Diskussionen zu Gold, Silber und Wirtschaft. Willkommen im Forum von Gold.de Preisvergleich für Gold und Silber - sowie im Marktplatz
(private Angebote und Gesuche) mit Edelmetallen, Münzen, Barren und Zubehör.
FORUM LOGIN
Zugangsdaten vergessen? Hier klicken
NEU HIER?
Als registriertes Mitglied hast du vollen Zugriff auf
alle Funktionen des Forums und den privaten Marktplatz.
zurück 1 2 3 
 ... 
 8 9 10 weiter
vom: 12.05.2018, 03:33
KROESUS Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Wie soll man kontrollieren ob ein Leistungsbezieher wirklich im Inland ist?
Das Problem haben wir doch jetzt schon, viele Kopftuch Kinder bekommen Kindergeld ins Ausland geschickt, Ausländer schicken ihre Kumpels ins Amt damit Hartz4 weiterhin strömt.
Eine Möglichkeit wäre Auszahlung von BGE nur mit Fingerabdruck aber auch da wird es dann Fingerabdruckprothesen geben, am Smartphone mit Fibgersensor kann jeder Entwickler schon mal ueben, muesste man mit Irisscan für jeden Leistungs Bezieher kombinieren und Auszahlung nur am inländischen mit entsprechender Prüftechnik ausgestatteten Automaten alle 2 Wochen oder wöchentlich
_________________
In unsicheren Zeiten kann Gold eine gute Wertanlage sein
vom: 12.05.2018, 04:43
gullaldr Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Eigentlich ist es doch eine recht einfach Rechnung. Derzeit haben wir im Jahresdurchschnitt ca. 4,5 Millionen Hartz IV-Bezieher. Möchte man nun ein BGE einführen, sind es dann rund 80 Millionen Bezieher.

Mit der Einkommensteuer u.a. kann man das nicht gegenrechnen, denn der Staat hat ja auch noch andere Aufgaben zu finanzieren, als nur Leuten Geld zu geben, sei es zum Existenzminimum oder zum vermehrten Konsum. Polizei, Straßen, Schulen, Verwaltung, Kulturförderung, Unterhalt öffentlicher Gebäude usw. wollen finanziert sein.

Pumpt man mehr Geld in die Sozialkassen, wird dieses höchstwahrscheinlich nicht durch die Einsparung von etwas Verwaltungsaufwand gespart. Entweder wird es gedruckt (Inflation) oder durch erhöhte Steuern wieder hereinzuholen versucht. So oder so hat dann der gemeine Bürger wenig vom BGE. Hinzu kommt die Erhöhung des Migrationsdrucks in die Sozialsysteme.

Von Links wird dann ins Feld geführt, dass dann eben die Unternehmen stärker besteuert würden, z.B. über Maschinensteuer. Das möchte ich erst mal sehen. Sie sollen zeigen, wie sie diese Einnahmen hereinwirtschaften. Dann können sie das BGE einführen. Alles andere ist unseriös.

Was ich für einen Schaden habe? Erst einmal keinen. Ich habe Nutzen. Ich bekomme Geld in die Hand gedrückt. Dann aber kommt der Schaden. Durch die Überstrapazierung der Sozialsysteme, erhalte ich Nachteile. Vielleicht keine Rente mehr, weil die Rentenkassen leer sind (dumm, etwas eingezahlt zu haben). Mehr Migranten auf der Straße, die etwas abgreifen wollen. Also Abnahme von Sicherheit. Investitionsstau des Staates. Schlechte Straßen, Schulgebäude. Kein Pflegegeld mehr, da Kassen leer. Arbeitslosigkeit, da sich produzierende Unternehmen durch Besteuerungsgelüste des Staates ins Ausland verlagert haben.

Von mir aus würde ich den BGE-Anhängern zugestehen, einfach die Regierung zu übernehmen und es zehn Jahre zu versuchen. Dann wäre es spannend zu sehen, wie das Ganze wie ein Kartenhaus binnen kurzer Zeit zusammenkracht. Das Positive daran wäre: Danach wäre diese Diskussion hoffentlich endlich beendet. Das Negative daran wäre: Man selbst wäre Teil des Experiments und müsste mit den Folgen leben, sofern man sich nicht rechtzeitig ins Ausland abgesetzt hat. Die Alternative: Alles läuft super und ich freue mich über mehr Kohle im Geldbeutel, die ich dringend benötigen könnte. Aber das erscheint mir unwahrscheinlich.
vom: 12.05.2018, 06:39
LMU_TOBI Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
1. @Mehrgoldfüralle: Versuche doch mir bitte nochmal in einfachen Worten zu erklären was du damit meinst, wenn du schreibst "die Waren und Dienstleistungen sind bereits bezahlt" Was hat das ganze mit der Finanzierbarkeit zu tun? Wie soll das ganze finanziert werden? Völlige Abschaffung der Sozialversicherungssysteme, also keine soziale Krankenversicherung, kein Arbeitslosengeld, keine Pflegegeld, kein Kindergeld, kein Krankengeld, kein Wohngeld usw? Oder Erhöhung der Einkommenssteuer, oder Mehrwertsteuer?

2. Schlecht bezahlte Jobs, müssten besser bezahlt werden, damit sie überhaupt gemacht werden. Entweder die Firmen wandern ins Ausland oder die Preise werden erhöht.

3. Der "Fachkräftemangel" wird sich verschärfen, weil viele zumindest in Teilzeit wechseln werden.

4. Zumindest EU Bürger wird man nicht von der Zahlung ausschließen dürfen. Ich denke nicht das die EU da mitspielen wird.

5. Was soll ein BGE also dem Menschen bringen?
vom: 12.05.2018, 07:38
Chinese Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Es wundert mich das manche hier sich von einem Wunschdenken einer besseren und gerechten Zukunft so begeistert sind das man das eigenständige Denken vergisst. Stattdessen plaudert man Parolen anderer Visionäre nach.

80 000 000 Einwohner x 1000€ Im Monat = 80 Mrd x 12 = 960 Mrd

Finanziert soll dies über eine Konsumsteuer von bis zu 50% werden. Dann sind die 1000€ aber nur mehr 500€ Kaufkraft.

Der Anteil der Nichtleister wird kräftig ansteigen. Ist ja momentan schon extrem hoch und wäre auf jeden Fall noch höher.


Es gibt jetzt schon zuwenig Arbeitskräfte die auch arbeiten möchten. Das wird dann noch extremer. Eine Verlagerung der Arbeit in ein anderes Umfeld wäre die Folge. Die Bettwäsche der Hotels wird heute schon in Polen gewaschen. Diejenigen Firmen die nicht ausweichen können müssen die Preise erhöhen. Die Kaufkraft der 1000€ schwindet.


Ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre wirtschaftlich gesehen Selbstmord einer ganzen Nation.

Diese Disskusion hier zeigt wie manche sich von der Realität entfernt haben. Die westliche Welt lebt auf Pump. Wird der Geldhahn zugedreht, aus welchen Gründen auch immer, droht vielen Leuten die Suppenküche und man wird sich sehnsüchtig seine Arbeit, Lohn und Brot zurückwünschen.

Wenns dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis.
_________________
»Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.« Albert Einstein
vom: 12.05.2018, 10:30
Mehrgoldfüralle Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
@LMU_TOBI

Im Jahre 2016 betrug das BIP (Bruttoinlandsprodukt) Deutschlands 3,144* Billionen Euro. Die Staatsquote lag bei 44,3 %*, was innerhalb der EU ein eher niedriger Wert ist, entgegen anders lautender Parolen. Ich rechne 1,39 Billionen Euro aus, ohne Steuer,- Wirtschafts,- und Finanzsystem zu ändern. Es ist eine Frage des Wollens, nicht des Könnens. Und das führt zum Kern des Problems. Wer im autoritären Gerechtigkeitsdenken gefangen ist -wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen-, der muss es ablehnen. Wer sich davon freimachen kann und human denkt, ist dafür.

Ich hoffe, das ist einfach genug.

*Zahlen von Statista.de
_________________
Wir werden in interessanten Zeiten gelebt.
vom: 12.05.2018, 10:31
lifesgood Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
... ich bin ja Realist und als solcher rechne ich nicht damit, ein BGE noch zu erleben.

Ich bin ja der Meinung dass nationale Lösungen schwierig bis nicht umsetzbar sind. Da gibt es das Problem der Zuwanderung in dieses System aber auch das Problem der uneinheitlichen Besteuerung, was Schlupflöcher läßt. Es muss also zumindest kontinentale, wenn nicht globale Lösungen geben. Das sehe ich in einer Welt, die nicht mal in der Lage ist in Frieden zu leben, als unrealistisch an.

Nichtsdestotrotz wird man ja über eine bessere und gerechtere Zukunft nachdenken dürfen Wink .
Unser aktuelles System, das ich grundsätzlich befürworte, hat in den letzten Jahrzehnten, durch seine Ausgestaltung doch einige Ungleichgewichte geschaffen. Manche können durch ihrer Hände Arbeit kaum noch ihren Lebensunterhalt erwirtschaften oder leben trotz Arbeit auf oder knapp über H4-Niveau und Andere häufen ohne Arbeit immer größere Vermögenswerte an, die sie gar nicht brauchten, sondern nur dazu verwenden, noch mehr leistungsloses Einkommen zu generieren. Die Spirale dreht sich immer schneller. Um Mißverständnisse zu vermeiden: Ich meine hier ausdrücklich nicht die Mittelständler, sondern das oberste 1% der Gesamtbevölkerung.

Man kann da noch ein paar Jahre tatenlos zusehen und warten bis der Druck im Kessel so groß ist, dass er explodiert, oder man kann über Lösungsansätze nachdenken.

Einige der Bedenken, die hier vorgetragen werden, sehe ich als übertrieben oder gar unbegründet an.

So ein BGE wird sich auf H4-Niveau bewegen und es würden alle anderen Leistungen wie Wohnung, Kleidung, usw. usw. wegfallen.

Das heißt in Ballungszentren mit teuren Mieten, bliebe wohl sogar weniger zum Leben als jetzt mit H4 und bezahlter Wohnung. Es würden wohl viele in günstigere Gegenden abwandern, um mehr von ihrem BGE zum Leben zu haben, was die Wohnungssituation in Ballungszentren verbessern würde.

Wer ein Leben ohne Arbeit mit finanziellen Mitteln auf H4-Niveau als erstrebenswert ansieht, hat auch heute schon die Möglichkeit dazu, der braucht nicht auf ein BGE zu waren. Ich denke daher nicht, dass die Zahl derer die nur vom BGE leben höher ist als die Zahl der heutigen H4-Empfänger.

Vermutlich würden diejenigen, die das dann zusätzlich machen, durch diejenigen kompensiert, die heute zusätzlich zur Arbeit mit H4 aufstocken müssen.

Was zunehmen würde, wäre sicherlich die Teilzeitarbeit und die Flexibilität der Arbeit, was ich grundsätzlich als positiv ansehe. Und jemand der arbeitet, weil er das will um eben mehr als das BGE zu haben, geht wohl motivierter an die Arbeit heran, als derjenige, der arbeitet, weil er es muss, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Ich denke nicht, dass 50% MWSt. überhaupt nötig wären, denn Einkommen müßte ja ohnehin weiter besteuert werden. Und hier wäre dann eben kein Grundfreibetrag, kein Kinderfreibetrag und kein Ehegattensplitting mehr nötig, weil das alles durch das BGE abgedeckt ist. Man könnte mit einem Eingangssteuersatz von 25 oder 30% ab dem ersten Euro anfangen und das in einer Progression auf 50% steigen lassen. Wobei man alle Einkommensarten gleich besteuern und auch gleich der Sozialversicherung (in dem Fall nur noch Kranken- und Pflegeversicherung, denn Renten- und Arbeitslosenversicherung wären ja durch das BGE obsolet) unterwerfen könnte.

Auch ich sehe die Zeit noch nicht gekommen, weil es noch an Akzeptanz fehlt und auch weil die Politik noch nicht den Druck spürt. Aber es wird was passieren müssen, bevor die Schere so weit aufgegangen ist, dass es zu sozialen Unruhen kommt.

lifesgood
vom: 12.05.2018, 10:36
Mehrgoldfüralle Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
@lifesgood

Danke fürs weiterdenken. Wir haben mal wieder gleichzeitig geschrieben.
_________________
Wir werden in interessanten Zeiten gelebt.
vom: 12.05.2018, 13:14
KROESUS Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
BGE nur für Doitsche wäre gut, dann holt man sich so etwas von den anderen EU Ländern im Übermass verballerten € zurück
_________________
In unsicheren Zeiten kann Gold eine gute Wertanlage sein
vom: 12.05.2018, 13:17
LMU_TOBI Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
@mehrgoldfüralle: Was hat das BIP mit der Finanzierung des BGE zu tun?

@liesgood: ein BGE auf heutigem Hartz4 Niveau ist doch wohl ein Witz und dann noch ohne Wohngeldzuschuss, ohne Arbeitslosengeld etc. Das wird von jedem Sozialgericht gleich wieder geschluckt. Bei einem Eingangssteuersatz von 25% bezahlt man gleich ohne den Grundfreibetrag 187€ mehr Steuern.

Was soll daran gut sein?
vom: 12.05.2018, 15:29
lifesgood Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
... war das "liesgood" ein Freudscher Verschreiber Wink

Der Unterschied liegt darin, dass man auch für das Einkommen bis zum Grundfreibetrag arbeiten muss, Beim BGE kommt das erstmal so. Und man kann durch die Menge der Arbeitsleistung bestimmen, wie viel man mehr haben möchte und man Steuern bezahlen möchte. Und wenn keine Renten- und Arbeitslosenversicherung mehr anfällt, hat man dennoch mehr netto vom Brutto.

Wenn auf ein BGE noch Wohngeld usw. draufkommen, wird es ad absurdum geführt. Kritisch wird das nur für Singlehaushalte. Wenn zwei BGE bekommen ist das locker drin.

Das würde dann die Blüten ausmerzen, die das jetztige H4-System hat. Da lassen sich zwei H4-Empfänger, die ein Paar sind, zwei Wohnungen bezahlen um keinen Abzug zu bekommen und leben abwechselnd in einer der beiden Wohnungen zusammen und das Amt zahlt zwei Wohungen obwohl nur eine, geringfügig größere nötig wäre. Auch hier besteht nicht unerhebliches Einsparungspotential.

Du konstruierst Dir sozusagen Dein BGE mit den bisherigen Sozialleistungen, um dann zu sagen, dass es nicht finanzierbar ist.

lifesgood
vom: 12.05.2018, 15:47
Mehrgoldfüralle Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
LMU_TOBI

Zitat:
Was hat das BIP mit der Finanzierung des BGE zu tun?


Woher sonst sollen die Mittel kommen? Völlig unabhängig von der Gestaltung müssen sie immer von da kommen.
_________________
Wir werden in interessanten Zeiten gelebt.
vom: 12.05.2018, 16:07
LMU_TOBI Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Das Bruttoinlandsprodukt, (Abkürzung: BIP; englisch gross domestic product, GDP), gibt den Gesamtwert aller Güter, d. h. Waren und Dienstleistungen an.

Was willst du mir damit sagen? Dass ist der Wert der Waren und Dienstleistungen. Das BGE wird in Geld bezahlt und nicht in Waren.

@lifesgood: Ich konstruiere gar nichts. Aber wie soll ein Existenzminimum von 450€ ohne zusatzleistungen funktionieren? Ein single in München, der seinen Job verliert soll von 450 € BGE leben können? Da lach ich mich schlapp
vom: 12.05.2018, 16:58
lifesgood Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Nun wir waren ja von einem BGE von 1.000 € und nicht von 450 € ausgegangen. Wenn man dann eine normale Miete bezahlt, dann hat man in etwa dasselbe zum Leben wie bei H4. Das war mein Ansatz, das hattest Du vielleicht falsch interpretiert.

Das ist ja das Perverse bei H4, da wird zusätzlich zur H4-Leistung in München ein 1-Zimmer-Appartement für 800 € oder mehr bezahlt, aber dem H4-Empfänger auf dem Land, wird eine günstige 70 qm-Wohnung für 400 € warm nicht bezahlt, weil sie zu groß ist. Da würde wohl manchner, der nicht zwangsläufig teuren Mietraum blockieren muss, die größere Wohnung auf dem Land bevorzugen, wenn er zudem mehr Geld zur Verfügung hat.

Entscheidender Unterschied des BGE zu H4 ist ja auch, dass man nicht vorher sein Erspartes verbraten muss, das kann man dann genau für solche Fälle einsetzen. Es gibt Tausende Studenten in München, die mit 1.000 € im Monat hinkommen. Der Single kann ja dann in eine WG ziehen, oder vorübergehend einen anderen Job annehmen, dessen Lohn ja dann auf das BGE on top kommt.

Wem das BGE im Fall der Arbeitslosigkeit nicht reicht, dem werden sicherlich Versicherungen entsprechende Angebote machen, so wie man heute ja auch die Einkommensdifferenz bei Arbeitsunfähigkeit versichern kann.

Denn die Miete für die Penthouse-Wohnung und die Leasingrate für den Porsche des Yuppies wird das BGE natürlich nicht finanzieren.

Aber da ja nach Eurer Meinung bei einem BGE ohnehin keiner mehr arbeitet, dürfte ja auch kein Arbeitswilliger mehr arbeitslos werden ... Wink
vom: 12.05.2018, 17:44
gullaldr Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Irgendwie will das nicht ganz in meinen Kopf. Ich hatte geschrieben, dass wir derzeit 4,5 Millionen Hartz IV-Bezieher haben. Beim BGE hätten wir 80 Millionen Bezieher. Somit würde es sich doch um eine immense Ausweitung derjenigen handeln, die staatliche Gelder erhalten. Das Geld muss irgendwo her kommen. Wenn es von den oberen 1% der globalen Elite kommen soll, dann will ich zuerst sehen, wie diese Einnahme sichergestellt ist. Dann kann von meiner Seite aus gerne eine Umverteilung nach unten stattfinden. Mir erschließt sich aber der Zusammenhang dieser Themen nicht. Es wird möglichenfalls über eine allgemeine Höherbesteuerung versucht werden, die immensen Zusatzausgabe auszugleichen. Dann ist das alles nur eine Milchmädchenrechnung und nutzt den Ärmsten, die z.B. nicht mehr arbeiten können, am wenigsten.

Alles andere sind solche abstrakten Überlegungen. Die Kosten der Unterkunft bei Hartz IV werden von den Kommunen getragen. Insofern ist es gar nicht so absurd, wenn die Stadt München 800 Euro für ein 1-Zimmer-Apartment zahlt, die Gemeinde Marktredwitz aber nicht 400 Euro für eine 2-Zimmer-Wohnung zahlen möchte. Die Stadt München kann ihre Bürger nicht zwangsweise ausbürgern bzw. "ausschaffen", ist gezwungen, sich am Marktpreis zu orientieren. Die Gemeinde Marktredwitz hat weniger Finanzmittel und sucht vorhandene Einsparpotenziale.

Das Leute mit dem BGE auf´s Land ziehen, mag bei einigen zutreffen. Aber dann nur, weil sie finanziell zur Abwanderung gezwungen sind. Ein Stadtbewohner, der das urbane Leben und Kulturangebot zu schätzen weiß, ebenso seine sozialen Kontakte, wird aber versuchen, in der Stadt bleiben zu können. Wenn das nicht geht, führt BGE also faktisch zur Verdrängung der sozial schwächeren Schichten aus den Städten.
vom: 12.05.2018, 18:02
LMU_TOBI Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
genauso würde es passieren gulladr. das gejammere möchte ich mal sehen, wenn noch mehr bevölkerung aufs land ziehen muss nur um nicht in der stadt obdachlos zu werden. und dann finde dort mal einen job, wenn sich alle die kein Geld haben sich um die billigjobs kämpfen müssen.

und ganz klasse finde ich die aussage, dass ja ein arbeitslos gewordener single in eine WG ziehen soll. Erkläre das mal einem 50ig jährigen, oder einer 50ig jährigen.

so, und was soll jetzt so gut an einem BGE sein? Je mehr wir hier schreiben, desto schlimmer finde ich die Idee.
vom: 12.05.2018, 23:13
Mehrgoldfüralle Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
LMU_TOBI hat Folgendes geschrieben:
Das Bruttoinlandsprodukt, (Abkürzung: BIP; englisch gross domestic product, GDP), gibt den Gesamtwert aller Güter, d. h. Waren und Dienstleistungen an.

Was willst du mir damit sagen? Dass ist der Wert der Waren und Dienstleistungen. Das BGE wird in Geld bezahlt und nicht in Waren.

@lifesgood: Ich konstruiere gar nichts. Aber wie soll ein Existenzminimum von 450€ ohne zusatzleistungen funktionieren? Ein single in München, der seinen Job verliert soll von 450 € BGE leben können? Da lach ich mich schlapp


Genau. Es gibt den Wert an. Und der wird nicht in Brötchen oder Kartoffeln berechnet, sondern in Geld.
_________________
Wir werden in interessanten Zeiten gelebt.
vom: 12.05.2018, 23:28
lifesgood Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
gullaldr hat Folgendes geschrieben:

Das Leute mit dem BGE auf´s Land ziehen, mag bei einigen zutreffen. Aber dann nur, weil sie finanziell zur Abwanderung gezwungen sind. Ein Stadtbewohner, der das urbane Leben und Kulturangebot zu schätzen weiß, ebenso seine sozialen Kontakte, wird aber versuchen, in der Stadt bleiben zu können. Wenn das nicht geht, führt BGE also faktisch zur Verdrängung der sozial schwächeren Schichten aus den Städten.


So kann man das sehen, man kann das aber auch so sehen, dass nicht über Sozialausgaben Wohnraum dort verknappt wird, wo er ohnehin schon zu teuer ist.

Dein Argument, dass größere Städte auch finanzkräftiger sind, mag für München stimmen, für viele andere Städte aber nicht, Berlin z.B. Wink

Ich kenne einige Münchner, die mit Renteneintritt aus München weggezogen sind, um mehr von ihrer Rente zum Leben zu haben. Gleiches würde wohl für etliche H4-Empfänger gelten, wenn Sie auf dem Land bei gleichen Kosten für die Sozialsysteme eine schönere/größere Wohnung und mehr zum Leben hätten. In den Gegenden wo in Großstädten die meisten H4-Wohnungen liegen, ist das Leben auch kein Vergnügen mehr.

Wieso sollte derjenige schlechter gestellt sein, der seine Miete aus seinen Einnahmen bezahlt, als derjenige, dem das Amt die Miete bezahlt? Warum muss der Sozialstaat für denjenigen, der in der Großstadt lebt mehr ausgeben? Wäre nicht ein Gesamtbudget, das dem Empfänger die Wahl läßt gerechter?

Bei einem BGE müßte eben nicht mehr die Gemeinde Marktredwitz die Miete bezahlen, vermutlich würde sie sich über den Zuzug freuen, weil ja damit auch das ortsansässige Gewerbe gestärkt wird, was wiederum mehr Gewerbesteuer generiert.

Aber die ganzen Überlegungen sind ohnehin theoretische Natur, weil sich das ohnehin nichts tun wird, bevor die Leute nicht auf der Straße sind. Und der deutsche Michel ist ja doch sehr leidensfähig ... in Frankreich z.B. sieht das anders aus.

Es geht auch nicht darum, den Reichen etwas wegzunehmen, vermutlich würde es reichen, den weiteren Zuwachs eben unten zu verteilen und die Verschiebung von unten nach oben zu stoppen.

Ich bin wahrlich alles Andere als ein Sozi, aber es wird auf Dauer nicht gutgehen, dass das oberste 1% immer mehr Vermögen anhäuft, das sie nicht brauchen und im Gegenzug ganz unten die existenziellen Probleme immer größer werden.

Das BGE ist eine Möglichkeit dieses Problem anzugehen, vermutlich gäbe es auch andere. Das Problem zu ignorieren und auszusitzen wird auf Dauer nicht funktionieren.

lifesgood
vom: 13.05.2018, 01:54
gullaldr Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lifesgood hat Folgendes geschrieben:
Dein Argument, dass größere Städte auch finanzkräftiger sind, mag für München stimmen, für viele andere Städte aber nicht, Berlin z.B. Wink


In solchen Städten kosten aber auch 1-Zimmer-Apartments nicht 800 Euro. Und das war ja der Ausgangspunkt Deiner Überlegungen von den zu hohen Ausgaben für Hartz IV.

Natürlich gibt es auch Rentner, die auf das Land ziehen, um dort die Landluft zu genießen. Es gibt auch den gegenteiligen Trend, also Rentner, die mir erzählten, am liebsten ihr Haus zu verkaufen, um sich eine kleine Wohnung in der Stadt zu kaufen, damit sie z.B. fußläufig in die Oper gehen können.
Hartz IV-Empfänger können ohnehin nicht einfach fortziehen. Sie werden von anderen Gemeinden schlicht nicht aufgenommen.

Die Fragen nach einem Gesamtbudget der Wohnraum-Unterstützung für Hartz IV-Empfänger sind müßig. Wir können ganz viele Theorien aufstellen, wie die Gesellschaft oder die staatliche Verwaltung besser organisiert werden könnte. Jedem steht es ja auch frei, mit diesen Ideen seinen örtlichen Bundestagsabgeordneten anzuschreiben. Eventuelle Antworten können gerne hier gepostet werden.

Indes, es bleibt dennoch weiterhin die Frage der Finanzierung. Wenn das nötige Geld von den nun mehrfach angesprochenen 1% der Superreichen kommen soll, dann will ich erst sehen, wie das Geld dieser Superreichen angezapft wird. Ich will sehen, dass das Geld von Michael Bloomberg, Mark Zuckerberg und Jeff Bezos oder wahlweise Susanne Klatten und Friede Springer im deutschen Staatshaushalt landet. Oder deren Wertzuwachs. Wenn das dann dort verbucht ist, kann damit gerne das BGE oder der Bau von staatlich geförderten Luxuswohnungen für Rentner auf dem Land finanziert werden. Ich freue mich, denn dann bin ich ja Profiteur.

lifesgood hat Folgendes geschrieben:
Aber die ganzen Überlegungen sind ohnehin theoretische Natur, weil sich das ohnehin nichts tun wird, bevor die Leute nicht auf der Straße sind. Und der deutsche Michel ist ja doch sehr leidensfähig ... in Frankreich z.B. sieht das anders aus.


Ich vermute, dass das nicht mehr viel bringen wird. Das mit dem "auf die Straße" gehen. Das internationale Kapital zieht einfach weiter. Allenfalls macht es sich Sorge über Vandalismus an einigen Produktionsstätten oder sieht sich ein paar kleinere Verlusten durch die Plünderung von Geschäften gegenüber. Eventuell würde es sich aber auch darüber freuen, wenn hier alles kurz und klein gehauen würde. Auch am Wiederaufbau verdienen schließlich Leute.

Mittel- bis langfristig übernehmen ohnehin die Asiaten den Laden. Dann werden sich die Rollen umtauschen. Die Europäer dürfen als Billiglöhner für die Produktion der von Asien übernommenen Firmen arbeiten, zu deren harten Arbeitsbedingungen. Während man in China konsumiert und sich dort dann vielleicht Gedanken zur Einführung des BGE macht. Meine Zukunftstheorie.
vom: 13.05.2018, 07:44
lifesgood Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Nun, wenn ich hier im Bayer. Wald eine Wohnung inseriere, kommt rund die Hälfte der Anfragen aus dem Münchner Raum.

Kürzlich habe ich mich mit dem Chef unserer Baugenossenschaft, also dem größten Vermieter hier unterhalten, bei dem ist es genauso. Der ist am Überlegen ein Projekt mit barrierefreien Wohnungen für diese Klientel zu bauen.

Im Gegenzug wenn wir in München eine Wohnung anbieten, bewerben sich jüngere Leute, die dort arbeiten. Rentner hatten wir da noch nie. Klar mag es den einen oder anderen Rentner geben, der in ein Ballungszentrum zieht, meist wenn auch die Kinder dort ansässig sind. Aber die Mehrheit zieht eindeutig im Rentenalter aus den Städten raus.

Was die Finanzierung angeht: Das wird man vielschichtig angehen müssen. Ein erster Anfang wäre, das Einkommen der Reichen genauso zu besteuern wie das Einkommen der arbeitenden Bevölkerung und die legale Steuervermeidung zu unterbinden.

Ein Teil könnte über die MWSt. und ein Teil über die Transaktionssteuer bewerkstelligt werden.

Aber wie gesagt, alles Dinge die national nicht funktionieren würden.

Mir persönlich ist es egal, ob es ein BGE gibt oder nicht, hat keinen Einfluß auf meine Lebensqualität und erleben werde ich es wohl auch nicht mehr.

Ich bin nur der Meinung, dass man so nicht bis zum St. Nimmerleinstag weitermachen kann.

lifesgood
vom: 13.05.2018, 11:07
Chinese Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gestern im Biergarten ein etwas älterer VolksPhilosoph

Die Leute sollen was arbeiten und der Staat soll Ihnen nicht alles wegnehmen.


Kurz und prägnant auf den Punkt gebracht. Dieser sozialistische Umverteilungswahn verhindert jeden Leistungswillen. Das BGE wäre sicherlich die Krönung, das sozialistische Schlaraffenland würde Wirklichkeit.
_________________
»Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.« Albert Einstein
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
zurück 1 2 3 
 ... 
 8 9 10 weiter

Gehe zu:
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Copyright © 2009-2018 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr. Sie betrachten die Seite: Gold.de - Gold und Silber kaufen im Preisvergleich

Handcrafted with in Baden-Württemberg, Germany