl die Basis bildet, z.B. Kunststoffe.
Weiterhin gehe ich davon aus, dass die MWST angehoben wird. Die FDP schließt Steuererhöhungen zwar per Wahlprogramm per se aus, die Anhebung der MWST dürfte meiner Meinung nach aber auf dem Altar der Koalitionsverhandlungen geopfert werden. Es gibt kaum eine Steuer die kurzfristig so deutliche Mehreinnahmen generiert wie die MWST, weiterhin könnten meiner Meinung nach Tabaksteuer, Brandweinsteuer und noch so einige Kandidaten nach oben korrigiert werden, da lauern für die Steuereintreiber noch mal Einnahmen, die ebenfalls nicht zu verachten sind und der Michel wird auch sich hier, da diese ja gesundheitsschädlich sind, in Zurückhaltung üben.
Nicht zuletzt lautet die allgemeine Begründung: Hochwasserschäden, Corona und vielleicht noch so manches.

Unter den Rahmenbedingungen, und so einigen mehr, dürfte die Inflationsrate in Deutschland weiter steigen, fragt sich ob die Löhne in den meisten Branchen in dem Maße mit steigen werden, ich denke nicht. Von daher dürften die meisten kurz- mittlefristig weniger im Portemonaie haben, da geh ich ziemlich sicher von aus.
VfL Bochum? -Find ich gut!

Beitrag 03.10.2021, 15:38

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Oliver
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Für einige kann das dramatische folgen haben. Jene die im niedriglohnsektor arbeiten, da ändert der ( neue ? ) Mindestlohn auch nicht viel. Und in unser gesellschaft die auf pump, jeden Klodeckel und Toaster - oder sogar Urlaub per ratenkauf bedient wird. Selbst besser verdienende haben dadurch oft nicht viel spielraum, wenns dann teurer wird ist Holland in not. Erst recht bei nicht vorhersehbaren kosten.
Fazit - die branche der Schuldnerberater wird boomen, aber der Staat lebt es ja vor
smilie_37 smilie_37Gold und Silber lieb ich sehr, deshalb will ich immer mehr

Beitrag 03.10.2021, 19:15

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Sapnovela
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Deichgraf hat geschrieben:
02.10.2021, 23:11
Es ist nicht unbedingt erstaunlich, aber bemerkenswert, dass Kaufkraftschwund als Enteignung empfunden wird.
Mir geht es da eher um die von der Polituk fahrlässiger (oder war es Absicht?) weise gepushten Riester-Renten, wo die Sparer jetzt noch nicht mal ihr erspartes rausbekommen. Nirgendwo wird klarer, was die politische Elite von den kleinen Leuten im Land hält. smilie_44
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Beitrag 03.10.2021, 19:49

Puschel
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Manchmal denke ich, das ich doch ein Idiot bin weil.....ich gehe arbeiten für meine paar Kröten.
Die Teuerungen (Preisinflation) merke ich zwar noch nicht so gravierend, aber sie sind halt da.
Eine mir bekannte ältere Hartz-IV-Empfängerin sieht das sportlich:
"Ist mir egal. Pfänden können und dürfen die hier nichts und wenn mir wegen einer Anschaffung Geld fehlt dann nehme ich einen Kleinkredit ohne irgendwelche Prüfungen auf. Fertig.
Zurückzahlen kann ich eh nichts, aber wenn die so doof sind, bitte."

Und tatsächlich ist es mittlerweile (seit gut 4 Jahren) so, das ca. 2 "gelbe Briefe" (also Rechnungen, Forderungen, Zahlungserinnerungen, Mahnungen usw.) pro Woche ungeöffnet in die Papiertonne wandern. Mahnungen, Inkassobüros, Kuckuckskleber, alles läuft da gegen die Wand.

Tja.............

Gebeutelt wird der dumme August, der es tatsächlich noch für sozial hält arbeiten zu gehen um seinen Lebensunterhalt selber zu bestreiten. Eigentlich ein völlig überholtes Lebensmodell, wenn man bedenkt das diese Minderheit die Preisinflation in Kombination mit Steuern und Sozialabgaben am härtesten trifft.

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