Vermögen: Die Deutschen werden reicher

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Antworten

Beitrag 31.01.2019, 14:10

Benutzeravatar
Kilimutu
500 g Barren Mitglied
Beiträge: 766
Registriert: 06.03.2011, 09:44
Fake ist auf jeden Fall der Titel des threads.

Er müsste lauten: ein Teil der Deutschen wird reicher. Durchschnittswerte -wie auch immer ermittelt- liefern ein Bild der (einer) Volkswirtschaft, aber nicht des Einzelnen.
Letzte Woche war die Atomkraft so sicher wie das Amen in der Kirche - heute ist sie so sicher wie die Renten (Sven Lorig im ARD Morgenmagazin, nach Fukushima)

Beitrag 31.01.2019, 14:29

Benutzeravatar
VfL Bochum 1848
Gold-Guru
Beiträge: 3278
Registriert: 31.01.2015, 11:29
Wohnort: NRW
Kilimutu hat geschrieben:
31.01.2019, 14:10
.... Durchschnittswerte -wie auch immer ermittelt- liefern ein Bild der (einer) Volkswirtschaft, aber nicht des Einzelnen.
Ja gut, aber das ist doch wohl bei jeder Statistik der Fall. Jeden Einzelnen auszuwerten wäre auch mehr als eine Lebensaufgabe!

Und dann muss man sich auch fragen: https://www.youtube.com/watch?v=uQQm7bKJskM
VfL Bochum? -Find ich gut!

Beitrag 31.01.2019, 20:17

Benutzeravatar
Kilimutu
500 g Barren Mitglied
Beiträge: 766
Registriert: 06.03.2011, 09:44
VfL Bochum 1848 hat geschrieben:
31.01.2019, 14:29
Kilimutu hat geschrieben:
31.01.2019, 14:10
.... Durchschnittswerte -wie auch immer ermittelt- liefern ein Bild der (einer) Volkswirtschaft, aber nicht des Einzelnen.
Ja gut, aber das ist doch wohl bei jeder Statistik der Fall. Jeden Einzelnen auszuwerten wäre auch mehr als eine Lebensaufgabe!
Wird doch ausgewertet. Man weiß doch, wieviele Menschen sich am Existenzminimum entlanghangeln. Es werden jedes Jahr mehr ... --> Armutsbericht der Bundesregierung, Berichte des paritätischen Wohlfahrtsverbandes ...
Letzte Woche war die Atomkraft so sicher wie das Amen in der Kirche - heute ist sie so sicher wie die Renten (Sven Lorig im ARD Morgenmagazin, nach Fukushima)

Beitrag 31.01.2019, 21:04

Benutzeravatar
Reiner Zufall
5 Unzen Mitglied
Beiträge: 62
Registriert: 29.01.2019, 14:03
wohl wahr. Viele haben schon kein Geld mehr, sich die Chips vor der 65 Zoll Glotze reinzuschaufeln und müssen sich die Kalorien mit marken losem Cola und fettigen Pommes reinwürgen. Verdammt traurig, dass man die Bevölkerung vor allem im Osten so hängen lässt. Nach über 28 Jahren Soli wäre es an der Zeit, den Soli angemessen zu erhöhen. Natürlich ausschließlich nur für die Wessis. Zwecks Gerechtigkeit, Solidarität und so smilie_01

Beitrag 31.01.2019, 22:06

Benutzeravatar
Demosthenes
2 Unzen Mitglied
Beiträge: 41
Registriert: 21.01.2019, 17:22
Ja, es ist ein Kreuz mit den vielen dummen, faulen Arbeitslosen. Und die Rentner erst, die alten bequemen Säcke, hätten sie halt mehr verdient, müssten sie keine Flaschen sammeln.

Vor so viel Durchblick: Chapeau!
Einfalt statt Vielfalt *
*Frisch geklaut von Wilfried Kahrs

Beitrag 05.03.2019, 16:51

Benutzeravatar
VfL Bochum 1848
Gold-Guru
Beiträge: 3278
Registriert: 31.01.2015, 11:29
Wohnort: NRW
Studie: Im hohen Alter wird mehr gespart

Die meisten älteren Menschen wollen ihre Ersparnisse lieber vererben, als sie selbst zu verbrauchen. Doch nicht nur deshalb beginnen Senioren später in ihrem Leben noch einmal damit, Geld zur Seite zu legen:

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/me ... 73026.html
VfL Bochum? -Find ich gut!

Beitrag 05.03.2019, 18:19

HansBF
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 107
Registriert: 27.01.2019, 20:32
VfL Bochum 1848 hat geschrieben:
05.03.2019, 16:51
Studie: Im hohen Alter wird mehr gespart

Die meisten älteren Menschen wollen ihre Ersparnisse lieber vererben, als sie selbst zu verbrauchen. Doch nicht nur deshalb beginnen Senioren später in ihrem Leben noch einmal damit, Geld zur Seite zu legen:

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/me ... 73026.html
Richtig, ich z.B Spare damit sie mich anständig Begraben können, für einen Sarg.
Da ich keine Lebensversicherung habe Sorge ich selbst dafür.

Beitrag 15.07.2019, 13:22

Benutzeravatar
VfL Bochum 1848
Gold-Guru
Beiträge: 3278
Registriert: 31.01.2015, 11:29
Wohnort: NRW
...und der nächste Rekord :wink:


Zahlen der Bundesbank

Geldvermögen der Deutschen auf Rekordwert

Das Geldvermögen privater Haushalte lag laut Bundesbank zum Jahresbeginn bei 6170 Milliarden Euro - und damit so hoch wie nie. Insgesamt setzen die Bürger vor allem auf Bargeld und Bankeinlagen:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ha ... n-101.html
VfL Bochum? -Find ich gut!

Beitrag 16.07.2019, 01:43

Benutzeravatar
Kursprophet
500 g Barren Mitglied
Beiträge: 547
Registriert: 17.12.2010, 13:08
smilie_06
Zuletzt geändert von Kursprophet am 24.07.2019, 23:28, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 16.07.2019, 05:46

Benutzeravatar
Igolide
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 107
Registriert: 02.02.2019, 08:19
Ich glaube daß es eher um denDurchschnittswert geht.
Statistikzahlen sind für eine Gruppe

Müste heißen:
Privates Geldvermögen insgesamt gestiegen
Nur die Dummen zweifeln nicht an ihrem Weltbild

Beitrag 16.07.2019, 09:06

kribelboble
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 288
Registriert: 11.09.2014, 13:47
nur zur Einordnung des Youtube-Videos:
Bruno Bandulet publiziert im Kopp-Verlag.

Beitrag 24.07.2019, 06:24

Benutzeravatar
Igolide
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 107
Registriert: 02.02.2019, 08:19
kribelboble hat geschrieben:
16.07.2019, 09:06
nur zur Einordnung des Youtube-Videos:
Bruno Bandulet publiziert im Kopp-Verlag.
In der Sparte Xenobiologie?
Oder UFO?
Nur die Dummen zweifeln nicht an ihrem Weltbild

Beitrag 24.07.2019, 10:00

Benutzeravatar
goldmoney
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 317
Registriert: 02.02.2018, 11:16
Wohnort: Deutschland
Das Geldvermögen der Deutschen ist zwischen 1997 un 2017 von ca 3 auf nun 6 Bio gestiegen. In der gleichen Zeit sind Grund und Boden von ca 1 Bio auf 3 Bio gestiegen! Also kann man heute mit dem Geld nur 2 mal den Immobestand kaufen. 1997 ging das 3 mal.

Das Volumen der Gebrauchsvermögen ist nahezu gleichgeblieben! Abzüglich der Inflation hat man hier eine herben Realverlust erlitten. Wo ist der Rest? Na, Export. DDR lässt grüßen.

https://crp-infotec.de/wp-content/uploa ... cklung.gif

Würde man ausrechen, wie viele uneinbringliche Forderungen sich im Geldvermögen verstecken, sähen die zahlen brutal aus. Über die Verteilung dieser Summen will ich mal gar nicht sprechen.

Von wegen die Deutschen haben Geld......

PS Koop Verlag. Man muss nicht alles glutheißen was dort veröffentlicht wird. Leder darf man bei abweichender Meinung sonst nirgends veröffentlichen.
"The gold standard is the only method we have yet found to place a discipline on government, and government will behave reasonably only if it is forced to do so"
Friedrich August von Hayek

Beitrag 02.10.2019, 07:43

Benutzeravatar
VfL Bochum 1848
Gold-Guru
Beiträge: 3278
Registriert: 31.01.2015, 11:29
Wohnort: NRW
Vermögen in Deutschland

Immobilienbesitz macht den Unterschied

Die Menschen in Deutschland werden immer reicher. Doch das ist für einen Großteil der Bevölkerung nicht unbedingt eine gute Nachricht. Die reichsten zehn Prozent besitzen mehr als die Hälfte des Vermögens. Das hängt auch mit deren Wohnsituation zusammen:

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Immobili ... 07666.html


Zitat aus dem verlinkten Artikel:
Der Studie zufolge stieg das Nettovermögen pro Kopf von 2012 bis 2017 durchschnittlich um 22 Prozent auf knapp 103.000 Euro.
VfL Bochum? -Find ich gut!

Beitrag 02.10.2019, 09:09

kribelboble
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 288
Registriert: 11.09.2014, 13:47
Ich postuliere mal frech, daß wer sich Gold leisten kann und hier im Forum tätig ist zu dem Teil der Bevölkerung zählt die tatsächlich reicher wird und wurde.
D.h. wir alle (falst alle) hier habe seit Schröders Hartz-4 Reformen massiv profitiert und haben Vermögen aufgebaut.
Ich finde es als alter Sozi und alternativer nicht gut - wäre aber tatsächlich nicht böse wenn die Vermögenssteuer wieder eingeführt würde und auch Erbschaften höher besteuert werden würden.
Und nicht wieder das Argument das das Besteuern von Betriebsvermögen existenzbedrohend sein muss. Das ließe sich regeln mit "stillen Beteiligungen" eines Staatsfond an geerbten Betriebsvermögen dass über viele Jahre zurückgefahren werden könnte.
Das will aber niemand hören da in Wirklichkeit die Besitzenden ein viel größere Lobby in der Politik haben.
18% der deutschen Bevölkerung sind Akademiker - im Bundestag sitzen 80% Akademiker. Die höchste Habilitätsrate hat übrigens die AFD (deren Akedemikerquote liegt genau bei 80%) , die niedrigste Akademikerquote bei den Linken und der SPD.

Beitrag 02.10.2019, 10:17

Benutzeravatar
lifesgood
Gold-Guru
Beiträge: 2551
Registriert: 07.10.2012, 10:27
Wohnort: zwei
Grundsätzlich ist mein Gerechtigkeitsempfinden auch für eine Vermögenssteuer.

Das Grundproblem bei uns ist, es wird viel gequatscht und nichts passiert. Wenn es einen Effekt bringen soll, muss es schnell passieren, sonst haben die Großen ihre Vorkehrungen getroffen und der Mittelständler ist ein weiteres mal der Arsch.

Und vor allem kann man das Vermögen nicht gleichzeitig von mehreren Seiten belasten.

Wenn man eine Vermögenssteuer einführt müssen auch die Immobilien nach Verkehrswert berücksichtigt werden, denn die Bewertung nach Einheitswert war ja seinerzeit der Knackpunkt beim Urteil des Bundesverfassungsgerichts.

Nun wissen wir alle, dass die Verkehrswerte von Immobilien sehr hoch sind. Da kommt man als mittelständischer Vermieter, dem langjährige Mietverhältnisse wichtiger sind als der letzte Cent bei der Miete, bei einer Wohnung mit Bestandsmietern nur mit viel Glück auf eine Mietrendite von 2% bezogen auf den Verkehrswert. In Ballungszentren noch weniger. Ich hab das mal für eine Wohnung in München aus unserem Bestand durchgerechnet. Da sagt der Mietspiegel von München für einen Wohnung, die mit 6.000 - 7.000 € pro qm gehandelt wird, eine qm-Miete von 10,70 €. Wenn man da die nicht umlagefähigen Kosten noch abzieht, liegt man deutlich unter 2%.

In Berlin soll die Miete für Baujahre 1973 - 1990 auf 6,04 €, Baujahr 1991 - 2002 auf 8,13 € und Baujahr 2003 bis 2013 auf 9,80 € gedeckelt werden. Zudem soll die Grundsteuer nicht mehr umlagefähig sein. Da erreicht man dann wohl noch eine Mietrendite von maximal 1,5% des Verkehrswertes.

Aber rechnen wir mal mit sehr hoch gegriffenen 2% des Verkehrswertes als Mietrendite. Im Spitzensteuersatz mit 42% EKSt. + Soli + Kirchensteuer gehen bei mir schon mal 47,67% weg, bleibt noch eine Nettorendite von 1,0466 %. Wenn man dann noch 1% des Verkehrswertes als Vermögenssteuer (die ja nicht bei der Einkommensteuer abzugsfähig ist) bezahlen soll, bleibt eine Rendite nach Steuern von 0,0466%. Wenn größere Reparaturen anstehen, oder die CO2-Abgabe vom Vermieter bezahlt werden soll, oder mal Mietausfälle oder Leerstand vorkommen, wird´s negativ. Dafür wird sich niemand, der noch klar bei Verstand ist, die Arbeit und den Ärger der Vermieterei antun.

Dass in einem solchen Szenario kein Mittelständler mehr Wohnraum schafft, sollte klar sein. Also wird der Mietmarkt noch stärker von gewerblichen Vermietern und Wohnungsbaugesellschaften dominiert werden.

Sollte das so kommen, werde ich mich von meinem Immobestand trennen und von der Substanz leben oder in Dividendenaktien umschichten, weil man Dividenden ja nicht so hoch versteuert. Einkommensteuer gibt es aber dann auch keine mehr von mir, nur noch Vermögenssteuer für ein schrumpfendes Vermögen und ggf. ein wenig Abschlagsteuer.

So wie ich werden das viele sehen und die Immopreise werden durch das größere Angebot auf breiter Front sinken. Das wiederum hat für diejenigen, die in den letzten Jahren zu überteuerten Preisen mit hohen Finanzierungsquoten gekauft hatten, den Nachteil, dass der Verkehrswert schnell unter die Restdarlehenssumme sinken kann. Dann werden die finanzierenden Banken weitere Sicherheiten oder alternativ höhere Zinsen als Risikozuschlag verlangen, denn ein Risikozuschlag ist bei den aktuell niedrigen Zinsen nicht eingepreist.

Die Reichen, die sich zu einem Großteil der Vermögenssteuer entzogen haben, werden dann billig einsammeln und ein weiteres mal wird von der Mitte nach oben umverteilt, unten ist ja sowieso nichts mehr zu holen.

Daher wage ich mal ganz kühn die Prognose, dass diejenigen, die eine Vermögenssteuer eigentlich treffen sollte, die Nutznießer sein werden, sofern sie Investitionen in D überhaupt noch in Betracht ziehen.

lifesgood

Beitrag 02.10.2019, 11:11

kribelboble
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 288
Registriert: 11.09.2014, 13:47
Ja das ist tatsächlich an dem gezeigten Beispiel alles nicht so einfach.
Die Krux an Deutschland und auch ein Grund warum die Vermögensverteilung eher "ungerechter" wird ist tatsächlich die Eigenheimquote die im Vergleich zum Ausland viel kleiner ist.

Man müsste langfristig die Eigenheimquote erhöhen. Das kann man mit geziehlter Förderung oder durch "unattraktiv" machen von Vermietung in großem Stil (ich meine definitiv nicht Privatvermieter mit höchsten einem dutzend Wohnungen sonder Großvermiter oder Konzerne) . Wäre nämlich das vermieten deutlich unattraktiver für Wohnungsfirmen wäre das Preisniveau auch deutlich kleiner für den Kauf.
Beispiel:
Dresden hat nach der Wende 47000 Wohnungen für ca. 1.5 Milliarden Euro verkauft an einen amerikanischen Investor verkauft.
Das sind 35000 Euro pro Wohnung im Schnitt. Klar Dresden war danach Schuldenfrei - aber wäre es in solch einem Fall für einen Staat nicht viel viel billiger gekommen dem Großteil der damalligen Mieter für ähnliche Preise die Wohnungen zu kaufen. Im Schnitt 35000 (plus natürlich die Sanierungskosten) hätte sich letztendlich beinahe jeder in den folgenden 20 Jahren leisten können.

Nein - dort wurde Vermögen vom Staat an Mietkonzerne privatisiert zu jetzt lächerlichen Preisen.
Wäre da nicht ein Staatsfond besser gewesen der die Wohnungen übernommen hätte - Dresden wäre dann auch Schuldenfrei gewesen - der Staatsfond hätte jedoch als Aufgabe bekommen die Wohnungen an die Mieter ohne Gewinnabsicht zu verkaufen.

30000 Euro pro Wohnung - ein Witz.

Beitrag 02.10.2019, 11:30

Benutzeravatar
goldmoney
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 317
Registriert: 02.02.2018, 11:16
Wohnort: Deutschland
Ich hatte auch mal pro Vermögenssteuer argumentiert. Das läuft aber ins Leere bzw wird kontraproduktiv, musste ich einsehen.
Man kann die Grundsteuer vielleicht etwas erhöhen, doch zahlt sie ja der Mieter. Also wieder nichts gewonnen. Im Sinne von , nicht "der Reiche" zahlt sie.

Stattdessen müssten wir weg von allen Einkommens- und Vermögenssteuern weg gehen und nur den Konsum besser gesagt den Umsatz besteuern.

Mal angenommen ein Vermieter muss renovieren. Er zahlt aber keine Est und hat somit Geld dafür übrig. Der Kleinvermieter würde profitieren, die großen Gesellschaften nicht, denn sie zahlen heute schon kaum Steuern. Die Rendite würde steigen.

Sie müssten aber höher USt für die Investitionen/Renovierungen zahlen. Der Kleinvermieter zwar auch, aber seine Est Ersparnis wäre größer.

Es spiel auch eine Rolle wie die Rendite ist bezogen auf den Kaufwert, nicht Verkehrswert. Da die meisten Immobilien in Bestand sind, durfte der Kaufpreis der bezahlt wurde, so niedrig sein, dass die Renditen groß genug wäre um auch so zu renovieren. Ansonsten würde die Miete sinken, weil die Attraktivität sinkt.

**Die derzeitige Knappheit ist eine völlig andere Diskussion und hat nichts mit den Steuern zu tun**.

Die Neuinvestoren in solche großen Immobilienkomplexe würden aber einen Abschlag verlangen, damit sie noch eine zufriedenstellende Rendite erzielen. Somit würden die Immobilien im Preis sinken und so ein "relativer Vermögenstransfer" zu Gunsten der Sparer/Mieter erfolgen, deren Geldvermögen oder Kaufkraft relativ wertvoller wäre.

Firmen die hier produzieren, würde keine Steuern zahlen müssen, lediglich wenn sie Umsatz machen. Dafür aber dann mehr. Exporteuere würden profitieren. Aber auch wer hier verkauft würde nichts verlieren, denn die Kaufkraft der Arbeitnehmer würde ja durch den Wegfall der EKSt zunächst steigen. So ließe sich die höhere USt einpreisen. Der große Vorteil wäre aber, dass Internationale Konzerne die hier verkaufen, aber heute keine Steuern zahlen, keinen Wettbewerbsvorteil mehr hätten!

Die USt müsste gestaffelt sein. Grundnahrungsmittel wenig, das Meiste dann zum Standardsatz, um einiges höher als heute und bestimmte Luxusgüter oder meinetwegen umweltbelastende Produkte noch höher. Diesel z.B. (mal von der Klimadiskussion völlig abgesehen). Die Preise der Produkte die mit LKW befördert werden würden, wären teure als jene die mit der Bahn ankommen. Nur ein Beispiel.
"The gold standard is the only method we have yet found to place a discipline on government, and government will behave reasonably only if it is forced to do so"
Friedrich August von Hayek

Beitrag 02.10.2019, 12:10

Benutzeravatar
lifesgood
Gold-Guru
Beiträge: 2551
Registriert: 07.10.2012, 10:27
Wohnort: zwei
Wenn ich mich recht erinnere hatten wir diese Diskussion schon mal ;)

Ich sehe da ein grundsätzliches Problem bei der Umsatzsteuer, nämlich das, dass diejenigen mit geringerem Einkommen, einen deutlich größeren Teil ihres Einkommens verkonsumieren (müssen), als diejenigen mit sehr hohem Einkommen.

Beispiel: Ein Haushalt mit einem jährlichen Bruttoeinkommen von 60.000 € (5.000 € pro Monat) würde einen Großteil dieses Einkommens zu dann deutlich höheren Preisen ausgeben (müssen) und kann nur einen geringen Teil davon sparen. Selbst wenn manche Dinge dann niedriger besteuert sind, haben sie bezogen auf ihr Einkommen einen prozentual recht hohen Steueranteil.

Ein Haushalt eines Reichen, der ein Bruttoeinkommen von 1,2 Mio € (100.000 € pro Monat) hat, wird nur einen Bruchteil dieses Einkommens ausgeben, ein großer Teil wird zur Anlage unversteuert in den Finanzkreislauf wandern. Selbst wenn dieser Haushalt dann 30.000 € pro Monat bei den höheren Preisen ausgibt, wird seine Steuerquote (auch bei höheren Steuern für Luxusgüter) bezogen auf das Gesamteinkommen niedriger sein, als beim Normalo-Haushalt.

@kribelboble: Die niedrige Wohnungseigentumsquote in D ist hausgemacht.
Wenn die Bevölkerung durch Zuzug (ich versuche das bewußt neutral zu formulieren, um nicht in die rechte Ecke gestellt zu werden) enorm wächst und man von staatlicher Seite keinerlei Anstrengungen zum Wohnungsbau unternimmt, ist es eigentlich nur logisch, dass Wohnraum (egal ob zur Miete oder zum Kauf) teurer wird.

Dabei wäre es so einfach gewesen. Die AfA beträgt grundsätzlich in Summe 100% des Gebäudewertes, wobei diese üblicherweise auf 50 Jahre zu jeweils 2% verteilt werden.

Damals nach der Wende, hatte man im Wohnungsbau Sonderabschreibungen. Das heißt man konnte 50% nach Belieben in die ersten 5 Jahre verteilen, hatte dann aber für die restlichen 45 Jahre auch nur noch 50% AfA zum Abschreiben.

Da wäre es doch nicht nur für den Wohnungsbau gut gewesen nach 2015 wieder so ein Programm aufzulegen, sondern auch fiskalisch betrachtet. Dann hätten die Leute, die neue Wohnungen bauen, in Zeiten von Steuerüberschüssen weniger Steuern bezahlt, aber dafür später (wegen der geringeren AfA für die restlichen Jahre) eben mehr Steuer bezahlt.

Das wäre eine win/win Situation gewesen. Es wären viele Wohnungen entstanden und der Fiskus hätte Steuereinnahmen von einer Zeit mit Steuerüberschüssen in spätere Jahre verschieben können. Aber wir Deutschen müssen ja Staatsschulden reduzieren, wenn alle anderen Länder in unserem Währungsraum diese erhöhen :roll:

Zudem wären durch ein größeres Angebot Mietpreisexzesse ausgeblieben und bei günstigerem Mietpreis hätten auch die Kaufpreise nicht ungebremst steigen können. Das heißt die Mieter hätten mehr von ihrem Einkommen sparen können um es dann später als EK-Quote für günstigeren eigenen Wohnraum einzusetzen.

In den neuen Ländern läuft das häufig so. Da sind die Mieten günstiger und viele Mieter schaffen sich dann irgendwann was Eigenes an.

Ein weiterer Punkt ist der, dass unsere Einkommensteuerprogression noch auf der Mitte des letzten Jahrhunderts basiert. Es kann doch nicht sein, dass ein leitender Angestellter als Single schon die Progressionsgrenze zum Spitzensteuersatz überschreitet, aber andererseits ein Reicher, der das fünzig- oder hundertfache davon verdient, in der Spitze auch nur noch 3% (Reichensteuer) mehr bezahlt.

So wird vielen durch eine zu hohe Besteuerung in der Mitte schlicht die Möglichkeit genommen, für Wohneigentum anzusparen. Die niedrigen Zinsen tun ihr übriges.

lifesgood

Beitrag 02.10.2019, 15:03

Benutzeravatar
goldmoney
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 317
Registriert: 02.02.2018, 11:16
Wohnort: Deutschland
lifesgood hat geschrieben:
02.10.2019, 12:10
Wenn ich mich recht erinnere hatten wir diese Diskussion schon mal ;)
Richtig. Doch ist seit dem ein wenig Zeit vergangen, manch eine Position könnte sich also verändert haben. :wink:

lifesgood hat geschrieben:
02.10.2019, 12:10
Ich sehe da ein grundsätzliches Problem bei der Umsatzsteuer, nämlich das, dass diejenigen mit geringerem Einkommen, einen deutlich größeren Teil ihres Einkommens verkonsumieren (müssen), als diejenigen mit sehr hohem Einkommen.
Das stimmt, ist aber heute auch so. Man wird jene die hohe Einkommen haben, nicht auf direktem Wege einfangen. Aber indirekt. Sie zahlen ja die Est stark "optimiert". Deren Einkommen werden letztendlich durch Konsum erzielt, der heute nicht so hoch versteuert wird. Die Ust Erhöhung würde die Preise zwar erhöhen, doch gäbe es dennoch eine Grenze nach oben, wenn die höhere Ust die ersparte ESt erreicht. Man kann ja nicht mehr ausgeben, als man hat(te). Erfahrungsgemäß führen höhere Preise selbst bei höherem Einkommen zu einer psychologischen Zurückhaltung, also würden die Preise weniger steigen als die Steuererhöhung. Die Marge der Unternehmen, die hier heute wenig oder gar keine ESt zahlen, würde sinken, weil sie keine oder nur wenig Kompensation über die ersparte Est haben. Schon würden clevere Privatiers bzw Unternehmen im Inland vor Allem aber Apple & Co überhaupt Steuern zahlen, was wünschenswert ist!

Zusätzlich würden jene die nicht so viel konsumieren bevorzugt weil sie auf die Sparquote gar keine Steuern zahlen würde, was heute nicht der Fall ist. Auch wer nur "isst und wohnt" würde profitieren von den niedrigeren Sätzen. Ein vernünftiges Modell zu finden, dürfte keine Rocket Science sein. Die ständige MWSt Erhöhungen zeigen doch, dass die Est nicht mehr funktioniert. Ich meine du hast selbst vor Kurzem mal den Kuchen mit dem Steueraufkommen gezeigt. Die Mwst und die Zölle sind bereits heute doch der zweitgrößte Brocken nach der Lohnsteuer, wobei sich herumgesprochen hat, dass der AN den Euro nicht gleichzeitig als Lohnsteuer und als MWSt hergeben kann. Also sind wir schon auf dem Weg dahin.




lifesgood hat geschrieben:
02.10.2019, 12:10
Die niedrige Wohnungseigentumsquote in D ist hausgemacht. .
smilie_09
lifesgood hat geschrieben:
02.10.2019, 12:10
Dabei wäre es so einfach gewesen. Die AfA beträgt grundsätzlich in Summe 100% des Gebäudewertes, wobei diese üblicherweise auf 50 Jahre zu jeweils 2% verteilt werden.

Das ist nicht das Problem. Wir haben genug Porotonsteine und Mörtel, Baugrundstücke aber nicht. Ich sehe es selbst jetzt bei Frankfurt, wo drei Bürger einer kleinen Stadt gegen ein Neubaugebiet mobilisieren. Da werden allerlei Gründe (die Natur an erste Stelle!) gesucht um den Bau zu verhindern. Schaut man sich deren Adressen auf Google Maps an, siehe da, wohne alle drei doch glatt unmittelbar neben diesem Acker. Somit würde der Blick ins Grüne getrübt werden. Dass sie mal vor 15 Jahren das Gleiche ihren alten Nachbarn angetan haben, wird dezent ignoriert.

Seit mehreren Jahren wird somit verhindert, dass neue Wohnungen gebaut werden in einem Ballungsgebiet, das bereits jetzt aus allen Nähten platzt. Warum darf irgendeine Bürgerinitiative, besser gesagt drei Egoisten, die mit allen Tricks und Mittel Ältere und naivere Bürger mobilisieren um zu verhindern, mindestens zu verzögern, dass jemand aus seinem Acker am Ende des Ortes Baugebiet macht und den Druck auf dem Wohnungsmarkt ein wenig entschärft. Die Erklärungen sind so widersprüchlich wie sonstwas. Einerseits sollte die Stadt den Acker kaufen, um das Grundstück normalen Familien günstig zur Verfügung zu stellen, andererseits wird von dadurch steigenden Kosten gewarnt. Privat und teuer will man aber auch nicht, weil die Infrastruktur noch nicht da ist, wobei hier sogar Ärzte und Kindergärten zuerst verlangt werden. Wenn ein Grund nicht zieht, hat ma ja gleich das gegenteilige Argument in der Tasche. Unglaublich.





lifesgood hat geschrieben:
02.10.2019, 12:10
Ein weiterer Punkt ist der, dass unsere Einkommensteuerprogression noch auf der Mitte des letzten Jahrhunderts basiert. Es kann doch nicht sein, dass ein leitender Angestellter als Single schon die Progressionsgrenze zum Spitzensteuersatz überschreitet, aber andererseits ein Reicher, der das fünzig- oder hundertfache davon verdient, in der Spitze auch nur noch 3% (Reichensteuer) mehr bezahlt. So wird vielen durch eine zu hohe Besteuerung in der Mitte schlicht die Möglichkeit genommen, für Wohneigentum anzusparen.
Also auch ein Argument gegen diese Form der Besteuerung :wink: .
"The gold standard is the only method we have yet found to place a discipline on government, and government will behave reasonably only if it is forced to do so"
Friedrich August von Hayek

Antworten