Die Gold- und Silbermünzen der lateinischen Münzunion (LMU)

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Beitrag 20.04.2021, 08:48

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Silberhai
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Alles schöne Originalstücke, Grüße vom Silberhai smilie_31

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Beitrag 20.04.2021, 12:02

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Sapnovela
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guinee hat geschrieben:
19.04.2021, 19:21
Hallo bin neu und wegen dieser wundervollen Bildergalerie hier. Habe nach einigem Wühlen doch noch etwas gefunden, was hier eventuell reinpassen könnte und noch nicht im Bild hier zu sehen war.
Freut mich, dass Dich die Bilder angelockt haben. smilie_59
Die von Dir ausgesuchte Münze mit der Herkules-Gruppe ist wirklich ein schönes Motiv ;) Das Motiv gefiel den Franzosen auch so gut, dass es in Frankreich eine Neuauflage in den 1960ern gab, aber mit aktueller Jahreszahl und als 10 Francs Version ebenfalls zu 25g. Eine Variante aus den 70ern gibt es auch, allerdings mit 29,90g Brutto-Gewicht... daher kein LMU Standard mehr.

Herkules, (eigentlich war er Grieche und hieß Herakles, aber die Römer mochten die Geschichte und haben ihn adoptiert) war einer der vielen unehelichen Kinder des Zeus zeigt sich auf der Münze mit dem Fell des einst unbesiegbaren Nemeischen Löwens und in Begleitung zweier Frauen. In Frankreich stand / steht Herkules für den Widerstand des Volkes gegen die Terrorherrschaft der Jakobiner in der franz. Revolution. Eine interessante Kehrtwende, denn unter dem Haus Bourbon stand Herkules noch für die Kraft des Königs. smilie_06
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P.S.
@Silberhai: In der Tat schöne Stücke... aber Reichsmark im LMU Faden...? smilie_02
Gehirnwäsche funktioniert wie richtige Wäsche - wenn sie das Objekt lang und heiß genug waschen, schrumpft es. (c) Volker Pispers

Beitrag 05.05.2021, 16:14

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joecoin
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Was für ein Hammer-Thread.

So lehrreich wie hübsch anzusehen. ;)

Mein Dank allen Beitragenden!

Beitrag 05.05.2021, 18:48

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Sapnovela
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Frisch eingetroffen... :mrgreen:

20 Lire Italien, Vittorio Emanuele II (Viktor Emanuel II) aus dem Jahre 1877.

Viktor Emanuel, auch genannt der Gentleman-König, war der älteste Sohn des Prinzen Karl Albert von Savoyen (von ihm hier: bildergalerie-fotos-von-mitgliedern-f4/ ... ml#p211068) und mithin ein echter Spross des Hauses Savoyen.

Viktor Emanuel war zunächst König von Sardinien-Piemont und als dieser einer der wesentlichen Treiber der Einigung der italienischen Kleinstaaten zum italienischen Nationalstaat, was 1861 gelang. Der entscheidene Schritt war der Sieg gegen die Österreicher in Magenta und Solferino, die daraufhin die nordialienischen Gebiete räumen mussten.

Etwas unbeliebt - insbesondere beim Klerus - hat er sich gemacht, als er 1870 den Kirchenstaat (der übrigens aus sehr viel mehr als nur Rom bestand) besetzen ließ, da Frankreich seine Schutztruppen aufgrund des Krieges mit Deutschland abziehen musste. 1871 wurde die Hauptstadt Italiens dann von Florenz nach Rom verlegt.

Die hier gezeigte Münze ist an sich nichts besonderes, mit gefiel der gute Zustand, ein schönes vz würde ich sagen. Kann sehr spotnah erworben werden (wenn man etwas Geduld mitbringt).
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20 Lire Vittorio Emanuele II 1877 (1).JPG (133.93 KiB) 1296 mal betrachtet
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20 Lire Vittorio Emanuele II 1877 (2).JPG (118.65 KiB) 1296 mal betrachtet
Gehirnwäsche funktioniert wie richtige Wäsche - wenn sie das Objekt lang und heiß genug waschen, schrumpft es. (c) Volker Pispers

Beitrag 01.07.2021, 15:30

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Sapnovela
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Nicht wirklich eine besondere Münze, Auflage 700.000 Stück (damit einer der häufigsten Jahrgänge unter den "richtigen" Vrenelis). Allerdings fast zum Spotpreis bekommen, bin sehr zufrieden damit.
  • Die Jahrgänge 1949, 1947 und 1935 L (Lingot = Barren) haben zweifelhafte Herkunft und werden daher von einigen Sammlern gemieden, machen aber immerhin 2/3 der gesamten Auflage von 58 Millionen Stück aus. Wer also einfach so ohne Jahrgang bestellt, hat meistens diese.
  • Von den richtigen Vrenelis liegen 1930, 1927 und 1922 jeweils über 2,5 Millionen, in Summe 11,1 Millonen, in Summe also noch mal fast 20%.
  • Die "guten Jahrgänge" liegen alle weit unter 1 Millionen, bis hinunter zu den 100.000er Auflage von 1904 bis 1906 und machen nur etwa 13% alle Münzen aus.
  • Eine Auflage von nur 29 Stück hat eine Probeprägung von 1897 aus hellerem Gondo-Gold.
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Gehirnwäsche funktioniert wie richtige Wäsche - wenn sie das Objekt lang und heiß genug waschen, schrumpft es. (c) Volker Pispers

Beitrag 10.07.2021, 09:21

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Sapnovela
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Nikolaus II, ein echter reaktionärer Monarch alter Schule, und Gegner aller von liberalen Reformen, war der letzte russische Kaiser. Nachdem er im Zusammenhang mit der der Februarrevolution am 18. März 1917 abgesetzt worden war, wurde er am 17. Juli 1918 von Schergen der Bolschewiken ermordet. Während Nikolaus II und seine Frau Olga "das Glück" hatten erschossen zu werden, wurden sein Sohn und seine Töchter zuerst niedergeschossen und dann mit Bajonetten erstochen. Die Bolschewiken haben die Ermordung der Zarenfamilie lange geleugnet, erst 1925 hat Nikolai Sokolow, der Ermittler der Weißen Armee, die Hintergründe in seinem Buch "Ermordung der Zarenfamilie" veröffentlicht.

Nikolaus II hier zu sehen auf einer 15 Rubel Münze von 1897
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Gehirnwäsche funktioniert wie richtige Wäsche - wenn sie das Objekt lang und heiß genug waschen, schrumpft es. (c) Volker Pispers

Beitrag 13.07.2021, 09:06

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Sapnovela
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Die aktuelle Münze zeigt zur Abwechslung mal wieder keinen (zeitgenössisch) aktuellen Herrscher, sondern ist eine Würdigung eines historischen Herrschers. Boleslaw Chrobry (Bolesław der I. von Polen) war ein Zeitgenosse vom Kaiser Otto III. und hat mit diesem die Christianisierung in Europa vorangetrieben und herrschte in dieser Zeit u.a. über große Teile vom heutigen Mitteldeutschland (McPomm, Brandenburg, Sachsen, Thüringen). Weniger Glück als mit Otto dem III. der gerne in Italien weilte, hatte Boleslaw mit Ottos Nachfolger Heinrich II., (von 1014 bis 1024 römisch-deutscher Kaiser) der sich dem nördlichen Reich widmete und 15 Jahre lang Krieg mit Boleslaw führte.

Zur 900 jährigen Krönung von Boleslaw Chrobry wurden eine 10 und eine 20 Zloty Münze herausgegeben. Die hier gezeigte 10 Zloty Münze hat eine Auflage von 50.000 Stück. Die Münzen sind in den meisten Fällen sehr gut erhalten, was den Schluss zuläßt, dass sie nicht wirklich als Umlaufmünzen genutzt worden sind.

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Gehirnwäsche funktioniert wie richtige Wäsche - wenn sie das Objekt lang und heiß genug waschen, schrumpft es. (c) Volker Pispers

Beitrag 13.07.2021, 19:25

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gullaldr
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Für Neulinge hier erst einmal eine Erklärung, was die Lateinische Münzunion (LMU) war:
Die Lateinische Münzunion (offiziell Union monétaire latine) war eine Währungsunion zwischen Frankreich, Belgien, Italien und der Schweiz, die vom 23. Dezember 1865 faktisch bis 1914 und formal bis zum 31. Dezember 1926 bestand.
Spanien, Griechenland, Rumänien, Österreich-Ungarn, Bulgarien, Serbien, Montenegro (allesamt Monarchien) und Venezuela traten den Regulierungen der Union ebenfalls bei. Damit herrschte in einem Großteil Europas ein bimetallischer Silber-Gold-Standard. Sie gilt als einziges äußeres Ergebnis des Panlatinismus.
Einige weitere Länder prägten ihre Münzen nach den Vorschriften der Münzunion, traten ihr aber nicht bei.
https://de.wikipedia.org/wiki/Lateinisc ... %BCnzunion

Als Ursprung gilt das in Frankreich nach der französischen Revolution eingeführte Währungssystem.

So, und nun noch ein Münzlein. Fünf Francs Napoleon III. 1867, Ag.:
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5 Francs Napoleon III. 1867 b DSCF7775.JPG
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5 Francs Napoleon III. 1867 a DSCF7776.JPG
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Beitrag 13.07.2021, 19:30

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gullaldr
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5 Lei 1880, Rumänien, Ag.
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Beitrag 19.07.2021, 17:18

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Sapnovela
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In Tunesien waren wir noch nicht. Die 20 Francs aus Tunesien sind recht gut erhältlich, etwas länger muss man nach den 10 Francs Stücken suchen. Hier gezeigt ein Stück aus dem Jahre 1891, mit der schlanken Auflage von 400.000 Stück. Alle anderen Jahrgänge der 10er sind übrigens extrem selten.
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Gehirnwäsche funktioniert wie richtige Wäsche - wenn sie das Objekt lang und heiß genug waschen, schrumpft es. (c) Volker Pispers

Beitrag 21.07.2021, 22:24

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Sapnovela
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Analog zu den etwas weiter oben gezeigten 10 Zloty gibt es auch den klassischen 20er. Die 20er sind so sehr der Standard, dass ich einige Sammler kenne, die sich ganz auf die 5,81g Größe konzentrieren. Ganz abwegig ist das nicht, wenn man sich die schiere Anzahl an verschiedenen Münzen ansieht. smilie_06
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Gehirnwäsche funktioniert wie richtige Wäsche - wenn sie das Objekt lang und heiß genug waschen, schrumpft es. (c) Volker Pispers

Beitrag 23.09.2021, 08:16

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Sapnovela
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Die hier gezeigte Münze aus dem Jahre 1848 ist im Grunde auch keine "echte" LMU Münze, da sie vor der Unterzeichnung des Vertrages 1865 gepägt wurde. Dennoch uns hat die Zeit des Risorgimento viele wunderbare Münzen im Münzfuß der lateinischen Münzunion interlassen.

Das Königreich Lombardei & Venetien war nach der Niederlage Napoloens auf dem Wiener Kongress geschaffen und der damaligen Großmacht Österreich-Ungarn zugeschlagen worden. 1848 erfassten die revolutionären Wellen auch die italienischen Städte. Leider war die Unabhängigkeit von Lombardei & Venetien nur von kurzer Dauer, da bereits am 23. August 1849 der überlegende österreichische Militär die Region zurückeroberte.

40 Lire Lombardei, Übergangsregierung
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40 Lire Lombardei - 1848  (1).jpg
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