Preispeak bei aktuellen Sammlermünzen?

Diskussion zum Thema Investieren in Goldmünzen oder Goldbarren, Vorteile und Risiken, Medien-Hype oder sicherer Hafen

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 25.11.2012, 15:22

goldfarmer
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Hallo Leute! smilie_24

gleich mal vorweg... ich weiß, eine Unze ist eine Unze ist eine Unze...
das Gewicht ist wichtig für viele hier im Forum (Stichwort viel Gold fürs Geld)

insgeheim hoffen dennoch viele auf steigende Sammlerpreise, bzw. sind dann trotzdem erfreut wenns Wertzuwächse gibt...

meine Frage bzw. Überlegungen daher:

wann entstehen die Preisobergrenzen für Münzen, es hängt sicher mit Hypes und Werbung zusammen!
aber haben ältere Sammlermünzen wie Lunar I noch Luft nach oben? oder haben sich die Preise durch die bekannten Auflagezahlen bereits festgelegt?

bsp. Vater sammelt Münzen, kleines Kind findet die Münzen und spielt sich damit, so dass diese numismatisch nicht mehr wertvoll sind oder Münzen werden gestohlen und die Diebe gehen nicht achtsam damit um, und veräußern dann zum Schmelzpreis... smilie_27

die Ausführungen dahingehend sollen verdeutlichen, dass ein natürlicher Schwund über die Jahre entsteht...
somit könnten Münzen über die Jahre an Wert gewinnen...
der andere Ansatz ist, keiner interessiert sich mehr in ein paar Jahren für diese Münzen, dadurch würde der Markt einbrechen!

genau dasselbe sehen wir bei alten Pandas, habe gestern bei Ebay einen 1/4 Unze Goldpanda für 1400€ über den Tisch wandern sehen... Erklärungen? der Käufer hätte damit eine ganze Unze auch kaufen können smilie_08


also was sagt Ihr, werden Sammlerpreise noch relevant sein in den nächsten Jahren, oder ist bei (hoffentlich) steigenden Preisen in Zukunft nur mehr das Gewicht relevant?


bin gespannt!

Beitrag 25.11.2012, 16:52

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mamü
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Wird doch schon hier diskutiert:
https://forum.gold.de/welche-muenzen-mi ... t5984.html

Beitrag 25.11.2012, 16:58

goldfarmer
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in diesem Thread wurden einzelene Münzen vorgeschlagen, jedoch wurde nicht über die Entwicklung und Beständigkeit von Sammlerwerten im Zusammenhang mit der Goldpreisentwicklung diskutiert...

mir ist der Faden sehr wohl bekannt und wenn es eine zufriedenstellende Antwort auf meine Frage bereits gäbe, würde ich wohl kaum fragen...

Beitrag 25.11.2012, 17:06

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Wiedehopf
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Ich denke, dass sog. Sammlermünzen eine begrenzte "Halbwertzeit" haben, was das Interesse daran, bzw. ihr Wertsteigerungspotential angeht.

Viele Münzen, die vor Jahrzenten gekauft und gesammelt wurden, schaut heute keiner mehr an und sie sind faktisch nur noch Schmelzwert wert.
Bei Münzen der letzten sagen wir mal 10 Jahre sieht das glaube ich etwas anders aus. Wohl auch durch das Internet und andere Faktoren kam auf einmal eine fast unüberschaubare Flut an Neuerscheinungen dazu, was in den letzten Jahren zu diversen Hypes geführt hat.
Ich meine, die meisten dieser Hypes sind nur kurzlebig, d.h. die Preise können sich max. wenige Jahre halten.

Bei der von dir aufgeführten Lunar 1 Serie sieht es vielleicht ein klein wenig anders aus, denn da waren die Auflagezahlen noch überschaubar. Dennoch denke ich, dass auch da die Luft nach oben raus ist. Im Gegenteil, so langsam sieht man da sogar fallende Preise.

Was die Pandas angeht, so bilden die hier glaube ich die große Ausnahme. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung Chinas kommen dort immer mehr Menschen in den Genuß bescheidenen Luxus. Und wenn dieser Luxus dann auch in Gold oder Silbermünzen umgewandelt wird, dann natürlich erst mal in die heimischen Münzen. Von daher würde ich das nicht als Panda Hype bezeichnen, sondern einfach als eine Art Umschichtung gen Fernen Osten.

Bei den meisten heute gehypten Münzen, vornehmlich Agenturprägungen in Silber heisst wohl das Motto: wer die schnelle Mark machen will, steigt überall mit ein, beteiligt sich kräftig am Hype und hofft, die Dinger schnellstmöglich wieder mit Gewinn abzustossen, nicht zuletzt um wieder liquide für den nächsten Hype zu sein.

Mit sammeln oder auch Anlegen hat das natürlich nichts mehr zu tun, sondern nur noch mit Abzocken ohne Gnade. Wenn das gleiche mit Klopapier ginge, würden diese Leute eben dort ihr Geld verdienen, eben ohne jegliche Leidenschaft....
smilie_24

Beitrag 25.11.2012, 17:22

goldfarmer
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genau das meinte ich...
bei Silbermünzen kommt es mir vor, als ob es wöchentlich 5 Neuerscheinungen gäbe...
jede Münze in BU, in PP, in mindestens 4 Farben, jetzt auch in High Relief, mit eingearbeiteten Steinen, anderen Metallen... und die verschiedenen Größen variieren auch immer mehr

da vergeht einem teilweise die Freude an den Münzen erheblich! smilie_40

aber vom Zocken ist noch nie einer reich geworden, ein paar falsche EInschätzungen und Erwartungen und weg ist die erhoffte Kohle :wink:

Beitrag 26.11.2012, 08:44

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waschbaer
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Die Varianten-Schwemme ist in der Tat übel geworden, betrifft jedoch bislang "nur" Silber. Bei Gold ist es ja lange nicht so schlimm, wenn man mal von den diversen "die kleinsten Goldmünzen zum Thema xy" absieht. Wohl weil sich Gold in anderen Preisregionen abspielt und die bei Agenturprägungen angepeilte Zielgruppe hier nicht im selben Umfang "mitspielen" kann. Ich bin bei Gold Lunar II in den kleinen Stückelungen, und wenn es sich ergibt kleine Pandas bis 2010, denn ab 2011 wurden die Prägezahlen gerade der kleinen China-Goldis stark erhöht. Ich sehe das mit dem "Riesenmarkt China" auch nicht ganz so rosarot, weil für mich dieses Argument einfach zu ausgelutscht ist (weniger wegen Edelmetall, sondern weil das seit zig Jahren für alles Mögliche, von Autos bis Zigarren, herhalten muss).

Grundsätzlich sehe ich bei den kleineren Stückelungen (bis 1/4 oz) gutes Potential, denn wenn der Goldpreis irgendwann hyperventiliert werden sich die vielen Späteinsteiger nur noch dieses "Kleinzeug" leisten können. Dennoch achte ich sehr auf den Aufpreis zur Unze. Stücke über 1 oz kaufe ich nicht, dafür ist der Markt schlicht zu klein und für meine finanziellen Möglichkeiten wäre das auch ein viel zu grosser Einzelbrocken. Diese Stücke gönne ich Liebhabern, die sonst schon alles haben und es sich leisten können/wollen.

Bei hochpreisigen Gold Sammlermünzen bin ich eh aussen vor. Gute und seltene Stücke werden sicher ihren Preis halten, doch ob man mit seiner Kaufentscheidung richtig liegt weiss man trotzdem meistens erst hinterher. Ich schaue bei "Kleingold" dennoch auf die Auflage, auch meine wenigen alten Handelsgold-Münzen habe ich meist nach Erhalt und Auflage ausgewählt, wobei das mit der Auflage ja so eine Sache ist. Stimmen die Infos die ich habe? Und wenn von einer vermeintlich hohen Auflage viele eingeschmolzen wurden sind die restlichen jetzt evtl. seltener als von einem Jahr mit geringerer Auflage. Da ist viel Spezialwissen nötig, dazu fehlt mir auch schlicht die Zeit.

Beitrag 26.11.2012, 10:42

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Mithras
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Ganz klare Ansage:

Diese "Hypes" sind immer absolut "zeitkernig", d.h. sie finden in direkter zeitlicher Nähe zur Ausgabe der "Objekte" statt.

Beispiele: BRD-5er in Silber. Kosteten außer den ersten vieren/fünfen zwischen 2002 (also der Euroeinführung) und bis vor ein paar Jahren, d.h. solange der Silberpreis noch geringer als ihr Feingehalt war, genau den Nennwert umgerechnet in Euro, und den auch nur, weil die LZBs diesen Kram problemlos zum Festkurs in Euronen umwechselten. Erst als der POS > Nennwert stieg, liefen sie - naturgemäß - zum Silberpreis.

Dito die Euro-Zehnerle.

Oder DDR-Gedenk-/Sondermünzen: Was war das 1990/91 für ein MEGA-Hype!!! "Abgeschlossenes Sammelgebiet" und so ... und plötzlich stürzten sich auch "Wessi"-Spekulanten auf den Krempel aus Honnis "Arbeiter- und Bauernparadies" und legten für manche Silberlinge "20 M der DDR" viele, viele Hundert DM hin; tlw. das Äquivalent von 3 Unzen Gold. :roll: Der Absturz kam dann schnell. Und umfassend. Die Folge: Eher eine radikale(!) UNTERbewertung von anderen, tlw. numismatisch hochgradig interessanten(!) Prägungen. Erst in den letzten Jahren rappeln sich die Preise für das Sammelgebiet "DDR" wieder auf (am faszinierendsten in einem Bereich, der hierzuforum eher "bäh!!!"-Kommentare hervorruft: historische GELDSCHEINE nämlich... smilie_01 ). Aber eben eher gerade NICHT die ehedem so "gehypten" Silber-Sonderprägungen (die im täglichen Zahlungsverkehr in der "Kaufhalle" damals genauso"viel" Bedeutung hatten, wie heute z.B. die "100"- und "200-€"-Goldstücke BRD beim Aldi: wie diese waren das Objekte, die der ernsthafte Numismatiker deshalb gern als "pseudomonetae" bezeichnet: also "eigentlich" nur eine Art Medaillen, die allerdings vom Staat mit einem "Nennwert" versehen wurden...). Gefragt und gesucht sind aus der DäDäRä heute zunehmend <tätäää!> die ollen "Aluchips", also die Umlauf-Pfennige etc. Und so ein eingeschweißter Kursmünzensatz mit viel Alu und einmal Neusilber kostet heute locker das Äquivalent von ein paar Unzen Silber...

Meine "Glaskugel" sagt zu den BRD-Prägungen ganz klar (ich habe sie nämlich gerade frisch geputzt...):
Was von dem Euro-Kram später wohl mal "richtig numismatisch" wird, dürften vor allem die ersten (also 2002er) "normalen Umlaufmünzen" in perfekter Erhaltung sein, dazu das Silber-Zehnerle "Einführung des Euro" sowie die "100,-" und "200,-" € von 2002 aus gleichem Anlaß in Au. Der Rest dieser späteren goldenen Medaillen(!) mit Städtebildern bzw. einem stilisierten Fußballplatz von oben oder Blättern/Zweigen hier heimischer Baumarten bzw. der Silberkram mit der Gerupften Henne[tm] auf dem Revers: später allenfalls mal "besseres Schmelzgut".

Von dem oben besonders intensiv angesprochenen "speziellen" Bullion-Krempel schweige ich jetzt als höflicher Mensch lieber ganz und sage stattdessen mein Standardsprüchlein: "Eine Unze ist eine Unze ist eine Unze." Soll heißen: In der Schmelze genausoviel wert wie ein Krüger etc. des gleichen Feingewichtes. Wobei aber der Krüger letztlich bekannter und damit fungibler ist und ergo eher NICHT in der Schmelze landen und damit MEHR wert sein dürfte... smilie_02

Beitrag 26.11.2012, 13:06

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Wiedehopf
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waschbaer hat geschrieben:Die Varianten-Schwemme ist in der Tat übel geworden, betrifft jedoch bislang "nur" Silber. Bei Gold ist es ja lange nicht so schlimm, wenn man mal von den diversen "die kleinsten Goldmünzen zum Thema xy" absieht. Wohl weil sich Gold in anderen Preisregionen abspielt und die bei Agenturprägungen angepeilte Zielgruppe hier nicht im selben Umfang "mitspielen" kann. Ich bin bei Gold Lunar II in den kleinen Stückelungen, und wenn es sich ergibt kleine Pandas bis 2010, denn ab 2011 wurden die Prägezahlen gerade der kleinen China-Goldis stark erhöht. Ich sehe das mit dem "Riesenmarkt China" auch nicht ganz so rosarot, weil für mich dieses Argument einfach zu ausgelutscht ist (weniger wegen Edelmetall, sondern weil das seit zig Jahren für alles Mögliche, von Autos bis Zigarren, herhalten muss).

Grundsätzlich sehe ich bei den kleineren Stückelungen (bis 1/4 oz) gutes Potential, denn wenn der Goldpreis irgendwann hyperventiliert werden sich die vielen Späteinsteiger nur noch dieses "Kleinzeug" leisten können. Dennoch achte ich sehr auf den Aufpreis zur Unze. Stücke über 1 oz kaufe ich nicht, dafür ist der Markt schlicht zu klein und für meine finanziellen Möglichkeiten wäre das auch ein viel zu grosser Einzelbrocken. Diese Stücke gönne ich Liebhabern, die sonst schon alles haben und es sich leisten können/wollen.

Bei hochpreisigen Gold Sammlermünzen bin ich eh aussen vor. Gute und seltene Stücke werden sicher ihren Preis halten, doch ob man mit seiner Kaufentscheidung richtig liegt weiss man trotzdem meistens erst hinterher. Ich schaue bei "Kleingold" dennoch auf die Auflage, auch meine wenigen alten Handelsgold-Münzen habe ich meist nach Erhalt und Auflage ausgewählt, wobei das mit der Auflage ja so eine Sache ist. Stimmen die Infos die ich habe? Und wenn von einer vermeintlich hohen Auflage viele eingeschmolzen wurden sind die restlichen jetzt evtl. seltener als von einem Jahr mit geringerer Auflage. Da ist viel Spezialwissen nötig, dazu fehlt mir auch schlicht die Zeit.
Sehe ich in Bezug auf Au ganz genauso.
Mein Beitrag bezog sich mehr auf moderne Silbermünzen, speziell die derzeit sehr hochpreisigen Agenturausgaben.

Beitrag 26.11.2012, 13:54

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waschbaer
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Wiedehopf hat geschrieben:Mein Beitrag bezog sich mehr auf moderne Silbermünzen, speziell die derzeit sehr hochpreisigen Agenturausgaben.
Bei einer bin ich sogar dabei (Palau Bernstein-Serie, also Amber Chamber, Kreml etc.). Da ich bei den ersten drei früh genug eingestiegen bin und auch eine Kreml relativ "günstig" bekam sehe ich dem Treiben sehr gelassen zu. Diese Serie gefällt mir unheimlich gut, die Details sind erstklassig gemacht und 2 oz ist für sowas eine handliche Grösse. Dass keine einzige davon jemals auf Palau war ist mir so klar wie egal, ich bin von dieser Serie einfach rein optisch begeistert. Auch High Relief gefällt mir übrigens ausgesprochen gut. Doch zurück zu Gold.

Vielleicht denken manche, mit seltenen Sammlerstücken lässt sich ein sicher auch mal kommender Rückgang des Goldpreises abfedern. Mag sein. Oder auch nicht, weil bis dahin vielleicht schon wieder ganz was anderes gesucht und beliebt ist. Dauerhaft auf Sammeraufschläge bauen finde ich daher sehr gewagt. Lieber streuen. Bischen Lunar, bischen Panda, bischen Handelsgold, für die Rente eine handvoll Krügis und im Regelfall nah am Spot bleiben ... Zumindest bei Gold, bei Silber trenne ich da viel mehr, da darf auch mal was fürs Auge fernab vom Spot dabei sein.

Beitrag 26.11.2012, 14:17

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Mithras
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Natürlich sind alle solchen Vermutungen(!) über mögliche Wertsteigerungen simple SPEKULATION! :wink: Aber es wird wohl immer eine Anzahl Menschen geben, die noch etwas GESCHICHTSBEWUSZTSEIN haben. Und für die ist dann ein Originalzeugnis von z.B. Napoléon Bonaparte garantiert was anderes als ein gleichschweres anderes Stück Gold. So gesehen sind z.B. die hübsch "griffigen" 40-Francs-Stücke jener Zeit m.E. deutlich unterbewertet.... smilie_01

Wie gesagt: nur als exemplarische Nennung - ich hätte auch Deutsches Kaiserreich in Vergleich zu Halbunzen "100 €" Bullions BRD oder "echte" Golddollar bis 1932 im Vergleich mit den aktuellen "Eagles" im Unzenfuß oder sowas nehmen können... 8)
Goldigste Grüße,

Euer Mithras, der Goldjunge

Und nicht vergessen: "Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück: Null." [Voltaire, 1694-1778]

Beitrag 26.11.2012, 15:34

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Maple Leaf
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Seit ich der Meinung bin, dass "moderne Numismatik" eher in den Bereich der Abzocke gehört, sammel ich nur noch Barren. Damit ist die Frage des Threadstellers meinerseits beantwortet. smilie_02
Liebe Grüße
Maple Leaf

Beitrag 26.11.2012, 20:15

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GrafZahl
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Mithras hat geschrieben:Natürlich sind alle solchen Vermutungen(!) über mögliche Wertsteigerungen simple SPEKULATION! :wink: Aber es wird wohl immer eine Anzahl Menschen geben, die noch etwas GESCHICHTSBEWUSZTSEIN haben.
Interpretierst Du für eine millionenfach geprägte Massenware nicht zu viel Geschichte rein? Wir sprechen schließlich nicht von einem DER Silberlinge, nicht vom Penny des Hurenlohns, den Jack the Ripper seinem Opfer aus toten Fingern gebrochen hat und nicht von einem der Dollar die Alaska bezahlten. Oder einem anderen Geldstück, das in irgendeiner historisch relevanten (oder fiktiven Transaktion) Verwendung fand. Das ist meine nüchterne sichtweise auf Handelsgold, welches ich aus anderen ebenfalls nüchteren Gesichtspunkten mag.

Was die moderne Numismatik angeht gehe ich mit Dir Konform.
"Das ist Gold, Mr. Bond", sagt er.
"Mein ganzes Leben war ich verliebt in seine Farbe, seinen Glanz, seine göttliche Schwere. Ich mache jedes Geschäft, das meinen Vorrat aufstockt."

Independencia y Libertad

Beitrag 26.11.2012, 21:13

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Titan
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GrafZahl hat geschrieben: Interpretierst Du für eine millionenfach geprägte Massenware nicht zu viel Geschichte rein? Wir sprechen schließlich nicht von einem DER Silberlinge, ...Oder einem anderen Geldstück, das in irgendeiner historisch relevanten (oder fiktiven Transaktion) Verwendung fand. Das ist meine nüchterne Sichtweise auf Handelsgold, welches ich aus anderen ebenfalls nüchteren Gesichtspunkten mag.
Was die moderne Numismatik angeht gehe ich mit Dir Konform.
...und drei Generationen weiter ist die Sichtweise eine ganz andere smilie_16
Ich muß hier nochmal auf die Überschrift hinweisen:
"Preispeak bei aktuellen Sammlermünzen"
Da ist eine Einschränkung auf Gold/Silbermünzen wohl zu kurz gedacht...da gibt es auch noch andere Gebiete,die da zumindest mit betrachtet werden müssen.
WAS also sind aktuelle Sammlermünzen denn tatsächlich smilie_08
Da gehen die Meinungen doch sehr weit auseinander.
Ich besitze aus DDR-Zeiten unzirkuliertes Kleingeld...da wollen manche Händler für 10 Pfennig
viele Euronen dafür---weshalb denn,wo doch davon Abermillionen "geprägte Massen-Ware" ohne
sogenannte Geschichte geprägt worden sind smilie_10
Vorsicht vor zu eingeengter Sichtweise.Ansonsten liegen unsere Meinungen nahe beieinander.
T.

Beitrag 27.11.2012, 05:52

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Ladon
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Der Sammlerwert steigt proportional mit dem Alter eines Gegenstands! Das ist bei Münzen nicht anders.

Insofern muss man Mithras (e.a.) widersprechen. In 200 Jahren dürften die heutigen "Bullion-Münzen" gerade für Leute mit "Geschichtsbewusstsein" durchaus von Interesse sein. Und (in Abwandlung des von ihm Geschriebenen) dann dürfte ein Originalzeugnis von was-auch-immer (Euro Einführung z.B. ;-) ) eben vom Interessierten auf jeden Fall einem dann zeitgenössischen Stück Gold vorgezogen werden. Und diese Präferenz zahlt man dann auch. Umso mehr, wenn sie, wie gesagt wurde, in den nächsten 10-50 Jahren in die Schmelze wandern.
Kommt halt immer darauf an, ob man Gold als Gut oder als Geld sieht. Geld hat keinen Sammlerwert (es definiert ja mit einer Recheneinheit selbst den Wert von Dingen). Nur ein "Ding" kann sammelwürdig in diesem Sinne sein.


Münzen, die vor 100 Jahren und mehr geprägt wurden, haben ALLEIN aufgrund ihres Alters einen Wert, der sich eben in Sammleraufschlägen manifestiert.

Das "Banale" sogar eines Alltagsgegenstandes verschwindet etwa bei 100-150 Jahren Alter vollständig. Und der Gesäßschwamm, den Cäsar während des gallischen Krieges benutzte, wäre heute "unbezahlbar" ... Aber, um das jetzt nicht zu verkalauern, ein ganz reales Beispiel: Der englische "Cutlass", das "Standard-Entermesser" der britischen Marine in der napoleonischen Ära, ist im Original heute ebenfalls unbezahlbar, obwohl das objektiv gesehen ein scheußlicher Säbel ist, Massenware und miserabel gefertigt war. Aber die Dinger sind praktisch alle eingeschmolzen worden, eben WEIL sie nichts besonderes waren! Sowas hat sich auch kein Mensch mit nach Hause genommen und aufbewahrt (gesammelt). Keine 200 Jahre später ist's der feuchte Traum jedes "Napoleonikers" ...


P.S.
Nur damit das klar ist:
Mein Goldschätzchen besteht großteils aus Sovereigns (und ähnlichem). Ich besitze in Gold genau eine moderne Bullion-Münze (und das war a) ein Sonderangebot und b) wegen dem Motiv ein privater Grund). Mir kommt nix ins Haus, das ich nicht anfassen darf!
... nee, halt: Ich hatte vor ein paar Jahren ein paar dieser schicken 100,- Euro Säerin aus F gekauft (da war Nominal praktisch gleich Wert, sehr schön) ... die sind aber mittlerweile alle verschenkt.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 08.12.2012, 18:22

goldfarmer
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Lunar I Silber jetzt abstoßen und vielleicht später wieder kaufen???

zurzeit sehe ich häufig Angebote auf Ebay, wo die Münzen der Lunar I in Silber einfach nicht mehr die Preise erzielt, wie noch vor ein paar Monaten...
neulich den kompletten Satz für gute 900€ über den ladentisch wandern sehen, früher wurden teilweise mehr als 1000 Euronen hingeblättert!

also die Frage passend zur Threadüberschrift: ist der Peak schon erreicht?

Beitrag 08.12.2012, 19:29

sakasael
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Hallo,

Meine Bemerkungen beziehen sich auf Silbermünzen.
Moderne Numismatik muss erst noch beweisen ob sie ihr Geld wert sein wird.
Meine Meinung ist das Investitionsware wie Maple Leaf, Eagle usw. nicht mit einem Panda, Känguru, Kiwi, Einhorn, Kookabura, Koala usw. vergleichbar sind.

Wenn ältere Ausgaben von Bullions etwas mehr kosten geht das meiner Meinung in Ordnung.
Zum Beispiel hat das Erstausgabejahr der Wiener Philharmoniker in gewissem Sinn eine historische Bedeutung. Wenn ein Anleger die nicht zum Spot(t) (Ironie) verschleudern will verstehe ich das.

Andererseits der Lunar II Drache.
Hier haben die Anleger das Feuerwerk angezündet und die Händler einfach ihre Chance genutzt.

Was die Lunar I Serie angeht.
900€ ist doch ein fairer Preis und keineswegs zu wenig.
Der Preis ist noch volatil wegen der schwankenden Silbernotierung.

Beitrag 08.12.2012, 19:56

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sakasael hat geschrieben:Wenn ältere Ausgaben von Bullions etwas mehr kosten geht das meiner Meinung in Ordnung.
Bei Bullionmünzen sind die aktuellen Jahrgänge (Neuware) oft sogar etwas teurer, als die "diversen Jahrgänge" ...

Beitrag 08.12.2012, 20:33

ghel
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Ladon hat geschrieben:Münzen, die vor 100 Jahren und mehr geprägt wurden, haben ALLEIN aufgrund ihres Alters einen Wert, der sich eben in Sammleraufschlägen manifestiert.
Entweder stimmt das nicht absolut, oder ich habe verdammtes Glück gehabt. Da gibt es ein paar Münzen, die 100-140 Jahre alt sind und die ich alle überaus günstig erstanden habe. Gut, das war damals Massenware, vielleicht erklärt das den fehlenden Aufschlag.

Beitrag 09.12.2012, 08:25

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Ladon
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Nichts stimmt "absolut" smilie_16

Trotzdem sind die "100 Jahre" so eine Art Grenzwert, der auf die Sammelwürdigkeit nahezu jedes Gegenstandes zutrifft. Bei Münzen hast Du natürlich Sovereigns, Willis etc. die dieser Regel "widersprechen". Aber mal überlegen - jetzt abgesehen von der schieren Auflagenzahl - sind das tatsächlich Ausnahmen (!); die meisten Münzen (Münzsorte, nicht Menge) aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg sind heute Sammlerstücke.
Selbstverständlich hast Du vollkommen Recht: So ausgedrückt wie ich es tat, war das einfach zu einfach ausgedrückt ...
Andere gibt es schon genug

Beitrag 10.12.2012, 08:26

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Mithras
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@Ladon: Wieso mußt Du mir oben widersprechen?! Du sagst doch letztlich genau dasselbe wie ich: Späteren Sammlerwert gewinnen gerade die ganz banalen Alltagsgegenstände früherer Zeiten. Deshalb erwähnte ich ja auch die "Aluchips" bzw. Geldscheine (die einen heute unwillkürlich an "Spielgeld" denken lassen..... :wink: ) der DDR im Vergleich zu den schon damals "gehypten" Silber-Gedenkmünzen, die allerdings KEIN Teil der Alltagskultur waren. Und erfahrungsgemäß wird nur letzteres später mal "so richtig" sammelwürdig. Ganz unnumismatisches Beispiel: Historisches Kinderspielzeug....
Goldigste Grüße,

Euer Mithras, der Goldjunge

Und nicht vergessen: "Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück: Null." [Voltaire, 1694-1778]

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