Wolframbarren: Gefahr erkannt - Gefahr gebannt

Diskussion zum Thema Investieren in Goldmünzen oder Goldbarren, Vorteile und Risiken, Medien-Hype oder sicherer Hafen

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 06.12.2012, 17:56

Justus
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Hi,

bin noch recht neu dabei und habe gerade etwas unschönes gefunden:
Bild

Das gemeine daran ist, dass die Dichte von Wolfram ziemlich genau der von 999.9er Gold entspricht. Mit Tauchwägung kommt man solchen Fakes also nicht bei. Ultraschall ist das Mittel der Wahl - aber wer hat schon passendes Gerät zu Hause.

Aus dem Physikunterricht kenne ich noch die fünf Formen von Magnetimus: Ferromagnetismus, Ferrimagnetismus, Antiferromagnetismus, Paramagnetismus und Diamagnetismus.
  • Gold = diamagnetisch (X = −3,5 · 10−5)
    Wolfram = paramagnetisch (X = 7,8 · 10−5)
Um auf den Punkt zu kommen: mit Hilfe eines Neodym-Magneten und einer Feinwaage kann man die beiden Formen unterscheiden:

Gold stößt sich vom Magneten ab, Wolfram wird angezogen.

Da der Effekt sehr schwach ist, benötigt man eine Feinwaage mit zwei Nachkommastellen für den Nachweis.

Ich hab das Setup gerade mal mit einer 100g Waage, ein paar Tupperdosen und einem Magnet aus einer alten Festplatte improvisiert - funktioniert.

Weiterer Vorteil: eingeschweißte Barren muss man nicht auspacken, da der Kunststoff keinen großen Einfluss auf das Messergebnis hat :)

Ich mach die Tage mal ein Foto von dem "Aufbau".

Beitrag 06.12.2012, 18:03

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Tubenhannes
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"Funktioniert"? Hattest Du zum Test einen Wolframbarren vorliegen? :shock:

Beitrag 06.12.2012, 18:13

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thEMa
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Macht die Feinwaage keine Zicken, wenn sie einem starken Magnetfeld ausgesetzt wird? Konntest Du da was feststellen?
Ceterum censeo anatocismum esse delendum

Der Zins, sie zu knechten, sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.

Beitrag 06.12.2012, 19:52

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Datenreisender
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https://forum.gold.de/gold-faelschungen ... html#92166

Beitrag 06.12.2012, 20:21

TiloS
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genau, dem Link folgen und dann wieder zum shop, da stehts erklärt
ich habs auch ausprobiert neulich
natürlich die Münze auf ein Plastikröhrchen (elektrokabelrohr) zwecks ausreichend Abstand
guter Magnet (aus ner bescheuerten unfunktionalen Schütteldynamotaschenlampe) und schwupps: ganze 2 Zehntel Gramm Abstoßung (Gewicht nach tara) bei nem Gold100er
hilft auch bei Uran und Tantalkern

für Silber weniger hilfreich, weil die Ersatzlegierungen vermutlich auch eher diamagnetisc wie Silber selbst sind

Beitrag 06.12.2012, 23:54

Alteisen
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Das mit dem Magneten ist schon eine super Idee.
Schön wenn das mit Gold funktioniert.
Aber wie enttarne ich gefälschte Platin-Barren/-Münzen (mit Wolframkern)?

Beitrag 07.12.2012, 00:03

TiloS
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ultraschall?
die Magnetmethode hilft nur bei Goldbarren (mit passender Dichte)

Beitrag 07.12.2012, 00:05

capazo
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Aber wie enttarne ich gefälschte Platin-Barren/-Münzen (mit Wolframkern)?
platin hat ganz andere metalldichte als gold bzw wolfram

http://www.hug-technik.com/inhalt/ta/metall.htm


@Justus
Danke für den tipp

smilie_01

Beitrag 07.12.2012, 00:12

TiloS
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sind aber (bei hauchdünner Platinschicht auf W) nur max 10% Dichteunterschied, das ist schon nicht ganz einfach auf die Schnelle meßbar
bei nur anteilig W eher weniger Dichtedifferenz

Beitrag 07.12.2012, 04:46

ghel
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TiloS hat geschrieben:sind aber (bei hauchdünner Platinschicht auf W) nur max 10% Dichteunterschied, das ist schon nicht ganz einfach auf die Schnelle meßbar
bei nur anteilig W eher weniger Dichtedifferenz
Ein solcher "Platin"barren sollte sich leicht selbst verraten: er klingt vollkommen anders. Schau Dir einfach mal die Schallgeschwindigkeit von Platin und Wolfram an.

Beitrag 07.12.2012, 07:01

TiloS
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na mit dem Argument könntest du erst recht sagen, daß ein goldbarren anders klingt als einer aus/mit Wolfram, den die Schallgeschwindigkeiten sind noch weiter auseinander als Pt und W

man müßte mal testen, ob gewalzte/geprägte und gegossene Barren unterschiedlich stark ausgeprägten Diamagnetismus zeigen

das mit dem Klang nach gefühl scheint mir etwas schwierig, am ehesten noch, wenn die Platinschicht keine feste Verbindung zum ern hat, das sollte man merken können

Beitrag 07.12.2012, 13:54

ghel
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TiloS hat geschrieben:na mit dem Argument könntest du erst recht sagen, daß ein goldbarren anders klingt als einer aus/mit Wolfram, den die Schallgeschwindigkeiten sind noch weiter auseinander als Pt und W
Klar könnte ich, erst recht und mit Recht :) Bei einer hauchdünnen Schicht braucht man keine Schallmessung, das Ding wird komplett anders klingen. Und mich würde es wundern wenn man mit einem vernünftigen Ultraschallgerät nicht wirklich jeden Wolframeinschluss findet.

Beitrag 07.12.2012, 14:36

TiloS
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klaro, aber der Anschaffungswiderstand von den Ultraschallgeräten ist ja leider so hoch

ansonsten Klang nach Gehör: da dürfte doch bei Münzen /barren die Größe und Dicke ne Rolle spielen und man brauchte Vergleichs"körper" verschiedener Dicke und Größe?

ach was: auch wegen der Mehrwertsteuer leg ich meine Kohle einfach nicht in Platin an, so einfach kann das Leben sein

Beitrag 07.12.2012, 15:53

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Rentenempfänger
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Alteisen hat geschrieben:Das mit dem Magneten ist schon eine super Idee.
Schön wenn das mit Gold funktioniert.
Aber wie enttarne ich gefälschte Platin-Barren/-Münzen (mit Wolframkern)?
Meine Krüger zieht es alle an.

smilie_23

Super

smilie_01

Ich dachte Goldmagneten gibt es nicht.

smilie_16
Die Bayern haben die Berge, wir Franken den Horizont.

Beitrag 07.12.2012, 16:10

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Titan
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Wohnort: Berlin
Rentenempfänger hat geschrieben:...Ich dachte Goldmagneten gibt es nicht. smilie_16
Ja,da haste richtig gedacht...GOLD-Magneten gibt es bisher nicht smilie_04 (vielleicht sogar ganz gut so...)
Dauermagnetmaterialien
Dauermagnete wurden früher aus Stahl erzeugt. Sie sind aber sehr schwach und lassen sich sehr leicht entmagnetisieren. Die bekannteste Form sind Hufeisenmagnete(Schule...Physik...)
Magnetwerkstoffe auf Basis Eisen haben zu den Begriffen hartmagnetisch und weichmagnetisch geführt:
harter, kohlenstoffreicher Stahl lässt sich dauermagnetisch machen, während sich kohlenstoffärmeres weiches Eisen (Weicheisen) kaum dauermagnetisieren lässt und sich daher besser zur Herstellung von Eisenkernen für Elektromagnete eignet.
Magnete aus Ferriten sind kostengünstig, aber relativ schwach. Typische Anwendung sind Haftmagnete und Feldmagnete von Gleichstrommotoren und elektrodynamischen Lautsprechern.
Bismanol (Bismut, Mangan und Eisen) bilden ein starkes, aber nicht mehr gängiges Permanentmagnetmaterial.
Aluminium-Nickel-Cobalt (AlNiCo-Magnete )bestehen aus Eisenlegierungen mit Aluminium, Nickel und Cobalt als Hauptlegierungselemente. Diese Materialien sind bis 500 °C einsetzbar, haben aber eine relativ geringe Energiedichte und Koerzitivfeldstärke. Die Remanenz ist höher als bei den Ferritmagneten. Die Herstellung erfolgt durch Gießen oder pulvermetallurgische Verfahren. Sie haben eine gute Korrosionsbeständigkeit, sind aber zerbrechlich und hart.
Samarium-Cobalt (SmCo) ermöglicht starke Dauermagnete mit hoher Energiedichte und hoher Einsatztemperatur. Nachteilig ist der hohe Preis.
Neodym-Eisen-Bor (NdFeB) ermöglicht sehr starke Magnete zu verhältnismäßig günstigen Kosten. Die Herstellung erfolgt über pulvermetallurgische Verfahren, heute aber vermehrt als kunststoffgebundene Magnete. Lange Zeit waren die Einsatztemperaturen auf maximal 60–120 °C begrenzt. Bei einigen neueren Entwicklungen werden Einsatztemperaturen bis 200 °C angegeben
smilie_24
T.

Beitrag 07.12.2012, 16:26

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Rentenempfänger
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Wohnort: FRANKEN !
Titan hat geschrieben:
Rentenempfänger hat geschrieben:...Ich dachte Goldmagneten gibt es nicht._16
Ja,da haste richtig gedacht...GOLD-Magneten gibt es bisher nicht 04 (vielleicht sogar ganz gut so...)
Dauermagnetmaterialien
Dauermagnete wurden früher aus Stahl erzeugt. Sie sind aber sehr schwach und lassen sich sehr leicht entmagnetisieren. Die bekannteste Form sind Hufeisenmagnete(Schule...Physik...)
Magnetwerkstoffe auf Basis Eisen haben zu den Begriffen hartmagnetisch und weichmagnetisch geführt:
harter, kohlenstoffreicher Stahl lässt sich dauermagnetisch machen, während sich kohlenstoffärmeres weiches Eisen (Weicheisen) kaum dauermagnetisieren lässt und sich daher besser zur Herstellung von Eisenkernen für Elektromagnete eignet.
Magnete aus Ferriten sind kostengünstig, aber relativ schwach. Typische Anwendung sind Haftmagnete und Feldmagnete von Gleichstrommotoren und elektrodynamischen Lautsprechern.
Bismanol (Bismut, Mangan und Eisen) bilden ein starkes, aber nicht mehr gängiges Permanentmagnetmaterial.
Aluminium-Nickel-Cobalt (AlNiCo-Magnete )bestehen aus Eisenlegierungen mit Aluminium, Nickel und Cobalt als Hauptlegierungselemente. Diese Materialien sind bis 500 °C einsetzbar, haben aber eine relativ geringe Energiedichte und Koerzitivfeldstärke. Die Remanenz ist höher als bei den Ferritmagneten. Die Herstellung erfolgt durch Gießen oder pulvermetallurgische Verfahren. Sie haben eine gute Korrosionsbeständigkeit, sind aber zerbrechlich und hart.
Samarium-Cobalt (SmCo) ermöglicht starke Dauermagnete mit hoher Energiedichte und hoher Einsatztemperatur. Nachteilig ist der hohe Preis.
Neodym-Eisen-Bor (NdFeB) ermöglicht sehr starke Magnete zu verhältnismäßig günstigen Kosten. Die Herstellung erfolgt über pulvermetallurgische Verfahren, heute aber vermehrt als kunststoffgebundene Magnete. Lange Zeit waren die Einsatztemperaturen auf maximal 60–120 °C begrenzt. Bei einigen neueren Entwicklungen werden Einsatztemperaturen bis 200 °C angegeben
s_24
T.
:shock:

gibt es bisher !!! nicht .......Meiner zieht sogar Friedrich III. Sicher mehr der Bismut-Magnet

smilie_01

smilie_24
Die Bayern haben die Berge, wir Franken den Horizont.

Beitrag 07.12.2012, 17:44

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mamü
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TiloS hat geschrieben:ein goldbarren anders klingt als einer aus/mit Wolfram, den die Schallgeschwindigkeiten sind noch weiter auseinander als Pt und W
Die Schallgeschwindigkeit im Material hat mit dem erzeugten Ton durch "Verbiegen " des Materials gar nichts zu tun. Es kommt darauf an, wie das verbogene Material schwingt und die Luft zu Druckschwankungen anregt.
Das Schwingen des Materials ist von der Massenverteilung und der "Steifheitsverteilung" des Materials abhängig.

Beitrag 07.12.2012, 18:09

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AuCluster
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mamü hat geschrieben:
TiloS hat geschrieben:ein goldbarren anders klingt als einer aus/mit Wolfram, den die Schallgeschwindigkeiten sind noch weiter auseinander als Pt und W
Die Schallgeschwindigkeit im Material hat mit dem erzeugten Ton durch "Verbiegen " des Materials gar nichts zu tun. Es kommt darauf an, wie das verbogene Material schwingt und die Luft zu Druckschwankungen anregt.
Das Schwingen des Materials ist von der Massenverteilung und der "Steifheitsverteilung" des Materials abhängig.
und so sehen die "Verbiegungen" in der Realität aus.

http://www.epsilon-lyrae.de/Doppelstern ... ungen.html
Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.

Beitrag 07.12.2012, 20:20

TiloS
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mamü
ich hab doch die Klangvergleichtheorie eben grade NICHT aufgestellt, sondern sie im gegenteil infragegestellt, weil der Klang von Dicke und Maß abhängig ist, so funktionieren ja etliche Musikinstrumente, wo die verschiedenen Töne mittels gleichem Material unterschiedlicher Abmessungen erzeugt werden

Beitrag 10.12.2012, 21:07

Justus
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Hab mal gerade ein Video gemacht....www.youtube.com/watch?v=foELQ7T8_90&hd=1

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