Das Comeback der Gold-Währung

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 20.11.2014, 16:32

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AuCluster
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Der Goldene Kiel hat geschrieben:
lifesgood hat geschrieben:... ich denke Spitzfindigkeiten bringen uns nicht weiter.
Es geht hier nicht um Spitzfindigkeiten sondern um grundlegendes Verständnis.

Hast Du versucht, meinen Text von vorhin zu verstehen? Hast Du Dir die vorgeschlagenen Plots der Exponentialfunktion angesehen?
Deine Argumentation ist natürlich richtig. Die steile Phase gab es schon Anfang der 1980iger. Kann mich noch ein wenig daran erinnern. Katastrophe, die Staatsverschuldung scheint geradezu zu explodieren. 2000 das gleiche Bild und 2014 die gleiche Situation.
Was unterschiedlich ist, ist nur die Relation zu anderen Größen wie z.B. BIP.

Eine Exponentialfunktion ist ohne ein Bezugspunkt immer in der "steilen Phase".
Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.

Beitrag 20.11.2014, 16:58

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Ladon
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Ist ja schön, wenn's mich auch mal erwischt smilie_15

Normalerweise bemängele ich ja unpräzise Ausdrucksweise ...




Also, um es noch einmal deutlich zu machen, um was es mir mit meinem flappsig/mathematisch falschen Ausdruck ging:
Exponentielle Entwicklungen sind u.a. ihn der Biologie ein ziemliches Problem:
Ich habe nämlich z.B. dauernd Viren und Bakterien in mir, die durchaus "gefährlich" sind. So lange die eingedämmt werden, ist es eine lineare Entwicklung im Gleichgewicht = keine Krankheit.
Wird das Wachstum aber nicht mehr eingeschränkt, geht es trotzdem noch eine Weile gut ... bis die Entwicklung (Achtung! Ich vermeide "Funktion" oder "Graph") "steil" wird.
Es ist eben nicht dasselbe wenn von einer Stunde auf die andere andere 10.000 neue Bakterien entstehen oder 10 Milliarden.
Dann wird der Organismus nämlich krank.

... außer er wächst ebenso, was aber recht schnell wortwörtlich an die Grenzen des Universums führen dürfte ;-)
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 20.11.2014, 17:38

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Der Goldene Kiel
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Ladon hat geschrieben:Ist ja schön, wenn's mich auch mal erwischt smilie_15

Normalerweise bemängele ich ja unpräzise Ausdrucksweise ...




Also, um es noch einmal deutlich zu machen, um was es mir mit meinem flappsig/mathematisch falschen Ausdruck ging:
Exponentielle Entwicklungen sind u.a. ihn der Biologie ein ziemliches Problem:
Ich habe nämlich z.B. dauernd Viren und Bakterien in mir, die durchaus "gefährlich" sind. So lange die eingedämmt werden, ist es eine lineare Entwicklung im Gleichgewicht = keine Krankheit.
Wird das Wachstum aber nicht mehr eingeschränkt, geht es trotzdem noch eine Weile gut ... bis die Entwicklung (Achtung! Ich vermeide "Funktion" oder "Graph") "steil" wird.
Es ist eben nicht dasselbe wenn von einer Stunde auf die andere andere 10.000 neue Bakterien entstehen oder 10 Milliarden.
Dann wird der Organismus nämlich krank.

... außer er wächst ebenso, was aber recht schnell wortwörtlich an die Grenzen des Universums führen dürfte ;-)
Es geht halt nicht darum, wie steil das Wachstum ist, sondern, wann es eventuelle Grenzen erreicht. Und ja, exponentielles Wachstum erreicht früher oder später (je nach Wachstumsrate) jede Grenze. Und in der Biologie sind diese Grenzen durch die Größe des Ökosystems immer gegeben.

Aber wie sieht's beim Geldmengenwachstum aus?

Beitrag 21.11.2014, 02:07

Bumelux
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Das Ende des Geldmengenwachstums ist der Kommunismus. Es ist dann so viel
Geld da und jeder hat es, dass man es letztendlich nicht mehr braucht. smilie_22

Beitrag 21.11.2014, 09:41

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Ladon
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Der Goldene Kiel hat geschrieben:...

Es geht halt nicht darum, wie steil das Wachstum ist, sondern, wann es eventuelle Grenzen erreicht. (...)
Aber wie sieht's beim Geldmengenwachstum aus?
Also vor allem mal wieder ein "Begriffs-Definitionsproblem"?

Zu Deiner Frage:

Zum einen erreicht JEDES Wachstum "irgendwann" die Grenzen des Systems von dem es eine Komponente ist.
Das "Problem" bei einer "exponentiellen Entwicklung" ist, dass diese Grenze ÜBERRASCHEND erreicht wird, denn noch im Schritt davor, war man ja erst bei der Hälfte (mal einfach gesagt)!
DAS ist das spezifische Problem!
Angenommen, wir hätten eine konstante Inflatinosrate sowie risikofreie Zinsen von knapp 7 Prozent bei konstanter realer Wirtschaftsleistung. Geldmenge, Preise, Löhne verdoppeln sich nach 10 Jahren.
Das meinst Du nicht ernst, oder?
Natürlich ist das vollkommen richtig, wenn man es berechnet. Logisch. Wenn alles, wirklich ALLES was irgendwie mit einem Preis belegbar ist. Alles! Importwaren auch. Jede Dienstleistung, jeder Kaugummi, jedes Gehalt, jeder Rohstoff, jede Ware KONSTANT und gleichartig wächst ... stimmt, dann wird es nie ein Problem geben. Notfalls kappt man eben ein paar Nuller im Währungssystem.
Aber das ist doch eine völlig abwegige Vorstellung! In einem derart komplexen System wie einer "reifen" Volkswirtschaft, werden niemals alle Komponenten gleichzeitig und gleichartig ihren nominalen Preis ändern!
Und schon kleine "Ungleichzeitigkeiten" können schwerwiegende Folgen haben:
Wenn die Nahrungsmittel "etwas" früher im Preis steigen als die Löhne ... dann haben die Lohnempfänger eine Zeit lang ein Problem.
UND DIESES PROBLEM IST REAL UMSO GRÖSSER JE GRÖSSER DAS X DER FUNKTION IST!
(Also je weiter "rechts" im Koordinatensystem)

Denn es macht eben REAL doch etwas aus, ob das Ausmaß der Steigung innerhalb eines Bereiches (als auf einer Zeitachse z.B. innerhalb eines Monats) gering ist oder mit riesigen Schritten "gegen unendlich" geht.

Da also das Ganze immer störanfälliger wird - weil die Differenzen zwischen den einzelnen Komponenten selbst bei kleinsten Abweichungen vom gleichzeitigen Wachstum im Laufe der Zeit, mit "größer werdendem x" immer signifikanter werden.
Das Sytsem bläst es nicht auseinander, weil es eine Grenze der Geldmenge gäbe (das Problem hat man ja abgeschafft), die gesprengt würde, sondern weil es IMMER INSTABILER wird!
Weil kleine Störungen immer größere Ungleichgewichte erzeugen.



Im Übrigen kann man das real und life beobachten ...
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