Urban Mining durch Bakterien

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 07.03.2018, 11:01

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MaciejP
Gold-Guru
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Deutsche Biotechfirma macht Gold aus Elektroschrott
Die Brain AG macht den Alchemisten-Traum wahr: Die deutsche Biotechfirma gewinnt mit Hilfe von Bakterien aus Elektroschrott Gold. [...] Während die eine Spezies in der Lage ist, Edelmetalle in Lösung zu bringen, vermögen die Artgenossen, Gold und Silber auf der eigenen Körperoberfläche zu binden. Die Kombination dieser beiden evolutionär entstandenen Begabungen sorgt dann dafür, dass die Mikroorganismenarmee in den Brain-Bottichen die Goldbestandteile aus dem Schrott herauslöst.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen ... 03912.html
„Wenn der Durchschnittsmichel Gold kauft, kann er keine Fehler machen.“ – „Gold fliegt nicht weg.“

Beitrag 07.03.2018, 16:39

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Indiana Jones
1 kg Barren Mitglied
Beiträge: 1064
Registriert: 12.10.2016, 17:33
MaciejP hat geschrieben:Deutsche Biotechfirma macht Gold aus Elektroschrott
Die Brain AG macht den Alchemisten-Traum wahr: ...

smilie_20

Als "Alchemisten" der Neuzeit machen die erstaunlich viel Verluste. Seit 2013 jedes Jahr mehrere Millionen Euro. https://www.finanzen.net/bilanz_guv/Brain smilie_40

Beitrag 09.03.2018, 06:52

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Ladon
Moderator
Beiträge: 6471
Registriert: 17.05.2010, 13:38
Wohnort: Terra
Da gibt es nichts zu lachen (außer dass es zwischen Recyclen und aus anderen Elementen erstellen, schon einen gewissen Unterschied gibt).

Die Goldgewinnung ist nur ein "Experiment" am Rande, wenn man so will.
Die eigentliche Sache ist Zuckerersatz. Und da sitzt z.B. Südzucker mit an Bord bei der Entwicklung.
Bei sowas dreht es sich nicht um Umsatz. Das sind Verfahrensentwickler. Wenn man das vorantreiben kann, bis es oder gleich die ganze Firma gekauft wird, dann hat die Sache geklappt.
Niemand erwartet einen gewinnbringenden Geschäftsbetrieb. Solche Firmen bauen zum Beispiel in der Regel gar keine Infrastruktur auf, um groß einsteigen zu können.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 09.03.2018, 08:30

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Indiana Jones
1 kg Barren Mitglied
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Kursphantasien sind nichts Neues.

Schau dir z. B. den Ende Februar 2018 im "Der Aktionär" erschienen Artikel zu der dort hoch gelobten Biotech Aktie Vertex an: http://www.deraktionaer.de/aktie/vertex ... 360590.htm

Klingt super, oder ?

Aber es ist und bleibt nur eine story über "Newsflow, Übernahmefantasien und erhofftes Wachstum". Von den in den Jahren 2013 bis 16 angehäuften Verlusten (über 1 Milliarde Euro) lese ich in dem Artikel kein Wort.


Bild
Bild: Langfristchart Vertex (Links Euro / Rechts Kursgewinn in % )

Interessant auch die kleinen Balken am unteren Rand des Charts. Das sind die Umsatzzahlen. Man sieht, dass die Aktie aktuell anders als im Jahr 2000 so gut wie nicht gehandelt wird. Damals war der Kurs in kurzer Zeit um über 450 % gestiegen, um dann über 90 % abzustürzen. Das Ganze bei hohen Umsätzen! Da kommt jetzt nach Kursanstiegen von über 550% so eine Lobeshymne wie in "Der Aktionär" vielleicht gerade recht ? "Cui bono" ?

Ladon hat geschrieben: Niemand erwartet einen gewinnbringenden Geschäftsbetrieb.
Wenn man diese "Doktrin" zu Grunde legt sollte man ernsthaft darüber nachdenken, ob man sein Erspartes nicht besser an einen gemeinnützigen Verein oder auf direktem Weg an Hilfsbedürftige verschenkt. Steuerlich absetzbare "Pro bono" Möglichkeiten gibt es genug.

Mit dem Kauf einer Aktie tut man aber gewiss nichts Gutes. Es ist und bleibt nur ein "Geschäft" bei dem der Verkäufer das Geld des Käufers erhält. Anders kann man das bei Investitionen in Aktien - Neuemissionen sehen. In diesem Fall kommt das investierte Geld schließlich direkt in die Kasse und so dem Unternehmeszweck zu Gute.

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