Der große Crash

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 25.06.2018, 20:24

Lunarhunter
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Zuletzt habe ich das hier im Forum verlinkt Buch "Der Draghi Crash" gelesen und bin nun auch fest davon überzeugt, dass dieser bald ganz sicher kommen wird. (Schuldenberge größer als je zuvor, Taget 2 Salden in aberwitziger Höhe, absurde Nullzinspolitik, teure Flüchlingskrise, komplettes Politikversagen etc. )

Ich wollte mal fragen was ihr davon haltet:

1.) Wird ein Crash kommen?
2.) Wenn ja, wann ?
3.) Wie wird dieser aussehen? "Nur" 50% Verlust an den Börsen, oder auch massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, Hyperinflation oder sogar kompletter Zusammenbruch des Euros und Verlust aller Sparvermögen? Oder sogar noch schlimmer mit Goldverbot, Zwangshypotheken etc.?
4.) Wie schützt ihr euch davor?
5.) Glaubt ihr, dass Goldbesitz das Problem für euch verringern wird?


Was meint ihr?

Beitrag 25.06.2018, 21:34

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IrresDing
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1-3) Weiß niemand. Nicht mal ob es je passiert. Der Autor hat ein Interesse an großen reißerischen Thesen. Er lebt von polternden Lesern. Merkst du doch selbst, du hast es zur Diskussion gestellt und damit unbewusst beworben. Hätte er eine ruhige gelassene Meinung vertreten wäre das Buch langweilig und du hättest es nicht diskutieren wollen. Vermutlich hättest du es noch nicht einmal gekauft. Nebenbei, der US-Dollar wird seit Jahrzehnten tot gelabert. Der Euro auch schon seit Jahren ins Grab gequatscht. Der Yen sollte seit den 90ern verwesen.

Wer sich anschickt zu wissen wann und wie die Börsen reagieren, der schreibt keine Bücher sondern wird an der Börse direkt Multimillionär. Und Multimillionäre schreiben keine Bücher. Sie lassen schreiben. Er schreibt noch selbst? Also kocht auch er mit Wasser und hat genauso wenig eine Ahnung davon was und wann passieren wird wie der Rest.

4) Diversifikation. Sichteinlagen und Renten; Aktien; Immobilien, Edelmetalle. Egal wie es ausgeht so gewinnt man auf Dauer immer.

5) Welches "das" Problem? Das Problem, dass es an der Börse krachen kann? Ist ein alter Hut. Ja, der nächste Crash kommt. Dafür braucht's keinen hohen IQ.

Ich hab heute eine gelbe Box voller Schrauben und Nägel gekauft. Kommt zum Rest der Alteisensammlung. Wenn's richtig runter geht kaufe ich Aktien. Gold und Silber ist totes Kapital. Es dient der Sicherheit für ein Portfolio. Allerdings braucht's auch die Läufer und Sprinter in einem solchen. Netflix hat mir seit Anfang des Jahres gute 100% gebracht. Ist doch auch hübsch.

LG
inaktiv smilie_24

Beitrag 25.06.2018, 22:32

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Mehrgoldfüralle
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@Lunarhunter

1. Ja. Definitiv.

2. Keine Ahnung, aber unter der Oberfläche crasht es schon seit einiger Zeit.

3. Eine Situation wie jetzt ist noch nie da gewesen. Der gigantischen Verschuldung stehen naturgemäß ebensolche Vermögen gegenüber, deren Besitzer nicht schulterzuckend verzichten werden. Glimpflich wirds aber eher nicht.

4. Sieh zu, dass du immer Energie, Essen und Wasser hast.

5. Gold ist wertbeständig, seit es das erste Mal gefunden wurde. Voraussichtlich wird sich das nicht ändern.

@IrresDing

Keine Ahnung, ob der Dr. Markus Krall Bücher schreiben muss, um zu leben. Ich habe das Buch auch, es geht da in erster Linie um das europäische Bankensystem. Man/Frau sollte gelesen haben, um zu rezensieren. Das Buch ist wie der Autor ruhig und gelassen, nennt Daten und Fakten und deren Folgen. Ein Lesetip.
Wir werden in interessanten Zeiten gelebt.

Beitrag 25.06.2018, 23:05

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IrresDing
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@Mehrgoldfüralle,

ich lese dazu praktisch nichts mehr. Habe mich mittlerweile wieder der Belletristik zugewandt. Die Bücher in früheren Zeiten, darunter auch relevante Autoren, wie Sinn, waren ebenso kein Erkenntnisgewinn. Die Schinken stehen mittlerweile alle bei Momox in den Regalen.

Ich rezensiere ja zum Glück nicht. Ich sage nur, dass der es genauso wenig weiß, wann, ob und wie es knallt wie jeder andere hier. Würde er es, würde er sicher keine Bücher schreiben sondern Derivate handeln.

LG
inaktiv smilie_24

Beitrag 26.06.2018, 06:43

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Ladon
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1. und 2.
Der Crash ist längst da. Er läuft - in der Hoffnung auf eine einigermaßen sanfte Landung - in Zeitlupe ab. Die meisten blicken bei dieser Diskussion 100 oder noch mehr Jahre zurück Denken die denn, die Herren des Geldes würden seit 1923 einen Dornröschenschlaf halten?
Nein, die Herren des Geldes entwickeln ihre Mechanismen stets weiter und amüsieren sich wahrscheinlich prächtig darüber, dass die selbsternannten Durchblicker ihnen mit jahrhunderte alten Mitteln beikommen wollen.
3.
Schau in die Welt. Sieh Dir die letzten Aktiencrashs an. Da hattest Du in näherer Vergangenheit so manchen "Crash", der noch vor 50, 60 Jahren das System komplett gesprengt hätte. Heute handlen sie es irgendwie. Egal ob wir angesichts von Target II Salden aufheulen oder nicht.
Wen interessieren Target II Salden, so lange am Monatsende Geld auf's Konto kommt und man mit diesem Geld ganz anständig einkaufen kann (auch materielle Werte!)?
Niemanden (mal statistisch gesprochen). Wir Menschen bevorzugen immer den schnellen Gewinn vor dem in der Zukunft - auch wenn der mit hoher Sicherheit größeren Benefit bringen würde. Der Bolksmund weiß es seit langem: Der Spatz in der Hand eben. Es ist eine bewiesene Tatsache, dass unser Gehirn so funktioniert.
Es geht also darum Panik zu verhindern. Nicht die Handlungen der Geldherren lösen den Crash aus, sondern die Panik der Massen.
Was soll ein "Goldverbot", wenn Gold nicht mit der Währung direkt verknüpft ist? Eine Gold basierte Währung, wäre heute aber eine Farce. Wie Greenspan, der Verbrecher, einmal gesagt hat. Beim "Goldstandard", der solchen Leuten wie dem vorschwebt, soll das Gold in der Bank und nicht im Umlauf sein: "... woraufhin der Besitzer Schecks ziehen kann ..." und zwar mehr als Gold vorhanden ist.
4.
Ich denke, ein Baustein der Zukunftsplanung ist für die meisten hier ein gewisser Anteil von Edelmetallen im Gesamtvermögen. Ansonsten ist das definitiv nicht allgemeingültig zu sagen.
5.
Hm. Das verhindert sicher nicht, wenn ich mit Zwangshypotheken (nach dem ersten WK, galt so etwas übrigens als Ausgleich für die unerhörten Gewinne aus Immobiliengeschäften in der Hyperinflation - das war schon okay) belegt werde oder ein massiver Währungsschnitt kommt.
Aber wenn man das alles überlebt, ist es sicher ganz gut, ein Kistchen Gold ausgraben zu können. Das Gold ist relativ unempfindlich gegenüber Veränderungen.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 26.06.2018, 07:37

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VfL Bochum 1848
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Ladon hat geschrieben:1. und 2.
Der Crash ist längst da. Er läuft - in der Hoffnung auf eine einigermaßen sanfte Landung - in Zeitlupe ab...
smilie_01 , die Frage ist nur ob die Zeitlupe von den höchst fähigen Verantwortlichen noch lange aufrecht erhalten werden kann. Wenn wir uns den Videobeweis anschauen (um mal in der aktuellen WM-Sprache zu bleiben smilie_11 ) werden wir feststellen, dass das auf Dauer sicher nicht einfacher werden wird, zu viele und immer mehr werdende kleine ineinander verzahnte Rädchen müssen gesteuert werden. Von daher kann es meiner Meinung nach auch in naher Zukunft durchaus sein, dass aus dem Zeitlupencrash ein verheerender aktueller wird.

Um sich zu wappnen ist es sicher nicht verkehrt, neben den von Mehrgoldfüralle schon erwähnten Prepper-Utensilien für den Worst-Case, einen (großen) Teil Fiat in Sachwerte zu wandeln. Edelmetalle drängen sich hier meiner Meinung nach nahezu auf. Wie der Crash dann genau ablaufen wird ist schwer zu prognostizieren, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, dass der jedoch in einem bisher nicht dagewesenen (mindestens monetären) Umfang abläuft ist für mich aber klar.
VfL Bochum? -Find ich gut!

Beitrag 28.06.2018, 13:50

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goldmoney
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Ladon hat geschrieben: Denken die denn, die Herren des Geldes würden seit 1923 einen Dornröschenschlaf halten?
Nein, die Herren des Geldes entwickeln ihre Mechanismen stets weiter und amüsieren sich wahrscheinlich prächtig darüber, dass die selbsternannten Durchblicker ihnen mit jahrhunderte alten Mitteln beikommen wollen.
Klar haben sich die Herren des Geldes sich weiter entwickelt. Die eigentliche Masche aber nicht. Etwas versprechen was sie nicht halten können und auch wollen. Nur die "Verpackung" wechselt. Also kann es durchaus sein, dass die jahrhunderte alten Mittel noch immer gefährlich sind. Nämlich, die Versprechen versuchen einzulösen. Die meisten kämen sicher zu kurz, aber das System würde zunächst zusammenbrechen. Zwar könnte es im schlimmsten Falle genauso neu starten, aber die Schuldenlast wäre zunächst weg. Die Schuldner sind die Mehrheit der Bevölkerung in der Doppelrolle als Steuerzahler (Begleicher der Staatsschulden) und als Kredit-Konsument und Häuslebauer. Global betrachtet sind das die armen Schlucker. Zwar würden die Sparer das Geld auch verlieren, doch ist die Mehrheit eher Mittellos. Treffen würde es die (obere) Mittelschicht, noch mehr aber die Oberschicht, die von dieser Schuldlast (wenn auch nur indirekt) stark profitiert. Anscheinend hat das Herrhausen unterschätzt während Ackermann es sehr wohl verstanden und in einem Moment der Ehrlichkeit (wahrscheinlich aber einer unkontrollierten Spontaneität), zugegeben hat.

Ladon hat geschrieben: ...in näherer Vergangenheit so manchen "Crash", der noch vor 50, 60 Jahren das System komplett gesprengt hätte. Heute handlen sie es irgendwie.
Selbst wenn wir 1929 als Referenz nehmen. Was war denn damals schlimmer als heute, wenn wir den kulturellen und politischen Fortschritt(?) weg lassen? Was hat die Fed damals denn sehr viel anders gemacht als heute? Ich persönlich sehe da keine großen Unterschiede.

Ladon hat geschrieben: Egal ob wir angesichts von Target II Salden aufheulen oder nicht.
Wen interessieren Target II Salden, so lange am Monatsende Geld auf's Konto kommt und man mit diesem Geld ganz anständig einkaufen kann (auch materielle Werte!)?
Es ist eine bewiesene Tatsache, dass unser Gehirn so funktioniert.
Es geht also darum Panik zu verhindern. Nicht die Handlungen der Geldherren lösen den Crash aus, sondern die Panik der Massen.
Ja, Target II ist eine neue Verpackung, die von kaum jemanden durchdrungen wird. Da können wir nichts machen. Oder doch? Wäre es nicht sinnvoller mehr Menschen einzuweihen?
Panik entsteht immer, wenn eine Menge von Menschen begreift, dass nicht alle aus einer brenzligen/gefährlichen Situation glimpflich herauskommen.
Die Panik ist die Erkenntnis, aber nie das Problem oder die Ursache, sondern ein Symptom. Selbst wenn auf der Titanic die Rettungsboote völlig ruhig und zivilisiert bestiegen worden wären, hätten die Meisten nicht überlebt. Unser Geldsystem ist die Titanic. Auch wenn alle Paar Dekaden ein neues Schiff mit dem gleichen Namen oder Anspruch unsinkbar zu sein, auftaucht, geht es dennoch unter. Der Nachfolger war immer "endlich doch das wirklich, wirklich Unsinkbarer". Solange es fährt, stimmt es auch.

Ladon hat geschrieben: Was soll ein "Goldverbot", wenn Gold nicht mit der Währung direkt verknüpft ist? Eine Gold basierte Währung, wäre heute aber eine Farce. Wie Greenspan, der Verbrecher, einmal gesagt hat. Beim "Goldstandard", der solchen Leuten wie dem vorschwebt, soll das Gold in der Bank und nicht im Umlauf sein: "... woraufhin der Besitzer Schecks ziehen kann ..." und zwar mehr als Gold vorhanden ist.
Ist die Währung tatsächlich losgelöst vom Gold?


Zoll Barmittel


Offenbar werden Edelmetalle beim Zoll unter der Rubrik Barmittel geführt.
Die EM-Münzen sind auch wenn nicht gesetzliches Zahlungsmittel, Barmittel. Edelmetalle generell aber nicht (wohl Schmuck und Barren) Ob die Barren zu den Münzen zählen oder als Ware angesehen werden ist unklar. Obwohl darauf hingewiesen wird, dass EM Waren sind, weiter unten steht, dass sie doch den Barmitteln gleichgestellt werden. Alles klar? smilie_11

When I see a bird that walks like a duck and swims like a duck and quacks like a duck, I call that bird a duck

Goldverbot ausgeschlossen? Mitnichten. Was haben die Deutschen und die Österreicher Anfang des letzten Jahrhunderts gemacht? Ihre Währungen vom Gold (notgedrungen) entkoppelt, es aber trotzdem verboten wie auch alle Devisen. Sollte mal wieder auf Noten der Nominalbetrag in Text und nicht in Ziffern stehen, halte ich es für ziemlich wahrscheinlich, dass man Devisen verbietet. Die Erklärung ist recht einfach. Man will verhindern, dass aufgrund der Hyperinflation Ausländer "das Land aufkaufen". Denn das was das Eigene Finanzsystem die ganze Zeit macht, mit frisch geschöpftem Geld Waren und Assets langsam aber sicher aufkaufen, könnten plötzlich Andere machen. Das will man nicht. Warum sollte also Gold verschont werden? Es ist wohl klar, dass die Kaufkraft sehr stark steigen würde, ebenso die Einflussnahme der Goldbesitzer. Jedenfalls mehr als dem Staat und der Finanzindustrie lieb ist. Ist ja blöd, wenn ein handvoll Durchblicker, die Deutsche Bank aufkaufen. OK, schlechtes Beispiel. ;-)

Der Goldstandard so wie Greenspan ihn beschreibt, war wohl doch nicht so einfach zu halten.
Wir sind uns, hoffe ich einig, dass keine Geldsystem der Welt das Gläubigerrisiko ausschließt. Dennoch haben wir Gesetze, die Schuldner dazu zwingen ihre Schulden zu begleichen (wenn sie das können). Mit einer "eigenen" Währung ist das Begleichen der Schulden für den Emittenten ein Kinderspiel, für die Anderen aber harte Arbeit. Also wäre hier Wettbewerb bitter nötig. Wen und ob man seine Kaufkraft anvertraut, sollte Privatsache sein und nicht von einem Monopolisten abhängig.
"The gold standard is the only method we have yet found to place a discipline on government, and government will behave reasonably only if it is forced to do so"
Friedrich August von Hayek

Beitrag 29.06.2018, 21:06

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Mehrgoldfüralle
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@VfL

Wenn du einen, der Strom, Brot und Wasser hat, einen Prepper nennst, will ich gerne einer sein.

@Goldmoney

Die "Oberschicht" hat es noch nie getroffen. Es verschwinden die Nullen vor dem Komma, weiter nichts. Na und? Sachwerte bleiben weitestgehend erhalten und erleichtern einen Neustart erheblich, während die Massen gar nichts mehr haben. Ansonsten stimme ich dir zu, vor allem, dass Aufklärung not tut. Viel Hoffnung gibt´s aber nicht. Sieh dir die Abstimmung in der Schweiz bezüglich Vollgeld an, trotz umfangreicher Kampagne.
Wir werden in interessanten Zeiten gelebt.

Beitrag 29.06.2018, 22:27

Goldunze
1. Nein

Der Rest ist daher obsolet. smilie_24

Beitrag 29.06.2018, 22:48

Herebordus
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Beitrag 30.06.2018, 00:03

Salami6
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Herebordus hat geschrieben:Seht das mal an.


https://www.youtube.com/watch?v=BBJw6BlyTZY
Dirk Müller: Werbevideo für seinen Aktienfonds,gleich dahinter Werbevideo für sein neues Buch.
Träumer erwachet.

Beitrag 30.06.2018, 05:35

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IrresDing
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Hach der Müller mit seinem Rohrkrepierer-Fonds den er wie sauer Bier anbieten muss.

Seine Anleger haben eine der größten Haussen der Nachkriegsgeschichte verpasst. Er hat es geschafft in einem einzigartigen Bullenmarkt Negativrenditen zu erzielen, Dreimal darf man raten warum er die Kommentarmöglichkeit unter seinen Videos deaktiviert hat.

Dieses Gesabbel, dass es morgen schon vorbei sein KANN zieht der nun seit Jahren durch. Und genau hier sind wir wieder beim Problem: Crash-Prophet sein kann jeder. Aber keiner dieser Schallplatten mit Sprung kann sagen, wann und welche Risiken schlagend werden. Natürlich KANN das alles morgen eintreten und ein ordentlicher Crash bevorstehen. Wer nichts an der Börse gelernt hat der gräbt sich ein Loch und steckt den Kopf in den Sand.

Ich meine, der "Mr. Dax" lebt HERVORRAGEND von den Kundengeldern die in seinen Fonds liegen mittels der Fondsgebühren. Natürlich rührt der die Crash-Szenarien! Würde ich doch auch tun.

Er verdient 1,6% Managementgebühr. Bei 70 Millionen Kundeneinlagen sind das 93.000 EUR Gehalt für sein Management. Und zwar MONATLICH! Ja da würde mich auch jeder durchs Land tingeln sehen und glaubt mir, mir würden noch viel größere und ängstlichere Prophezeihungen einfallen... Da würde ich Gas geben! Ein Spitzenverdiener der davon lebt den Menschen hauptberuflich Angst zu machen. Das gibt's sonst nur in der Versicherung, Politik und in den Kirchen.

Nochmal zum Mitschreiben:

Es ist keine Kunst einen Crash zu prophezeihen. Der kommt alle paar Jahre mal. Es ist aber eine Kunst einen Crash anzusagen. Und zwar einmal. Nicht wöchentlich.
inaktiv smilie_24

Beitrag 30.06.2018, 07:25

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lifesgood
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Als reinen Crash-Propheten würde ich den Müller nicht sehen, das sind dann eher Kaliber wie der Eichelburg, der ständig Lastwagen mit neuen Währungen rumfahren sieht smilie_20

Ich hätte vor 10-15 Jahren auch nicht geglaubt, dass es den Euro 2018 noch gibt.

Aber warum gibt es ihn noch. Die Märkte wurden mit Billionen von Zentralbankgeld geflutet, es wurden Rechtsbrüche begangen (Staatenfinanzierung über Zentralbanken) und insbesondere Deutschland hat Bürgschaften geleistet und Targetsalden aufgebaut, die uns irgendwann gewaltig auf die Füsse fallen können und vermutlich auch werden.

Der Tanz auf dem Vulkan, den wir gerade aufführen, kann auch noch ein paar (oder auch viele Jahre) weitergehen. Ich persönlich wäre froh, wenn ich den Crash nicht mehr miterleben muss.

Aber da ein solches Ereignis, meist doch recht überraschend kommt, ist meine persönliche Anlage auch mehr auf Werterhalt, denn auf Performance ausgerichtet, also überwiegend in Sachwerten geparkt.

Performance gab es trotzdem im ersten Jahrzehnt dieses jahrhunderts mit Edelmetalllen insbesondere mit Gold und im zweiten Jahrzehnt mit Immobilien. Unterm Strich bin ich recht zufrieden. Denn die Intention war ja Erhalten und nicht Mehren.

Es ist mir bewußt, dass ich mit Aktien in dieser Zeit wohl mehr Performance hätte generieren können, aber es hatte mir das Vertrauen in ein weiteres Wachstum der Wirtschaft gefehlt und die Interaktionen und Rechtsbrüche (siehe oben) habe ich mir nicht vorstellen können.

Ich warte jetzt mal ab, wie es an den Aktienmärkten weitergeht und denke je nachdem wie sich die Kurse entwickeln, darüber nach, mir ggf. nächstes Jahr ein paar dividendenstarke Aktien (Performance interressiert da weniger, die könne dann meine Erben mal für die Erbschaftssteuer verkaufen) für ein zusätzliches Einkommen im Alter anzuschaffen. Nicht zuletzt auch wegen der steuerlichen Situation, denn (zumindest nach der derzeitigen Rechtssituation) muss ich die Dividenden geringer versteuern, als mein anderweitiges Einkommen.

lifesgood

Beitrag 30.06.2018, 13:15

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goldmoney
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Darf ich mal fragen IrresDing, wie du darauf kommst, dass Müllers Fonds ein Rohrkrepierer ist?

Soweit ich das sehen kann, hat er sich sogar etwas besser als der DAX entwickelt. Du hast als Profi ihn sicherlich mit dem DAX Kursindex verglichen, oder etwa nicht?

Welche Hausse hat er denn verpasst?
"The gold standard is the only method we have yet found to place a discipline on government, and government will behave reasonably only if it is forced to do so"
Friedrich August von Hayek

Beitrag 30.06.2018, 17:25

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IrresDing
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goldmoney hat geschrieben:Darf ich mal fragen IrresDing, wie du darauf kommst, dass Müllers Fonds ein Rohrkrepierer ist?

Soweit ich das sehen kann, hat er sich sogar etwas besser als der DAX entwickelt. Du hast als Profi ihn sicherlich mit dem DAX Kursindex verglichen, oder etwa nicht?

Welche Hausse hat er denn verpasst?
Quatsch!

1.) Der Dirk Müller Premium Aktienfonds ist sowieso thesaurierend. Und in einem Performance-Chart den Fonds mit einem Kursindex zu vergleichen macht überhaupt keinen Sinn.

2.) Als Benchmark den Dax zu nehmen ist völlig unüblich. Der Fonds legt weltweit an. Der MSCI World kommt hier am nächsten.

3.) Selbst im Morningstar-Rating kommt der Fonds nur auf zwei kümmerliche Sternchen. Solche Fonds werden meist von Fondsgesellschaften still und heimlich eingemottet oder zumindest nicht mehr beworben.

4.) Der Fonds hat eine TER von 1,71. D.h. in den 3 Jahren seit Auflage hat er schon 5% Kapital verbraten die nicht im Chart zu sehen ist. Dagegen ist ein ETF so billig zu haben, dass dieser kaum ins Gewicht fällt.

Der Fonds hat gegen den MSCI World (GDTR) ~20% underperformt. Fakt. Der Fonds hat gegen den DAX ~5% underperformt. Nimmt man noch die TER, so sind die Abstände sogar 25% und 10%. Und das in 3 Jahren. Das ist erbärmlich.

Bild

LG
inaktiv smilie_24

Beitrag 30.06.2018, 17:41

saho111
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Nur mal zum Einwand: Die allermeisten Fonds underperformen, allein schon wegen der teils horrenden Gebühren. Den als ein Rohrkrepierer Fonds zu bezeichne ist schon krass. Absicherung, und wie schon geschrieben die Gebühren kosten halt eine Menge Performance. Deswegen, und auch aus anderen Gründen habe ich nur direkte Investments getätigt und damit die letzten 15 Jahren alle Indices meilenweit (mit kleinen/mittleren kapitalisierten Werten) abgehängt.
Der Dirk Müller Fonds wurde Mitte April 2015 bei einem DAX Stand von rd. 12.200 Pkt. eingeführt.

Beitrag 30.06.2018, 18:43

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IrresDing
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Doch.

1. Die TER ist nie im Performance-Chart eingepreist. Die kommt immer oben drauf. Auch sind sie idR nicht im Fondsvergleich eingepreist.

2. Wenn meinen Anlegern mehr als 17 Mio € durch die Lappen gegangen ist, dann darf man von einem Rohrkrepierer sprechen. Meine Meinung.

3. Garantiefonds und solche Derivateschieber waren, sind und werden immer eine Gelddruckmaschine für die Fondsbranche sein. Hätte er eine fondsgebundene Riesterrente verkauft, dann würden hier die Forenteilnehmer in Wallung kommen. Etwas besser, ok. Aber letzten Endes die gleiche Masche.

4. Ich lege großteils auch in Einzelaktien an. Das ist nur nicht für jeden etwas. Fonds sind oft eine gute Alternative.

5. ich verweise nochmals auf die mickrigen zwei Sternchen. Die hat er nicht ohne Grund. Unterirdische Leistung im direkten Vergleich zu ähnlichen Fonds. Herr Müller hat auch keine Glaskugel. Dafür macht er Prognosen wie eine Alte Hexe auf der Kirmes. Entweder er lässt das eine oder das andere. Oder er ist eben weiterhin unseriös und profitiert als Werbefigur von seinen eigenen Weltuntergängen.
inaktiv smilie_24

Beitrag 30.06.2018, 20:42

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MaciejP
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IrresDing hat geschrieben:Die TER ist nie im Performance-Chart eingepreist. Die kommt immer oben drauf.
Wie kommst du darauf? Die TER wird doch über die gestellten Kurse des Fonds automatisch mit in den Kurs einberechnet. Andernfalls müssten sie dem Anlegerdepot extra entnommen werden.
„Wenn der Durchschnittsmichel Gold kauft, kann er keine Fehler machen.“ – „Gold fliegt nicht weg.“

Beitrag 01.07.2018, 07:32

saho111
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IrresDing hat geschrieben:Doch.

1. Die TER ist nie im Performance-Chart eingepreist. Die kommt immer oben drauf. Auch sind sie idR nicht im Fondsvergleich eingepreist.

2. Wenn meinen Anlegern mehr als 17 Mio € durch die Lappen gegangen ist, dann darf man von einem Rohrkrepierer sprechen. Meine Meinung.

3. Garantiefonds und solche Derivateschieber waren, sind und werden immer eine Gelddruckmaschine für die Fondsbranche sein. Hätte er eine fondsgebundene Riesterrente verkauft, dann würden hier die Forenteilnehmer in Wallung kommen. Etwas besser, ok. Aber letzten Endes die gleiche Masche.

5. ich verweise nochmals auf die mickrigen zwei Sternchen. Die hat er nicht ohne Grund. Unterirdische Leistung im direkten Vergleich zu ähnlichen Fonds. Herr Müller hat auch keine Glaskugel. Dafür macht er Prognosen wie eine Alte Hexe auf der Kirmes. Entweder er lässt das eine oder das andere. Oder er ist eben weiterhin unseriös und profitiert als Werbefigur von seinen eigenen Weltuntergängen.
Auf Ratings (Sternchen) gebe ich nichts. Vergleiche sind immer auf das Vergangene bezogen. Der Fonds hat sich die letzten 2 Jahre aber gut entwickelt. Prognosen sind meistens falsch, egal von wem. Eine Strategie ist wichtig, bzw. wie es Kostolany sagte, die vier "G" sind es. Was man Dirk Müller vorhalten kann, ist, dass er seine Kommentare etwas reißerisch bringt. Aber manche mögen das so.

Beitrag 01.07.2018, 22:49

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IrresDing
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Kostolany?

Kostolany hat diese Art der Fonds, die versuchen mit Futures künstlich die Fallhöhe zu minimieren, als "Bauernfängerei" bezeichnet. So viel zu Kostolany und der Strategie des Herrn Müller.

Kann ich auch verstehen. Denn Versicherungen kosten Rendite und verursachen Kosten. Auf die Idee einfach nur den Anteil am Investment geringer zu halten kommt keiner der Müller'schen Jünger. Dabei wäre das eine ganz kostenlose Versicherung. Blöd nur, dass dann der Müller keine Gebühren auf das zurückgefahrene Kapital erheben kann. Was sein Lohnsäckel direkt betreffen würde.

Oder anders gesagt: Will ich zwar in eine spekulative Anlageklasse investieren, traue mich aber nicht, kann ich auch einfach anstatt All-In zu gehen nur 20% investieren. So habe ich die Fallhöhe und Volatilität des Gesamtportfolios ganz kostenlos begrenzt. Das würde dem Müller aber nicht schmecken, denn dann kann er anstatt auf den Gesamtbetrag nur auf den Teilbetrag Gebühren verlangen. Also lullt er seine Anleger lieber mit Sicherungsstrategien und anderem Quark ein.

Ich kann nur in einem Punkt nachgeben. Das ist Punkt 1. In den Fondsprospekten war die TER nicht auf den Kurs eingerechnet. Was ich aber lernen musste ist, dass er mittlerweile auf Onlineplatformen eingerechnet wird. Das war mir neu. Beim Rest bleibe ich.
inaktiv smilie_24

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