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vom: 12.02.2018, 22:07
Ladon Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Nach Afrika scheint nun Südamerika Ziel der expansiven Außenpolitik Chinas zu werden. Mehr als 21 Milliarden haben sie letztes Jahr investiert. Mit enormen Steigerungen zu den Vorjahren. Die USA hinterlassen natürlich ein wenig ein Vakuum mit ihren Drohungen der Kürzung von Hilfszahlungen. Und auch wenn die Chinesen im Vorhof der Vereinigten Staaten wahrscheinlich eher leise vorgehen, so sind die Zeichen doch deutlich.
Die Vision des erdumspannenden "Gürtels" miteinander vor allem wirtschaftlich kooperierender (und wohl unter Chinesischer Vorherrschaft stehender) Länder ist wieder einen Schritt näher gekommen.
Als die USA im vergangenen Jahr den einen oder anderen südlichen ihrer Nachbarn etwas rüde angegangen sind, hat sich Spielraum für Peking ergeben. Die zögern da keinen Augenblick und lachen wahrscheinlich auch jeden Tag 10 Minuten herzlich darüber, wie Europa und Amerika tatenlos ihrer Annexion Afrikas zuschaut.
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When the Four Horsemen galloped, a stock of gold pieces, cunningly concealed or surreptitiously carried, has often meant the difference between living and dying.

Roy W Jastram (The Golden Constant; 2009; ISBN: 978-1-84720-261-1)
vom: 13.02.2018, 01:43
Sinjawski Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Spannendes Thema, und gutes Beispiel dafuer, wie Europaeische Politiker heutzutage anscheinend globale Visionen vermissen lassen, und aktuelle Stroemungen fehlinterpretieren.
Seit bald 2 Jahren sind Politiker und Medien groesstenteils darauf fokussiert, zu schauen was bei Brexit und Trump alles schief laeuft und weiden sich an deren Misserfolgen. In dem Moment, als TTIP absehbar scheiterte, und Trump Suedamerika die kalte Schulter zeigte, haetten Europa und die europaeische Industrie sich massiv um Suedamerika bemuehen muessen. Schau Dir nur mal an, was Samsung, Panasonic und chinesische Mobilfunker dort verdienen. Waehrend man hier die Nase ueber chinesische Autos ruempft, fahren Sie dort auf allen Strassen, einfach weil die Menschen fuer wenig Geld relativ moderne Technik bekommen. Die muessen nicht aktuellen europaeischen Sicherheitsstandards entsprechen, sind aber vielleicht noch sicherer als all die 20 oder 30 Jahre alten Nissan und uralt VW Modelle dort.
Wenn die Gewinne von VW und vl. bald noch anderen dann durch Strafzahlungen in den USA gaenzlich aufgezehrt werden, sollte man vl. bald wieder an neue Fabriken in Suedamerika denken, so wie frueher in Mexico. Gerade wo mit neuen Technologien E-Autos bald viel einfacher gebaut werden koennen.
21 Milliarden nennst Du: wahrscheinlich sind da noch nicht die Kredite an notleidende Staaten mit eingerechnet, die sonst kein Geld mehr aufnehmen koennen.

Hier wird in der EU genauso kurzsichtig agiert wie in der Brexit Politik: Einen langjaehrig verlaesslichen Partner will man aus Prinzip lieber abstrafen, (was man in politischer Hinsicht ruhig tun kann), als weiterhin gute wirtschaftliche Beziehungen zu pflegen. Von seiner politischen Tradition steht GB Europa viel naeher: das sollte so bleiben, und trotz haeufiger Allianzen mit den USA, sollte man GB nun nicht aus Trotz in die Arme Trumps schubsen, den man dort noch viel weniger mag, als auf dem Kontinent.

Und betrachtet man das ganze nicht nur politisch, sondern wirtschaftlich, wird es noch viel weniger verstaendlich, wie hier fahrlaessig Milliardenmaerkte vernachlaessigt werden, wo wir es doch so noetig haben, dass man hier ewig den Umsaetzen mit den Kriegsverbrechern in Russland hinterherweint. Mit FDP Aussenpolitikern waeren die Russland Sanktionen wahrscheinlich bald Geschichte. Man schaut aber immer nur auf die alten Pfruende, statt sich auch der neuen Chancen zu vergegenwaertigen.

Chinas Afrika Politik ist aber m.M. nach viel schwerer zu beurteilen. Mit der staatlich gelenkten Wirtschaftspolitik und der Ausbeutung der dortigen Bodenschaetze, ist man in den instabilen Regionen ganz schnell mitverantwortlich fuer Buergerkriege, Massaker und massive Menschenrechtsverletzungen. Ob man sich daran aber in 100 Jahren noch erinnern wird, oder zur Rechenschaft gezogen wird ist die Frage: Statt der Erinnerungen und Versuch einer Aufarbeitung wie der unruehmlich Deutschen Kolonialgeschichte, werden solche Gedanken sicher irgendwann mal ebenso verboten sein, wie das Gedenken der tuerkischen Voelkermorde und Massaker. Insgesamt keine sehr rosigen Aussichten, denn die wirtschaftlichen Verlierer werden sich auch schwer tun, dagegen irgendwann noch mit moralischen Standards dagegenzuhalten, und mein Eindruck ist, dass Moral oder auch ethische Investments und Wirtschaftspolitik gerade sehr stark auf dem Rueckzug sind.

Hab noch was vergessen: weltumspannender Guertel: da geht es natuerlich auch um die Leitwaehrung, und den Showdown im Schuldenkrieg. Amerikanische Staatsverschuldung geben chinesiche Unternehmensueberschuldung. Welches System macht zuerst die Graetsche, wer kann den anderen staerker unter Druck setzen? China mit seinen Fremwaehrungsreserven? Kurzfristig haben die Amis die Nase vorn, scheuen sich aber wahrscheinlich, das chinesiche System hochgehen zu lassen. Langfristig verschiebt sich die Macht stetig nach China.
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vom: 13.02.2018, 12:24
Gladius Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ernüchternd ist wie leise und stetig China dabei vorgeht der USA den Rang abzulaufen.
Da mal ein westliches Unternehmen gekauft, dort mal ein neuer Hafen aus dem Boden gestampft, wenn nötig gleich mit einer neuen Insel dazu. Und letztens bin ich über einen Bericht im Fernsehen gestoßen, wo die gezeigt haben, das die Chinesen bereits einen Konkurrenzkanal zum Panamakanal in Planung/angefangen haben.
vom: 13.02.2018, 14:29
goldmoney Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Die Chinesen sind wirtschaftlich betrachtet inzwischen freier als die USA (und große Teile der westlichen Welt). Sie kennen nur noch Zölle, Urheberrechte, "Freihandelsabkommen", Wirtschaftssanktionen und sonstige Einschränkungen. Die Chinesen produzieren was das Zeug hält und handeln mit jedem der es möchte. Das generiert Wohlstand. Sie haben es geschafft, die Wirtschaft von der Politik zu befreien. Die USA sind den umgekehrten Weg gegangen. Durch die enormen Dollarreserven befinden sie sich im Würgegriff der Chinesen und können nur noch reagieren. Ihr Stern geht bereits unter.

goldmoney
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"The gold standard is the only method we have yet found to place a discipline on government, and government will behave reasonably only if it is forced to do so"
Friedrich August von Hayek
vom: 13.02.2018, 19:15
Chinese Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Zunächst muss man doch sagen das niemand gezwungen wird mit China Geschäfte zu machen.
Alles tun dies gerne und freiwillig. Das schönste Beispiel ist doch die deutsche Wirtschaft. Was wohl dem Westen aufstößt das nur Geschäfte gemacht werden und diese nicht mit politischen Überzeugungen und Forderungen kombiniert werden.

Dies ist doch weltweit die Zukunft. Das System USA mit seinen über 600 Stützpunkten (Militär und nicht Handel) weltweit neigt sich dem Ende zu. Die Welt wird selbstbewusster und kuscht nicht mehr vor dem Imperium. Welches selbst sich beleidigt und schmollend per Strafzölle einigelt. Selbst die Türken drohen den USA mit einer osmanischen Ohrfeige. Russland muss man gar nicht erwähnen.

Der stetige Verfall der USA verhilft nicht nur China sondern vielen anderen Ländern Ihren Handel und Zusammenarbeit auch ohne die militärische Bevormundung des Westens zuentwickeln. Soviel Selbstbewustsein gefällt uns nicht im Westen.
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»Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.« Albert Einstein
vom: 13.02.2018, 23:54
paralaxys Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Der Unterschied von China ist der, das die Chinesen zum Handel treiben kommen. Die Amerikaner kamen immer erst mit Militär und haben das Land zerstört und eine amerikahörige Regierung eingesetzt. Die Chinesen sind auch nicht zimperlich, wenn es um Umweltschutz und Gesundheit geht. Denen steht der Profit auch näher als die Mutter Natur. Aber sie sind so schlau und bilden in China viele ausländische Ingenieure aus, die wieder in ihre Heimatländer zurück gehen. Was nutzen die Investitionen weltweit, wenn keine qualifizierten Arbeiter da sind, die die Arbeit vor Ort verrichten?. Also wird dazu auch in die Infrastruktur investiert, das sichert den Milliardären in China weiter sprudelnde Finanzeinnahmen.
Hier verschlafen die Europäer die weltweite Entwicklung. In einigen Jahren werden wir nur noch von unserem alten Ruf leben und in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, wie ein Museum. Der uns aufgezwungene Kampf und Boykott von Russland zerstört uns auch immer mehr. Seit 100 Jahren wird alles versucht, damit sich Deutschland nicht mit Russland verbinden kann. Das wäre das Ende von Amerika und dem Dollar.
Wir brauchen eine Regierung, die den Mut hat, sich aus der amerikanischen Umklammerung zu lösen und mehr auf eigene europäische Werte und Traditionen zu setzen und neue Partnerschaften zu bilden. Die sture Murksel muß weg, es müssen jüngere an die Macht, die den globalen Zusammenhang besser sehen und auch neue Wege gehen. Der aufgezwungene amerikanische Weg führt in den Abgrund.
vom: 14.02.2018, 06:02
Ladon Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ich kann die letzten beiden Postings nicht so recht einordnen.
Unterscheidet Ihr jetzt zwischen "guten" und "bösen" Imperialisten?

Glaubt Ihr denn, man kann Staaten einfach so aus Bündnissen und vertraglichen Verknüpfungen lösen, ohne sich mächtige Gegner zu machen?
Vom anständigen "pacta sunt servanda" ganz zu schweigen.

So funktioniert das nicht.

Bröckelnde Riesen, verwundete Raubtiere ... alles saugefährliche Dinge. So wie wankende Weltmächte. Da zündelt man nicht, wenn man bestenfalls als "Mittelmacht" anzusehen ist, die überdies vital am Tropf des Exports hängt!

Und ob man sich einfach so vom Schoß des einen Riesen in den des anderen begeben sollte? Auch das ist abzuwägen. Ich kann ehrlich gesagt nicht erkennen, dass Rußland oder China seine "Verbündeten" weniger auf Linie hält als die USA!

Deutschland - egal wie es konstituiert war, als Flickenteppich oder als Nationalstaat - liegt an einem geopolitischen Schnittpunkt (so pompös das klingt). Wenn wir nicht höllisch aufpassen werden wir von definitiv größeren Mächten zerrieben. Das beginnt nicht erst beim 30-jährigen Krieg ...
Gottseidank hat zumindest das nationalstaatliche D (seit der Gründung 1871) immer wieder kongeniale Außenpolitiker hervorgebracht, die nicht nur schwarz und weiß sehen konnten. Bismarck, Stresemann, Adenauer, Scheel, Genscher ... keinen davon muss man mögen, aber sie alle haben großartige Arbeit geleistet.



Viele "gute" Sachen würden zunächst eine Verschlechterung für viele bedeuten. Z.B.: wenn wir von der Exportabhängigkeit weg wollen, würde das mit Sicherheit erst einmal (!) einen herben Einschnitt bedeuten und zunächst (!) bestimmt auch eine Menge Arbeitsplätze kosten. Ein solcher Umbau der Volkswirtschaft ist kein Pappenstiel. Die Ernte fahren eventuell erst die Nachfahren ein.
Und genau das ist der Grund, warum die Utopien nicht Wirklichkeit werden: es muss JETZT für etwas bezahlt werden, dass erst in der Zukunft Benefit bringt.

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Roy W Jastram (The Golden Constant; 2009; ISBN: 978-1-84720-261-1)
vom: 14.02.2018, 09:59
KROESUS Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
@Ladon:

Ja, man kann sich aus Bündnissen lösen, vor allem wenn sie den eigenen Interessen zuwider laufen wie die NATO und ihre 'Friedensmissionen', die Deutschland in den betroffenen Ländern nicht beliebter macht.

und freier Handel mit Russland wäre ein Gewinn für beide Seiten.

es wird Zeit sich aus der US-Vorherrschaft auf die deutsche Politik zu lösen
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In unsicheren Zeiten kann Gold eine gute Wertanlage sein
vom: 14.02.2018, 10:57
Ladon Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Als sich das DR Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Bismarckschen Bündnisgeflecht verabschiedet hat, haben sie uns aber mal gezeigt wo der Hammer hängt (der blöde Willi hat ihnen dann auch hübsche Gründe geliefert).

Natürlich KANN man Bündnisse beenden.
Du KANNST auch vom Fernsehturm springen.
Nur: Wer glaubt Dir noch, wenn Du Verträge nach Gusto brichst?

Ich finde Trumpl hat schon ungeheuer viel für die Emanzipierung Europas von den USA getan. Die Befehlskette von Washington nach Berlin, die viele bis Trump für selbstverständlich, ja geradezu bewiesen hielten, ist offensichtlich zusammengebrochen.
Da tut sich doch schon einiges. Man darf nicht so ungeduldig sein. Bündnisse, die über Generation gepflegt wurden, lassen sich nicht so einfach auflösen.

NIEMAND - weder Du noch ich - kann seriös entscheiden, ob die NATO uns beschützt oder drangsaliert hat.
Aber 1953 war irgendwie nicht spürbar, dass wir mit Russland besser fahren.
1956 standen die russischen Panzer ein paar Kilometer vor der bayrischen Grenze.
Ich finde es daher schon verständlich, wenn die Älteren dem oft zelebrierten Rußland-ist-gut Getue nichts abgewinnen können - AUCH WENN MAN DIE USA NICHT FÜR TOLL HÄLT GEHT DAS
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vom: 14.02.2018, 14:21
goldmoney Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ladon hat Folgendes geschrieben:



Nur: Wer glaubt Dir noch, wenn Du Verträge nach Gusto brichst?


1956 standen die russischen Panzer ein paar Kilometer vor der bayrischen Grenze.
Ich finde es daher schon verständlich, wenn die Älteren dem oft zelebrierten Rußland-ist-gut Getue nichts abgewinnen können


Das ist schon richtig. Bis auf die Linke glaube ich, will doch hierzulande niemand alte Bündnisse einfach brechen. Man sollte sich aber weigern, weiterhin Phantomfeinden zu jagen!

Schließlich hat Reagan Gorbatschow gebeten, die Berliner Mauer nieder zu reisen, was er auch tat. Jetzt sollen wir Russland boykottieren und sanktionieren, weil es seine Panzer aus Europa fast völlig entfernt hat, nur weil die Amerikaner sie am besten bis nach Sibirien zurückdrängen möchten?

Es ist an der Zeit, sich von Stereotypen der Nachkriegszeit zu lösen und in den Dialog zu treten. Nicht mit verschiedenen "Orangenen Revolutionen" kreuz und quer durch die Welt zu demokratisieren zündeln.

Wobei hier der Begriff Amerikaner falsch ist. Inzwischen entsteht auch in den USA ein (wenn auch minimaler) Widerstand gegen das military–industrial complex.
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Friedrich August von Hayek
vom: 14.02.2018, 20:37
Chinese Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Durch Handel ist noch keiner gestorben.
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vom: 14.02.2018, 21:51
Mehrgoldfüralle Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
@Ladon

Ich bin "älter". Aber ich erinnere mich nicht, wann Russland uns jemals angegriffen hätte, auch die Geschichte gibt dazu nichts her. Die Gründe dagegen für den Kriegseintritt Amerikas sowohl in den ersten wie auch den zweiten Weltkrieg waren rein finanzieller Natur. Das ist gut belegt, darüber muss man nicht streiten. Im zweiten haben sie Hitler finanziert, England, Frankreich und die Sowjets. Als die Kredite Gefahr liefen, notleidend zu werden, musste Pearl Harbour her, im ersten die Lusitania.

Jetzt muss bald ein neuer großer Krieg her, da das Imperium wackelt, dass es keine Sowjetunion mehr gibt, spielt da keine Rolle. Mir ist es allemal lieber, mich mit Plastik und Elektronik aus China zumüllen zu lassen, als einen Krieg in Zentraleuropa zu erleben, denn dort wird er sich abspielen, einfach, weil da das meiste kaputt zu machen ist.

Dass es in den USA keine nennenswerte Industrie mehr gibt (es wird keine Uhr mehr produziert, auch kein Schuh) ist schwerlich die Schuld der Chinesen, sondern dem Zwang der Finanzindustrie dort zu produzieren, wo es am billigsten geht.

Im vorvorigen Beitrag hast du Willy Brandt und Egon Bahr vergessen, die wahren Architekten der Wiedervereinigung. Der korrupte Kohl hat dafür auf dem Balkon gestanden und sich feiern lassen. Die Versprechen an Russland für die Zustimmung sind ausnahmslos gebrochen worden. Deutsche Panzer stehen im Baltikum. Auf ein Neues, das Rad muss sich schliesslich weiter drehen.
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Wir werden in interessanten Zeiten gelebt.
vom: 15.02.2018, 20:48
AuCluster Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Sinjawski hat Folgendes geschrieben:
Spannendes Thema, und gutes Beispiel dafuer, wie Europaeische Politiker heutzutage anscheinend globale Visionen vermissen lassen, und aktuelle Stroemungen fehlinterpretieren.


Was? Der britische Außenminister Boris Johnson hat eine klare Botschaft an die Welt gerichtet:

This country is once again taking the lead in the shaping of the modern world!
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Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.
vom: 15.02.2018, 21:40
Mehrgoldfüralle Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
@AuCluster

Nicht schon wieder die Briten, die haben genug Unheil über die Welt gebracht. Glücklicherweise ist Boris Johnson sehr blond.....
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Wir werden in interessanten Zeiten gelebt.
vom: 18.02.2018, 06:48
Ladon Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Mehrgoldfüralle hat Folgendes geschrieben:
@Ladon

Ich bin "älter". Aber ich erinnere mich nicht, wann Russland uns jemals angegriffen hätte, ...


Kann man drüber streiten, ist aber schwierig, weil es ein Deutschland als Nationalstaat erst ab 1871 gibt. Und auch das Konstituieren von Rußland spät erfolgte (Anfang 18. jahrhundert, glaube ich)
Wie ist es einzuschätzen, wenn sich Ruland mit dem "römischen" Kaiser (dem Habsburger (der Habsburgerin ...) in Wien) verbündet, um Preußen in die Schrenken zu weisen?
Krieg gegen Deutschland oder an der seite von Deutschland?
... Glatteis!!!
Da kann man jetzt hin und her posten. Eines ist gewiss: das sind (auch) keine netten Kerle im Kreml.


Wichtiger aber: DAS im Zitat von Dir oben habe ich garnicht gesagt. ich habe gesagt, dass ich mich aus meiner Kindheit an ziemlich beängstigende Szenarien erinnere.
Im bayrischen Wald "erinnern" sich noch einige daran, wie das war.
Ob das reale Gefahr oder eingebildete war? Naja. Es hat sich zienmlich real angefühlt.
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Roy W Jastram (The Golden Constant; 2009; ISBN: 978-1-84720-261-1)
vom: 18.02.2018, 09:37
lifesgood Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ladon hat Folgendes geschrieben:

Im bayrischen Wald "erinnern" sich noch einige daran, wie das war.
Ob das reale Gefahr oder eingebildete war? Naja. Es hat sich zienmlich real angefühlt.


So ist es. Es war in den 60er Jahren, während des Prager Frühlings. Da standen die russischen Panzer ca. 15 km von meinem Elternhaus an der tschechischen Grenze und man wußte nicht, ob sie dort stehenbleiben.

Meine Eltern saßen sozusagen auf gepackten Koffern.

Mit ein Grund für die ausgeprägte Edelmetallaffinität unserer Familie.

lifesgood
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Begib Dich nie auf das Niveau eines Idioten ...
vom: 18.02.2018, 10:11
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Ich denke man sollte das hier und jetzt beurteilen. Sonst wären die Italiener die Eroberer der Welt.

Russland hat gerade mal 1/3 mehr Militärbudget als Deutschland. Allerdings eine einsatzbereite Luftwaffe. Das Militärbudget der USA ist mehr als 10 x so hoch wie Russland. Die geplante Erhöhung der USA ist größer als der russische Militärhaushalt.

Wer hier aktuell der Kriegstreiber ist auf dieser Welt kann man auch an den über 600 Militärbasen der USA erkennen. Diese Militärmacht wird auch kontinuierlich die letzten Jahrzehnte eingesetzt.

Das Gequatschte der russischen Gefahr passt nicht zur Realität. Die Siegermacht Russland ist aus Deutschland abgezogen, die Amerikaner sind noch präsent um Ihre Eroberung , sorry heißt Ja im NATO Jargon „Verbündeter“, gegen diese übermächtige Bedrohung zu verteidigen die aus dem Osten auf uns zustürmt.

Mittlerweile sind deutsche „Soldaten“ wieder an der russischen Grenze präsent. Das zeigt das wir Deutsche nichts aus der Geschichte gerlernt haben. Im Gegenteil wir stürmen als Fahnenträger, zu mehr reicht es nicht mehr, weltweit in vorderster Front für das amerikanische Imperium mit. Wir verteidigen die Freiheit am Hindukusch. Nur um eine der vielen Friedensmissionen des Imperiums zu nennen. Oder sehr aktuell, wir liefern den Kurden im Irak Panzerabwehrwaffen samt Training damit diese dann Panzer der Türkei, natürlich aus deutscher Produktion, eliminieren können.

Für Deutschland wäre eine neutrale Haltung, insbesondere gegen Russland, angebrachter.
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vom: 18.02.2018, 11:39
Ladon Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wo meine Eltern herstammen, waren zuerst die Amis.
Dann gab's Verhandlungen und urplötzlich zogen die US-Truppen fünf Kilometer nach Westen.
Dann kamen die Russen.
Wenn mich meine Eltern und Großeltern, Onkel und Tanten und die Bekannten in diesem Dorf nicht alle schamlos angelogen haben, dann war das schlichtweg traumatisch, was dann geschah und welche Atmosphäre dann herrschte.
Insbesondere für die Kinder ein Alptraum.
Von den Amis hat jedenfalls keiner nachts betrunken die Tür eingetreten.

Ich weiß also nicht, ich weiß nicht.
Sind russischen Vasallenstaaten wirklich besser dran?

Kann man das nicht endlich einmal NICHT ausschließlich in der Dualität RU/USA sehen?

Wer glaubt, dass der geniale Strippenzieher, Geheimdienstler, Spionage- und Gegenspionage Experte und überdies noch fast feudal mächtige Präsident von RU irgendwie freundlicher ist oder rücksichtsvoller oder fairer ist, als "unsere Freunde" ... Sorry. Das kann mir keiner erzählen.
Daraus ergibt sich aber nicht, die US-Imperialpolitik zu mögen.
Dieser Vorwurf ist redundant, ermüdend und Kokolores.

Immerhin hatten wir die Kohle und die in der DDR nicht.
Haben wir unsere Seele also verkauft?

Also ich für meinen Teil ... meine Eltern sind '56 in den Westen. Weil die Stasi meinen Vater anheuern wollte (Wehrmachtsoffiziere waren beliebt).
Die kamen mit einem Koffer hier an. Jeden Pfennig, jeden Karriereschritt bis zum Direktor eines mittelständischen Unternehmens hat mein Vater mit Hilfe meiner Mutter hier unter US-Herrschaft verdient, während seine Brüder und Schwestern einfach keine Chance auf so etwas hatten. Die Kinder zwangsweise Russisch lernen, zur FdJ mussten und paramilitärische "Zeltlager" absolvierten.
Die Russen mögen inzwischen abgezogen sein ... in den 50ern haben sie aus der ostdeutschen Industrie jede Schraube in den Osten transferiert.

Die Mär vom guten Russen ist genauso absurd und realitätsfern, wie die Mär vom guten Ami.

Die Realität aber ist, dass man in der Mitte Europas immer irgendwie ein "Frontlinie" darstellt.


Und außerdem: hinter dem ganzen Politgetöse haben wir doch beste Kontakte zu RU.
Wir sind wirtschaftlich mit denen aufs Engste verknüpft.
Es wird oft nicht verstanden, dass Außenpolitik auch bestimmten Regeln folgt. Sanktionen gegen RU sind eine logische Konsequenz und in solchen Fällen so "beschlossene Sache".
DAS findet auf der Bühne statt.
Aber hinten wird schon der nächste Kooperationsvertrag geschlossen.
Das darf man nicht so hoch hängen.
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Roy W Jastram (The Golden Constant; 2009; ISBN: 978-1-84720-261-1)
vom: 18.02.2018, 13:54
VfL Bochum 1848 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Sicherlich gibt/gab es nicht die bösen Russen oder die guten oder besseren Amerikaner.

Was die Gewaltexzesse der russischen Soldaten im/nach dem 2. Weltkrieg betrifft: Die waren geprägt durch die vorherigen Gräueltaten der SS, teilweise auch der Wehrmacht, gegen russische Soldaten und vor allem gegen die russische Zivilbevölkerung, das endete dann nie "nur" mit dem Eintreten der Haustür. Die Amerikaner haben keinen deutschen Einmarsch in ihr Land erlebt, zunächst keine unmittelbaren Gräueltaten und hatten hier nicht so den Rachegedanken vor allem gegen Zivilisten. Die Einstellung der Amerikaner änderte sich hier allerdings nach der Befreiung der Konzentrationslager. Trotzdem wird Gewaltanwendung vor allem gegen Zivilisten vorwiegend mit den Russen in Verbindung gebracht. Ihren "guten Ruf", den sich die Amerikaner im 2. Weltkrieg als Befreier und zivilisierte Menschen teilweise erarbeitet haben konnten sie in Vietnam allerdings nicht schnell genung wieder zerstören.

Was aber die Gewaltanwendung der russischen Soldaten nicht entschuldigen soll!
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VfL Bochum? -Find ich gut!
vom: 18.02.2018, 18:41
Ladon Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Klar. Ich bringe hier EIN Beispiel ohne statistischen Wert.
Aber, wie Du sagst, spiegelt es schon das "Gefühl" wieder. Und auch ich denke, dass man gar nicht erst anfangen darf gegeneinander aufzuwiegen oder gar eine Entschuldigung für Verbrechen zu suchen.
Wer die Methoden der "Bösen" anwendet, ist selber einer.

Doch dieses kurze Beispiel aus der Realität sollte ja nur zur Demonstration dienen, dass man es sich zu einfach macht, wenn man den "schlechten Freund" erkennend, umgehend einfach dem Vertrauen entgegenbringt, der ein Gegner des "schlechten Freunds" ist.
Was ist denn das für eine Logik, wenn man es mit zwei Raubtieren zu tun hat, denen es darum geht, den jeweils anderen zu schwächen! Das ist doch offensichtlich.

Afghanistan, Tschetschenien, Ukraine ... alles "Nachbarn" die, WARUM AUCH IMMER - DAS SPIELT KEINE ROLLE, unbotmäßig waren. Klar, jeder hat so sein Vietnam und gewinnt nicht immer ... genau das bestätigt es bloß erneut: es geht für jeden dabei um Macht. Und - wie man ja weiß - nur derjenige hat Macht, der sie auch missbrauchen kann.
Das ist das Mantra der Putins, Kims, Donalds und wie sie alle heißen oder hießen.

Die Supermächte sind immer, für jeden und jederzeit gefährlich. Sie bestimmen wo's lang geht und verfügen über militärische Macht, die in der Lage ist, jeden Punkt auf dem Globus mit "fire and fury" zu überschütten.
Es ist halt nun mal so: in diesem Konzert spielen wir die fünfte oder sechste Geige. Ein Solo bekommst Du da nicht Wink

Ob das eine schlechte Position im Orchester ist, glaube ich aber nicht.


Noch'n Satz:
Durchaus eher konservativ eingestellt Menschen aus Gastronomie, Taxi- und anderen Gewerben, haben den Abzug amerikanischer Truppen immer "negativ bewertet". Das war schon ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor. Erst kommt das Fressen, dann die Moral (BB).
Die Russen hat keiner vermisst. Die hatten ja noch weniger als die "besetzte" Bevölkerung

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Roy W Jastram (The Golden Constant; 2009; ISBN: 978-1-84720-261-1)
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