Echtheitsprüfung Edelmetalle

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 11.05.2021, 12:44

Pitupey
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Goldmünzen

Benötigte Ausrüstung:
- kalibrierbare Feinwaage, z.B. Brifit Taschenwaage 200g/0,01g mit Kalibriergewicht
- Neodym-Magnet ca. 5x5x2 cm
- Schieblehre

Grundlagen:
Gold hat eine Dichte von 19,32 g/cm³, das einzige in Frage kommende Material zur Fälschung mit einer ähnlichen Dichte ist Wolfram, 19,35 g/cm³. Es gäbe noch andere Legierungen, die in Frage kommen, aber deren Preis liegt im Bereich von Gold oder höher. Wolfram ist durch seinen hohen Schmelzpunkt nicht so einfach zu verarbeiten, die Chinesen bieten aber inzwischen massenweise Wolfram-basierte Nachbildungen verschiedenster Goldmünzen an.
Wolfram unterscheidet sich aber glücklicherweise in einigen Eigenschaften von Gold. Wärme- und elektrische Leitfähigkeit, Schallgeschwindigkeit und Magnetismus. Daher gibts es verschiedene Prüfmethoden.
Für den Hausgebrauch am besten geeignet und mit einfachen Mitteln machbar ist die Prüfung des Magnetismus. Wolfram ist paramagnetisch, wird in ein Magnetfeld hineingezogen. Gold ist diamagnetsch und wird von einem Magnetfeld abgestossen.

Prüfung:
1. Abmessungen und Gewicht mit Toleranzen besorgen von der Website des Münzherstellers
2. Durchmesser, Dicke und Gewicht messen. Stimmen diese kommt nur noch ein Wolframkern in Frage.
3. Magnetismus:
Man prüft die Münze am besten in einer Münzkapsel, denn in dieser kann man einen Faden mittig einklemmen. Man kann den Faden auch aufkleben, aber das hält oft nicht.
Man lässt die Münze etwas auspendeln und führt dann auf einer Seite den Magneten heran. Kann man die Münze anstossen/abbremsen mit dem Magneten, dann ist es zweifelsfrei Gold.
Zu beachten ist, dass die Abstossungsreaktion bei reinem Gold deutlich stärker ist als bei Gold/Kupfer-Legierungen wie dem Krügerrand. Trotzdem ist sie deutlich genug um auch diese eindeutig einzuordnen.
Sollte die Münze vom Magneten angezogen werden oder gar nicht reagieren (Wolframkern+dicke Goldschicht), dann ist es eine Fälschung.
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Beitrag 11.05.2021, 12:45

Pitupey
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1 oz Krugerrand
Gewicht: 33,931g, Toleranz: +0,2% =33,9988g
Durchmesser: 32,7mm, Toleranz: 32,61-32,77
Randhöhe: 2,8mm, Toleranz: 2,74-2,84

Beitrag 11.05.2021, 12:46

Pitupey
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Goldbarren
Die Aufpreise bei Goldmünzen sind nicht höher als bei Barren. Es erschliesst sich mir daher nicht, warum man die kaufen sollte. Ich kaufe keine Barren weil ich sie nicht prüfen kann.
Wenn jemand Geld ausgeben möchte für Prüfgeräte würde ich die Messung der Schallgeschwindigkeit einer Leitfähigkeitsmessung vorziehen, weil das zuverlässiger ist. Bei einer dicken Vergoldung könnte die Leitfähigkeitsmessung versagen.

Beitrag 11.05.2021, 12:46

Pitupey
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Platinmünzen

Benötigte Ausrüstung:
- kalibrierbare Feinwaage, z.B. Brifit Taschenwaage 200g/0,01g mit Kalibriergewicht
- Schieblehre

Grundlagen:
Platin ist sehr schwer, 21,45g/cm³, 11% schwerer als Gold. Ähnlich schwere Elemente sind teurer als Platin und eignen sich daher nicht zur Fälschung.
Bei Platin hat man es daher recht einfach, wenn die Dichte stimmt ist es echt.

Prüfung:
1. Abmessungen und Gewicht mit Toleranzen besorgen von der Website des Münzherstellers
2. Durchmesser, Dicke und Gewicht messen.

Beitrag 11.05.2021, 12:48

Pitupey
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Silber

Silber ist schwierig weil einfach zu fälschen. Man kann mit einer Blei/Zinn Mischung exakt die Dichte von Silber einstellen und braucht dann nur noch versilbern. Das kann jede Hobbywerkstatt.

Der beste Schutz vor Fälschung ist der niedrige Preis und aufwändige Münzprägungen. Z.B. das Micro-Ahornblatt auf den Maple Leafs. Das nachzumachen rentiert sich derzeit kaum.
Barren sind einfach zu fälschen und würde ich daher nicht empfehlen.

Natürlich lässt sich auch Silber zweifelsfrei prüfen, aber dazu ist teures Gerät notwendig dass sich für den Kleinanleger kaum lohnt.

Magnetismus Silber
Silber ist diamagnetisch, dummerweise Blei, Zink und Kupfer auch. Der Magnettest ist bei Silber daher nutzlos.

Beitrag 11.05.2021, 12:50

Alles_Klar
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... damit geht´s einfacher und schneller :roll:

Bild

Beitrag 11.05.2021, 12:53

Pitupey
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Wieviel kostet das und nach welchem Prinzip wird gemessen?

Beitrag 11.05.2021, 13:06

Alles_Klar
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1.190 €.

Es gibt ein schönes Video vom Silberpabst Markus dazu https://www.youtube.com/watch?v=O66WQfDj2BY

Beitrag 11.05.2021, 16:42

Pitupey
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Misst die Leitfähigkeit mit einer Eindringtiefe von 350 µm in Gold. Ja, das sollte normalerweise ausreichen. Kostet aber halt 20x soviel wie das was man für meine Methode braucht.

Beitrag 11.05.2021, 17:05

Pitupey
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Kupfer liegt bei der Leitfähigkeit zwischen Silber und Gold. Es wäre also durchaus möglich das Gerät durch eine angepasste Legierung zu täuschen. Allerdings kann man das zumindest bei Gold durch zusätzliches Wiegen in den Griff bekommen.
Mir gefällt die Schallgeschwindigkeitsmessung besser, weil diese für jedes Metall sehr spezifisch ist. Und die Messung findet nicht nur in der Oberfläche statt, sondern durchdringt den ganzen Körper. Das Gerät dafür muß aber sehr genau sein und ist dementsprechend teuer.

Beitrag 12.05.2021, 12:00

EM_Sammler
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Kettner verkauft die Screenbox auch. Er hat auch selber ein Video auf Youtoube wo er sie vorführt:
https://www.youtube.com/embed/zd_edmpnz6o

Beitrag 12.05.2021, 12:14

Alles_Klar
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Pitupey hat geschrieben:
11.05.2021, 16:42
Misst die Leitfähigkeit mit einer Eindringtiefe von 350 µm in Gold. Ja, das sollte normalerweise ausreichen. Kostet aber halt 20x soviel wie das was man für meine Methode braucht.
... allerdings sollte man auch den Zeitfaktor nicht vergessen, wenn es nicht nur um 2 oder 3 zu prüfende Münzen geht.

Beitrag 12.05.2021, 12:24

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saho111
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Pitupey hat geschrieben:
11.05.2021, 12:44
Goldmünzen

3. Magnetismus:
Man prüft die Münze am besten in einer Münzkapsel, denn in dieser kann man einen Faden mittig einklemmen. Man kann den Faden auch aufkleben, aber das hält oft nicht.
Man lässt die Münze etwas auspendeln und führt dann auf einer Seite den Magneten heran. Kann man die Münze anstossen/abbremsen mit dem Magneten, dann ist es zweifelsfrei Gold.
Zu beachten ist, dass die Abstossungsreaktion bei reinem Gold deutlich stärker ist als bei Gold/Kupfer-Legierungen wie dem Krügerrand. Trotzdem ist sie deutlich genug um auch diese eindeutig einzuordnen.
Sollte die Münze vom Magneten angezogen werden oder gar nicht reagieren (Wolframkern+dicke Goldschicht), dann ist es eine Fälschung.

Einfacher als mit einem Faden ist es eine Gold-Coin-Balance (auch "The Fisch" genannt) zu nehmen.

Beitrag 12.05.2021, 13:26

Pitupey
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Alles_Klar hat geschrieben:
12.05.2021, 12:14
... allerdings sollte man auch den Zeitfaktor nicht vergessen, wenn es nicht nur um 2 oder 3 zu prüfende Münzen geht.
Klar, für einen Händler taugt Faden/Magnet nicht. Aber der Kleinanleger spart sich damit teures Gerät.

Beitrag 12.05.2021, 13:32

Pitupey
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Mit dem "Fisch" lassen sich gute Wolfram-Fälschungen nicht feststellen. Ich hab welche daheim, deren Gewicht und Abmaße exakt stimmen.

Beitrag 12.05.2021, 14:27

Salami6
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Als Sammler der seltene Stücke oder Barren im Blister auch von privat kauft ist die Gold Sceen Box das ideale wenn auch teuere Prüfgerät.
Als Anleger kaufe ich Goldmünzen bei remmomierten Händlern,auf Barren verzichte ich.
Die Chance bei gängigen Anlagemünzen eine gute Fälschung mit Wolframkern zu erwischen ist gleich Null,die Herstellung ist recht teuer.
Der z.b. bei Ebay teilweise angebotene Müll ist in der Regel problemlos mit einem Vergleichsstück zu erkennen,es reicht häufig ein einfacher Magnet von der Pinwand+Waage+Schieblehre.
Ein aktuelles Ebay-Angebot ( " 1oz.Goldbarren im Blister Startpreis 1€ plus 1,55€ Versand"),da brauche ich kein Prüfgerät es reicht der gesunde Verstand.
Gängige Goldmünzen von privat zu kaufen lohnt sich nicht,ich kaufe bei größeren Händlern per Rechnung auf dem Versandweg.
Verkäufer von Prüfgeräten und Münzhändler werden die Angst vor Fälschungen immer unterstützen,sie wollen verkaufen,da ist jeder private Verkäufer ein Umsatzfeind.
Bei Verdachtsfällen ist gegen eine geringe Gebühr eine Prüfung beim EM-Ankäufer im Nachbarort möglich.
Träumer erwachet.

Beitrag 12.05.2021, 21:35

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CARLOZ
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Pitupey hat geschrieben:
12.05.2021, 13:32
Mit dem "Fisch" lassen sich gute Wolfram-Fälschungen nicht feststellen. Ich hab welche daheim, deren Gewicht und Abmaße exakt stimmen.
Zeigst Du sie uns? Scan oder Foto.
Freundlich CARLOZ
Du muaßt den Aunderen a wos lossn. (CARLOZ)

Beitrag 13.05.2021, 08:50

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saho111
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Pitupey hat geschrieben:
12.05.2021, 13:32
Mit dem "Fisch" lassen sich gute Wolfram-Fälschungen nicht feststellen. Ich hab welche daheim, deren Gewicht und Abmaße exakt stimmen.
Mit dem Fisch sollte man das Gewicht der Münze austarieren und dann den Neodym-Magnet nehmen. Das klappt viel besser als mit einem Faden da die Münze an dem Faden hin und her schwingt.
Siehe hier ab 02:16:
https://www.youtube.com/watch?v=S7EFEuz-6XY

Beitrag 19.05.2021, 18:26

Pitupey
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Ja, so kann man es auch machen. smilie_01

Beitrag 21.05.2021, 09:53

Pitupey
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CARLOZ hat geschrieben:
12.05.2021, 21:35
Pitupey hat geschrieben:
12.05.2021, 13:32
Mit dem "Fisch" lassen sich gute Wolfram-Fälschungen nicht feststellen. Ich hab welche daheim, deren Gewicht und Abmaße exakt stimmen.
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Freundlich CARLOZ
Man kann hier wohl keine Fotos mit vernünftiger Auflösung hochladen.
Es sind 10 RM Goldmünzen aus dem Kaiserreich. Wolfram vergoldet. Korrektes Gewicht, allerdings mit recht großer Streuung. Sie sehen zu frisch aus, wenngleich sie unterschiedlich gefärbt sind durch irgend eine Nachbehandlung. Was fehlt sind Abnützungsspuren, die typisch sind für diese Umlaufmünzen. Aber sie könnten halt als gut erhalten durch gehen. An einer Münze gibt es einen kleinen Fehler in der Vergoldung und man sieht dunkelgraues Metall.

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