Was haltet ihr von Pflege-Bahr

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 02.02.2013, 07:25

chrom
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Beitrag 02.02.2013, 09:21

Trichogaster leeri
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Von den ganzen Pflegeversicherungen halte ich überhaupt nichts. Deshalb beschäftige ich mich nicht damit. Der Grund dafür liegt aber nicht in den Leistungen der jeweiligen Produkten, die kenne ich ja überhaupt nicht. Sollte es soweit kommen, dass ich zum Pflegefall werde, ziehe ich es vor einen menschenwürdigen schnellen Abgang zu praktizieren, als auf unmenschliche Weise dahin zu siechen. Dann verdienen an meinem elenden, zeitverzögerten Abgang jedeglich Mediziner, Pflegeheime und die Versicherer. Eine Lebensqualitätssteigerung bzw. -erhaltung ist für mich da nicht mit drin. Deshalb sehe ich es nicht ein, dass an meinem Elend noch so einige mitverdienen und ich der alleinige Zahlmeister bin. Und nein ich bin kein depressiver Mensch, ich liebe und lebe das Leben in vollen Zügen. Der Sachs hat es in meinen Augen völlig richtig gemacht. Aber dies muss jeder mit sich selbst aus machen.
Die Lüge ist ein Egel, sie hat die Wahrheit ausgesaugt. (Max Frisch)

Beitrag 02.02.2013, 09:46

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lifesgood
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... das Problem ist, dass man nicht weiss, ob man dann noch in der Lage ist, einen schnellen menschenwürdigen Abgang selbst zu praktizieren.

Wenn man z.B. nach einem Schlaganfall bewegungsunfähig dahinsiecht (so einen Fall hatten wir in der Familie), hat man die Gelegenheit nicht mehr.

Grundsätzlich sind alle Vorsorgeentscheidungen sehr subjektiv und hängen stark von den persönlichen Verhältnissen (in gesundheitlicher, familiärer und auch finanzieller Hinsicht) ab. Daher kann es hier kein generelles "Ja" oder "Nein" geben.

lifesgood

Beitrag 02.02.2013, 10:34

chrom
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...
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Beitrag 02.02.2013, 12:04

Trichogaster leeri
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@lifesgood
da gebe ich dir recht, dass es zu einem Problem werden kann, wenn man selbst nicht mehr handlungsfähig ist. Deshalb sollte man schon im handlungsfähigen Zustand Vorkehrungen treffen, die einem für den Fall der Fälle in dieser Hinsicht absichern. Rechtzeitige Gespräche mit dem nahen sozialen Umfeld darüber, wie sich dies jemand wünscht, sollte da auf der Prioritätenliste ziemlich oben stehen. Palliativmedizin, Sterbebegleitung und Sterbehilfe sind da Stichworte. Es ist mir dabei aber auch klar, dass dieses Thema noch mit einigen Tabus behaftet ist. Meiner Meinung nach müsste in dieser Hinsicht mehr Aufklärung in Blick auf die gesellschaftliche Sichtweise getan werden, anstatt Unsummen in ein auf Gewinn ausgerichtet Pflegesystem gesteckt werden. Ich bin der Auffassung, dass all die lebensverlängerten Maßnahmen nicht zu einem längeren Leben, sondern viel mehr zu einem längeren Leiden führen. Und am Leiden anderer wird dann viel Geld verdient. Dies kann doch nicht das Ziel einen zivilisierten Gesellschaft sein, welche von sich behauptet, aufgeklärt zu sein.
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Beitrag 02.02.2013, 12:18

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waschbaer
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Nichts halte ich von "Pflege-Bahr". Allein das sowas neuerdings immer den Namen von Politikern tragen muss löst bei mir Brechreiz aus. Selbstverständlich hoffe ich, nie in eine solche Situation zu kommen. Ist sie dennoch absehbar ziehe ich "die Methode Gunter Sachs" vor. Sollte ich dazu nicht mehr imstande sein gibt es selbstverständlich eine Patientenverfügung. Sollte diese von den Ärzten nicht beachtet werden gibt es einen mir sehr nahestehenden Menschen, bei dem das gegenseitige Versprechen besteht, im Fall der Fälle den Stecker zu ziehen, selbst wenn das mit der Konsequenz verbunden ist, das eigene letzte Lebensviertel im Gefängnis zu verbringen. Natürlich ist so etwas eine sehr individuelle Entscheidung, jeder muss sich diese Fragen selbst beantworten. Sinnvollerweise solange man das noch mit uneingeschränkter Handlungsfreiheit tun kann.

Beitrag 02.02.2013, 12:21

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lifesgood
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...ich seh das ja grundsätzlich wie Du. Mir ging es eben um den Punkt, dass man womöglich selbst nicht mehr in der Lage ist, sein Leiden zu beenden.

Die Frage, die sich mir da stellt ist einfach "kann ich von einem anderen verlangen, aktive Sterbehilfe zu leisten?".
waschbaer hat geschrieben:Sollte diese von den Ärzten nicht beachtet werden gibt es einen mir sehr nahestehenden Menschen, bei dem das gegenseitige Versprechen besteht, im Fall der Fälle den Stecker zu ziehen, selbst wenn das mit der Konsequenz verbunden ist, das eigene letzte Lebensviertel im Gefängnis zu verbringen. .
... so etwas zu versprechen ist das Eine, es im Fall der Fälle auch zu halten, das Andere.

lifesgood

Beitrag 02.02.2013, 13:52

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Silberhamster
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Zum Produkt selbst: Pflge- Bahr hat eine Wartefrist von 5 Jahren, man muß mindestens 15 € mtl.zahlen um 5 € Zuschuß zu bekommen, und zar nur Tagegeld ( ohne Gesundheitsfragen, soweit ich recherchiert habe)

Die normale Pflegeversicherung kann ab Jahrgang 1958 und jünger gem. §10Abs.3 Nr. 3 EStG 2004 bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 184,00 € als zusätzliche Sonderausgabe abgesetzt werden, was meist mehr als 60,00 € Steuerersparnis b ringt.
Soweit zur steuerlichen Problematik, die weitgehend unbekannt sein dürfte.

Ob mann ( oder Frau) Im Falle des Falles noch den Abzug drücken kann oder etwas einnehmen, was den Vorgang beschleunigt ist ungewiß. Da Selbstmord in Deutschland im Gegensazt zu anderen Eu Staaten nicht strafbar ist, ist auch die Beihilfe dazu nicht strafbar, es darf nur nicht nach Mord aussehen, da der Helfende sonst arge Probleme beommen könnte . Grüße Silberhamster
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Beitrag 02.02.2013, 15:02

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Datenreisender
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Nachdem offensichtlich immer weniger Menschen bereit sind, ihr Geld in "normalen" kapitalbildenden Lebensversicherungen anzulegen, bekommt die Branche offenbar leichte Panik und schickt ihre Lobbyisten nach Berlin. Und die Regierung macht gerne mit, schliesslich muss ja irgendwer die ganzen Staatsanleihen kaufen.

Die Taktzahl neuer Produkte, bei denen Geld in komplizierten Lebensversicherungsverträgen angelegt werden soll, nimmt in letzter Zeit gefühlt immer mehr zu.

Erst war es nur die private Rentenversicherung als Sonderform der kapitalbildenden Lebensversicherung, dann kamen Riester und Rürup hinzu, dann wurde eine Altersvorsorgepflicht für nicht rentenversicherungspflichte Selbstständige gefordert (was ist eigentlich daraus geworden?), und jetzt kommt auch noch der "Pflege-Bahr", ein Produkt, auf das die Welt gewartet hat ...

Aber "der Deutsche" spart halt gerne Steuern. Wenn man "dem Deutschen" mit steuerlicher Absetzbarkeit oder gar Zuschüssen vom Staat kommt, dann kauft der alles, auch wenn, wie in den meisten Fällen, die Kosten für diese komplizierten Finanzprodukte höher sind, als die Steuerersparnisse und/oder die staatlichen Zuschüsse.

Beitrag 02.02.2013, 17:35

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Silberhamster
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Aber "der Deutsche" spart halt gerne Steuern. Wenn man "dem Deutschen" mit steuerlicher Absetzbarkeit oder gar Zuschüssen vom Staat kommt, dann kauft der alles, auch wenn, wie in den meisten Fällen, die Kosten für diese komplizierten Finanzprodukte höher sind, als die Steuerersparnisse und/oder die staatlichen Zuschüsse.
@Datenreisender
da gebe ich Dir gerne recht, wobei Pflege- Bahr mit 15-20 € monatlich noch harmlos ist.
Schlimmer waren in den 90er Jahren Schiffsbeteiligungen mit steuerlichen Verlustabschreibungen, zum Schluß gab es dann herbe Verluswte, Mindesteinlage 10.000.-- oder 20.000 DM aufwärts, Klienten von mir streiten heute noch mit den Emittenten und Vermittlern, da zum Schluß nicht nur steuerliche Verluste waren sondern oft Totalverluste. Die Rechtsschutzversicherer haben da eine nette wenn auch verständliche Ausschlußklausel.
Schrottimmobilien zum Vermieten und steuern sparen, Zinsen von der Steuer absetzen, Lebensversicherung mit Tilgungsaussetzung und satte steuerliche Gewinne, die Zinsen der Lebensversicherungen und die Renditen fielen ab 2003-2005, diese mußten dann aufgestockt werden oder auf annuitätische Tilgung umgestellt werden.
Verdient haben daran Immobilienmakler, Banken, die meist auch die passende Versicherung verkauften, Käufer hatten kaum einen Durchblick und zum Schluß nach ablauf der 5 oder 10 jährigen Vermietgarantie, die nebenbei nur wenig kostete war die Wohnung oft unvermietbar, zumindest für einen Zins, der die Kredite gedeckt hätte.
Hier landeten die schlimmsten Fälle beim Staatsanwalt da die Käufer die Wohnung oft nicht einmal in Natura gesehen hatten -. ein Expose mit nette4n Fotos hotte manchen gereicht. Zahllose andere bewchäftigen heute noch die Gerichte mit teils sehr unterschiedlichem Ausgang.
Bei der Pflegeversicherung fragt man sich, wenn wirklich jeder 3. für 7 Jahre ein Pflegefall werden soll ( so die Werbung) woher sollen dann die Kosten bezahlt werden?
Grüße Silberhamster
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Beitrag 02.02.2013, 22:40

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IrresDing
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Sorry eure Party hier etwas stören zu müssen.

Ich oute mich einmal als Versicherungskauffrau (aber eigentlich nichts mit der Kranken-/Pflegevers. zu tun, nicht mal etwas mit dem Verkauf) und auch als chronisch Kranke.

Es ist ja schön, dass ihr euch kollektiv die Knarre an die Schläfe halten wollt. Diese Schwarz-Weiß-Malerei hilft sicherlich weiter um sich nicht genauer damit beschäftigen zu wollen, die Quittung kommt aber später.

Erst einmal ist eure grundsätzliche Sicht anscheinend, dass wenn ihr pflegebedürftig seid, das Leben keineswegs lebenswert mehr sein kann. Ihr also gerne abschließt. Sorry, das ist naiv und hat mit den Situationen in Alten- und Pflegeheimen nichts zu tun. Die wenigsten Pflegefälle sind die vor dem Fernseher sabbernden und mit Medikamenten vollgestopften Vollinvaliden. Es gibt nicht nur Pflegestufe III inkl. Härtefall. Was ist, wenn ihr nur euch nicht mehr selber anziehen könnt und bei der Körperpflege Hilfe braucht? Ihr aber noch gut an Ausflügen und dem gesellschaftlichen Leben teilhaben könnt? Was macht ihr, wenn ihr dann noch nicht abtreten wollt? Und das ist der Großteil dieser Pflegebedürftigen. Pflegestufe III trifft nur wenige. Viele Alte haben einfach aufgrund körperlicher Gebrechen Pflegestufe I und II. Dank der heute üblichen Doppelverdienerhaushalte und Patchworkfamilien haben diese Menschen auch niemanden der innerhalb der Familie sie pflegt. Schon allein oft auch nicht, weil sie die eigenen Kinder nicht belasten wollen. Nebenbei: Wer eine solche Versicherung abschließt muss aufpassen, dass diese auch bei Pflegestufe I bezahlt. Und nicht erst ab II. Das ist meist prozentual gestaffelt.

Dann, wie schon angesprochen, sind Schwerstpflegefälle bestimmt früher mit der gleichen Sicht wie ihr durchs Leben gegangen. Wenn es so weit ist, dann gebe ich den Löffel ab. Aber so leicht ist das nicht. Zum einen kann es einen überraschen. Zum anderen redet man gerne über den Tod, wenns einen noch nicht absehbar betrifft. Ein Verwandter hatte vor ca. 14 Jahren einen Hirntumor. Er war zu tief um entfernt zu werden. Im Vertrauen sagte er auch, dass er sich vorher umbringt. Hat er nicht, er hatte anfangs vermutlich nicht den Mut (vielleicht auch Hoffnung) und am Ende keine Kraft mehr. Er starb nach einer OP von der er nicht mehr aufwachte. Wenn es so einfach wäre, hätte er sicher noch gehandelt.

Unser früherer Nachbar hatte einen Schlaganfall. Er ist seitdem halbseitig gelähmt. Ich glaube nicht, dass er sein Leben nicht mehr lebenswert empfindet. Sicher war es ein riesen Einschnitt. Aber der hat sich z.B. ein Dreirad gekauft und fährt seitdem damit. Mit seiner Frau fährt er in Urlaub, etc.

Ich selbst habe eine harte Zeit hinter mir. Ein Jahr lang konnte ich meine Wohnung praktisch nicht verlassen, außer für die Arbeit. Ich wurde durch meine Familie sehr gut versorgt und gepflegt. Es hätte passieren können, dass auch ich ein Pflegefall werde. Zum Glück nicht. Auch ich musste mir ernsthaft Gedanken drüber machen. Und so einfach, wie es hier abgetan wird (im Zweifel drück ich halt ab) war es sicher nicht.

Der Staat hat ein Interesse daran die Bürger vorsorgen zu lassen. Schließlich muss er im Zweifel sie sonst im Alter (Grundsicherung) oder/und in der Pflege unterstützen. Auch hat der Staat eine gewisse Fürsorgepflicht seiner Staatsbürger gegenüber. Grundsätzlich verstehe ich daher diesen Wunsch. Leider bin auch ich gegen jegliche Förderung, Subventionierung, etc. wie sie gerne der Staat auflegt. Wenn, dann soll er eben die Pflichtbeiträge bei der Pflegeversicherung anheben. Aber das wäre im Wahljahr eben sehr unattraktiv. Daher erfindet man solchen Schrott, erzählt dem Wahlvolk man würde sie "fördern" und hat gleichzeitig noch die Lobby der Versicherungswirtschaft zufrieden gestellt. Besser gehts nicht, aus Sicht der Politik. Da ist der bürokratische Aufwand und Ineffizienz solcher "Förderungen" hinnehmbar. Zumindest für unsere Politiker.

Ich habs schon mal bei der Rente geschrieben: Man sollte die Bürger verpflichten eine Vorsorge zu treffen. Die Wahl muss aber frei gestellt werden. Und keine einseitige Förderung und damit den Markt zu verzerren. Natürlich sollten die einzelnen Vorsorgemöglichkeiten gewisse Grundvoraussetzungen mitbringen, die der Gesetzgeber vorschreibt um Missbrauch zu vermeiden. Aber die Vertragsfreiheit und offene Markt muss gewährleistet werden.

Ach so, auf eines bin ich noch nicht mal eingegangen: Wer eine Familie hat, sollte höchsten Wert auf eine Pflegeversicherung legen. Ansonsten ist das private Vermögen weg, der Ehegatte muss daher aufpassen nicht selbst in der Armutsfalle zu landen. Zusätzlich können und werden die Kinder auch heran gezogen. Erst wenn alles aufgebraucht ist und die Kinder wirtschaftlich nicht mehr weiter helfen können, kommt der Staat ins Spiel.
smilie_06

Beitrag 02.02.2013, 23:19

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goldjunge01
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Ich halte davon nichts!

Nur ein weiterer Versuch, dem Bürger für spätere Leistungen (die dann noch gegenüber den heutigen Versprechungen natürlich gekürzt werden) schon heute Geld aus der Tasche zu ziehen, um es in andere Haushalte zu stecken.

Lieber selbst (privat) absichern, zB EM, da ist die Rendite bestimmt höher!
Nichts ist so schlimm wie Halbwissen!

Beitrag 02.02.2013, 23:41

rapi
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ich habe eine vollmacht - über die hospizgesellschaft - die ist europaweit gültig und alles im haus (verträge etc.) und im bundeszentralregister willenserklärung. desweiteren versuche ich noch etwas selber zu sammeln an geld- eben über edelmetalle. freundl. grüße

Beitrag 03.02.2013, 01:07

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Der Goldene Kiel
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IrresDing hat geschrieben: Ich habs schon mal bei der Rente geschrieben: Man sollte die Bürger verpflichten eine Vorsorge zu treffen. Die Wahl muss aber frei gestellt werden.
Wie soll das gehen? Der Staat müsste doch irgendwelche Vorgaben machen, welche Anlageformen er als "Vorsorge" anerkennen würde.

Beitrag 03.02.2013, 02:11

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IrresDing
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Der Goldene Kiel hat geschrieben:
IrresDing hat geschrieben: Ich habs schon mal bei der Rente geschrieben: Man sollte die Bürger verpflichten eine Vorsorge zu treffen. Die Wahl muss aber frei gestellt werden.
Wie soll das gehen? Der Staat müsste doch irgendwelche Vorgaben machen, welche Anlageformen er als "Vorsorge" anerkennen würde.
Ist relativ einfach. Bei der Altersvorsorge gibt es z.B. relativ sinnvolle Regeln. Diese Vorgaben würden so aussehen: Garantierente, frühestens ab dem 60.-65. Lebensjahr eine Auszahlung der Garantieleistungen und lebenslange Verrentung von 70-100% des Deckungskapitals außer es wird in Immobilien investiert. Wenns ganz sicher sein soll, dann muss der Anbieter seinen Risikobestand über einen Fonds rückversichern, wie es z.B. bei den Betriebsrenten über den Pensionssicherungsverein pflicht ist. Immobilien sollten wie auch heute schon berücksichtigt werden, da der Staat ein Interesse an bezahlbaren Mieten hat und so weniger eigenen Sozialbau leisten muss.

Ob der Bürger das nun per Betriebsrente, gesetzlicher Rente, privater Versicherung, Bankprodukt, Garantiefonds, Derivate, Bausparvertrag oder sonstig macht, kann doch der Politik eigentlich egal sein. Auch ob er nun die Wohnung selbst nutzt oder vermietet ist egal.

Was macht aber die Politik? Dank §3.63 EStG sind Betriebsrenten, Direktversicherungen, Pensionszusage, Pensionskassen/-fonds und U-Kassen/-fonds vom Brutto-Lohn abzugsfähig und mit dem 60. Lebensjahr voll auszahlbar. Zumindest wenn nur eine Kapitaloption besteht. Besteht von vornherein eine Vereinbarung zur Kaptialauszahlung ist die Betriebsrente wieder komplett anders zu versteuern (gibt es aber zugegeben kaum/nicht). Für die private Rente hat er mit der Rürup und Riester-Rente ein Zulagensystem geschaffen, welches gleichzeitig aber auch noch bei der Steuer oftmals etwas über die Zulage hinaus bringt. Da darf man 30% bei Rentenbeginn auszahlen lassen. Private Lebens-/Rentenversicherungen sind grundsätzlich aktuell nur nach dem Halbeinkünfteverfahren in der Leistungsphase zu besteuern. Gewinne aus Fonds werden wiederum erst mal mit der Abgeltungssteuer, Soli und KiSt belastet, bei der Steuer wiederum aber bis zum persönlichen Steuersatz, maximal die Abgeltungssteuer+etc. Beim Riester-Bausparen muss man die Immobilie selbst bewohnen und kann sie nicht vermieten. Gleiches gilt, wenn man sich den Kapitalstock der Riester-Versicherung fürs Bauen prämienunschädlich auszahlen lässt. Beim Bausparvertrag kommt dann noch die Regelung zur Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie hinzu. Bei vielen Durchführungswegen gibts dann wieder einzelne Beitragshöchstgrenzen die zu beachten sind. Geschickt kombiniert kann man diese aber auch praktisch umgehen. Die Versteuerung in der Leistungsphase ist eine noch größere Wissenschaft... Die Betriebliche Altersvorsorge ist wiederum unkündbar, da du nur versicherte Person bist, und der Arbeitgeber Versicherungsnehmer. Deine Gehaltsverzichtserklärungen sind unwideruflich. Außer du wechselst den Arbeitgeber. Daher ist sie auch Hartz4-sicher. Die Riesterrente dagegen kannst du kündigen, musst aber die Zulagen und Steuererstattungen rückwirkend zurück zahlen. Die private Rentenversicherung ist wiederum auch kündbar, aber nicht Hartz4-sicher. Außer du vereinbarst bei drohendem Hartz4 einen Verwertbarkeitsausschluss mit dem Versicherer. Bei der Privaten Rente, inkl. Riester und Rürup, ist der Sparbeitrag entgegen der Betriebsrente jederzeit veränderbar. Fonds, Immobilien und Bankprodukte sind nie Hartz-4 sicher. Jedoch müssen gerade Immobilien bei Angemessenheit nicht verkauft werden. Wer nun ganz schlau ist, der vereinbart mit seinem Arbeitgeber bei einer bAV/Direktversicherung einen Gehaltsverzicht für die Vermögenswirksamen Leistungen und zahlt diese Beiträge dann vom Brutto in die Altersvorsorge ein. Ich könnte dir noch Stunden diesen Stuss schreiben. Ich frag mich immer wie korrupt ein Politiker sein muss und welche Lobbyarbeit da geleistet werden musste um auf dieses kranke System zu kommen.

Du siehst: Das derzeitige System ist gepflegt gesagt ein einziger Müllhaufen. Einfache Regeln, einfache Steuern, schlanker Staat. Ich will keine Zulagenstellen, keine Melderegister, keine Sonderbehandlung nur weil ich weiß, wie man es geschickt macht. Einfache Regeln, Leitplanken einziehen und machen lassen.

LG
Zuletzt geändert von IrresDing am 03.02.2013, 12:57, insgesamt 1-mal geändert.
smilie_06

Beitrag 03.02.2013, 02:55

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Datenreisender
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IrresDing hat geschrieben:
Der Goldene Kiel hat geschrieben:
IrresDing hat geschrieben: Ich habs schon mal bei der Rente geschrieben: Man sollte die Bürger verpflichten eine Vorsorge zu treffen. Die Wahl muss aber frei gestellt werden.
Wie soll das gehen? Der Staat müsste doch irgendwelche Vorgaben machen, welche Anlageformen er als "Vorsorge" anerkennen würde.
Ist relativ einfach. Bei der Altersvorsorge gibt es z.B. relativ sinnvolle Regeln. Diese Vorgaben würden so aussehen: Garantierente, frühestens ab dem 60.-65. Lebensjahr eine Auszahlung der Garantieleistungen und lebenslange Verrentung von 70-100% des Deckungskapitals außer es wird in Immobilien investiert. Wenns ganz sicher sein soll, dann muss der Anbieter seinen Risikobestand über einen Fonds rückversichern, wie es z.B. bei den Betriebsrenten über den Pensionssicherungsverein pflicht ist.
Eine sichere Altersvorsorge sieht für mich so aus:
- "unsichtbar" und jederzeit weltweit liquide,
- vertragspartnerfrei,
- ausserhalb des Euro.

Von Geschwurbel wie "über Fonds rückversichertem Deckungskapital" kriege ich spontanen Ganzkörperausschlag!
Ich investiere doch nicht meine heutige hart erarbeitete Kaufkraft in irrwitzige Schneeballsysteme! smilie_18

Beitrag 03.02.2013, 10:03

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Mithras
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Wohnort: dort, wo ich die Schuhe ausziehe
@Datenreisender: Hört sich an, als hätten wir beide ein SEHR ähnliches "Altersvorsorgeprodukt".... smilie_01
Goldigste Grüße,

Euer Mithras, der Goldjunge

Und nicht vergessen: "Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück: Null." [Voltaire, 1694-1778]

Beitrag 03.02.2013, 10:16

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Der Goldene Kiel
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IrresDing hat geschrieben: Ist relativ einfach. Bei der Altersvorsorge gibt es z.B. relativ sinnvolle Regeln. Diese Vorgaben würden so aussehen: Garantierente, frühestens ab dem 60.-65. Lebensjahr eine Auszahlung der Garantieleistungen und lebenslange Verrentung von 70-100% des Deckungskapitals außer es wird in Immobilien investiert. Wenns ganz sicher sein soll, dann muss der Anbieter seinen Risikobestand über einen Fonds rückversichern, wie es z.B. bei den Betriebsrenten über den Pensionssicherungsverein pflicht ist. Immobilien sollten wie auch heute schon berücksichtigt werden, da der Staat ein Interesse an bezahlbaren Mieten hat und so weniger eigenen Sozialbau leisten muss.

Ob der Bürger das nun per Betriebsrente, gesetzlicher Rente, privater Versicherung, Bankprodukt, Garantiefonds, Derivate, Bausparvertrag oder sonstig macht, kann doch der Politik eigentlich egal sein. Auch ob er nun die Wohnung selbst nutzt oder vermietet ist egal.
In jedem der Fälle wird dem Bürger sein Kapital langfristig entzogen (und was eine Garantieleistung in der aktuellen Währung nutzt, wenn diese kollabiert, oder es nur über ein paar Jahre zu einer Teuerungsrate im niedrigen zweistelligen Bereich kommt, kann man sich selbst ausrechnen). Und das würde im Gegensatz zu Riester und Co. nicht per Anreiz (was ich schon ärgerlich genug finde), sondern per Zwang geschehen.

Insbesondere wird verhindert, daß der kleine Mann selbst sein Vermögen in Aktien investiert und am Ende noch auf die Idee kommt, selber mitreden zu wollen, was die Firmen so treiben. Da ist es doch viel bequemer, wenn große Anteile der Unternehmen in irgendwelchen Fonds (oder sogar direkt beim Staat) liegen und die Vorstände der großen Banken und Versicherungen sich Ihre Entlastungen unter sich ausmachen können.

Beitrag 03.02.2013, 12:45

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IrresDing
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Sorry, ich glaube wir missverstehen uns.

Zum einen sag ich nirgends, dass der Bürger zwanghaft die gesamte Rentenvorsorge so aufbauen muss. Im Gegenteil. Eigentlich muss der Staat nur das minimalste Konzept vorgeben, nämlich eine vorgesorgte Garantierente in Höhe der heutigen Grundsicherung (zzgl. Inflationsausgleich). Ob und was der Bürger darüber hinaus macht (und das muss er, wisst ihr wie man mit der Grundsicherung leben muss?) ist doch seine Sache.

Auch diese Garantierente kann der Bürger frei entscheiden. So kann es auch in verschiedene Aktienwerte (also Fonds) angelegt werden. Wenn sich genug Anleger finden, dann sicherlich auch über Gold&Silber. Um die Garantierente zu gewährleisten müsste ein Teil zur Sicherung dieser Rente in andere Produkte fliesen um das Kursrisiko zu hedgen.

Es geht mir doch nicht darum ein irres System abzuschaffen nur um das neue System auf Zwang aufzubauen. Der Staat hat ein Recht und die Pflicht seine Bürger versorgt zu wissen. Aber oberhalb dieser Versorgungsgrenze, die ich einfach mal bei der Grundversorgung ziehe, hat er sich komplett raus zu halten. Vermutlich wären die Beiträge in diese Grundsicherungen nur ein Bruchteil von dem, was wir heute in die Gesetzliche Rentenkasse einbezahlen. insbesondere wenn man bedenkt, dass der Arbeitgeber ja auch noch mal das gleiche in die GRV einzahlt, wie ihr. Ihr seht ja bei der Lohnabrechnung immer nur die Hälfte des "Debakels".

Es würde mehr Geld übrig bleiben, dass die Bürger ihren eigenen Weg in der Kapitalanlage gehen. Ob die Bürger das nun mit Gold und Silber, Versicherungen oder Aktien machen bleibt ihnen völlig frei. Anders wie heute. Denn heute habe ich solche steuerlichen Vorteile bei der Betriebsrente, dass ein privater Aktienfonds schon rund 100%-Punkte mehr an Performance bis zum Ende bringen muss um die Betriebsrente zu schlagen. Das ist doch das irre an diesem System. Derzeit wird genau der bestraft, der sich selbst Gedanken um sein Geld macht und eigenverantwortlich anlegt.

Und nebenbei: Solche Pensionssicherungsfonds, Datenreisender, sind einer von mehreren Unterschieden warum in den USA die Betriebsrenten unsicher sind, in Deutschland aber als eine der sichersten Anlageformen gelten. Egal ob du nun einen Ganzkörperausschlag bekommst oder nicht. Das ist Fakt. Wer aber nun mit einem völligen Währungscrash rechnet, das muss ich natürlich zugeben, dem bringen auch solche Sicherungseinrichtungen nichts mehr. Trotzdem wäre dieser froh, denn mit einer solchen oben vorgeschlagenen Mindestrente hätte der Bürger mehr Geld übrig sich "abseits des Systems" eine alternative Vorsorge aufzubauen.

Alles in Eigenverantwortung wäre natürlich auch eine Lösung. Wenn ich aber manche meiner Zeitgenossen ansehe, die überhaupt nichts weglegen und nur im Konsumrausch leben, wird es mir übel. Denn diese würden, da der Staat sie nicht verhungern lassen kann, nachher allen auf der Tasche liegen. Auch dir und mir. Und das zahlen nachher wir. Spätestens, wenn der Staat mit den direkten Steuern nicht weiter kommt, werden die indirekten Steuern erhöht. Und denen kannst du auf breiter Front nur schwer entkommen.

LG
smilie_06

Beitrag 03.02.2013, 14:18

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Plutos
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Meine Antwort zum Thema:Was haltet ihr von Pflege-Bahr

Nichts.

Ich bin weder für eine Versicherung ( smilie_13 IrresDing) noch für Privatrenten oder irgend welche anderen Verträge wo ich gebunden und bekannt bin und im Endeffekt nicht weiss was da mal rauskommt.

Ich bin lieber auf der Schiene: Zitat Datenreisender,
- "unsichtbar" und jederzeit weltweit liquide,
- vertragspartnerfrei,
- ausserhalb des Euro.

So wie Datenreisender und Mithras smilie_01

Vor allem der erste Punkt "unsichtbar" ist für mich ein wichtiges Kriterium, denn es geht niemanden etwas an was ich mit meinem Vermögen mache und schon gar nicht dem Staat smilie_18

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