Goldmünzen mit Neodym Kugelmagnet prüfen

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Beitrag 04.04.2021, 07:12

samtron
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Hallo zusammen,

ich wünsche euch allen frohe Ostern und schöne Osterfeiertage!

Welche Magnetkugelgröße ist geeignet um Goldmünzen zu prüfen? Besser kleinere Durchmesser 3 - 5 mm oder eher was größeres 10 – 15 mm.
https://www.youtube.com/watch?v=-jy-_HnjroY

Wenn ich mir das Video von Heubach ansehe, kann ich mir gar nicht vorstellen, dass eine Magnetkugel an einer Wolframmünze haften bleibt.
https://www.youtube.com/watch?v=bjpIkUXNEpI

Schöne Grüße

Beitrag 04.04.2021, 08:27

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Oliver
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Sind das nun Fälschungen von dem Heubach ? Beim Test bleiben sie ja hängen also falsch. Und als Überschrift steht die Bezeichnung des echten Produkts.
smilie_37Gold und Silber lieb ich sehr, Schalke leider nimmer mehr smilie_04 smilie_37 smilie_59 smilie_57 smilie_59

Beitrag 04.04.2021, 11:28

puffi
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Für alle die meinen dass man Wolfram prägen kann:

https://www.youtube.com/watch?v=06K3cWtL5FY

Und dann mal über sintern oder spanhabhebende Bearbeitung bei Wolfram lesen.......man könnte natürlich auch gießen, halt bei "niedrigen" Temperaturen.....

Und noch was: Heubach hat nix über ne Wolframmünze gesagt sondern "Kapsel mit reinem Wolfram" kleiner aber feiner Unterschied.......

Und zum Schluss für alle:

Frohe Ostern!

Beitrag 04.04.2021, 11:49

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Sapnovela
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Zum Ausprobieren:
Kauf Dir einen kleinen Wolfram-Würfel bei eBay und einen starken Neodym-Magneten (beides z.B. Würfel mit 1 cm Kantenlänge). Dann halte beide nebeneinander und bemerke.... nichts.

Der Magnetismus von Wolfram ist Paramagnetismus und dieser ist generell sehr schwach - so beträgt Wolframs Magnetische Suszeptibilität gerade mal Χm = 7,8 · 10 exp −5, das resultiert in einer Anziehungskraft, die Zehnerpotenzen schwächer ist als bei ferromagnetischen Stoffen. Mit ein wenig Übung kann man es mit einem Pendel machen, denn der Wolframkern wird angezogen, Gold abgestoßen. Allerdings macht Dir jeder Luftzug, inkl. Atmen die Messergebnisse strubbelig.

Wenn Du ein wenig spielen willst, kauf Dir ein Ultraschallmessgerät, dass die Schallgeschwindigkeit direkt anzeigt. Ich habe so eins:
https://www.amazon.de/Schichtdickenmess ... 66&sr=8-36
Leider haben diese Geräte offensichtlich keine Endkontrolle und man bekommt mit Glück ein 1a Gerät, mit Pech etwas unbrauchbares. Achte auf eine zweite Sonde, die gehen nämlich mal kaputt und ohne Sonde ist das Gerät nutzlos.

Du brauchst natürlich Ultraschall-Gel, denn es braucht den direkten Kontakt zwischen Sonde und Prüfobjekt, ohne Luft dazwischen. Daher auch keine Möglichkeit irgendwas in Folie sinnvoll zu messen. Das Ultraschall-Gel ist dann auch der Nachteil der Methode, denn es ist eine elende Sauerei. Dafür billig und funktioniert.

Grundlage ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Schallwellen in verschiedenen Medien., z.B.

Gold 3240 m/s
Kupfer 4660
Silber 3600

Wolfram 5180
Zink 3700
Blei 2160
Bismut 2180

Luft 330
Stahl 5918

Gold und Wolfram liegen weit genug auseinander, um sie sicher unterscheiden zu können.
Gehirnwäsche funktioniert wie richtige Wäsche - wenn sie das Objekt lang und heiß genug waschen, schrumpft es. (c) Volker Pispers

Beitrag 06.04.2021, 14:45

samtron
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Kann das mit der Magnetkugel so wie im Video funktionieren? Irgendwo hier im Forum habe ich davon gelesen, dass ein Forenuser immer seine Magnetkugel beim Kaufen dabeihat.

Beitrag 06.04.2021, 15:34

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Oliver
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Wohnort: Nordpool
Wen es stark genug ist schon. Muss aber nicht zwingend eine Kugel sein, aber 200 kg sollte es an zugkraft schon leisten, das eine Goldmünze abgestoßen wird, hab ich raus gefunden. Sonderlich teuer sind die auch nicht
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Beitrag 06.04.2021, 18:11

samtron
1 Unze Mitglied
Beiträge: 11
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Vor diesen großen (super) Magneten habe zu viel Respekt, dass ich mir einen anschaffen würde. Das Material ist sehr spröde und da können sehr scharfkantige Splitter herausbrechen und einem um die Ohren fliegen.
Je näher ein Magnet einem anderen kommt oder einem ferromagnetischen Material, desto größer wird die Anziehungskraft = Je weniger Abstand (Haut) dazwischen, desto mehr Aua.

Auch kleiner Neodym Magnete sollten mit der gebotenen Vorsicht behandelt werden.

Beitrag 06.04.2021, 20:56

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Puschel
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 155
Registriert: 20.12.2020, 19:39
Also bei mir funktioniert das.
Es ist aber nicht nur mit dem Magneten getan. Man braucht auch entsprechende "Versuchsobjekte" und ne Menge Zeit und vielleicht auch Erfahrung um das Echte vom Falschen erstmals mittels dieser Methode unterscheiden zu können. Gerade bei Legierungen ist das nicht immer so einfach.
Ich habe diese Vorrichtung für einen Pendelneodymmagneten.
Funktioniert so weit ganz gut, aber da ich fast keine Barren kaufe (von privat schon mal garnicht) ist das Ding eigentlich uninteressant. Die Münzen die ich kaufe, kaufe ich mittlerweile nur noch über Händler von gold.de seit ich mal von Ebay-Kleinanzeigen abgezockt wurde.
Geld hatte ich war zurückerhalten, aber selbst wenn mir der Betrüger was zugeschickt hätte, so könnte ich zwar über die Methode prüfen, wäre mein Geld aber trotzdem los.
Macht nur Sinn bei Kauf von privat und dann persönliche Abholung.
Das Wiegen und Abmessen mittels digitaler Prüfwerkzeuge bleibt immer noch unerlässlich.

Beitrag 07.04.2021, 09:52

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SteveG
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Escudo hat geschrieben:
06.04.2021, 17:21
Ja die in YouTube oft zitierten 200kg Zukraft. Sieht man sich die einschlägigen Videos an, kann die Meßmethode nachvollzogen werden. Ob ich damit in der Lage wäre eine Goldmünze von einer Goldmünze mit Wolframkern zu unterscheiden? Ich denke nicht.
Warum nicht? Gold wird abgestoßen, Wolfram angezogen.

Ich hab den 200kg-Magneten mehr aus Neugier gekauft, zu einem Privatkauf würde ich den sowieso nicht mitnehmen.
Dass man den sorgsam lagern und entsprechend damit umgehen sollte, versteht sich von selbst.
Und keine Handys direkt daneben legen. ;)

Bei einer Münze braucht man übrigens keinen Magneten. Gewicht und Abmessungen checken und einen Klangtest machen. Das ist schnell gemacht und keine Fälschung besteht alle drei Tests.

Beitrag 08.04.2021, 21:06

Escudo
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SteveG hat geschrieben:
07.04.2021, 09:52
Escudo hat geschrieben:
06.04.2021, 17:21
Ja die in YouTube oft zitierten 200kg Zukraft. Sieht man sich die einschlägigen Videos an, kann die Meßmethode nachvollzogen werden. Ob ich damit in der Lage wäre eine Goldmünze von einer Goldmünze mit Wolframkern zu unterscheiden? Ich denke nicht.
Warum nicht? Gold wird abgestoßen, Wolfram angezogen.
Ja das stimmt schon. Nur ist die Stärke der Abstoßung / Anziehung sehr gering. Die Möglichkeit sich zu irren, ist extrem hoch. Profis bevorzugen daher auch die Wirbelstrom-Messung. Das ist sicherlich eine sehr gute Methode. Magnet oder Ultraschall haben mich nicht so wirklich überzeugt.
SteveG hat geschrieben:
07.04.2021, 09:52
Bei einer Münze braucht man übrigens keinen Magneten. Gewicht und Abmessungen checken und einen Klangtest machen. Das ist schnell gemacht und keine Fälschung besteht alle drei Tests.
Sehe ich auch so, bei modernen Münzen bevorzuge ich gehärtete Münzen, gleich ob als 900/1000 oder 916/1000. Diese haben beim Klangtest einen einzigartigen Klang, der sich weder bei 999er Münzen noch bei Wolfram findet. Das ist extrem sicher und deutlich weniger aufwändig als andere Methoden. Eine kleine Schieblehre und eine Digitalwaage kann ich auch einfach mitnehmen, alternativ die Krügerrand Schablone. Vor allem ist man damit viel schneller als mit Magnet oder Gleitgel. smilie_11
Mit Gold ist jede Festung zu erobern.

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