Spekulation bzw. Diversifikation mit ausländischen Währungen

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Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 15.07.2013, 22:32

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MaciejP
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Hallo,

ich überlege mir etwas Geld in ausländische Währungen zu tauschen, um den Cash-Anteil am Vermögen zu diversifizieren und bei günstigen Wechselkursen ggf. wieder zurückzutauschen und Cash damit evtl. noch etwas rentabler zu machen.

Da stellt sich zunächst einmal die Frage nach der Form, Bargeld oder ein Währungskonto? Ersteres ist beim Tausch deutlich teurer und bringt keine Zinsen, hat gegenüber Bankeinlagen dafür aber einen etwas höheren Sicherheits- und Anonymitätsfaktor.

Die zweite Frage wäre, welche Währungen kommen da in Frage? Als attraktiv erscheinen da natürlich die Währungen, die sich in den letzten Jahren weniger inflationär verhalten haben als der Euro, bspw. skandinavische Währungen, tschechische Krone oder die diversen Dollar-Währungen. Sollte die Euro-Krise nun doch wieder hochkochen, sollten sich diese Währungen ja gegenüber dem Euro weiter besser entwickeln.

Wie ist eure Einstellung zu ausländischen Währungen, sinnvolle Beimischung oder unnötiges Hin und Her? Und welche Form oder Währungen sind aus eurer Sicht am attraktivsten?

Ein Hinweis noch: Bitte keine Diskussion, dass Fiat-Währungen alle schlecht sind und man doch lieber alles Geld in Gold und Silber tauschen möge o.ä., es geht hier ausschließlich um den Cash-Anteil und inwieweit man diesen besser strukturieren könnte.

Viele Grüße
Maciej

Beitrag 16.07.2013, 02:56

Topas
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Hallo MaciejP,

Du suchst ja explizit nach Diversifikation des Cash-Bestands und ggf. etwas Rendite durch Umtauschen.

In diesem Szenario denke ich, dass Du mit einem Konto besser bedient bist als mit Barem. Auch wenn die momentanen Zinsen nicht hoch sind, so ist das Tauschen billiger (besserer Kurs) und schneller (Internet-Banking).

Die Frage ist dann, welche Währungen Deine Bank anbietet. Da ich nicht von einem baldigen Wiedererstarken des Euro ausgehe, denke ich, dass alle von Dir genannten Währungen in Frage kämen. Da ist guter Rat natürlich schwer. Ich persönlich würde mich auf Länder konzentrieren, die Waren anbieten, die jeder haben will (z.B. Rohstoffe: Norwegen Krone), oder die von hoher Bedeutung sind (z.B. US Dollar). Aber ob sich damit dann wirklich Rendite erzielen läβt, kann ich nicht vorhersagen:)

Viele Grüβe

Beitrag 16.07.2013, 06:59

Suedwester
Man könnte auf viele Dinge spekulieren.

- z.B. auf eine Aufwertung des Franken - man weiß ja nie, vielleicht wird der Mindestkurs (1,20) ja mal aufgehoben. Außerdem kann man das Geld (wenn man Bargeld hat) notfalls im Nachbarland verwenden.

- z.B. daß der chinesiche Renminbi Yuan einmal voll konvertibel wird und weiter aufwertet

- z.B. daß einige Währungen aus "Zweite-Welt"-Staaten unterbewertet sind, aber gleichzeitig "gute" Zinsen bieten, z.B. Real, argentinischer Peso, Rand...

Allerdings, trotz Südafrikas Goldproduktion und -reserven ist der Rand zur Zeit keine starke Währung.

- Man könnte auch auf europäische Währungen spekulieren, die auf absehbare Zeit im Euro aufgehen werden. Von 27 EU-Staaten sind nur 18 im Euro, wenn ich richtig gezählt habe?

Man kann über seinen dt. Broker ohne weiteres auch Anleihen in den "kleinen Dollar"-Währungen, in Rand usw. kaufen. "Hohe" Zinsen, gleichzeitig die Chance auf Kursgewinne, allerdings sind Steuern auf Gewinne und Zinsen zu zahlen.

Es gibt also viele Möglichkeiten - gibt ja "bloß" rund 200 verschiedene Währungen!

Beitrag 16.07.2013, 07:29

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Sapnovela
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Versuch es doch mal mit total langweiligen aber sehr stabilen Dividenden-Aktien z.B. aus Norwegen. Telenor ist so ein Kandidat. Das Kursrisiko ist überschaubar, die Dividende stark... letztendlich also eine Währungswette (was Du ja willst) mit guter Verzinsung.

/Sap
smilie_24

Beitrag 16.07.2013, 08:04

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AuCluster
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Die Liquidität spielt für mich die größte Rolle. Was nützt mir die tollste Währung, wenn ich sie nicht jederzeit in Euro umtauschen kann? Nichts!
Bleiben: USD, SFr, Pfund. Vielleicht noch die Rohstoffwährungen Australischer und Kanandischer Dollar.
Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.

Beitrag 16.07.2013, 09:01

Suedwester
Stimmt natuerlich. Und da muss man sich im klaren sein, dass zwar viele Anleihen (auch in Fremdwaehrung) an dt. Boersen relativ liquide sind, aber man mit auslaendischen Banknoten eben zum Teil hohe Auf-/Abschlaege beim An-/Verkauf verkraften muss. Und mit Muenzen kann man praktisch gar nichts anfangen, selbst wenn diese auf Franken oder US$ lauten.

Aber man schaue sich ruhig mal Forint, Zloty, tuerk. Lira, Rand, Real usw. an, wenn man spekulieren will. No risk, no fun.

Beitrag 16.07.2013, 09:50

Klecks
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AuCluster hat geschrieben:Die Liquidität spielt für mich die größte Rolle. Was nützt mir die tollste Währung, wenn ich sie nicht jederzeit in Euro umtauschen kann? Nichts!
Und da geh ich mit dir jede Wette ein, dass du hier in D Forint, Zloty und CZ-Kronen mindestens genauso leicht getauscht bekommst wie britische Pfund. In Grenznähe kannst du mit Zloty oder Kronen sogar bei McDreck bezahlen smilie_45
Auch norwegische Kronen wirst du wahrscheinlich leichter los als AUS $ oder CAN $.

Beitrag 16.07.2013, 09:52

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lifesgood
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Leute vergeßt das mit der Rendite bei solchen Absicherungsdingen.

Da geht man aus Sicherheitsgründen in Fremdwährungen, aber macht das dann mit einem Fremdwährungskonto und liefert sich dem Risiko der Banken aus. Widerspricht sich das nicht? smilie_08

Ich hab ein paar Franken und ein paar US-Dollar in bar rumliegen und gut. Rendite müssen die auch keine bringen, wobei die Franken damals beim Kauf deutlich günstiger waren, als sie es heute sind ;)

lifesgood

Beitrag 16.07.2013, 11:10

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Pfennigfuchser
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lifesgood hat geschrieben:Ich hab ein paar Franken und ein paar US-Dollar in bar rumliegen und gut. Rendite müssen die auch keine bringen, wobei die Franken damals beim Kauf deutlich günstiger waren, als sie es heute sind ;)
Und ich habe noch slowakische Kronen bei mir rumliegen, die seit dem Euro-Beitritt der Slowakei am 01.01.2009 praktisch wertlos sind. Auch hier lauert ein potentielles Risiko.

Beitrag 16.07.2013, 11:35

Trichogaster leeri
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Pfennigfuchser hat geschrieben:Und ich habe noch slowakische Kronen bei mir rumliegen, die seit dem Euro-Beitritt der Slowakei am 01.01.2009 praktisch wertlos sind. Auch hier lauert ein potentielles Risiko.
Na ganz wertlos sind die ja nicht. Umgetauscht zum offiziellen Kurs von 1 € = 30,1260 SKK können Münzen noch bis zum 31.12.13 und Banknoten unbefristet bei der Národná banka Slovenska, werden. Jedoch können wenn die Menge der Banknoten bzw. Münzen die Anzahl 100 überschreitet, Gebühren erhoben werden.
Quelle:
http://www.ecb.int/euro/changeover/slov ... ex.de.html
Die Lüge ist ein Egel, sie hat die Wahrheit ausgesaugt. (Max Frisch)

Beitrag 16.07.2013, 11:58

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AuCluster
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Klecks hat geschrieben:
AuCluster hat geschrieben:Die Liquidität spielt für mich die größte Rolle. Was nützt mir die tollste Währung, wenn ich sie nicht jederzeit in Euro umtauschen kann? Nichts!
Und da geh ich mit dir jede Wette ein, dass du hier in D Forint, Zloty und CZ-Kronen mindestens genauso leicht getauscht bekommst wie britische Pfund. In Grenznähe kannst du mit Zloty oder Kronen sogar bei McDreck bezahlen smilie_45
Auch norwegische Kronen wirst du wahrscheinlich leichter los als AUS $ oder CAN $.
Das stimmt natürlich. Die Liquidität hängt immer vom Wohnort und auch von den Banken ab. Ich habe vor einigen Jahren versucht ein paar Zloty bei meiner Hausbank zu kaufen. Die haben mich nur blöd angeguckt und gesagt:"Diese Währung führen wir nicht". In Frankfurt/Oder sieht die Situation völlig anders aus.
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Beitrag 16.07.2013, 12:07

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Pfennigfuchser
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Trichogaster leeri hat geschrieben:
Pfennigfuchser hat geschrieben:Und ich habe noch slowakische Kronen bei mir rumliegen, die seit dem Euro-Beitritt der Slowakei am 01.01.2009 praktisch wertlos sind. Auch hier lauert ein potentielles Risiko.
Na ganz wertlos sind die ja nicht. Umgetauscht zum offiziellen Kurs von 1 € = 30,1260 SKK können Münzen noch bis zum 31.12.13 und Banknoten unbefristet bei der Národná banka Slovenska, werden. Jedoch können wenn die Menge der Banknoten bzw. Münzen die Anzahl 100 überschreitet, Gebühren erhoben werden.
Quelle:
http://www.ecb.int/euro/changeover/slov ... ex.de.html
Geht das auch von Deutschland aus? Für die paar Penunzen, die bei mir lagern, dürfte sich eine Reise kaum lohnen.

Beitrag 16.07.2013, 17:41

Suedwester
Die Reisebank kauft und verkauft praktisch alles, sogar zum Teil ausl. Münzen und auch Scheine aus der Vor-Euro-Zeit. Allerdings zu schlechten Kursen.

Ich sehe allerdings, daß bei Ebay teils Mondpreise für US$ und Franken gezahlt werden. So könnte man seine Scheinchen also evtl. auch loswerden.

Bei Fremdwährungskonten hat man natürlich das Risiko, daß Banken, Internet usw. nicht funktionieren, wenn man sie mal braucht. Und bei ausl. Anleihen dazu das Emittentenrisiko (siehe Griechenland usw.).

Bei ausl. Bargeld allerdings auch beachten, daß manchmal ganze Serien ungültig werden können. Britische Pfundnoten werden regelmäßig unbrauchbar für den Umlauf (können allerdings noch evtl. bei Banken oder der Zentralbank getauscht werden), weil alte Serien regelmäßig durch neue ersetzt werden. Bei US$ ist das nicht der Fall - auch viele Scheine von vor 1900 sind noch kursgültig. Die Schweiz will irgendwann eine neue Serie einführen - dann hat man allerdings noch 20 Jahre oder so, bis das alte Papier wertlos wird. Aber im Ausland würde man schon nach wenigen Jahren Schwierigkeiten haben, die alten Noten loszuwerden. In Südafrika ist bislang nur eine einzige Banknote außer Kurs gesetzt geworden - alle anderen Scheine sind bislang unbegrenzt gültig.

Beitrag 16.07.2013, 19:55

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Ladon
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Suedwester hat geschrieben:...
Bei US$ ist das nicht der Fall - auch viele Scheine von vor 1900 sind noch kursgültig.
...
Ich glaube sogar, dass ALLE Dollar-Noten prinzipiell noch gültig sind (sogar die seinerzeit herausgegebenen "echten Greenbacks", die vom Staat erstmals unter Lincoln emittiert wurden und die (soweit ich mich erinnere) einen roten Stempel haben.

Aber nagelt mich da jetzt mal ausnahmsweise nicht drauf fest ;-)
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 16.07.2013, 20:34

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MaciejP
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Hallo,

danke erstmal für die große Resonanz!
Topas hat geschrieben:Die Frage ist dann, welche Währungen Deine Bank anbietet.
Bei Währungskonten kämen folgende in Frage: Polnischer Złoty, Norwegische und Tschechische Krone, Britisches Pfund sowie US-Dollar; beim Bargeld wäre die Auswahl deutlich größer.
Suedwester hat geschrieben:Man könnte auf viele Dinge spekulieren. [...]
Deine Vorschläge erscheinen mir dann doch zu spekulativ, sooo sehr spekulieren wollte ich dann doch nicht. smilie_07 Dass der Franken sich bspw. in nächster Zeit von seiner 1,20-Marke löst glaube ich nicht, die Nicht-Euro-aber-EU-Länder sind mir auch zu heißt, argentinischer Peso geht gar nicht, etc.
Sapnovela hat geschrieben:Versuch es doch mal mit total langweiligen aber sehr stabilen Dividenden-Aktien z.B. aus Norwegen
Gehört in eine andere Anlageklasse, aber werd ich mir mal anschauen. Von schwedischen Aktien habe ich auch schon viel Gutes gehört.
lifesgood hat geschrieben:Da geht man aus Sicherheitsgründen in Fremdwährungen, aber macht das dann mit einem Fremdwährungskonto und liefert sich dem Risiko der Banken aus. Widerspricht sich das nicht?
Einen ähnlichen Hintergedanken hatte ich auch. Es muss ja nicht gleich die Bank pleitegehen, aber wie Suedwester auch schrieb, es genügt ja wenn mal "irgendwas" mit dem Internet ist.

Wenn man jetzt mal alle Punkte zusammen bretrachtet - Liquidität, Angebot, Kosten, Risiken und Chancen - kristallisiert sich da folgende Kombination heraus: ein Teil US-Dollar Bargeld und ein Teil Norwegische Krone auf einem Währungskonto. Der Dollar ist im Bar-Tausch noch am günstigsten und sollte in Deutschland überall schnell getauscht werden können (evtl. wird er sogar direkt im Handel akzeptiert, das müsste man glatt mal ausprobieren :) ). Die Kronen sind auf dem Konto relativ günstig, kurstechnisch ist Potential vorhanden und Norwegen ist noch nichtmal EU-Mitglied, d.h. ein Beitritt zur Euro-Zone steht in nächster Zukunft nicht zur Debatte.

Klingt doch schon mal ganz gut.

Dann fällt mir noch der Punkt Steuern ein. Müssen Gewinne aus einem Währungstausch eigentlich auch versteuert werden? Oder gibt es hier wie bei Gold auch eine Frist von einem Jahr?

Viele Grüße
Maciej

Beitrag 16.07.2013, 21:17

Trichogaster leeri
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MaciejP hat geschrieben:Der Dollar ist im Bar-Tausch noch am günstigsten und sollte in Deutschland überall schnell getauscht werden können (evtl. wird er sogar direkt im Handel akzeptiert, das müsste man glatt mal ausprobieren :) )
Kenne zumindest eine Versklavungskette, dort ist der tagesaktuelle "geschäftsübliche" Tauschkurs zumindest in meiner Region stets ausgeschrieben und es kann auch mit US-$ bezahlt werden.
Kann sich sicher der ein oder andere denken, um welche Firma des Empire es sich handelt.
smilie_24
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Beitrag 16.07.2013, 21:29

Turnbeutelvergesser
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Nur so am Rande, ich kenne aus eigener Erfahrung ein afrikanisches Land, das nur US$ annimmt, die nur wenige Jahre alt sind. Also keine Scheine, die seit ewig und drei Tagen zu Hause rumliegen. Aber versucht mal US$ in diesem Land zu erwerben. Praktisch aussichtslos.

Ein Währungskonto bei einer Depotbank ist m.E. das sinnigste. Da kann man sowohl die entsprechende Währung halten als auch Aktien und deren Dividenden aus diesen Ländern verwalten. Und das alles sehr zeitnah ohne erst irgendeine Bank aufzusuchen.

Beitrag 17.07.2013, 17:44

Suedwester
Ladon hat geschrieben:
Suedwester hat geschrieben:...
Bei US$ ist das nicht der Fall - auch viele Scheine von vor 1900 sind noch kursgültig.
...
Ich glaube sogar, dass ALLE Dollar-Noten prinzipiell noch gültig sind (sogar die seinerzeit herausgegebenen "echten Greenbacks", die vom Staat erstmals unter Lincoln emittiert wurden und die (soweit ich mich erinnere) einen roten Stempel haben.

Aber nagelt mich da jetzt mal ausnahmsweise nicht drauf fest ;-)
Laut MRI Bankers Guide to Foreign Currency sind folgende US Noten noch gültig:

- Fractional Currency 1862 - 1874
- United States Notes 1862 - 1966
- Gold Certificates 1863 - 1923
- Silver Certificates 1878 - 1957
- Interest Bearing Notes 1861 - 1864
- Compound Interest Treasury Notes 1864 - 1865
- Refunding Certificates 1879
- Coin Notes 1890 - 1891
- Federal Reserve Notes 1914 - heute
- National Bank Notes

(Es gab auch Militärgeld, das findet sich aber nicht in der Auflistung.)

Das erklärt sicher auch, warum US Bargeld weltweit geschätzt wird - es kann auch nach 150 Jahren noch eingelöst werden!

Beitrag 18.07.2013, 06:49

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Ladon
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Danke smilie_01

Wobei eine Jahreszahl bei den "National Bank Notes" von größtem Interesse wäre ... handelt es sich dabei nicht um die Banknoten der ersten Zentralbanksversuche im 19. Jahrhundert. Die FED ("das FED (System), ich weiß ;-) ) war ja der dritte Anlauf.
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Beitrag 18.07.2013, 08:44

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Sinjawski
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Also zur Spekulation sag ich nicht mehr viel, nur dass halt auch bei den Waehrungen nichts gewiss ist. Seit Januar beispielsweise ist die Euro Krise "offiziell"vorbei, und seitdem wurde die Norwegische Krone rund 10 % guenstiger, vielleicht aber nur eine gute Korrekturphase zum Einsteigen?

Jedenfalls sind die Kurschschwankungen bedeutend groesser, als die Bar-Wechselgebuehren. Plus: ein Konto kostet auch Geld, und in der Regel erzielen Waehrungskonten auch keine Zinsen.

Waehrungskonten sind ueblicherweise dann sinnvoll, wenn Du auslaendische Anleihen zeichnest und dann die Dividenden direkt auf dem Konto lassen moechtest, viele Banken bieten das fuer AUS$ und Can$ an. Ist nur Diversifikation und nicht Absicherung gewuenscht, faehrst Du mit dem von Dir zusammengefassten wahrscheinlich ganz gut. Ich wuerde aber meine Gebuehren lieber in ein Schliessfach als in ein Fremdwaehrungskonto stecken.

Fuer mich war frueher noch die Ueberlegung der Erreichbarkeit einzelner Laender relevant: und da ist Norwegen fuer mich recht weit ab vom Schuss. Bleiben im eurpaeischen Fremdwahrungsraum noch 2 wichtige Waehrungen, Pfund und Franken.
Ideal faende ich ein Franken Konto, auf dem keine Zinsen erzielt werden, und das daher nicht dem Fiskus gemeldet werden muss. Seit dem Fall U.H. vom FCB jedoch hat sich nun im Fruehjahr herauskristallisiert, dass alle Schweizer Konton deutscher Staatsbuerger nach D gemeldet werden sollen, s.d. es hier auch nicht mehr weit her ist mit Anonymitaet. Bleibt eben doch noch Bargeld - bis zu einer bestimmten Groessenordnung.

Dazu kommt meine persoenliche Einschaetzung, dass im ernsten Krisenfall das Pfund sicher staerker geschuettelt wird, als der Euro - die naechsten Jahre koennen die vielleicht noch erfolgreich gegen den Euro und Konkurrenzlaender wetten oder hedgen, aber die dortige Wirtschaft verliert immer noch mehr an Substanz, s.d. die irgendwann so anfaellig werden wie der zypriotische Bankensektor.

Der Schweizer Franken steht ja nun super da, nur die Schweizer Wirtschaft und Tourismus stoehnen unter dem hohen Kurs. Das kann oder muss sich irgendwann einmal auch negativ bemerkbar machen.
Fuer mich erhellend ausserdem die Aussage eines Schweizers, der glaubt, wenn der Euro auseinanderbricht, wird die Schweizer Wirtschaft mindestens ebenso leiden wie die Deutsche. Aufgrund der Verflechtungen bist Du dort nicht wirklich besser aufgehoben. Jedoch gibt es noch einen Thread, wo die Schweizer Bankschliessfaecher gelobt werden. Aufrgund der kantonalen Selbstverwaltung waere ein solches Schliessfach bei einer Kantonalbank auch ein guter Aufbewahrungsort von Bargeldbestaenden, das sind in der Schweiz heilige Kuehe, und da kommen nicht so schnell Vermoegensumverteiler auf den Plan, die meinen, wenn Du 10 Jahre gespart hast, gehoerst Du zu den Vermoegenden und musst nun sonderbeteuert werden. Gewisse Dinge sollte man aber auf keinen Fall machen, wenn man beruflich in die Politik oder das Praesidium grosser Fussballvereine will :)

Also ich persoenlich wuerde in der Tat hier eher diversifizieren, und dann in kleinen Bargeldbetraegen, was natuerlich auch mehr Arbeit und Kosten verursacht. Aber die hier erwahenten Waherungen (US$, Can$, Aus$, SFR, NorK, GBP) sind zwar nie 100% sicher, jedoch in der Summe ein schoener Pool. Dieser Ansatz ist aber ueberhaupt nicht spekulativ, sondern nur sicherheitsorientiert.

Ach so, dann faellt mir noch die DM ein, die ja unbegrenzt umgetauscht werden soll. Vielleicht auch noch in Nach-Euro-Waehrungen. Da gibt es zwar kein Konto, aber noch Bargeldbestaende - man koennte ja mal bei Geschaeften nachfragen, die damit werben, DM anzunehmen.
Half of what he said meant something else,
and the other half didn't mean anything at all.
(Rosencrantz And Guildenstern Are Dead)

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