Kaiserreich-Münzen in der Regel Nachprägungen?

Diskussion zum Thema Investieren in Goldmünzen oder Goldbarren, Vorteile und Risiken, Medien-Hype oder sicherer Hafen

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 10.11.2012, 00:12

Benutzeravatar
Goldfriese
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 343
Registriert: 01.01.2012, 23:40
Zitat von Gold.de - Redaktion am 30.10.2012:
Die Kaiserreich-Goldmünzen sind Handelsgold und in der Regel Nachprägungen, die recht nah am Goldkurs zu haben sind.
http://www.gold.de/preisvergleich,99,De ... ngsbericht

In der Regel Nachprägungen? Also in der Regel Fälschungen??? Wie darf ich das jetzt verstehen?



PS
Mein 200. Beitrag, wie doch die Zeit vergeht. Heut genau vor 6 Monaten hab ich meine ersten Münzen gekauft.

Beitrag 10.11.2012, 00:43

Benutzeravatar
IrresDing
1 kg Barren Mitglied
Beiträge: 1262
Registriert: 12.02.2012, 01:12
Wohnort: im Grabe ruht sie
Das ist Quatsch. Der Hausmann hat zwar viele geprägt, der absolut überwiegende Teil ist original. Gerade die 08/15-Wilhelm-Stücke. Ich hab einige über diverse Händler gekauft und definitiv nur Originale bekommen. Kann man anhand der Randschrift gut nachprüfen. Die These halte ich für sehr gewagt.
smilie_06

Beitrag 10.11.2012, 01:36

Benutzeravatar
Goldfriese
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 343
Registriert: 01.01.2012, 23:40
Tja, die Randschrift. Ich habe hier einmal Wilhelm I. und dreimal Friedrich III., alle vier aus einer Quelle. Da ich keine Vergleichsstücke habe, kann ich die Randschrift nicht überprüfen. Desweiteren habe ich ein paar Wilhelm II., aber im Augenblick nicht im Zugriff. Sieht dort die Randschrift genau so aus? Meine vorliegenden Münzen glänzen mir ehrlich gesagt ein bischen zu viel, habe sie aber auch als vz/stgl gekauft. Und sehr sauber sieht die Randschrift nicht aus, habe aber wie gesagt keinen Vergleich zur Zeit. Nächste Woche kann ich vergleichen.

Habe bisher auch im Netz noch kein Foto einer Schmidt-Hausmann-Fälschung gefunden, nur viel Gerede drüber.

Beitrag 10.11.2012, 08:44

Benutzeravatar
Datenreisender
Gold-Guru
Beiträge: 9011
Registriert: 20.03.2010, 20:56
Goldfriese hat geschrieben:Meine vorliegenden Münzen glänzen mir ehrlich gesagt ein bischen zu viel, habe sie aber auch als vz/stgl gekauft.
Ein zu guter Zustand kann ein Indiz für eine Fälschung sein. Ich bevorzuge bei altem Handelsgold eher Münzen, denen man auch ansieht, daß sie tatsächlich mal im Umlauf waren. Das hat nebenbei auch noch den Vorteil, daß es die knapp über Spot zu kaufen gibt.

Beitrag 10.11.2012, 09:05

Benutzeravatar
Ladon
Moderator
Beiträge: 6653
Registriert: 17.05.2010, 13:38
Wohnort: Terra
Vielleicht nochmal zur "Nervenberuhigung":

Hausmänner zu haben ist für den reinen Goldfreak (= dem es nur um die Goldmenge an sich geht) egal. Die haben sich damals ja nur den enormen Sammleraufschlag zunutze gemacht (wir erinnern uns: zu der Zeit lag der Goldpreis in Dollar fest und die Währungen untereinander konnten im Wechselkurs kaum schwanken) und der Feingoldgehalt ist korrekt!
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 10.11.2012, 10:32

dneef
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 174
Registriert: 19.10.2010, 08:40
Wohnort: 01945 Ruhland
Goldfriese hat geschrieben: Habe bisher auch im Netz noch kein Foto einer Schmidt-Hausmann-Fälschung gefunden, nur viel Gerede drüber.
Hierzu sei empfohlen: nach Hausmann Fälschungen googeln, den unter www.goldseiten-forum.de/index.php?page= ... tID=721112 angezeigten Beitrag aufrufen. Dort gibt es mehrere Fotos und Details.

Beitrag 10.11.2012, 10:39

Benutzeravatar
Goldfriese
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 343
Registriert: 01.01.2012, 23:40
dneef hat geschrieben:Dort gibt es mehrere Fotos und Details.
Auf der Seite war ich auch schon, zumindest in dem Forum, aber ohne angemeldet zu sein, sieht man nur briefmarkengroße Bilder. Okay, sich zu registrieren dauert nur ne Minute, aber überall möchte ich mich nun auch nicht registrieren. Denn in Panik verfalle ich wegen meiner Hausmänner nun doch nicht :mrgreen: Das Gewicht passt schon, soweit ich das mit meiner seltsamen Waage feststellen konnte, deren Anzeige ständig wandert.

Wissen möchte ich es aber doch irgendwie schon, besonders nach der oben zitierten Aussage.

Beitrag 10.11.2012, 12:24

Benutzeravatar
Zweifler0815
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 339
Registriert: 06.01.2011, 23:42
Ich halte die obige Aussage für falsch oder zumindest sehr irreführend. Hausmann bzw. Schmidt war Perfektionist und hat sich doch eher auf seltenere Stücke, besondere, (auch mal als Auftragsprägung nicht existente) Jahrgänge und Raritäten konzentriert.
Die überwiegende Mehrzahl der ganz normalen 20 Mark, also Wilhelm II und Wilhelm I Preußen sind sicherlich keine Hausmann/Schmidt NPs. Es waren und sind stets noch Massen dieser originalen Münzen am Markt verfügbar... Es soll Hausmänner wohl auch bei den selteneren Jahrgängen der Preußen geben, sagen einige Foristen (besonders gute Erhaltungen lasssen mich auch manchmal genauer hinschauen, obwohl natürlich auch Umlaufspuren nachträglich aufgebracht sein könnten), allerdings ist mir meines Wissens wohl noch nie eine untergekommen, und ich hab schon einige... Eben normale Massenware aus dem Umlauf, wie Sovereigns oder 20 Francs. Wenn man allerdings unterstellt, dass diese so gut geprägt sind, dass sie der normale Numis/Anlage-Goldbug nicht erkennen kann, weil sie "besser" als die echten sind, dann kann man natürlich alles anzweifeln...
Ich denke aber, dass es definitiv nicht korrekt wäre, zu behaupten, dass diese 20 Mark "in der Regel Nachprägungen" seien. Es gibt natürlich viele plumpe Fälschungen, besonders bei den 5 Mark Gold, aber das sind dann oft auch keine Hausmänner, da leicht zu erkennen.
Der Text ist auf der Website wurde bestimmt einfach als Vorlage von den Gulden/Dukaten kopiert oder?
Zudem ist der Text nicht stimmig, wenn man einerseits behauptet, dass wären in der Regel neuzeitliche Nachprägungen, und andererseits diese empfiehlt, da man "ein Stück deutscher Geschichte" damit erwerbe. Wer ein historisches Belegstück in der Hand halten will, möchte ja gerade keine Nachprägung kaufen.

Beitrag 10.11.2012, 14:38

mini_me
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 327
Registriert: 23.06.2012, 19:53
ich hatte die aussage "nachprägung" eher so interpretiert, dass sie nicht aus dem prägejahr sind, sondern aktuell geprägt wurden (prägedatum zurück datiert.)

genau diese zweifel, die goldfriese an den tag legt, hege ich auch. daher habe ich von diesen münzen abstand gehalten.

gefallen tun sie mir schon, aber ich bin noch zu unversiert in sachen sammlermünzen, als das ich mir es zutraue, originale von fälschunen zu unterscheiden.

auch wenn gleich etliche links vorhanden sind.

Beitrag 10.11.2012, 14:51

Benutzeravatar
Historix
1 kg Barren Mitglied
Beiträge: 1250
Registriert: 16.05.2011, 21:58
@Zweifler0815
smilie_01
Hast schon ziemlich genau geschrieben, was mir auf den Fingern lag.....

Der zitierte Spruch passt allenfalls auf die Österreichischen KuK- Münzen ( Dukaten, Coronas, Forint ...), von denen tatsächlich massenhaft offizielle Nachprägungen ( i.d.R. erkennbar am Jahrgang ! ) gibt, die Originalen sind teils selten und mit hohem Sammleraufschlag !

Die "Füchse" als " i.d.R. nachgeprägt" zu bezeichnen, ist Kokolores !
Bei 5ern / selteneren Raritäten natürlich mag es das geben...und es ist schwer erkennbar !

Daher Misstrauen bei "prägefrischen" Exemplaren ( habe kürzlich in der Exchange 3 x Hamburg liegen lassen....die sahen einfach zu neu aus... smilie_04 )
Die letzten Jahrgänge ( z.B. Willi II in Uniform 1913/14 ) sind allerdings tatsächlich meist "bankfrisch", da nie in Umlauf gelangt und direkt im Reichskriegsschatz verschwunden...

Also, nicht verrückt machen lassen von so einem dummen Spruch !
smilie_02
Gold ist schön....schönes Gold ist schöner !
BAZINGA !

Beitrag 10.11.2012, 15:11

Benutzeravatar
Zweifler0815
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 339
Registriert: 06.01.2011, 23:42
Historix hat geschrieben: Daher Misstrauen bei "prägefrischen" Exemplaren ( habe kürzlich in der Exchange 3 x Hamburg liegen lassen....die sahen einfach zu neu aus... smilie_04 )
smilie_02
Kann ich nachvollziehen. Wobei ich sie wahrscheinlich zum normalen Wilhelm II-Preis mitgenommen hätte, wenn mir das Gesamtbild und Gewicht natürlich insgesamt stimmig erscheinen bzw. maßgebliche Merkmale in Ordnung erscheinen. Wäre mir jedenfalls sicher sehr schwergefallen, die liegenzulassen... Hamburg fehlt mir übrigens ja noch, obwohl die ja nicht selten sind, war ich bisher immer zu preisbewusst... Aber OK, mir geht es in erster Linie um die Anlage, erst in zweiter Linie um numismatisch interessante Stücke. smilie_04
Zuletzt geändert von Zweifler0815 am 10.11.2012, 15:18, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 10.11.2012, 15:17

Benutzeravatar
K
Gold-Guru
Beiträge: 3160
Registriert: 11.08.2011, 17:50
.
Auch dazu ist ja das Forum da -

Wenn ich auf einem Gebiet keine Ahnung habe und was kaufen will,
gibt es hier immer auch Experten die mir einen Tip geben können.

K smilie_24

Beitrag 10.11.2012, 16:25

Köni123
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 282
Registriert: 06.11.2010, 16:36
Hier ein link zu Vergleichsstücken. Da werden auch die Rändelungen vorgestellt. http://www.emuenzen.de/forum/deutschlan ... 948-a.html
Ansonsten hier ruhig mal die ein oder ander Doppelkrone vorstellen, ich denke da kann man schon eingrenzen. Das Gewicht ist auch ein guter Indikator, mehr als 7,99 g ist verdächtig, sowie bei einer Prägefrischen Erscheinung weniger als 7,94 g.
grüße Köni

Beitrag 10.11.2012, 17:29

dneef
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 174
Registriert: 19.10.2010, 08:40
Wohnort: 01945 Ruhland
Köni123 hat geschrieben:Hier ein link zu Vergleichsstücken. Da werden auch die Rändelungen vorgestellt. http://www.emuenzen.de/forum/deutschlan ... 948-a.html
Ansonsten hier ruhig mal die ein oder ander Doppelkrone vorstellen, ich denke da kann man schon eingrenzen. Das Gewicht ist auch ein guter Indikator, mehr als 7,99 g ist verdächtig, sowie bei einer Prägefrischen Erscheinung weniger als 7,94 g.
grüße Köni
Danke für den äußerst informativen Beitrag!

Beitrag 10.11.2012, 20:47

Benutzeravatar
Goldfriese
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 343
Registriert: 01.01.2012, 23:40
Köni123 hat geschrieben:Hier ein link zu Vergleichsstücken. Da werden auch die Rändelungen vorgestellt. http://www.emuenzen.de/forum/deutschlan ... 948-a.html
Ansonsten hier ruhig mal die ein oder ander Doppelkrone vorstellen, ich denke da kann man schon eingrenzen. Das Gewicht ist auch ein guter Indikator, mehr als 7,99 g ist verdächtig, sowie bei einer Prägefrischen Erscheinung weniger als 7,94 g.
grüße Köni
Also ich bin wohl zu blöd dazu. Z.B. erkenne ich hier: http://www.emuenzen.de/forum/deutschlan ... post638597 nicht, welche die Fälschung sein soll.

Ohne Vergleichsstück sehen meine Münzen alle gleich aus. Wiegen geht zur Zeit nicht.

Wilhelm I.: Durchmesser 22,53 mm, Dicke am Randstab 1,34 mm

Friedrich III.: 22,51 bis 22,54 mmm, Dicke am Randstab 1,27 bis 1,31 mm

Gewicht auf Küchenwaage (Einteiling ganze Gramm): 8 g

Würde ja auch gern ein Foto einstellen, aber mit Blitz sieht man nur Blitz und ohne geht die Makro-Nahaufnahme nicht. Kann man Münzen einscannen? Werde das mal versuchen, geht aber nicht vor Donnerstag.

Edit: Link korrigiert
Zuletzt geändert von Goldfriese am 11.11.2012, 00:10, insgesamt 2-mal geändert.

Beitrag 10.11.2012, 21:23

Benutzeravatar
IrresDing
1 kg Barren Mitglied
Beiträge: 1262
Registriert: 12.02.2012, 01:12
Wohnort: im Grabe ruht sie
Ja, 600 x 600 dpi mind. Eher höher (z.B. http://www.emuenzen.de/forum/attachment ... 1345308526 ). Danach die Münze zwischen Zigarettenschachteln o.ä. einklemmen und aufstellen und die Randschrift scannen. Am besten das Wort "GOTT". Danach stell es hier ein. Wobei, auch wenn es jetzt sich etwas blöd anhört, sehr gute Kenner der Füchse im emuenzen-Forum sitzen. In diesem Thread kann man die Bilder posten und erhält fachlich gute Information: http://www.emuenzen.de/forum/deutschlan ... en-57.html Da poste ich meine auch, welche ich nicht beim Fachhändler gekauft habe.
Zuletzt geändert von IrresDing am 10.11.2012, 21:55, insgesamt 1-mal geändert.
smilie_06

Beitrag 10.11.2012, 21:50

Benutzeravatar
Goldfriese
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 343
Registriert: 01.01.2012, 23:40
Werde ich machen, nächste Woche bekommt ihr Fotos.

Beitrag 10.11.2012, 23:42

Köni123
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 282
Registriert: 06.11.2010, 16:36
Goldfriese hat geschrieben: Also ich bin wohl zu blöd dazu. Z.B. erkenne ich hier: http://www.emuenzen.de/forum/deutschlan ... 948-a.html nicht, welche die Fälschung sein soll.
Also im Link sind bis auf eine Ausnahme (20 Mark Hamburg 1889) alles Fälschungen. Eine echte Rändelung ist zur Zeit auch auf Ebay zu sehen. http://www.ebay.de/itm/20-Mark-Braunsch ... 2577716dab Und um gleich Diskussionen abzuwürgen, das Stück ist echt!

Beitrag 11.11.2012, 00:00

Quinar
500 g Barren Mitglied
Beiträge: 762
Registriert: 05.01.2012, 02:22
In der Regel....

hatten die Germanen rote Bärte.

Beitrag 11.11.2012, 00:05

Benutzeravatar
Goldfriese
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 343
Registriert: 01.01.2012, 23:40
Köni123 hat geschrieben:
Goldfriese hat geschrieben: Also ich bin wohl zu blöd dazu. Z.B. erkenne ich hier: http://www.emuenzen.de/forum/deutschlan ... 948-a.html nicht, welche die Fälschung sein soll.
Also im Link sind bis auf eine Ausnahme (20 Mark Hamburg 1889) alles Fälschungen. Eine echte Rändelung ist zur Zeit auch auf Ebay zu sehen. http://www.ebay.de/itm/20-Mark-Braunsch ... 2577716dab Und um gleich Diskussionen abzuwürgen, das Stück ist echt!
Ich meinte auch http://www.emuenzen.de/forum/deutschlan ... post638597 - der IE hatte nur die Endung abgeschnitten.

Zitat aus dem Link:
Welche Münze auf den Bildern die gefälschte ist, bedarf, denke ich, keiner Erklärung...
Zu deinem ebay-Link:

Ist denn die Randschrift immer gleich? Beim Braunschweig-Wilhelm wie beim Preussen-Wilhelm 1 und 2 und das all die Jahre hindurch?

Antworten