MBA-These: China braucht keinen Goldstandard

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 04.11.2013, 21:13

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Goldistan
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Beitrag 04.11.2013, 22:15

Marek
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Hi,

das erscheint mir erst mal in sich plausibel und
- soweit ich die Details nachvollziehen kann -
wirklich als "Meisterarbeit".
(Ich kann da jedenfalls mit meinem Wissen nichts dran widerlegen
bzw. finde das ziemlich stringent?!)

Die Problematik sehe ich eher darin:
"Was machen die Amis, wenn das so eintritt?" smilie_08
Das werden die garantiert nicht so hinnehmen
bzw. sie haben ja anscheinend immer einen gewissen "Informationsvorsprung"....smilie_08

Liebe Grüße Marek

Beitrag 04.11.2013, 22:58

Chinese
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Ich glaube nicht das China hier so kompliziert denkt.

Die Regierung kauft nicht nur was das Zeug hält bzw. Was der Markt hergibt, sondern ermuntert stark die Bürger zu kaufen was geht. Was im Westen verkauft wird, geht sofort nach Asien. Würde dies in Hinblick auf einen Goldstandart gemacht werden würde man die Bürger nicht ins Boot holen. Die Regierung würde dies alleine durchziehen, da man zukünftig das Gold beim Privaten wieder einsammeln müsste.

Ich glaube einfach man will seine Dollarscheine in Sicherheit bringen und tauscht in Gold was auf den Markt kommt. Auch wenn der Privatmann in RMB kauft benötigt man Dollar um den Geber im Westen zu bezahlen. Und die hat China bis zur Halskrause.

Zugleich schadet es natürlich der Währung nicht. Wobei China zur Zeit kein Interesse an einem starken RMB hat und allen Drohungen des Westens und insbesondere der USA mit einem netten Lächeln widersteht und der Bitte einer grösseren Aufwertung standhaft widersteht.
»Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.« Albert Einstein

Beitrag 04.11.2013, 23:24

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MaciejP
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Chinese hat geschrieben:Würde dies in Hinblick auf einen Goldstandart gemacht werden würde man die Bürger nicht ins Boot holen. Die Regierung würde dies alleine durchziehen, da man zukünftig das Gold beim Privaten wieder einsammeln müsste.
Wäre das nicht eine Möglichkeit, günstig an noch mehr Gold zu kommen? Ich glaube zwar auch nicht, dass China einen Goldstandard o.ä. einführen will. Der Umstand, dass man seitens der Regierung aber offensiv für den Goldkauf wirbt, lässt mich misstrauisch werden. Ich weiß nicht was, aber irgendwas ahnen oder planen die ... smilie_08

Beitrag 05.11.2013, 03:24

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KROESUS
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die chinesische Regierung ermuntert ihre Bürger zum Goldkauf im Gegensatz zu den NWO hörigen Regierungen des Westens

Vielleicht ist die chinesische Regierung tatsächlich am Reichtumszuwachs ihrer Bürger interessiert?

an eine kommende Golddeckung oder Teildeckung also einen Goldstandard des Renminbi glaube ich nicht, die Regierung würde sich ja die Möglichkeiten beschneiden an den Devisenmärkten zu intervenieren und Grossprojekte im eigenen Land zu finanzieren

da nützt dann auch der einer Golddeckung folgende Vertrauensgewinn und daraus folgende Geldströme in den Renminbi nichts der Nachteil s.o. wäre grösser

Beitrag 05.11.2013, 08:29

Normalo
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Die Thesen der Arbeit liefern u.a. verschiedene Begründungen, wie der Dollar als Leitwährung vom Yuan abgelöst werden könnte und welche Rolle Gold dabei spielt.

Das der Dollar seine beste Zeit hinter sich hat ist klar, eine Besserung erscheint auch unwahrscheinlich. Durch vielfälltige Gründe wird das Vertrauen in den Dollar geschwächt (Ausenhandelsdefizit, Geldpolitik, Arbeitsmarkt...), als einzig positiven Punkt kann man die gute Versorgung der USA mit Öl und Gas durch Fracking anführen.
Daher ist mit einer weiteren Schwächung der Akzeptanz des Dollars als Weltleitwährung zu rechnen.
Einige Leute gingen davon aus, dass der Euro in die Lücke springen würde. Dies wird durch das Andauern der Eurokriese(n) immer unwahrscheinlicher.

Daher denke ich, dass viele Länder sich mit dem Yuan als Weltleitwährung anfreunden könnten - da einfach kaum andere Alternativen existieren. Eine Hinterlegung mit Gold, egal in welcher Form, würde die Akzeptanz natürlich erhöhen. Es bleibt sogar die Frage (wie schon in der Masterarbeit angeführt), ob die Hinterlegung mit Gold überhaupt notwendig wäre.

Ich glaube, dass der Dollar seine Funktion als Leitwährung durchaus an China abgeben könnte. Dies dürfte jedoch ein länger andauernder Prozess sein, der noch viele Jahre (20-50 ???) in Anspruch nehmen dürfte.

---> Is echt erstaunlich, mit welchen Dingen man sich hier im Forum beschäftigt!
smilie_24
Das wenigste ist wie es auf den ersten Blick scheint.

Beitrag 05.11.2013, 12:01

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Goldistan
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Beitrag 05.11.2013, 12:02

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KROESUS
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bei aller Sympathie für Gold als echtes Geld und wunderschönen Rohstoff, es wird keine Golddeckung einer grossen Währung mehr geben

dadurch würde sich die Zentralbank oder andere Steuerungseinheit der jeweiligen Währung die Möglichkeit nehmen korrigierend zum Beispiel im Sinne des Wirtschaftswachstums und dem Erhalt der Arbeitsplätze einzugreifen.

der $ hat noch lange nicht fertig, noch wird die bestausgerüstete Armee der Welt in $ bezahlt, vergesst das nicht!

Noch wollem mehr Chinesen nach USA auswandern als USamerikaner nach China

also ist der $ Raum attraktiver und somit auch der $

klar hat China ein stärkeres Wirtschaftswachstum und auch stärkere Wohlstandszuwächse der Masse als die USA, unbestritten!

bis sich das angeglichen hat ist noch sehr lange hin mindestens 20 Jahre.

Ich denke sogar dass der $ jetzt erst einmal gegen € und Gold gewinnen wird bis die nächste abwertungswelle einsetzt, nächstes Jahr dann?

der yüan dürfte weiterhin gegen $ langsam zulegen, soweit lässt die chinesische Führung einen langsam Wohlstandsgewinn der gelben Masse zu!

Beitrag 05.11.2013, 12:27

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Goldistan
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Beitrag 05.11.2013, 20:04

1107greg
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Veränderungen können schneller passieren als einem lieb ist… grade bei den Chinesen ... smilie_02

Was mich mal aufgrund der Untersuchungen der Arbeit interessiert, ob man eine realistische Zahl der Gold-t von China plausibilisieren kann. Die 1000+X t seit Jahren unverändert ist ja lachhaft... smilie_17

Wenn die Chinesen rauslassen, sie haben schon 3.000 oder 5.000t oder wie viel auch immer schon zusammen, ja dann aber Halleleja…
Aber das werden sie aus nachvollziehbaren Gründen erst tun, wenn sie meinen, sie hätten eine angemessene Tonnage, wieviel auch immer das ihrer Meinung nach sein dürfte... smilie_12
gregory

Beitrag 05.11.2013, 20:58

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MaciejP
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Goldistan hat geschrieben:Man muss dazu sagen, dass es sich hier auch um Marketing eines Goldproduzenten handelt.
Genau, ich gehe mal davon aus, dass die nicht im Namen der Regierung sprechen. Daher würde mich mal die offizielle Begründung der Regierung interessieren, warum diese Werbekampagnen betrieben werden.
Trotz all dem Wirtschaftsaufschwung und einer steigenden Anzahl von Dollar-Millonären, kann ich nicht glauben, dass all das Gold in privaten Endkunden-Händen landet.
Welches Gold meinst du hier, das in großen Mengen importierte? Ich schätze davon wird ein Großteil tatsächlich in den Tresoren der Zentralbank landen. Dennoch sind die Kaufräusche der "chinesischen Hausfrau" ja mittlerweile schon fast legendär. :D

Beitrag 05.11.2013, 21:31

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Goldistan
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Beitrag 05.11.2013, 23:47

1107greg
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Vielen Dank - der Link ist sehr erhellend und schätzt vorsichtig ca. 3.600 t, ggf wesentlich mehr. smilie_12

Das ist doch mal ne Ansage.

Sollte das mal offiziell bestätigt werden, dürfte sich das ganz erheblich auf den Goldpreis bemerkbar machen. smilie_17
gregory

Beitrag 06.11.2013, 15:34

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Goldistan
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Beitrag 06.11.2013, 16:15

smilelover
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http://www.numismaster.com/ta/numis/Art ... leId=27374
By Patrick A. Heller
November 05, 2013

Yesterday, Du Haiqing, the vice general manager of China Gold Group (China’s largest gold producer) told a gold industry conference in China that China’s current gold consumption level cannot be sustained.

According to the China Gold Association, China consumed 832.18 metric tons (26.75 million ounces) of gold in 2012. In 2013, Du projected domestic gold production to be 430 metric tons for the year, none of which is exported. For the first nine months of 2013, China has imported 855 metric tons of gold through Hong Kong. Even if no more gold were imported after Sept. 30, that would still put 2013 demand at 1,285 metric tons (41.3 million ounces).

Du not only said that the current level of gold consumption is unsustainable, but that total demand starting in 2014 may fall below 1,000 metric tons (32.15 million ounces).

I suspect that not only was Du’s demand forecast wrong, but that he was deliberately lying when he made these statements. Sadly, China’s financial intentions are masked by hiding them behind statements of lesser officials, who are often engaged in misdirection. By having Du say that demand will drop, low gold prices will likely continue longer than they otherwise would. The result would be that China could buy more gold at bargain levels.

China has become aggressive over the past two months in signing agreements to use its currency in international transactions in place of the U.S. dollar. The Chinese yuan is at a disadvantage versus the dollar because, for decades, it has largely been a restricted currency, circulating almost exclusively in the domestic market. One means to expand the international acceptance of the yuan would be to give the currency a gold backing. The actions of China’s central bank appear to be headed in this direction.

China last updated the size of its gold reserves in 2009. Analysts vary in their calculations of how much gold has been added to reserves since then. However, all agree that the quantities have been massive. Depending on who you listen to, China likely has total gold reserves that would now rank it somewhere between second and fifth largest of any central bank.

China is constantly opening up the domestic gold market to make it easier for private citizens to acquire sold. On top of that, some analysts project that China’s central bank could accumulate as much as 5,000 metric tons (160+ million ounces) of gold in the next few years. This massive combined demand will not be met with annual domestic and imported supplies of less than 1,000 metric tons.

I can see only one reason why Chinese gold demand might decline. If the price of gold were to soar, at some point it would affect demand. The Chinese were regularly buying gold even when it topped $1,900 in September 2011. To me, the price of gold would have to surpass $2,000 in order to affect Chinese demand.

Consider yourself informed.
res ipsa loquitur

Beitrag 06.11.2013, 20:17

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Lumpi
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Beiträge: 171
Registriert: 14.07.2011, 12:44
Hallo an alle smilie_24

Die chin. Staatsbank sammelt nicht nur Gold - es wir auch viel Gold verbraucht.
Nur allein bei verausgabten Münzen sind 2012 ca. knap 2.000.000 Unzen Gold ca. 60t
verbraten wurden. Die Industrie bedarf so einiges - Schmuck - Goldzähne usw .

Ich denke das meiste Gold liegt bei den Bürgern und weniger Bei der Staatsbank.

Lunpi
Genieße das Leben ständig - du bist länger tot als lebendig !

Beitrag 06.11.2013, 22:23

herakles
500 g Barren Mitglied
Beiträge: 516
Registriert: 12.07.2013, 15:55
Lumpi hat geschrieben:
Ich denke das meiste Gold liegt bei den Bürgern und weniger Bei der Staatsbank.

Lunpi
Im Kommunismus ist die Trennung zwischen Bürger und Staat nicht ganz so scharf.


Die Chinesen brauchen eine echte (nicht mit Kredit generierte) Binnennachfrage für den Fall dass der $ baden geht und der Yuan generell aufwertet, um die dann Rückläufigen Exporte auszugleichen. Das geht nur wenn die Inländer zusätzliche reale Kaufkraft bekommen.
Wenn der Goldpreis nach oben schießt (weil der $ "stirbt") sind die goldbesitzenden Chinesen plötzlich reich und können im eigene Land einkaufen gehen.

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