Hat Gold versagt?

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

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Beitrag 27.03.2014, 08:14

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Ladon
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Um es vorweg zu nehmen und bevor es gleich wieder zu irrwitzigen Unterstellungen kommt:

Nein, nach meiner Meinung hat es das nicht. Und ich bin mit dem überproportionalen Anteil an Gold in meinem "Vermögelchen" nach wie vor hoch zufrieden.

ABER ...
Die Antwort fiel mir weitaus schwerer, als ich zuerst dachte - wenn man die Dinge wirklich "ungeschönt" betrachtet. Wenn mir vor 10, 15 Jahren jemand die heutige Situation (politisch, wirtschaftlich) beschrieben hätte, dann hätte ich in vollster Überzeugung gesagt:
Ja! Das ist genau das Szenario, in dem Gold seine intrinsischen Stärken ausspielen wird und diese "eingebauten" Kräfte werden für (wahrscheinlich deutliche) Preissteigerungen sorgen.

Mal Hand auf's Herz: Wer, der "in Gold investiert" ist, hätte das nicht geglaubt?

Aber jetzt ist sie da, die Situation und wenig bis nichts geschieht (außer dem Kappen einer marktinternen Übertreibung).
Gelassen sind nur noch die "alten" Goldbesitzer, deren Durchschnittseinkaufspreis natürlich immer noch mehr oder weniger weit unter dem derzeitigen Spot liegt. Je nachdem wie viel sie in den letzten Jahren nachgelegt haben.

Aber all' das mal beiseite gelassen, denn jeder kann sich das für sich selbst ausrechnen, hat mich ein anderer Aspekt an der Geschichte interessiert:
"Der Goldpreis wird ja auch manipuliert", hört man jetzt oft, wenn es eine Begründung geben soll, warum einfach nicht geschieht, was wir alle geglaubt/erhofft/erwartet hatten (je nachdem wie "religiös" man die Goldsache sieht).
Ja klar - ich denke über die Existenz von Preismanipulationen am Goldmarkt muss man zumindest hier in der Runde wohl kaum diskutieren.
Aber war man nicht überzeugt, dass sich, wird die "Krise" nur schärfer, letzten Endes die "intrinsischen Kräfte und das Potenzial" des Goldes durchsetzen würde? Allen Beeinflussungsversuchen zum Trotz? War es nicht gerade die Überzeugung, dass in solchen Situationen buchstäblich nichts am Gold "rütteln" könnte?
Also doch "versagt"? Weil es "aus sich heraus" eben doch nicht "wirken" kann, sondern - wie jede andere Devise - vom System instrumentalisiert wird?

Ohne Zweifel ist das ein wichtiger Aspekt.
Und es wäre unrealistisch, wenn man, sozusagen aus gold-ideologischen Gründen, davor die Augen verschließen würde. Sowohl desillusionierte, wie auch trotzige Aussagen scheinen aber in diese Richtung zu weisen.
Ich halte das für einen fehlerhaften Ansatz.
Nur weil wir gerade ein Symptom der Tatsache sehen, dass Gold keine "Medizin" sein kann (eigentlich selbstverständlich, Gold ist ja ein integraler Baustein des Gesamtsystems und daher ein eingebundener Faktor; das kommt aber manchmal in der Ideologie abhanden: "frei" wird Geld nicht durch seine Substanz), heißt es ja nicht, dass Gold bei seiner WIRKLICHEN Funktion versagt hätte!
Ins Wanken gebracht wird nur eine vielleicht überhöhte Idealisierung!
Seine Kernfunktion als "mittel- bis langfristig kaufkrafterhaltendes Geldinstrument" ist davon aber nicht berührt.
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 27.03.2014, 08:24

Bullionstattsuppe
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Ich glaube deinen Gedankengang zu verstehen und muss diesem auch voll zustimmen. Es ist mir bereits in vielen Situationen so gegangen dass ich auf Grund politischer Entwicklungen, Finanzkriesen, Rettungsschirmen und lockerer Geldpolitik dachte, Gold müsste darauf positiv reagieren und das tat es nicht. So habe ich mir schon oft die Frage gestellt, was muss denn noch passieren damit der Goldpreis "kriesenbedingt" steigt?

Beitrag 27.03.2014, 08:31

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Hook
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Weiss nicht, ob man es Versagen nennen kann. Noch hat sich am Geldsystem ja nichts geändert. Noch ist Bretton Woods intakt, noch spekulieren Banken, sogar stärker wie vor der Krise 2008. Noch steigen Staatsschulden weltweit in rasantem Tempo. Noch steigt die Geldmenge schneller denn je.

Also ich bin tatsächlich immer noch gelassen, und ich bin kein alter Goldhase. Mein Average liegt im Moment bei ca. 1450$.
Und ich kaufe weiter..ohne Reue.
...and a bottle of rum

Beitrag 27.03.2014, 08:44

Lafite
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Hallo,
ich beobachte das Geschehen sehr entspannt. Bei der Feuerversicherung für mein Haus, hoffe ich auch, dass ich sie nie brauche!
So ähnlich verhält es sich mit meinen "Goldbeständen". Ich möchte nicht so weit gehen und Konservendosen bunkern...
Insofern hat für mich bislang nichts "versagt".
Sicherlich eine sehr eigene Sichtweise...
Gruß,
Lafite

Beitrag 27.03.2014, 08:44

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Polkrich
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Ladon hat geschrieben:...Seine Kernfunktion als "mittel- bis langfristig kaufkrafterhaltendes Geldinstrument" ist davon aber nicht berührt.
Genauso sehe ich das auch. Vielleicht schätze ich mich selbstkritisch als viel zu "hibbelig" ein, vielleicht sollte ich dieses Forum und sämtliche Goldseiten gar nicht mehr besuchen und mich komplett wieder anderen Themen widmen. Denn das verleitet halt doch zu ungewollten Käufen oder manchmal auch irrationalem Denken. Jedenfalls bei mir.

Fakt ist, wer EM gekauft und nunmehr als Bestand hält, hat eine weitere Absicherung entweder für das "Worst-Case" Szenario einer Währungsreform oder inflationären Entschuldung (davon gehe ich mittelfristig aus) oder zum Vererben an Kinder und Enkel.

Der sehr menschliche Drang nach "Gewinnen" treibt mich/uns halt, den Goldpreis zu beobachten und sich zu freuen oder sich zu grämen. Wer da die nötige Unbekümmertheit an den Tag legen kann, hat es gut. Ich trainiere das jetzt :).
Immer kritisch bleiben....

Erfolgreich gehandelt mit diversen Mitgliedern
Bewertungen: http://www.gold.de/forum/polkrich-t8272.html

Beitrag 27.03.2014, 08:54

Bullionstattsuppe
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Ich habe mir angewöhnt mich über den Goldpreis nicht mehr aufzuregen. Wenn der Kurs steigt denke ich mir: was bist du für ein schlauer Kerl, dass du Gold gebunkert hast. Und wenn er fällt freue ich mich über die billige Einkaufsmöglichkeit. smilie_09

Beitrag 27.03.2014, 08:57

Bullionstattsuppe
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Und um auf die Grundfrage zu antworten;
solange ich meine kleine Piratentruhe aufmache und beim Anblick der kleinen goldenen un der massigen silbernen ein grinsen auf dem gesicht habe und mich daran erfreuen kann und zusätzlich weiss, wenn mal all mein bargeld weg ist dann habe ich noch diese reserve, solange hat GOLD UND SILBER NICHT VERSAGT!!!

Beitrag 27.03.2014, 09:14

Fata.Sibyllina
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Ein schelmisch gewählter Titel, der zum Widerspruch provoziert! smilie_07 Selbstverständlich kann Gold nicht versagen, das können nur Menschen. Es kann aber Erwartungen enttäuschen. Und das ist geschehen, weil die Rendite zuletzt negativ war.

Ich beobachte oft, dass bei der Geldanlage nicht scharf zwischen Liquidität und Rentabilität getrennt wird, denn faktisch sind Beide Gegenspieler, und optimalerweise positioniert man sich irgendwo dazwischen. In "gesunden" Zeiten rentierte ein Investment in der Regel höher, wenn es dem unmittelbaren Zugriff entzogen war (simples Bsp.: Festgeld versus Tagesgeld). Folglich ging hohe Rentabilität mit geringer Liquidität einher.

Ich persönlich sehe Gold derzeit v.a. als alternatives liquides Mittel, um bei einer eventuellen krisenhaften Zuspitzung bspw. für mein chronisch krankes Kind einen Arzt bezahlen zu können. Dem Fiatgeld kann ich uns nicht ausliefern, und der Sozialversicherung will ich uns nicht ausliefern. Es gibt genügend Beispiele aus Griechenland, wo angeblich sogar Entbindungen nur gegen Vorkasse begleitet werden - ein Skandal, wie ich ihn intuitiv nur in Nordkorea verorten würde!

Damit möchte ich allerdings nicht die Qualitäten als Investment kleinreden; hätte ich ein Portfolio zur Altersvorsorge, wäre Gold sicherlich prozentual zweistellig gewichtet. Eine nicht liquide, langfristig orientiert Geldanlage kommt für mich allerdings erst dann infrage, wenn unser Haus bezahlt ist und ich absehbar keinen Kredit mehr brauche.

Abschließend denke ich, dass die meisten Investoren derzeit keinen ernsten Grund zum Meckern haben: Der Aktienmarkt boomt, der Anleihenmarkt hält sich immer noch auf den Beinen, die Häuserpreise sind insgesamt stabil und ein Mietausfall durch Massenarbeitslosigkeit zeichnet sich derzeit nicht ab. Dass der EM-Anteil zeitweilig nominal fällt, dürfte niemanden ernsthaft jucken.
Sapere aude, incipe!

Beitrag 27.03.2014, 09:20

Suedwester
Was wird in einer echten "Krise" benoetigt? Bargeld! Banken, Firmen, Individuen brauchen Bargeld! In der Finanzkrise vor ein paar Jahren wurde das ebenso deutlich, wie in der Hyperinflation in Zimbabwe - auch dort wurde Gold (bei fallenden Kursen) verkauft, um an das dringend benoetigte Bargeld zu gelangen.

Und zum Thema "Manipulation": Wer besitzt denn die grossen Goldreserven? Banken, Zentralbanken, Staaten. Und die haben durchaus unterschiedliche Interessen zu unterschiedlichen Zeiten bzgl. "hoch" oder "tief".

Beitrag 27.03.2014, 09:28

jogyli
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Grundsätzlich werde ich ebenfalls Gold zur Absicherung kaufen. Aber wirklich nur zur Absicherung.

Ladon hat aber insofern Recht, als sich die Kurse dem logischen Trend widersprechen. Zumal die politischen Randbedingungen steigende Kurse auslösen sollten. Ebenso die Meldungen, dass zum einen in einigen Staaten die Goldnachfrage aus den unterschiedlichsten Gründen nicht gestillt werden kann und zum anderen die Münzen immer wieder berichten, dass sie mit dem Prägen nicht nachkommen und den Bedarf nicht befriedigen können. Dies im Hinblick auf eine Steigerung der Kapazitäten bei manchen Mints.

Beitrag 27.03.2014, 09:29

Geldsammler
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Ach Gottchen, ich bin tatsächlich jeden Tag froh, an dem Gold noch unten ist. Natürlich auch eine Glaubensfrage. Aber, dass die Masse der Anleger noch nicht in Gold ist, gibt mir ein gutes Gefühl. Ob Gold versagt hat, wird man erst sehen, wenn es richtig rund geht. Davor sehe ich keine andere Alternative. Und solange meine Entscheidung gut abgewägt war, habe ich auch kein Problem, wenn es eine falsche Entscheidung war, wenn Dinge, die man nicht sehen konnte, eingetroffen sind.
Um auf die Frage zurückzukommen: Nein Gold hat nicht versagt, wenn man es als Fieberthermometer betrachtet. Das Gold ist ja tatsächlich nach China etc. abgeflossen. Dass sich diese (noch) nicht auf den Preis ausgewirkt hat, liegt nicht am Gold, sondern an teilweise verbrecherischen Manipulationen, vielleicht auch am Ketchup-Flaschen-Effekt. Man klopft und schüttelt - nichts! Hat Ketchup versagt? Und plötzlich ist der Küchentisch rot!

Beitrag 27.03.2014, 10:40

herakles
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Lafite hat geschrieben:Hallo,
ich beobachte das Geschehen sehr entspannt. Bei der Feuerversicherung für mein Haus, hoffe ich auch, dass ich sie nie brauche!
So ähnlich verhält es sich mit meinen "Goldbeständen". Ich möchte nicht so weit gehen und Konservendosen bunkern...
Insofern hat für mich bislang nichts "versagt".
Sicherlich eine sehr eigene Sichtweise...
Gruß,
Lafite
Dieser Vergleich wird oft genutzt, dennoch hinkt er.

Wie wäre es, ein feuerfestes Haus zu haben, das nie brennen kann, im Wert langfristig steigt, auch ohne Renovierung, mit minimalen Instandhaltungskosten und auch nicht mehr versichert werden muss? Das wäre m.E. ein besserer Vergleich.

Zweifelsohne kann man mit andere Investitionen (Gold ist keine, sondern Geld) kurzfristig (manchmal auch langfristig) mehr verdienen. Wer das will, kann das gerne tun.

Auch wurde hier das konkrete Vergleichsobjekt nicht explizit genant. Versagt verglichen womit?

Da aber der Fiat-Preis dann doch als Referenz genommen wurde, kann hier die Frage leicht beantwortet werden. Nein.

Daran ändern Korrekturen (wodurch auch immer ausgelöst) nichts. Auch spielt es keine Rolle wann genau (Krise, Inflation, Deflation) der Goldpreis steigt. Er steigt langfristig und das zählt.

Man kann heute auch nicht so genau sagen was eine Krise ist.
Wir haben in der Ukraine eine Krise. Ist sie vergleichbar mit dem Einmarsch der Roten Armee in Ostpolen (heutige Westukraine) 1939? Wohl eher nicht.

Sind die heutigen Krisen mit denen vor 50+ Jahren vergleichbar? Das Gilt auch für Messungen des BIP, der Inflation und anderen Zahlen anhand Krisen (auch) festgestellt werden.

Die letzte echte Krise hatten wir m.E. 2008, das Gold stieg gewaltig. Die Krise wurde zumindest entschärft, Gold viel. Ob die Ursachen beseitigt sind wird stark angezweifelt, aber die krise ist an der Oberfläche nicht mehr (so) wahrnehmbar.

Ich bin sicher, der Goldindikator wird es zeigen, wenn es richtig brennt.

Beitrag 27.03.2014, 11:59

Geldsammler
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Wer Gold kauft, geht eine Wette ein. Das ist bei anderen Geldanlagen nicht anders.
Aber er sollte das natürlich vorher gut bedenken.
Die Vorteile von Gold sind allgemein bekannt.
Ich glaube, es stellen sich eher die Fragen, ob "all in", "alles zur gleichen Zeit" oder "leverage effect nutzen" sowie "was ist/war der beste Zeitpunkt".
Ob Gold oder irgendeine andere Geldanlage "versagt" hat, erfährt man erst zum Schluss. Ich gehe davon aus, dass nicht Gold versagt, sondern diejenigen, die zu spät einsteigen oder zu früh aussteigen.

Beitrag 27.03.2014, 12:01

Geldsammler
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Ich bin sicher, der Goldindikator wird es zeigen, wenn es richtig brennt.
Ich möchte hier Ursache und Folge sogar noch umdrehen: Wenn Gold richtig hoch geht (gehen darf), dann wird es richtig brennen!

Beitrag 27.03.2014, 12:05

donnyflame
Ins Wanken gebracht wird nur eine vielleicht überhöhte Idealisierung!
Erstmal super Beitrag Ladon !
Ich denke der war bitter nötig...

Das Problem ist nicht das Gold, das Problem ist wie du schon richtig erkannt hast eine teilweise überhöhte Idealisierung.

Man blendet alles aus was einem nicht in den Kram passt und ist dann schockiert und empört über den Kursverlauf des letzten Jahres.

Es liegt vielleicht auch an den vorangegangenen 10 Jahren in denen Gold >400% Rendite gebracht hat.

Erfahrene Psyschologen sagen: Ein extrem großer Gewinn kann erheblich das zukunftige Investitionverhalten einer Person schädigen, viel mehr noch als ein extrem großer Verlust.

Das liegt an dem Effekt das man extrem bestätigt wurde, aber man verlernt hat wie es ist wenn es mal gegen einen läuft. Dann macht man alles falsch was man falsch machen kann. Man hält solange an seiner Meinung fest bis man vom Markt dafür bestraft wird.


Kurz um Gold ( eine Ware ) kann nicht versagen.
Die Menschen die mit der Ware falsch umgehen und zu große Erwartungen in sie stecken, die können versagen und zwar kläglich.

Versucht doch einmal die überhöhten Erwartungen und Hoffnungen abzustellen und schaut euch eure Unzen mal objektiv an. Vielleicht fällt euch dann auf das man auch bei Gold , so heilig wie es ist, vieles falsch machen kann.

Grüße
DF

Beitrag 27.03.2014, 12:33

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Mithras
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Wohnort: dort, wo ich die Schuhe ausziehe
Ohne das jetzt allzusehr im Detail auszuführen: Die aktuelle Situation sehe ich mit recht gemischten Gefühlen.

Ich bin ja auch so ein Alter Hase bzgl. Goldinvest - meine ersten 100-g-Barren habe ich Anno 1993 für je ca. 1800,- DM gekauft ... aaaaber: "So richtig" zugeschlagen habe ich erst seit ca. 2006 - und zwar in seither ständig steigendem Maße, da ich erst seit 2008 aufgrund meiner Selbständigkeit das "nötige Kleingeld" dafür hatte (vorher war ich simpler Lohnsklave der Großbourgeoisie, mit der Folge eines "Gehaltes", das nur mein mehr oder weniger nacktes Überleben als willfähriges Ausbeutungsobjekt erlaubte).

Und heute gräme ich mich schon, daß ich tatsächlich auch für über 1300,- € noch simple Anlegerunzen gekauft habe (als Geschenk für unsere Adoptivtochter, die die Kangaroos sehr mag). Andererseits fühle ich mich zugleich in meiner grundsätzlichen(!) Strategie bestärkt, ganz primär auf den "Grenzbereich zwischen 'bloßer' Anlage und 'echter' Numismatik" in Form von historischem Handelsgold gesetzt zu haben. Der Sammlerwert-Aufschlag dieser Sachen ist parallel zum Verfall des reinen Materialwertes in den letzten beiden "schweren Jahren" nämlich signifikant gestiegen, so daß sich mein "Buchwert-Verlust" gegenüber "reiner Anlegerware" noch in Grenzen hält.

Allerdings: Würde ich jetzt sofort(!) alles(!) verkaufen MÜSSEN, käme summa summarum ein Minussaldo in € raus. Nur habe ich genau das NICHT vor!! smilie_01
Goldigste Grüße,

Euer Mithras, der Goldjunge

Und nicht vergessen: "Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück: Null." [Voltaire, 1694-1778]

Beitrag 27.03.2014, 12:36

frankdieter50
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Registriert: 16.02.2011, 16:09
Wohnort: Thüringen das grüne Herz Deutschlands
Eine Unze Gold ist eine Unze Gold.

Für mich ein Mittel zum Kaufkrafttransfer.

Ob dieser für mich positiv oder negativ ausfällt, ist mir gelinde gesagt wurscht.

Ich fühle mich wohl damit und das alleine zählt. 8)
Wissen ist Macht und Nichtwissen macht nichts, da wirst Du nur über den Tisch gezogen

Beitrag 27.03.2014, 12:52

herakles
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Registriert: 12.07.2013, 15:55
Geldsammler hat geschrieben:Wer Gold kauft, geht eine Wette ein. Das ist bei anderen Geldanlagen nicht anders.
Wer kein Gold kauft, hat die Wette schon verloren. smilie_07

Geldsammler hat geschrieben:Aber er sollte das natürlich vorher gut bedenken.
Die Vorteile von Gold sind allgemein bekannt.
Ich glaube, es stellen sich eher die Fragen, ob "all in", "alles zur gleichen Zeit" oder "leverage effect nutzen" sowie "was ist/war der beste Zeitpunkt".
Das ist natürlich die Frage aller Fragen. Ne Glaskugel hat niemand. All in ist grundsätzlich gefährlich, egal worin. Aber, heißt nicht in etwas nicht all in gehen automatisch in Fiat all in bleiben. smilie_08
Geldsammler hat geschrieben: Ob Gold oder irgendeine andere Geldanlage "versagt" hat, erfährt man erst zum Schluss. Ich gehe davon aus, dass nicht Gold versagt, sondern diejenigen, die zu spät einsteigen oder zu früh aussteigen.
smilie_01
Geldsammler hat geschrieben:
Ich bin sicher, der Goldindikator wird es zeigen, wenn es richtig brennt.
Ich möchte hier Ursache und Folge sogar noch umdrehen: Wenn Gold richtig hoch geht (gehen darf), dann wird es richtig brennen!
Das kann man auch sagen.

Beitrag 27.03.2014, 13:29

1107greg
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Ich glaube immer noch daran, dass ALLE wesentlichen Währungen ( USD , EUR ,Yen ) ein Kettensystem aufbauen, dass irgendwann bricht, und wo den letzten die Hunde beißen werden. Da ist man mit EM gut aufgestellt. smilie_01

Problem: wann dieses irgendwann sein wird, ob MORGEN ÜBERMORGEN oder ÜBER ÜBER MORGEN, ist leider nicht einzuschätzen. Aber die Zeche wird bezahlt werden müssen, und mit EM kann man dies. smilie_02 Erst dann wird sich zeigen, inwieweit Gold wirklich versagt - als Versicherung & Wertaufbwahrungsmittel für mich unverzichtbar - über den prozentualen Anteil kann man sicherlich diskutieren.

Man kann nur hoffen, dass es beim Zeche Zahlen nur geordnet zugeht und das Ganze nicht in eine wirtshausschlägerei ausartet. smilie_18
gregory

Beitrag 27.03.2014, 14:10

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Dragonh3art
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Registriert: 21.09.2013, 13:15
Ich denke jeder muß sich nur die Frage stellen " Warum kaufe ich EM " und dafür gibt es einige möglichkeiten.

Der eine dachte 2012 uiuiui Gold geht so ab wenn ich da aufspringe bin ich in 2 Jahren steinreich. Die Jahre haben gezeigt wie es denen heute geht.

Andere wie Mithras kaufen schöne alte Münzen weil sie diese als Hobby und Anlage sehen, wie er sagte die Sammlerwerte sind weit über dem Goldkurs bei einigen Münzen.

Andere wollen ihre Rente absichern in der Hoffnung das in 30-40 Jahren sie mit Gold alles richtig gemacht haben.

Andere nutzen den vorteil der Anonymität, was man heutzutage auch berücksichtigen muß.
Was wierd wohl passieren wenn es wie in Zypern alle Spareinlagen trifft.

Naja und dann gibt es noch so bekloppte wie mich die von allem ein bischen machen. Geld vorm Staat verstecken, auf einen gewinn in vielen Jahren hoffen. Vor allem weiß ich eins ich werde in 14 Jahren ein bomben Geschenk für meinen Sohn haben.
Wer schenkt schon seinem Kind zwischen 19 und 22 Oz Gold zum 18ten Geburtstag und dieses gefühl erfreut mich jeden Tag. Und naja der wert entweder ist es dann richtig viel oder halt nicht. Aber selbst wenn Gold bei 500€/Unze liegt was ich für recht unwahrscheinlich halte wären es noch 11000€ sollte man berücksichtigen das es die komplette Serie von Anfang bis zu diesem Zeitpunkt ist denke ich das man bei Sammlern doch auch den Preis erziehlt den ich wirklich bezahlt habe.

Außerdem was soll man sonst mit seinem Geld machen, die frage ist nach vernünftigen Investitionen ?

Haus ?
Wohnung ?
Auto ?
Leben ?
Sparbuch ?
Aktien ?

Achja dann gibt es noch Geld unters Kopfkissen, aber was passiert wenn die Währung wechselt.
Ich kenne einen fall im Bekanntenkreis die mußten bei der DM auf € umstellung Ihr ganzes Geld für irgend einen schei... ausgeben. Zur Bank als Selbstständiger und sagen " Hallo ich habe hier mal 500.000 DM und würde diese gerne in € tauschen " da könnte es leichte Probleme geben.

Also was möchte man mit seinem Geld machen ?

Ich glaube einfach daran das irgendwann der Zeitpunkt kommt wo Gold/Silber durch die Decke gehen. Ob ich das noch erlebe weiß ich nicht, aber selbst wenn ich das noch erlebe was soll ich dann machen ??? Verkaufen ? Wofür ich habe, nach heutigem stand, alles was ich zum Leben benötige.

Ich denke auch wenn man hier mal die ganzen alten Hasen fragen würde ob sie bei 2000€ oder 3000€ pro Unze verkaufen würden. Da würden 90% einem den Vogel zeigen. Ich denke eher das die meisten dieser Leute im inneren schon wissen das Sie sollte die Welt nich gerade untergehen, kein einzigen Ihrer Schätze jemals verkaufen werden. Und sich freuen das Sie Ihren Schatz irgendwann mal an Ihre Kinder weiter geben werden.

Ich bin kein ultra Goldgläubiger und wir sind auch bei weitem nicht all in, aber das Gefühl und die Freude wenn ich eine langgesuchte Münze irgendwo bekomme ist eigentlich unbezahlbar. Selbst wenn diese heute 30€ teurer ist wie vieleicht in 5 Monaten.

Und mal eines so ganz nebenbei und ich möchte da keinem auf die Füße treten aber " Wieviele rauchen hier ? " Bei einer Schachtel am Tag 5€x365Tage = 1825 € im schlimmsten fall beide Partner macht locker 3600€ die Ihr mal ebend so in die Tonne kloppt und wofür für euer gutes Gefühl da jammert doch auch keiner wenn das Geld weg ist.


:wink:

mfg Dragonh3art

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