Gold-Engpass gegen Ende des Jahrzehnts befürchtet
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Die Goldminen-Betreiber weltweit stehen nach wie vor vor großen Herausforderungen. Die Probleme werden größer, wenn der Goldpreis demnächst nicht deutlich steigt:
http://www.goldreporter.de/gold-engpass ... old/62605/
Na, wenn das mal keine objektiven und unabhängigen Experten sind!Zum ersten Mal in der Geschichte ist das künftige Goldangebot enorm unter Druck“, sagt Mark Bristow, CEO des Minenunternehmens Randgold
...
Bristow glaubt, dass eine Angebotsknappheit unvermeidbar ist, wenn es in den nächsten Jahren nicht zur Entdeckung größerer Goldvorkommen kommt.
...
„Es gibt eine chronische Unterversorgung mit Explorationskapital, da der Goldpreis sich nicht so verhält, wie alle dachte, dass er es tut“, sagt Peter Hambro, Chairman des russischen Goldförderers Petropavlovsk.
Der weltweite Handel wird ja nur zu 96% aus bereits gefördertem Gold bedient, da können die 4% neu zu förderndes Gold schon zu gewaltigen Engpässen führen

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Der weltweite "Handel" wird vor allem mit Papiergold geführt, das zum großen Teil mit [s]psychischem[/s] physischem Angebot nicht gedeckt ist und auch niemals sein wirdKlecks hat geschrieben:....Der weltweite Handel wird ja nur zu 96% aus bereits gefördertem Gold bedient, da können die 4% neu zu förderndes Gold schon zu gewaltigen Engpässen führen

Es gibt einen Unterschied zwischen dem, was innerhalb des Goldmarktes "im Umlauf" ist und dort "Umsätze" generiert (Diese Umsätze entstehen ausschließlich und logischerweise durch Kauf und Verkauf von vorhandenem Gold) - und dem, was dauerns neu hinzu kommt (Gold verbraucht sich nicht).
Ausschlaggebend ist die Nachfrage nach "neuem" Gold, das entweder zu monetärem oder nicht monetärem Gold verarbeitet und dann in den Markt "eingespeist" wird.
Diese Neu-Nachfrage wird konstant über die Jahre aus 3/4 bis 2/3 Minenförderung bedient.
Aber eben genau diese Neu-Nachfrage macht offensichtlich gerade mal 4% des Gesamtmarktes aus.Ladon hat geschrieben: Ausschlaggebend ist die Nachfrage nach "neuem" Gold, das entweder zu monetärem oder nicht monetärem Gold verarbeitet und dann in den Markt "eingespeist" wird.
Diese Neu-Nachfrage wird konstant über die Jahre aus 3/4 bis 2/3 Minenförderung bedient.
Die Minenförderung wird sicher nicht komplett ausfallen. Selbst wenn sich die Fördermengen halbieren: Bei 2% weniger Angebot kann ich noch keinen wirklichen Versorgungsengpass erkennen.
Stimmt. Du oder ich werden wohl kaum "vor leeren Regalen stehen".Klecks hat geschrieben:...
Aber eben genau diese Neu-Nachfrage macht offensichtlich gerade mal 4% des Gesamtmarktes aus.
Die Minenförderung wird sicher nicht komplett ausfallen. Selbst wenn sich die Fördermengen halbieren: Bei 2% weniger Angebot kann ich noch keinen wirklichen Versorgungsengpass erkennen.
Das ist der (relativ) großen Menge "umlaufenden" und sich nicht verbrauchenden Goldes geschuldet. Ich z.B. habe überhaupt nur drei oder vier Goldstücke, die "neu" hergestellt waren. Alles andere ist mindestens aus dritter Hand.
So weit, so gut.
Das ist die Sicht eines kleinen Marktteilnehmers.
Die Gesamtsicht stellt sich anders dar. Der "Goldmarkt" als Teil eines sogenannten "kapitalistsichen Systems" ist, wie jeder andere Marktbereich eines solchen Systems auf Wachstum angewiesen.
Das wird schon seit längerem in großem Stil mit "Papiergold" angetrieben.
Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass jedes Papiergold qua Definition irgendwo seinen ursprünglichen Anfang in einem physischen Vorrat haben muss. Egal wie oft das Papierprodukt nun "deriviert und gehebelt" ist.
Soll heißen: ganz am Ende des Tages braucht es stetig Nachschub. Sonst läuft das Ganze Gefahr einzustürzen, so als ob man beim "Jenga" den untersten Bauklotz raus zieht.
Plakativ: Nicht der Markt braucht den steten Nachschub an Gold, sondern das System.
Der physische Nachschub kommt aber aus zwei Quellen: Minenproduktion und recycletes Industriegold. Bei beiden gibt es eine Kostenschwelle. Zur Zeit landet immer mehr Industriegold in Elektroschrott, dessen Recycling sich auch erst ab einem bestimmten Goldpreis lohnt.
Das ist im engeren Sinn nicht "verbraucht", sagen wir eher mal, "eingefroren"... aber die Auswirkung auf den physischen Markt, und zu dem gehört die Industrie, ist dieselbe.
Hmmm... Ich glaube, du hast da einen kleinen Denkfehler: Beim Handel mit bereits gefördertem Gold sind nicht nur "unsere" Goldstückchen auf dem Sekundärmarkt gemeint sondern auch recycletes Gold. Deine drei oder vier neu geprägten Stücke können genausogut aus Altgold hergestellt worden sein. Rein statistisch zu 96%Ladon hat geschrieben: Stimmt. Du oder ich werden wohl kaum "vor leeren Regalen stehen".
Das ist der (relativ) großen Menge "umlaufenden" und sich nicht verbrauchenden Goldes geschuldet. Ich z.B. habe überhaupt nur drei oder vier Goldstücke, die "neu" hergestellt waren. Alles andere ist mindestens aus dritter Hand.

Na, dafür ist der Nachschub schon lange zu niedrig bzw. der Nachschub an Papier deutlich schneller: http://inflationsschutzbrief.de/comex-g ... m-gedeckt/Ladon hat geschrieben: Die Gesamtsicht stellt sich anders dar. Der "Goldmarkt" als Teil eines sogenannten "kapitalistsichen Systems" ist, wie jeder andere Marktbereich eines solchen Systems auf Wachstum angewiesen.
Das wird schon seit längerem in großem Stil mit "Papiergold" angetrieben.
Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass jedes Papiergold qua Definition irgendwo seinen ursprünglichen Anfang in einem physischen Vorrat haben muss. Egal wie oft das Papierprodukt nun "deriviert und gehebelt" ist.
Somit verschlechterte sich das Verhältnis von Gold, das nur auf dem Papier gehandelt wird, zu Gold das physisch vorhanden ist, auf 542 : 1. Das bedeutet, dass die Wertpapiere auf Gold, Papiergold genannt, nur noch zu 0,2 Prozent durch physisches Gold gedeckt, also fast ungedeckt waren.
Spielt das eine Rolle? Ich glaube, nein. Der Papiergoldmarkt würde auch mit eiem Verhältnis von 5.000:1 weiter funktionieren. Und zwar so lange, bis eine größere Zahl (oder entsprechend große) Käufer auf Auslieferung bestehen. Dan kracht das System. Allerdings unabhängig davon, ob die Deckungsquote nun 2%, 0,2% oder 0,002% beträgt. Ud genau deshalb werden die großen Käufer weiterhin so tun als wär die Welt in Ordnung und God unbegrenzt vorhanden. Andernfalls würde sich nämlich 99.8% ihres Geldes in Luft auflösen. Die wissen, dass sie Luft gekauft haben.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 24892.html
Nix wirklich Neues zwar, aber soll keiner sagen, er habe nichts geahnt.
Gruß
Tom
Stimmt. Du oder ich werden wohl kaum "vor leeren Regalen stehen".

dann mache mal Urlaub in Venezuela

bedenkt nur eins : Edelmetalle sind begrenzt und Papiergeld ist unbegrenzt...
- Goldhamster79
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Richtig ist in dieser Aussage vor allem das "aus", denn von der Weltgoldmenge kommt nur ein verhältnismäßig kleiner Anteil auf den Markt, sodass die Verteilung von 96 zu 4 Teilen auf Angebotsseite rein theoretischer Natur ist.Klecks hat geschrieben: Der weltweite Handel wird ja nur zu 96% aus bereits gefördertem Gold bedient, da können die 4% neu zu förderndes Gold schon zu gewaltigen Engpässen führen
Basierend auf den Daten des World Gold Council umfasst der Goldmarkt im Gesamtjahr 2015 ein Volumen von 4.212 Tonnen,
der zu ca. 3.000 Tonnen aus neuer Förderung bedient wurde.
Quellen:
http://www.gold.org/supply-and-demand/g ... -year-2015
https://de.statista.com/statistik/daten ... -laendern/
Hieraus lässt sich eben seriös nicht ableiten, dass die Förderung irrelevant sei, im Gegenteil, die jährliche Förderung bedient um die 70 % des physischen Goldmarktes.
Goldhamster
jedoch nicht für den illegalen Grenzübertritt ohne gültigen Reisepass,
dann haben Sie das volle Recht zu sagen, dieses Land wird von Idioten regiert.
M. Zeman
Der verteilt sich, wie gerade hier drüber angemerkt, zu fast 3/4 auf Minenförderung.
Das ist der Zustrom zum Rohstoffmarkt des Goldes, mit seinen einzelnen Sektoren. (Wie beim Rohöl z.B. Treibstoffe, Heizmittel).
Da sich Gold nicht verbraucht (im großen und ganzen und im Gegensatz zum Rohöl), existiert ein bemerkenswert großer und stetig wachsender Sekundärmarkt! Das kennt man bei sich verbrauchenden Rohstoffen so nicht. Die werden vom "Verbraucher" letzten Endes eben verbraucht:
Das Rohöl, das in den Sektor "Treibstoffe" geflossen ist ...
... ist nach einer gewissen Zeit einfach weg.
Das Rohgold, das in den Sektor "coins and bars" geflossen ist
... ist vorhanden, ist gehortet, ist verkauft, ist im Handel, ist wieder verkauft, wird getauscht usw.
Verbraucht oder gar "weg" ist es jedenfalls nicht endgültig, das Gold.
@ Klecks
Hm. Du wirst recht haben. Der auch für Papierderivate notwendige "Goldfuß", kann von denen praktisch ad ultimo verkleinert werden und verliert diesbezüglich seine Bedeutung.
Die Münzen aus neuem Gold:
Ich arbeite hier mit einem Versuchsaufbau zur Erzeugung eines realistischen Modells. Daher sind die "drei oder vier Goldstücke" axiomatisch aus "neuem Gold".

- Goldhamster79
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Gruß
Goldhamster

jedoch nicht für den illegalen Grenzübertritt ohne gültigen Reisepass,
dann haben Sie das volle Recht zu sagen, dieses Land wird von Idioten regiert.
M. Zeman
Natürlich gibt es einen Sekundärmarkt mit bereits gehortetem Gold. Aber auch das steht nicht vollumfänglich zur Verfügung. Zum Teil wird dieses Gold gehandelt, aber vieles ist eben auch gehortet und stünde nicht zum Handel zur Verfügung.
Keinen Zentralbank würde mit einem Schlag ihr ganzes Gold auf den Markt werfen, auch viele private Horter würden selbst bei hohen Preisen immer nur Teilmengen verkaufen und nie den ganzen Hort. usw. usw.
Zudem sind kleine Anteile des geförderten Goldes auch tatsächlich Weg. Was z.B. als Blattgold zur Aufwertung von Einrichtungen (siehe z.B. Super-Luxushotels, Oligarchen-Wohnsitze usw.) verarbeitet wurde, kann nicht rentabel wiedergewonnen werden und ist daher weg vom Markt.
... genau das ist der Punkt. Solange die Papiergoldspekulanten, Geld als Ersatz für die physische Auslieferung akzeptieren, also solange ein Vertrauen ins Geld besteht, wird das funktionieren.Klecks hat geschrieben: Spielt das eine Rolle? Ich glaube, nein. Der Papiergoldmarkt würde auch mit eiem Verhältnis von 5.000:1 weiter funktionieren. Und zwar so lange, bis eine größere Zahl (oder entsprechend große) Käufer auf Auslieferung bestehen. Dan kracht das System. Allerdings unabhängig davon, ob die Deckungsquote nun 2%, 0,2% oder 0,002% beträgt.
Sollte dieses Vertrauen jedoch, aus welchen Gründen auch immer schwinden, spielen die Deckungsquoten eine erhebliche Rolle, Stichwort "Short-Squeeze". Denn wenn die Papierleerverkäufer physische Ware liefern müssen, dann müssen sie dieses zu jedem Preis am Markt kaufen.
Und je höher die Diskrepanz zwischen Papiergoldmenge und physischer Menge Gold, umso höher wird der Ausschlag eines solchen Short-Squeeze sein. Erschwerend kommt in einer Phase schwindenden Vertrauens ins Geld hinzu, dass diejenigen, die physisches Gold besitzen in einer solchen Phase auch wenig Interesse an einem Verkauf haben, wenn überhaupt, dann nur zu extrem hohen Preisen.
Ich will jetzt nicht Eichelburgs Vorhersagen strapazieren

lifesgood
Ich wollte bloß die Diskrepanz zwischen den "4%" und den "3/4" ("75%") aus meiner Sicht erläutern.
Keine Diskussion anzetteln.
Die WGC Zahlen sagen etwas über den "Rohstoffmarkt" aus.
Dieser "füttert" ohne Zweifel einen umfangreichen Sekundärmarkt, weil Gold (der einzige?) sich nicht verbrauchende Rohstoff ist.
Natürlich wird gehortet - ich gebe trotzdem dem Klecks recht und wollte erläutert haben: Das überaus meiste Gold, dass sich "physisch" dreht, das "umläuft", wenn man so will, ist ohne Zweifel nicht "frisch aus dem Boden".
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Wenn in den kommenden Jahren weltweit so viel Gold gefördert würde wie 2016, dann wären die heute bekannten Goldvorkommen in 18,38 Jahren ausgebeutet. Dies lässt sich theoretisch aus den aktuellen Zahlen von US-Geologen ableiten:
http://www.goldreporter.de/irdische-gol ... old/64466/
Dann:
würde, wäre, lässt sich theoretisch ...
Na, das ist mal ein toller Artikel.
Hätte, hätte, Fahrradkette ...
Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär' ...
Ach, was für ein feuchter Traum für den Goldbesitzer (also wohl alle hier): es kommt nichts nach!!!!
Jaaaaaaaaa!
Wär's auf Papier geschrieben, könnte man sagen: Schade um den Baum.

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Gut, aber in Bezug auf Einschätzung der Reichweite von Rohstofflagerstätten unter Berücksichtigung diverser Variablen (jährliche Fördermenge in Zukunft, etc.) lassen sich die Aussagen auch schwerlich präzisieren. Ist doch bei den natürlich vorkommenden Öllagerstätten ähnlich.Ladon hat geschrieben:Fragezeichen in der Überschrift.
Dann:
würde, wäre, lässt sich theoretisch ...
Na, das ist mal ein toller Artikel.
Hätte, hätte, Fahrradkette ...
Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär' ...
Ach, was für ein feuchter Traum für den Goldbesitzer (also wohl alle hier): es kommt nichts nach!!!!
Jaaaaaaaaa!
Wär's auf Papier geschrieben, könnte man sagen: Schade um den Baum.
Aber behalte auf jeden Fall Deine heutige gute Laune!

Helau und Alaaf
