Interview mit Effizienzpapst Ulrich v. Weizsäcker

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 08.03.2010, 12:03

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Hier ein äußerst interessantes Interview mit dem Energie-Effizienzpapst Ulrich von Weizsäcker. Er sagt, dass Energie teurer werden sollte, mit den Mehreinnahmen sollte die Politik die Schulden senken und die Lohnnebenkosten senken, um mehr Arbeitsplätze schaffen zu können.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-03/E ... Wirtschaft

Ich denke, dass Energie-Effizienz in den kommenden Jahren immer wichtiger sein wird. Das fängt schon bei der Beheizung von Fabriken, Büros etc. an, geht über die Dämmung von Fenstern, Dächern etc. weiter und hört mit energiesparenden Leuchtmitteln auf. Was dort noch für ein Einsparpotential schlummert, kann nur mit dem Wort "gigantisch" umschrieben werden. Von Weizsäcker hat Recht: Es wird meist zuerst an den Personalkosten eingespart, anstatt die Arbeitsstätte selbst energie-effizient zu gestalten: schon nach einem Jahr merkt der Betrieb es an der Rechnung der Stadtwerke wie hoch dort die Einsparungen sind. Und das Ganze kann meist auch noch mit staatlicher Förderung finanziell unterstützt werden, nur nehmen diese immer noch die wenigsten Betriebe und Privatleute in Anspruch.
Nichts hasst der im Denken geschulte mehr als die Negation der Logik.
Eine Unze bleibt eine Unze bleibt eine Unze! Mittler zwischen Hirn und H�nden muss das Herz sein!

Beitrag 08.03.2010, 15:00

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Goldmaus
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Was ist dann eigentlich Energieeffizienz?

a. Weniger Energie benutzen, um die gleiche Ergebnisse zu erreichen?
b. Die gleiche Energiemenge benutzen um kleinere Ergebnisse zu erreichen?
• Goldmaus Münzinvest
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Beitrag 08.03.2010, 16:37

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Weniger Energieverbrauch des Einzelnen zu dem gleichen Preis für die Energie wie bisher, dafür aber hat der Staat enorme Mehreinnahmen, die er für Schuldenabbau und Arbeitsplätze nutzen kann.

Finde ich durchaus ok den Ansatz.
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Beitrag 08.03.2010, 17:38

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k1
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opa ernst ulrich (70) sucht die nähe asiens ("Mir als Kontinentaleuropäer sind Tokio, Peking, Neu Delhi emotional und kulturell näher als Kansas City oder Dallas"), das umgekehrt aber mit ihm gar nichts zu tun haben will, denn dort überwiegen die skeptiker.
sie setzen ganz eindeutig andere schwerpunkte , zufälligerweise heute der indische umweltminister im wallstreet-journal über die klima-evangelisten :

http://online.wsj.com/article/SB1000142 ... TTopBucket
Just landed at John Galt´s gulch,

gern gehandelt mit silberbaron

Beitrag 08.03.2010, 18:20

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Hehe, Einsparung von Strom- und Wasserkosten hat ja auch in erster Linie etwas mit Geldsparen zu tun. Darum geht es ja hauptsächlich. Um mit dieser Einsparung den Staat dabei zu unterstützen, Schulden abzubauen und Arbeitsplätze zu schaffen. :idea:

Dass sich die ökologische Sichtweise duchsetzen wird, ist keine Frage des ob, sondern nur des wann.
Wenn die Amerikaner sehen, dass man mit Eco-HighTech eine Menge Geld verdienen kann, wird sich schnell der Wind drehen. Sogar die Chinesen setzen sich jetzt auf ihrem Parteitag dafür ein, den Umwelttechnologien ein deutlich höheres Budget einzuräumen. Der Drache scheint auf dem Gebiet erwacht, wenn Amerika nicht zurückfallen will, müssen sie jetzt darin investieren. Schwarzenegger hat ja bereits ein großes Eco-Programm für den Staat Kalifornien ins Leben gerufen.

Ob die Erde sich durch den Menschen erwärmt weiß Niemand genau, wenn man aber durch die massive Herstellung und Konzipierung energie-effizienter Produkte viele Arbeitsplätze schaffen kann, ist es gut.
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Beitrag 10.03.2010, 09:49

BullionBulle
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b. Die gleiche Energiemenge benutzen um kleinere Ergebnisse zu erreichen?
Was wär denn daran effizient? Zum Beispiel Auto: Man tankt voll und kommt dafür nicht mehr so weit wie vorher oder wie. Das wär dann das Gegenteil von Effizienz. Oder meinst du sowas wie Glühbirnen. Aber da kann es auch nicht gleiche Energiemenge heißen.

Den Ansatz finde ich auch interessant, obwohl das nicht sehr populär sein dürfte, weshalb sich das auch nicht durchsetzen wird. Und man selbst wird sicher auch keine freudigen Luftsprünge machen, wenn Benzin-, Heiz-, Stromkosten etc. teurer werden. Dennoch scheint der Energiepreis ein probates Mittel zu sein, um den Druck zu erhöhen, mehr nach Alternativen zu suchen, die energie-effizienter und sauberer sind. Man beginnt leider immer erst mit dem umdenken, wenn etwas schon fast aufgebraucht ist oder zu teuer wird.

Beitrag 10.03.2010, 18:55

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Populär ist auch eine Mehrwertsteuererhöhung nicht, trotzdem wird diese kommen. Wartet mal die Zeit nach der NRW-Wahl ab. Da kommen bestimmt noch einige "schöne" Überraschungen auf uns zu...
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