Kommt nun die Deflation ?

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

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Beitrag 11.01.2014, 10:55

slts
10 Unzen Mitglied
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Hi,

Ich habe zu dem Thema noch keinen eigenen Thread gefunden.
Von den Inflationsverschwörern liest man ja hier öfter, deshalb hier einmal das Kontrastprogramm:

Es gibt Sorgen wegen eine möglichen Deflation in der EU.

Die Fakten:
- Die Inflation in der EU ist auf einem Tiefstand un mit 0,7% nicht weit von der 0 entfernt
- Hohe Arbeitslosigkeit EU (v.a. Süden, Nachfrage fehlt)
- Der Leitzins ist aktuell bei 0,25% nahe Null. Trotz enormer Börsengewinne wurden die Zinsen erst gesenkt und werden wohl noch einige Zeit auf diesem Niveau bleiben. Die Notenbanker sind alarmiert.
- Griechenlad befindet sich bereits offiziell in einer Deflation

Ich persönlich hoffe dass dieses Szenario nie eintritt, das wäre wirklich fatal.

Nicht unbedingt wegen dem damit verbundenen Goldpreisverfall - sondern wegen der gravierenden Begleitumstände in Form von Arbeitslosigkeit und Armut.

http://boerse.ard.de/anlagestrategie/ko ... on100.html
http://www.manager-magazin.de/politik/a ... 42254.html

Beitrag 11.01.2014, 11:27

Geldsammler
1 kg Barren Mitglied
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Die Deflation kommt nur in Ländern, die wirtschaftlich so geschwächt sind, dass die Bevölkerung nichts mehr ausgibt und die Unternehmen/der Staat nichts mehr investiert. Eine hohe steuerliche Belastung verschärft das noch. Dürfte bei uns zuletzt kommen. Zunächst in Griechenland, Spanien etc. Gleichzeitig kann es bei Lebensmitteln, Sprit, Strom zu Preissteigerungen kommen. Diese sind aus meiner Sicht nicht die Folge, sondern die Ursache der Deflation. Goldpreis: solamge die Bevölkerung noch Edelmetalle hat wird sie die aus Armutsgründen verkaufen. Das hat aber keinen Einfluss auf den Goldpreis, vielleicht aber auf den Ankaufs-Tauschwert vor Ort. Grundsätzlich sehe ich aber Gold als Versicherung auch gegen (lokale/nationale) Deflationserscheinungen, da der Goldpreis nicht vor Ort gemacht wird. Gold dürfte mit Öl eines der internationalsten Güter überhaupt sein. Und im Zweifel muss man halt mit seinen EM- Beständen durch solche Phasen durch.

Beitrag 11.01.2014, 13:45

san agustin
500 g Barren Mitglied
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Registriert: 09.01.2011, 16:50
sehe das ähnlich

eine Deflation in unserer zeit kann man auch nicht vergleichen mit
der Deflation in der Vergangenheit

selbst wenn die menschen wegen Geldnot ihre EM bestände verkaufen sollten,
stellt dieses Angebot doch nur einen geringen Prozentsatz an der gesamtmenge dar

und: unsere Statistiker schönigen doch sehr gerne ihre zahlen - auf druck der Politik

ich sehe das ganz locker und easy smilie_07
mehrmals hier schon gehandelt / bekannt auch mit selben avatar auf SILBER.DE

Beitrag 11.01.2014, 20:49

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MaciejP
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san agustin hat geschrieben:selbst wenn die menschen wegen Geldnot ihre EM bestände verkaufen sollten,
stellt dieses Angebot doch nur einen geringen Prozentsatz an der gesamtmenge dar
Allerdings werden Privatanleger dann nicht die einzigen sein, die Kredite bedienen müssen, das wird institutionelle Anleger genauso treffen. Sollte es also gloal zu einer größeren Rezession kommen, dürfte Gold ebenso fallen wie Aktien, mit etwas Glück nur weniger schnell.

Und selbst wenn wir nur in Europa eine Rezession bekämen, hieße das noch nicht, dass der Goldpreis dann nicht fallen würde. Mit einer Deflation würde eine Aufwertung des Euro gegenüber den anderen Währungen einhergehen, in deren Folge der Goldpreis in Euro fallen würde. Wenn sich sowas abzeichnen sollte, wären Anleihen wahrscheinlich das ertragsreichere Anlageinstrument.

Beitrag 11.01.2014, 22:13

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Sapnovela
1 kg Barren Mitglied
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Registriert: 05.11.2011, 21:59
Ich halte nicht viel vom Deflations-Gerede. Mieten, Nahrungsmittel, Strom... überall steigen bei uns die Preise. Die aktuell niedrige Inflationsrate ist auf den vergleichsweise starken Euro (Importpreise) und die Entwicklung der Rohstoffpreise zurückzuführen (Gold ist ja nicht das einzige was fällt).

Klar gibt es im Süden Europas Preisrückgänge, das ist schließlich die von IWF und EU verordnete Medizin für die Krisenländer. Sobald man da den Druck rausnimmt, normalisiert sich das.

Daraus eine Krise zu konstruieren, soll doch nur von den eigentlichen Problemen ablenken, z.B.
- das man den Bankensenktor in der EU noch lange nicht rekapitalisiert hat,
- das die Vermögensverteilung immer ungleicher wird
... smilie_29

Beitrag 11.01.2014, 23:55

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mike_2210
10 Unzen Mitglied
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Registriert: 17.12.2009, 18:50
ich habe eher den eindruck, dass in deutschland weder pauschal eine inflation noch eine deflation vorliegt oder sich entwickelt. vielmehr sehe ich die entwicklung einer inflation in den bereichen energie, eine deflation in den bereichen konsum. meiner meinung wird den leuten das geld für notwendige dinge (strom, benzin, steuern) bei tendenziell fallenden gehältern in der unter- und mittelschicht aus den taschen gezogen, sodass die konsumbranche dazu gezwungen wird die preise niedrig zu machen um den leuten auch noch die letzten euro aus den taschen zu ziehen, wenn nicht sogar über die zunehmenden ratenkreditmöglichkeiten die kohlen die die gar nicht haben.

folgen die ich sehe:
zunehmende verschuldung, noch geht der konsum auf pump bei vielen, die frage ist aber wie lange noch. sobald eine weitere verschuldung nicht mehr geht drohen erst die tatsächlichen auswirkungen, zunehmende armut, abnehmende lebensqualität, wenn ich das ganze noch weiter führe wer nichts zu beissen hat könnte evtl auch auf die schiefe bahn geraten. für den staat bedeutet das geringere steuereinnahmen, wer nicht arbeitet zahlt keine einkommenssteuer, und auch nicht in die rentenkasse ein. wer kein geld hat auzugeben, kauft auch entsprechend weniger was wieder steuereinnahmen schmälert hier die mwst. wird weniger gekauft machen auch die uinternehmen weniger umsatz und gewinn. das kann die spirale vorantreiben weniger produktion, weniger arbeitsplätze -> jobabbau und für die beginnt der kreislauf wie beschrieben. das rentensystem könnte hierdurch auch in mitleidenschaft gezogen werden. die verkettung der ursachen sehe ich auf breiter front.

Beitrag 12.01.2014, 06:11

Suedwester
Das Internet sorgt für größere Preistransparenz, ein größerer Markt (Euro-Raum) für mehr Wettbewerb, die zunehmenden Billigimporte aus China, sowie technologische Fortschritte haben ebenfalls einen Einfluß auf das Preisniveau, das dadurch tendenziell sinkt. Zudem hat der Euro an Wert gewonnen gegenüber Schwellenländer-Währungen und dem US$, was Importe unter Umständen günstiger macht.

Wir freuen uns natürlich, wenn die Preise von Gold, Aktien, Immobilien usw. in die wir investiert haben, steigen (Asset Price Inflation). Aber gegen den Preisverfall von Smartphones, Laptops, DVD und dergleichen haben wir nichts einzuwenden. Gleichzeitig aber sehen wir es nicht so gerne, wenn Güter des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Energie) mehr kosten. Unser Verhältnis zur Inflation oder Deflation ist eben gespalten.

PS: Die Unterschicht kann sich nun wirklich nicht beklagen - sie wird andauernd subventioniert, vor allem von der arbeitenden Mittelschicht. Ansonsten stimme ich dem vorigen Beitrag zu.

Beitrag 14.01.2014, 19:11

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Preise
Das schrecklich-schöne Gespenst der Deflation

Die Großhandelspreise sinken. Doch das muss keine gute Nachricht sein. Denn nicht nur steigende, auch fallende Preise sind ein Problem. Wie real ist in Deutschland die Gefahr einer Abwärtsspirale?

http://www.welt.de/wirtschaft/article12 ... ation.html

Beitrag 15.01.2014, 19:02

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Preisentwicklung
Die große Angst vor dem deflationären Absturz

Ausländische Investoren sehen Europa auf dem Weg in ein verlorenes Jahrzehnt: Wie im Japan der 90er-Jahre würden die Verantwortlichen nicht angemessen reagieren. Ihre Lösung: Geld drucken!

http://www.welt.de/finanzen/article1238 ... sturz.html

Beitrag 24.01.2014, 11:57

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Geldpolitik
Draghi: EZB kann Deflation verhindern

Mario Draghi schließt einen negativen Einlagezins für Banken nicht mehr aus. So wolle die EZB der Deflation in der Eurozone entgegenwirken. Es wird erwartet, dass die Banken die zusätzlichen Kosten durch den Negativ-Zins an ihre Kunden weitergeben.

http://www.deutsche-mittelstands-nachri ... /01/58888/

Beitrag 24.01.2014, 12:30

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Deflationsgefahr
Geldhistoriker warnt vor fataler Abwärtsspirale

Die Inflation in der Euro-Zone ist niedrig wie nie. Der Druck auf die EZB, die Geldschleusen zu öffnen, wird immer größer. Top-Ökonomen warnen vor einer Deflation - und kritisieren Deutschland scharf.

http://www.welt.de/finanzen/article1241 ... irale.html

Beitrag 04.02.2014, 22:58

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Finanzmärkte
Deflation wird zu ernster Gefahr in Europa

Wer glaubt, der Abstieg der Schwellenländer sei das einzige Problem an der Märkten, der täuscht sich. Deflation belastet nicht nur die Konjunktur – sie ist auch eine Bedrohung für Immobilienbesitzer.

http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/ ... uropa.html

Beitrag 05.02.2014, 06:09

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Ladon
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Wenn man das so geballt sieht, könnte man meinen, die Welt versucht sich an einer ganz bestimmten "Meinungsbildung" ... smilie_24
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 24.02.2014, 13:12

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Geldanlage
Deflationsgefahr in Europa?!

Die EZB beruhigt alle zwei Wochen, aber schon macht das D(eflations)-Wort wieder die Runde. Gestützt fühlen sich die D-Warner von der Inflationsrate in Europa: nur noch 0,7 Prozent und damit „bedenklich“ weit weg vom Inflationsziel der Europäischen Zentralbank. Die EZB müsse als Abwehrmaßnahme die Zinsen (weiter) senken.

http://www.biallo.at/artikel/Sparen/gel ... europa.php

Beitrag 24.02.2014, 14:17

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EM-Hamster
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Wenn das so weiter geht, bekommen wir bei den Banken
einen Kredit für 0 %.
Dann kommt auch bestimmt der Tag an dem wir bei
der Bank, wenn wir ein Darlehen brauchen,
zu den 0 % noch eine Prämie von ein paar hundert Euronen dazu.
smilie_10
Aurum, quo vadis - et argentum?
die EM-Hamster smilie_24

Beitrag 24.02.2014, 14:27

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Polkrich
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So wird es wohl werden...."Sie wollen Kredit" KOmmen Sie uns, ab einer Kreditsumme von 250.000€ fianzieren wir Ihnen eine E-Klasse über die gesamte Laufzeit...

Wobei man immer im Auge behalten sollte, dass die offizielle Infaltionsrate geschönt ist und ausschließlich an dem jeweiligen Warenkorb gemessen wird. Diese Statistiken sind allesamt politisch opportun und demnach geschönt. Vor einiger Zeit wurden bspw. die Anteile an Energie (Strom, Benzin etc.) deutlich heruntergesetzt, um eine "angenehme" Inflationsrate zu bekommen.... smilie_08
Immer kritisch bleiben....

Erfolgreich gehandelt mit diversen Mitgliedern
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Beitrag 24.02.2014, 16:24

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Mithras
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Wohnort: dort, wo ich die Schuhe ausziehe
Oooooch, herakles, mit 300,- € rein für Lebensmittel kommt man als Paar locker über die Runden, wenn man ein bißchen auf die aktuellen Sonderangebote achtet und nicht in den teuersten Delikatessenläden oder gar den "Bio"-Läden einkauft. (Als Alleinstehender mit der Hälfte klappt das jedoch wirklich nicht.) Allerdings: 10% sind für echte Geringverdiener ein Witz. Ich kenne Familien, die müssen von Netto 1200,- €/Monat leben. Von 120,- € für Lebensmittel werden die natürlich nicht satt... :roll:

Bier/Wein/Schnaps/Zigaretten sind natürlich KEINE "Lebensmittel". Auch nicht der Gaststättenbesuch, der für mich eh purer, sinnloser Luxus ist - im Supermarkt kriege ich das Bier nämlich für ca. 20% des Gaststättenpreises, so daß wir nur dann mal in ein Restaurant gehen, wenn es dort besondere Spezialitäten gibt, die wir eben nicht so "schnell mal fix" zuhause selber kochen können... Stattdessen kaufe ich mir vom nach 3 unterlassenen Kneipenbesuchen gesparten Zaster lieber einen niedlichen LMU-20er oder nach viermal unterlassenem "Ausgehen" einen Sovereign... smilie_24
Goldigste Grüße,

Euer Mithras, der Goldjunge

Und nicht vergessen: "Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück: Null." [Voltaire, 1694-1778]

Beitrag 24.02.2014, 18:42

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Polkrich
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@Mithras: gute Strategie.

Im Übrigen: http://der-klare-blick.com/?p=36022
Immer kritisch bleiben....

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Beitrag 24.02.2014, 19:56

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lifesgood
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... ich denke, es ist sehr subjektiv, woraus man für sich persönlich Lebensqualität zieht.

Wenn es Mithras mehr bringt, nicht oder selten Essen zu gehen und dafür die eine oder andere Münze mehr zu kaufen, ist das für ihn in Ordnung und für ihn der beste Weg.

Ich für meinen Teil kann es kaum erwarten, dass es wieder wärmer wird. Da kann man in den Lokalen wieder draussen sitzen, schön einen Capuccino trinken oder eine Kleinigkeit essen und dem Treiben zusehen.

Oder man macht eine ausgedehnte Radtour und kehrt dann irgendwo schön in einem Biergarten ein und macht Brotzeit.

Das ist es, was für mich Lebensqualität bedeutet und woraus ich neue Kraft ziehe.

Ob ich mir ein paar Münzen kaufen könnte, wenn ich darauf verzichten würde, interessiert mich dabei nicht die Bohne.

Ich mußte es aber auch erst wieder lernen, das Leben zu genießen. Aber jetzt, in einem Lebensabschnitt, in dem der Vermögensaufbau abgeschlossen ist, denke ich zuerst an mich und mache das, was mir Spass macht.

Aber wie gesagt, das ist alles subjektiv. Jeder soll das machen, wobei er sich am wohlsten fühlt. Allgemeingültige Patentrezepte gibt es da nicht.

lifesgood

Beitrag 24.02.2014, 20:25

Der Telefonmann
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Registriert: 09.03.2011, 23:54
Beim Blick auf die Preisentwicklung einzelner Produkte darf man auch das veränderte Kaufverhalten der Verbraucher nicht aus den Augen verlieren.
Seit der letzten "Geiz ist Geil"-Welle wird die benötigte Dienstleistung in den jeweiligen Produktpreisen weniger honoriert. Einige Produkte sind über günstigere Vertriebswege (z.B. Internethandel und Discounter) inzwischen günstiger geworden.
Wer sein Kaufverhalten dieser Entwicklung nicht angepasst hat, wird eine Preissteigerung stärker zu spüren bekommen haben.

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