Inflation seit dem 12. Jahrhundert

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 03.10.2012, 12:51

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Silver Soldier
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Hallo Silber Armee,

wusstet ihr das im 11. und 12. Jahrhundert eine Silbermark 8 Unzen Silber schwer war? Eine Unze ist somit 1/8 Silbermark. Beim heutigen Spotpreis von 27 Euro würde eine 1000 Jahre alte Silbermark heute 216 Euro Kaufkraft haben. Wenn man die alten Reichsmünzen aus dem 19. Jahrhundert betrachtet waren die alten Markstücke schon auf 5 Gramm Silber reduziert. Die richtige Silbermark hat 249 Gramm Silber. Dieses Enteignungssystem besteht also schon seitdem man die richtige 8 Unzen Silbermark abgeschafft bzw. uns geraubt hat. Nach dem zweiten Weltkrieg hatte die Mark dann gar kein Silber mehr, verordnet von den Besatzungsmächten. Seitdem sind wir den Inflationierern hilflos ausgeliefert. Was haltet ihr davon?

Beitrag 03.10.2012, 13:07

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Libertad1999
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Silver Soldier hat geschrieben:Hallo Silber Armee,

wusstet ihr das im 11. und 12. Jahrhundert eine Silbermark 8 Unzen Silber schwer war? Eine Unze ist somit 1/8 Silbermark. Beim heutigen Spotpreis von 27 Euro würde eine 1000 Jahre alte Silbermark heute 216 Euro Kaufkraft haben. Wenn man die alten Reichsmünzen aus dem 19. Jahrhundert betrachtet waren die alten Markstücke schon auf 5 Gramm Silber reduziert.....

ich verstehe noch nicht so ganz worauf Du hinaus willst ?! Zwischen dem 12. und 19. Jarhundert liegen wohl ein paar Jährchen. Von den Reichsmünzen wurde natürlich eine WESENTLICH höhere Stückzahl geprägt, natürlich musste hier der Silberanteil reduziert werden. Ich denke dies liegt wohl auch an der Rohstoff-Verfügbarkeit. Die 5 Reichsmark Münzen z.b. 1936-1939 hatten/haben (wieder) ein Gewicht von ca. 13,8 gramm (0,900er) smilie_08

Wozu dient die Umfrage,ich bin der Meinung, dass man die verschiedenen Geldstücke und deren Gewicht über einen Zeitraum von 1000 Jahren nicht direkt miteinander vergleichen kann, sondern jedes Geldsystem und dessen Inflation für sich betrachten müsste.
Zuletzt geändert von Libertad1999 am 03.10.2012, 13:17, insgesamt 1-mal geändert.
"Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles.."

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LIBERTAD1999

Beitrag 03.10.2012, 13:17

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Silver Soldier
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Ich verstehe nicht wieso der Silberanteil reduziert werden musste. Das war Enteignung. Vor dem zweiten Weltkrieg besaß Deutschland Silbervorkommen in den Preußischen Gebieten. Dieses Silber fiel aber nach dem Krieg an Polen. Man hätte also genug Silber gehabt. Jetzt haben wir natürlich gar keins mehr. Selbst wenn sie auf einen Silberstandart zurück wollten würde das Kaufen der Zentralbanken wahrscheinlich eine Panik auslösen.

Beitrag 03.10.2012, 13:27

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Silver Soldier
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Das ist es ja man kann es eben doch vergleichen. Mark ist eine uralte Wertbezeichnung unserer Vorfahren und hat nichts mit Deutschland zu tun. Ich richte mich theoretisch nach einem etablierten System das aufgrund Politischer Interessen oder durch Krieg verloren ging. Silber hat sich nicht verändert nur Angebot und Nachfrage. Eine Silbermark wird immer 8 Unzen bleiben.

Beitrag 03.10.2012, 14:14

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Ladon
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Nichts für ungut, aber das ist schon sehr abenteuerlich, was Du da verbreitest.

Da fängst Du mit dem hohen Mittelalter an, dann geht's aber plötzlich nur noch um den Silberanteil vor und nach dem 2. Weltkrieg. Und was soll das mit dem "Silberstandard"? Welcher Silberstandard? Preußen hatte vor der Reichsgründung 1871 einen "Bimetallstandard", aber das meinst Du scheinbar nicht.
"Mark" ist auch keine Wert- sondern eine Gewichtsbezeichnung (wie Pfund). In heutigen Einheiten gab es Mark von ca. 230 bis 280 Gramm. Weil es eine Gewichtsbezeichnung ist, ist der Begriff Mark auch keineswegs auf Silber beschränkt.

Der Begriff unterlag im Laufe der Zeit einem Bedeutungswandel. Du vergleichst also eine RECHENEINHEIT (Währung) mit einer physikalischen GEWICHTSEINHEIT. Das ist sinnlos (So, als ob Du Bogengrad mit Temperaturgrad vergleichen würdest).

Auch hat Inflation nichts (oder nicht ausschließlich etwas) mit dem Material des Zahlungsmittels zu tun. Inflationen gab es auch in reinen Kurantgeldsystemen (und auch ohne Münzverschlechterung) - z.B. durch den Zufluss großer Mengen von Edelmetall, durch den sich die Geldmenge ohne Relation zur Wirtschaftsleistung erhöht (z.B. Spanien ca. 16. Jahrhundert).

Genauso setzt die "Enteignung" mit Systemmechanismen doch erst ein, wenn die Kaufkraft verloren geht - mit einer DM (ohne SIlber) stand man sich aber diesbezüglich eine ganze Weile besser als mit einer RM (mit Silber). Und mit einem 5 DM Stück (mit Silber) konnte man genau das gleiche erstehen wie mit fünf einzelnen 1 DM Stücken.


Nicht dass ich historische Perioden von Münzverschlechterung oder gar Kreditgeld (also FIAT-Money) schönreden will, jedoch scheinen mir die von Dir gezogenen Querverbindungen ziemlich gewagt ...
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 03.10.2012, 15:08

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enderlin5
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Ich bin nicht dafür, wieder 8 Unzen schwere Silbermünzen als Zahlungsmittel zu verwenden. Selbst die gebräuchlichen 5-Unzer habe ich nur ungern in der Geldbörse, weil sie so schwer und sperrig sind. Größere Summen würde ich daher lieber mit Gold bezahlen.

Beitrag 03.10.2012, 16:14

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k1
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Silver Soldier hat geschrieben:.... Nach dem zweiten Weltkrieg hatte die Mark dann gar kein Silber mehr, verordnet von den Besatzungsmächten. Seitdem sind wir den Inflationierern hilflos ausgeliefert. Was haltet ihr davon?
Abenteuerliche VT,

Hier die Fakten

z.B.:
Gewicht: 11,2 g (7 g Silber)
Feingehalt: 625/1000
Durchmesser: 29 Millimeter
Nennwert: 5 DM (Deutsche Mark)


k1
Just landed at John Galt´s gulch,

gern gehandelt mit silberbaron

Beitrag 03.10.2012, 17:16

Quinar
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Registriert: 05.01.2012, 02:22
Die gesamte Betrachtung ist historischer Senf!
Die Silbermark war eine Gewichtseinheit und keine ausgeprägte Münze.

Die wesentlich spätere Mark des Kaiserreichs entlehnt hier lediglich(zudem auf längerem Umweg)den Namen.

Beitrag 03.10.2012, 22:05

Chinese
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Sehr abenteuerliche These.
»Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.« Albert Einstein

Beitrag 03.10.2012, 22:26

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IrresDing
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Registriert: 12.02.2012, 01:12
Wohnort: Ich bin dann mal weg.
Nun, hat jetzt jeder seine Entrüstung kund getan? :wink:

Was ich aber noch anmerken muss: Auch wenn er unrecht im Vergleich hat, so stimmt es doch, dass in der Geschichte auch die Edelmetallmünzen fleisig inflationiert wurden. Dank der damalig schweren Prüfbarkeit des Feingehalts hat man diesen immer wieder runter gesetzt. Sei es unter den Römern, wie auch in der deutschen Geschichte. Herrscher wollten schon immer Kriege oder sonstige teure Kostspieligkeiten finanzieren. Und wenn man aus einer Münze durch Umschmelzen einfach zwei machen konnte, dann war das eine lukrative Einnahmequelle.

Also Inflation gabs schon immer. Und wie immer war der Grund, dass der aktuelle Herrscher mehr ausgab, als er einnahm. Es hat sich nichts geändert. Wenigstens ist die Menschheit da sehr konsequent. Der Karren wird über kurz oder lang immer an die Wand gefahren. Die Frage ist immer nur, wann die nächste Mauer kommt.
smilie_09
Zuletzt geändert von IrresDing am 03.10.2012, 22:29, insgesamt 1-mal geändert.
Ich möchte den Weg des Forums nicht weiter mit beschreiten. Ich wünsche allen Mitgliedern viel Erfolg und danke für die schöne Zeit bis dahin. Bye bye

Beitrag 03.10.2012, 22:29

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Madman without a box
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Wohnort: Vier Wände
k1 hat geschrieben:
Silver Soldier hat geschrieben:.... Nach dem zweiten Weltkrieg hatte die Mark dann gar kein Silber mehr, verordnet von den Besatzungsmächten. Seitdem sind wir den Inflationierern hilflos ausgeliefert. Was haltet ihr davon?
Abenteuerliche VT,

Hier die Fakten

z.B.:
Gewicht: 11,2 g (7 g Silber)
Feingehalt: 625/1000
Durchmesser: 29 Millimeter
Nennwert: 5 DM (Deutsche Mark)


k1

Danke k1,

aber schade, dass so etwas nötig war. Wer sich selbst Silver Soldier nennt und uns seine Silber Armee, der sollte zumindest von etwas Fachwissen geblendet sein.
@ Silver Soldier: Zuviel Silberjunge, gemischt mit pi-news, geguckt und dann noch ein paar Blätter aus dem Kopp-Verlag geraucht?

Im Ernst: Wer wirklich glaubt, dass sich die Inflation einzig und allein vom Silbergehalt einer einzigen Münze aufhalten lässt, der sollte mal darüber nachdenken, wie viele "Silberadler" es brauchte, um nur einen Tausender aus billiger Baumwolle einzutauschen. Und natürlich umgekehrt: Wie viele Tonnen Silber ein einzener Koffer mit Schwarzgeld so eingebracht hätte...
*
Ein Großteil des Lebens entgleitet denen, die Schlechtes tun, der größtes Teil des Lebens denen, die gar nichts tun, das gesamte Leben aber denen, die etwas Belangloses tun. (Seneca)
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Goodbye, Leadworth. Hello, everything! (The 11th Doctor)

Beitrag 04.10.2012, 10:43

noses
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enderlin5 hat geschrieben:Ich bin nicht dafür, wieder 8 Unzen schwere Silbermünzen als Zahlungsmittel zu verwenden. Selbst die gebräuchlichen 5-Unzer habe ich nur ungern in der Geldbörse, weil sie so schwer und sperrig sind. Größere Summen würde ich daher lieber mit Gold bezahlen.
Ich stelle mir gerade vor, wie Du beim Audi-Händler Deinen neuen Drittwagen bezahlst, indem Du bei Deinem Dacia Logan die Hintertür aufmachst, den Gabelstapler heranwinkst und die Palette mit 200kg Silber ausladen läßt.

Das hätte schon was, wo doch der Dacia bei solchen Beladungen schon etwas einfedert…


noses.

Beitrag 05.10.2012, 07:52

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Ladon
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Die Postings bezüglich römischer Wirtschaftsgeschichte, Münzverschlechterung und INflation sind ausgelagert worden. Bitte in folgendem "Faden" weiter machen und hier "back to topic".

https://forum.gold.de/roemische-muenzve ... t6134.html
Zuletzt geändert von Ladon am 07.10.2012, 07:22, insgesamt 1-mal geändert.
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

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