Ist Gold wirklich ein Inflationsschutz?

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 10.07.2011, 20:27

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goldjunge01
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Hallo an alle Goldfans,
ich stelle mir die Frage, ob Gold in inflationären Zeiten wirklich DER Schutz sein wird, wie es oft behauptet wird.
Wenn es Zeiten geben wird, wo viele Menschen Gold 'in Zahlung' geben, um Überleben zu können, wird dann nicht durch das dann vorherrschende Überangebot von Edelmatellen der Preis rapiede sinken? Wer kennt sich da aus? Vielen dank für Antworten. smilie_23

Beitrag 10.07.2011, 20:32

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cavallo
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Welches Überangebot?
Ich habe mal gehört wenn jeder Deutsche Bürger 5 Gramm Gold besitzen würde, gäbe es auf der Welt kein Gold mehr.
Also Überangebot kann nicht sein.
Freue mich auf Verbesserungen unserer hier anwesenden Spezialisten.

Carpe Diem
Ich bin bereit jeden Weg zu gehen, solange es nach vorne ist.

Beitrag 10.07.2011, 20:38

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Datenreisender
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cavallo hat geschrieben:Welches Überangebot?
Ich habe mal gehört wenn jeder Deutsche Bürger 5 Gramm Gold besitzen würde, gäbe es auf der Welt kein Gold mehr.
Das kannst Du Dir doch selbst ausrechnen:
Es gibt ca. 160.000 Tonnen bisher gefördertes Gold auf diesem Planeten.
Und ca. 82 Millionen Deutsche.

Beitrag 10.07.2011, 20:38

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goldjunge01
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5 Gramm nur? Ups!
Und was ist mit Silber? Da sind doch bestimmt Unmengen an Münzen im Umlauf, oder?

Beitrag 10.07.2011, 20:40

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CSchnuffi5
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naja bei Silber müsste doch jeder Autofahrer ca 2 Unzen haben;)

Beitrag 10.07.2011, 20:44

tgwg
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Bei knapp 160.000 Tonnen Gold, das jemals gefördert wurde und knapp 7 Milliarden Menschen bedeutet das, dass es für jeden Erdenbürger knapp 23 Gramm Gold gibt.

Beitrag 10.07.2011, 20:44

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cavallo
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Danke hatte mich verrechnet (ist schon spät heute) ein Überangebot an Gold wird es nicht geben.
Bei Silber, was es ja weniger gibt als Gold sieht es wahrscheinlich änderst aus bei der Berechnung.
Ich gehe da vom der eingelagerten Silbermenge zum Gold aus, was verbraucht (verarbeitet) ist ist weg oder wie seht Ihr das
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Beitrag 10.07.2011, 20:49

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goldjunge01
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Ich stell mir das mal ganz praktisch vor: Nix mehr mit EURO usw. Aber mit Gold (zB 1Gramm Barren oder Münze) kriegste noch was. Bei einem heutigen Preis von rund 40 Euro einen knappen Wocheneinkauf. Aber wenn alle Goldbesitzer das tun, erfährt Gold (Edelmetalle) dann nicht eine Abwertung?

Beitrag 10.07.2011, 20:54

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cavallo
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Ich glaube nicht, dass wir paar Deutsche mit den paar Kilo Gold den Preis nach unten drücken können. Noch dazu bliebe das Gold im Land und würde nicht über die Börse gehandelt werden. Es würde nur seinen Besitzer wechseln. Und kein Besitzer würde es für weniger hergeben.
Es gibt immer noch mehr Deutsche die kein Gold besitzen, dass ist der Vorteil.
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Beitrag 10.07.2011, 20:54

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Argentum13
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@goldjunge01

Begreife einfach EM als 'wertstabilisierende Einheit', in die du FIAT umwandelst. Du tust das, weil dir Zweifel gekommen sind, ob das Versprechen, das Papiergeld beinhaltet, eingehalten werden kann oder angesichts der Verschuldungssituation immer fragwürdiger wird. Die Glaubwürdigkeit vieler Währungen ist angefressen...noch hält der Deich einigermaßen. Was hast du in der Hand, wenn die Erwartung, dass es für den Geldschein die gewohnte und erwartete 'Kaufkraft' nicht mehr gibt?

Natürlich kannst du FIAT auch in Anderes transferieren: Immobilien, Oldtimer, Kunstwerke, andere Rohstoffe usw. / Jedes Invest hat Vor- und Nachteile (hier im Forum schon oft und intensiv diskutiert). Aber die Leutchen, die du hier triffst, haben sich u.a. eben auch für Au und Ag entschieden.

Ob man mit dem EM-Invest Gewinne machen kann, ist eher eine zweitrangige Frage und wird gerne von Spekulanten (nicht abwertend gemeint) gestellt. Kann man - man kann aber auch Verluste verbuchen. Das hängt im Wesentlichen davon ab, ob man so liquide bleibt, dass man auch Rücksetzer aussitzen kann. Letztlich wird der Kurs nordwärts drehen müssen.

Viel Erfolg mit deinen Käufen und deinem Handel!

Gruß Argentum13
Erfolgreich gehandelt mit über 10 Forum-Nutzern
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Beitrag 10.07.2011, 20:56

Silberpfeil
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Auf jeden Fall ist es das Zahlungsmittel, dass in der Menschheitsgeschichte immer als Zahlungsmittel angesehen wurde und bei jeder Inflation den Wert behalten hat... Am besten man ist erst gar nicht vom Geld abhängig! Ich denke mal als Bauer mit einer unabhängigen Energiequelle (Solar o.ä.) fährt man am besten. Aber da wir ja nun mal fast alle "abhängig" gemacht wurden, führt wohl an Gold kein weg vorbei...
Ja und Geld ist eben nur so lange etwas wert, wie das Vertrauen das dahinter steckt ;-)

Beitrag 10.07.2011, 20:59

TH
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Es ist doch sicher nicht die Idee eines Goldbesitzers, ausgerechnet während einer Hochinflationsphase sein Gold in Papiergeld umzutauschen oder verstehe ich etwas komplett falsch. :?:

Beitrag 10.07.2011, 21:17

di-em-ex
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Also um das mal klar zu stellen, 160.000t Gold sind sehr viel. Wenn man allerdings daran denkt wieviel davon verloren gegangen ist und wieviele Menschen es auf der Welt gibt, dann ist das sehr sehr wenig.

Vorneweg: Wenn Gold in der Krisenzeit abgewertet wird, dann nur weil alles abgewertet wird oder neben Gold andere Zahlungsmittel überragen. Hier jetzt aber mal eine Rechnung die aufzeigt wieso ziemlich sicher keine allzu starke abwertung zu erwarten ist.

Bevor jetzt jeder andere Zahlen nennt: 160000t = 160000000000g / 7Mill. = 22,857g / Kopf (das mit den 5g je Deutscher stimmt also nicht, je deutscher wären es sogar über 60 Unzen).
Aber: Das heißt doch. Mit den 22,857g kann sich jeder Mensch auf der Erde 30,86 Wochen lang ernähren (1 Silberunze von 1920-1945 hätte 1 Woche gereicht). Das sind dann 7,71 Monate (Als Faustregel sagt man mit zwei Unzen Gold überlebt man 1 Jahr, also stimmt diese Nachrechnung schonmal gut).
Die Weltwirtschaftskrise ging von 1929-1932 um die 3 Jahre lang. Das bedeutet doch, dass spätestens nach 1/4 der Krisenzeit keiner mehr Zahlungsmittel für Futter hätte (angenommen der Supplier wäre kein Mensch). Da die wahre Verteilung des Goldes gänzlich ungleich aussieht, ist die Zeitspanne wohl sogar kürzer.

Anderer Gedanke noch dazu: Besitze ich eine Unze Gold, dann besitze ich mehr als der Durchschnitt.
Besitze ich 61 Unzen Gold, dann besitze ich (praktisch sogar deutlich) mehr als der Deutsche im Schnitt.
Das soll nicht heißen, dass ich mir keine Sorgen machen muss, aber es ist ein Anhaltspunkt wie viel Gold man bräuchte um zu überleben, denn 61 Unzen wären mit einer 4 köpfigen Familie auch schnell weg, aber würden wenigstens für 7 Jahre reichen).

Da sich viele auf solche Zeiten vorbereiten und tatsächlich in zu überdauerenden Jahren rechnen, ist wiederum damit zu rechnen, dass weniger Gold im Umlauf sein wird und allmählich in den Kreislauf eingebracht wird. Daher kann wie erwähnt nach einem halben Jahr nur eine große Nachfrage bestehen.

Ich bitte um Kritik an diesem Gedankenverlauf.

PS: So oder so, gewonnen habe ich in einer solchen Konstellation nur, wenn ich die Ersparnisse nicht nur verbrauche, sondern wieder von dem in den Kreislauf gebrachten Gold etwas einstecken kann. Praktisch also etwas selbst produziere. Daher, an der Stelle, ein besseres Investment als in Gold ist immer noch in Grundversorgungsmittel die die Menschen immer brauchen werden. Es ist folglich damit zu rechnen, dass die Umverteilung des Reichtums in Richtung der Bauern zu beobachten sein wird.

Beitrag 10.07.2011, 21:36

MapleHF
... es geht nicht in erster Linie darum, ob Gold ein Inflationsschutz ist, sondern darum, ob Geld ein Wertbewahrungsmittel ist.

Ich habe hier ein paar Erbstücke von meinem Vater. 20-Mark-Stücke (7,16 g Feingold) proaurum bezahlt dafür aktuell 241 € im Ankauf (morgen vermutlich mehr). Was würdest Du für einen 20 Mark-Schein aus dieser Zeit bekommen? 5 Cent, 10 Cent, vielleicht sogar einen Euro?

Ich hoffe, Du verstehst, was ich damit sagen will. Sicher kann der Preis des Goldes sinken, wenn eine Krise vorbei ist und es eine neue Währung gibt. Aber mit Gold hast Du etwas, das Du in diese neue Währung tauschen kannst, um wieder Startkapital zu haben.

MapleHF

Beitrag 11.07.2011, 06:05

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Tubenhannes
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Denke auch das Proaurum heute mehr bezahlt...da gerade neues ATH smilie_02

Beitrag 11.07.2011, 06:15

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KROESUS
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www.argentarius.de in Leonberg bezahlt für die 20 Mark Wilhelm sogar 254,07€, das ist der Preis von Freitag abend.

Und, ja klar, ist Gold ein Inflationsschutz!

Goldige Grüsse!

K :D

Beitrag 11.07.2011, 07:15

Metaller
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goldjunge01 hat geschrieben:Hallo an alle Goldfans,
ich stelle mir die Frage, ob Gold in inflationären Zeiten wirklich DER Schutz sein wird, wie es oft behauptet wird.
Wenn es Zeiten geben wird, wo viele Menschen Gold 'in Zahlung' geben, um Überleben zu können, wird dann nicht durch das dann vorherrschende Überangebot von Edelmatellen der Preis rapiede sinken? Wer kennt sich da aus? Vielen dank für Antworten. smilie_23
Also Gold ist als Inflationsschutz für "normale Inflationen "brauchbar. Weiterhin alle langlebigen/lagerfähigen Verbrauchsgüter, die du für deine absehbare Zukunft brauchen wirst. Kaufst du z.B. jetzt langlebiges Werkzeug, brauchst du es künftig nicht zu höheren Preisen kaufen. ein gut reparabler fahrbarer Untersatz ist auch sinnvoll. Ein Kaminofen und ein großer Holzvorrat sind meine nächsten Investitionen.
Wichtig ebenso: Bildung, handwerkliches Geschick, Garten, Familie.
Haben wir allerdings Zeiten, in denen Gold das nackte Überleben sichert, rechne ich auch mit sinkenden Gegenwerten.
Da werden Tauschmittel wichtiger. Hier denke ich beispielsweise an Alkohol, Kaffee und Zigaretten.
Hat der Bauer genug Gold, tauscht er lieber gegen Genussmittel (sagen mir meine DDR-Vergangenheit und meine Großeltern)
Der Kopf ist rund damit das Denken die Richtung ändern kann

Beitrag 11.07.2011, 09:59

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Oscar
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Wohnort: Thüringen; A4/A9
Ich sehe Gold, oder EM generell, als Inflationsschutz an. Mach doch mal eine Rechnung auf: Du investierst jeden Monat 300,- in EM, Beispiel gäbe es genug (2Rand, Souvereign, 1/4oz Gold). Oder aber Du legst das Geld treu und brav in den Sparstrumpf. Nach ein paar Jahren hast Du bei EM was in der Hand, das kann Dir keiner nehmen. Für den Fall einer Währungsumstellung wäre Dein Papiergeld im Sparstrumpf weg, die Hälfte wert, oder was auch immer. Mit EM kannst Du aber dann ganz anders in die neue Währung starten.
Und, was ich persönlich auch als Vorteil ansehe, keiner weiß, daß Du EM hast. Passiert irgendwas, werden die Behörden schnell sehen (können), :shock: ach da ist ja die Summe xxx im Sparstrumpf, soll er die mal nehmen.
Fülle die Jahre mit Leben und nicht das Leben mit Jahren!

Beitrag 11.07.2011, 10:09

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Ladon
Moderator
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Registriert: 17.05.2010, 13:38
Wohnort: Terra
Schau mal hier:

http://www.gold.de/artikel,63,Gold-als- ... chutz.html

Insbesondere der allerletzte Abschnitt ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 11.07.2011, 10:14

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HerrHansen
10 Unzen Mitglied
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Registriert: 21.10.2010, 11:48
Wohnort: Schleswig-Holstein
Es gibt da dieses schöne verallgemeinerte Beispiel:

Anfang des Jahrhunderts kostete ein maßgeschneiderter Herrenanzug eine Unze Gold, wenn man(n) sich die heutigen Preise anschaut, liegt der Maßanzug nicht unter dem Preis einer Unze...

D.h. hätte man sich Anfang des Jahrhunderts die Unze Gold in den Schreibtisch gelegt, könnte man sich heute noch einen Anzug kaufen. Hätte man sich das Bargeld in die Schublade gelegt... ich wage nicht nachzurechnen!

Ich weiß, das Beispiel ist abgedroschen, aber ich finde es immer noch gut.
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