Zukunft der Währungen...eine Spekulation

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 04.03.2011, 14:05

Goldmade
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Die Währungssysteme scheinen am Ende. Die FED flutet die Märkte mit Dollars, Peking greift nach der Leitwährungskrone und öffnet seinen Binnenmarkt für privaten Golderwerb, was meiner Meinung nach der Hauptgrund für eine bisher zehnjährige Rallye des Edelmetalls ist. Europa versucht verzweifelt, sich da raus zu halten und der arabische Raum fliegt sich gerade selber um die Ohren. Die französische Finanzministerin denkt offen über ein neues Bretton-Woods nach. Nun die Frage: Wie könnte das aussehen?

Überall ist ja von Umschuldung, Hai-Cut oder sonst was die Rede, aber selbst wenn sich wieder mal alle an einen Tisch setzen und – oh Wunder und ich glaub nicht dran – wirklich mal Nägel mit Köpfen machen würden, was wären überhaupt die Möglichkeiten? Einfach alle Währungen durch tausend teilen? Alle Schulden gegeneinander aufrechnen? Wieder eine Art Goldstandard einführen, wonach ein Gramm Gold vielleicht fest tausend Yuan kosten könnte oder hundert Euro zum Kauf von 0.0000001 Feinunze Goldstaub ermächtigen? Neue Währungen, vielleicht auf Energiebasis?

Ich bin ja leider kein Finanzfachmann und auch ziemlich schlecht in Mathe, weshalb ich ja in Gold investiere, da muss man nicht viel rechnen. Nebenbei bemerkt, Gold wird immer mehr zum Thema; eine Bank wirbt mit 50 g für einen Kontowechsel, Vodafone versendet Werbemails und ruft zum Goldrausch auf, Eisfirmen vermarkten ihr Produkt in der Kinowerbung als riesenhaften Schatz im Banktresor…

Wie ist eure Meinung zur Zukunft der Währungen?

Beitrag 04.03.2011, 14:22

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Waschel
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Es ist 5 vor 12...

Beitrag 04.03.2011, 15:27

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Circle
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Ja, und das schon seid mehr als 20 Jahren (wenn man den Propheten glauben darf).

Es wird noch dauern, und dann plötzlich blitzschnell gehen.
Nein, eine Kristallkugel habe ich nicht -
aber eine eigene Meinung ;-)

Beitrag 04.03.2011, 16:16

Goldmade
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Glaub ich nicht. Ich denke, es wird noch mindestens einige Versuche geben, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Aber wie könnten die aussehen, das war die Frage.

Beitrag 04.03.2011, 16:37

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Ladon
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Als Anfang der 70er Bretton-Woods abgeschafft wurde, war das im Kern auch eine globale Änderung des Währungssystems ... aber keiner hat's gemerkt. Die USA waren pleite, die Europäer mussten sich irgendwie zusammenfinden und das "Geld" wurde auf eine komplett neue Basis (naja oder eben auf KEINE Basis) gestellt.

In den nächsten Jahren - Achtung! Ich bin im Prohezeiungs-Modus smilie_06 - wird es irgendwie zu einer Entschuldung der Staaten kommen. Das wird dann "der Schnitt" sein und - wahrscheinlich - für die "kleinen Leute" schmerzhaft. Wie das genau aussieht, weiß ich jedoch nicht. Aber ich mutmaße, dass es danach immer noch einen Dollar und immer noch einen Euro geben wird. Das System an sich wird nicht reformiert werden.



Ich glaube nicht, dass es "5 vor 12" ist. Es ist längst schon halb 2 oder so. Was wir gerade erleben, ist der Meltdown: Langsam, und wenn man genug Beton drüber schüttet gar nicht sooo schlimm, wenn man nicht gerade im Reaktorgebäude oder in dessen Nähe sitzt. Leider sitzen dort die Arbeiter und Angestellten ...
Andere gibt es schon genug

Beitrag 04.03.2011, 17:05

dobby
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Waschel hat geschrieben:Es ist 5 vor 12...
Nee, die Uhren sind stehen geblieben oder angehalten worden....

Beitrag 04.03.2011, 17:59

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Sonntag Abend, im August 2013:

We the people of the United States
and/und
Wir die Völker der Europäischen Union

erklären uns mit Gottes Hilfe
und dem naturgegebenen Recht der Menschen
für finanziell frei!


Nur die Regierungen haben das Recht Geld als Währung und Tauschmittel zu drucken, auszugeben und zu verwalten.
Dieses Recht geloben wir nach bestem Wissen und Gewissen und zum Wohle der Menschen auszuüben.

Da wir allein in dieses neue, der Freiheit der Menschen dienende Geldsystem unser Vertrauen und Hoffnung setzen, lösen wir alle Goldreserven auf. Diese werden im Verhältnis zu ihrem letzten Wert und den Staatsschulden den Inhabern der Schuldverschreibungen im zu ermittelnden Verhältnis ausgezahlt.

Die Zentralbanken und die Fed werden aufgelöst.

Zinsen werden nur noch bis 3 % erhoben oder gezahlt.

Alles nähere regeln die Zentralregierungsgesetze.


.
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.
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.
Die Goldbestände werden aufgelöst, auch andere Staaten ziehen nach.
Die Umstellung auf PM (Peoples money) erfolgt problemlos. Konten wurden umgestellt, Gehälter ect im neuen PM gezahlt.
Der Goldpreis sank in den folgenden Jahren auch seinen Rekordniedrigstand von 165 PM. Als auch die Zentralbank von Indien sich von seinen Goldreserven trennte rutschte der Preis, der Grund war einfach: es war kein Geldwert mehr hinter dem glänzenden Metall. Nur noch Sammlermünzen, Schmuck und etwas Industrie fragte das gelbe Metall nach. Silber wurde noch in Sammlermünzen, Bestecken ect nachgefragt. Hier stärkte die Industrienachfrage noch etwas den Rohstoffpreis.
Es kehrte Ruhe in die Finanzwelt ein. Die Abermilliarden an Dollar und Euro die nach immer neuen Anlagemöglichkeiten suchten waren verpufft. Und mit maximal 3% Zinsen auch nicht mehr so schnell wieder zu beschaffen. Die Möglichkeit der Banken Giralgeld zu schaffen wurde drastisch beschnitten, Spekulationen mit Hebeln verboten. Wer auf dem Warenterminmarkt kaufen wollte musste seinen Bedarf nachweisen.

Und wird das System funktionieren?
Nun ja, Goldwährungen funktionierten nur begrenzte Zeit, teilweise goldgedeckte Währungen ebenso wie Zentralbanksteuerung ging auch nur 70 Jahre gut.... Und so wird die Lebensdauer des neuen Systems auch auf ca 50-80 Jahre geschätzt. Aber das interessiert 2013 noch niemanden.
Einzig eine kleine Webseite mit Hartgeld im Namen prophezeit den baldigen Zusammenbruch....
Nein, eine Kristallkugel habe ich nicht -
aber eine eigene Meinung ;-)

Beitrag 04.03.2011, 18:05

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Ladon
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smilie_01

Ob es besser wird, wenn es anders wird wird, kann ich nicht sagen. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 04.03.2011, 22:41

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thEMa
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Eine nette Utopie. So eine Art fließend Wasser im Haus smilie_08
Wahrscheinlicher aber ist leider, dass auch diesmal der Krug solange zum Brunnen geht, bis er bricht. smilie_22


Wir erleben das ja leider gerade in Nordarfrika und ich fürchte das muss noch alles viel dramatischer werden, bis ein echtes Umdenken bei den Entscheidungsträgern stattfindet.
Ceterum censeo anatocismum esse delendum

Der Zins, sie zu knechten, sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.

Beitrag 05.03.2011, 14:01

cerberus
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Zinsen und Zinseszins sollten dann in jedem Fall abgeschafft werden ; dass Kapital Kapital erzeugt ist der Systemfehler...

Beitrag 05.03.2011, 17:30

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Waschel
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cerberus hat geschrieben:Zinsen und Zinseszins sollten dann in jedem Fall abgeschafft werden ; dass Kapital Kapital erzeugt ist der Systemfehler...
Und wieso sollte ich dir dann noch Geld leihen? Willst du mir dafür Eier deiner Hennen, die dann hinten im Stall hausen geben, oder wie?

Beitrag 05.03.2011, 18:00

dobby
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Vor langer Zeit hatte ich einmal das englischsprachige Buch:

The Integral Urban House

Hab's leider nicht mehr, obwohl es richtig aktuell wird. smilie_02
Waren richtig Ratschläge, mit Bauanleitungen drin, um völlig unabhängig zu leben. Eigentlich ein geniales Buch das mir leider bei irgendeinem Umzug verloren ging. smilie_04
Da sind Anleitungen für alles drin, sogar für die Forellenzucht im Keller um unabhängig zu werden..... smilie_24
Zuletzt geändert von dobby am 16.12.2012, 08:14, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 05.03.2011, 18:13

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Nikotinbolzen
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Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler,
aus denen man lernen kann,
möglichst früh zu begehen.
W.S.Churchill

Beitrag 05.03.2011, 19:07

MapleHF
Waschel hat geschrieben:
cerberus hat geschrieben:Zinsen und Zinseszins sollten dann in jedem Fall abgeschafft werden ; dass Kapital Kapital erzeugt ist der Systemfehler...
Und wieso sollte ich dir dann noch Geld leihen? Willst du mir dafür Eier deiner Hennen, die dann hinten im Stall hausen geben, oder wie?
... es gibt Denkmodelle, die ein Horten von Geld mit Abschlägen bestrafen. Google mal nach "fliessendes Geld" oder "Silvio Gesell".

Wenn man diesen Abschlag durch verleihen umgehen könnte, wäre das Anreiz genug.

MapleHF

Beitrag 05.03.2011, 19:29

silverlover
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Finde das Thema auch interessant.Suche schon seit längerm nach Antworten.Was spricht dagegen,dass alles so weiter läuft.? smilie_04

Beitrag 05.03.2011, 20:12

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Waschel
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MapleHF hat geschrieben:... es gibt Denkmodelle, die ein Horten von Geld mit Abschlägen bestrafen. Google mal nach "fliessendes Geld" oder "Silvio Gesell".

Wenn man diesen Abschlag durch verleihen umgehen könnte, wäre das Anreiz genug.

MapleHF
Die sind mir bekannt, nur, was spricht dagegen sein Geld dann einfach, wie wir es hier machen, in EM anzulegen, dann wird das Geld oder der Wert den es repräsentiert auch gehortet und liegt "nutzlos" in der Ecke herum...

Beitrag 05.03.2011, 20:20

nameschonweg
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Das Geld wird beim Kauf von Edelmetallen dem Kreislauf nicht entzogen. Du bezahlst ja mit Deinem Geld und erhältst dafür das Edelmetall als Ware. Dein Geld, mit Du bezahlt hast, befindet sich somit weiterhin im Geldkreislauf und verrichtet seine Arbeit. Es läuft um.

Das Edelmetall, welches Du mit Deinem Geld gekauft hast, ist für den Geldumlauf erst einmal nicht mehr oder weniger von Bedeutung als ein gekaufter Fernseher.

Beitrag 06.03.2011, 00:30

Turnbeutelvergesser
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Denke die Schweizer machen´s richtig. Sieht man doch jedes mal wenn´s bei EUR oder Dollar mal wieder ernsthaft kriselt.

Den Schweizer Franken wird es auch noch auf absehbare Zeit geben.

Nur die Vollpfosten bei uns und übern Teich kriegen das eben nicht gebacken.

Beitrag 06.03.2011, 07:56

kirschnico
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guten morgen,

weiss nicht wo ich anfangen soll,

aber am besten mit den bildergurg, schau mal hier

http://www.youtube.com/watch?v=WcHUrMleLDI , auch den 2.teil ansehen.

man kann sich auch noch die obama-täuschung und endgame anschauen.

ich denke dann hat man einen überblick, wo es hingehen soll.
seit generationen wird versucht eine weltregierung aufzubauen und damit eine
"Weltwährung". schau dir amerika an, wer regiert da, das volk??
wohl eher marionetten der fed+co.
vielleicht dauert es ja nochmal 100jahre, aber ich denke es ist real.
da sollte man sich fragen, ob die EZB, nicht ein ergebniss der bemühungen ist, hebt die EZB den leitzins?
hat die woche jemand im forum gefragt, die antwort war "nicht ohne die FED!"

werd ich paranoid deswegen?nein
bau ich mir einen bunker?nein
leg ich mir einen essensvorrat an?nein
bin ich misstrauisch und informiere mich?ja

Es wird immer eine Währung geben, aber mit sicherheit keine goldwährung, somit kann man die bevölkerungen und staaten nach belieben steuern.

gruss nico

Beitrag 06.03.2011, 08:09

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Ladon
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Turnbeutelvergesser hat geschrieben:Denke die Schweizer machen´s richtig. Sieht man doch jedes mal wenn´s bei EUR oder Dollar mal wieder ernsthaft kriselt.
Den Schweizer Franken wird es auch noch auf absehbare Zeit geben.
Nur die Vollpfosten bei uns und übern Teich kriegen das eben nicht gebacken.
Einfach mal "Geldsystem Schweiz" googlen ...
Eine Insel der Glückseligkeit sind auch die alpenländischen Nachbarn nicht. Von der eher zweifelhaften Rolle der Schweiz als "Waschsalon" für unrechtmäßig erworbenes Geld (und im 20. Jahrhundert, in Zeiten des internationalen Goldstandards, auch in großem Stil Gold) mal ganz zu schweigen.

Das Pfund oder den Dollar (!) gibt es auch schon ziemlich lange ... zumindest dem Namen nach länger als den Schweizer Franken.
Da der "Bundesstaat" Schweiz erst seit 1848 (? so um den Dreh jedenfalls) existiert, gibt es "den Schweizer Franken" erst seit da. Vorher lag die Münzhoheit bei den Kantonen (Gut, "Franken" gab's seit napoleonischer Zeit)
Sooo lange aber jedenfalls auch wieder nicht.
Und wie alle anderen europäischen Währungen erfolgten so ziemlich die gleichen "Veränderungen" des Währungssystems, die praktisch nur in Deutschland immer auch mit einer Veränderung des Namens (Mark > Reichsmark > D-Mark / Mark der DDR) einher gingen.
Nebenbemerkung:
Ich verweise in solchem Zusammenhang gerne immer wieder auf das viel beschworene "Ende von Bretton-Woods", das eine globale und grundlegende Veränderung der Währungsgrundlagen nahezu aller wichtigen Währungen bedeutete ... also einen Total-Zusammenbruch des bis dato gültigen Währungssystems! Meines Wissens und meiner (kindlichen) Erinnerung nach, kam es weder zu Versorgungsengpässen, noch zu chaotischen Zuständen - aber das nur nebenbei.

Und der - meiner bescheiden Ansicht nach - größte Fehler, den man als "Systemkritiker" machen kann, ist zu glauben, dass die Leute an den Schalthebeln der (Geld-)Macht dumm sind! Die wissen sehr genau, wie der Hase läuft (schönes Beispiel immer wieder der olle Greenspan). Und benutzen das bestehende System ganz bewusst.
Andere gibt es schon genug

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