Fertigungstoleranzen bei 1/10oz Goldmünzen

Diskussion zum Thema Investieren in Goldmünzen oder Goldbarren, Vorteile und Risiken, Medien-Hype oder sicherer Hafen

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Beitrag 26.11.2020, 19:26

Stefus
1 Unze Mitglied
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Hallo in die Runde!

Mich würde mal interessieren, inwieweit die Gewichtsangabe von 3,11gr bei 1/10oz Goldmünzen stimmig ist, wenn man verschiedene Münzen nacheinander auf eine Feinwaage legt. Gibt es da Fertigungstoleranzen von sagen wir mal 0,01 - 0,03gr oder ist das dann eher der Waage geschuldet?

Danke schon mal für eure Einblicke :wink:

Beitrag 26.11.2020, 23:49

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Spätlese
500 g Barren Mitglied
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Also eine Feinunze ist 31,1034768 Gramm
Das durch 10 geteilt ist.................3,1103468 Gramm

Falls anderes Ergebnis ist entweder Waage falsch (geeicht ?) oder Münze hat falsches Gewicht.
Man beachte: Je kleiner das Gewicht, desto ungenauer das Wiegeergebnis mancher Waagen.
Eine Präzisionswaage (nicht für 30€ von Amazon) bringt da schon genauere Ergebnisse.
Grundsätzlich: Handelt es sich bei der Münze um ein prägefrisches Stück oder um Umlaufware bzw. "gebraucht" ?
Du kannst es nie allen Recht machen. Selbst wenn du über’s Wasser laufen kannst, kommt sicher einer und fragt, ob du zu blöd zum Schwimmen bist

Beitrag 27.11.2020, 10:24

PlainChocolate
5 Unzen Mitglied
Beiträge: 89
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Die (gewichtsspezifischen) Fertigungstoleranzen im eigentlichen Sinne sind dem Prägeschritt vorgelagert, d. h. das Stanzen der Bleche zu Münzrohrlingen ist ausschlaggebend. Bei entsprechendem Feinschneideprozess ist als wesentlicher toleranzbehafteter Faktor im Wesentlichen die Blechdicke ausschlaggebend, die mit heutigen Mitteln jedoch sehr exakt regelbar ist.

Grundsätzlich MUSS die Masse einer Münze das angegebene Feingewicht übersteigen; bei einem spezifizierten Goldgehalt von 99,99 % (Elektrolytisch werden höhere Feingehalte erreicht, der angegebene Wert ist ein Mindestwert) ergibt sich ein resultierendes Delta von 3,1 mg / Unze. Diese 0,3 mg - bezogen auf eine Zehntel Unze - liegen weit unterhalb der Messtoleranz einer im Regelfall genutzten Waage.

Und dies ist der springende Punkt: Die Fertigungstoleranz - die nur nach oben streuen darf! - entspricht mindestens der Messungenauigkeit der vom Hersteller verwendeten Waagen. Auf Barren bezogen, da mir bekannt: Von geprägten Barren werden nach dem Prägeschritt manuell einige wenige Späne des Barrens mit einem Messer entfernt, um den Soll-Wert zu erreichen. Insbesondere bei kleinen Münzen und der verbundenen proportional höheren Messtoleranz ist eine Streuung nach oben daher durchaus im Bereich des Möglichen. 30 Milligramm - wie von Dir vorgeschlagen - wären allerdings schon eine ganze Menge - ziemlich exakt 1 % mehr als die angegebene Masse.

Ergo: Jeder Fertigungsprozess ist mit Toleranzen und Streuungen behaftet. Der Hersteller versucht diese im eigenen Interesse möglichst gering zu halten, doch könnte, insbesondere bei kleinen Stückelungen, tatsächlich der Kunde profitieren. smilie_06
In dubio pro short.

Beitrag 30.11.2020, 11:36

Stefus
1 Unze Mitglied
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Vielen Dank für die ausführlichen Antworten smilie_01
@Spätlese: Ich besitze prägefrische wie auch gebrauchte Münzen. Vom Klang des Metalls und der Dicke gehe ich davon aus, dass alle Münzen echt sind.

Beitrag 19.12.2020, 18:15

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FloTom
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Danke für die ausführliche Darstellung der Produktion und der damit einhergehenden Toleranzen.
Aber profitieren wird der Kunde wirklich nicht, dafür sind die 1/10oz Goldmünzen im Aufpreis viel zu teuer. :)

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