Kommentare zu: "Die Gold- und Silbermünzen der lateinischen Münzunion (LMU)"

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Beitrag 13.02.2021, 18:28

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amabhuku
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Tolle Fotos, weiter so! :D

Beitrag 13.02.2021, 20:07

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bullionente
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Schließe ich mich an, Danke auch für die tollen Foto's und Erklärungen! smilie_01

Aber eine Frage: wie steht es bei den LMU's mit Fälschungen?
Natürlich bezieht sich meine Frage mehr auf die höherpreisigen, mit kleinerer Auflage.
Den Skanderbeg habe ich auch schon bei ibäh für 'n paar Euronen gesehen, aber es war auf den ersten Blick ersichtlich, daß das auch kein Original ist, aber gibt es hier gute Fälschungen?

Beitrag 13.02.2021, 20:30

puffi
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Vielen Dank für die Lorbeeren! smilie_09

Aber bitte den 1. Beitrag auf der 1. Seite lesen. Sollte ein Trööt über Fälschungen bei LMU gemacht werden, werde ich meinen Sermon gerne dazu abgeben.

puffi smilie_24

Beitrag 14.02.2021, 12:13

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Mod-Team
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Liebe User,

bitte hinterlasst Eure Kommentare zu den LMU-Münzfotos in diesem Thread.
Der Original-Thread
bildergalerie-fotos-von-mitgliedern-f4/ ... 11729.html
ist als Bildergalerie gedacht. Verirrte Beiträge werden von Zeit zu Zeit hierher verschoben.

Vielen Dank,
Eure Moderation.

Beitrag 07.03.2021, 13:47

puffi
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Lieber Escudo

Ich sprach auch vom Münzfuß...... Mir ist bekannt das z.B. Argentinien nur Silber als "LMU" mit dem gleichen Nominal herausgebracht hat. Trotzdem haben viele Staaten diesen Münzfuß benutzt auch wenn die Münzen in den anderen Staaten der LMU nicht als Zahlungsmittel anerkannt waren, was ja eigentlich Sinn der LMU war. Im Prinzip fällt der 50ger da auch rein. der 25 Pesetas ist genau son Zwickding. Spanien war zu der Zeit offizielles Mitglied der LMU und hat 20ger ohne Frage LMU und 25 mit dem gleichen Münzfuß herausgegeben. Also wurde der 25 in den anderen Staaten als "Falschgeld" angesehen? Das selbe trifft auf Rubel zu.
Selbst in der Literatur gibts viele ?. Strenggenommen dürfen nur Münzen als LMU angesehen werden, die Mitglied der politischen LMU waren UND in ihrer Währung das gleiche Nomial haben UND in anderen Staaten als gleichberechtigte gesetzliche Zahlungsmittel galten. So zu mindestens lese ich den LMU Vertrag. Ich kann mich natürlich auch irren. Nur mal so als Zitat zu Spanien:
"Als Leitwährung wurde die Peseta am 19. Oktober 1868 im Rahmen der Währungsreform des zehn Tage zuvor als Finanzminister der revolutionären Regierung unter der Regentschaft Serranos ins Amt gekommenen Katalanen Laureano Figuerola in Spanien eingeführt. Dabei wurden die Vorgängerwährungen, darunter der Real und der Escudo, abgeschafft und erstmals in Spanien ein reines Dezimalwährungssystem geschaffen, das bis zur Euroeinführung Bestand hatte. Die neue Währung war in die wenige Jahre zuvor entstandene Lateinische Münzunion integriert, eine Peseta war anfänglich 1:1 in einen französischen Franc und eine italienische Lira umtauschbar. Münzen erschienen zunächst zu 1, 2, 5 und 10 Céntimos in Bronze und zu 20 und 50 Céntimos sowie zu 1, 2 und 5 Peseten in Silber. Sie zeigen die sitzende España und das spanische Staatswappen. 1876 erschienen dann auch die ersten Goldpeseten im Wert von 10 und 25 Peseten, später wurden noch Stücke zu 20 und 100 Peseten in Gold ergänzt. An diesem System änderte sich bis zum Beginn der Franco-Diktatur wenig."

Beitrag 08.03.2021, 22:12

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Sapnovela
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puffi hat geschrieben:
07.03.2021, 13:47
Lieber Escudo

Ich sprach auch vom Münzfuß...... Mir ist bekannt das z.B. Argentinien nur Silber als "LMU" mit dem gleichen Nominal herausgebracht hat. Trotzdem haben viele Staaten diesen Münzfuß benutzt auch wenn die Münzen in den anderen Staaten der LMU nicht als Zahlungsmittel anerkannt waren, was ja eigentlich Sinn der LMU war. Im Prinzip fällt der 50ger da auch rein. der 25 Pesetas ist genau son Zwickding. Spanien war zu der Zeit offizielles Mitglied der LMU und hat 20ger ohne Frage LMU und 25 mit dem gleichen Münzfuß herausgegeben. Also wurde der 25 in den anderen Staaten als "Falschgeld" angesehen? Das selbe trifft auf Rubel zu.
Nach meinen Kenntnisstand hat Escudo recht. Der Vertrag zur LMU hat die Münzausprägungen in Gold zu 5, 10, 20, 50 und 100 Franc/Franken/Lira/Drachmen festgelegt. Dazu kamen mit dem Ag-Au Verhältnis von 15,5:1 die Silbermünzen zu 5, 2, 1, 0,5 und 0,2 gleicher Bezeichnung.

25 ist keine vertraglich vereinbarte Größe und damit keine LMU Münze. Eine tolle Übersicht über alle Münzen im offiziellen Münzmaß gibt es hier:
https://www.unionlatine.com/?reqp=1&req ... WynUbhpTW6

Streng genommen gehören die 40er also auch nicht zur LMU. Dennoch werden sie oft als LMU klassifiziert, da es am Ende das französische Münzsystem war, dass die Basis der LMU darstellt.
Gehirnwäsche funktioniert wie richtige Wäsche - wenn sie das Objekt lang und heiß genug waschen, schrumpft es. (c) Volker Pispers

Beitrag 09.03.2021, 09:40

puffi
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Bevor ich ins Detail gehe was voraus:
Es geht mir nicht ums Recht haben, hier geht es um was ist was und da gehen auch die Meinungen in der Literatur auseinander. Die Ansicht von SAP ist m.M. genau so richtig wie die von Escudo und meine. Es kommt immer darauf an wie man einen Begriff fasst. Und noch wichtiger ist, dass man (m/w/d) mit Geschichte und Währungen befasst und Freude daran hat. Ich werde versuchen meine Meinung so zu fassen, dass sie auch für Seminumismatiker verständlich ist.


Das gesagt mal näher auf LMU eingehend:
Zitat (Def der LMU strenggenommen):
Die Lateinische Münzunion von 1865
Im Jahr 1865 schlossen sich die Länder Frankreich, Schweiz, Belgien und Italien in Paris zur Lateinischen Münzunion zusammen. Sie vereinbarten dabei in ihrer „Convention Monétaire“ sich künftig bezüglich des Feingehalts, des Gewichtes, Größe und Nominalwerte Ihrer Münzen abzustimmen. 1868 trat auch Griechenland offiziell der Münzunion bei.
Das Ziel der Lateinischen Münzunion war es die Währungen der teilnehmenden Staaten so zu standardisieren, dass die miteinander im Verhältnis 1:1 getauscht werden konnten, um so den Handel zwischen den Ländern zu vereinfachen.
Die teilnehmenden Länder prägten daher zwar weiterhin Münzen mit eigenen Währungsbezeichnungen, diese wurden aber in allen anderen Ländern akzeptiert. Die offiziellen Münzen waren daher Französische und Belgische Francs, Italienische Lire, Schweizer Franken sowie Griechische Drachmen.
Goldmünzen der Münzunion
Egal ob Francs, Franken, Lire oder Drachmen - alle Goldmünzen der Lateinischen Münzunion gab es in folgender Stückelung:
Metall Nominalwert Gewicht (g) Durchmesser (mm) Feingehalt
AU100 32,258 35 900/1000
50 16,129 28
20 6,4516 21
10 3,2258 19
5 1,6129 17

Silbermünzen der Münzunion
Auch die Silbermünzen der Union Monétaire Latine folgten einer einheitlichen Stückelung, auch wenn sich die Währungsbezeichnung unterschied:
Metall Nominalwert Gewicht (g) Durchmesser (mm) Feingehalt
Ag 5 25 37 900/1000
2 10 27 835/1000
1 5 23
0,5 2,5 18
0,25 1 6

Zitat Ende (Mag. Walter Hell-Höflinger)

Wenn dies so ist fallen alle Münzen vor 1865 raus, da es noch gar keine LMU gab. Weiterhin fallen alle 40ger und 80ger und alle die ein anderes Nominal haben raus. Strenggenommen auch alle die nicht Mitglieder der LMU waren.

2. Münzen nach dem Standard der LMU:

Jetzt taucht schon das erste Problem auf: wir reden über Kurantmünzen, deren Wert durch den Edelmetallgehalt definiert ist. In der Literatur und den geschichtlichen Hintergrund nennt man dies den Münzfuß. Dies bedeutet aus einer definierten Maßeinheit wird eine x Anzahl von Münzen gefertigt mit einem definierten Nominal. Anders gesagt die Deckung der Währung (nicht jetzt eine Diskussion darüber; es zeigt aber die noch heute gültige Relevanz sich damit zu beschäftigen). Ich habe noch nicht herausgefunden auf welchen historischen Münzfuß LMU beruht, habe aber den Verdacht, dass es sich hier um den mittelalterlichen Fuß handelt bei dem 244 Pfennige aus einer feinen Kölner Mark geschlagen wurden.
so.... Bedeutet "nach dem Standard" die oben genannten Münzen in Metall, Nominal, Durchmesser, Feingehalt und Gewicht oder das worauf es ankommt der Münzfuß der Währung? Je nachdem man es ansieht kommen andere Münzen heraus..........
Fortsetzung folgt, bitte noch nicht kommentieren, muss erst mal wieder "vorschreiben"

Beitrag 03.04.2021, 16:04

Artsearcher
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Danke an alle die hier Fotos der Schätze gepostet haben. Die Infos sind sehr interessant, vieles war für mich neu.

Beitrag 19.04.2021, 18:39

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guinee
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Beiträge: 12
Registriert: 15.04.2021, 14:57
Hallo,

möchte mich hier auch einmal für die Informationen und die schönen Fotos bedanken. Dieser Thread war der Grund, mir hier ein Konto zu erstellen. Da schon alles (und viel mehr) gezeigt wurde von dem, was ich mein Eigen nenne, kann ich leider im Moment keine "neuen" Bilder beisteuern.
Freue mich aber auf weitere Fotos von Euch, die übriges qualitativ alle sehr gut gemacht sind!

Jetzt spiel ich mal wieder Mäuschen.

Beitrag 20.04.2021, 14:02

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Silberhai
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Registriert: 05.09.2014, 19:46
Hast ja recht @Sap..... war gerade so im Flow. smilie_02
Hier alle teilnehmenden Länder mit Beitrittsjahr zur LMU.
Dateianhänge
800px-LatinMonetaryUnion_1866-1914.svg.png
800px-LatinMonetaryUnion_1866-1914.svg.png (187.54 KiB) 426 mal betrachtet

Beitrag 20.04.2021, 14:14

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VfL Bochum 1848
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@Silberhai,
interessant, danke smilie_01 .
VfL Bochum? -Find ich gut!

Beitrag 20.04.2021, 17:55

puffi
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Da die LMU 1865 gegründet worden ist ist es schwierig vor 1865 LMU zu sein. Wie ich schon gesagt hatte die vorhandene Literatur enthält viel Ungereimtheiten.
Richtig wäre zu sagen "nach dem Münzfuß" der bei der LMU gebräuchlich war. Und selbst dann müsste eigentlich gesagt werden, dass die Nominale immer ein ganzes Vielfaches der kleinsten Einheit sein müssen (womit Russland rausfällt). Oder man bezieht sich darauf, dass die Münzen offizielle Währung der unterschiedlichen Staaten sind(Der eigentliche Grund der LMU). Dann sinds aber nur die eigentlichen Mitglieder.
Und noch was: wenn auch nur eine Münze eines Staates LMU entspricht (solange sie ein ganzes Vielfaches der kleinsten Einheit ist) müssen solange wir über Kurantmünzen reden alle anderen auch nach LMU Münzfuß sein da sonst die Verhältnisse von Au zu Ag und vice versa sich innerhalb der Währung verschieben und damit ein Münzmetall verschwinden würde. Dies würde nur dann nicht passieren wenn Münzen nicht zum allgemeinen Gebrauch sondern als "Handelsgeld" zwischen Staaten gebraucht würde, womit wir beim odd Rubel wären......
Übrigens die originale Überschrift der Karte lautet: "Übersicht der teilnehmenden (rot) und assoziierten Staaten (andere Farben) zwischen 1866 und 1914"....... was was ganz anderes ist wie:
Hier alle teilnehmenden Länder mit Beitrittsjahr zur LMU.
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