Der große Crash

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 05.07.2018, 16:20

Chinese
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Ich denke wenn wer 100 000€ oder auch 10 Mio selbst verdient hat wird er versuchen mit überschaubarem Risiko sein Vermögen zu mehren bzw. Zumindest zu erhalten.

Gewinnt einer im Lotto die o.g. Summen besteht die große Gefahr das er diese nicht verspekuliert sondern verprasst.

Zwischen diesen Situationen gibt es ein breites Mittelfeld.

Letztendlich baut nur derjenige Vermögen auf der weniger ausgibt als er einnimmt. Das ist im kleinen wie im Großen gleich.

Wichtig ist nicht die Höhe des Vermögens sondern die Ansprüche die man stellt.

Man muss auch mal zufrieden sein. Leider ist in unserer Gesellschaft der Neid auf vermeintlich reichere Menschen weit verbreitet und wird politisch gefördert. Dies erzeugt beim Neider einen gewissen Frust und und sorgt für eine ungute Lebenseinstellung.
»Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.« Albert Einstein

Beitrag 05.07.2018, 18:11

Salami6
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Mietfrei im eigenen Haus.
Kaufpreis: 245,000€
Kaufnebenkosten: 12% 29572€
40 Jahre Zinsbindung gezahlter Zins: 31464€

Kaufpreis gesamt: 306036€
Monatsrate 572€,Restschuld nach 40 Jahren: 31464€

Reparaturen:
nach 15 Jahren: neue Heizung. 10000€
Fassadenanstrich 10000€
nach 30 Jahren: Fenster erneuern 20000€
Dach erneuern 25000€
wieder neue Heizung 10000€
wieder Fassade Farbe 10000€
Bad Sanierung 15000€
nach 45 Jahren: Heizung 10000€
Fassade 10000€
Reparaturkosten gesamt 120000€
Wasserleitungen,Boiler,Stromleitungen,Innentüren,Fußböden wurden nicht berücksichtigt
Es versteht sich von selbst daß es in 15,30 oder 45 Jahren keine Heizung für 10000€ gibt.
Ein heute 25 jähriger hat nach 45 Jahren im Alter von 70 Jahren für sein Haus: 426036€ bezahlt.
Eingespart hat er 45 Jahre lang die Miete,mtl. 500€ = 270000€,auch hier wurden Mietsteigerungen nicht berücksichtigt.
Mit 70 Jahren steht er vor einem 45 Jahr alten Haus für das er noch 156036€ bezahlt hat
Ein Haus hat eine Nutzungsdauer von 80 Jahren,nach 40 Jahren halber Neupreis im vorliegenden Fall: ca. 120000€
Träumer erwachet.

Beitrag 05.07.2018, 19:27

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lifesgood
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Beitrag 05.07.2018, 19:59

Aurargint
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Salami6 hat geschrieben:Mietfrei im eigenen Haus.
Kaufpreis: 245,000€
Kaufnebenkosten: 12% 29572€
40 Jahre Zinsbindung gezahlter Zins: 31464€

Kaufpreis gesamt: 306036€
Monatsrate 572€,Restschuld nach 40 Jahren: 31464€

Reparaturen:
nach 15 Jahren: neue Heizung. 10000€
Fassadenanstrich 10000€
nach 30 Jahren: Fenster erneuern 20000€
Dach erneuern 25000€
wieder neue Heizung 10000€
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Bad Sanierung 15000€
nach 45 Jahren: Heizung 10000€
Fassade 10000€
Reparaturkosten gesamt 120000€
Wasserleitungen,Boiler,Stromleitungen,Innentüren,Fußböden wurden nicht berücksichtigt
Es versteht sich von selbst daß es in 15,30 oder 45 Jahren keine Heizung für 10000€ gibt.
Ein heute 25 jähriger hat nach 45 Jahren im Alter von 70 Jahren für sein Haus: 426036€ bezahlt.
Eingespart hat er 45 Jahre lang die Miete,mtl. 500€ = 270000€,auch hier wurden Mietsteigerungen nicht berücksichtigt.
Mit 70 Jahren steht er vor einem 45 Jahr alten Haus für das er noch 156036€ bezahlt hat
Ein Haus hat eine Nutzungsdauer von 80 Jahren,nach 40 Jahren halber Neupreis im vorliegenden Fall: ca. 120000€
Fassadenanstrich 10000 Euronen??? :shock: Ich habe ein paar Hundert bezahlt und selbst gestrichen - es muß ja keine Farbe aus goldenen Eimern sein... smilie_20

Beitrag 05.07.2018, 22:44

Salami6
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Preisinfo Haus streichen:
Vorderseite 50qm,Rückseite 50qm,Giebel rechts 50qm,Giebel links 50qm
Gesamtfläche 200qm= 1 Fam.Haus
Bei My Hammer Preisradar:
Haus einrüsten,grundieren und 2 fach Streichen:
4487€ bis 6500€ für 100qm
1 Fam.-Haus mit durchschnittlich 200qm kostet ca. 8974€ bis 13000€

Haus selbst streichen:
Gerüst auf und Abbau 1000 bis 1600€,Gerüstmiete ca 600€
Fassadenfarbe je nach Qualität 35 bis 60€ für einen 10 Liter Eimer

"Aurargint" bitte melden,kannst mir für ein paar Hunderter die Hütte streichen.
Träumer erwachet.

Beitrag 06.07.2018, 00:18

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gullaldr
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Reparaturen:
nach 15 Jahren: neue Heizung. 10000€
Fassadenanstrich 10000€
nach 30 Jahren: Fenster erneuern 20000€
Dach erneuern 25000€
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Bad Sanierung 15000€
nach 45 Jahren: Heizung 10000€
Fassade 10000€
Reparaturkosten gesamt 120000€
Wasserleitungen,Boiler,Stromleitungen,Innentüren,Fußböden wurden nicht berücksichtigt
Das Thema hatten wir schon mal. Ich weiß allerdings nicht mehr, ob Du es schon damals vor einiger Zeit warst, der diese Rechnungen aufgestellt hat.

Ich kann nur vom Elternhaus sprechen. Baujahr frühe 80er. Ebenfalls 1-Familien-Haus. Der Heizkessel wurde seitdem einmal (nicht 3x) erneuert. So teuer war es nicht. Er ist gut in Schuss, wird jährlich gewartet. Das Dach wurde nicht neu gedeckt. Warum auch? Es ist dicht. Wir haben es mal vor ein paar Jahren für 1000 Euro reinigen und versiegeln lassen. Die Fassade habe wir mal mit Bekannten selbst gestrichen. Ein Gerüst besitzt zur Not der Nachbar. Die Fenster sind zugegebenermaßen alt, aber dicht. Das Bad haben wir mal vor kurzem für ein paar tausend Euro erneuert.

Damals hatte ich das schon geschrieben und bekam sinngemäß als Antwort, dass das dann eine Schrottbude sei. Und immens Energie verpulvert würde. Ok, jeder hat seine eigenen Maßstäbe, wie weiß die Fassade zu sein hat usw. Ich fühle mich in der Schrottbude jedenfalls wohl. Und Gäste sagen immer mal, dass das aber ein schönes Haus sei.

Abgesehen davon kann eine Immobilie auch eine Eigentumswohnung sein. Dann zahlst Du in die Instandhaltungsrücklage und musst Dich nicht selbst um Dach und Heizung kümmern. Das macht der Hausverwalter.

Letztlich verstehe ich nur nicht, weshalb Du Dein Haus gekauft hast (sofern Deine Rechnungen nicht nur aus der Luft gegriffen sind, sondern sich konkret auf Deine Erfahrung beziehen), wenn Du so wenig überzeugt davon bist. Verkaufe doch das Haus und ziehe zur Miete. (Gut, Du hast geschrieben, es gäbe dann einen Familienkrach mit der Frau und dem nicht zum Auszug bereiten Sohn. Aber wenn es finanziell nicht mehr geht, dann muss es eben sein.) Und wenn es in der heutigen Situation nicht verkäuflich ist, dann hast Du wirklich irgendetwas falsch gemacht. Wir haben mit dem Haus sicherlich eine Wertverdopplung erlebt.

Beitrag 06.07.2018, 01:36

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gullaldr
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goldmoney hat geschrieben:PS was bedeutet dein Nick?
War diese Frage auf mich bezogen?

Zur Erklärung, falls ja, es ist eine Spielerei mit der Mythologie:
Auch in der nordischen Mythologie kommt in der Schöpfungsgeschichte der Begriff „Goldzeitalter“ vor. Bezeugt ist er allerdings erst in der Gylfaginning, die den ersten Teil der Snorra-Edda („Prosa-Edda“) bildet und in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in altisländischer Sprache abgefasst wurde. Im 14. Kapitel werden die Götter als gute Handwerker dargestellt. Es wird erzählt, sie hätten verschiedene Materialien bearbeitet, neben Erz, Stein und Holz vor allem Gold, so dass sie ihr gesamtes Hausgerät und alle Einrichtungsgegenstände aus Gold hatten, und diese Epoche wird Goldzeitalter genannt, bis es verdorben wurde durch die Ankunft gewisser Frauen aus Jötunheim. Das Goldzeitalter wird gullaldr genannt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Goldenes_ ... Mythologie

https://books.google.de/books?id=GpPBcK ... on&f=false

Beitrag 06.07.2018, 05:44

Aurargint
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Salami6 hat geschrieben:Preisinfo Haus streichen:
Vorderseite 50qm,Rückseite 50qm,Giebel rechts 50qm,Giebel links 50qm
Gesamtfläche 200qm= 1 Fam.Haus
Bei My Hammer Preisradar:
Haus einrüsten,grundieren und 2 fach Streichen:
4487€ bis 6500€ für 100qm
1 Fam.-Haus mit durchschnittlich 200qm kostet ca. 8974€ bis 13000€

Haus selbst streichen:
Gerüst auf und Abbau 1000 bis 1600€,Gerüstmiete ca 600€
Fassadenfarbe je nach Qualität 35 bis 60€ für einen 10 Liter Eimer

"Aurargint" bitte melden,kannst mir für ein paar Hunderter die Hütte streichen.
Habe damals nicht grundiert und nur einmal gestrichen, reicht seit vielen Jahren völlig aus; statt einem Gerüst benutzte ich eine Leiter, was sehr günstig, aber auch sehr mühselig war - aus diesem Grund werde ich auch nur bei mir selbst streichen (was zum Glück erst in einigen Jahren notwendig sein wird). smilie_13

Beitrag 06.07.2018, 07:18

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Peter L
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Chinese hat geschrieben: Man muss auch mal zufrieden sein. Leider ist in unserer Gesellschaft der Neid auf vermeintlich reichere Menschen weit verbreitet und wird politisch gefördert. Dies erzeugt beim Neider einen gewissen Frust und und sorgt für eine ungute Lebenseinstellung.
Ich kann die Aussagen von Chinese nur unterstreichen smilie_01

Die Versuchung ist anscheinend groß immer all das haben zu wollen was andere haben - zur Not eben auf Kredit.
Anscheinend gehört es auch bei vielen zum Naturell sich nur an besser betuchtes Klientel zu orientieren.
Dabei würde solchen Leuten sicher auch genügend Menschen einfallen, denen es nicht so gut geht wie einem selbst.

Wäre es manchmal nicht einfacher sich dies auch mal vor Augen zu halten und zu sagen: Eigentlich geht es mir recht gut und ich kann zufrieden sein. Ja sogar ein wenig stolz darauf sein, was man bereits alles erreicht hat und nicht dem Würstchen hinterherhechelt, das einem in der Werbung suggeriert: Genau dies musst Du haben.

Also lieber mal etwas bewusster durch die Welt gehen und die kleinen Dinge des Lebens entdecken, sie schätzen zu lernen und Freude daran haben.

Beitrag 06.07.2018, 07:20

silbersammler2010
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Das Beispiel hinkt doch schon in den Basisdaten:

500,-- € Miete íst max. eine Zweizimmerwohnung. Also Vergleich Äpfel mit Birnen.
Wenn jemand ein Haus vermietet, welches ca. 250.000,-- € gekostet hat, beträgt die Miete minimum 900,-- €. (4,x % vom Herstellpreis ) Dann sieht die Rechnung anders aus. Im aufgezeigten Beispiel wird unterstellt, man kann Sparen, wenn man sich einschränkt. Also statt Haus kaufen, Zweizimmerwohnung. Mit Familie könnte das problematisch werden. Bei uns liegen die Mieten für 4 Zimmer eher auch deutlich über 800,-- €.

Beitrag 06.07.2018, 07:30

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lifesgood
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4% vom Erstellungspreis als Mietrendite kannst Du vergessen. Oder glaubst Du, dass man für einen Neubau in München der 10.000 €/qm kostet eine qm-Kaltmiete von 35 € bekommt. Die bräuchte man nämlich um nach den nicht umlagefähigen Nebenkosten auf 4 % Rendite zu kommen.

Mit 2,5 - 3% ist man bei einem Neubau (sehr) gut dabei und das eher in urbanen Gegenden und nicht im ländlichen Bereich oder auf dem Dorf, wovon Salami ja spricht.

Aktuell wird die Rendite wohl noch niedriger sein, wenn man neu baut. Wie man hört, haben sich die Baustoffpreise 2018 deutlich im zweistelligen Prozentbereich verteuert.

Wir haben im Familienbestand auch Wohnungen auf dem Dorf, da habe ich kürzlich eine 4-Zimmer-Wohnung mit 91 qm für 275 € kalt vermietet und war froh einen Mieter zu haben. Klar, das ist kein Neubau aber auch bei weitem keine Bruchbude.

DIE Immobilie mit der einheitlichen Wertentwicklung gibt es nicht. Man muss immer den Einzelfall betrachten, der eben dann von Lage, Arbeitsplatzsituation am Standort, Infrastruktur vor Ort und vielen anderen Faktoren abhängt.

Wenn Salami seinen spezifischen Fall so schildert, dann glaube ich das auch.

Viele Immobesitzer neigen auch dazu, sich den Wert ihrer Immobilie schönzurechnen. Die Preise, die im Internet aufgerufen werden, sind die Wunschpreise der Verkäufer, aber nicht die Preise für die so ein Haus dann letztendlich verkauft wird.

Das Problem im ländlichen Bereich liegt darin, dass die Baukosten dieselben sind wie in der Stadt. Das günstigere Grundstück wirkt sich maximal mit 20 - 30% auf die Gesamtkosten aus. Aber die Mietpreisniveau liegt häufig unter der Hälfte der Stadt.

lifesgood

Beitrag 06.07.2018, 08:30

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SteveG
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lifesgood hat geschrieben: Viele Immobesitzer neigen auch dazu, sich den Wert ihrer Immobilie schönzurechnen. Die Preise, die im Internet aufgerufen werden, sind die Wunschpreise der Verkäufer, aber nicht die Preise für die so ein Haus dann letztendlich verkauft wird.
Etwas, das Hausbesitzer mit Autobesitzern gemeinsam haben...

Trotzdem hinkt Salamis Rechnung. Denn Instandhaltung und Reparaturen werden auf die Mieten umgelegt, das zahlt man also so oder so, nur dann halt in Raten.
Und dass ein eigenes Haus teurer kommt als eine Mietwohnung versteht sich doch wohl von selbst. Eine gekaufte S-Klasse ist auch teurer als ein geleaster Golf.

Beitrag 06.07.2018, 08:40

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lifesgood
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Nein, Instandhaltungs- und Reparaturkosten dürfen nicht auf die Miete umgelegt werden.

Lediglich Wartungskosten sind umlagefähig.

Auch Renovierungen dürfen nur umgelegt werden, wenn dadurch eine Verbesserung des Wohnstandards oder eine energetische Verbesserung erreicht wird.

Aber der Eigentümer einer vermieteten Immo hat den Vorteil, dass er Instandhaltungs-, Reparatur- und Renovierungskosten bei der Steuer ansetzen kann. Der Eigenheimbesitzer muss das mit seinem versteuerten Geld bezahlen (mal abgesehen von den paar Euros für haushaltsnahe Dienstleistung)

Der Vergleich Golf vs. S-Klasse ist gut. Wenn ich es mir leisten kann und mein Fahrprofil es erfordert, kaufe ich die S-Klasse. Wenn ich im Alter, das Auto nur noch für kleine Ausflüge und zum Einkaufen brauche, genügt der geleaste Golf.

Oder, mit kleinen Kindern ist ein Haus mit Garten sicherlich die optimale Art zu wohnen. Wenn die Kinder dann aus dem Haus sind, sitzt man zu zweit, oder gar allein (wenn ein Partner verstirbt) in einem viel zu großen Wohnraum, den man nicht braucht, aber trotzdem unterhalten muss. Wenn dann noch die Heizung über die Wupper geht, kann sich das zu einem großen Problem entwickeln. Zudem erstrecken sich Eigenheime meist auf mehrere Etagen. Wenn dann körperliche Einschränkungen dazu kommen, gelangt man entweder nicht mehr ins Obergeschoß oder muss viele Tausend Euro für einen Treppenlift ausgeben.

lifesgood
Zuletzt geändert von lifesgood am 06.07.2018, 08:49, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 06.07.2018, 08:48

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SteveG
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lifesgood hat geschrieben:Nein, Instandhaltungs- und Reparaturkosten dürfen nicht auf die Miete umgelegt werden.
Ich hab mich falsch ausgedrückt.
Sie werden natürlich nicht direkt umgelegt, aber sie sind in die Miete eingepreist. Wären sie das nicht, würde sich das Vermietmodell wohl kaum rechnen.

Beitrag 06.07.2018, 09:06

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lifesgood
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Die Miete ergibt sich daraus, was in der Gegend für die entsprechende Ausstattung bezahlt wird.

Ich kann als Vermieter einpreisen, was ich will, wenn ich keinen Mieter finde, der das bezahlt.

Das Vermietmodell rechnet sich auf eine andere Weise.

Nehmen wir mal an, Du kaufst eine kleine Neubauwohnung für 200 k€ und vermietest mit einer Rendite von 2,5%.

Dann hast Du 5.000 € Mieteinnahmen. Nehmen wir weiter an, der Grundstücksanteil der Wohnung liegt bei 25%, dann kannst Du auf den Gebäudeanteil von 75% = 150.000 € über 50 Jahre 2% AfA absetzen.

Das heißt von den 5.000 € Mieteinnahmen sind 3.000 € schon mal steuerfrei. Den Rest von 2.000 € versteuert man mit seinem individuellen Steuersatz. Gehen wir hier mal vom Spitzensteuersatz von 42% + Soli + Kirchensteuer aus, dann bezahlst Du 47,67 % auf 2.000 € = 953,40 €. Bei einem niedrigeren individuellen Steuersatz natürlich weniger.

Du bezahlst also auf 5.000 € Einnahmen 953,40 € Steuern, das sind 19,068 % und damit deutlich weniger als auf Kapitalanlagen.

Wenn Du den Kaufpreis (zum Teil) finanzierst, mindern die bezahlten Zinsen den steuerlichen Überschuß der Wohnung von 2.000 € weiter. Jeder an Zinsen bezahlte Euro kostet Dich selbst nur 52,33 Cent, der Rest wird durch die Steuerersparnis getragen. Gleiches gilt für Reparaturen.

Wenn die Wohnung im Wert steigen sollte, kannst Du die Wohnung nach 10 Jahren Haltefrist verkaufen ohne einen Veräußerungsgewinn (Differenz von Verkaufspreis zum Buchwert) versteuern zu müssen.

lifesgood

Beitrag 06.07.2018, 09:22

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SteveG
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Interessante Ausführungen. Danke smilie_01
lifesgood hat geschrieben: Wenn die Wohnung im Wert steigen sollte, kannst Du die Wohnung nach 10 Jahren Haltefrist verkaufen ohne einen Veräußerungsgewinn (Differenz von Verkaufspreis zum Buchwert) versteuern zu müssen.
Und genau das ist ja der Punkt. Salami ging allerdings von einem kontinuierlich sinkenden Wert der Immobilie aus.
Das mag in Einzelfällen ja zutreffen, ist aber wohl kaum die Regel und kein grundsätzliches Argument gegen Wohneigentum.

Beitrag 06.07.2018, 09:55

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lifesgood
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... das ist immer einzelfallabhängig.

Auch in unserer Gegend sind die Preise bis 2010/2011 gefallen, seitdem steigen sie ganz moderat. 30 km weiter haben sie seit 2011 schon um über 50% zugelegt.

Wenn nun bei salami die Voraussetzungen ganz negativ sind (z.B. ein großer Arbeitgeber ist abgewandert) ist das durchaus möglich. Denn wenn Arbeitsplätze fehlen, wandern die jungen Leute ab und mit jedem Rentner der stirbt, wird ein Haus oder eine Wohnung leer.

Wir hatten uns z.B. vor zwei, drei Jahren mal in Görlitz umgesehen, weil es dort gute Immos (Substanz u. Ausstattung) zu guten Preisen gab. Wir hatten dann aber kein gutes Gefühl dabei und haben es bleiben lassen. Wenn Siemens, wie ursprünglich geplant, das Werk Görlitz geschlossen hätte, wären die Preise nochmals deutlich gesunken.

Manchmal gibt es auch Leute, die den Wert ihrer Immo zu niedrig einschätzen. Habe ich gerade in den letzten Wochen erlebt.

Ich habe Immos, die langfristig sehr rentabel an den Bund vermietet waren (seit Bau 1989). Der Mietvertrag läuft Anfang nächsten Jahres aus und ich trage mich mit dem Gedanken die Dinger zu verkaufen. Im Vorfeld habe ich mir die Preissituation in der Gegend im Net angesehen um so zu ermitteln, wo ein realistischer Kaufpreis liegt.

Bei der letzten Eigentümerversammlung hatte ich mich dann auch mit einigen Miteigentümern, die in der Gegend wohnen, unterhalten. Die sahen den möglichen Verkaufspreis ca. 20% tiefer als ich. Mittlerweile habe ich Kontakt zu zwei Maklern aus der Gegend aufgenommen, die sehen unabhängig voneinander meine Einschätzung als eher moderat an und würden eher 15 - 20% darüber in den Verkauf gehen. Wobei man dann natürlich immer noch rechnen muss, dass ein möglicher Käufer 5 - 10% runterhandelt.

lifesgood

Beitrag 06.07.2018, 12:48

Salami6
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Vergleiche sind von Ort zu Ort verschieden und können nicht pauschal für alle Orte angewendet werden.
Beim Nachbarn war die Heizung(Buderus) nach 12 Jahren hinüber,trotz jährlicher Wartung.
Ein 2 Fam. Wohnhaus Baujahr ca. 1960,freistehend,guter Zustand,nur die Fenster mußten erneuert werden, wurde für 107000€ verkauft.
Der Mietpreis einer Eigentumswohnung mit 100qm plus Balkon,Kellerraum und Gartenanteil beträgt 500€. Die Wohnung ist 500m entfernt.
Wohnort auf dem Land,Autobahnanschluss in alle Richtungen,Aldi,lidl vor Ort,Im Wald in 5 Min.
Mietpreisspiegel: 5€ pro qm.
Ich würde hier nie wegziehen,nur die Eigenheimbesitzer sind überaltert,d.h.die Jungen sind weg.
In vielen Häusern wohnen 70-80 jährige allein oder mit Ehepartner,da ist der Leerstand vorprogramiert.
200m weiter wohnt eine ca.80 Jährige Witwe allein im Haus,ob die ihre Fassade mit der Leiter noch selbst streicht?
Natürlich kann man viele Instandsetzungsarbeiten selbst ausführen,es gibt aber auch Leute die haben 2 linke Hände.Die brauchen eine Firma,Preise habe ich aufgeführt.
Kürzlich war ich im Baumarkt da haben sich zwei ältere Herren unterhalten.Einer hatte eine Stichsäge ohne Sägeblatt in der Hand und meinte: Mit dem Gerät kann man Türen abschleifen!
Ob die es schaffen einen defekten Wasserhahn zu wechseln?
Meine Kommentare sollen nur zeigen daß das hochgelobte eigene Haus nicht immer eine gute
Wahl ist.Altersvorsorge für das Rentenloch kommt dann oft zu kurz.
Meinem Sohn kann ich nur den Rat geben wenn er einmal Frau und Kind hat und irgendwo fest verwurzelt ist,sich dort eine neue Eigentumswohnung schuldenfrei zu kaufen.Da müssen die Eltern mithelfen.
Ein Leben ohne Schulden ist ein gutes und ruhiges Leben,erst sparen dann kaufen.
Träumer erwachet.

Beitrag 06.07.2018, 13:25

silbersammler2010
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lifesgood hat geschrieben:4% vom Erstellungspreis als Mietrendite kannst Du vergessen. Oder glaubst Du, dass man für einen Neubau in München der 10.000 €/qm kostet eine qm-Kaltmiete von 35 € bekommt. Die bräuchte man nämlich um nach den nicht umlagefähigen Nebenkosten auf 4 % Rendite zu kommen.

Mit 2,5 - 3% ist man bei einem Neubau (sehr) gut dabei und das eher in urbanen Gegenden und nicht im ländlichen Bereich oder auf dem Dorf, wovon Salami ja spricht.


lifesgood
Ich habe nichts von Rendite geschrieben, sondern Miete. Nettorendite, stimme ich Dir zu, ist niedriger. Wenn ich die von Dir genannten 3% nehme, müsste der Mietfaktor noch höher sein. Alleine AfA stehen mit 2% p.a. an. Wer also mit 2% (Miete abzgl. nicht umlagefähiger NK) vermietet, heißt mit 2. Vornamen Sankt Martin. Und ja, auch bei uns gibt es Wohnungen mit 3-4 € /m². Die halten aber dem Vergleich mit einem Neubau definitiv nicht Stand. Ist auch wieder Äppel und Birnen.

Beitrag 06.07.2018, 19:58

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lifesgood
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Wohnort: zwei
Na das Eigenheim ist auch nur die ersten 5 Jahre ein Neubau. Wenn Du da den Neubauzustand dauerhaft halten willst, musst Du alle 10 Jahre eine Totalsanierung machen.
lifesgood

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