Lügt die Presse?

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 04.12.2015, 10:00

Kleeblattpeter
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Beitrag 04.12.2015, 14:35

FloTom
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Der Begriff Lügenpresse ist aber viel mehr als eine glatte, einfach zu falsifizierende Lüge in einem journalistischen Artikel. Der Presse wird vorgeworfen bei ihrer Berichterstattung eine eine definierte Weltanschauung zu Grunde legen und diese in die Bewertung der Geschehnisse einfließen zu lassen.
Dabei können viel subtiler Tatsachen verändert dargestellt werden, ein Verhalten das dem Leser als gelogen vorkommt. Ein Beispiel ist die sprachliche Ungleichbehandlung der Berichterstattung von Demonstrationen, um den Leser zu beeinflussen.

Wenn sich zwei Demonstrationsgruppen gegenüberstehen und ihre Standpunkte laut verkünden , auf der einen Seite aber "Aktivisten" und auf der anderen "Radikale" stehen, die einen "sich versammelt haben", die anderen jedoch "aufmarschieren", dann ist das eine tendenziöse Berichterstattung die nicht objektiv ist.

Beitrag 04.12.2015, 16:33

sverige
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@FloTom


smilie_09 smilie_09 smilie_09

Beitrag 04.12.2015, 17:45

slts
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mir komt es so vor als würden in den Berichterstattungen immer öfter Meinungen als Tatsachen vertreten.

Klar, einen wirklich objektiven Bericht zu schreiben geht so gut wie nicht, aber heutzutage scheint es en vogue zu sein schnell mal etwas von Kollegen zu kopieren, etwas Halbwissen reinzudrücken, Zitate aus Facebook, umrühren und ab ins kostenfreie Netz damit. Fertig ist der "Lügenbrei". Oftmals eine Auftragsarbeit, Propaganda, oder evtl auch aus zeitmangel. Jedenfalls einseitig und schlecht recherchiert.

Dem Spiegel z.B. verzeihe ich so etwas da ich ja einfach das Abo kündigen kann (bereits geschehen). Naja, wer seine Journalisten von der Oliver Pocher Journalismus Akademie rekrutiert und unterbezahlt hat das wohl einkalkuliert.

Was mich aber ärgert ist das immer mehr ÖR Medien auf den schlechten Stil einschwenken. In der Tagesschau bin ich mir zu weilen nicht sicher ob das jetzt Berichterstattung oder Kommentar ist. Hat sich in den letzten Tagen zwar gebessert aber gerade in der Flüchtlingsthematik habe ich eine neutrale Sichtweise sehr vermisst.

Also nicht auf die böse Presse einschlagen sondern alternative Medien suchen. Die gibt es zum Glück.

Beitrag 04.12.2015, 18:46

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Argentum13
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@FloTom

Deine Beobachtungen scheinen mir nicht nur Einzelfälle zu sein, sondern mittlerweile die Regel. Zu finden sowohl in TV-Nachrichtensendungen als auch im Radio und in der Presse.
In Schulbüchern wird der Jugend noch die Behauptung vermittelt, eine saubere Trennung von informierenden und meinungsbildenden Texten sei im Journalismus üblich.

Dem Leser und Zuschauer wird anscheinend nicht zugetraut, sich ein eigenes Bild von Ereignissen und politischen Vorgängen zu machen; besser: man fürchtet, er könne sich ein falsches Bild machen, wenn die richtige Bewertung und Interpretation nicht gleich mitgeliefert wird.

Ich nenne es mal vereinfacht: Volkspädagogik und verstehe darunter die Erziehung der Bürger zu einer von den Herrschenden in den Medien und Politik (leider oft eine unheilvolle Allianz, die die eigenständige Rolle der Medien als Vierte Gewalt im Staate infrage stellt)gewünschten politischen Haltung.

Ein Beispiel ist im HANDELSBLATT nachzulesen:
http://www.handelsblatt.com/politik/deu ... 70452.html

Zur Verwendung des Attributs "rechtspopulistisch" mit Bezug zur AfD:
Der Begriff werde beim SWR im Zusammenhang mit der AfD immer dann verwendet, wenn er journalistisch sinnvoll sei.
Ich fürchte, nicht "journalisch sinnvoll" ist das Motiv, sondern das "politisch Gewollte".

Bemerkenswert die Proteste auf das Weglassen dieses Attributs seitens einer TV-Redaktion.
Mal abgesehen davon, dass der Begriff inhaltlich wenig aussagt, aber die AfD damit pejorativ konnotiert wird. Erinnert mich stark an die DDR-Funktionäre, die Proteste aus der Bevölkerung gerne als "Rowdytum" bezeichneten. In meiner Sicht dieselbe Mentalität der Unduldsamkeit seitens der Profiteure innerhalb des Systems.

Drehen wir den Spieß doch einmal um: Auch andere Politiker oder Parteien wären zu attributieren, damit wir nicht vergessen, um wen es sich handelt:

Die flüchtlingsfreundliche Merkel im Kreise ihrer politischen CDU-Kumpanen, die linkspopulistischen Roten und Grünen, die Europa spaltende Bundeskanzlerin, der Hetz-Politiker Stegner, die rote Brut, der grüne Brei etc.

Niemand ist mehr an einem fairen politischen Diskurs interessiert, der sich an Argumenten orientiert. Gottseidank merken immer mehr Leute, wie sie bevormundet und abqualifiziert werden. Der Begriff "Lügenpresse" ist da wirklich nur eine Bezeichnung für die Spitze des Eisbergs.

Meine Lehre aus der Geschichte: Die Arroganz der Macht kommt immer vor ihrem Fall.
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Beitrag 04.12.2015, 18:55

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Datenreisender
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slts hat geschrieben:Klar, einen wirklich objektiven Bericht zu schreiben geht so gut wie nicht
Doch, das haben Journalisten zumindest früher in ihrer Ausbildung mal gelernt, und die sind immerhin Akademiker. Berichte hatten demnach immer objektiv zu sein, Meinungen (Kommentare) waren ausdrücklich als solche zu kennzeichnen.

Das gibt es aber leider kaum noch. Wenn ich mir die aktuelle Marketingkampagne für die WELT so anschaue, wird mir schlecht; die wirbt beispielsweise ausdrücklich mit "starken Meinungen". Das erwarte ich aber gar nicht von einer Tageszeitung, von der erwarte ich einfach nur eine objektive Berichterstattung. Meine Meinung bilde ich mir aufgrund der berichteten Fakten dann schon lieber selbst.

Offensichtlich sehen das aber auch noch andere Leser so:


"Spiegel" und "Bild" geraten unter Druck: Sparprogramme, Massenentlassungen und Auflagenrückgang

Der "Spiegel"-Verlag muss ein Fünftel seiner Belegschaft entlassen und die Springer-AG kämpft gegen den massiven Auflagenrückgang. "Es sind harte und schmerzliche Einschnitte, die wir vor uns haben."

Die Beliebtheit der Leitmedien liegt klar im Abwärtstrend: Unlängst wurde bekannt, dass die Auflagen und die Umsätze der BILD-Zeitung, ein Produkt des Springer-Verlags, enorm eingebrochen sind. Jetzt gibt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" an, massive Sparmaßnahmen durchzuführen. Mehr als ein Fünftel der Mitarbeiter müsse gekündigt werden.

Weiterlesen: http://www.epochtimes.de/politik/deutsc ... 89412.html

Beitrag 05.12.2015, 10:37

slts
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solten wir uns in dieser Frage etwa einig sein? smilie_16

Ich glaube dass es den Meinungsmedien bald noch viel dreckiger gehen wird. Noch kann man mit Stimmungsartikel schnell mal ein paar Menschen Emotionen entlocken aber das nutzt sich schnell ab.
Erst dann kommt der große Kater.

Beitrag 05.12.2015, 12:23

Fata.Sibyllina
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Wenn man sich die Anzeigenpreise anschaut, sieht man, dass der Leser nicht so wichtig ist:
http://www.spiegel-qc.de/medien/print/d ... gel/preise

Zur Not sponsert die Bundesregierung noch ein paar Seiten - es wird niemandem auffallen.
Oder man dehnt die 'Demokratieabgabe' auf ausgewählte Printmedien aus. smilie_07
Und so lange Merkel auf dem Kriegspfad ist, steht ihre Busenfreundin Friede (Nomen omen non est smilie_18 ) Springer sicher gerne als Propagandaministerin zur Verfügung.

Nein, ich fürchte, es gibt heute keine Runde Mitleid für stramm linientreue Klageweiber. smilie_47
Sapere aude, incipe!

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