Warum ein BREXIT der EU nutzt

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Antworten

Beitrag 25.06.2016, 21:11

Klecks
1 kg Barren Mitglied
Beiträge: 1461
Registriert: 28.11.2011, 14:16
OK, lassen wir mal Japan und USA samt der damit verbundenen (ganz realen) Handels- und Reisebeschränkungen weg, bleiben wir in Europa:

Norwegen, Island, Schweiz, Liechtenstein
-KEINE EU-Mitglieder, keine EURO-Staaten, aber
- Mitgliedsstaaten der EFTA (European Free Trade Association)
- zum Schengen-Raum gehörend.

San Marino, Malta, Andorra, Monaco
-KEINE EU-Mitglieder aber
- EURO-Staaten
- zum Schengen-Raum gehörend
- privilegierte EU-Wirtschaftspartner.

Irland, Zypern
-EU-Mitglieder, EURO-Staaten aber
- NICHT zum Schengen-Raum gehörend. Vereinfachte Reisebestimmungen für EU-Mitglieder, keine Reisepass- oder Visumpflicht.

Kroatien, Rumänien, Bulgarien (bis Vorgestern war auch GB in dieser Gruppe)
-EU-Mitglieder
- keine EURO-Staaten
- NICHT zum Schengen-Raum gehörend. Vereinfachte Reisebestimmungen für EU-Mitglieder, keine Reisepass- oder Visumpflicht.


Wofür genau war jetzt gleich wieder die EU-Mitgliedschaft unerlässlich? smilie_08
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 25.06.2016, 21:58

tgwg
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 410
Registriert: 03.07.2011, 18:28
Klecks hat geschrieben:San Marino, Malta, Andorra, Monaco
-KEINE EU-Mitglieder
Malta ist Mitglied der EU!

Beitrag 26.06.2016, 00:34

Benutzeravatar
mittwoch
5 Unzen Mitglied
Beiträge: 96
Registriert: 08.08.2011, 22:35
Grenzkontrollen nicht so schlimm? Na klar. Sind das die gleichen Stimmen, die bei der Erwähnung von Bargeldabschaffung Schnappatmung bekommen, weil der Staat sie dann kontrollieren kann?
Dreierlei:

- nicht nur kontrollieren, auch rasieren - da unmittelbarer Kapitalabzug per Bankautomat nicht mehr möglich, eröffnen sich der Finanzwelt diese und weitere ganz neue Möglichkeiten
- Ausmaß: Gelegentliche Grenzübertritte stehen in Hinsicht auf Überwachung in keinem Verhältnis zum Tracken aller Finanzströme. Wer weiß, wann und wo ich was kaufe, kennt meinen Tagesablauf, kennt meine Aufenthaltsorte, meine Ernährung, weiß um meine Hautprobleme und welche Haustiere ich durchfüttere.
- Kosten/Nutzen: Grenzkontrollen haben im Gegensatz zu Bargeldabschaffung auch einen massiven Nutzen für uns

ad 2: 'Er' weiß natürlich auch eine unfassbare Menge durch die handelsübl. Verwendung von Handynetzen und Internet. Allerdings habe ich in diesem Fall noch Möglichkeiten auszuweichen/abzumildern. Vgl. jetzige Situation bei bargeldlosem Zahlen: Kann ich nutzen, muss ich aber nicht.[/quote]

Beitrag 26.06.2016, 09:08

Gladius
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 451
Registriert: 11.12.2011, 16:10
Das Hauptproblem mit dem Austritt Englands ist, dass keiner weiß was jetzt passieren wird. Am liebsten wäre den EU-Granden, dass sich GB aufspaltet und es diesen Engländern mal richtig schlecht geht, damit die "sehen was sie davon haben".
Der worst case aus EU sicht wäre, wenn sich kaum was ändert und England keine Nachteile aus dem Austritt aufgebrummt bekommt. Könnte ja andere Mitgliedstaaten zum Nachahmen einladen :roll: .

Was mich zum kotzen bringt sind die Meldungen der (EU)-Politiker. Wie beleidigte Kinder. "Die werden schon sehen was sie davon haben" etc...und die Verlogenheit. Bei der Abstimmung, als Schottland über die Unabhängigkeit abstimmte tönte man noch "Eine Abspaltung bedeutet nicht automatisch EU-Mitgliedschaft" und jetzt? Kein Ton davon. Nur um die aufsässigen Briten abzustrafen. Wie man heute sieht wurde mit dem Satz damals wohl die Wahl entschieden.

Dann noch etwas was ich nicht so verstehe. Wieso sollte ein schwacher Pfund schlecht sein? Versucht die EU nicht grade den Euro schwach zu halten um den Export anzukurbeln? Sind dann unsere Importe nicht auch teurer und zahlen wir dann nicht auch mehr, oder ist das jetzt nur ein Szenario für EU-Austrittler?

Und was bedeutet der EU-Austritt für die NATO? Nicht dass EU und NATO stark verwoben wären, aber wie ist das Vertrauen der Partner wenn einer davon aus der politischen Union ausschert. Kann man sich dann auf die Engländer noch militärisch verlassen?

Beitrag 26.06.2016, 09:22

tobi-nb
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 293
Registriert: 03.07.2011, 06:44
Gladius hat geschrieben:
Und was bedeutet der EU-Austritt für die NATO? Nicht dass EU und NATO stark verwoben wären, aber wie ist das Vertrauen der Partner wenn einer davon aus der politischen Union ausschert. Kann man sich dann auf die Engländer noch militärisch verlassen?
Da mache ich mir keine grossen Sorgen. Wenns um militärische Entscheidungen geht, hat die EU eh' nicht viel zu melden. Da entscheidet der grosse Bruder überm Teich. Und wem die Ami's ihr Vertrauen ausgesprochen haben, hat Obama deutlich zu verstehen gegeben:

Wir vertrauen darauf, dass (zuerst) das Vereinigte Königreich und (dann irgendwann) die EU es schaffen werden ....

Ist zwar nicht ganz korrekt widergegeben, entscheidend jedoch, er nannte die Briten zuerst!!

Beitrag 26.06.2016, 09:47

Benutzeravatar
VfL Bochum 1848
Gold-Guru
Beiträge: 3224
Registriert: 31.01.2015, 11:29
Wohnort: NRW
Gladius hat geschrieben: ....
Dann noch etwas was ich nicht so verstehe. Wieso sollte ein schwacher Pfund schlecht sein? Versucht die EU nicht grade den Euro schwach zu halten um den Export anzukurbeln? Sind dann unsere Importe nicht auch teurer und zahlen wir dann nicht auch mehr, oder ist das jetzt nur ein Szenario für EU-Austrittler?
.....
Richtig, eine schwache Währung fördert den Export. Ich denke, dan Briten geht`s dabei mehr um ihr Selbstverständnis und Traditionen: Das Pfund als Aushängeschild der Briten war immer schon "stark" und repräsentiert die Stärke des Empire, das Pfund darf einfach nicht schwächeln smilie_16 .

Ist aber nur meine Meinung.
VfL Bochum? -Find ich gut!

Beitrag 26.06.2016, 10:52

TomTomGo
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 130
Registriert: 07.01.2012, 15:58
Wohnort: Heilbronn
veritas hat geschrieben:@TomTomGo

Nein,nein, Ich möchte den Cameron gar nicht verteidigen. Er machte das, was heute als politisches Druckmittel verwendet wird, nämlich setzte ein Referendum an, um sich den Rückhalt innerhalb seiner eigenen Partei zu sichern. Damals konnte er davon ausgehen, diesen zu bekommen. Heute wird er es bereuen und hat die Konsequenzen gezogen. Was ich meinte ist, dass jedes Mal, wenn das Volk zu etwas befragt wird, die Eurokraten durchdrehen. Sie kommen damit einfach nicht klar, etwas Demokratie zuzulassen. Das war damals bei den Griechen genau so, als sie das Volk befragten, um letztendlich Brüssel unter Druck zu setzten. Am Abend des Referendums gegen Sparmaßnahmen gab der Schulz ein Interview, wo er sämtlichen Anstand verlor. So sprach er damals auch nicht von Varoufakis, sondern von "diesem griechischen Finan zminister". Jetzt war es wieder so. Hätte Cameron diesen Quatsch gelassen, sein Volk mit einzubeziehen, wäre nichts passiert. Steinmeier sagte gestern Abend auch im ZDF, dass er strikt gegen Volksbefragungen ist, weil er grundsätzlich davon ausgeht, dass die Menschen zu dumm sind, eine richtige Entscheidung zu treffen.
Okay, dann habe ich das falsch verstanden. Ja, "Durchdrehen" ist fast schon untertrieben. Bei der Präsidentschaftswahl in Österreich wurde auch genug Panikmache von Seiten der Europolitiker, sowie von nationaler Seite betrieben. Bitte nicht falsch verstehen, die FPÖ ist meiner Meinung nach, wie die AfD das Mittel zum Zweck, nämlich den Etablierten zu zeigen, dass es so nicht weitergehen kann. Sei es national als auch international (Brexit, etc.)

Heute sind Wahlen in Spanien: Regierungschef Rajoy sprach vom besten Mai in der spanischen Geschichte im Hinblick auf die Arbeitslosenquote. 20,1%, davon 45% bei der Jugend. Unvorstellbar, fast jeder Zweite Jugendliche ist arbeitslos, über 90% der Arbeitsverträge werden befristet abgeschlossen.

Natürlich gehen die Bürger auf die Barikaden, natürlich wettern Sie gegen die EU. Und anhand der Reaktionen, scheint der Eurowahnsinn wohl so weiter zu gehen wie bisher.
Zuletzt geändert von TomTomGo am 26.06.2016, 10:53, insgesamt 1-mal geändert.
Am kostbarsten sind immer die Dinge, die keinen Preis haben!

Beitrag 26.06.2016, 10:52

Benutzeravatar
Sapnovela
1 kg Barren Mitglied
Beiträge: 1293
Registriert: 05.11.2011, 21:59
Gladius hat geschrieben:Das Hauptproblem mit dem Austritt Englands ist, dass keiner weiß was jetzt passieren wird. Am liebsten wäre den EU-Granden, dass sich GB aufspaltet und es diesen Engländern mal richtig schlecht geht, damit die "sehen was sie davon haben".

Das sehe ich auch so. Daher werden sie GB keinen guten und keinen schlechten, sondern nur einen worst-Deal anbieten. So wie Griechenland, wo mir keiner erklären kann, die Verantwortlichen wüssten nicht genau, was sie anrichten. Griechenland wird rituell als Abschreckung hingerichtet. Genauso wird es GB ergehen, wenn sie den Brexit durchziehen. Damit in Süd- oder Osteuropa keiner auf die Idee kommt, es wäre von Vorteil.

Beitrag 26.06.2016, 11:29

delaboetie
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 407
Registriert: 21.09.2012, 23:04
Schottland wird sich abspalten.

Ich krieg das mit den Links nicht hin. Aber einfach SNP Homepage. Rede von Nicola zum Brexit.

Ab Minute 2:20 heißt es sinngemäß: "It is not acceptable for the scottish people to be taken out of the EU against their will!" Womit sie einfach recht hat. Dazu argumentiert sie, dass das zwangsläufige Ausscheiden bei der letzten Abstimmung zur Unabhängigkeit Schottlands ein wichtiger Punkt war. Der fällt jetzt weg. Und damals war's schon knapp. 62% der Schotten waren für "remain". Noch Fragen?

Ich würde mich darüber hinaus nicht wundern, wenn den Schotten jetzt für ihre Unabhängigkeit besonders viel europäische Unterstützung zuteil würde smilie_16.

Also da muss man jetzt echt kein Prophet sein....
Hell is empty-all the devils are here!
Shakespeare

Beitrag 26.06.2016, 12:00

BOB
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 317
Registriert: 14.01.2012, 20:12
VfL Bochum 1848 hat geschrieben:
Gladius hat geschrieben: ....
Dann noch etwas was ich nicht so verstehe. Wieso sollte ein schwacher Pfund schlecht sein? Versucht die EU nicht grade den Euro schwach zu halten um den Export anzukurbeln? Sind dann unsere Importe nicht auch teurer und zahlen wir dann nicht auch mehr, oder ist das jetzt nur ein Szenario für EU-Austrittler?
.....
Richtig, eine schwache Währung fördert den Export. Ich denke, dan Briten geht`s dabei mehr um ihr Selbstverständnis und Traditionen: Das Pfund als Aushängeschild der Briten war immer schon "stark" und repräsentiert die Stärke des Empire, das Pfund darf einfach nicht schwächeln smilie_16 .
Ist aber nur meine Meinung.
Das "Ego" ist bestimmt wichtig. Aber ökonomisch ist gerade Großbritannien das EU-Land mit der negativsten Handelsbilanz: 2015 hat es für 149 Millarden Euro mehr im- als exportiert. Es ist damit der Gegenpol zu Deutschland (252 Milliarden Euro Exportüberschuss). Ob in GB die Importe bei einem schwachen Pfund sich jetzt noch verteuern oder ob es deshalb weniger werden, weiß ich nicht.

Beitrag 26.06.2016, 12:06

Benutzeravatar
Sapnovela
1 kg Barren Mitglied
Beiträge: 1293
Registriert: 05.11.2011, 21:59
BOB hat geschrieben:
VfL Bochum 1848 hat geschrieben:
Gladius hat geschrieben: ....
Dann noch etwas was ich nicht so verstehe. Wieso sollte ein schwacher Pfund schlecht sein? Versucht die EU nicht grade den Euro schwach zu halten um den Export anzukurbeln? Sind dann unsere Importe nicht auch teurer und zahlen wir dann nicht auch mehr, oder ist das jetzt nur ein Szenario für EU-Austrittler?
.....
Richtig, eine schwache Währung fördert den Export. Ich denke, dan Briten geht`s dabei mehr um ihr Selbstverständnis und Traditionen: Das Pfund als Aushängeschild der Briten war immer schon "stark" und repräsentiert die Stärke des Empire, das Pfund darf einfach nicht schwächeln smilie_16 .
Ist aber nur meine Meinung.
Das "Ego" ist bestimmt wichtig. Aber ökonomisch ist gerade Großbritannien das EU-Land mit der negativsten Handelsbilanz: 2015 hat es für 149 Millarden Euro mehr im- als exportiert. Es ist damit der Gegenpol zu Deutschland (252 Milliarden Euro Exportüberschuss). Ob in GB die Importe bei einem schwachen Pfund sich jetzt noch verteuern oder ob es deshalb weniger werden, weiß ich nicht.
GB muss so viel importieren, weil es dank Thatcher keine industrielle Basis mehr hat. Lange Zeit ist das durch das Nordsee-Öl (inkl. der dafür notwendigen Investitionen) nicht aufgefallen. Ich habe gerade keine aktuellen Daten aber 2014 lag der Anteil der Industrie am BIB von GB bei 9,4%, zum Vergleich in D waren es 22,3 %. Ein niedriges Pfund schadet den Briten, denn die Handelsbilanz wird dadurch noch schlechter. Sobald die EU die Finanzmärkte hart reguliert, hat GB keine Geschäftsgrundlage mehr.

Beitrag 26.06.2016, 12:18

BOB
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 317
Registriert: 14.01.2012, 20:12
So sehe ich das auch.
Mit dem Brexit beschädigt GB ausgerechnet ihren Finanzplatz, dem einzigen Sektor, in dem sie führend sind. Aber so oder so hätte Großbritannien eine Re-Industrialisierung gut getan, jetzt wird diese noch wichtiger und dringender.

Beitrag 26.06.2016, 13:43

Retzbach
5 Unzen Mitglied
Beiträge: 76
Registriert: 09.03.2015, 23:08
Mittlerweile glaube ich, dass die Briten in der EU bleiben werden. Wenn man die Nachrichten verfolgt, kommt gerade einiges in Bewegung. Welche Begründung auch immer dafür gefunden wird, es wird ein zweites Referendum kommen, und dann wird es eine Mehrheit für den Verbleib geben. Leider wachen viele Briten erst jetzt auf und erkennen, welche Lügen ihnen aufgetischt wurden, Stichwort Geld für den NHS.
Mal ganz allgemein: direktdemokratische Entscheidungen sind auch nicht immer das Gelbe vom Ei.
Die repräsentative Demokratie hat schon ihre Vorteile.

Beitrag 26.06.2016, 14:27

Benutzeravatar
lifesgood
Gold-Guru
Beiträge: 2486
Registriert: 07.10.2012, 10:27
Wohnort: zwei
Nun, Cameron hat hoch gepokert und verloren. Das Ganze könnte man nur noch toppen, wenn man das Referendum nun, weil das Ergebnis nicht genehm ist, wiederholt.

Die Begründungen sind hahnebuchen. Jede Wahl jede Abstimmung wirkt sich auf die Zukunft aus. Sollen wir nun das Wahlalter auf 14 reduzieren und im Gegenzug den Menschen ab 60 das Wahlrecht entziehen, weil deren Zukunft ja nicht mehr lange ist? Was machen wir dann mit dem passiven Wahlrecht? Wenn man über 60 nicht mehr gewählt werden darf, wären die Regierungsbänke weltweit relativ leer.

Unabhängig wie man zum Brexit steht, ich glaube auch nicht, dass sich die Briten einen Gefallen getan haben, aber wenn man sieht, wie unsere "demokratischen" Politiker auf ein demokratisches Ergebnis reagieren, das ihnen nicht gefällt, kann man gar nicht soviel essen, wie man kotzen möchte. Die sagen doch zwischen den Zeilen "Ihr Wahlvieh könnt gerade mal alle 4 Jahre uns wählen, wir machen das dann für Euch, aber für eigene Entscheidungen seid Ihr zu blöd!".

lifesgood

Beitrag 26.06.2016, 14:27

HenryMorgan
5 Unzen Mitglied
Beiträge: 81
Registriert: 18.05.2016, 18:16
Ladon hat geschrieben: Wer findet, dass im- und Export innerhalb oder außerhalb der EU praktisch keinen Unterschied macht, hat vermutlich noch nie damit zu tun gehabt oder kann sich einfach an die "gute, alte Zeit" nicht erinnern, weil er vielleicht noch zu jung war.
Wer schon mal einen ganzen Tag beim Zoll verbracht hat, um eine Sendung aus den USA frei zu bekommen, ahnt was ich meine.
Nein, der freie Warenverkehr IST gut. Nicht nur für Konzerne.

Grenzkontrollen nicht so schlimm? Na klar. Sind das die gleichen Stimmen, die bei der Erwähnung von Bargeldabschaffung Schnappatmung bekommen, weil der Staat sie dann kontrollieren kann?
Aber wenn man ganz real, analog sozusagen, meine Reisewege durch das tracken der Grenzübertritte nachvollziehen kann (ohne dass ich Kreditkarten oder anderes elektronisches Teufelszeug benutzen muss), dann ist die Kontrolle und Überwachung durch den Staat in Ordnung? Echt jetzt?
Zu den Zollpunkten, warum muss es denn zwischen England und dem Rest Zoll geben?? Es gibt viele nicht EU Länder, wo man keinen Zoll hat.

Junker zu Camron:"Zoll lassen wir gegenseitig ausfallen,ok? "
Camron: "Geht in Ordnung"

Und schon ist dein Zollargument vom Tisch. (war jetzt natürlich eine extrem einfache Darstellung :D)
Es gibt kein Gesetz, das es Zoll zwischen einem EU und nicht EU Land geben muss.

Zu deinen Grenzkontrollen, die ganzen Kriminellen werden dir uneingeschränkt Recht geben und dir zu applaudieren.
Tausende kriminelle Banden,die durch Deutschland ziehen und plündern,werden dir sowas von Recht geben. Hast du nicht mitbekommen, wie viele Kriminelle an den deutschen Grenzen aufgegriffen wurden,als für den G7 Gipfel diese für eine gewisse Zeit eingeführt wurden??

Und das wurde nicht mal verheimlicht. Wenn man das spontan machen würde, würden noch mehr Kriminelle geschnappt werden.
Frag mal die Einwohner an der polnischen Grenze, wie toll sie von der Grenzöffnung diesbezüglich "profitiert" haben.

Wenn du Angst hast "getrackt zu werden, bei jedem Grenzübertritt, dann sorry, das ist megalächerlich.Das wäre vergleichbar mit der Angst, von einem Mülllaster überfahren zu werden, aber keinerlei Angst zu haben, von einem Auto überfahren zu werden.
Wenn dich jemand tracken wollte, dann macht er das über dein Handy.Was bringt es ihm zu wissen, dass du in 2 Wochen einmal von D nach Ö gefahren bis und wieder zurück??
Oder bist du auf einer Terrorliste drauf? smilie_11

Beitrag 26.06.2016, 14:31

BOB
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 317
Registriert: 14.01.2012, 20:12
So ist das eben, wenn Wahlzettel als Denkzettel missbraucht werden - anschließend ist das Gejammere groß, dass man das Ergebnis ja eigentlich gar nicht gewollt habe.
Zwar sehen wir gerade tatsächlich viele Stimmen für ein zweites Referendum oder auch für einen Parlamentsbeschluss, der sich über das erste einfach hinwegsetzt. Aber wie bekommt man das hin, ohne sich völlig lächerlich zu machen? In der nächsten Woche soll ja schon auf einem EU-Gipfel mit der Planung der Verabschiedung der Briten begonnen werden. Fühlen sich diese dann durch das Vorgehen bestraft, wird sich die Stimmung im UK sicherlich nicht zu pro EU wenden.
Was ich mir derzeit vorstellen kann, ist, dass der Austritt unter irgendeinem Grund oder Vorwand vorläufig ausgesetzt wird, z.B. wegen der Entwicklung in Schottland und Nordirland. Es könnte ein neues Referendum etwa zur Frage geben, entweder "ein Vereinigtes Königreich in der EU" oder "die Teilung des Königreichs in mehrere autonome Staaten".
Ein Problem bleibt aber: Wenn die neue Abstimmung nur knapp pro EU ausginge, würden z.B. 45 oder gar 48 % Gegner das neue Ergebnis bestimmt nicht einfach akzeptieren.

Beitrag 26.06.2016, 14:42

tobi-nb
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 293
Registriert: 03.07.2011, 06:44
BOB hat geschrieben: Zwar sehen wir gerade tatsächlich viele Stimmen für ein zweites Referendum oder auch für einen Parlamentsbeschluss....'kämpfen'
Das schreibt die Bildzeitung auch permanent.
Ich unterstelle mal, dass diejenigen, die jetzt ein 2. Referendum wollen, mit dem Ergebnis des 1. unzufrieden sind, diejenigen also die einen Verbleib in der EU wollen.

Und da sind die lächerlichen 2-3 Mio doch gar nichts gegen die 16Mio die schon im 1. Refenderum verbleiben wollten, und noch lächerlicher gegen die 17 Mio die rauswollen.

Also was soll das Getue. Die Mehrheit der Briten will raus, warum kann man das nicht akzeptieren??

Beitrag 26.06.2016, 15:03

BOB
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 317
Registriert: 14.01.2012, 20:12
Es gibt hierfür auch andere Quellen als die Bild-Zeitung.
Sicher unterschreiben nicht über 50 % eine solche Petition, aber es sind immerhin bereits mehr als 3 Millionen, die so aktiv geworden sind.
Ich bin ziemlich sicher, dass viele die möglichen Folgen eines EU-Austritts erst jetzt und in der nächsten Zeit auf sich zukommen sehen. Aus ihnen werden keine glühenden Fans der EU, aber sie würden vermutlich den Verbleib zähneknirschend als das kleinere Übel akzeptieren.

Beitrag 26.06.2016, 15:10

Benutzeravatar
lifesgood
Gold-Guru
Beiträge: 2486
Registriert: 07.10.2012, 10:27
Wohnort: zwei
Ich denke nicht, dass man erst ein Referendum durchführen kann, um es danach zu ignorieren oder in der Hoffnung auf ein anderes Ergebnis, zu wiederholen.

Das wäre eine Bankrotterklärung des demokratischen Gedankens.

Nun es sind jetzt 3 Mio für die Petition einer Wiederholung, wobei wenn man die Berichte genau liest, viele davon in GB gar nicht wahlberechtigt sind, weil Ausländer usw.. Wenn die Brexit-Befürworter ihre Leute mobilisieren, bekommen die das auch hin - und dann???

Ich könnte das ganze Gehampel verstehen, wenn es nur 100 oder 200.000 Stimmen Differenz gegeben hätte, aber so knapp wie das Ergebnis dargestellt wird, ist es nicht.

17,4 Mio Briten waren für den Brexit und 16,1 Mio Briten dagegen. Also gibt es hier eine Mehrheit von 1,3 Mio Stimmen für den Brexit, was bezogen auf die 33,5 Mio abgegebenen Stimmen immerhin 3,88% sind.
lifesgood

Beitrag 26.06.2016, 15:26

tobi-nb
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 293
Registriert: 03.07.2011, 06:44
BOB hat geschrieben:Es gibt hierfür auch andere Quellen als die Bild-Zeitung.
Sicher unterschreiben nicht über 50 % eine solche Petition, aber es sind immerhin bereits mehr als 3 Millionen, die so aktiv geworden sind.
Ich bin ziemlich sicher, dass viele die möglichen Folgen eines EU-Austritts erst jetzt und in der nächsten Zeit auf sich zukommen sehen. Aus ihnen werden keine glühenden Fans der EU, aber sie würden vermutlich den Verbleib zähneknirschend als das kleinere Übel akzeptieren.
Wieso sollte DIESE EU das 'kleinere Übel' sein?? Sie ist ein grosses Übel. Handlungsunfähig in Krisen, überbürokratisiert, intransparent und nun auch noch bockig wie ein kleines Kind.

Überall liest man, die EU hat ihre Fehler, ABER..... Und genau das kotzt mich an. Es gibt kein ABER. DIESE EU hat ihre Fehler. Und die sind so gross, dass man DIESE EU grundsätzlich ändern muss. Anstatt MIT Grossbritannien einen Vernünftigen Neuanfang zu beginnen, wird gedroht und erpresst was das Zeug hält.

Absolut absurd

Antworten