Russische Trollfabriken betreiben Flüchtlingspropaganda?

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 13.03.2016, 15:24

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Datenreisender hat geschrieben: Offensichtlich ist, daß Deutschland/die EU sich im Moment genau dorthin bewegt, wo die alte Sowjetunion schon einmal war. Undemokratische zentralistische Strukturen, überbordende Staatsquote, Sozialismus, Zusammenbruch/Auseinanderfall, Staatsbankrott. Müssen wir das wirklich nachmachen?
Das sind so ziemlich exakt die Verhältnisse in Russland. Von einem Machtzentrum wird das ganze Riesenreich gesteuert, die Gouverneure der Teilstaaten werden von Moskau eingesetzt. Russland hat eine Staatsquote, die wahrscheinlich einer der höchsten der Welt ist. Der staatliche Konzern Rosneft liefert den Hauptteil der Gewinne=(Verkaufspreis-Förderkosten-Unterhaltskosten) direkt an den Staat ab. Russland als Vielvölkerstaat muss einiges unternehmen, damit das Reich nicht an den Grenzen zerbröselt. Der Staatsbankrott von Russland ist nah. Schuld hieran sind die Unternehmen, die sich in USD verschuldet haben. Seinerzeit waren die Zinsen für einen USD-Kredit günstiger als bei einem Kredit in Rubel. Russland ist bezüglich Deiner Aufzählung uns Lichtjahre voraus. Würde der Staat seine Bediensteten ordentlich bezahlen (wofür Russland aber kein Geld hat), so könnte man die alltägliche Korruption effektiv bekämpfen. Dafür gibt es nur große Ankündigungen. Die Kosten ja nichts.
Datenreisender hat geschrieben: Nach umfassenden Reformen hat Russland heute die zweitniedrigsten Steuern der Welt. Aktuell leiden sie an einem Haushaltsdefizit aufgrund der gesunkenen Rohstoffpreise. Was würde Deutschland/die EU tun? Steuern erhöhen, neue Steuern einführen, Schulden machen (Beispiel: Die aktuelle Diskussion um die Einführung eines "Flüchtlings-Soli"). Und was macht Russland? Sie kürzen die Budgets einzelner Ministerien, den Verteidigungshaushalt gleich um satte 5 %.
Die russiche Regierung muss tatsächlich nur aus Vollidioten bestehen. Kein Land auf dieser Welt kürzt seine Staatsausgaben. Auch dann nicht, wenn die Einnahmen zurückgehen. Bei einer Kürzung von 5% kommt in der nächsten Periode ca. 7% weniger züruck. Griechenland lässt grüßen.
Datenreisender hat geschrieben: Mir geht es auch auf die Nerven, daß ständig und überall Europa gehyped und Russland gebashed wird und dabei völlig unterschlagen wird, daß Russland auch zu Europa gehört. Mehr Dialog/Zusammenarbeit wäre möglich und nötig.
Das stimmt! Aber bitte nicht deswegen immer in das Gegenteil verfallen.
Datenreisender hat geschrieben: Russland hat Europa übrigens die Schaffung einer eurasischen Freihandelszone angeboten, von Lissabon bis Wladiwostok. Und was macht Europa? Ignoriert Russland, legt auf Befehl der USA noch Sanktionen obendrauf und verhandelt stattdessen mit den USA (TTIP usw.).
Europa hat das Recht, diesen Vorschlag zurückzuweisen. Ob dies auf den Befehl von den USA geschehen ist, mag ich nicht zu beurteilen.
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Beitrag 14.03.2016, 09:44

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Ladon
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[img]https://forum.gold.de/userpix/402_russi ... alue_1.jpg[/img]
(Trading Economics)

Das Paradies im Osten sieht (auch) so aus:

Wachstum BIP -1,31% (vierteljährlich letzter Wert; im Jahresvergleich: -4,1)

Durchschnittsverdienst: ~32.000 Rubel (ca. 412 EURO)
Bei gering qualifizierten reden wir von 10.000 Rubel Einkommen
... es gibt halt nicht nur die Schickeria in Moskau

Inflationsrate: 9,8%

Mindestlohn (sic!): 6204 Rubel (sind mal satte 80 Euro)

Rentenalter der Männer: 60 (wird ja bei uns oft bemängelt, diese Frühverrentung)

Was hat man da von billigem Benzin, geringer Arbeitslosenquote und einer schicken Staatsverschuldungsquote?

Da oben stehen MINDESTENS 3 Dinge, die von Rußland-Begeisterten (ich nenne keine Namen ;-) ) in unserem eigenen Land VEHEMENT als mieser Eingriff des Staates gesehen werden (von denselben Leuten). Die Oma, die im Flur vom Hotel ihren Tee im Samowar kocht und verkaufen muss, um was zum Beißen zu haben. Das ist das Rußland abseits von privilegierten Ausländern mit dicken Einkommen.
Bei russischen Ämtern (ich kann allerdings tatsächlich nur von den Praktiken bei der Visavergabe aus erster Hand sprechen) wird ein Antrag schon mal grundsätzlich nicht bearbeitet, wenn Du Dich nicht wenigstens einmal beschwerst. Ist ja sonst nicht wichtig. Beschleunigen kann man das natürlich, indem man die schlecht bezahlten Beamten (siehe oben) besticht.
Sieht so aus, als wären die "guten" Zahlen auf dem Rücken der eigenen Bevölkerung generiert worden. Das spüren die dort wohnenden Ausländer mit EU Gehältern natürlich nicht.
Scheinbar ist das in Ru aber okay und beeinflusst die Einordnung der dortigen Verhältnisse nur insoweit, als so etwas ausgeblendet wird.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 14.03.2016, 10:18

kribelboble
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Datenreisender hat geschrieben: 1952
Stalin bietet Adenauer die Wiedervereinigung Deutschlands inkl. Deutschlands voller Souveränität an.
Bedingung: Die Neutralität Deutschlands. Adenauer lehnt auf Befehl der USA ab.
Ich sage nur stalinistische Säuberungen.
Konnte der Westen diesem Mann trauen - ich denke nicht. Man kann dem Westen aber eindeutig vorwerfen besetzte Gebiete im ehemaligen Ostdeutschland wieder freiwillig für die anrückende Rote Armee freigemacht zu haben, damit Russland auch ein Teil der Beute bekommt.
Russland hat zugegebenermaßen am meisten von den deutschen Kriegsverbrechen gelitten - aber das war ein strategischer Fehler der Westmächte.
Datenreisender hat geschrieben: 1965
Breschnew bietet Erhard die Wiedervereinigung Deutschlands inkl. Deutschlands voller Souveränität an.
Bedingung: 100 Milliarden D-Mark und die Neutralität Deutschlands. Erhard lehnt auf Befehl der USA ab.

Könntest du dafür ein Beleg liefern (nur interessehalber). Aber, wer hat 1968 den Prager Frühling mit Panzergewalt gestoppt. Wer hat den Afghanistan-Krieg angezettelt. Ja Breschnew. (Klar der Westen war damals nicht unschuldig). Hätte man solch einem trauen dürfen?

Datenreisender hat geschrieben: 1989
Mauerfall.
Kosten der späten Wiedervereinigung für Deutschland: Etwa 1.000 Mauertote und 2 Billionen € Staatsschulden.
Ja das verdanken wir Gorbatchov der Honecker von noch größerer Ausübung von Gewalt gegen die eigene Bevolkerung hinderte. Und natürlich Kohl der die Gelegenheit am Schopf gepackt hat. (trotz der vielen vielen Fehler von ihm)
Datenreisender hat geschrieben: Wie hätte Deutschlands Bevölkerung 1952 und 1965 entschieden, wenn es soetwas ähnliches wie Demokratie gegeben hätte?
Was hätten die Russen entschieden wenn es in Russland nach dem Krieg freie Wahlen gegeben hätte. Die hatten aber gar keine "Wahl". 1965 war das wirtschaftliche Wettrüsten für die UDSSR bereits verloren. Warum wurde 1954 die Krim an die Ukraine verschenkt? Hat da jemand das Volk gefragt. Mit freie Wahlen nach dem Krieg in der UDSSR wäre in der Welt einiges anders gelauften. (ob positiv weiß ich nicht).
Datenreisender hat geschrieben: Was sagt unser Grundgesetz dazu?
Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt. (Art. 20 Abs. 2 GG)
• Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. (Art. 21 Abs. 1 GG)
Unser GG wurde aus der historischen Rückblick auf die Weimarer Republik, auf das Nazitum genauso und absichtlich auch ohne die explizite Möglichkeit der Volksabstimmungen geschrieben. Starke Bundesländer in einem föderalen Staatsgebiet. Starke Parlamente - ein extrem schwacher Bundespräsident - eine (formal) starke Kanzlerin mit der Richtlinienkompetenz aber immer der Gunst des Bundestag unterworfen. Ein unabhäniges (natürlich gegen gesellschaftlichen Strömungen nicht immunes)und sehr starkes Bundesverfassungsgericht was viele Gesetze verhinderte andere Dinge angestoßen hat.

Es gibt immer Kritikpunkte. Aber du Datenreisender kennst nur Schwarz und Weiß.
Du wirkst sehr verbittert.
Und ja - das gleiche ist mit Putin passiert nachdem der Westen Russland nach der Wende nur als Möglichkeit zur wirtschaftlichen Expansion gesehen hat. Kein Partner auf Augenhöe - sondern nur als Absatzmarkt - das verbittert. Definitiv ein Fehler des westens.

Beitrag 14.03.2016, 11:09

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Ladon
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Das Problem ist, dass manche Leute ihre eigene Interpretation von Gesetzestexten als normativ betrachten.
Tja. Das ist halt ein lieblicher Wunschtraum aus dem Takatukaland.



Und was ist eigentlich mit solchen staatlichen Tugenden wie Bündnistreue, Verlässlichkeit usw.
Glaubt jemand im Ernst, dass D "ungestraft" alle Verträge brechen könnte, die es in das westliche System eingebunden haben?
Das ist doch realitätsfernes Denken!

Ob unsere Einbindung in den Westen heute noch sinnvoll ist, sei dahin gestellt. In den 50er Jahren waren wir verdammt froh um den Schutz. Und real notwendig war er auch. In dieser Zeit wurde zwischen Moskau und Washington ein hoch gefährliches Machtspiel gespielt ... ein damals noch nicht souveräner Staat sollte also aus dem westlichen Bündnis ausscheren?
Oh Mann!
DDR 2.0 wären wir geworden! Es kann doch nicht ernsthaft in Erwägung gezogen werden, sich unter den Schutz Stalins zu stellen? Wir sind gerade erst den Österreicher mit dem Chaplin-Bart los geworden. Und jetzt der?
Denn: Wie um alles in der Welt soll der Staat mitten in Europa, mit irre vielen VERSCHIEDENEN Außengrenzen, am Schnittpunkt der europäischen Warenströme, hoch industrialisiert, von Exporten abhängig und gerade mitten im Wirtschaftswunder, wie sollte dieser Staat "neutral" bleiben können?

Ich bin mir daher gar nicht so sicher, ob trotz der Vereinigungssehnsucht jener Zeit eine Volksabstimmung tatsächlich ein Votum für diesen Weg gebracht hätte. Zu groß scheint mir damals die Angst vor "dem Russen" gewesen zu sein, als dass es da eines Befehls der Amerikaner bedurft hätte.

Wie wohl Rußland auf ein solches Angebot der USA für die DDR reagiert hätte?



P.S.
Was eine Demokratie ist und welche Merkmale sie hat, ist entgegen der Aussagen des DR, keinesfalls ein göttlich-unantastbares Gesetz.
Demokratie ist ein Idealbegriff. Gemäß Definition wird "unsere" Demokratie durch die Werte der "freiheitlich demokratischen Grundordnung" definiert. Das Bundesverfassungsgericht hat die notwendigen Kriterien eindeutig genannt.

Man kann also definitiv nicht sagen, dass es hier keine Demokratie gibt, nur weil keine Volksabstimmungen vorgesehen sind (andere Abstimmungen gibt es sehr wohl). Es gibt eine Form von Demokratie, mit der man unzufrieden sein kann. Mehr zu behaupten ist wohlfeil, aber sinnlos.

Und mal ehrlich:
Wäre es echt besser, wenn alle über jeden Schieß abstimmen würden?
Andere gibt es schon genug

Beitrag 14.03.2016, 13:14

Gladius
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Naja, soviele Außengrenzen sind das nun auch wieder nicht. 11 wenn ich mich nicht verzählt habe. Wovon 2 zu neutralen Staaten gehören.
Eine Wiedervereinigung und Neutralität Deutschlands so kurz nach dem 2.WK wäre schon an dem Umstand gescheitert, dass (bis auf Stalin scheinbar) niemand dem verhassten Feind die notwendige Wiederaufrüstung und die politische Macht gestatten hätte wollen.

Warum grad Stalin sowas in erwägung zog ist mir ohnehin schleierhaft. Grade er müsste doch durch den Vertrauensbruch Hitlers (Stalin glaubte noch an Falschmeldungen als die ersten deutschen Offensiven starteten) gegen ein starkes Deutschland gewesen sein.

Beitrag 14.03.2016, 14:58

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Wenn ich mich recht erinnere, ging es Stalin um die deutschen Seehäfen. Bekanntermaßen gab es im Jahre 1952 noch keine Atom-Uboote etc. Trotz der riesigen Landfläche Russlands, besaß Russland keinen eisfreien Hafen mit einer direkten Anbindung an den Atlantik.
Im Falle einer Neutralität Deutschlands hätte Stalin bezüglich der Häfen was machen können. Allerdings wären den Amerikanern und insbesondere den Briten das Blut in den Adern gefroren. Stalin mit einer eigenen Flotte an der Nordsee. :shock:

PS: Deswegen hat Putin wohl die Krim von der Ukraine abgespalten. Der Flottenvertrag mit der Ukraine wäre Ende diesen Jahrzehnts ausgelaufen. Und einen Militärstützpunkt der US-Marines in Sewastopol wäre für Russland nicht akzeptabel gewesen.
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Beitrag 14.03.2016, 19:50

Silbersparer
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Der Seehafen war sicherlich sehr wichtig. In der Ostukraine hat wohl auch so manche Produktionsanlage für waffen seinen besitzer gewechselt.

Beitrag 14.03.2016, 20:32

puffi
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Murmansk? Nie gehört? Irgendwas da war doch mit dem Namen und dem Atlantik und dem Golfstrom

Dann noch ein paar in den baltischen Staaten, damals unter russischer Kontrolle, man musste halt erst durch die Ostsee....

Die Schwarzen Meer Häfen, so sie denn eisfrei waren, hatten das Vergnügen durch die Dardanellen zu müssen... hat ein englischer Staatsmann mal umgekehrt versucht......

und es wäre wohl Stalin das Blut in den Adern gefroren in den deutschen Seehäfen, wenn er die Reaktion der Amis und Briten vor Augen gehabt hätte.... (mal die Kriegsschiffsstärken der Zeit vergleichen)

Wo du recht hast ist, dass Russland (egal unter wem) keiner ausländischen Macht erlauben würde oder jemals erlaubt hat (soweit sie das verhindern konnten) einen Stützpunkt in der Krim zu errichten.....
und das hat schon vor der "Einmischung" der deutschen Prinzessin angefangen....

Beitrag 15.03.2016, 10:59

Klecks
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puffi hat geschrieben: Dann noch ein paar in den baltischen Staaten, damals unter russischer Kontrolle, man musste halt erst durch die Ostsee....
...und hatte genau deshalb ein riesen Problem. Ein relativ kleines Beinahe-Binnenmeer, dessen Küsten zu 3/4 vom "Klassenfeind" kontrolliert werden. Dazu noch ziemlich flach, was die Einsatzmöglichkeit für U-Boote stark einschänkt. Im Ernstfall hätte wohl nicht mal ein russisches Ruderboot die Nordsee erreicht.
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 15.03.2016, 10:59

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Gladius hat geschrieben:Naja, soviele Außengrenzen sind das nun auch wieder nicht. 11 wenn ich mich nicht verzählt habe. Wovon 2 zu neutralen Staaten gehören.
...
Vergleich mal.
Die Anzahl der Anrainerstaaten ist ja auch nicht wichtig. Bei der reinen Länge der Landgrenze, glaube ich, dass wir zu den Top 10 gehören.
Wer sollte denn mehr haben? Klar, spontan USA, Kanada, Rußland, China, Brasilien, Argentinien ... die Mongolei (? keine Küste - das wird es ausmachen), in Afrika ... hm: Kongo, denke ich.
Aber dann? Ah gut: Chile (ich weiß, dass das nicht in Afrika ist) könnte sein.
Uh - da wird meine Prognose aber eng ...

Wie auch immer: wir haben, weltweit gesehen schon eine bemerkenswert lange (Land-)Grenze - vor allem angesichts der Fläche!
Länder wie Frankreich oder Spanien lassen wir weit hinter uns - wegen deren Küsten.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 15.03.2016, 12:33

Gladius
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Ne, im Ernst, da gebe ich dir schon Recht, aber dennoch wäre eine Neutralität, so sie auch von den anderen Ländern anerkannt worden wäre, durchaus machbar gewesen.

Beitrag 15.03.2016, 12:46

Klecks
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Gladius hat geschrieben:Irak, Iran? smilie_13

Ne, im Ernst, da gebe ich dir schon Recht, aber dennoch wäre eine Neutralität, so sie auch von den anderen Ländern anerkannt worden wäre, durchaus machbar gewesen.
Ein neutrales und damit millitärisch sehr einsames Deutschland als Pufferstaat zwischen Ost- und Westmächten? Was glaubst du wohl wie wir hätten aufrüsten mussen, um nicht zwischen den Fronten zerrieben zu werden. Zur Erinnerung: Obwohl Bündnispartner, haben usere französischen Nachbarn ihre Atomraketen freundlicherweise auf deutsches Gebiet ausgerichtet, um eine mögliche russische Invasion noch vor dem Rhein zu stoppen. War vom Osten her aber auch nicht anders, die Sowjets hätten im Zweifelsfall die DDR geopfert.

Stalins Plan war wahrscheinlich ziemlich einfach: Deutschland millitärisch isolieren und dann als Ganzes einverleiben.
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 15.03.2016, 13:37

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Ladon
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Gladius hat geschrieben:Irak, Iran? smilie_13

Ne, im Ernst, da gebe ich dir schon Recht, aber dennoch wäre eine Neutralität, so sie auch von den anderen Ländern anerkannt worden wäre, durchaus machbar gewesen.
Nein.
Schlicht und ergreifend, weil die Bundesrepublik erst Anfang der 70er mit dem Sitz in der UN Vollversammlung ein eigener Staat wurde.
Da gab es den alliierten Kontrollrat, die Verwaltungen der "Besatzungszonen" etc.
Wenn man eine große Prügelei verliert, dann ist das so - eine Schuldfrage ist dabei unerheblich.

Kurz: Wie um alles in der Welt hätte ein Prä-Staatsgebilde ohne außenpolitische Souveränität das bewerkstelligen sollen?
Deutschland ist nicht klein genug, dass man es ignorieren könnte auf der Weltbühne und ihm Neutralität gewähren könnte. Und die muss ja nun mal von den anderen Staaten anerkannt sein.
Aber sicherlich war D auch noch nie groß genug, um Weltmächten trotzen zu können. Schon gar nicht in den 1950ern!
Und da die Westmächt5e ziemlich angefressen gewesen wären, wäre uns praktisch nichts anderes übrig geblieben, als die UdSSR um "Hilfe" zu bitten. Das liegt auf der Hand.
Ein Neutralität wäre für die Westmächte formal eine Revolution, ein Putsch, ein Umsturz gewesen.
Außerdem wollten beide Lager gern einen Pufferstaat haben, dessen Vernichtung im Fall der Fälle man in Kauf nehmen kann.
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Beitrag 16.03.2016, 07:11

Gladius
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Ich gehe mit dir ja konform Ladon, deshalb auch meine Einwände zwei Posts vorher.
Eine Neutralität Deutschlands hätte eben genannte Aufrüstung und den politischen Willen beider Mächte bedurft.

Das Mitteleuropa, selbst bei Neutralität, als nuklearer und chemischer Puffer zwischen Ost und West gedient hätte ist mir ebenso klar. Das galt auch für die Schweiz und Österreich.
Aber sicherlich war D auch noch nie groß genug, um Weltmächten trotzen zu können. Schon gar nicht in den 1950ern!
Nunja, immerhin mussten alle alten Weltmächte sich zusammen schließen um D zwei mal nieder zu schlagen. Und selbst da war es ziemlich schwierig. Manchmal frag ich mich beim Lesen geschichtswissenschaftlicher Abhandlungen, was wohl gewesen wäre, wenn Deutschland das selbe Glück in seiner Staatsgeschichte gehabt hätte wie die USA. Da wär uns wahrscheinlich viel erspart geblieben.

Beitrag 16.03.2016, 15:24

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Gladius hat geschrieben:...
Nunja, immerhin mussten alle alten Weltmächte sich zusammen schließen um D zwei mal nieder zu schlagen. Und selbst da war es ziemlich schwierig. Manchmal frag ich mich beim Lesen geschichtswissenschaftlicher Abhandlungen, was wohl gewesen wäre, wenn Deutschland das selbe Glück in seiner Staatsgeschichte gehabt hätte wie die USA. Da wär uns wahrscheinlich viel erspart geblieben.
...
Klar, sind wir eine Nummer ;-)
Aber gerade deshalb: in der Mitte Europas sitzt man immer an so vielen Interessenschnittpunkten. Ob militärisch, ob bezüglich des Handels und auch religiös (nach der Reformation): wir sind dauernd im Brennpunkt.
Das kriegt man allein nicht hin. Sie filetieren einen sonst von allen Seiten. Nun, und die Situation war nun mal die, dass wir nicht so ganz in der Lage waren, uns diesen Verbündeten auszusuchen. Nutzt ja nix das zu leugnen.
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Beitrag 16.03.2016, 15:58

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Ladon hat geschrieben: Das kriegt man allein nicht hin. Sie filetieren einen sonst von allen Seiten. Nun, und die Situation war nun mal die, dass wir nicht so ganz in der Lage waren, uns diesen Verbündeten auszusuchen. Nutzt ja nix das zu leugnen.
Der Historiker Sebastian Haffner hat das mal so formuliert: Deutschland hat eine ungeschickte Größe. Es ist größer und wirtschaftlich stärker als jeder benachbarter Einzelstaat, aber schwächer als eine Koalition der benachbarten Einzelstaaten.
Wirtschaftlich gilt dies heute immer noch. Deutschland kann problemlos seine Interessen in der EU durchboxen, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Stellt sich nur die Frage, warum Frankreich und Italien und Spanien dagegen nicht opponieren?
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Beitrag 16.03.2016, 18:13

Nino
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ich glaube es jetzt nicht - geht's noch ???

Von mir bekommst Du rot...

VG Nino smilie_47

...das war der unflätige Beitrag von karat, der schon gelöscht ist
Zuletzt geändert von Nino am 16.03.2016, 18:23, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 16.03.2016, 18:13

Silbersparer
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Ach so und in Deutschland gibt es dann auch Troll Fabriken mit denen die russische Bevölkerung beeinflusst wird? Warum sollte der thread hier geschlossen werden? Soll die Meinungsfreiheit nur gelten wenn es gegen den Euro, die Bundesregierung oder gegen Europa gestänkert wird? Diese thread s gibt's auch zu genüge...

Beitrag 16.03.2016, 18:21

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Silbersparer hat geschrieben:Ach so und in Deutschland gibt es dann auch Troll Fabriken mit denen die russische Bevölkerung beeinflusst wird?
Die bezahlst Du sogar mit Deiner Zwangs-GEZ-"Demokratieabgabe":
http://www.dw.com/ru/%D1%82%D0%B5%D0%BC ... %8F/s-9119

Beitrag 16.03.2016, 18:54

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Silbersparer hat geschrieben:Ach so und in Deutschland gibt es dann auch Troll Fabriken mit denen die russische Bevölkerung beeinflusst wird?
Die bezahlst Du sogar mit Deiner Zwangs-GEZ-"Demokratieabgabe":
http://www.dw.com/ru/%D1%82%D0%B5%D0%BC ... %8F/s-9119
Zu viel Transparenz ist nicht gut!

Wenn die Rundfunkanstalten vom allgemeinen Steueraufkommen bezahlt werden und dafür die GEZ-Gebühr gestrichen wird, wäre das dann ein Fortschritt?

Das Privatfernsehen finanziert sich über Werbeeinnahmen. Die werbenden Unternehmen schlagen die Kosten für die Fernsehwerbung auf die Produktpreise drauf. Wäre das besser?

Faktum ist, die Rundfunkanstalten (ob nun in DE oder RU), Redakteure, Journalisten etc. müssen bezahlt werden. Von Luft und Liebe alleine können die auch nicht leben.
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