Kommt jetzt der Strafzins auf mein Sparbuch?

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 24.08.2018, 12:12

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Dr. Krall ist Bankenlobbyist.

Als solcher nennt er in seinem Vortrag einige diskussionswärdige Punkte zur Lösung der "Finanzmarktkrise":

[img]http://up.picr.de/33646011pi.jpg[/img]

Dort zum Vortrag des Dr. Krall: https://www.youtube.com/watch?v=joJffgKN0jM

Unter anderem plädiert er für ein "Restrukturierungsgesetz". Dieses Gesetz soll für Banken als Arbeitgeber die Möglichkeit vorsehen, Entlassungen ohne Abfindungen aussprechen zu können.

Ich halte den Vorschlag für diskussionswürdig. Schließlich sehe ich keine plausiblen Gründe weswegen der Steuerzahler und die Sparer für (systembedingte) Misswirtschaft weiter per Null - und Strafzinspolitik zur Kasse gebeten werden sollen.
Zuletzt geändert von 5 Sterne Croupier am 24.08.2018, 19:15, insgesamt 3-mal geändert.

Beitrag 24.08.2018, 12:20

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VfL Bochum 1848
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Salami6 hat geschrieben:....
Ich habe Aktien,Gold,Silber,Palladium und ein Sparbuch, bin ich jetzt ein: Deutsches Sparschaf? smilie_21
Und warum kein Platin smilie_16 ?
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Beitrag 24.08.2018, 16:28

Salami6
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VfL Bochum 1848 hat geschrieben:
Salami6 hat geschrieben:....
Ich habe Aktien,Gold,Silber,Palladium und ein Sparbuch, bin ich jetzt ein: Deutsches Sparschaf? smilie_21
Und warum kein Platin smilie_16 ?
Wegen der Mehrwertssteuer kein Platin.
Russische Palladium-Münzen habe ich einige günstig differenzbesteuert bekommen,die sind in geringer Auflage und in PP.
Habe mir ohne Gewinnerwartung eine Freude gemacht.
Träumer erwachet.

Beitrag 19.07.2019, 10:47

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Na, bin mal gespannt... :(


Für Kleinsparer steigt jetzt die Gefahr der Negativzinsen

Firmen und Vermögende müssen schon seit einiger Zeit negative Zinsen für ihr Geld bezahlen. Doch nun steigt die Wahrscheinlichkeit, dass bald alle Sparer betroffen sein werden. Denn viele Banken verlieren jetzt langsam die Geduld:

https://www.welt.de/finanzen/article196 ... insen.html
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Beitrag 19.07.2019, 11:08

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lifesgood
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Man braucht sich ja nur ansehen, was so an Veröffentlichungen vom IWF zu Negativzinsen und Bargeldabwertung unter dem Vorsitz von Frau Lagarde zu lesen war.

Dann kann man sich ungefähr vorstellen, womit wir mit Frau Lagarde als EZB-Chefin zu rechnen haben :(

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Beitrag 19.07.2019, 11:11

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Dann heb ich eben mein Geld ab und packs im Tresor... smilie_16

Fragt sich nur wie ich dann laufende Kosten oder auch Online-Käufe wie bei Ama.. bezahlen soll, vorher jeweils immer bar aufs Konto einzahlen ist ja auch irgendwie blöd...
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Beitrag 19.07.2019, 11:14

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lifesgood
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Eben nicht.

Der IWF hat sich unter dem Vorsitz von Frau Lagarde eben auch schon Gedanken dazu gemacht, wie man durch Bargeld-Abwertung genau diese Flucht ins Bargeld verhindern kann: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ ... 78808.html

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Beitrag 19.07.2019, 11:19

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Ja, es wird immer verrückter.
Muss aber erst mal in die Tat umgesetzt werden, hab da so meine Zweifel, abwarten!
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Beitrag 19.07.2019, 11:25

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lifesgood
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... wenn es hilft, dem System noch ein paar zusätzliche Jahre zu verschaffen, werden die das auch machen.

Da man ja in einem gewissen Alter auch gerne eine gewisse Liquidität vorhalten möchte, ohne diese einer Negativverzinsung oder einer Bargeldabwertung auszusetzen, habe ich mir so meine Gedanken gemacht.

Wenn es so kommen sollte, erscheint es mir am Vernünftigsten die überschüssige Liquidität in Edelmetall-ETCs wie z.B. Xetra-Gold zu parken.

Zum Einen ist das Depot als Sondervermögen nicht dem Bankenrisiko ausgesetzt und zum Anderen sollten die Edelmetalle profitieren, wenn der Zins nicht nur wie momentan real negativ ist, sonder auch nominal.

Denn dann merkt auch der Michel, dass sein Geld auf dem Konto immer weniger wird.

lifesgood

Beitrag 19.07.2019, 11:35

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lifesgood hat geschrieben:
19.07.2019, 11:25
... wenn es hilft, dem System noch ein paar zusätzliche Jahre zu verschaffen, werden die das auch machen.
...
Denn dann merkt auch der Michel, dass sein Geld auf dem Konto immer weniger wird.

lifesgood
Prinzipiell erst mal richtig.
Allerdings würde es meiner Meinung nach durch die Hintertür "gleichbleiben oder sogar mehr werden", da wir dann eine Deflation hätten, die Geldmenge würde durch diese Maßnahme kontinuierlich zurückgehen, also fallende Preise nach sich ziehen.
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Beitrag 19.07.2019, 11:56

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lifesgood
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Sehe ich nicht so.

Negative Zinsen auf Guthaben würden Minimal- oder 0-Zinsen auf Kredite zur Folge haben. Das wiederum würde die Kreditmenge und damit auch die Geldmenge erhöhen.

Das würde der Konjunktur und dem Inflationsziel helfen. Zinssenkungen wirken stimulierend auf die Konjunktur und wirken damit einer Deflation entgegen. Das ist ja auch der Grund weshalb die Zinsen weiter (in den Negativbereich hinein) gesenkt werden sollen.

Stell Dir mal vor, Du sparst bei 3% Negativzins auf ein Auto. Dann müßtest Du nicht nur den Kaufpreis (der in einigen Jahren wohl höher ist) ansparen, sondern auch noch den Verlust durch die Negativzinsen.

Da wäre es doch sinnvoller das Auto gleich zu kaufen und mit 0% (gibt's ja heute schon) oder kleinem Negativzins zu finanzieren. Ja, es wäre selbst sinnvoller Geld in Sachanlagen zu belassen (EM, Aktien, Immobilien usw.) und das Auto zu finanzieren.

Rein rechnersich betrachtet, ist das auch heute bei negativem Realzins in vielen Fällen schon so. Aber durch einen negativen Nominalzins würde das deutlich offensichtlicher.

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Beitrag 19.07.2019, 12:02

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lifesgood hat geschrieben:
19.07.2019, 11:56
...
Negative Zinsen auf Guthaben würden Minimal- oder 0-Zinsen auf Kredite zur Folge haben.
...
lifesgood
Das wäre aber nicht zwangsläufig so. Irgendwo müssten die Banken ja noch Geld verdienen, wenn nicht mehr bei den Krediten, wo dann?

Na ja, wie dem auch sei: Ne weitere Möglichkeit wäre es dann, in Devisen zu gehen.
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Beitrag 19.07.2019, 12:23

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lifesgood
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... nun wenn die Banken nur das Geld verleiehen, das sie andererseits bei Negativzinsen als Einlage haben, verdienen die auch bei 0% Zinsen mit Krediten noch Geld. Denn der Gewinn entsteht dann bei den Einlagen.

Wenn die Banken nun die Wahl haben, diese Einlagen mit einem Negativzins bei der Zentralbank zu hinterlegen, oder alternativ zu 0% Kredite an solvente Kreditnehmer (Risikoaufschläge wird es bei Wackelkandidaten immer geben) zu verleihen, was wäre wirtschaftlich sinnvoller?

Geldschöpfung durch Kreditvergabe wäre allerdings ein Verlustgeschäft.

Nun, wir werden es erleben, was kommt.

Allerdings sehe ich es schon so, dass durch Frau Lagarde als EZB-Chefin die Gefahr für solche Szenarien deutlch seigen wird. Ob uns das paßt oder nicht, wird dabei keine Rolle spielen ;)

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Beitrag 19.07.2019, 12:27

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lifesgood hat geschrieben:
19.07.2019, 12:23
... nun wenn die Banken nur das Geld verleiehen, das sie andererseits bei Negativzinsen als Einlage haben, verdienen die auch bei 0% Zinsen mit Krediten noch Geld. Denn der Gewinn entsteht dann bei den Einlagen.

Wenn die Banken nun die Wahl haben, diese Einlagen mit einem Negativzins bei der Zentralbank zu hinterlegen, oder alternativ zu 0% Kredite an solvente Kreditnehmer (Risikoaufschläge wird es bei Wackelkandidaten immer geben) zu verleihen, was wäre wirtschaftlich sinnvoller?

Geldschöpfung durch Kreditvergabe wäre allerdings ein Verlustgeschäft.

Nun, wir werden es erleben, was kommt.

Allerdings sehe ich es schon so, dass durch Frau Lagarde als EZB-Chefin die Gefahr für solche Szenarien deutlch seigen wird.

lifesgood
o.k., verstanden.
Was hälst Du von Devisen (SFR, Can.$, etc.)?
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Beitrag 19.07.2019, 12:34

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lifesgood
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Wenn der Euro abwertet wäre das gut für diese Währungen. Wenn die jedoch dasselbe Spiel veranstalten ...

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Beitrag 19.07.2019, 14:42

noname
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Man wird es schaffen dem "kleinen Mensch" unmöglich zu machen sich dem Strafzins zu entziehen. Negarivzinsen, Bargeldbesteuerung, steigende Preise für Sachwerte, Kapitalverkehrskontrollen verhindern Währungsflucht..... Dann bleibt mir nur noch Leistungsverweigerung! Mein Einkommen ist größer als mein monatlicher Geld-Bedarf. Ich reduziere meine Arbeitszeit. Mein Einkommen passt sich meinem Bedarf an, die prozentuale Steuer- und Abgabenlast sinkt, Die Folge davon ist: Nachfrage nach Lohnarbeit steigt, Löhne steigen ?? Was glaubt Ihr?

Beitrag 19.07.2019, 17:47

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MaciejP
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lifesgood hat geschrieben:
19.07.2019, 11:25
Zum Einen ist das Depot als Sondervermögen nicht dem Bankenrisiko ausgesetzt und zum Anderen sollten die Edelmetalle profitieren, wenn der Zins nicht nur wie momentan real negativ ist, sonder auch nominal.
Wobei man im Falle von Bankenpleiten dann darauf achten sollte, sich trotzdem möglichst keine ETCs ins Depot zu legen. Die sind zwar aus Bankensicht Sondervermögen, d.h. die Anteile gehören dir, aus Emittentensicht handelt es sich dabei aber m.W.n. um Schuldverschreibungen. Sollte der Emittent also pleite gehen und das versprochene physisch gelagerte Gold doch nicht auszahlen können, bringt dir der Sondervermögensschutz auf Bankebene nicht mehr viel.
„Wenn der Durchschnittsmichel Gold kauft, kann er keine Fehler machen.“ – „Gold fliegt nicht weg.“

Beitrag 19.07.2019, 17:51

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Siesta
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Das Emittentenrisiko sollte man bei XetraGold auch nicht ausser acht lassen. Besagtes Produkt gehört, soweit ich weiß, der Deutschen Börse. Dieser geht es aktuell zwar nicht schlecht, in Zeiten von Bankenpleiten könnte sich dies aber sehr schnell ändern...

Edit: sorry Maciej, Du warst etwas schneller als ich...
*One original thought is worth a thousand mindless quotings*DIOGENES

Beitrag 13.08.2019, 10:06

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VfL Bochum 1848
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Schon erstaunlich welche Rolle das traditionelle Sparbuch bei den Deutschen immer noch spielt :shock:


Niedrigzins? Egal!

So sparen die Deutschen

Der anhaltende Niedrigzins macht es Sparern schwer. Eine hohe Rendite lässt sich derzeit wohl nur mit Aktien erzielen. Doch hier kann das Risiko ebenfalls hoch sein. Wie legen Verbraucher ihr Geld also am liebsten an? Eine Umfrage zeigt es:

https://www.n-tv.de/ratgeber/So-sparen- ... 03409.html


Zitat aus dem verlinkten Artikel:
Bei Geldanlagen in Deutschland dominieren nach wie vor das Sparbuch, die Lebensversicherung und der Bausparvertrag, wie aus der Umfrage für den Bankenverband hervorgeht: 41 Prozent der befragten Anleger nutzen das Sparbuch, 33 Prozent setzen auf die Lebensversicherung sowie 30 Prozent auf den Bausparvertrag. Es folgen Immobilien (25 Prozent) und Tagesgeld-Anlagen (23 Prozent).
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Beitrag 19.08.2019, 06:25

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Igolide
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Da steht "nutzen das Sparbuch".

Ich "nutze" auch ein Sparbuch für Kind (Kleinbetrag). Das fällt den Kurzen leichter auf ein Ziel zu sparen. 150 für neue Carera-Bahn? Wäre gerade mit Goldpreisanstieg über eine kleine Goldmünze leichter erreicht gewesen. Aber im Sparbuch steht es eben als Zahl. Entfernung zum ziel ist sichtbar.
Egal. Spielt hier keine Rolle.

Fakt:
Fragt man mich also NUTZE ich ein Sparbuch.
Aber es spielt keine Rolle für die Geldanlage.

Ich finde die Frage erlaubt keine wirklichen Rückschluß.
Gold wird irgendwo auf der Welt aus der Erde gegraben. Dann schmelzen wir es zu Barren, bauen einen unterirdischen Tresor und graben es wieder ein. Wenn uns Außerirdische dabei beobachten, es käme ihnen reichlich obskur und seltsam vor.
W. Buffett

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