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vom: 25.09.2018, 15:58
Mehrgoldfüralle Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
@lifesgood

Das ist, wie goldmoney ja auch schreibt, eine Frage der Gestaltung. Immerhin herrscht ja an Geld kein Mangel. Ein Mangel herrscht am Gestaltungswillen.

@goldmoney

Zitat:
Eine Ausrede wie verlorener Krieg ist auch nicht vorhanden.


Das ist noch nicht raus. Es wird intensiv daran gearbeitet.
_________________
Wir werden in interessanten Zeiten gelebt.
vom: 25.09.2018, 16:46
lifesgood Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Jungs sind wir doch mal realistisch.

Wenn man an die großen Einkommen und die großen Vermögen ran will, geht das nur, wenn global alle Länder an einem Strang ziehen.

Sobald nur ein Land mit günstigeren Steuersätzen lockt, ist das Großkapital mit Briefkastenfirmen dort und verschiebt möglichst viele Gewinne dorthin um einen möglichst großen Anteil am Gesamtgewinn günstiger zu versteuern.

Aktuell liegt die Körperschaftssteuer in D bei niedrigen 15% + Soli und dennoch verschieben viele Firmen ihre Gewinne in Länder, wo sie noch weniger Steuern bezahlen.

Wie viel hatte Apple noch pro Million Gewinn in Irland an Steuern bezahlt? Waren es 50 oder 500 €, ich glaube es waren 50 bin mir aber nicht mehr ganz sicher.

Jede nationale Lösung wird nur diejenigen treffen, die zu klein sind, als dass sich solche Konstrukte lohnen würden.

Und jetzt mal Hand aufs Herz, wer von Euch glaubt in einer Welt, in der es an verschiedenen Orten Krieg gibt, ernsthaft daran, dass sich alle Länder auf eine gemeinsame Fiskalpolitik oder zumindest einen Mindeststeuersatz einigen können?

Der Realist in mir sieht da keine Chance.

Desillusionierte Grüße!

lifesgood

P.S.: @goldmoney: Wieso sollte ein Staat es nach einer Währungsreform schwer haben, ein neues FIAT-Geld-System zu installieren? Die Bürger brauchen ein Zahlungsmittel und wenn nur dieses FIAT-Geld gesetzliches Zahlungsmittel ist, dann werden sie es auch nutzen und damit ihre Einkäufe, ihre Miete, ihre Fixkosten usw. bezahlen. Klar es wird anfangs kein Vertrauen in dieses FIAT-Geld vorhanden sein, so dass nicht in diesem FIAT-Geld gespart wird, sondern in Sachwerten. Aber auch das wird sich wieder legen.

Wenn man mal über den Tellerrand der EM-Foren hinausblickt liest man doch häufig alles ist gut. Die Wirtschaft brummt, die Steuern sprudeln und der Euro wird noch 100 Jahre oder länger halten, so ist es nicht selten zu lesen.
vom: 25.09.2018, 21:21
goldmoney Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lifesgood,

Das Großkapital kann nur im heutigen Besteuerungssystem ins Ausland fliehen. Setzt man eine andere Besteuerung ein, ist das nicht mehr möglich bzw nötig.

Schon im Mittelalter wurde nicht Einkommen oder Gewinn besteuert, sondern ganz einfach die Waren, die z.b. in die Stadt gebracht wurden. Das heutige Steuersystem hätte damals auch gar nicht funktioniert. Doch wir sehen, dass es auch heute nicht mehr funktioniert. Insofern kann ich mir vorstellen, dass ein neues Besteuerungssystem umsatzorientiert sein wird. Obendrein wenn Einkommen- und Gewinn Steuer komplett entfallen, wird man ja doppelt profitieren nämlich das Kapital aus dem Ausland, wo es noch besteuert wird wird einfach hierher fließen. Da wird Apple auch die 50 € nicht zahlen wollen. Im Gegenzug bei der Umsatzsteuer von ca 30-40 Prozent werden bei jedem iPhone einfach ein ordentlicher Obolus einbehalten.

Das Fiatsystem wird nach einem Crash nie mehr funktionieren. Wir hatten ein Fiatcrash noch nicht. Zimbabwe hatte einen, in Venezuela findet er gerade statt. Wenn es in diesen Ländern eine neue stabile eigene Fiatwährung eingeführt wird, reden wir weiter. Schleichende Inflation nimmt man noch in Kauf. Wer sein Vermögen verloren hat, wird nie mehr der Währung vertrauen. Wenn sie nicht zum sparen genutzt wird, inflationärer sie relativ schnell wieder. Es wird eine ewige Krise sein, wie in Argentinien z.B.
Im Westen will das keiner haben. Also wird man wohl oder übel zumindest am Anfang eine harte Währung einführen müssen.

PS Eine Aufhebung der Goldbindung in der Vergangenheit war eine andere Geschichte. Da waren nur die Staatsschulden Weg, nicht die Privaten.
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"The gold standard is the only method we have yet found to place a discipline on government, and government will behave reasonably only if it is forced to do so"
Friedrich August von Hayek
vom: 26.09.2018, 01:59
MaciejP Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
goldmoney hat Folgendes geschrieben:
Das Fiatsystem wird nach einem Crash nie mehr funktionieren. Wir hatten ein Fiatcrash noch nicht. Zimbabwe hatte einen, in Venezuela findet er gerade statt. Wenn es in diesen Ländern eine neue stabile eigene Fiatwährung eingeführt wird, reden wir weiter.

Die Situation in Venezuela ist aber eine völlig andere als in den großen westlichen Nationen. In Venezuela herrscht Mangel an allem, zum Teil sogar an frischem Bargeld, die Writschaft kommt nicht mehr aus der Rezession heraus, zur Finanzierung von den notwendigen Importen muss neues Geld gedruckt werden etc. In so einem Umfeld ist es wesentlich schwieriger, eine ausufernde Inflation wieder in den Griff zu bekommen. Im Westen haben wir dagegen eine derart extreme Überfluss- und Wegwerfgesellschaft, dass die Grundlage für diese Art von Hyperinflation und Vertrauensverlust überhaupt nicht gegeben ist. Daher fällt es mir schwer zu glauben, die Leute würden selbst nach einem Währungscrash nie wieder Vertrauen in Fiatgeld haben.
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„Wenn der Durchschnittsmichel Gold kauft, kann er keine Fehler machen.“ – „Gold fliegt nicht weg.“
vom: 26.09.2018, 02:10
Sam19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lifesgood hat Folgendes geschrieben:

Aktuell liegt die Körperschaftssteuer in D bei niedrigen 15% + Soli und dennoch verschieben viele Firmen ihre Gewinne in Länder, wo sie noch weniger Steuern bezahlen.


Da kommt doch aber noch die Gewerbesteuer (3,5% x Hebesatz der Gemeinde) dazu? Bei einem durchschnittlichen Hebesatz von 400% sind das also nochmal 14% Steuerlast oben drauf. Und die Gewerbesteuer ist bei Kapitalgesellschaften nicht auf die Körperschaftssteuer anrechenbar (wie bei bei Einzelunternehmen oder Personengesellschaften).

Oder hab ich irgendwo einen Denkfehler?
vom: 26.09.2018, 03:39
lifesgood Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Nein hast Du nicht.

Aber eine erfolgreiche Personengesellschaft oder ein Einzelunternehmer mit hohen Gewinnen liegt eben schnell mal bei 40% + Soli an Durchschnittssteuersatz. Über 55.000 € greift der Spitzensteuersatz von 42% und über gut 250.000 (das sind für das Großkapital Peanuts) die Reichensteuer von 45%.Die Gewerbesteuer ist in der realen Höhe, aber maximal bis zum 3,8 fachen Hebesatz und zudem maximal bis zur Höhe der Einkommensteuer anrechenbar. Liegt er höher (hier bei uns liegt er bei 4,4) bleibt die Differenz unberücksichtigt.

Daher ist eine Personengesellschaft dort sinnvoll, wo die Erträge sich in einer Größenordnung bewegen, die der Unternehmer auch privat zum Leben benötigt. Sind die Erträge so hoch, dass ein Großteil angelegt wird, hat die Kapitalgesellschaft mit rund 30% einen deutlichen Vorteil.

Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn auch Zeiten erlebt, in denen die Körperschaftssteuer generell beim Spitzensteuersatz von damals 56% lag, da kam man dann mit Gewerbesteuer usw. schnell auf deutlich über 60% Steuerlast. Das hatte zur Folge, dass die Erträge möglichst gering gehalten und verbleibende Gewinne, die über den Kapitalbedarf der Gesellschaft hinaus gingen, ausgeschüttet wurden. Heute begünstigt das Steuerrecht Gewinne, die in der Gesellschaft verbleiben. Das hat zur Folge, dass Konzerne immer größer und immer mächtiger werden, aber darum ging es ja hier nicht.

@goldmoney: Im Mittelalter war die Wirtschaft nicht global und hier liegt die Crux. Auch ein Steuersystem, das nicht Einkommen sondern die Waren besteuert, kann nicht national funktionieren, sondern muss zumindest kontinental, wenn nicht sogar global umgesetzt werden um zu funktionieren. In einer Wirtschaft, die auch viel importiert (Importe in D im Jahr 2017 über 1 Bio €) würden bei Importen aus Ländern, in denen die Steuern (der Arbeitnehmer, Gewinnsteuern der Unternehmer usw.) in den Preise schon enthalten sind, solche Warensteuern eben nicht nur auf die Ware, sondern auch auf die Steuern der anderen Länder erhoben.

Klare manche Dinge würden dann nicht mehr importiert, aber gerade ein rohstoffarmes Land wie Deutschland hat ohne Importe ein massives Problem. Daher hat jede grundlegende Änderung des Steuersystems auf nationaler Basis keine Chance.

Ich habe mich schon vor Jahren mit solchen Denkmodellen mit hoher Umsatzsteuer zur Finanzierung eines BGE beschäftigt.

Ein großes Problem bei diesen Umsatzsteuermodellen liegt darin,dass derjenige der anspart für dieses Geld gar keine Steuern bezahlt. Das heißt, verdient jemand so viel, wie er zum Leben benötigt, zahlt er für sein volles Einkommen Steuern, weil er ja sein ganzes Einkommen in Waren umsetzt. Benötigt er nur 10% seines Einkommens zum Leben, der Rest wird angespart bleiben 90% steuerfrei.

Ich will es mal an einem realen Beispiel verdeutlichen: Frau Klatten hatte im Frühjahr als Dividende ihrer BMW-Anteile (es wurde nur 1/3 des Gewinns ausgeschüttet) eine Dividende von 504 Millionen € erhalten. Nehmen wir nun mal an, die Umsatzsteuer läge bei 50% (das wäre von oben 1/3 des Bruttopreises) und Frau Klatten läßt es sich gut gehen und gibt dieses Jahr in Deutschland 10 Mio € aus. Dann hätte sie 3,33 Mio € (und damit 0,66%) an Steuern bezahlt. Wo soll hier dann Steueraufkommen von den Reichen herkommen? Da bleibt ja selbst bei der aktuellen Form der Kapitalertragsteuer, die große Vermögen bevorteilt, noch mehr für den Fiskus hängen.

Sozial ist irgendwie anders ... Wink

Da müßte man gleichzeitig ein Schwundgeldsystem (Geld das gehortet wird, verliert an Wert) implementieren, damit kein Anreiz besteht, Geld zu horten.

Das Problem bei unserem Steuer- und Sozialsystem liegt darin, dass es nicht an den rasanten technologischen Fortschritt angepaßt wurde. Es wird heute ungleich weniger menschliche Arbeitskraft zur Produktion eines Gutes benötigt, als vor 50 Jahren, dennoch werden die Sozialsysteme großteils rein über die menschliche Arbeitskraft finanziert. Das ist ja auch der Grund weshalb dort, wo der technologische Fortschritt den wenigsten Einfluß auf den Bedarf an menschlicher Arbeitskraft hat, meist die niedrigsten Löhne bezahlt werden.

Die Lösung der Probleme, die ein veraltetes Steuer- und Sozialsystem aufwirft, kann nicht darin liegen, auf ein noch älteres Steuer- und Sozialsystem (aus einer Zeit vor der industriellen Revolution in der es noch keine Sozialsysteme gab) zurückzugehen, sondern sie müßte vielmehr den aktuellen technologischen Gegebenheiten Rechnung tragen.

lifesgood
vom: 26.09.2018, 07:44
goldmoney Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
MehrgoldfüRalle,

Aus jedem Land, in dem Hyperinflation herrscht, fließen die Waren ins Ausland. Deshalb würde es hier auch nicht anders sein. Lasse dich nicht favon täuschen, dass heute noch die Regale voll sind. Während eine Hyperinflation steigt zwar der nominale Preis, real sinken aber die Preise, weil die Bevölkerung schlichtweg real keine Kaufkraft mehr hat. Aus diesem Grunde ist es immer lukrativer, die Güter zu exportieren, weil mein real ein Vielfaches der reslen Preise erzählen kann, die im Inland möglich sind. Überlege mal logisch, wenn die Hyperinflation nur nominell wäre, die reale Kaufkraft irgendwie noch vorhanden, wäre es wie jetzt ungefähr. Gerade das ist aber nicht der Fall während einer Hyperinflation. Mein Fazit ist also, die Hyperinflation generiert die Knappheit und nicht umgekehrt. Es ist immer eine Propaganda der Regierung gewesen, die Knappheit der Waren als Ursache des Problems, also das Verhalten der "bösen und gierigen Händler". Alle Waren sind in dem Moment auch nichts anderes als besseres Geld, deshalb verschwinden sie vom Markt. Alles ist besser als Geld.

lifesgood,

Die Mehrwertsteuer macht heute schon ca einen Drittel oder mehr sogar der gesamten Steuereinnahmen. Vor vielen Jahrzehnten lagen wir so bei 10%. Das ist bereits der Beweis dafür, dass die Haupt Steuereinnahmequelle, die Lohnsteuer, stetig abnimmt. Sie wird ersetzt durch die Mehrwertsteuer, die selbstverständlich zunächst einmal von allen Konsumenten bezahlt wird. Und da beißt sich die Katze in den Schwanz, denn der Lohnsteuerzahler und Konsument gleichzeitig, kann eben nur soviel bezahlen wie viel er verdient. Das ist auch genau das Problem. Man zwingt ihn jetzt mit Krediten zu konsumieren damit eben der Anteil der Mehrwertsteuer Einnahmen steigt. Das wiederum schmälert die Ersparnisse der eben gleichen Arbeitnehmer. Irgendwann mal, ist halt alles entwertet. Dann funktioniert auch der Konsum mit Kreditschöpfung nicht mehr dahingehend, dass es reale Gewinne abwirft. Eine Währungsreform ist fällig. Nach einer Währungsreform geht kein Mensch mehr arbeiten, für eine schwache Währung, mit der er real seine Lebenshaltungskosten nicht decken und zusätzlich noch Rücklagen für das Alter bilden kann, die er gerade verloren hat. In so einem Szenario sind alle Steuereinnahmen niedrig bzw real absolut nicht geeignet um die Staatsausgaben zu decken. Was dann in einem Industrieland passiert, wird sich zeigen. Die Erfahrung haben wir noch nicht gemacht. Bis jetzt sind alle Krisenländer durch den IWF gerettet worden. Doch wer rettet USA und Europa?

Einen Vergleich hätten wir, selbst wenn er ein wenig hinkt. Die Hyperinflation in den 20er Jahren die mit der Rentenmark gestoppt worden ist. Damals hat niemand Deutschland gerettet, im Gegenteil, Deutschland musste irrsinniger Reparationszahlungen leisten. Die Rentenmark hat zumindest kurzfristig die Illusion einer starken Währung wiederhergestellt, die zunächst einmal zu einer zunehmenden Wirtschaft geführt hatte. Dass das nicht lange gedauert hat haben wir spätestens 33 gesehen.

Schließe hat der Zweite Weltkrieg dazu geführt, dass eine wie auch immer goldgedeckte Währung implementiert wurde.

Eine Konsumsteuer kann einwandfrei funktionieren. Ich weiß nicht warum du das so kritisch siehst. Exporte würden sich deutlich verbilligen, was dazu führen würde das Deutschland, ohnehin Exportweltmeister, noch mehr exportieren würde. Das führt zu Einkommen, das, wenn konsumiert, zu Steuereinnahmen führt. Andere Länder müssten Zölle erheben, und ebenfalls ihr Steuersystem ändern. Wobei, wenn Partner miteinander handeln, Zölle nicht so einfach erhoben werden können. Es gibt also nur ein Hindernis für so ein Steuersystem. Das jetzige System möchte es definitiv nicht. Es kann aber sein, dass ein Land irgendwann mal nicht mehr genügend steuereinnahmen hat, nicht mehr genügend Kredite bekommt, und dazu gezwungen wird. Es wird eine Revolution sein, keine freiwillige Entscheidung. Es sei denn, die aktuelle Finanzelite schafft es irgendwie die Schulden abzubauen und dann noch den Menschen zu motivieren für Umme zu arbeiten. Da bin ich aber ziemlich skeptisch.
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Friedrich August von Hayek
vom: 26.09.2018, 07:49
lifesgood Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
... ich sehe grundsätzlich dieselben Probleme wie Du, aber der Lösungsansatz erscheint mir unrealistisch. Was aber nicht heißt, dass ich einen besseren wüßte ... smilie_08

goldmoney hat Folgendes geschrieben:
Es sei denn, die aktuelle Finanzelite schafft es irgendwie die Schulden abzubauen und dann noch den Menschen zu motivieren für Umme zu arbeiten. Da bin ich aber ziemlich skeptisch.


Hunger, Durst und das Bedürfnis nach einem trockenen, warmen Schlafplätzchen, können durchaus motivierend sein.

Die Wahl, ob er arbeiten "möchte" oder nicht, hat ein Mensch nur solange, solange auch seine Grundbedürfnisse anderweitig (Sozialsysteme) abgesichert sind. Wäre dies, in dem von Dir gezeichneten Szenario noch der Fall?

Dass Menschen auch für "Umme" arbeiten sieht man doch im Friseurhandwerk oder im Logistikbereich, um nur zwei Beispiele zu nennen. Und das obwohl manche dadurch sogar zusätzlich noch auf Sozialleistungen (wie Wohngeld oder H4-Aufstockung) angewiesen sind.

lifesgood
vom: 26.09.2018, 21:48
goldmoney Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Die Metapher ist mir wohl nicht so gut gelungen. Mit Umme, meinte ich für eine neue schlechte/wertlose Währung. Das bedeutet, dass ein Großteil der Jobs halb- oder illegal und gegen Fremd- oder Ersatzwährung ausgeübt werden. Gerade weil der Hunger gestillt und das Dach über dem Kopf bezahlt werden müssen. Undzwar sicher nicht mit wertlosem Fiat! Wir sprechen hier vom Crash, nicht von ein bisschen Finanzkrise.
Wie das abläuft sieht man in Venezuela, bzw sah man es früher in Osteuropa. Eine Rettung vom IWF oder wem auch immer wird es nicht geben können ( für den €£¥$). Weder gibt es den großen Retter, noch kann man im Ausland das Geld verdienen und nach Hause schicken, wie die Osteuropäer das machen konnten. In so einem Szenario gibt es zwei Möglichkeiten. Der Staat bzw die Eliten schaffen es, gutes Geld in Umlauf zu bringen, oder es kommt zu einem nahezu vollständigen Zusammenbruch und einem Neustart nach den sich neu zu bildenden Machtstrukturen. Das wird nicht etwa leicht werden, aber eine Papierwährung wird höchstens als Nebenwährung aber bedeutungslos sein.
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Friedrich August von Hayek
vom: 29.09.2018, 06:45
Ladon Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
In der Vergangenheit haben die Leute liebend gern "Papiergeld" genommen - auch und gerade nach "Zusammenbrüchen" - denn es lief sofort um und der ganze Mechanismus der Volkswirtschaft ist so in Gang zu bringen.
Die für uns im kollektiven Bewusstsein verankerten Episoden sind der beste Beweis.
Warum sollte es in Zukunf anders sein, was buchstäblich seit Jahrhunderten funktioniert?

Denn "es" funktioniert ja auch. nur nicht so, wie unsereins sich das vorstellt.
Deswegen ist es völlig abwegig zu glauben, die "Eliten" hätten auch nur das geringste Interesse an "gutem" umlaufenden Geld, nur weil man es sooo gern so hätte.

Ich kann nicht so kategorisch prophezeien wie andere, aber ich weiß, dass es der größte Fehler ist, den Gegner zu unterschätzen. Dem "System" gelingt es seit langem den eigentlich längst überfälligen Crash zu verhindern.
Das "Post-Bretton-Woods" System agiert als globales Finanz-System mittlerweile deutlich länger als der klassische Goldstandard des 19. Jahrhunderts.
Das "System" modernisiert sich andauernd ... ganz im Gegensatz zu seinen Gegnern, die immer noch mit Modellen und Erkenntnissen von vor hundert und mehr Jahren argumentieren.

Dieses mal wird alles anders im Crash. Klar doch.
Wenn da mal nicht der Wunsch Vater des Gedanken ist.
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Als Kind war ich jünger
vom: 29.09.2018, 19:40
goldmoney Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ladon,
nenne uns einen einzigen Fall (mal von der Rentenmark abgesehen) wenn nach einem Zusammenbruch einer Fiat-Währung, das System mit einer neuen Fiat-Währung erfolgreich gestartet wurde, ohne sie entweder an Gold oder an einer anderen starken Fiat- Währung zu binden, mit der unterstützung fremder, mächtiger Zentralbanken.

Wer rettet die Fed bzw die EZB nach einem Zusammenbruch der €$ Währung? Das war die Frage.

Die Fed es hat zweifelsohne geschafft, eine ziemlich lang laufende Fiat Währung am Leben zu halten. Auch perfektioniert sie das System ständig, das bestreitet keiner. Doch die Mathematik kann auch die Fed nicht aushebeln. Somit wird die exponentieller Funktion zwar etwas gestreckt aber sie wird nicht verhindert werden. Irgendwann mal kommt es zu einem Zusammenbruch dieser Währungen. Danach wird ganz bestimmt keine neue Fiat Währung kommen.

Die Erklärung ist ziemlich einfach und hat mit Hokuspokus oder Gold Verschwörungen gar nichts zu tun. Eine Fiat-währung ist nur dann stabil, wenn die Regierung keine Schulden macht. Der Grund aber für das Scheitern eine Währung ist gerade die Überschuldung der Regierung. Also ist die Frage, wie kann eine neue Fiat Währung stabil bleiben? Die einzige richtige Antwort ist, die Regierung macht keine Schulden mehr. Das möchte ich gerne mal sehen. Eine Regierung die gerade pleite gegangen ist, weil sie Unmengen an Schulden gemacht hat, und sagt, ab morgen machen wir keine Schulden, deshalb wird unsere neue Fiat Währung stabil bleiben und das auch noch abgekauft wird. Die Menschen werden dieser Regelung nicht vertrauen, also werden sie diese Papierwährung einfach weiterreichen, was erneut zu einer Hyperinflation und zu einer Währungskrise führt. Der Weg daraus führt nur über eine stabile Währung. Das wird entweder Gold oder eine andere Ware sein.
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Friedrich August von Hayek
vom: 30.09.2018, 09:36
Mehrgoldfüralle Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
@goldmoney

Was ist die Ursache der immer weiter wachsenden Staatsverschuldungen? Es ist im wesentlichen das immer größer werdende Stück Kuchen der Finanzindustrie, das auch noch an einer Tafel, zu der sie sich selbst eingeladen hat. Staaten verschulden sich bei privaten Instituten zugunsten von Bankern und inzwischen obszönen Vermögen, die sich obendrein noch der Besteuerung entziehen.

Abhilfe schaffen kann Vollgeld, vorzugsweise nach dem Modell von Silvio Gesell mit einem Schwundanteil, der das Horten von Geld erschwert. Banken können sich dann wieder ihrer Aufgabe widmen, nämlich einer verantwortungsvollen Kreditvergabe mit Geld, das sie nicht einfach selbst erzeugen.
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Wir werden in interessanten Zeiten gelebt.
vom: 30.09.2018, 11:02
MaciejP Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
goldmoney hat Folgendes geschrieben:
Doch die Mathematik kann auch die Fed nicht aushebeln. Somit wird die exponentieller Funktion zwar etwas gestreckt aber sie wird nicht verhindert werden. Irgendwann mal kommt es zu einem Zusammenbruch dieser Währungen.

Solche Aussagen liest man häufiger, aber warum ist das eigentlich so? Mathematisch betrachtet wächst die Geld- und Schuldenmenge von Anfang an exponentiell. Ich könnte mir vorstellen, dass die Masse der Bevölkerung ab einem gewissen Punkt anfängt, das Vertrauen in die Währung zu verlieren, weil die Zahlen so groß werden, dass man den Bezug dazu verliert. Kostet ein Brötchen plötzlich 1 Mio. Währungseinheiten, wird auch der letzte feststellen, mit der Währung ist irgendwas komisch. Das wäre allerdings nur ein psychologischer Effekt, kein mathematischer.

Was für Staaten wichtig ist, ist nicht die Schulden irgendwann zurückzahlen zu können, sondern nur regelmäßig die Zinsen zu bedienen und die Möglichkeit, auslaufende Schulden in neue zu rollen. So lange sollte weder die absolute Höhe noch die Höhe der Schulden zum BIP relevant sein. Nun hängt die Rückzahlungsmöglichkeit auch von der wirtschaftichen Lestungsfähigkeit ab, weil die Steuern ja letztlich dadurch finanziert werden. Schafft es der Staat also, die Geldmenge/das BIP schneller zu steigern als die Schuldenmenge (notfalls durch bloßes Gelddrucken), könnte dieses Spiel doch ewig weiterlaufen, ohne einen zwingenden Kollaps der Währung. Bei Ländern mit chronisch schwacher Wirtschaft wird sowas auf Dauer eher schlechter funktionieren. Aber ist bspw. der venezolanische Bolivar nur tatsächlich an der Mathematik kaputt gegangen oder vielmehr am mangelnden Vertrauen resp. der Psychologie?
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vom: 30.09.2018, 18:20
Klecks Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ladon hat Folgendes geschrieben:
Dieses mal wird alles anders im Crash. Klar doch.
Wenn da mal nicht der Wunsch Vater des Gedanken ist.


Definitiv.

goldmoney hat Folgendes geschrieben:
Ladon,
nenne uns einen einzigen Fall (mal von der Rentenmark abgesehen) wenn nach einem Zusammenbruch einer Fiat-Währung, das System mit einer neuen Fiat-Währung erfolgreich gestartet wurde, ohne sie entweder an Gold oder an einer anderen starken Fiat- Währung zu binden, mit der unterstützung fremder, mächtiger Zentralbanken.


Bin zwar nicht Ladon, kann dir aber trotzdem gerne auf die Sprünge helfen:

- Die UDSSR hatte zwischen 1917 und 1991 insgesamt sechs Währungsreformen. Die Russische Föderation in der Nachfolge musste 1998 den Rubel neu auflegen.

- Venezuela ist bei weitem nicht der 1. südamerikanische Staat, der vor einer Währungsreform steht; so manch anderer ist bereits beim Peso 4.0 angelangt. Allein Brasilien hat mittlerweile schon die 10. Währung: 1690–1942 Real, 1942–1967 Cruzeiro, 1967–1970 Cruzeiro novo, 1970–1986 Cruzeiro, 1986–1989 Cruzado, 1989–1990 Cruzado novo, 1990–1993, Cruzeiro 1993–1994 Cruzeiro real, seit 1994 Real. Ab der Einführung des Cruzeiro novo 1967 handelt es sich durchgehend um reines Fiat.

- In Afrika sieht es nicht viel anders aus, zuletzt war Sambia dran.

- Die Türkei hat zum 01.01.2005 die neue Türk. Lira eingeführt. Hauptunterscheidung zur alten Lira: Sechs Nullen weniger auf den Scheinen.

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

In den meisten Fällen wurde der alte Name einer Währung beibehalten, manchmal auch durch den Zusatz "neu" ergänzt. Das ändert aber nichts daran, dass in allen Fällen eine alte, wertlose Währung durch neues Fiat ersetzt wurde (in noch schöneren Farben und jetzt aber richtig voll was wert, echt, ich schwör!), auch wenn dazu nur in paar Nullen gestrichen wurden. Den Menschen war es dabei völlig egal, wie das "Wunder" funktioniert, Hauptsache, sie konnten wieder einkaufen gehen.

Und genau da liegt dein Denkfehler: Du glaubst, die Leute würden dem neuen Geld misstrauen wenn das alte den Bach runter geht. Tun sie aber nicht.
Du selbst bist recht gut über das Finanzsystem informiert und bewegst dich in ähnlich gut informierten Kreisen. Deshalb hast du den Eindruck, dass auch die anderen sehen müssen, wie sie mit Fiat verarscht werden. Was du dabei übersiehst: Wir hier (und in anderen Foren) sind nur eine Minderheit. Fakt ist:

9 von 10 Menschen auf der Straße können mit dem Begriff "Fiat Money" nichts anfangen.
9 von 10 Menschen glauben immer noch die Mär von der Deckung durch Wirtschaftsleistung.
9 von 10 Menschen haben keine Ahnung davon, dass unser Geld durch Kredit aus dem Nichts geschöpft wird. Und es interessiert sie auch nicht.

Und genau deshalb wird der nächste "Hair Cut" 9 von 10 Menschen eiskalt erwischen und sie werden deutlich mehr als "nur" ihr Barvermögen verlieren. Aber gerade WEIL sie so viel verlieren werden sie nicht etwa nach einem neuen System schreien sondern einfach nur erleichtert die neue Währung begrüßen. Den Leuten wird es scheißegal sein wie das neue Geld heißt und ob es irgendwie gedeckt ist. Hauptsache, sie können damit endlich wieder Brot, Bier, Entertain-Pakete und das neue Ei-Fön kaufen. So war es in Chile, Brasilien, Russland, der Türkei usw., so wird es in Venezuela laufen und irgendwann auch bei uns.
Reset.
Neustart.
Bestenfalls ein paar Updates aber ganz sicher kein neues System.
smilie_13
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Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.
vom: 30.09.2018, 20:12
Salami6 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wochenende mal wieder vorbei,vom Crash nichts gesehen.
Silber am Freitag sehr erfreulich,kommen im laufe der Woche wieder die Tränen?
Gold gehts weiter bergab?
Aktien waren letzte Woche wegen den bösen Italienern auch im Minus.Da wird Herr Draghi wohl eine LKW Ladung frisches Geld nach Italien schicken.
Die richtige Zeit um bei den Aktien etwas nachzukaufen, mein Tip: TLG Immobilien.
Crash hin oder her,nicht warten sondern handeln.
Wer im Leben nicht auf die Nase fallen will,wird wohl auf dem Bauch kriechen müssen.
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Träumer erwachet.
vom: 01.10.2018, 09:55
goldmoney Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
MaciejP hat Folgendes geschrieben:

Was für Staaten wichtig ist, ist nicht die Schulden irgendwann zurückzahlen zu können, sondern nur regelmäßig die Zinsen zu bedienen und die Möglichkeit, auslaufende Schulden in neue zu rollen. … Schafft es der Staat also, die Geldmenge/das BIP schneller zu steigern als die Schuldenmenge (notfalls durch bloßes Gelddrucken), könnte dieses Spiel doch ewig weiterlaufen, ohne einen zwingenden Kollaps der Währung.


Wenn das möglich wäre, hätten wir ein Perpetum Mobile für Wohlstand erschaffen. Der Gegenbeweis liegt in der immer weiter steigenden prozentualen Staatsverschuldung, die eben nur mit sinkenden Zinsen bewältig werden kann und das Rollen nur noch mit den „geretteten“ Banken möglich ist, die bei diesen niedrigen Zinsen mit diesen Schulden kaum Geld verdienen. Darüber kann auch nicht Deutschland mit der schwarzen null hinwegtäuschen. In einer Währungsunion spielt die Verschuldung einzelner Staaten keine Rolle, sondern die Gesamtverschuldung. Die EU liegt bei 80% und somit höher als die selbst definierte maximale Schwelle von 60%.
Eine rein nominale, verteilet Inflation macht keinen Sinn. Wozu noch dieses Schauspiel? Das Gelddrucken kann eben nicht den BIP ankurbeln, ohne dass jemand anderes es verliert. Sobald die Geldvermögen erst einmal stark entwerte werden - für DE sind das ca 6 Billionen - geht diese Geld einkaufen, aber sicher keine Staatsanleihen. Dann kommt die richtige Inflation. Betriebe können die Preise nicht beliebig erhöhen, weil die Kaufkraft hier fehlt. Also geht alles ins Ausland, was die Inflation noch mehr einheizt. Niemand geht dann arbeiten für weniger als er fürs Leben benötigt. Also verändert sich die Wirtschaft komplett, wie in Venezuela.

Mehrgoldfüralle hat Folgendes geschrieben:
@goldmoney
Abhilfe schaffen kann Vollgeld, vorzugsweise nach dem Modell von Silvio Gesell mit einem Schwundanteil, der das Horten von Geld erschwert. Banken können sich dann wieder ihrer Aufgabe widmen, nämlich einer verantwortungsvollen Kreditvergabe mit Geld, das sie nicht einfach selbst erzeugen.


Jede Form von Fiat (Staatsgeld) wird irgendwann von einer kleinen Gruppe kontrolliert. Somit hat dieses theoretische Modell keine Chance richtig zu funktionieren. Unser Fiatsystem ist theoretisch auch gut. Praktisch funktioniert es nicht wie es definiert wurde.
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"The gold standard is the only method we have yet found to place a discipline on government, and government will behave reasonably only if it is forced to do so"
Friedrich August von Hayek
vom: 01.10.2018, 15:15
goldmoney Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
MaciejP hat Folgendes geschrieben:

Was für Staaten wichtig ist, ist nicht die Schulden irgendwann zurückzahlen zu können, sondern nur regelmäßig die Zinsen zu bedienen und die Möglichkeit, auslaufende Schulden in neue zu rollen. … Schafft es der Staat also, die Geldmenge/das BIP schneller zu steigern als die Schuldenmenge (notfalls durch bloßes Gelddrucken), könnte dieses Spiel doch ewig weiterlaufen, ohne einen zwingenden Kollaps der Währung.


Wenn das möglich wäre, hätten wir ein Perpetum Mobile für Wohlstand aus dem Nichts erschaffen. Der Gegenbeweis liegt in der immer weiter steigenden prozentualen Staatsverschuldung, die inzwischen selbst mit sinkenden Zinsen (seit der Aufgabe der Goldwährung und dem unmittelbaren Zinsschock der 70-er) nicht mehr richtig bewältig werden kann, wobei das Rollen nur noch mit den „geretteten“ Banken möglich ist, die bei diesen niedrigen Zinsen kaum Geld verdienen. Darüber kann auch nicht Deutschland mit der schwarzen Null hinwegtäuschen. In einer Währungsunion spielt die Verschuldung einzelner Staaten keine Rolle, sondern allein die Gesamtverschuldung. Die EU liegt bei 80% und damit höher als die selbst definierte maximale Schwelle von 60%. Die Tendenz ist klar nach oben. Also wird selbst das Bedienen der Zinsen irgendwann nicht mehr klappen, bzw. das Rollen muss immer schneller und immer höher stattfinden. Ab einem bestimmten Punkt, den man nicht pauschal festlegen kann, verliert die Bevölkerung das Vertrauen in die Währung und fängt an Güter aller Art zu horten und sie dem Markt zu entziehen. Was den Prozess nur noch mehr anheizt. Bei Immobilien ist es schon so weit. Reiche kaufen sich Wohnungen in mehreren Städten dieser Welt und vermieten sie teilweise gar nicht mehr.
Eine rein nominale, gleichmäßige Inflation macht natürlich keinen Sinn, denn die Schulden müssen immer größer werden. Das Gelddrucken kann eben den BIP real nicht ankurbeln, ohne dass jemand anderes Geld verliert. Sobald die Geldvermögen erst einmal stark entwerte werden - für DE sind das ca 6 Billionen - geht dieses Geld einkaufen, aber sicher keine Staatsanleihen. Dann erst kommt die richtige Inflation. Betriebe können die Preise nicht beliebig erhöhen, weil die Kaufkraft hier fehlt. Das Geld fließt zu Banken und Großkonzerne, bzw reichen Privatpersonen. Also geht Vieles notgedrungen ins Ausland, was die Inflation noch mehr anheizt. Niemand geht arbeiten für weniger als er fürs Leben benötigt. Also verändert sich die Wirtschaft komplett, wie in Venezuela, oder in den 20-ern hier. Manche Handwerker und Dienstleister (Installateure, Elektriker, Dachdecker, Ärzte, Krankenschwester und -Pfleger) werden es einigermaßen noch gut haben, Staatsbediensteten und Bullshittjober (Lehrer, Verwaltungsangestellten aber auch Innenarchitekten, Nagelstudios, Landschaftsarchitekten, Steuerberater, Anwälte, Versicherungsvertreter) eher schwer.

Mehrgoldfüralle hat Folgendes geschrieben:
@goldmoney
Abhilfe schaffen kann Vollgeld, vorzugsweise nach dem Modell von Silvio Gesell mit einem Schwundanteil, der das Horten von Geld erschwert. Banken können sich dann wieder ihrer Aufgabe widmen, nämlich einer verantwortungsvollen Kreditvergabe mit Geld, das sie nicht einfach selbst erzeugen.


Jede Form von Staatsgeld wird von einer kleinen Gruppe kontrolliert. Somit hat dieses theoretische Modell keine Chance richtig zu funktionieren. Unser Fiatsystem ist theoretisch auch gut. Praktisch funktioniert es nicht so wie es definiert wurde. Da sollte der Staat in der Rezession Schulden machen und Geld ausgeben, aber im Boom die Schulden abbauen.
Das Vollgeld soll ein staatliches aber ein unabhängiges Geld sein. Da muss man auch an Weihnachtsmann glauben.



Klecks hat Folgendes geschrieben:

- Die UDSSR hatte zwischen 1917 und 1991 insgesamt sechs Währungsreformen. Die Russische Föderation in der Nachfolge musste 1998 den Rubel neu auflegen.
- Venezuela ist bei weitem nicht der 1. südamerikanische Staat, der vor einer Währungsreform steht; Ab der Einführung des Cruzeiro novo 1967 handelt es sich durchgehend um reines Fiat.
- In Afrika sieht es nicht viel anders aus, zuletzt war Sambia dran.
- Die Türkei hat zum 01.01.2005 die neue Türk. Lira eingeführt. Hauptunterscheidung zur alten Lira: Sechs Nullen weniger auf den Scheinen.



UdSSR taugt als Beispiel nicht. Zumal es im Kommunismus nie einen Crash gegeben hat, bis auf das am Ende, aber dann sprang Helmut Kohl und der Westen ein und haben Russland unterstützt. Zumindest sah das zunächst so aus. Ich will aber nicht abschweifen.
Es geht also um einigermaßen freien Märkten, die aus Eigener Kraft eine neue Fiat Währung nach dem Crash eingeführt haben.
Es geht also um echte Währungsreformen nach einem Crash. Deshalb sind Währungsumstellungen mit dem Weglassen von Nullen auf Banknoten keine echten Währungsreformen mit Verfall oder unterschiedliche Umrechnung von Schulden und Guthaben, sondern schlicht technische Zahlenbereinigung eines noch laufenden, wenn auch stark Inflationären Systems. Dabei spielt das Ausland immer eine wichtige Rolle, denn die Regierungen werden immer vom IWF oder direkt von der Fed unterstützt um die Währung zunächst stabil zu halten. Die Bezeichnungen "Neu" und "Alt" ist natürlich notwendig um die unterschiedlichen Nominale nicht zu verwechseln. Hat man doch die Euroumstellung gerade deshalb nicht Reform genannt um eben keine Panik zu erzeugen. Auch wurde der Euro nominal höherwertiger gemacht selbst als die DM, um das Vertrauen zu stärken.
Den Ausgang in Venezuela müssen wir uns noch anschauen. Momentan sind wir noch mitten in der Krise. Ich tippe darauf, dass eine US-Marionetten Regierung eingesetzt wird, die zunächst mit Dollar unterstützt wird. Vielleicht werden es die Chinesen sein. Wir werden es sehen.
Also, bitte ein Beispiel nennen nach einem Crash, in einer relativ freien Marktwirtschaft mit Schuldenschnitt bzw Abwertung (nicht nur nominal) und ohne fremde Start-Hilfe.

Klecks hat Folgendes geschrieben:

Und genau da liegt dein Denkfehler: Du glaubst, die Leute würden dem neuen Geld misstrauen, wenn das alte den Bach runter geht. Tun sie aber nicht.
Was du dabei übersiehst: Wir hier (und in anderen Foren) sind nur eine Minderheit.
9 von 10 Menschen haben keine Ahnung davon, dass unser Geld durch Kredit aus dem Nichts geschöpft wird. Und es interessiert sie auch nicht.
Und genau deshalb wird der nächste "Hair Cut" 9 von 10 Menschen eiskalt erwischen und sie werden deutlich mehr als "nur" ihr Barvermögen verlieren. Aber gerade WEIL sie so viel verlieren werden sie nicht etwa nach einem neuen System schreien sondern einfach nur erleichtert die neue Währung begrüßen. Den Leuten wird es scheißegal sein wie das neue Geld heißt und ob es irgendwie gedeckt ist. Hauptsache, sie können damit endlich wieder Brot, Bier, Entertain-Pakete und das neue Ei-Fön kaufen. So war es in Chile, Brasilien, Russland, der Türkei usw., so wird es in Venezuela laufen und irgendwann auch bei uns.


Ich beziehe mich auf die Zeit unmittelbar nach der Reform und auf die Etablierung einer neuen „stabilen“ Währung. Mir ist klar, dass 99% keinen Plan vom System haben, darum geht es auch nicht. Es geht um die Situation in und nach der Krise. Da muss man nichts verstehen, es reicht nur leben zu wollen und zu sehen, was gerade passiert.
Venezuela hätte doch längst die Lösung präsentieren könne, wenn es so einfach wäre. Selbst der Petro wird nicht angenommen, obwohl es angeblich an Öl gebunden ist. Warum kommen die nicht aus der Krise? Weil IWF und USA diese Währung nicht unterstützen, im Gegenteil! Die Regierung muss Schulden machen bzw. Geld drucken weil es kaum noch ausreichende Steuereinnahmen hat (aufgrund der Krise und des Schwarzmarktes). Mag sein, dass man Papier mit immer mehr Nullen manchmal akzeptieren muss (Als Lohn z.B.) , aber man versucht es so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Aber man verkauft kaum etwas gegen dieses Geld, es sein denn, der Preis inkludiert auch die Inflation des nächsten Monats und man rennt wieder auf einen Markt, um es los zu werden. Also Krise (Schrecken) ohne Ende. Alle Staaten in Osteuropa haben riesige Dollar Kredite nach 89 aufgenommen und hatten es dennoch schwer, die Währungen die im freien Fall waren, zu stabilisieren. Es hat trotzdem mindesten 10 Jahre gedauert, bei immer größer werdenden Verschuldung und Zusammenspiel der Zentralbanken.

Was passiert, wenn die USA pleitegehen und die Hyperinflation einsetzt? Wer wird sie stützen? Freunde haben sie nicht viele.

Wer stoppt die Hyperinflation und wie? In der Vergangenheit hat man zwar immer mal die Währung gegen Gold abgewertet, aber sie anschließend wieder an Gold gebunden. Weil dieser Prozess immer wieder stattfand, sparte man nicht nur Geld sondern auch Gold (neben Boden). Es geht auch nicht darum, wer wie viel in der Krise verliert, sondern wie es weitergehen kann. Die Lösung ist eine stabile Währung. Nur so kommt man aus der Dauerkrise.
Ob man sich eines Tricks wie der Rentenmark bedient ist völlig wurscht. Tatsache war aber, dass es zumindest theoretisch eine Deckung für sie gab. Also fällt mir nur schwer zu glauben, dass jemand der gerade seine Altersvorsorge verloren hat, jemals nur eine Einheit einer neuen Fiat-Währung spart, die wieder nur auf eine gerade gebrochenes Versprechen basiert! Wer nichts hatte, hatte auch nichts verloren. Doch Sparer benötigt man künftig auch, wenn man keine erneute Inflation in kurzer Zeit möchte. Ich glaube auch, dass man mit einer „stabilen, unabhängigen und sicheren“ Kryptowährung aus der Schublade kommt, doch wird das wohl nicht funktionieren.
_________________
"The gold standard is the only method we have yet found to place a discipline on government, and government will behave reasonably only if it is forced to do so"
Friedrich August von Hayek
vom: 04.10.2018, 18:12
Ladon Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
goldmoney hat Folgendes geschrieben:
Ladon,
nenne uns einen einzigen Fall (mal von der Rentenmark abgesehen) wenn nach einem Zusammenbruch einer Fiat-Währung, das System mit einer neuen Fiat-Währung erfolgreich gestartet wurde, ohne sie entweder an Gold oder an einer anderen starken Fiat- Währung zu binden, mit der unterstützung fremder, mächtiger Zentralbanken.
...


Du bist mir ein gar lustiger Geselle!
Wahrscheinlich jeder Währungszusammenbruch der letzten ca. 50 Jahre wurde durch neuerliches "Fiat-Geld" beendet. Keiner hat zu "Goldgeld" geführt.
Dass man das überhaupt aussprechen muss, ist ein Hohn.

"erfolgreich" stammt nicht von mir, ist einfach hinzugefügt worden und kann natürlich jetzt nach Belieben interpretiert werden.
"an Gold oder an einer anderen starken Fiat-Währung" ist an und für sich schon Kokolores! Per Kreditvergabe geschöpftes Zentralbankgeld (vulgo: Fiat-Geld). Fertig.

_________________
Als Kind war ich jünger
vom: 04.10.2018, 22:55
Mehrgoldfüralle Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
@Ladon

Sei doch nicht so streng. Immerhin ist das wenigstens eine Diskussion, von denen haben wir nicht mehr allzuviele.

@goldmoney

Vollgeld ist kein FIAT, sondern stellt die Leistung einer Volkswirtschaft dar. Mehr als das gibt´s nicht, basta. Es wird nicht vom Staat heraus gegeben, auch muss es keinen Annahmezwang geben. Weil es idealerweise ein bisschen schrumpft, kann es nicht gehortet werden, sondern läuft um. Das tut es so schnell, dass viel weniger notwendig ist, wer es nicht annehmen will, kann auch Kartoffeln nehmen. Die schrumpfen aber auch.

Also muss es investiert oder gespart werden, dann schrumpft es nicht. Sparen ist schon deshalb notwendig, weil größere Investitionen nur so bewerkstelligt werden können, die Banken können kein Geld mehr drucken.

Freilich muss über die Ausgestaltung intensiv nach gedacht werden. Gerade Gesells Modell ist aber schon erfolgreich angewendet worden. Es war so erfolgreich, das die österreichische Notenbank es auf Betreiben der Banken verboten hat.

Die Bindung von Währungen an Rohstoffe -jaja, Gold ist Geld, vielleicht aber auch nicht- war bisher nicht wirklich langfristig überzeugend. Dafür ist das in einer modernen Wirtschaft viel zu statisch. Die Kryptos sind auch kein Ausweg, das ist FIAT in Reinkultur. Ob Konzerne oder Staaten bestimmen, wer Geld macht und ob ich es anzunehmen habe, ist ja eh wurscht.
_________________
Wir werden in interessanten Zeiten gelebt.
vom: 04.10.2018, 23:51
lifesgood Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Mehrgoldfüralle hat Folgendes geschrieben:
@Ladon

Sei doch nicht so streng. Immerhin ist das wenigstens eine Diskussion, von denen haben wir nicht mehr allzuviele.


... woran liegt's?

Meines Erachtens auch an fehlender Diskussionskultur, die manchen veranlassen, sich Postings zu sparen. Da wird vieles viel zu verbissen diskutiert. Hier z.B. dreht sich die Diskussion mit den immer selben Argumenten über eine goldgedeckte Währung im Kreis.

Zudem ist die Diskussion hypothetischer Natur. Ich halte mich da eher an das Gelassenheitsgebet "... gib mir die Gelassenheit Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann". Wink

Teilweise werden auch andere Meinungen diskreditiert bevor sie überhaupt geschrieben werden, was mich dann schon ein wenig ärgert.

Vor ein paar Tagen wurde hier ein Thread eröffnet, welches Anlagemodell das Richtige für den User wäre. Als ich den Threadtitel gelesen hatte, dachte ich mir "schau mal rein, ob Du helfen kannst".

Aber als ich dann von einem User gelesen habe "Da wir hier in einem EM Forum sind werden jetzt alle Gurus meinen Kommentar in der Luft zerreissen. Die Willenskraft der Schwachen heißt Eigensinn." hab ich es mir gespart.

Es ist ja nicht so, dass ich sonst nichts zu tun hätte ... wieso sollte ich dann (m)eine Meinung schreiben, die man ja offensichtlich ohnehin nicht lesen möchte Wink

Ob dem Threadersteller damit geholfen ist, wenn nur die schreiben, die der einen Meinung sind, steht auf einem anderen Blatt.

lifesgood
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