PIIGS -- EURO IN GEFAHR

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 11.01.2011, 14:46

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Pinguin
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Der Nächste bitte!

Portugal will diese Woche noch Anleihen versteigern und hat Angst vorm bösen Markt...

http://www.bild.de/BILD/politik/2011/01 ... miert.html

Könnte die AU-Kursentwicklung heute erklären...

Ping

Beitrag 12.01.2011, 16:02

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Pinguin
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Alles im Butter! smilie_01

Die MSM melden erfolgreiche Schrott-Anleihen-Verkauf aus Portugal.
Wie gut, dass die EZB den Weg in den vergangenen zwei Tagen frei gemacht hat... :evil:

http://www.finanzen.net/nachricht/anlei ... en-1002808

"Frisches Geld" von der EZB, die Party geht weiter smilie_15

dumm nur, dass die Fallhöhe immer heftiger wird... [angstsmilie]

Ping

Beitrag 12.01.2011, 19:42

TxxMxx
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Hier geht es doch längst nicht mehr um Griechenland, Irland, Portugal oder andere Länder. Sämtliche Wohlfahrtsstaaten haben über ihre Verhältnisse gelebt. Und damit meine ich gar nicht nur die vergangenen Jahre. Es sind Fehlentwicklungen, deren Grundstein häufig in den 60er und 70er Jahren gelegt wurde und wir dies heute ausbaden dürfen. Im Gegensatz zu Ländern, die wir für ihre vermeintliche Rückständigkeit belächelt und mit viel Geld unterstützt und gefördert haben. Diese Länder werden die Gewinner der nächsten Dekaden sein. China handelt sehr strategisch, wenn es EU-Ländern hilft. Die Länder der EU ist dabei zum Spielball der Großen geworden.

Beitrag 12.01.2011, 19:45

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TxxMxx hat geschrieben:Hier geht es doch längst nicht mehr um Griechenland, Irland, Portugal oder andere Länder. Sämtliche Wohlfahrtsstaaten haben über ihre Verhältnisse gelebt. Und damit meine ich gar nicht nur die vergangenen Jahre. Es sind Fehlentwicklungen, deren Grundstein häufig in den 60er und 70er Jahren gelegt wurde und wir dies heute ausbaden dürfen.
Dazu an dieser Stelle noch einmal mein Lieblingszitat von Alan Greenspan:
Die Finanzpolitik des Wohlfahrtstaates macht es erforderlich, dass es für Vermögensbesitzer keine Möglichkeit gibt, sich zu schützen. Dies ist das schäbige Geheimnis, dass hinter der Verteufelung des Goldes durch die Vertreter des Wohlfahrtstaates steht. Staatsverschuldung ist einfach ein Mechanismus für die "versteckte" Einteignung von Vermögen. Gold verhindert diesen heimtückischen Prozess. Es beschützt Eigentumsrechte.
Wenn man das einmal verstanden hat, ist es nicht mehr schwer zu verstehen, warum die Befürworter des Wohlfahrtstaates gegen den Goldstandard sind.
Quelle: Alan Greenspan, 1966, Gold und Wirtschaftliche Freiheit

Beitrag 12.01.2011, 19:52

TxxMxx
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Die Politik ist mit ihrem Latein am Ende. Und das kann man ihnen noch nicht einmal verübeln. Denn, ich glaube, sie wissen es! Sie sind Getriebene der Märkte. Jeder Versuch zu reparieren, wird vom Markt entsprechend quittiert.

Beitrag 12.01.2011, 20:00

dobby
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Habe 'mal in der Verwandtschaft die "Alten" gefragt, was nach dem letzten Zusammenbruch, wichtig und wertvolles Tauschgut im täglichen Umgang war. War eine völlig andere Zeit, nach 1945, in Zeiten wirklich großer Not, aber ich war überrascht über die "Hitparade", denn mit und ziemlich oben kamen zum Beispiel:

- Zigaretten, war ja klar
- Nähnadeln und Faden für Reparaturen
- Seife und Waschmittel

Hat mich zunächst erstaunt, aber ist ja klar, zu dieser Zeit, als Frauen noch damit richtig umgehen konnten smilie_02 smilie_02
und die Produktion sich auf noch wichtigere Dinge konzentrierte....

Könnt Euch dann ja an mich wenden und 1Unze Au gegen einen Satz Nähnadeln verschiedener Stärke tauschen, oder ein Stück Seife, wenn Papa müffelt wie ein Wasserbüffel! smilie_01
Zuletzt geändert von dobby am 12.01.2011, 20:05, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 12.01.2011, 20:04

TxxMxx
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Die Zeiten ändern sich halt. Künftig wird es EM bzw. Öl sein. Öl aber schwer sicher zu lagern. Daher EM!

Beitrag 12.01.2011, 21:11

dobby
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Bin durch Zufall auf diese Seite gekommen. Wer es nicht kennt, einfach einmal ausprobieren. Ist genial, wie da der Verfall des Euro und des USD nachvollziehbar wird, wenn man sich die Wechselkurse zu verschiedenen Zeiten, bspw. in Relation zum Schweizer Franken, aufzeigen lässt.
Betrag eingeben - Wechselwährung wählen - darunter Datum einstellen - Return.... :idea:

http://www.bankenverband.de/waehrungsrechner

Beitrag 12.01.2011, 21:27

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Ladon
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Hm, naja, ich war überrascht - gefühlt hätte ich gesagt es ist "schlimmer". Ich habe aber auch nur das Verhältnis zum Schweizer Franken angesehen.

100 Euro Januar 2002 = ~ 146 CHF
100 Euro Januar 2011 = ~ 125 CHF

Also etwa 15% verloren, wenn man das so ausdrücken will. In der gleichen Zeit hatten wir in Deutschland eine durchschnittliche Inflationsrate von 1,6% jährlich (!), was kumuliert dazu führt, dass 100 Euro 2011 im Vergleich zu 2002 nur noch die Kaufkraft von 86,67 Euro haben. Was ungefähr 13% Kaufkraftverlust durch die (offizielle) Inflation bedeutet.
Oder anders ausgedrückt: Der Schweizer Franken ist genauso teurer geworden wie der berühmte "Warenkorb".

So gesehen scheint das nur etwas über die erstaunliche Stabilität des Franken auszusagen. Vielleicht sieht es im Verhältnis zu anderen Währungen anders aus. Aber das finde ich jetzt keinen besonders aufregenden Verfall.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 12.01.2011, 21:32

dobby
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Ganz einfach:

Juni 2010: 1000 CHF für 701 Euro
Anfang Januar 2011: 1000 CHF für 800 Euro

Entscheidend ist für mich, dass Politik und Presse immer den Euro danach einstufen, wie er zum Dollar steht. Wenn der fällt, dann sieht der Euro immer gut aus - vordergründig! Dass da etwas gar nicht stimmt, das merke ich wenn ich Morgen an der Tankstelle bin.... :evil: :evil: :evil:

Beitrag 12.01.2011, 21:46

MapleHF
Ladon hat geschrieben:Hm, naja, ich war überrascht - gefühlt hätte ich gesagt es ist "schlimmer". Ich habe aber auch nur das Verhältnis zum Schweizer Franken angesehen.

100 Euro Januar 2002 = ~ 146 CHF
100 Euro Januar 2011 = ~ 125 CHF

Also etwa 15% verloren, wenn man das so ausdrücken will. In der gleichen Zeit hatten wir in Deutschland eine durchschnittliche Inflationsrate von 1,6% jährlich (!), was kumuliert dazu führt, dass 100 Euro 2011 im Vergleich zu 2002 nur noch die Kaufkraft von 86,67 Euro haben. Was ungefähr 13% Kaufkraftverlust durch die (offizielle) Inflation bedeutet.
Oder anders ausgedrückt: Der Schweizer Franken ist genauso teurer geworden wie der berühmte "Warenkorb".

So gesehen scheint das nur etwas über die erstaunliche Stabilität des Franken auszusagen. Vielleicht sieht es im Verhältnis zu anderen Währungen anders aus. Aber das finde ich jetzt keinen besonders aufregenden Verfall.
Wieso nimmst Du ausgerechnet das Jahr 2002 Ladon?

Auch im Januar 2010 gab es für 100 € noch rund 148 CHF. < KLICK >

Und auf 1 Jahr sehen 15 % natürlich anders aus ;)

MapleHF

Beitrag 12.01.2011, 22:19

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alibaba
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für mich ist der PolenZloty interessant , wenn die mal einstegen in den Euro smilie_16
bei 5,23:1 hatte ich mir mal was getauscht ,allerdings auch schon wieder
etwas vertankt ,Diesel merkelfrei smilie_16

Gruss
alibaba smilie_21
"unter 12 Jahre oder über 12 Jahre" nun bin ich drauf gekommen ,
reale zeitnahe Info's im eigenen Land werden von Kinder nicht erkannt ;
Ich bin für mein Textinhalt verantwortlich ,nicht für das was du verstehst .

Beitrag 13.01.2011, 05:59

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Ladon
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MapleHF hat geschrieben: Wieso nimmst Du ausgerechnet das Jahr 2002 Ladon?
Weil am 1. Januar 2002 das Euro-Bargeld kam. (Oder bin ich verkalkt? War das schon 2001? Nein.)
MapleHF hat geschrieben: Und auf 1 Jahr sehen 15 % natürlich anders aus ;)
Da hast Du recht. Und weil Du mir so schön deutlich gemacht hast, wie gewagt Aussagen aufgrund einzelner Statistikwerte sind - mea culpa smilie_02 - bin heute früh nochmal auf die Suche gegangen.

Bild

Das sieht schon anders aus, stimmt. Ab Mitte 2007 geht's südwärts.
Allerdings meine ich trotzdem, dass man von einem Wert um 1,45 (1 = Euro = 1,45 CHF) ausgehen sollte ("Startwert"), dann wäre der Ausschlag nach oben und unten in etwa immer noch gleich groß.
Vielleicht ist die Währung einfach zu jung, um da wirklich belastbare Aussagen zu machen?

Es ist ja auch nicht so, dass ich hier der Euro-Papst bin. Ich versuche nur alle Seiten zu sehen.
Auf jeden Fall erkennt man mal wieder, dass es in Bezug auf Währungen in erster Linie "Vertrauen" ist, die ihren Wert ausmachen - denn statt zu sagen "der Euro fällt gegenüber dem CHF" ist es ja genauso legitim zu sagen "der CHF steigt gegenüber dem Euro".

Die alte Sache: Ist das Glas halb leer oder halb voll?
Andere gibt es schon genug

Beitrag 13.01.2011, 06:16

MapleHF
Ladon hat geschrieben:denn statt zu sagen "der Euro fällt gegenüber dem CHF" ist es ja genauso legitim zu sagen "der CHF steigt gegenüber dem Euro".
... das würde stimmen, wenn der Euro nur gegen den Franken verloren hätte.

Sieht man sich das internationale Währungsgefüge an, so hat der Euro in 2010 auch gegen den Yuan, oder den canadischen Dollar oder etliche andere Währungen über 10% verloren.

Ich hatte mir das mal vor ein paar Wochen etwas genauer angesehen und es war sehr "ernüchternd".

Und ich denke, das Jahr 2010 muss hier der Maßstab sein, weil ja in 2010 die Euro-Krise begann und das Piigs-Problem zu öffentlicher Aufmerksamkeit gelangte.

MapleHF

Beitrag 13.01.2011, 06:58

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Ladon
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Ich schweige dann lieber - Du bist in dem Bereich offenbar viel besser informiert als ich.

smilie_01

Ne, eins noch. Aber ich formuliere es jetzt "vorsichtshalber" eher als Frage denn als These:
Heißt das aber nicht genau, dass es das angesprochene "Vertrauen" ist, das denn Wert einer Währung (sagen wir besser: den Kurs zu anderen Währungen) bestimmt?
Für die Eurozone (!) habe ich auf die Schnelle ein Wirtschaftswachstum von über 1,5 % gefunden (EU etwa weniger, aber immer noch 1%).
Auch in der Schweiz hat die Konjunktur 2010 wieder ins Plus gedreht ... eigentlich eine recht parallele Entwicklung. Und von daher ist die Entwicklung der Währungen zueinander doch offenbar das Produkt von "weichen" Faktoren: Vertrauen, Erwartung, Prognosen ...

Eigentlich gruselig, dass "Geld" seinen Wert auf "prognostischer Basis" (oder sollte man "Wahrsagerei" sagen?) bestimmt.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 13.01.2011, 07:42

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Heute muß Spanien neue Anleihen am Markt plazieren (3 Milliarden Euro).

Beitrag 13.01.2011, 07:43

MapleHF
Vertrauen und Psychologie, denn rational nachvollziehbare Gründe dafür, dass auch der Dollar in 2010 rund 10% gegen den Euro gestiegen ist, gibt es wohl nicht smilie_08 .

Aber die amerikanische Schuldenmisere war eben 2010 nicht so medienpräsent wie die PIIGS-Problematik.

Aber vielleicht war es auch gewollt, denn ohne diese Abwertung des Euro, gegen fast alle Währungen, hätten wir wol das Wirtschaftswachstum (sofern man bei der Korrektur eines Rückgangs überhaupt von "Wachstum" sprechen kann) nicht gehabt.

MapleHF

EDIT: @Datenreisender: Nachdem gestern sogar die Portugalanleihen weggingen, denke ich nicht, dass die Spanien-Anleihen problematisch werden. Wenn ich eine Bank wäre würde ich es auch machen. Geld für 1% bei der EZB geliehen, meine toxischen Papiere als Sicherheit hinterlegt und für 6,7% an jemanden verliehen, der einen Rettungsschirm als Bürgen hat. Das ist fast wie die Lizenz zum Gelddrucken. Wenn man das mit 1 Milliarde macht, hat man ohne Eigenkapitaleinsatz und ohne Risiko im Jahr 57 Millionen verdient. So klappt das dann auch mit den 25% Eigenkapitalrendite smilie_15 und der Bürger zahlt.

Da fällt mir doch spontan wieder der Spruch von Herrn Reinhardt ein: "Der Euro ist eine Totgeburt, entstanden durch die Vergewaltigung der europäischen Bürger" (ob ich das zu meinem Signaturtext machen sollte smilie_08 )

Beitrag 13.01.2011, 08:01

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Ladon
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MapleHF hat geschrieben:...
Aber vielleicht war es auch gewollt, denn ohne diese Abwertung des Euro, gegen fast alle Währungen, hätten wir wol das Wirtschaftswachstum (sofern man bei der Korrektur eines Rückgangs überhaupt von "Wachstum" sprechen kann) nicht gehabt.
...
smilie_01

Auch das wichtige Aspekte!
Der Nebensatz "... fast auf dem Niveau vor der Krise ..." (was übrigens auch für die Schweiz gilt) ist in vielen Artikeln zu 2010 zu finden - meist irgendwo im Fließtext.
Zuletzt geändert von Ladon am 13.01.2011, 08:40, insgesamt 1-mal geändert.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 13.01.2011, 08:04

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KooKoala
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Datenreisender hat geschrieben:Heute muß Spanien neue Anleihen am Markt plazieren (3 Milliarden Euro).
Ob die EZB wieder zuschlägt ? smilie_16 smilie_21
Mir kommt zur Zeit alles sehr spanisch (merkwürdig) vor smilie_07

Beitrag 13.01.2011, 08:15

MapleHF
Ladon hat geschrieben: Auch das wichtige Aspeket!
Sag mal Ladon, kann es sein, dass das Sprachbild gewisser Mitglieder auf Dich abfärbt smilie_08 SCNR smilie_02

MapleHF

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