Rückkehr zu goldgedecktem Geld

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 11.02.2015, 16:36

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Datenreisender
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Eric Sprott:
Rückkehr zu goldgedecktem Geld in weniger als 10 Jahren

Goldmarktexperte Eric Sprott weigert sich, permanente Liquiditätsflut, negative Einlagezinsen und die Nullzinspolitik der Zentralbanken als “normal” zu akzeptieren. Die hochvolatilen Devisenkurse sieht er als ernste Gefahr.

http://www.goldreporter.de/eric-sprott- ... old/48517/

Beitrag 11.02.2015, 17:46

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Titan
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Datenreisender hat geschrieben:Eric Sprott:
Rückkehr zu goldgedecktem Geld in weniger als 10 Jahren
Goldmarktexperte Eric Sprott
Ja,ja der (oder doch die?) "Experten-Sprotte"... smilie_11
T.
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und Du veränderst Dein Leben"
"Die kürzesten Wörter ( ja,nein ) erfordern das meiste
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Beitrag 12.02.2015, 17:04

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Hellweg
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Titan hat geschrieben:
Datenreisender hat geschrieben:Eric Sprott:
Rückkehr zu goldgedecktem Geld in weniger als 10 Jahren
Goldmarktexperte Eric Sprott
Ja,ja der (oder doch die?) "Experten-Sprotte"... smilie_11
T.
Ist der Herr Sprotte ein gebürtiger Kieler?

Beitrag 12.02.2015, 21:05

Xaver
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Die Politik erzählt doch immer so gerne dass Monopole schlecht sind und vermieden werden sollen. Wäre schön wenn die mal bei sich selbst anfangen und alternative Währungen zulassen würden. Auf so ein Geld wie den endlos gedruckten und in die Welt gebuchten Euro kann ich verzichten.

Beitrag 12.02.2015, 22:41

Ruebe
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Naja, das Szenario ist ja zumindest im Bereich des Möglichen.

Wenn das eintreffen sollte, was würde das für unsere EMs, wohl speziell Gold bedeuten?

Gruß

Ruebe

Beitrag 13.02.2015, 07:34

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Ladon
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Kann ich Dir sagen und ist den Geschichtsbüchern zu entnehmen:

Mittelfristig (!) werden die Zentralbanken enormen "Hunger" auf das privat gehortete Gold bekommen (Wer mag kann sich hier im Forum mal Greenspans Aussage dazu anhören: "... private Goldbesitzer werden ... dazu gebracht ihr Gold bei einer Bank zu hinterlegen ..."
Der Unterschied zu FIAT ist dann nur noch marginal. Die Unterwerfung unter eine Geldelite wahrscheinlich noch direkter (aber das ist letztlich natürlich eine Frage der Ausgestaltung der Regularien)

... denn, noch schlimmer, wird "festgelegt", welchen Preis Gold nun in der "gedeckten" Währung hat und der wird von da an (bis zu einer neuen inernationalen Einigung) entsprechend fixiert sein. Spekulation mit Gold erheblich schwieriger ... Kursgewinne aber natürlich nahezu auch unmöglich. 1 Mark sind soundsoviel Gramm. und umgekehrt. Fertig.
In Perfektion macht man das so: Goldpreis niedrig fixieren > privaten Goldbesitz ("nur" monetäres Gold naürlich - damit es nur die Reichen trifft ...) verbieten > privates Gold einsammeln > Schamfrist > Goldpreis neu festlegen
Auch das ist keine Ausgeburt meiner morgendlichen Fantasie.

Kurz: Gold wäre dann etwas ziemlich anderes als das, was es heute ist. ;-)
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 13.02.2015, 10:03

Klecks
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Ladon hat geschrieben: Kurz: Gold wäre dann etwas ziemlich anderes als das, was es heute ist. ;-)
...umd ganz sicher nicht der Quell unermesslichen Reichtums, wie es sich so manche Foristen in ihren feuchten Träumen zusammenfantasieren smilie_58
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 13.02.2015, 11:29

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Datenreisender
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Klecks hat geschrieben:
Ladon hat geschrieben: Kurz: Gold wäre dann etwas ziemlich anderes als das, was es heute ist. ;-)
...umd ganz sicher nicht der Quell unermesslichen Reichtums, wie es sich so manche Foristen in ihren feuchten Träumen zusammenfantasieren smilie_58
Eine eingeschränkte Handelbarkeit von Gold muss für den privaten Goldbesitzer kein Nachteil sein. Um Beispiele zu finden muss man weder zeitlich noch geografisch weit weg ...

Bürger der DDR konnten offiziell kein Gold kaufen, nur verkaufen. Der Goldtausch lief meist von privat zu privat unter der Hand, ein 20 Mark-Münze Kaiser Wilhelm lag in den 1980ern um die 1.300 Mark der DDR. Der offizielle Ankaufskurs der DDR lag bei knapp 300 Mark der DDR pro Gramm, d.h. der Wert einer Unze Gold entsprach über den Daumen dem Jahresgehalt eines Facharbeiters oder der Wohnungsmiete für eine Dreiraumwohnung für 350 Jahre ...

Und was machten die findigen DDR-Bürger? Die tauschten Mark der DDR in ungarische Forint, tschechische Kronen oder russische Rubel, fuhren in den Urlaub und schmuggelten in Ungarn, Tschechien oder Russland preiswert gekauftes Gold (in Form von Schmuck oder alten Handelsgoldmünzen) zurück nach Hause. Angekauft von der DDR zum offiziellen Kurs und anschliessend bei der Währungsreform in D-Mark getauscht ... macht in etwa 4.700 DM oder 2.350 € pro Unze ...

Silber haben die DDR-Bürger meist billig in Polen gekauft, offizieller Ankaufskurs der DDR 6,50 Mark pro Gramm, macht 202 Mark der DDR pro Unze bzw. 101 D-Mark bzw. etwa 50 €.

Beitrag 13.02.2015, 11:51

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Dragonh3art
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War der Kurs nich 1 DDR Mark zu 5 Dm Mark ???
Dieses 1 zu 2 gab es doch meine ich nur für eine bestimmte kleine Summe.
Wenn man früher in der DDR war meine ich (Ok da war ich noch klein) sogar 1zu8 bekommen zu haben so 1980-1985 etwa.
Damit wäre deine Rechnung nicht ganz richtig.

MfG
Dragonh3art

Beitrag 13.02.2015, 11:56

Klecks
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@ Datenreisender: Schon richtig. Hier ging es aber nicht um Schwarzmarktgewinne der DDR-Bürger (die ohne Wiedervereinigung onehin nie realisierbar gewesen wären) sondern darum, dass wohl kaum jemand mit ein paar Unzen Gold über Nacht reich wäre, nur weil eine neue Golddeckung eingeführt wird.

Nochmal zu deinem DDR-Beispiel: Mit dem billigen Einkauf in Ungarn und Polen konnte man zu DDR-Zeiten nicht einmal seinen Urlaub finanzieren. Und Gewinne in Ostmark hin oder her, großartig kaufen konntest du dir davon auch nichts. Mit dem CDU-Stimmenkauf namens 1:1- bzw. 1:2-Umtausch konnte vorher keiner rechnen und hat auch niemand gerechnet. Das war für die Sparer in der ehem. DDR wie ein Lottogewinn. Da ist keiner nach Polen gefahren , hat sich mit Silber eingedeckt und dann auf die "heim ins Reich"-Aktion gewartet, damit er kurz vor Ladenschluss schnell noch in Ost-Mark verkaufen und beim Tausch in West-Mark den riesen Schnitt machen kann.

@ Dragonh3art: Umgekehrt. Für 5 bzw. 8 Ost-Mark gabe im Westen 1 DM. In der DDR lief das anders, da musstest du deine DM 1:1 zwangsumtauschen.

Bei der Wiedervereinigung wurden Sparguthaben bis 4.000 Mark 1:1 umgetauscht, alles darüber 2:1. Löhne, Gehälter, Mieten usw. 1:1.
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 13.02.2015, 12:08

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Datenreisender
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Klecks hat geschrieben:Nochmal zu deinem DDR-Beispiel: Mit dem billigen Einkauf in Ungarn und Polen konnte man zu DDR-Zeiten nicht einmal seinen Urlaub finanzieren. Und Gewinne in Ostmark hin oder her, großartig kaufen konntest du dir davon auch nichts. Mit dem CDU-Stimmenkauf namens 1:1- bzw. 1:2-Umtausch konnte vorher keiner rechnen und hat auch niemand gerechnet. Das war für die Sparer in der ehem. DDR wie ein Lottogewinn. Da ist keiner nach Polen gefahren , hat sich mit Silber eingedeckt und dann auf die "heim ins Reich"-Aktion gewartet, damit er kurz vor Ladenschluss schnell noch in Ost-Mark verkaufen und beim Tausch in West-Mark den riesen Schnitt machen kann.
Auch ohne Wiedervereinigung war Gold und Silber in der DDR sehr selten und extrem wertvoll und wurde auf dem Schwarzmarkt wie Westgeld behandelt. Man konnte sich beispielsweise für 3-6 kg Silber oder 3-5 Unzen Gold einen Wartburg mit VW-Motor als Neuwagen und unter Umgehung der üblichen jahrelangen Wartezeit kaufen. Für 10-15 Unzen gab's ein neues Einfamilienhaus (Mehrfamilienhäuser waren wertlos).

Beitrag 13.02.2015, 12:26

Klecks
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Datenreisender hat geschrieben: Auch ohne Wiedervereinigung war Gold und Silber in der DDR sehr selten und extrem wertvoll und wurde auf dem Schwarzmarkt wie Westgeld behandelt. Man konnte sich beispielsweise für 3-6 kg Silber oder 3-5 Unzen Gold einen Wartburg mit VW-Motor als Neuwagen und unter Umgehung der üblichen jahrelangen Wartezeit kaufen. Für 10-15 Unzen gab's ein neues Einfamilienhaus (Mehrfamilienhäuser waren wertlos).
Hast du dafür belastbare Quellen? Die genannten EM-Mengen kommen mir nämlich sehr niedrig vor...

Was das "selten" betrifft: Das gilt nur für monetäres Gold und Silber. Als Schmuck und Zierat waren beide Metalle erlaubt und auch käuflich. Soooo selten war das glänzende Zeugs dann doch wieder nicht smilie_16
Die Beschränkung des erlaubten Besitzes auf Schmuck und Zierat hat mitunter seltsame Blüten getrieben. Mithras hat dazu mal ein sehr schönes Beispiel angeführt von einer eher laienhaft gedengelten Schale aus .333er "Edelblech" mit einer "Zierborte" aus kaiserlichen Goldmärkern. Das Teil galt als Deko und war damit ganz offiziell erlaubt.
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 13.02.2015, 12:31

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Datenreisender
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Klecks hat geschrieben:Hast du dafür belastbare Quellen? Die genannten EM-Mengen kommen mir nämlich sehr niedrig vor...
Die Zahlen sind aus dem Gedächtnis, die Größenordnungen stimmen aber. Mußt Du bei Interesse bitte mal googlen. Es gab auch mal einen etwas längeren Thread dazu im Goldseiten-Forum.
Klecks hat geschrieben:Was das "selten" betrifft: Das gilt nur für monetäres Gold und Silber. Als Schmuck und Zierat waren beide Metalle erlaubt und auch käuflich. Soooo selten war das glänzente Zeugs dann doch wieder nicht smilie_16
Die Beschränkung des erlaubten Besitzes auf Schmuck und Zierat hat mitunter seltsame Blüten getrieben. Mithras hat dazu mal ein sehr schönes Beispiel angeführt von einer eher laienhaft gedengelten Schale aus .333er "Edelblech" mit einer "Zierborte" aus kaiserlichen Goldmärkern. Das Teil galt als Deko und war damit ganz offiziell erlaubt.
Wer Eheringe kaufen wollte, musste dem Goldschmied Gold zum Eintauschen/Einschmelzen mitbringen. Ansonsten gab's sog. "GOMA-Ringe" (Goldmantel, d.h. innen Kupfer, außen 333er-Gold), aber auch nur gegen eine entsprechende Bescheinigung vom Standesamt über die Anmeldung einer Eheschließung.

Beitrag 13.02.2015, 13:12

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Goldeule
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Hier mal ein Beispiel von 1981 in der DDR.

Rohgewicht 2,6g Gold 333

Material 0,9g Aufkaufspreis 198,- Mark der DDR. Abzüglich Taxabzug 192,06.

DDR Bürger konnten Gold kaufen, z.B. Schmuck nur gegen Goldabgabe. Sammlermünzen zu sehr hohen Preisen
gab er gelegentlich auch, z.B. in antiquariatsgeschäften ein sehr gutes bekanntes gab es in Weimar.
Zuletzt geändert von Goldeule am 12.03.2015, 11:03, insgesamt 2-mal geändert.

Beitrag 13.02.2015, 13:13

Klecks
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@ Datenreisender: Ich hab jetzt mal ein bisschen gegurgelt. So wie es aussieht liegen wir wohl beide falsch.

Durch den Beschluss des Ministerrats der UdSSR über die Auflösung der Hohen Kommission der Sowjetunion in Deutschland vom 20. September 1955 gab es ab diesem Zeitpunkt kein Goldverbot mehr in der DDR. Von da an war Goldbesitz -egal in welcher Form- durchgehend erlaubt. Es gab nur keines zu kaufen, jedenfalls bis etwa Anfang der 1980er. Für diese Zeit kommen dann auch deine Zahlen in etwa hin (auch Schwarzmarktkurse unterliegen Schwankungen): Ich habe einen Forenbeitrag gefunden, in dem einige berichten, dass sie 1975-79 zwischen 1.300 und 1.400 DDR-Mark für einen 20er Willi gezahlt haben. Im selben Forum wird aber auch von der problemlosen (privaten) Einfuhr von Goldschmuck aus der UDSSR, der CSSR und aus Ungarn berichtet.

Was die Eheringe betrifft: Vergoldete Silber- und GOMA-Ringe konntest du jederzeit auch ihne irgendwelche Unterlagen kaufen. Gegen standesamtliche Bescheinigung gab es dünne 8-Karat-Ringchen.

Ab Anfang der 1980er gab es dann auch in der DDR wieder güldenes beim Juwelier, zwar selten und in überschaubarer Auswahl aber immerhin.

Silber war erstens nie verboten und zweitens beinahe durchgehend zu kaufen. Es war nur fast im gesamten Ostblock billiger als in der DDR.
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

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