Gold und Silber Prognose für 2011

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 30.12.2010, 20:34

rapi
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ich habe gedreiteilt.
fiat auf dem konto, edelmetalle und eine kleine RV.

es ist immer etwas zum leben da.

spekulieren und weiß der kuckuck was, kommt nicht in frage. (bei mir)

wenn was übrig bleibt am monatsende- kaufe ich dazu.
wenn nicht, dann schaue ich mir die prägungen an und bin glücklich.

ich liebe gold und silber, weil es so erhaben ist - der tägliche euro wird ja langweilig.

prognosen hin oder her - ich bleibe dabei und hoffe nicht auf die nase zu fallen.

lg

Beitrag 30.12.2010, 21:00

MapleHF
Fred Clever hat geschrieben:
halligalli hat geschrieben:Hast durchaus recht. Aber schau, selbst bei Gold gab´s Leute, die mal zum absoluten Höhepunkt eingestiegen sind....und - sofern nicht rechtzeitig abgesprungen - z.t. Jahrzehnte auf das Zurückkommen des Kurses warten mussten.. Brauchste zwischendurch das Gld dringend, haste auch verloren.
Also kann grundsätzlich gesagt werden: Wer kontinuierlich was dazu kauft, handelt im Mittel und kauft nicht teuer ein und lebt ruhiger.
Auch bei solchen Kursen, wie sie jetzt vorherschen ruhig kaufen.
Habe ich das in etwa so richtig verstanden?
Jein.

Wer jetzt erst anfängt, ist sicherlich gut beraten kontinuierlich zu kaufen, so ergibt der Cost Average-Effekt im Laufe der Zeit einen Mittelkurs. Sinkt der Preis sinkt auch der Durchschnittspreis (entsprechend geringer), steigt der Preis steigt auch der Durchschnittspreis nur geringer.

Denn es war ja blöd, wenn man jetzt das ganze Festgeldkonto in Edelmetalle umwandelt und dann kommt ein Rücksetzer. Dann würde man sich wohl ärgern.

Wer jedoch, schon einen guten Grundstock hat, kann auch etwas abwarten, weil ja vermutlich die Wertsteigerung der Bestände höher ist, als was er für die Zukäufe mehr bezahlen muss. Und wenns nochmal runtergeht, kann man ja nochmal zugreifen.

Ich für meinen Teil kaufe bei den aktuellen Kursen nichts mehr, ich will mir ja nicht meinen schönen durchschnittlichen Einstandspreis versauen smilie_16

MapleHF

Beitrag 30.12.2010, 22:10

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goldammer
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@MapleHF

Hallo,

ich finde viele deiner Beiträge in diesem Forum sehr interassant. Meistens zeugen sie von Überblick und Erfahrung.

Deine Aussagen zur Aktienanlage ist jedoch tendenziös. Zu sagen, Aktien (Fonds, Aktienbaskets, Zertifikate, ..) seien wie Kasino, Lotto oder anderes Teufelszeugs, befremdet mich schon.

Gerade jüngere Menschen sollten sich mit dieser Anlageklasse auseinandersetzen, um so notwendige Vorsorge zu betreiben. Physisches Gold (=Cash) ist nur solange gut, wie man keine bessere Idee/Situation hat, Vermögen aufzubauen.

Denn der Vermögensaufbau ist das Ziel.

Ich sehe diese Einseitigkeit, alles in physisches Gold anzulegen für gefährlicher an als ein längerfristiges Engagement in weltweiten Aktienfonds und würde Jedem zu Letzterem raten.


MfG
.
Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir Revolution - und zwar schon morgen früh. Henry Ford, 1863-1947

Beitrag 30.12.2010, 22:28

silverlion
Ich zwitscher wieder dazwischen:
Goldammer, Du hattest von einer besseren Performance als Gold gesprochen,
bei derart hoher Rendite ist das dann aber keine konservative Aktienanlage mehr,
sondern doch wieder Tendenz Zockerei.
Diesen Glauben an Aktien zum soliden Vermögensaufbau hatte ich auch bis
vor ein paar Jahren. Mir ist da aber zu viel Insiderhandel und Big Player-Gemauschel
dabei, und ausserdem hat man die Aktien nicht in der Hand. Im Ernstfall kann einem
das Depot auch komplett entzogen werden.
Die Zeiten können sich auch wieder ändern, aber momentan gibt es eben keine bessere
und auch sichere Methode, Vermögen aufzubauen und zu erhalten. Ausnahmen
bestätigen die Regel, und noch sind Aktiengewinne eine Momentaufnahme.

Beitrag 31.12.2010, 00:38

gummersbacher
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MapleHF hat geschrieben:Und glaube mir, jeder fällt mal auf die Nase. MapleHF
Genau das zeichnet MapleHF aus.Lebenserfahrung!!!!!

Ich bin auch mit den Telekom Aktien richtig auf die Nase gefallen.
Bin mitten im Boom im Jahr 2000 eingestiegen und habe bis 2005 leider immer wieder zugekauft um den
Durchschnittspreis zu senken.
Kaufen wenn es keiner haben will ist die Devise.
Ich habe dann im Herbst 2008 Daimler,Post und BASF gekauft.
Mittlerweile größtenteils aber wieder mit großem Gewinn verkauft(Daimler Kauf 24 Verkauf 53) und in Versorger (RWE,E.ON) eingestiegen.(Dividendenrendite bei RWE ca.7% und dazu Sachwert)
Ich bin jetzt mit meinen Aktienverlusten fast auf null,aber mit den EM dick im Plus.
Zu den Edelmetallen:
Sicherlich halte ich EM auch für eine Absicherung und würde sofern ich nichts hätte sicherlich auch Heute kaufen,so kaufe ich aber nur noch ab und zu Silberzehner als Rückläufer bei der Bank.
Ich habe meinen Durchschnittspreis beim Gold dieses Jahr schon über 500 Euro/Unze geschossen.

Beitrag 31.12.2010, 04:00

MapleHF
@goldammer:

Ich sage ja nicht, dass Aktien schlecht sind, aber entscheidend für den Vermögensaufbau ist, wo man einsteigt.

Auf der Edelmetallmesse in München habe ich mir unter anderem auch den Vortrag von Uwe Bergold angehört.

Der geht mittelfristig von Dividendenrenditen zwischen 6 und 8% und von KGVs von 6 - 10 aus. Was bedeutet das, wenn man sich die aktuellen KGVs ansieht?

Ich glaube ihm das und will Dir auch erläutern warum:

Unser "Aufschwung" (bewußt in Anführungszeichen gesetzt) ist ein kreditfinanziert Aufschwung und das nicht nur bei der öffentlichen Hand.

Denken wir mal 20 - 30 Jahre zurück. Wie haben da Familien in der Regel ihre Anschaffungen getätigt? Sie haben gespart und wenn das Geld für das neue Auto oder die neue Wohnzimmereinrichtung zusammen war, wurde gekauft.

Heute ist das anders. Heute wird finanziert oder geleast. Beim ersten mal ist das ja auch nicht schlecht. Wenn man das erste Auto least, profitiert man von niedrigen Leasingraten, weil man ja das alte Auto in Zahlung geben kann und somit als Sonderzahlung verrechnen. Nach Ende der Laufzeit ist dieser Effekt weg, weil man beim nächsten Fahrzeug den vollen Kaufpreis leasen muss.

Es gibt zwei graviernde Unterschiede zwischen Ansparen und finanzieren:

1.) Wer anspart bekommt (wenn auch niedrige) Zinsen, wer finanziert bezahlt (deutlich höhere) Zinsen.
2.) Wer angespart hat, hat in der Vergangenheit für die Sparrate Konsumverzicht geübt, wer finanziert, gibt ein Versprechen ab, in der Zukunft für die Rate Konsumverzicht zu üben.

Der Unterschied liegt darin, man weiss wie die Vergangenheit war, aber man weiss nicht, wie die Zukunft sein wird.

In Zeiten stetig steigender Einkommen ist dieses Geschäftsmodell auch einigermaßen gutgegangen. Aber haben wir diese noch? 2009 war z.B. das erste Jahr in dem das Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland gesunken ist. 2011 bekommen wir ein paar Steuerentlastungen, aber durch höhere Krankenkassenbeiträge usw. hat jeder unterm Strich weniger Geld zur Verfügung. Gleichzeitig steigen jedoch die Fixkosten für Energie (Auto, Heizung, Strom), Grundsteuern, Wasser-Abwasser usw. usw. Auch bei Lebensmitteln werden für 2011 drastische Preissteigerungen erwartet. Wenn nun das verfügbare Einkommen sinkt und gleichzeitig die Fixkosten steigen, was passiert dann mit dem Einkommen, das für Konsum zur Verfügung steht? Es wird von zwei Seiten beschnitten. Somit wird es für den normalen Bürger der Mittelschicht schwieriger zu konsumieren und damit die Wirtschaft anzutreiben.

Wenn beim Auto- oder Möbelhändler nicht mehr der Preis sondern nur noch die Rate am Produkt steht und wenn der Kunde vor Dir an der Kasse beim Mediamarkt seine 500 € für den Fernseher nicht mehr bezahlt, sondern finanziert, sollten alle Alarmklocken klingen, dass etwas faul ist im System.

Wenn wir uns die öffentliche Hand ansehen, dasselbe Bild. Die weltweiten (kreditfinanzierten) Konjunkturprogramme in Billionenhöhe laufen aus und sollen von Sparprogrammen abgelöst werden. Kann das für die Wirtschaft einen positiven Effekt haben? Ich denke eher nicht.

Daher sehe ich mittel- bis langfristig ausgehend vom aktuellen Niveau Aktien nicht zum Vermögensaufbau geeignet an. Momentan werden die Aktienkurse mehr von den gewaltigen Geldmengen getrieben, die angelegt werden müssen, als von fundamental guten Aussichten. Auch wenn uns die Medien anderes glauben machen wollen.

Sollten wir wieder zu einer fairen und kaufmännisch soliden Aktienbewertung zurückfinden, werde ich auch über den einen oder anderen Wert nachdenken, aber nicht momentan.

Gerade wenn man sich die Manipulationen ansieht, die durch Porsche 2008 bei der VW-Aktie vorgenommen wurden, sieht man doch auch, dass man hier als Kleinanleger mit "Spielern" am Tisch sitzt, denen man nicht gewachsen ist.

Wenn das Großkapital, Banken und Versicherungen mit solchen Dingen Geld verdienen, müssen auf einer anderen Seite entsprechende Verluste da sein. Wie heißt es so schön "Geld ist nicht verloren, es hat nur ein anderer".

Um jedoch diejenigen, denen man das Geld abnehmen möchte, nicht gleich vom Spieltisch zu vertreiben, läßt man sie anfangs auch verdienen. Je mehr die ersten verdienen umso mehr strömen rein. Bis die Bubble platzt, wie wir es zur Jahrtausendwende gesehen haben.

Natürlich wäre es dann kontrakproduktiv, wenn die ganzen Kleinanleger gleich rausgehen, man will ja deren Geld, bzw. die eigenen Aktien vor dem Absturz denen noch teuer verkaufen. Also werden Durchhalteparolen publiziert: Aussitzen, Nachkaufen, Verbilligen usw. usw.

Ich habe das alles selbst schon durchlebt. Zum Glück war ich immer schon ein Mensch, der nur mit Geld spekuliert hat, das auch wirklich übrig war. Dennoch ist es frustrierend, wenn aus dem geplanten Vermögensaufbau eine reale Vermögensvernichtung wird.

Es kann durchaus noch ein Weilchen weitergehen an den Aktienmärkten, aber ein Großteil der Wegstrecke nach oben ist schon zurückgelegt.

Auch bei den Edelmetallen ist schon ein guter Teil des Weges nach oben zurückgelegt. In den letzten 10 Jahren haben die Edelmetalle relativ zur Kaufkraft sehr hohe Wertsteigerungen erfahren. Das lag aber auch daran, dass sie zuvor jahrzehntelang am Boden lagen und hier Nachholbedarf bestand. Dieser Effekt ebbt langsam ab. Für die Zukunft gehe ich eher von Inflationsausgleich mit leichten Kaufkraftsteigerungen aus. Und auch hier ist man der Willkür der Big Player ausgesetzt, ich sage nur JP Morgan. Das heißt man muss auch hier mit (heftigen) Rücksetzern rechnen. Aber man hat bei der physischen Anlage wenigstens etwas in der Hand. Und da ist mir momentan die Silberunze in der Hand lieber, als die Klobrille, die mir durch meine Aktie bei irgendeinem Konzern gehört. Und in Zeiten ausufernder Staats- und Privatverschuldung ist es eben auch die monetäre Funktion, die für Edelmetalle spricht.

MapleHF

P.S.: Sorry, ist etwas lang geworden :roll:

Beitrag 31.12.2010, 10:31

rapi
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Sehr schön und detailliert- @meaple - mein fazit:

borgen bringt sorgen.
ich halte mich an die fugger - alles das, was heute geschieht und geschehen ist, war schon einmal.
gute und vernünftige handlungsweise- auch mit rücksetzer- bringt etwas ruhe in seinen ersparten.

bsp. fuggerei - die lebt heute noch und gehört zum weltkulturerbe- welch ein grandioser erfolg.
auch mendelssohn - große finanzinstitute sind den bach runter- das bankhaus mendelssohn ist heute noch - 200 jahre. ein schönes ergebnis.

allem hin und her - es bleibt: die gesundheit ist das a und o - alpha und omega- anfang und ende.

dann noch eins - ich bin der börse mit den ganzen papieren nicht gewachsen - ergo: finger weg.

und ob alles stimmt und wahrhaftig ist, was hier geschrieben wird, .....
meine gedanken

lg rapi

Beitrag 31.12.2010, 10:41

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goldammer
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@MapleHF

Hallo,

zunächst Respekt, dass du dir meinetwegen die Nacht um die Ohren geschlagen hast.

Aber glaubst du tatsächlich, dass all das was du über Manipulation an den Aktienmärkten geschrieben hast, auf diese beschränkt ist. Nein, dies trifft auf den EM-Markt in gleichem Maße zu. Nur dieser Markt ist wesentlich kleiner und deshalb empfindlicher (s. Chart der letzten 30 Jahre). Meine Erfahrung ist:

Jeder Anleger sollte davon ausgehen, dass er mit großen Spielern am Tisch sitzt.

Deswegen ist der hier anzutreffende unerschütterliche Glaube an den weiteren Anstieg der EM-Preise äußerst gefährlich. Zumal der Hauptgrund (Vermögensaufbau) bei dem nicht selten einseitigen, EM-verliebten und jahrelangen Münzsammeln schon schnell mal in den Hintergrung gedrängt wird.

Wer auf der Maslowschen Bedürfnispyramide ganz oben angelangt ist, den kann das natürlich alles kaltlassen. Dieser sollte aber stets an eine gewisse Mentor-Ethik denken.

MfG
Zuletzt geändert von goldammer am 31.12.2010, 11:01, insgesamt 1-mal geändert.
.
Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir Revolution - und zwar schon morgen früh. Henry Ford, 1863-1947

Beitrag 31.12.2010, 11:00

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Datenreisender
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MapleHF hat geschrieben:P.S.: Sorry, ist etwas lang geworden :roll:
Ich danke Dir für diesen ausführlichen Beitrag, von dem ich das meiste sofort unterschreiben würde.

Zu Aktien (bzw. "Wertpapieren") habe ich allerdings ein teilweise anderes Verständnis entwickelt, was Du nach meiner Ansicht eigentlich auch teilen müsstest, da Du aus meiner Erinnerung an einer anderen Stelle mal geschrieben hast, daß Du Dich in einer Lebensphase befindest, in der Du mit dem Vermögensaufbau durch bist.

Ich mag Wertpapiere, deren Emittent durch eine Wirtschafts-/Finanz-/Systemkrise nicht in der Existenz bedroht ist. Der aktuelle Kurs ist mir fast egal (bzw. wird auch nicht laufend von mir beobachtet), sofern der Emittent mir regelmässig schöne Dividenden oder andere Erträge überweist.

Ein schönes Beispiel ist sicherlich die Telekom-Aktie. Ich sehe die Existenz dieses Unternehmens nicht bedroht. Selbst wenn man die Aktien teuer gekauft haben sollte, muß man sie jetzt nicht billig wieder verkaufen, solange die Telekom wie bisher jedes Jahr anständige Dividenden auszahlt. Manche sehen durch den niedrigen Kurs auch einen Anreiz, ihren Bestand an Telekom-Aktien weiter zu erhöhen, was den durchschnittlichen Kaufpreis senkt und die jährliche Dividendenzahlung erhöht.

Eine weitere Aktie die ich mag ist beispielsweise Coca-Cola. Die schütten die Dividende seit Jahrzehnten quartalsweise aus (die History ist auch auf deren IR-Website veröffentlicht), egal wie der Kurs der Aktie aktuell auch steht, ich bekomme jedes Quartal Geld von denen überwiesen. Auch wenn die Wirtschaft in den westlichen Industrieländern zur Zeit schwächelt, wächst dieses Unternehmen weiterhin in Schwellenländern und Ländern der Dritten Welt.

Zum Schluß noch ein nettes Wertpapier, das in Deutschland fast unbekannt ist, in Kanada aber ein sehr beliebter Bestandteil der Altersvorsorge breiter Bevölkerungsschichten ist: Kanadische "Income Trusts" (von der Rechtskonstruktion her eine kanadische Besonderheit). Der Anleger/Investor bezahlt über den Kauf der Wertpapiere die Erschliessung/den Abbau einer Ressource, zum Beispiel Gas oder Öl, aber auch Silber oder Gold. Im Gegenzug muss der Income Trust monatlich alle Erträge abzüglich Kosten und notwendiger Investitionen an die Teilhaber ausschütten, man hat durch den Halt der Papiere also ein regelmässiges monatliches Zusatzeinkommen. Diese Trusts gibt es "endlich" (sie enden, wenn die finanzierte Ressource erschöpft ist und die Gesellschaft aufgelöst wird) und "unendlich" (Beteiligung an Gesellschaften, die ständig neue Ressourcen erschliessen).

Beitrag 31.12.2010, 11:02

MapleHF
... das hatte ich ja auch geschrieben Goldammer.

Nur sind die Player am physischen Edelmetallmarkt in erster Linie die Zentralbanken, die gerade in Zeiten ausufernder Staatsverschuldungen eher wenig abgeben.

Wie gesagt: Ich war um die Jahrtausendwende mit dabei. Da konnte sich auch keiner vorstellen, dass es auch wieder mal abwärts geht. Da wurde in Börsenforen sogar schon ernsthaft diskutiert, wieviel Spekulationskapital man braucht um mit dem Arbeiten aufhören zu können. Die Frage war ob 50.000 DM reichen oder ob es besser 100.000 DM sein sollten :D

Wenn Du meine Postings in den letzten Wochen ein wenig verfolgst wirst Du feststellen, dass ich ein ewiger Mahner bin, dass auch die Edelmetalle keine Einbahnstrasse sind und dass mit den extremen Anstiegen der letzten beiden Jahre auch das Rückschlagspotential steigt. Auch hier ist schon sehr viel Euphorie im Markt.

Allerdings ist die breite Masse noch nicht investiert und wird auch nicht, wie es bei der Aktienblase der Fall war, von den Banken massiv in diese Anlage gedrängt. Von daher ist die Situation noch lange nicht mit der vergleichbar, die wir damals bei den Aktien hatten.

Auch der Edelmetall- und Rohstoffzyklus wird zu Ende gehen (Herr Bergold mahnt dies auch an) aber die Party geht noch ein Weilchen weiter. Jedoch steigt das Rückschlagspotential und auch die Volatilität. Das heißt wer jetzt neu einsteigt braucht deutlich bessere Nerven ;)

MapleHF

EDIT: @Datenreisender: ich hab´s noch auf dem Plan, aber nicht zu den aktuellen Kursen. Es gibt da einige Unternehmen aus dem Energie-, Nahrungsmittel-, Pharma- und Technikbereich, von denen ich überzeugt bin, dass sie eine Krise überstehen werden. Ich warte nur auf Einstiegskurse.

Beitrag 31.12.2010, 11:10

goldmünzenonkel
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@ Maple HF

Gut geschrieben, wie immer smilie_09

Auch ich möchte hier Aktien keinesfalls schlecht reden. Habe da auch meine eigenen
Erfahrungen gesammelt. Teils gut, teils schlecht.
Bevor man sich auf dem Aktienmarkt engagiert, sollte man sich ein wenig auskennen.
Wenn ich aber nun mal Aktien und Gold vergleiche in Bezug auf Sicherheit, komme ich
zu dem Schluß, mit Gold besser gefahren zu sein.
Ich will mit dem Kauf von EM ja kein Vermögen aufbauen, sondern nur schützen.
Natürlich ist das nur ein "Bauchgefühl", so auf der sicheren Seite zu stehen, aber in
etwas zu investieren, dass seit Jahrtausenden Wertbeständigkeit demonstriert, gibt
mir persönlich ein gutes Gefühl.
Ich habe zwar immer noch Aktien, aber mich stört es sehr, dass so viele Einflüsse gibt,
die sich auf den Aktienkurs auswirken können, obwohl die fundamentellen Daten der
Gesellschaft, in die ich investiert habe völlig in Ordnung sind.
( Beispiele hierfür sind: Kriege, Krisen, Blasen, oder auch nur eine Äußerung einer V.I.P.
im Finanz- bzw. Wirtschaftssektor )
Natürlich wird hiervon auch der Preis der Edelmetalle betroffen sein, nur bin ich der
Überzeugung, nicht in dem Maße wie z.B. bei Aktien.


bg

Beitrag 31.12.2010, 11:17

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goldmünzenonkel hat geschrieben:Wenn ich aber nun mal Aktien und Gold vergleiche in Bezug auf Sicherheit, komme ich
zu dem Schluß, mit Gold besser gefahren zu sein.
Du kannst Unternehmensbeteiligungen nicht mit Edelmetallen vergleichen. Das erste ist produktiv eingesetztes Kapital, das zweite ist der produktiven Wirtschaft entzogenes ("totes") Kapital. Wenn Kapital der produktiven Wirtschaft entzogen würde, um es an anderer Stelle zu horten/zu bunkern, na dann gute Nacht ... :wink:

Beitrag 31.12.2010, 11:18

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Gringo
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MapleHF hat geschrieben:Das heißt wer jetzt neu einsteigt braucht deutlich bessere Nerven ;)
Oh, danke :|. Das hab ich noch gebraucht, als altes Nervenbündel... :mrgreen:

Werde mich aber auch zur Gelassenheit zwingen, auch wenns noch so schwer ist. Nen dick einbrechenden Goldkurs zum Nachkauf nutzen. Nur bei Silber bin ich echt unschlüssig. Mich würde mal interessieren, wie glaubhaft die Prognosen des Silberjungen wirklich sind.
Liebe des Vaterlands,
Liebe des freien Manns
Gründen den Herrscherthron
Wie Fels im Meer!

Beitrag 31.12.2010, 14:10

goldmünzenonkel
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Wohnort: Münsterland
@ Datenreisender

Du hast schon Recht, man kann Aktien nicht mit EM vergleichen.
Hab ja auch mal gelernt, dass man Äpfel und Birnen nicht addieren kann.
Habe mich da wohl ungenau ausgedrückt. Entschuldigung.
Meine Gedankengänge bezogen sich da natürlich auf die Performance der verschiedenen
Anlageformen, sagen wir mal so in den letzten 8 Jahren.
Da ich eigendlich von Haus aus immer ein recht konservativer Anleger war, konnte ich
den Sicherheitsaspekt, in Bezug auf die Anlage, nie wirklich verdrängen, was ich auch
nicht als unbedingt schädlich empfinde.
Ich verzichte also lieber auf Rendite und gehe eher auf Nummer Sicher.
Allerdings sehe ich die EM Preisentwicklung in diesem, bald endenden Jahr auch wie Maple HF,
mit ein wenig Besorgnis.
Ich warte also ab, was das neue Jahr so mit sich bringt.

bg

Beitrag 31.12.2010, 15:18

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k1
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versuch´s mal wieder mit dem eigentlichen thema:
ich kann bei einem ath gold und einer verdopplung der silberunzen in 2010 nicht zu einem einstieg raten, die preise liegen einfach schon zu weit über den förderkosten (der erst langsam wieder anlaufenden produktion).
werd mir noch ein paar sammlerunzen bei auragentum und auf der numismata zulegen, und das war´s dann für 2011.
silber werd ich anfangen zu verkaufen...
wünsch euch und euren familien viel erfolg in und vor allem xsundheit in 2011
herzliche grüsse
k1

und tante edith sagt
den dax, den seh ich in 2011 allerdings sein ath von 8100 (?) knacken, es ist sehr sehr viel liquidität, die gut angelegt werden will, auf dem markt.....
bin auf diesen thread am 31.12.2011 sehr gespannt
lg
Just landed at John Galt´s gulch,

gern gehandelt mit silberbaron

Beitrag 31.12.2010, 18:05

halligalli
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So, dann hat man sein Häufle Gold; der Preis steht ( angenommen !) irgendwann bei 1600 Dollar oder mehr.
Nehmen wir an, es käme dann zu einer Währungsreform - WANN verkauft Ihr Euer Gold dann wieder ?
Wird der Preis stagnieren, weil alle noch arg verunsichert sind, oder gleich ins Bodenlose plumpsen, weil der Knoten endlich geplatzt ist ?
Wie war das denn bei der letzten grossen Reform ?

Beitrag 31.12.2010, 20:01

MapleHF
Wir wissen nicht was kommt. Eine Währungsrefom, ein Haircut, evtl. eine Euro-Dollar-Währung, wir wissen nicht wie es passiert, wir wissen nicht wie die Wirtschaft darunter leidet.

Woher sollen wir dann wissen, welchen Einfluss das auf den Goldpreis hat und wann wir das Gold verkaufen?

Man kann nicht vorhersagen, wie man reagiert, wenn man nicht weiss, wie dann die Situation ist.

Bei der letzten Währungsreform in Deutschland (ich klammere jetzt die Wiedervereinigung und den Euro mal aus ;) ) war es so, dass derjenige der Gold hatte es ins neue Geld umtauschen konnte. Dadurch hatte er einen gewaltigen Startvorteil gegenüber denen, die mit 20 Mark pro Nase anfangen mußten.

MapleHF

Beitrag 31.12.2010, 22:41

Goldbug
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MapleHF hat geschrieben:
....
P.S.: Sorry, ist etwas lang geworden
Guten Abend,

Danke für diese aufklärenden Worte. Du sprichst mir aus der Seele. Auch ich mußte schon erfahren, das man den Big Playern hilflos ausgeliefert ist, weil die Summen die unsereiner einsetzt für die nur Peanuts sind :evil:

Ich finde dennoch, das ich noch ein paar Dinge dazu sagen muß:

1) Es ist bekannt und bei genauerem Nachdenken auch logisch, das die Eliten (allen voran die City of London und die Fed) die Edelmetallpreise nach unten manipulieren. Ein hoher Goldpreis ist momentan noch nicht gewünscht. Wieso ist ja klar! Wie hoch der Preis der Edelmetalle ohne Leerverkäufe und sonstige Manipulationen wäre, kann ich zwar auch nicht annähernd beziffern, aber er wäre in erheblichem Maße höher als derzeit! Somit sind die Edelmetalle in meinen Augen noch günstig zu bekommen - Es wundert mich eigentlich das man überhaupt noch physisches Material bekommt! Wie schnell der Markt aber leer sein kann haben wir ja bereits im Mai diesen Jahres erlebt, als es praktisch nichts mehr am Markt gab. Und das nur, weil ein paar Investoren unruhig geworden sind. Was meint ihr was passiert, wenn es mal richtig kracht? :roll:

2) Bzgl. Aktienkursen möchte ich mal anmerken, das ich sicher nicht der Einzige bin, der sich so seine Gedanken darüber macht, wie es sein kann, das der Dow auf über 11500 Zählern steht, obwohl die amerikanische Wirtschaft auf dem Zahnfleich kriecht. Wer diverse Zahlen vergleicht und 2 und 2 zusammenrechnen kann, der kommt selber drauf, das der Wert massivst manipuliert ist! Sämtliche Kleinanleger sind aus dem Markt verschwunden, Firmenbosse verkaufen Millionenfach ihre Aktien. An wen denn wohl? 8) Naja, darüber lass ich mich jetzt nicht weiter aus...

Ich meine, man sollte wann immer es der Geldbeutel hergibt nachkaufen. Setzt euren Fokus nicht zu sehr auf den Preis in buntem Papiergeld, sondern auf die geförderten Mengen und Lieferbarkeit. Dann werdet ihr schnell feststellen, das der Markt bei auch nur gering ansteigender Nachfrage sofort leer ist! Also legt euch den Vorrat an, den ihr braucht!

Goldbug

Beitrag 01.01.2011, 11:41

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Circle
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Anlage in EM hat eben seine zwei Seiten.
Die 1. ist die Absicherung im worst case,
die 2. ein ansparen für später als Altersvorsorge oder für sonstige Bedürfnisse.

Über worst case braucht man sich bezüglich des Werterhalts sicher keine Sorgen machen, aber was im z.B. im Alter? Wenn Du in 10 oder mehr Jahren Geld brauchst und der EM Preis eben (mal wieder) am Boden liegt? Dann verkaufst Du mit Verlust.

Jetzt bleibt nur der Blick in die Kristallkugel zu Neujahr: Ist EM schon in einer Blasenentwicklung, oder nur die lange fällige Korrektur?
Schaut man sich anlog dazu die Entwicklung der Rohstoff/ Bodenschätze an, sieht man das den 3. Welt Ländern die Bodenschätze sehr günstig abgeluchst wurden. Jetzt tritt China als gewaltiger Mitspieler auf, macht eigene Verträge mit zB afrikanischen Staaten. Um die Verteilung wird neu gerungen und das wird sicher seine Auswirkungen auf die Preise haben...
Aber ein wenig Blase sehe ich trotzdem, zuviele reden über den Euro, den Goldstandard, sonstige Risiken.

jm2c

Beitrag 01.01.2011, 11:55

MapleHF
... das hängt in erster Linie wohl vom Zeitfenster ab.

Wenn Du erst in 30 Jahren in Rente gehst, mußt Du anders agieren, als wenn Du schon in 5 oder 10 Jahren in Rente gehst.

Eine Blasenbildung sehe ich noch nicht, weil bisher nur Jahre ausgeglichen wurden, in denen die Edelmetallpreis regungslos am Boden lagen. Inflationsbereinigt haben wir selbst heute die Höchstkurse der 80er Jahre noch nicht erreicht. Dennoch steigt natürlich durch die heftigen Anstiege das Rückschlagsrisiko.

Wir befinden uns wohl in einem Zyklus, aber noch nicht im letzten Stadium desselben.

Wenn der Zyklus endet, bevor Du in Rente gehst, bist Du sicherlich gut beraten, Dich nach Alternativen umzusehen, in die Du zumindest Deine Edelmetallgewinne investieren solltest. Das könnte bei einer entsrpechend günstigeren Bewertung Aktien mit Dividendenrendite sein, aber auch eine Immobilie oder land- und forstwirtschaftlicher Grund.

Vielleicht haben wir bis dahin auch "sicheres Geld" dann würde auch nichts dagegen sprechen einen Teil wieder in Geld umzuwandeln.

Ich für meinen Teil habe bei den Edelmetallen einen sehr günstigen Einstiegszeitpunkt erwischt und hoffe, dass mir das auch bei einem (Teil)Ausstieg wieder gelingt.

Die Gewinne in 2009 und 2010 waren enorm, daher denke ich für mich darüber nach, sofern es wie in den Vorjahren während der ersten drei Monate weiter heftig steigt, mal einen Teil der Gewinne zu realisieren und in andere Sachwerte zu stecken.

Man erwischt nie den günstigsten Kaufpreis und nie den günstigsten Verkaufspreis (auch das ist Lebenserfahrung ;) ) entscheidend ist, dass man einen guten Schnitt macht. Da sich meine ersten Goldkäufe mittlerweile verdreifacht haben, kann es nicht schaden, auch mal Gewinne mitzunehmen. Man muss natürlich eine Alternativanlage in petto haben, den nur in FIAT tauschen wäre wohl zu gefährlich.

MapleHF

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