Deutsches Gold ohne Kontrolle?

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 07.03.2012, 23:06

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AuCluster
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Argentum13 hat geschrieben: Was spricht dagegen, die Goldreserven der BuBa, die im Ausland lagern, ins Inland zu holen und hier zu lagern?
Es sei denn, es gäbe diese Reserven nicht mehr oder sie wären verpfändet. dann möchte ich aber auch, dass mir als Bürger dieses Staates darüber die Wahrheit gesagt wird. Das Andauern der gegenwärtigen Situation ist für mich ein weiteres Indiz dafür, dass auch die BuBa genau wie die Politik trickst, lügt und betrügt.
Ich versuche einige Antithesen zu Deinen Thesen aufzustellen.


Argentum13 hat geschrieben:
Wäre es da nicht eine vertrauensbildende Maßnahme einer (evtl. noch) anerkannten Institution, der vielfach verunsicherten Bevölkerung zu zeigen: Seht her: Die Buba handelt im Interesse der BRD und seiner Bürger und demonstriert, dass auch eine physische Verfügungsgewalt über die Goldreserven besteht? Die BuBa trägt damit zur Transparenz im staatlichen Hoheitsbereich bei.
Die Medaille hat aber zwei Seiten. Es wäre eine vertrauensbildene Maßnahme für die verunsicherte Bevölkerung, aber das genaue Gegenteile für die amerikanische Seite. Die Amis könnten ja meinen, die deutschen Behörden hätten ein gewisses Misstrauen gegen die amerikanischen Behörden/Bürger. Wegen so einer Banalität (meine Meinung) macht man keinen Aufstand. Die ganze Aktion würde D diplomatisch ziemlich isolieren.
Argentum13 hat geschrieben: Damit könnten doch gerade den Verschwörungstheorien (sind es welche?) der Wind aus den Segeln genommen werden und es könnte gezeigt werden, dass dieses Gebilde BRD zumindest partiell souverän ist (trotz Schäubles Statement).
Sollten die Behörden (welche auch immer) jede Verschwörungstheorie widerlegen wollen, wären die mit nichts anderem mehr beschäftigt. Z.B. müsste die NASA alle Verschwörungstheoretiker auf den Mond schicken, damit sie wirklich überzeugt sind, das die NASA das kann.
Argentum13 hat geschrieben: Es wird hier vielfältig dargelegt, warum es ökonomisch / finanztechnisch sinnlos ist, die Goldreserven "heimzuholen". Darum geht es doch gar nicht. Es geht um ein für die Bürger sichtbares Zeichen, aus dem sie Vertrauen schöpfen können, dass nicht alle Staatsorgane lediglich von Parteiinteressen beherrscht werden, die sich in der Wahrnehmung von immer mehr Bürgern nicht an ihren Amtseid halten.
Meiner Meinung nach wäre so eine Aktion nicht dazu geeignet, den Parteienfilz effektiv zu bekämpfen.
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Beitrag 08.03.2012, 09:37

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Goldhamster79
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Ladon hat geschrieben:Wer hält denn da die Leute für zu "blöd", um Dinge zu begreifen? Ist das nicht ziemlich elitär, zu glauben, man müsse sich "der Waffen des Feindes" (der "Politik") bedienen?
Bewusst provozierende Auslegung :P

Wir sprechen nicht von Waffen des Feindes, sondern pychologischem Vorgehen.

Wenn man Dir den Boden Deines Weltbildes unter den Füßen wegreisst wirst du nicht begeistert sein, aufschreien, um Dich schlagen, etc. - das alles ist nur menschlich. Keiner von uns könnte problenlos mit dem heutigen Wissen umgehen wenn er es sich nicht stückchenweise erarbeitet hätte, ein einmaliger Input im großen Umfang hätte wohl uns früher mal genauso aus den Latschen gehauen.
Argentum13 hat geschrieben: Viele reden in diesem Forum von einem Crash - wie immer der auch aussehen mag. Gerade da wir das nicht wissen, könnte ein auch physisches Verfügen über die Goldreserven einfach eine psychologische Wirkung beim Managen dieses Worst Case haben.
Zudem: Gerne werden in jüngerer Vergangenheit Devisenvorräte von Machthabern, aber auch Staaten, "eingefroren" und i.d.R. dann auch konfisziert oder als Druckmittel missbraucht. Wer garantiert denn, dass unsere bisherigen "amerikanischen Freunde" Freunde bleiben, wenn tatsächlich mal eine (zukünftige) deutsche Regierung eine Politik im Interesse des eigenen Landes vortragen würde?
Richtig, nicht die Heimholung bedarf einer Rechtfertigung, sondern der Verbleib auf fremdem Hoheitsgebiet. Trotz inhaltlicher Unabhängigkeit hat die Bundesbank den Interessen des Volkes zu dienen und nicht vor der FED-Interessen zu kuschen, was wohl der aktuelle Stand der Dinge ist.
Gut herausgearbeitet Argentum13

Die Argumente rund um das rechtliche Eigentum mögen alle richtig sein, nur dürfen die nicht als alleinig ausschlaggebend betrachtet werden - meine Meinung.

Goldhamster
Falls Sie in einem Land leben, in dem Sie für das Fischen ohne Anglerschein bestraft werden,
jedoch nicht für den illegalen Grenzübertritt ohne gültigen Reisepass,
dann haben Sie das volle Recht zu sagen, dieses Land wird von Idioten regiert.
M. Zeman

Beitrag 08.03.2012, 10:44

frankdieter50
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Ein Aspekt wurde in der ganzen Diskussion bisher vollkommen außen vor gelassen.
Der Kalte Krieg bis zum Fall der Mauer.
Es konnte nicht in unserem ( deutschen ) Interesse sein, das gesamte Gold in Deutschland zu lagern, wo es im Falle eines heißen Krieges vielleicht dem Ostblock in die Hände gefallen wäre oder eine
" strahlende " Zukunft gehabt hätte.
Man hat nach dem Mauerfall einfach den Status quo beibehalten.
Der sichere Transport von etlichen hundert tonnen Gold und desen sichere Aufbewahrung bei uns, würde einige Dutzend Millionen € verschlingen und natürlich jährlich weitere Millionen kosten.

Was das Eigentum am deutschen Gold betrifft, bin ich durchaus der Meinung dass das deutsche Gold echtes Volkseigentum ist!!

Das die Buba es vor gierigen Politikerhänden schützt ist richtig!!
Sonst hätte es sich schon lange in Luft aufgelöst.

Beitrag 08.03.2012, 11:03

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Tubenhannes
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Um die Aufbewahrungs/Lagerkosten so gering wie möglich zu halten stelle ich meinen Keller zur Verfügung. Ich passe auch gut auf damit nichts abhanden kommt. EHRENWORT!!! smilie_02

Beitrag 08.03.2012, 11:12

frankdieter50
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Ein weiterer Punkt.

Stimmen Ladons Angaben ( davon gehe ich aus ), dann verfügen wir Deutschen mit insgesamt
ca. 10.900 Tonnen Gold über gut 7 % des weltweiten Goldbestandes ( ca 153.000 t ).

Sag da noch mal einer " Armes Deutschland " smilie_06

Beitrag 08.03.2012, 11:20

jaeger19
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frankdieter50 hat geschrieben: .....

..... Das die Buba es vor gierigen Politikerhänden schützt ist richtig!!
Sonst hätte es sich schon lange in Luft aufgelöst.
Die gierigen Politikerhände gibt es nicht nur hier, ich denke, da wo das Gold zur Zeit liegt, gibt es die auch zu Hauf!!
Nur die haben den längeren Arm, oder den kürzeren Weg. Wie man´s nimmt, es ist wurscht! smilie_50

Beitrag 08.03.2012, 12:02

frankdieter50
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Was die Aufbewahrung der deutsche goldreserven betrifft ( ca 80% im Ausland ):

- Natürlich stellen diese auch ein Faustpfand für die Sicherung der deutschen Linientreue dar.

- Nur, der 2 Weltkrieg ist seit fast 67 Jahren vorbei und ein Schlußstrich ist dringend erforderlich,
dazu gehört neben einem Friedensvertrag auch die volle Wiederherstellung der deutschen
Souveränität.

- Also wird es Zeit, dass unser Gold auch unserer uneingeschränkten Verfügbarkeit unterliegt!!

- unsere amerikanischen "Freunden" kann man eh nur trauen, solange man sie sieht.

-die Souveränität anderer Völker ist für die Amis sowieso ein Fremdwort insbesondere dann, wenn dort
Öl oder andere Rohstoffe zu holen sind. Ach so, es geht ja um Demokratie smilie_10

Beitrag 08.03.2012, 12:42

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Titan
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frankdieter50 hat geschrieben: Was die Aufbewahrung der deutsche Goldreserven betrifft ( ca 80% im Ausland ):

- Nur, der 2 Weltkrieg ist seit fast 67 Jahren vorbei und ein Schlußstrich ist dringend erforderlich,
dazu gehört neben einem Friedensvertrag auch die volle Wiederherstellung der deutschen
Souveränität.
- Also wird es Zeit, dass unser Gold auch unserer uneingeschränkten Verfügbarkeit unterliegt!!
Was mich wundert bei dieser Diskussion--die "Angliederung der BRD an die DDR" ist doch
nur ein paar Jahre zurück.
Bisher hat NIEMAND gefragt,wohin die Goldbarren der DDR (Staatsbank)verschwunden sind...
Oder sind hier einige aus dem West-Bundesländern IMMER noch sehr einseitig in ihrer Sichtweise?
Ja,auch der völkerrechtlich anerkannte Staat DDR hatte Goldreserven-wen interessierts?
T.
PS weitere Diskussionen führen auch weiterhin nur zu dem schon bekannten: Spekulation
"Das Leben ist Schwingung.Verändere Deine Schwingungen--
und Du veränderst Dein Leben"
"Die kürzesten Wörter ( ja,nein ) erfordern das meiste
Nachdenken"
Pythagoras von Samos

Beitrag 08.03.2012, 15:01

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eurone
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Titan
Was mich wundert bei dieser Diskussion--die "Angliederung der BRD an die DDR" ist doch
nur ein paar Jahre zurück.
Bisher hat NIEMAND gefragt,wohin die Goldbarren der DDR (Staatsbank)verschwunden sind...
Oder sind hier einige aus dem West-Bundesländern IMMER noch sehr einseitig in ihrer Sichtweise?
Ja,auch der völkerrechtlich anerkannte Staat DDR hatte Goldreserven-wen interessierts?

Ja da hast du recht,aber die lagerten bei der Stasi und wurden von den ausreisenden Staatsfeinden konfiziert
(Zwangsenteignet).
Golodkowski beschaffte dann u.a. mit seinem Antikhandel Devisen für den dauerklammen Staat.
Die Beschaffungskriminalität Golodkowski &Co ist hinreichend bekannt.
Bis zu 90% der Warenproduktion dienten der Devisenbeschaffung.
Gold Behauptungen dieser Art sollten belegbar sein.
Den letzten Satz hättest du dir wirklich sparen können,in jeder Hinsicht.
Diese Provokation werde ich nicht in einer Diskusion weiterführen.

Das DDR-Regime bitte nicht in einen Zusammenhang mit Gold setzen.
Der sicherste Reichtum ist die Armut an Bedürfnissen.

Beitrag 08.03.2012, 15:34

frankdieter50
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Hallo Titan,
ich gebe Dir recht, wenn es um das Thema Ost / West geht.
Dieses sollte im Jahr 23 nach dem Mauerfall keine Rolle mehr spielen.

Die DDR hatte Goldreserven von ca. 150 Tonnen. Die Frage, wo die geblieben sind, sollte man schon mal stellen.

Beitrag 08.03.2012, 16:48

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Ladon
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frankdieter50 hat geschrieben:...
Die DDR hatte Goldreserven von ca. 150 Tonnen. Die Frage, wo die geblieben sind, sollte man schon mal stellen.
In der Tat.
Wenn mir auch die Zahl von 150 Tonnen reichlich apokryph erscheint (am häufigsten bin ich bislang auf 30-60 Tonnen offizieller Reserve und 20 Tonnen bei der KoKo (Kommerzielle Koordinierung - die haben z.B. den Antiquitätenhandel betrieben und sorgten allgemein für Devisen, also auch Gold)), ist ein entsprechender Zugang bei der Bundesbank jedenfalls nicht zu beobachten.

Andererseits: Die Bundesbank hat ja die DDR auch nicht "übernommen", "eingemeindet", "abgewickelt" ... ich glaube, da wird man an ganz anderen Stellen ansetzen müssen, um herauszufinden, was damit passiert ist. Ich mutmaße, die sind in die Auslandsschuldentilgung geflossen.


Davon abgesehen, möchte ich schon mal nachfragen, ob wirklich jemand ernsthaft glaubt, dass eine Verlagerung der Bundesbank-Goldbestände tatsächlich (realiter, in Wirklichkeit und Konsequenz) den außenpolitischen Spielraum der BRD erweitern würde? DAS ist ja immer das Hauptargument (auch hier wieder), dass man dann weniger "erpressbar" oder so wäre.
Das ist doch utopisch. Ganz im Gegenteil würde es die Handlungsfähigkeit einschränken. "Wir" waren im Kalten Krieg gerne unter den Fittichen des großen Bruders - wer etwas älter ist, hat die ganz reale Atomkriegsangst als Kind noch erlebt! Wir haben gerne die Segnungen des Brotton-Woods-Systems ausgekostet (unter anderem die Goldübertragungen durch DM-Verkäufe, um den DM Kurs auf dem festgelegten Niveau zu halten). Und jetzt, wo die Rahmenbedingungen anders sind sollen wir rumzicken, damit wir unsere Barren streicheln können, wenn uns danach ist ... klingt blöd so, ist aber die Wirkung, die nach außen entstünde.
Ich bin ganz vorne dabei, wenn es darum geht auf die nebulösen Seltsamkeiten rund um die Bundesbank, die Goldreserven usw., aufmerksam zu machen und im Rahmen meiner Möglichkeiten darüber aufzuklären, was man "belegen" kann. Aber ich kann einfach keinen Sinn in dieser Goldtransport-Sehnsucht sehen. Auch wenn der Goldhamster das vehement als "Aufrüttler" betrachtet. Dadurch würde die politische (AUSSENpolitische), die wirtschaftliche und die monetäre Situation des Landes nicht verändert - jedenfalls nicht zum Besseren. Schon weil es den Bruch von Zusagen (oder sogar Verträgen) bedeuten und damit zurecht als Wortbruch aufgefasst würde.

Und, nicht zuletzt, die Bundesbank ist ja nicht die einzige Zentralbank, die Gold "woanders" gelagert hat. Das ist übrigens eine Idee aus den 1920er Jahren. Da gab es bereits Überlegungen, wie man durch einen zentralen Lagerort die (durch den Goldstandard ja notwendigen) andauernden Transporte einsparen könnte. Dass eine Siegermacht von der Potenz der USA das nach einem gewonnenen Konflikt in ihrem Sinn zu kreieren versteht, liegt in der Natur der Dinge, nicht am Status Deutschlands.
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 08.03.2012, 18:17

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eurone
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Wie oft wurden schon Mitglieder gerügt wenn sie eine Behauptung aufstellten und diese nicht belegen konnten?

Die Diskusion über sogenanntes real existierende sozialistisches Gold bleibt auch hier, ohne Quellenangabe eine
unglaubwürdige These.

Gibt es Belege,z.B. Bilanz der Notenbank der DDR,oder Wirtschaftsberichte der Volkskammer?

Auch sollte die Überlegung einbezogen werden wurden die "Strauß" Kredite von 1983 und 1984 (immerhin Milliarden)
zurückgezahlt?
Oder wie erfolgte die Aufrechnung der Restraten nach dem zusammenbruch.

Wenn es keine Belege für DDR Gold gibt,können wir auch über die Verschwörungstheorie 9/11 diskutieren.
Führt zum gleichen Ergebnis.
Der sicherste Reichtum ist die Armut an Bedürfnissen.

Beitrag 08.03.2012, 19:11

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@frankdieter50

„- Also wird es Zeit, dass unser Gold auch unserer uneingeschränkten Verfügbarkeit unterliegt!!“

Fragt sich nur, was machen „wir“ damit, außer das Gold zu lagern. Verkaufen, Verteilen, Goldmünzen prägen? Die einzig sinnvolle „Anwendung“ des Bundesbankgoldes wären doch Verleihgeschäfte mit Leerverkäufern. Obwohl, selbst das nicht. Die Bundesbank kann das Gold verleihen, ohne das es die momentane Lagerstätte verlässt.


@titan

„Ja,auch der völkerrechtlich anerkannte Staat DDR hatte Goldreserven-wen interessierts?“

Ja, die DDR war ein völkerrechtlich anerkanntes Subjekt. Selbst Helmut Kohl hatte Erich Honecker in Bonn mit allen militärischen Ehren empfangen. Für mich ist die Aussage vollkommen OK und keine Provokation, wie es eurone meint.[/code]
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Beitrag 08.03.2012, 19:45

FalconFly
[...]
Zuletzt geändert von FalconFly am 23.04.2013, 22:11, insgesamt 2-mal geändert.

Beitrag 08.03.2012, 20:07

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Ladon
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FalconFly hat geschrieben:... repatriieren ...
Bei der Benutzung dieser Vokabel schlägt sich doch die Machtelite (hier wie dort) vor Lachen auf die Schenkel. Und dann wird Dir ein Jurist erklären, dass das Gold der Bundesbank dieser (und mithin nicht dem Bund oder gar "den Deutschen") im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen des Bretton-Woods-Abkommens (also eines internationalen Währungssystems) zugeflossen ist.
Die Bundesregierung ist nicht befugt der unabhängigen (!) Bundesbank eine entsprechende "Weisung" zu erteilen.
Also macht die Bundesbank mit ihrem Gold genau das, was sie machen will ... und es spielt überhaupt keine Rolle wer und wie und ob überhaupt da eine weitere Kraft (oder mehrere) auf die Entscheidungen der Bank Einfluss nehmen kann.

Also nutzt doch aller emotionaler Überschwang nichts. Ja gut, dann wär's halt in Frankfurt. Okay.
... und wer garantiert mir denn, dass sie es nicht von dort heimlich wieder wegschaffen? Das dauert keine 10 Jahre, bis ganze Bücher darüber erscheinen werden, wie "Fort Frankfurt" heimlich leer geräumt wird.
Wenn sie morgen einen Goldstandard für eine neue Mark setzen und alle Welt geht davon aus, dass die Buba 3400 Tonnen Gold besitzt ... Dann besitzt dies die Kraft des Faktischen - egal ob das Gold in New York, London oder Frankfurt liegt. Es werden wohl immer nur Bestandslisten in die Kamera gehalten. Dass sie unseren Goldhort sozusagen als Museum der Öffentlichkeit zugänglich machen, wage ich zu bezweifeln (aber es wäre eine nette Idee) ...
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 08.03.2012, 20:11

FalconFly
[...]
Zuletzt geändert von FalconFly am 23.04.2013, 22:11, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 08.03.2012, 22:04

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eurone
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Ich glaub da muss etwas Geschichte her zum Nachdenken,um Schlüsse zu ziehen welches Recht hat Deutschland eigendlich auf sein Gold und wie kann es dieses Recht durchsetzen.

Die Wehrmacht kapitulierte vor den Alliierten,nicht wie immer Umgangsprachlich gesagt wird Deutschland.
Deutschland konnte nicht als Staat kapitulieren da es keine funktionierende Regierung mehr gab.
Das Dreimächteabkommen besser bekannt unter dem Namen "Potsdamer Abkommen"regelte die Aufteilung Deutschlands unter den 3 Mächten sowie die Entnazifizierung und in Folgeverhandlungen über Reparationsleistungen.
Die BRD wurde in die Selbstverwaltung 1949 entlassen,was der Grund ist das es keine Deutsche Verfassung sondern nur ein Grundgesetz gibt.Eine souveräner Staat hat eine Verfassung.
Erst 1951 durch die "Truman-Doktrin" wurde der Raub an deutschen Gütern beendet
Wäre die BRD als souveräner Staat gegründet worden wäre dies schon 1949 geschehen.
Ein Friedensvertrag wurde auch nie geschlossen die 2+4 Verträge ersetzen nicht einen formellen Friedensvertrag.
Da weder die BRD noch die DDR souveräne Staaten waren sondern lediglich von den Siegermächten in eine zivile Selbstverwaltung entlassen wurden erlangen die 2+4 Verträge nicht den Status eines völkerrechtlichen Vertrages der den Friedensschluss beinhaltet.
Bis zum Abzug der russischen Besatzer aus der DDR galt auf diesen Gebiet das Kriegsrecht laut Haager Recht oder präziser Landskriegsordnung,dies trifft auch auf die BRD zu.
Die Alliierten schlossen einen Vertrag mit sich selbst.
Ein solche hätte auch von der Regierung des Deutschen Reiches ratifiziert werden müssen.

Ich möchte auch auf das bekannte Video von Schäuble hinweisen als er sich mal verquatschte:
http://www.wallstreet-online.de/diskuss ... utschlands

Also wer wöllte einen Rechtsanspruch auf deutsches Gold beanspruchen,durchsetzen,zurückholen?
Der sicherste Reichtum ist die Armut an Bedürfnissen.

Beitrag 08.03.2012, 23:11

FalconFly
[...]
Zuletzt geändert von FalconFly am 23.04.2013, 22:11, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 09.03.2012, 06:44

Gladius
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Mal zwei Fragen, was für Auswirkungen hätte es wenn ein US-Präsident per Gesetz die FED auflöst und neben her alles Gold auf US-Territotium zum Eigentum der USA erklärt?

und

wird da wirklich alles Gold auf nem Haufen in Abteilen gelagert? Ich hät da ein bisschen bedenken. Wer 9/11 durchziehen kann, kann auch diese Lagerstätte angreifen und für ne ganze Zeit unbrauchbar machen.

Sind keine Fragen zur Provokation. Mich interessierts einfach, deshalb bin ich auch über PN-Antworten froh :)

Beitrag 09.03.2012, 08:38

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Ladon
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Eine Bitte:

Können wir Fragen zum Völkerrecht hier ausklammern? Das ist ein schwieriges Thema und in obigen Posts wurden mindestens drei Dinge in "völkerrechtlichem" Sinn grundlegend missverstanden!
Wenn wir das aber hier ausspinnen, trägt das wenig zum eigentlichen Thema bei.
Nur so viel (auch das hat jemand oben angedeutet): Völkerrecht ist KEIN Gesetzeswerk. Völkerrecht 1900 ist nicht Völkerrecht 1930, ist nicht Völkerrecht 1945 - und Völkerrecht 1949 ist nicht Völkerrecht 2011.
Wer mit dem Völkerrecht 1856 (Was ist das gewesen? Kein Gesetzeswerk jedenfalls.) eine "de-facto"-Situation im Jahre 1899 bewertet muss zwangsläufig zu falschen Schlüssen kommen.
(Anm.: Schäble spricht von dem Ende der Nationalstaaten und den damit verbundenen Einschränkungen ehemals selbstverständlicher Handlungsfreiheit - aber NICHT für Deutschland als Sonderfall, sondern als allgemeine, historische Entwicklung. Das ist einfach "Lehrmeinung" unter Historikern ... kein Versprecher)

Also, wie gesagt, auch ein Thread "Was ist Völkerrecht" hat hier im Forum vielleicht seine Berechtigung, aber hier jetzt bitte: back-to-topic

Gladius hat geschrieben:Mal zwei Fragen, was für Auswirkungen hätte es wenn ein US-Präsident per Gesetz die FED auflöst und neben her alles Gold auf US-Territotium zum Eigentum der USA erklärt?
und
wird da wirklich alles Gold auf nem Haufen in Abteilen gelagert? Ich hät da ein bisschen bedenken. Wer 9/11 durchziehen kann, kann auch diese Lagerstätte angreifen und für ne ganze Zeit unbrauchbar machen.
...
Im Gegensatz zu Deutschland ist die USA (das Schatzamt) Eigentümer des US-Goldes. Es wurde jedoch der FED gewissermaßen "verpfändet" (ich bin kein Jurist, man verzeihe mir hier ggf. die falsche Vokabel). Und man muss unterscheiden zwischen diesem amerikanischen Gold in Fort Knox und den Beständen in New York, die fremden Zentralbanken gehören (und NICHT der FED!!!) - gehen wir mal davon aus, dass es prinzipiell "da" ist. Das voraus geschickt.

Natürlich kann ein "Machthaber" theoretisch einfach fremden Besitz stehlen. Geschieht in der Geschichte andauernd. Was dann passiert weiß keiner. Krieg, Demut, Zusammenbruch, ein goldenes Zeitalter ... ???
In New York können fremde Zentralbanken eigene "Schließfächer" haben (wie die Buba), wo ihr Gold gelagert wird - oder sozusagen ein Goldkonto (was wohl die meiste Entwiclungsländer haben - es sind immerhin ein paar Dutzend Zentralbanken, die Gold in New York haben). Das Ganze ist im Fels von Manhattan ausgebuddelt. Hm, man kann vieleicht ales darüber in Schut und Asche legen, so dass man eine Weile nicht dran kommt. Mehr wohl praktisch nicht.
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

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