SPD will 500-Euro-Scheine abschaffen

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 10.02.2016, 00:08

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menschenskind
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Wie soll man nur ohne Bargeld auf den Wochen-, Weihnachts- und Jahrmärkten, oder gar Flohmärkten bezahlen? Wie soll Klein-Fritzchen den Kaugummiautomaten bezahlen? Wie soll man die Straßenmusiker/-Künstler, oder nicht zuletzt die Bettler bezahlen? Bekommen die dann alle ein Kartenlesegerät? Sämtliche münzbasierte Automaten im Kontinent wären Schrott. Dann war der Nachbar noch so freundlich, mir 'ne Schale Erdbeeren mitzubringen. Würde ihm dafür ja gerne 2 Euro geben - aber wie?

Vielleicht wird sich dann der Tauschhandel im privaten durchsetzen, der idealerweise das allg. Konsumbewusstsein beeinflusst (gibt sowieso genug überteuerten, kurzlebigen Plastikschrott in den Geschäften)...

Beitrag 10.02.2016, 04:10

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Hans-Werner Sinn:
Wie sich der Einzug des 500-Euro-Scheins rechnet

Deutschland erwägt eine Grenze für Bargeldzahlungen von 5000 Euro, während die EZB den 500-Euro-Schein abschaffen will. Begründet werden beide Vorstöße mit einer besseren Bekämpfung von Kriminalität. Doch im Fall der EZB hat der Schritt ganz andere Gründe.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 54372.html

Beitrag 10.02.2016, 07:52

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Ladon
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Goldinho hat geschrieben:...
Die Frage muss halt gestellt werden, weshalb eine Parallelwährung überhaupt eingeführt werden müsste, nur des Bargeldes wegen?
...
Naja, ich denke halt, dass man das so isoliert gar nicht sehen kann.
"Parallelwährungen" werden doch nicht eingeführt! Die werden einfach nur benutzt: im ehemaligen Jugioslawien WOLLTEN sie ihr eigenes Geld nicht mehr. Die DM genoss Vertrauen. Also sagt der Gemüsehändler: Alter, für das Pseude-Geld-Zeug von früher gibt's nix. Aber mit DM alles.
Natürlich rede ich dabei von zusammenbrechenden Systemen. Woanders dürften Parallelwährungen keine Rolle spielen. Warum auch? Insofern ist die Frage richtig gestellt - enthält die Antwort aber bereits in sich selbst.
Goldinho hat geschrieben:...
Wenn es kein Bargeld gibt, dann wird elektronisch bezahlt und direkt bei den Banken umgerechnet. Es kommt also kein zusätzliches Zahlungsmittel ins Land.
Was macht Dich da so sicher?
Wenn die Griechen wirklich aus dem Euro fliegen würden ... rate mal, was der Wirt für seinen Ouzo haben möchte: die super-tolle neue Drachme ... oder vielleicht eher Euros?
(Gut, Euro ist ein schlechtes Beispiel, aber Du weißt, was gemeint ist)
Goldinho hat geschrieben:...
Mir geht es in erster Linie darum, wie eine intakte Gesellschaft ohne Bargeld zurande kommt. Das hier geht mir schon wieder viel zu weit.
Wie "groß" soll die "Gesellschaft" sein? (Ich gehe mal davon aus, dass wir über die "Größe" der Volkswirtschaft sprechen)
Je kleiner, desto einfacher wird es ohne Bargeld.
In den letzten Jahren sind spektakuläre neue Sichtweisen aufgekommen. Im mittelalterlichen England waren die sog. Kerbhölzer wohl so weit verbreitet, dass man davon ausgehen kann, dass sie einen erheblichen Teil des umlaufenden Zahlungsmittels darstellten! Alltagsgeschäfte wurden wahrscheinlich in großer Menge so abgewickelt.
Lange Zeit war das wenig bewusst: einfach aufgrund der Fundlage. Münzen erhalten sich. Kerbhölzer eher nicht.
War das eine funktionierende (weitgehend) bargeldlose Gesellschaft?

Auch nicht-komplexe "Volkswirtschaften" mit einer geringen Anzahl von Waren (und Dienstleistungen) können leicht auf Bargeld verzichten.
... und hoch technisierte, bei denen jeder Flohmarkthändler ein Lesegerät hat und Kaugummiautomaten einen Kartenschlitz.
Goldinho hat geschrieben:...
Was mich zusätzlich interessieren würde was passiert, wenn Europa gänzlich auf Bargeld verzichtet. Ich glaube, alle anderen Länder würden früher oder später nachziehen. Erst die angrenzenden Länder, dann der Rest.
...
Bei einem globalen Handy-Bezahlsystem vielleicht möglich.
Ich glaube nicht daran, dass Wissen uns retten kann. Das Beständige in der Geschichte sind Gier, Verblendung und eine Leidenschaft für das Blut (Cormac McCarthy)

Beitrag 10.02.2016, 08:35

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Was ist denn eigentlich bei einem Bargeldverbot mit den Gold- und Silbermünzen mit einem Nennwert in Euro (Wiener Philharmoniker, Goldeuro, etc.), fallen die dann auch unter das Bargeldverbot?

Ich gebe zu, die Frage hört sich zunächst abwegig an, allerdings meine ich zu erinnern, dass man mit diesen zum angegebenen Nennwert theoretisch bezahlen kann, streng genommen müssten die dann auch von dem Verbot betroffen sein?!

Oder nicht? smilie_08
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Beitrag 10.02.2016, 13:33

ChrisJ11
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Gute Frage. Mit dem Nennwert kannst du bezahlen ja, ob die Münzen dann betroffen wären, keine Ahnung. Aber gut möglich denn Sie wollen den Barzahlungverkehr ja einstellen

Beitrag 10.02.2016, 13:40

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Natürlich wäre niemand so deppert und würde mit den Münzen bezahlen, aber ein Bargeld(besitz)verbot bleibt nun mal ein Verbot, und da wäre halt die Frage ob die Münzen darunter fallen.
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Beitrag 10.02.2016, 13:44

Goldinho
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menschenskind hat geschrieben:Wie soll man nur ohne Bargeld auf den Wochen-, Weihnachts- und Jahrmärkten, oder gar Flohmärkten bezahlen? Wie soll Klein-Fritzchen den Kaugummiautomaten bezahlen? Wie soll man die Straßenmusiker/-Künstler, oder nicht zuletzt die Bettler bezahlen? Bekommen die dann alle ein Kartenlesegerät? Sämtliche münzbasierte Automaten im Kontinent wären Schrott. Dann war der Nachbar noch so freundlich, mir 'ne Schale Erdbeeren mitzubringen. Würde ihm dafür ja gerne 2 Euro geben - aber wie?

Vielleicht wird sich dann der Tauschhandel im privaten durchsetzen, der idealerweise das allg. Konsumbewusstsein beeinflusst (gibt sowieso genug überteuerten, kurzlebigen Plastikschrott in den Geschäften)...
Technisch absolut machbar und auch schon per App eingeführt. Brauchst nur Dein Handy an das des Käufer halten, Betrag und Pin eingeben und schon ist bezahlt.

Hätte auch seine Vorteile, denn es gäbe keinen Grund mehr Geld- und Fahrkartenautomaten zu sprengen.

Ich wüsste keinen Grund Bettler etwas zu geben. Es gibt Sozialhilfe, die Tafel und zur Übernachtung Notunterkünfte.

Beitrag 10.02.2016, 13:49

Goldinho
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VfL Bochum 1848 hat geschrieben:Natürlich wäre niemand so deppert und würde mit den Münzen bezahlen, aber ein Bargeld(besitz)verbot bleibt nun mal ein Verbot, und da wäre halt die Frage ob die Münzen darunter fallen.
Ich denke nicht, dass es unter das Verbot fallen würde. Es würde sich ja nichts ändern. Da es sich nicht um ein Zahlungsmittel handelt, muss es auch niemand annehmen, ergo, kannst Du damit nur zum Goldankauf, oder zur Bank.

Beitrag 10.02.2016, 13:57

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Goldinho hat geschrieben:
VfL Bochum 1848 hat geschrieben:Natürlich wäre niemand so deppert und würde mit den Münzen bezahlen, aber ein Bargeld(besitz)verbot bleibt nun mal ein Verbot, und da wäre halt die Frage ob die Münzen darunter fallen.
Ich denke nicht, dass es unter das Verbot fallen würde. Es würde sich ja nichts ändern. Da es sich nicht um ein Zahlungsmittel handelt, muss es auch niemand annehmen, ergo, kannst Du damit nur zum Goldankauf, oder zur Bank.
Aber gerade das ist doch der Fall, es handelt sich meines Erachtens eindeutig um ein Zahlungsmittel (Bargeld, Barmittel) bei den genannten Münzen.
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Beitrag 10.02.2016, 14:14

Goldinho
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Ladon hat geschrieben:
Was macht Dich da so sicher?
Wenn die Griechen wirklich aus dem Euro fliegen würden ... rate mal, was der Wirt für seinen Ouzo haben möchte: die super-tolle neue Drachme ... oder vielleicht eher Euros?
(Gut, Euro ist ein schlechtes Beispiel, aber Du weißt, was gemeint ist)
Die Griechen werden ganz sicher das Bargeld nehmen, als auf den Euro Steuern abgeben zu müssen ;)
Ladon hat geschrieben:
Wie "groß" soll die "Gesellschaft" sein? (Ich gehe mal davon aus, dass wir über die "Größe" der Volkswirtschaft sprechen)
Je kleiner, desto einfacher wird es ohne Bargeld.
In den letzten Jahren sind spektakuläre neue Sichtweisen aufgekommen. Im mittelalterlichen England waren die sog. Kerbhölzer wohl so weit verbreitet, dass man davon ausgehen kann, dass sie einen erheblichen Teil des umlaufenden Zahlungsmittels darstellten! Alltagsgeschäfte wurden wahrscheinlich in großer Menge so abgewickelt.
Lange Zeit war das wenig bewusst: einfach aufgrund der Fundlage. Münzen erhalten sich. Kerbhölzer eher nicht.
War das eine funktionierende (weitgehend) bargeldlose Gesellschaft?

Auch nicht-komplexe "Volkswirtschaften" mit einer geringen Anzahl von Waren (und Dienstleistungen) können leicht auf Bargeld verzichten.
... und hoch technisierte, bei denen jeder Flohmarkthändler ein Lesegerät hat und Kaugummiautomaten einen Kartenschlitz.
Kerbhölzer wurden wahrscheinlich verwendet, weil es nicht ausreichend kleine Unterteilungen bei den Münzen gab. Die damaligen Händler wurden aber auch nicht dazu verpflichtet eine ordentliche Rechnung auszustellen, würde also heute so gar nicht mehr funktionieren.

Ob das jetzt Kerbhölzer oder Muscheln sind, ist eigentlich völlig Latte. Falls Bargeld abgeschafft werden würde, würde sich doch kein Händler Mühe mit einer noch umständlicheren Währung machen.

Ladon hat geschrieben:
Bei einem globalen Handy-Bezahlsystem vielleicht möglich.
Auch ohne, denke ich. Wenn Du als Ausländer in Europa nicht mehr bar bezahlen kannst, bleibt Dir nicht viel anderes übrig ;)

Beitrag 10.02.2016, 14:29

Goldinho
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VfL Bochum 1848 hat geschrieben:
Aber gerade das ist doch der Fall, es handelt sich meines Erachtens eindeutig um ein Zahlungsmittel (Bargeld, Barmittel) bei den genannten Münzen.
Nimmt nur kein Händler entgegen, außer Goldankäufern und Scheideanstalten. Ich denke, man würde einfach aufhören neue zu produzieren. Die meisten der Münzen sind sowieso in der Hand privater Sammler.

Beitrag 10.02.2016, 22:14

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menschenskind
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Goldinho hat geschrieben:Technisch absolut machbar und auch schon per App eingeführt. Brauchst nur Dein Handy an das des Käufer halten, Betrag und Pin eingeben und schon ist bezahlt.
Also mit meinem Handy geht das definitv nicht - ist'n altes Teil. Ich weiß aber, was Du meinst. Bedeutet letzlich techn. Aufwand steigern ...und bei Smartphones min. tägl. den Akku aufladen - sonst: "Ohne Strom kein Moos. Ohne Moos nix los"
Goldinho hat geschrieben:Hätte auch seine Vorteile, denn es gäbe keinen Grund mehr Geld- und Fahrkartenautomaten zu sprengen.
Der Grund wäre sicher noch da, nur eben keine Automaten mehr. Gehen die eben was anderes sprengen oder auf Überfall-/Diebstahl-/Einbruchstour.
Goldinho hat geschrieben:Ich wüsste keinen Grund Bettler etwas zu geben. Es gibt Sozialhilfe, die Tafel und zur Übernachtung Notunterkünfte.
Und woher soll er den Schnapps bekommen?smilie_07 Mit "Bettler" wollte ich doch nur ein Bsp. für möglichen Bargeld-Verkehr bringen.

Letztendlich frage ich mich doch nur, ob sich dieser ganze Aufwand lohnt, den ALLE mitmachen müssen, nur um ein paar Kriminelle angeblich zu stoppen? Bargeld ist nur Mittel zum Zweck, nicht aber der Grund für Kriminalität. Damit sich die Kriminellen bei Bargeldverbot dann nicht alternativ mit EM bezahlen, müsste auch ein EM-Verbot her - natürlich für alle.

Wie hier schon erwähnt, eins wird sicher sein, nämlich ein großer Schritt in Richtung totale Kontrolle. Dieser ganze Komplex bringt der Bevölkerung mindestens enorme Kosten.[/b]

Beitrag 11.02.2016, 11:32

ghel
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Das wird lustig bei den abertausenden Weihnachtsfeiern, Flohmärkten, Sommerfesten, Konzerten, Theateraufführungen usw. die jedes Jahr bei ins in D von Kindergärten, Schulen und deren Fördervereinen veranstaltet werden. Statt nen Euro für ein Stück Kuchen oder ein Glas Saft zu zahlen werden Handys aneinander gehalten, Beträge gecheckt, PINs eingegeben. Und natürlich gibt es dann immer noch Wechselgeld, auf das viele verzichten, damit die Kinder das vom Förderverein gesponserte Klettergerüst oder die Trompeten oder sonstwas eher bekommen. Die spinnen doch.

Beitrag 11.02.2016, 13:36

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VfL Bochum 1848
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Auch möchten Männer, die nach Bargeldabschaffung gewisse Dienstleistungen in Anspruch nehmen (Forumsmitglieder natürlich ausgeschlossen), die Beträge dafür natürlich nicht auch noch sichtbar für die liebe Ehefrau auf den Kontoauszügen wiederfinden.

Oh, Oh, Oh, das gibt Ärger smilie_43 smilie_52 .

smilie_02
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Beitrag 11.02.2016, 14:48

Mehrgoldfüralle
Meines Wissens wurden Kerbhölzer für die Aufzeichnungen der Depots bei den Goldschmieden verwendet, sozusagen mehr als Kontoauszüge.

@VfL Bochum

Das ist ja sehr lustig (für manche vielleicht nicht mal), aber das ist eins von unzähligen Beispielen für die wirklichen Gefahren, die uns drohen. smilie_24

Beitrag 11.02.2016, 14:50

ChrisJ11
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VfL Bochum 1848 hat geschrieben:Auch möchten Männer, die nach Bargeldabschaffung gewisse Dienstleistungen in Anspruch nehmen (Forumsmitglieder natürlich ausgeschlossen), die Beträge dafür natürlich nicht auch noch sichtbar für die liebe Ehefrau auf den Kontoauszügen wiederfinden.

Oh, Oh, Oh, das gibt Ärger smilie_43 smilie_52 .




Dann musst du eben die unze Gold locker machen..je nach aktuellem Goldpreis und Dienstleistung lade noch ein paar Freunde ein smilie_07

Beitrag 11.02.2016, 14:55

Goldinho
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menschenskind hat geschrieben: Also mit meinem Handy geht das definitv nicht - ist'n altes Teil. Ich weiß aber, was Du meinst. Bedeutet letzlich techn. Aufwand steigern ...und bei Smartphones min. tägl. den Akku aufladen - sonst: "Ohne Strom kein Moos. Ohne Moos nix los"
Ich bin zwar technikaffin, aber mit Handys habe ich es auch nicht so. Nehme mein privates meistens nur abgeschaltet mit. Gestern hat mich eine Dame überholt, und ich werde eher selten überholt, mit Handy vor dem Mund, als würde sie gleich rein beißen wollen ;)

Wenn jemand Bargeld abschaffen wollte, würde es natürlich eine konzertierte Aktion des Staates und der Banken geben und neben der Möglichkeit per Handy zu zahlen wahrscheinlich kostenfrei ein Zusatzgerät bereitgestellt werden. Mit minimalem Display und Strombedarf (siehe Kindel). Ich könnte mir auch vorstellen, dass man in solch einer "Geldbörse" dann auch hinterlegte Daten des Persos und Führerscheins abrufen könnte. Es wird also irgendwann alles eher praktischer als umgekehrt.
menschenskind hat geschrieben: Der Grund wäre sicher noch da, nur eben keine Automaten mehr. Gehen die eben was anderes sprengen oder auf Überfall-/Diebstahl-/Einbruchstour.
Sicherlich wird Kriminalität nie ganz auszurotten sein. Wenn du aber Schwierigkeiten hast ohne Bargeld deine Hehlerware loszubekommen, dann reduziert sich diese Art von Kriminalität doch entscheidend.
menschenskind hat geschrieben: Letztendlich frage ich mich doch nur, ob sich dieser ganze Aufwand lohnt, den ALLE mitmachen müssen, nur um ein paar Kriminelle angeblich zu stoppen? Bargeld ist nur Mittel zum Zweck, nicht aber der Grund für Kriminalität. Damit sich die Kriminellen bei Bargeldverbot dann nicht alternativ mit EM bezahlen, müsste auch ein EM-Verbot her - natürlich für alle.
Stellt es denn wirklich einen Aufwand dar? Die, die am meisten mit Bargeld zu tun haben, die Händler, könnten sich eine Abschaffung doch schon gestern vorstellen. Edelmetall sehe ich nicht als Alternative. Der Normalbürger hätte mit einem gut ausgedachten digitalen Bezahlsystem keinen Grund Edelmetalle mit sich herum zu schleppen. Vor allem dann nicht, wenn man damit offiziell nirgends einkaufen kann, außer vielleicht im Ausland.

Man könnte Edelmetalle mit fälschungssicheren Zertifikaten ausstatten. Möglichkeiten sie weiter im Verkehr zu lassen gäbe es sicherlich.
menschenskind hat geschrieben: Wie hier schon erwähnt, eins wird sicher sein, nämlich ein großer Schritt in Richtung totale Kontrolle. Dieser ganze Komplex bringt der Bevölkerung mindestens enorme Kosten.[/b]
Wenn man sich die Entwicklung auf dieser Welt betrachtet, werden wir um unangenehme Entscheidungen nicht drum herum kommen. Ich würde trotzdem nicht von totaler Kontrolle sprechen, ein Bankgeheimnis besteht dann ja immer noch.

Europaweit kostet die Versorgung mit Münz- und Scheingeld dutzende Mrd. Alleine die Herstellung beträgt 1,4 Mrd über dem Nennwert des Bargeldes. Alle Kosten des Bargeldverkehrs sollen sich Brutto auf über 12 Mrd beziffern. Jede Münze wie Schein werden bei Abgabe an die Bank geprüft und alle paar Monate komplett ausgetauscht, die kleinen Scheine am ehesten, da am meisten im Umlauf. Ich schreibe brutto, weil bei einer Bargeldabschaffung auch ein Rationalisierungsfaktor eingepreist werden muss. Den Großteil der Verkäufer und Sicherheitsdienstmitarbeiter sowie der Geldtransport werden dann nicht mehr benötigt.

Beitrag 11.02.2016, 15:11

Goldinho
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VfL Bochum 1848 hat geschrieben:Auch möchten Männer, die nach Bargeldabschaffung gewisse Dienstleistungen in Anspruch nehmen (Forumsmitglieder natürlich ausgeschlossen), die Beträge dafür natürlich nicht auch noch sichtbar für die liebe Ehefrau auf den Kontoauszügen wiederfinden.

Oh, Oh, Oh, das gibt Ärger
Da siehste mal, die Bargeldabschaffung könnte also auch Ehen retten... smilie_11

Beitrag 11.02.2016, 15:21

Mehrgoldfüralle
Goldinho hat geschrieben:
menschenskind hat geschrieben: Also mit meinem Handy geht das definitv nicht - ist'n altes Teil. Ich weiß aber, was Du meinst. Bedeutet letzlich techn. Aufwand steigern ...und bei Smartphones min. tägl. den Akku aufladen - sonst: "Ohne Strom kein Moos. Ohne Moos nix los"
Ich bin zwar technikaffin, aber mit Handys habe ich es auch nicht so. Nehme mein privates meistens nur abgeschaltet mit. Gestern hat mich eine Dame überholt, und ich werde eher selten überholt, mit Handy vor dem Mund, als würde sie gleich rein beißen wollen ;)

Wenn jemand Bargeld abschaffen wollte, würde es natürlich eine konzertierte Aktion des Staates und der Banken geben und neben der Möglichkeit per Handy zu zahlen wahrscheinlich kostenfrei ein Zusatzgerät bereitgestellt werden. Mit minimalem Display und Strombedarf (siehe Kindel). Ich könnte mir auch vorstellen, dass man in solch einer "Geldbörse" dann auch hinterlegte Daten des Persos und Führerscheins abrufen könnte. Es wird also irgendwann alles eher praktischer als umgekehrt.
menschenskind hat geschrieben: Der Grund wäre sicher noch da, nur eben keine Automaten mehr. Gehen die eben was anderes sprengen oder auf Überfall-/Diebstahl-/Einbruchstour.
Sicherlich wird Kriminalität nie ganz auszurotten sein. Wenn du aber Schwierigkeiten hast ohne Bargeld deine Hehlerware loszubekommen, dann reduziert sich diese Art von Kriminalität doch entscheidend.
menschenskind hat geschrieben: Letztendlich frage ich mich doch nur, ob sich dieser ganze Aufwand lohnt, den ALLE mitmachen müssen, nur um ein paar Kriminelle angeblich zu stoppen? Bargeld ist nur Mittel zum Zweck, nicht aber der Grund für Kriminalität. Damit sich die Kriminellen bei Bargeldverbot dann nicht alternativ mit EM bezahlen, müsste auch ein EM-Verbot her - natürlich für alle.
Stellt es denn wirklich einen Aufwand dar? Die, die am meisten mit Bargeld zu tun haben, die Händler, könnten sich eine Abschaffung doch schon gestern vorstellen. Edelmetall sehe ich nicht als Alternative. Der Normalbürger hätte mit einem gut ausgedachten digitalen Bezahlsystem keinen Grund Edelmetalle mit sich herum zu schleppen. Vor allem dann nicht, wenn man damit offiziell nirgends einkaufen kann, außer vielleicht im Ausland.

Man könnte Edelmetalle mit fälschungssicheren Zertifikaten ausstatten. Möglichkeiten sie weiter im Verkehr zu lassen gäbe es sicherlich.
menschenskind hat geschrieben: Wie hier schon erwähnt, eins wird sicher sein, nämlich ein großer Schritt in Richtung totale Kontrolle. Dieser ganze Komplex bringt der Bevölkerung mindestens enorme Kosten.[/b]
Wenn man sich die Entwicklung auf dieser Welt betrachtet, werden wir um unangenehme Entscheidungen nicht drum herum kommen. Ich würde trotzdem nicht von totaler Kontrolle sprechen, ein Bankgeheimnis besteht dann ja immer noch.

Europaweit kostet die Versorgung mit Münz- und Scheingeld dutzende Mrd. Alleine die Herstellung beträgt 1,4 Mrd über dem Nennwert des Bargeldes. Alle Kosten des Bargeldverkehrs sollen sich Brutto auf über 12 Mrd beziffern. Jede Münze wie Schein werden bei Abgabe an die Bank geprüft und alle paar Monate komplett ausgetauscht, die kleinen Scheine am ehesten, da am meisten im Umlauf. Ich schreibe brutto, weil bei einer Bargeldabschaffung auch ein Rationalisierungsfaktor eingepreist werden muss. Den Großteil der Verkäufer und Sicherheitsdienstmitarbeiter sowie der Geldtransport werden dann nicht mehr benötigt.
Jaja, alles klar, es gibt auch Datenschutzgesetze. Was die bringen, weiß man ja. Wenn Firmen und Server gehackt werden, macht nix, wir haben ja nichts zu verbergen.

Bankgeheimnis? smilie_20 smilie_35

Beitrag 14.02.2016, 07:28

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Bargeldobergrenze – Diktatorischer Eingriff in die Autonomie der Bürger

Der Schutz des privaten Eigentums und der Privatsphäre sind vom Grundgesetz garantiert. Wenn nun aber die von der Bundesregierung in hektischer Betriebsamkeit vorangetriebene Einführung einer Obergrenze für Barzahlungen Wirklichkeit werden sollte, bedeutet das einen einschneidenden Eingriff in die Autonomie der Bürger. „Überwachung und Enteignung“ würden damit „Tür und Tor geöffnet“, wie FDP-Chef Christian Lindner trefflich formulierte. – Ein klarer Verstoß gegen das Grundgesetz. Inakzeptabel und unnötig obendrein.

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