Wie sehr werden Goldnachfrage und -preis durch die Notenbanken beeinflusst?

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Puschel
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Klecks hat geschrieben: 09.02.2024, 20:25 @ Puschel: Gut erklärt! smilie_14
Hab sogar ich verstanden smilie_01
Mille grazie, Signor Klecks smilie_01

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Sapnovela
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Puschel hat geschrieben: 09.02.2024, 20:11 Wie soll das aber in der Praxis mit Meerwasser funktionieren?
Wir haben keinen zweiten Eimer in der Größe der Ozeane, wo man dann das Wasser ableitet welches von Gold befreit wurde.
Ergo: Die Goldhaltigkeit von 13 Milliardstel/Liter Meerwasser nimmt immer mehr ab, desto mehr Gold daraus gewonnen wurde.
Das komplette Gold kann man gar nicht aus dem Meer holen. Es funktioniert mathematisch einfach nicht.

Oder habe ich da einen Denkfehler?
Schon richtig, der Goldgehalt im Wasser würde immer weiter abnehmen, das ist aber im Grunde bei jeder Rohstoffgewinnung so. Auch Ölquellen z.B. werden nie zu 100% leer gefördert, weil es immer unwirtschaftlicher wird. Der Aufwand das Gold aus dem Meerwasser zu gewinnen, ist wahrscheinlich größer als einen Gold-Asteroiden einzufangen smilie_02

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Ignoro88
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Klecks hat geschrieben: 09.02.2024, 20:25 @ Puschel: Gut erklärt! smilie_14
Hab sogar ich verstanden smilie_01


@ Ignoro: Humorbefreit?
Fallst du doch mal ein bisschen lachen willst:
Bild

smilie_02
Lache mich schlapp. „Spricht derjenige, der scheinbar sarkastischen Humor nicht kapiert“ smilie_02

Für weiteren Austausch sollten wir einen neuen Thread eröffnen smilie_02 . Freue mich drauf smilie_07

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Deichgraf
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Jetzt habe ich doch mal draufgeklickt.
Wenn sich eine Zeitung "Businessinsider" nennt und unter "Wissenschaft" dann das da veröffentlicht:
"befinden sich in den Weltmeeren etwa 20 Millionen Tonnen Gold. Das entspricht einem Wert von mehr als 770 Billionen Dollar.", kann man sich nur irgendwohin fassen. Z.B. an den Kopf.
Zur Bewertung des Anlagevermögens hatte ich kürzlich was gesagt.
Das Meeresgold könnte man behelfsweise als "Anlagevermögen der Natur" betrachten. Da die Natur keine Person ist, darf man sie berauben.
Bringt man nun diesen Raub auf dem Markt in den Verkauf, erhöht sich das Angebot um so bummelig 150000 Prozent. Der Wert des Goldes im Meer ist der Preis, den es dann erzielt, wenn es sich 1500-fach im Überangebot befindet.
Jetzt eine Wertbeimessung vorzunehmen, verbietet sich eigentlich von allein.
Deswegen tue ich das auch: Kommen die 20.000.000 Tonnen hinzu, kostet ein goldener Tortenheber beim KiK 3,99.
:mrgreen:

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Klecks
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Ignoro88 hat geschrieben: 10.02.2024, 20:56 Lache mich schlapp. „Spricht derjenige, der scheinbar sarkastischen Humor nicht kapiert“ smilie_02
Kenne ich. Also solche Leute, meine ich. Witze nicht verstehen, jeden anstänkern und rumpöpeln und wenn sie dann mal verbal eins auf die Fresse kriegen, kommt ein "ey, das war doch nur Sarkasmus. Reg dich doch nicht so künstlich auf".

Der Witz ist: Die regen mich nicht auf. Im Gegenteil, ich habe Mitleid mit ihnen.
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

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Eastwood
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Klecks hat geschrieben: 11.02.2024, 17:10 rumpöpeln
popeln oder pöbeln?

du musst dich entscheiden! Allein schon wegen der Lochwahl!

mit stets korrektem Gruß
Clint
Willy Brandt 1968: "Wer einmal mit dem Notstand spielen sollte, um die Freiheit einzuschränken, wird meine Freunde und mich auf den Barrikaden der Demokratie finden, und dies ist ganz wörtlich gemeint.“

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Ignoro88
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Klecks hat geschrieben: 11.02.2024, 17:10
Ignoro88 hat geschrieben: 10.02.2024, 20:56 Lache mich schlapp. „Spricht derjenige, der scheinbar sarkastischen Humor nicht kapiert“ smilie_02
Kenne ich. Also solche Leute, meine ich. Witze nicht verstehen, jeden anstänkern und rumpöpeln und wenn sie dann mal verbal eins auf die Fresse kriegen, kommt ein "ey, das war doch nur Sarkasmus. Reg dich doch nicht so künstlich auf".

Der Witz ist: Die regen mich nicht auf. Im Gegenteil, ich habe Mitleid mit ihnen.
Vielen Dank für die Bestätigung. smilie_01

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Sapnovela
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Lt. John Reade vom World Gold Council waren die Notenbanken letztes Jahr für 1/5 der globalen Goldnachfrage verantwortlich. „Man kann von einem halsbrecherischen Tempo der Goldkäufe der Notenbanken sprechen“ sagt der dazu.

Gründe
- Inflation
- Diversifizierung der Devisenreserven z.B. von China & Indien
- Reduktion des USD als Folge der Sanktionen gegen russische Devisen-Reserven

https://www.boersen-zeitung.de/kapitalm ... ld-council

Wenn man diese Gedanken weiterdenkt, könnte durch die Beschlagnahme der 300Mrd von Russland und deren Auszahlung an die Ukraine (halte ich für nahezu ausgemacht sollte sich eine Präsidentschaft von Trump abzeichnen) der Goldkurs nochmal deutlich nach Norden gehen. Silber ist dagegen wohl wieder das Karstadt der Edelmetalle... .

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Eastwood
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Sapnovela hat geschrieben: 17.02.2024, 10:07 Silber ist dagegen wohl wieder das Karstadt der Edelmetalle... .
Das kommt wohl auf den Zeithorizont der Betrachtungsweise an. Obwohl Viele hier ihre Unzufriedenheit mit der Entwicklung bei Silber kundtun, so ist doch die Wertentwicklung im Chart für 5 oder gar 10 Jahre fast gleich profitabel.

Insoweit war auch Silber (sofern zu guten Zeitpunkten gekauft wurde) kein so schlechtes Invest....


mit optimistischem Gruß
Clint
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Sapnovela
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Eastwood hat geschrieben: 19.02.2024, 09:40
Sapnovela hat geschrieben: 17.02.2024, 10:07 Silber ist dagegen wohl wieder das Karstadt der Edelmetalle... .
Das kommt wohl auf den Zeithorizont der Betrachtungsweise an. Obwohl Viele hier ihre Unzufriedenheit mit der Entwicklung bei Silber kundtun, so ist doch die Wertentwicklung im Chart für 5 oder gar 10 Jahre fast gleich profitabel.

Insoweit war auch Silber (sofern zu guten Zeitpunkten gekauft wurde) kein so schlechtes Invest....

mit optimistischem Gruß
Clint
Auf 5 Jahre gesehen hast Du wohl Rest das sind in beiden Fällen etwas über 50%, was völlig ok ist. Auf 10 Jahre gesehen sind es aber bei Silber nur +36% und bei Gold +94%.

Das Problem ist, dass Silber seit ca. Mitte 2020 (nach dem Corona-Loch) nicht vom Fleck kommt, nicht durch Inflation oder Krieg oder sich ändernde Zinsen. Daher sehe ich vorerst keinen Grund, warum sich das ändern sollte. Bei Gold is die Story dagegen relativ klar. Notenbanken kaufen eben Gold und kein Silber.

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VfL Bochum 1848
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Überraschende Wende: Chinas Zentralbank kauft wieder Gold!

China hat erstmals seit April wieder eine Zunahme der staatlichen Goldreserven gemeldet. Was bedeutet das für den Goldpreis?

https://www.goldreporter.de/ueberrasche ... ws/245825/
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VfL Bochum 1848
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Reserven werden aufgestockt

Polen kauft mehr Gold als China – die Gründe geben zu denken

https://www.focus.de/finanzen/news/pole ... a1ffc.html
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China kauft heimlich Tausende Tonnen Gold

Ein wesentlicher Treiber der historischen Goldpreisrally sind Zentralbanken, die ihre Reserven umschichten. Insbesondere China hat offenbar in den vergangenen Jahren viel mehr Gold gekauft als bislang bekannt:

https://www.n-tv.de/wirtschaft/China-ka ... 22849.html
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sammler2012
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Oh, dann muss ich schnell noch meine Dollar Reserven eintauschen, bevor das nur noch Spielgeld ist.

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Ende historischer Preisrally?

Warum Zentralbanken tonnenweise Gold verkaufen

In den vergangenen Jahren kauften Zentralbanken Tausende Tonnen Gold, um ihre Währungsreserven zu diversifizieren. Damit heizten sie eine historische Goldpreisrally an. Seit Beginn des Iran-Kriegs gibt es Berichte über massive Verkäufe:

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Warum-Ze ... 67442.html
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gullaldr
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Am Ende relativiert der Artikel ja. Es kann möglichenfalls das Ende der aktuellen Preisrallye sein, aber nicht das Ende von Geld als Krisenwährung:
Aus dieser Verkaufswelle folgt nicht zwingend, dass die Zentralbanken weltweit ihre Goldbestände insgesamt abbauen. Einige Währungshüter nutzen offenbar die Preiskorrektur, um weiter kräftig zuzukaufen, darunter - trotz der Verkaufserwägungen ihres Chefs - auch die polnische Notenbank.

Die größeren Verkäufe im Zuge der Iran-Krise und der Preisrückgang bedeuten nach Ansicht des WGC auch nicht, dass Gold seine Rolle als "Krisenwährung" oder "sicherer Hafen" nicht erfülle. Im Gegenteil: Die Entwicklung unterstreiche, warum Zentralbanken Goldreserven aufbauten, sagte der Zentralbankexperte des WGC, Shaokai Fan, dem US-Sender CNBC: Weil Gold ein liquider Wert sei, der sich auch in unsicheren Zeiten typischerweise gut entwickle "und deshalb dann eingesetzt werden kann, wenn er gebraucht wird". Dieser Zeitpunkt ist für einige Zentralbanken offenbar jetzt in der Iran-Krise gekommen.

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Deichgraf
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Leichen besitzen die Eigenschaft tot zu sein. Wenn wir in eine solche tote Leiche eine Membranpumpe aus dem Aquarium einbauen und Energie in Form einer 9V-Batterie ebenfalls, messen wir einen Pulsschlag.
Wenn die Leiche doch die Merkmale des Lebendigen zeigt, nämlich den Pulsschlag, kann die Leiche nicht tot sein.
Die Pumpe in der Wirtschaft ist natürlich die Geldpumpe, die 9V-Batterie, die laufend erneuert werden muss, der Zins.
Ob es vielleicht zombifizierte Wirtschaftsysteme gibt, ob es vielleicht zombifizierte Währungen gibt, könnte man nur herausfinden, wenn man von den Anzeichen des Lebendigen nicht sogeich auf die Lebendigkeit und somit auf eine Rettbarkeit schließt.

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Sapnovela
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Deichgraf hat geschrieben: 30.04.2026, 09:41 Die Pumpe in der Wirtschaft ist natürlich die Geldpumpe, die 9V-Batterie, die laufend erneuert werden muss, der Zins.
Ob es vielleicht zombifizierte Wirtschaftsysteme gibt, ob es vielleicht zombifizierte Währungen gibt, könnte man nur herausfinden, wenn man von den Anzeichen des Lebendigen nicht sogeich auf die Lebendigkeit und somit auf eine Rettbarkeit schließt.
Das Wirtschaftssystem des Kapitalismus ist schon bemerkenswert stabil. Die Vereenigde Oostindische Compagnie (VOC) als erste moderne Aktiengesellschaft wurde 1602 gegründet. Heute ist der Kapitalismus egal wohin man blickt das beherrschende System. In lebendigen Demokratien wie in Skandinavien, in halb bis voll autoritären Systemen wie Türkei oder Russland und selbst im angeblich "kommunistischen" China. Außenseiter wie Cuba oder irgendwo in Afrika kommen wirtschaftlich nicht wirklich auf die Füße

Was nicht stabil ist, sind die Währungen die genutzt werden. Dem Wirtschaftssystem Kapitalismus ist das letztendlich egal. Ein guter Motor frisst alles, wie der gute alte MTU im Leo. Ob Gulden, Francs, Mark, Pfund, Dollar oder Yuan oder Riyal. Die Karawane zieht weiter, Profit gibt es überall.

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Deichgraf
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"I'm working so hard to keep you from the poverty, oh, yeah
I'm working so hard, I'm working for the company" (Jagger/Richards)

Für uns kaum vorstellbar, dass die Amsterdamer Börse für die erste und einzige AG, die NL-Company hochgezogen wurde. Wenn wir in der Company den Kapitalismus sehen wollen, liegen wir dicht an Dr. Marx. Tatsächlich ist der Kapitalismusbegriff gar nicht wirklich definiert, besser: 10 Professoren,12 Definitionen. Chaotisch wie in der Sexualpsychologie. smilie_07
Dr. Marx beschreibt die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, also letztendlich die Sklaverei, die auch wunderbar ohne Produktionsmittel und Geldsystem funktioniert und damit nicht das Kriterium für Kapitalismus schlechthin sein kann. Die Verelendung des Arbeiters fand so dann auch nicht statt. ( Fair bleiben: vlt. kommt das noch.) Die NL-Company hat mit Mord und Totschlag ihr Geld vermehrt. Das Muskatnussmonopol (Madagaskar?) mag als Beispiel dienen. Bleiben wir auf dieser Schiene, könnte die relative Stabilität der USA in der Vergangenheit vlt. auch darin begründet liegen, dass sie sich notfalls mit Gewalt das holten, das sie brauchten. Aber ist das Kapitalismus? - Eher nicht.
Die NL-Company hat es verstanden, ökonomische Macht in politische Macht zu transformieren. Rüstungskredite an den Staat usw. . Sie hat sich das Recht auf eigenen Armeen "erkauft" und das Recht Kriege zu führen. Ist Kapitalismus die scheibchenweise Übernahme staatlicher Macht? - Auch nicht so wirklich. (Evt. pervertierter Kapitalismus, s.weiter unten.)
Ein Professor beschrieb den Kapitalismus etwa als das Bestreben, immer mehr Vermögen anzusammeln und zwar über alle Grenzen des Vernünftigen hinaus. Gier, Sucht, eine psychische Fehldispositioniertheit. Ist Kapitalismus eine Erkrankung der Psyche? - Nein, wirklich nicht.

Tatsächlich ist der Kapitalismus untrennbar mit dem Schuldsystem verbunden, also nicht nur mit dem Schuldgeldsystem, dem Fiat. Vor längerer Zeit hatte ich ein kleines Modell gepostet. Kurz: Der erste Kapitalist verfügt über ein geerbtes Grundstück, das er als Einsatz riskiert, indem er es als Kreditsicherheit abtritt. Dank Fiat entsteht das Geld, mit dem er sich 1. eine Bäckerei bauen lässt, 2. das Mehl einkauft und 3. die ersten Löhne zahlt. Der Arbeiter muss den Lohn erhalten haben, erst danach kann der Bäcker Einnahmen erzielen. Auch die Nachfrage/Löhne sind vom Kapitalisten vorfinanziert. Resultat: Produktion, Arbeitsplätze.
Der Erfolgsmotor des Kapitalismus ist der Erfüllungsdruck, den die Schulden erzeugen. Daraus schöft der Kapitalismusbefürworter seine starken Argumente. Dr. Marx hatte das alles nicht verstanden. Für ihn war der Kapitalist nicht der erste Schuldner und der erste Risikoträger. Geld war für Dr. Marx immer schon irgendwie da. ja, aber woher denn? Auch Lady Rosa L. kam nicht drauf.
Versteht man unter Schulden endlich mal sowohl die expliziten als auch die impliziten, wird es noch klarer.
Der Erfüllungsdruck führt, sofern richtig strukturiert, in eine Wohlstandsgesellschaft, wobei der Begriff Wohlstand kontrovers diskutierbar bleiben muss.
Kapitalismuskritiker sehen im Kapitalismus deshalb ein System der Selbstausbeutung, das einen materiellen Wohlstand hervorbringt, aber ebenso einen physischen und psychischen Notstand. Zunehmend Kranke und Kinder, die mit Happymakern vollgepumpt werden, mehr Aggressionen und Gewalt als in Wohlfühlsytemen, die materiell nicht so gut ausgestattet sind. (Übrigens nannte man früher den Herzinfarkt "die Managerkrankheit")
Aufgrund des Wachsumszwanges sollte ein kapitalistisches System eine begrenzte Lebensdauer haben. Die lässt sich verlängern, indem ständig neue Bedürfnisse erweckt werden, von denen wir vorher gar nicht wussten, dass wir sie haben könnten. Schuften-Geld-Kaufen. Das Sytem funktioniert, wenn wir funktioieren. Wenn unsere Funktionsfähigkeit und damit wir erschöpft sind, wenn wir schlapp machen, tritt der Staat als Konsument auf. Er zahlt mit Geld, das er nicht hat. Die Effizienz der (Schein-) Investitionen sinkt. Exportüberschuss wäre toll. dann hat aber das andere Land einen Importüberschuss. Wenn der Kunde zur Finanzleiche geworden ist, liegt der Verkäufer bald daneben. Solange die Produktivität ausreichend steigt, ist alles gut. Auch die Rente. Sie ist durch die Produktivität des Arbeiters gedeckt. Die "kapitalgedeckte" Version, enthält Kapital, das durch die Produktivität des Arbeiters gedeckt ist. Die Erträge z.B. aus einer Immo hängen von der Nachfrage des Arbeiters ab. Was bekomme ich noch für 60qm in München, wenn dort kein Arbeiter mehr einen Job hat?
Dummerweise gibt es auch noch unterschiedliche Arten von Kapitalisten. Gut ist unser Bäcker von vorhin, er mag stellvertretend für den deutschen, unternehmerischen Mittelstand sein. Und ja, es gibt auch die Gierigen, die Kranken, die Blutsauger. Der maximale Profit, die Verlängerung der Zahl auf dem Kontoauszug, die Sucht nach Macht im Politischen.
Die polarisierende Entscheidungsfrage: "Kapitalismus, Himmel oder Hölle?" statt einer diffenzierten Betrachtung wäre einfach die falsche.
"Sozialismus, Himmel oder Hölle?" wäre dann ok weil beantwortbar. smilie_06

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