China und der Goldkurs

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Beitrag 05.12.2011, 05:10

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Harry
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Registriert: 03.12.2011, 07:38
Wohnort: Hulun, NM, PRC China
Viele mögen sich fragen welchen Einfluss die Nachfrage nach Gold in China auf die internationale Goldpreisentwicklung haben könnte. Seit China die Inder in der Nachfrage nach Gold erst vor kurzem überholt hat, stellt sich für den Goldinvestor die Frage, wann Chinesen bevorzugt Gold kaufen und ob in Zukunft die Kaufkraft der Chinesischen Bevölkerung ausreicht, die Nachfrage weiterhin auf einem hohen Niveau zu halten.

Während die Inder ihren Golderwerb meist in der Herbstzeit, nach Einbringung der Ernte und dem Beginn der Hochzeitssaison forcieren, liegt der Schwerpunkt in China auf den Tagen vor dem Neujahrsfest nach Chinesischem Kalender, welches im Jahr 2012 der zwanzigste Februar ist. Chinesen sind sehr preisbewusst und spekulieren auf günstige Kaufkurse. Sie sind daher auch bereit sich schon Wochen vorher mit entsprechenden Goldgeschenken einzudecken.

Die Nachfrage nach Gold hat in China, seit der Besitz von Gold Anfang des Jahrtausends wieder zugelassen wurde, kontinuierlich zugenommen und zeigt bisher keinerlei Anzeichen einer Trendumkehr.

Man muss dazu wissen, das die Chinesische Regierung ihrer Bevölkerung zum Erwerb von Gold geradezu aufgefordert hat. Als vor gut eineinhalb Jahren der Preis von Gold bei rund 960 US$/uz lag, startete die Chinesische Regierung eine landesweit angelegte Medienkampagne um die Bevölkerung zum Kauf von Gold zu ermuntern (so etwas möchte ich mal in Deutschland erleben). Seit dieser Zeit hat Gold den o.a. Preis nicht mehr gesehen. Eine weitere Kampagne mit dem gleichen Ziel wurde gegen Mitte 2011 gestartet als der Goldpreis bei rund 1.460 US$/uz lag. Auch auf diesen Preis ist Gold bis heute nicht zurückgefallen.

Warum sind diese Begebenheiten für mich so wichtig. Der Grund liegt darin, das es in China etwas gibt was sich am Besten mit „Gesicht verlieren“ umschreiben lässt. Die Anleger, die der Ermunterung der Regierung brav gefolgt sind, würden es ihrer Führung niemals verzeihen wenn ihre Goldinvestition zu einem Verlust führen würde. Millionen von Anlegern würden der Führung in Beijing (Peking) mächtig „Dampf“ machen, und das ist das Letzte was Beijing zur Zeit brauchen kann.

Glauben sie mir, dass Schlimmste was ihnen in China widerfahren kann, ist sein Gesicht zu verlieren. Die Regierung in Beijing weiß das sehr wohl, und wird daher alles nur Erdenkliche unternehmen damit dieser Fall gar nicht erst eintritt. Mit Devisenreserven von mehr als drei Billionen sollte es der Chinesischen Führung auch nicht sonderlich schwer fallen ihr Gesicht eben nicht zu verlieren.

Egal wie sehr sich auch die Privatbank Federal Reserve (Fed), die Bank of England (BOE), die Bank of Japan (BOJ) und die Deutsche Bundesbank (DB) bei konzertierten Goldpreisdrückungen bemühen, Gold wird den Preis von rund 1.460 US$/uz vielleicht noch einmal tangieren, aber nie mehr nachhaltig unterschreiten.


Gold ist Freiheit!
Das Wesen das begriffen werden kann ist nicht das Wesen des Unbegreiflichen.

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