Verkehrte Welt

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 11.01.2018, 07:19

Benutzeravatar
Ladon
Moderator
Beiträge: 6507
Registriert: 17.05.2010, 13:38
Wohnort: Terra
Leute, was ist eigentlich los?

Der Staat schreibt schwarze Zahlen, die Wirtschaft brummt und die Schuldenuhr läuft rückwärts!

:shock:

Irgendwie ahnt man ja, dass das viel Blendwerk ist ... aber wie will man das jetzt ernsthaft sagen, nachdem so viele durchaus prominente "Systemgegner" immer und immer wieder diese "Uhr" als Beleg herangezogen haben? In die Falle des Populismus getappt, würde ich sagen.
Ich kann doch nicht hergehen und verkünden:
Jaaaaa, als die Schuldenuhr vorwärts lief, war sie harter Beleg für Misswirtschaft - und jetzt, äh, nun, andersrum hat sie natürlich kein Gewicht ... hüstel

Das sind die Gründe, warum man nicht oft genug vor den einfachen Lösungen und Erklärungen warnen kann
Andere gibt es schon genug

Beitrag 11.01.2018, 07:44

Benutzeravatar
lifesgood
Gold-Guru
Beiträge: 2243
Registriert: 07.10.2012, 10:27
Wohnort: zwei
Eine Frage, die ich mir durchaus auch schon einige male gestellt habe.

Die Antwort findet man recht einfach, wenn man das Ganze hinterfragt.

Zum Einen die Schulden:

Sieht man sich die Bundeshaushalte der letzten Jahre an, so erkennt man, dass die Überschüße nur aus dem niedrigen (teils negativen) Zinsniveau entstehen. Der Schuldendienst im Bundeshaushalt sinkt permanent.

"Erkauft" wird das mit der Enteignung der Sparer, die auf ihre Ersparnisse eine negative Realverzinsung haben. Schon pervers, da erzählt der Staat seinen Bürgern, dass sie privat fürs Alter vorsorgen müssen und "belohnt" sie dann mit negativer Realverzinszung.

Zum Zweiten die gut laufende Wirtschaft:

Diese wird nicht zuletzt durch immer weiter steigende Targetsalden erkauft. Wir geben den Käufern unserer Produkte auch das Geld dafür. Kann das auf Dauer gutgehen?

Das Ganze erinnert mich sehr an die Bankengeschichte und wenn das dann mal kracht, werden Sonderhaushalte gegründet bei deren Auflösung dann die Staatsverschuldung mal schwups um Hunderte Milliarden Euro (oder diesmal vielleicht sogar im Billionenbereich) steigt.

Jedes Ding hat zwei Seiten, eine positive und eine negative. Die Politik zeigt auf die positive Seite und hält die negative im Dunklen. Da muss man ein wenig hinterfragen.

lifesgood

Beitrag 11.01.2018, 09:04

glaubnix
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 115
Registriert: 09.07.2015, 08:39
Wohnort: Deutschland
Dieses ganze Thema Staatsschulden ist eines, was ganz anders gesehen werden muss als private Schulden des Bürgers.
Nach der Theorie wie sie z.B. bei Prof. Flassbeck nachzulesen ist , werde Staatsschulden nie bezahlt, bestenfalls "weg inflationiert".
Aber wie dem auch sei, eines steht für mich fest, über die deutsche Sparsamkeit werden sich alle verschuldeten Staaten freuen, wenn es zum Schluss noch einen gibt, der für die dann gemeinsamen Schulden überproportional mit haftet.
Wir haben dann eine vergammelte, kaputt gesparte Infrastruktur und von dem Ersparten zahlen wir für die Anderen.
Die gut laufende Wirtschaft, ist hauptsächlich eine Exportwirtschaft und die wird dann noch von uns " Deutschland" selber finanziert weil das Ausland auf pump kauft.
Die Binnenwirtschaft läuft dagegen nicht wirklich gut. Die Kaufkraft der Bürger sinkt unaufhörlich damit auch die Umsätze der Binnenwirtschaft.
Wer zählt den in Deutschland zu den Gewinnern und wer zu den Verlierern der anhaltenden Entwicklungen?
Gewinner sind sicherlich wie immer die Banken, die Gewinne unter sich verteilt und Verluste dem Steuerzahler aufs Auge drücken.
Gewinner ist auch die Exportwirtschaft die mit niedrigen Lohnkosten die Handelspartner
platt machen.
Verlierer sind für mich die Betriebe die überwiegend ihr Geld in Deutschland verdienen und unter der sinkenden Kaufkraft der Bürger leiden.
Verlierer sind wir Bürger alle gemeinsam, weil unser Steuern den Absahnern der Finanzwirtschaft
zufließt, weil Großkonzernen erlaubt wird Steuern aus Gewinnen in Deutschland zu hinterziehen, weil die Exportwirtschaft mit Lohndumping auf unsere Kosten subventioniert wird und wir alle zusammen für die Schulden der €-Zone aufkommen werden, früher oder später.
25 % der Bevölkerung sind von Transferleistungen abhängig, 20% weil trotz Vollzeitarbeit es nicht für den Lebensunterhalt reicht ..... und das obwohl es bei uns doch sooo toll läuft.
Was kommt dadurch auch für eine Lawine von Altersarmut auf uns zu?
Was kommt da überhaupt für eine Lawine auf uns zu?

Vergessen sollten wir jedoch in keinem Fall, wer uns das eingebrockt hat und uns nicht zum Schluss einreden lassen es sei sowas wie eine Naturkatastrophe, keiner ist verantwortlich.

Deutschland geht es gut, aber wir jammern nur blöde rum, typisch deutsch.
Locker bleiben und konsumieren wenn nötig auf pump, so machen es die coolen Typen der Welt.

Aber das ist alles nur eine ganz persönliche Meinung, die ich zwar zu Besten gebe aber hier nicht ausdiskutieren werde.

Besten Gruß
" Ich kann nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte " (Zitat Max Liebermann )

Beitrag 11.01.2018, 15:21

Turnbeutelvergesser
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 233
Registriert: 24.01.2011, 23:19
Wohnort: Ba-Wü
smilie_01

Die Target II Salden steuern auf eine Billion zu. Wie sollen die jemals ausgeglichen werden? Sicherheiten gibt´s ja keine.

Beitrag 11.01.2018, 19:12

Benutzeravatar
Ladon
Moderator
Beiträge: 6507
Registriert: 17.05.2010, 13:38
Wohnort: Terra
Jaja, das ist ja alles schön und recht ... aber darum geht es doch gerade.

Mir lag weniger daran, WIE getrickst wird, dass die veröffentlichten Zahlen gut aussehen - das kauen wir hier regelmäßig durch - sondern um einen Hinweis darauf, wie wenig das alles mit gesundem Menschenverstand oder dem Verständnis von Geld, wie "wir" es haben, zu tun hat.

Die Schuldenuhr - das war mein Beispiel - ist einfach Quatsch.
Egal wie rum sie läuft. Deswegen habe ich sie abgelehnt, als sie immer mehr anzeigte und deswegen halte ich sie auch jetzt für nicht wirklich aussagekräftig.
So etwas gehört zu den eindimensionalen "Argumenten" ... man sieht, wie schnell die sich in Luft auflösen können. Obwohl (!) sich eigentlich überhaupt nichts geändert hat!

Alle, die (wie gesagt, nur ein Beispiel) früher die vielgenannte "Schuldenuhr" wieder und wieder angeführt haben, müssen sich jetzt eben fragen lassen, wieso denn die Sache mit den Schulden jetzt nicht in Ordnung sei.
Und dann muss man doch mit den komplexen Zusammenhängen agieren - nur sind sie jetzt nachgeschoben und schlicht zu spät dran.
Deswegen wird auf die vielen Mahner nie gehört.

... aber auf mich hört ja keiner smilie_20
Andere gibt es schon genug

Beitrag 11.01.2018, 20:06

Mehrgoldfüralle
@glaubnix

Alles richtig, aber alles Beschreibung von Symptomen, wie beim Doktor. Hier tuts weh, da tuts weh. Um im Bild zu bleiben, das Finanz- und Geldsystem ist wie Frankensteins Monster statt eines normalen gesunden menschlichen Körpers und die Ergebnisse, die es hervor bringt, können angesichts seiner Anatomie gar nicht anders sein.

Beitrag 11.01.2018, 22:57

Marek
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 246
Registriert: 25.08.2013, 19:15
Hallo,

mein Senf:
- der Staat (bzw. alle Staaten) entschuldet sich über Inflation.
(Diese wird relativ trickreich "gemessen".)
- Und das letztlich zu Lasten der Sparer, z.B. zukünftiger Rentner.

Die Schuldenuhr ist für mich in zwei Sachverhalten schlecht:
- "Einnahmen" werden zu Lasten der Sparer (Zinsen) und der sparenden Bevölkerung
(priv. Lebensversicherungen, priv. Renten etc., bzw. deren Rendite)
"erwirtschaftet".
- "Einnahmen" werden über fehlende Investitionen bzw. verfallende Infrastruktur zulasten aller "erwirtschaftet".

Ich bin mit beidem nicht einverstanden.
Wenn "das Ding" rückwärts läuft zeigt das für mich,
das wir vermehrt auf Kosten zukünftiger Deutscher leben
( Oh: die Stahlbetonbrücke ist anscheinend nach 50 Jahren kaputt.
Die sollte doch --- ääääh ---- 35 Jahre halten?!)
Und das wir im Moment den Wohlstand zukünftiger Rentner
(Kapital- Lebensversicherungen z.B. als Stichwort)
vernichten.
Was nützt so eine "negative" Zahl, wenn wir die Schulden sowieso nicht zahlen können!
Ich nehme Staatsschulden nicht so ernst:
Ich weiß so zirka wer die bezahlt
und werde möglicherweise versuchen mich so gut es geht zu drücken ....

Liebe Grüße
Marek

Beitrag 12.01.2018, 09:31

glaubnix
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 115
Registriert: 09.07.2015, 08:39
Wohnort: Deutschland
Ladon hat geschrieben:Jaja, das ist ja alles schön und recht ... aber darum geht es doch gerade.
Ach ja, worum geht es denn, gerade?

Darum, das Politiker und deren Linientreuen "Fachberater" mal so rum und dann wider anders herum argumentieren, wie es gerade am besten passt?
Das die Schuldenuhr im aktuellen System Quatsch ist?
Weiß das noch nicht jeder der hier Anwesenden?

Ist so ! Thema durch!!

@ Mehrgoldfüralle
Ja sicher sind wir, der " Normalbürger " nur in der Rolle des Beobachters noch handlungsunfähiger als ein "Doktor". Die einigermaßen informierten Normalbürger oder die die sich dafür halten, können nichts ändern an der " Verkehrten Welt " nur entsprechend reagieren und versuchen den Arsch aus der Schusslinie zubekommen.

ICH glaube das diese "Verkehrte Welt" dazu dienen soll den größt möglichen Schaden anzurichten und nix daran ist Zufall.
Und natürlich soll der Schaden beim Gegner der " Eliten " entstehen, also bei uns Bürgern.
Wir sind im "Krieg" im Krieg zwischen reich und arm, in Südeuropa ist er bereits im Gang und im Nahen Osten noch viel mehr.

Ja das hört sich spinnert und übertrieben an ... und ich wundere mich selber wenn ich das lese aber so sieht es wohl aus.

Besten Gruß
" Ich kann nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte " (Zitat Max Liebermann )

Beitrag 12.01.2018, 11:02

Goldust
Newcomer
Beiträge: 2
Registriert: 27.12.2017, 11:09
Ich würde die Schuldenthematik auch nicht allein mit der "Deutschlandbrille" sehen. Weltweit steigt die Geldmenge und damit verbunden auch die Schulden weiter an. Die USA machen munter weiter Schulden und senken auch noch Steuern (Steuerreform Trump). EM waren für mich als gelernter Banker und Betriebswirt jahrelang uninteressant #GoldbringtkeineZinsen hat man uns ja gelehrt. Hier hat sich bei mir in den letzten Jahren ein extremes Umdenken eingestellt. Man spürt fast körperlich wie Papiergeld immer mehr an Wert verliert. Wir bauen gerade ein Haus und unser Bauträger hat die Preise von 2017 auf 2018 um 7% erhöht...Wahnsinn.

Beitrag 12.01.2018, 20:01

Benutzeravatar
AuCluster
Gold-Guru
Beiträge: 2187
Registriert: 13.12.2011, 22:46
Wohnort: Auf Schalke
Goldust hat geschrieben:Ich würde die Schuldenthematik auch nicht allein mit der "Deutschlandbrille" sehen. Weltweit steigt die Geldmenge und damit verbunden auch die Schulden weiter an.
Das wollen wir doch mal hoffen! Ein Schuldgeldsystem ohne ständig steigende Schulden führt in die Armut. In diesem Zusammenhang sollte man Heli-Ben und Super-Mario ein ganz großes Lob aussprechen.
Die rückwärts laufende Schuldenuhr ist ja nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Super-Mario hat ca. 30% (in Worten DREIßIG PROZENT) der deutschen Staatsverschuldung monetarisiert. Die sehen wir nie wieder.
De Facto halten wir jetzt das 60% Schuldenkriterium ein. smilie_23
Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.

Beitrag 12.01.2018, 23:00

Mehrgoldfüralle
@AuCluster
Ein Schuldgeldsystem ohne ständig steigende Schulden führt in die Armut.
Genau. Und mit den steigenden Schulden fährt es genauso an die Wand wie alle vorherigen. Die Zauberlehrlinge in den Notenbanken glauben, sie hätten was gelernt, so hoffe ich jedenfalls. Falls sie aber wissen, was sie tun, gehört ihnen der Prozess gemacht.

Beitrag 14.01.2018, 01:00

Benutzeravatar
Sinjawski
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 360
Registriert: 17.11.2012, 23:44
De Facto halten wir jetzt das 60% Schuldenkriterium ein.
Und deshalb ist es doch an der Zeit, die Schuldenuhr wieder in die richtige Richtung zu justieren, sprich: investieren! Vor 10 Jahren war ich noch der Meinung, es muesste gespart werden, und die Sache mit Schuldenabbau und ausgeglichenem Haushalt sei erstrebenswert, diese Einstellung hat sich in den Jahren danach sehr gewandelt. Makrooekonomisch heisst das fuer mich "investieren in die Zukunft, Infrastruktur und Bildung (damit es hier auch wieder mal mit der Zeichensetzung klappt, und unsere Kinder noch lernen, dass es im deutschen "das" gibt und "dass").
Im Prinzip ist es also egal, was ein Flughafen, ein Bahnhof, oder eine Oper kosten, solange man in den naechsten Jahre noch was davon hat: dieses investierte Geld loest sich nicht einfach mit den Target-Salden in Luft auf, da bleibt auch noch was nach dem viel-erwarteten Crash. Wenn jetzt noch die Loehne erhoeht und die Binnennachfrage angekurbelt wuerde, waere die deutsche Wirtschaft wahrscheinlich bald in Gefahr, zu ueberhitzen. Vermutlich duerfen deshalb die Steuern nicht (sehr) gesenkt werden, sonst wuerden ja immer noch mehr Fachkraefte aus dem Ausland angeworben werden, um die Arbeit hier zu schaffen - auch nicht hilfreich fuer unsere europaeischen Nachbarstaaten. Aber wenn die Schulden wieder steigen, wird die Inflation sicher noch deutlich mehr steigen, das kann fuer die einen gut sein, fuer die meisten aber gar nicht.
Wenn es einem Land zu gut geht, werden doch alle, die staerker verschuldet sind, oder ueberschuldet, zusehen, sich an einem schadlos zu halten. Welchen Teil der britischen Finanzierungsluecke fuer die EU wird Deutschland nach dem Brexit uebernehmen? usw.

Wie haelt man es aber privat, da ist die Gefahr doch aehnlich gelagert. Wer sein Geld in Autos, Alkohol und Frauen investiert, und den Rest einfach verprasst, wie ein bekannter englischer Fussballer, wird im Alter halt zur Not unterstuetzt. Wer vorsorgt, und sich seine Altersvorsorge aufbaut, kommt dafuer irgendwann in den Genuss von Reichensteuer und Vermoegenssteuer.

Nichts von dem muesste aber passieren, Man koennte die Staatsverschuldung sicher auch rein buchhalterisch wieder auf > 80 % (oder 120% - wer bietet mehr...) pushen und die Schuldenuhr wieder in den Vorwaertsgang schalten, wenn man einige zukuenftige Staatsaufgaben einkalkulieren wuerde, wie z.B. Renten und Pensionen (wie macht das Norwegen zum Beispiel mit seinen Staatsfonds?). Ich kann mich doch auch privat nicht mit einem finanzierten Haus reichrechnen, und die Tilgungsraten der naechsten 40 Jahre eben mal so vergessen.

Also: Zustimmung: ein einziges Kriterium sagt noch nichts aus: ob das Schuldenuhr, Schuldenquote, Investitionsquote (die kann auch verschiedene Wirksamkeiten haben, je nach Steuerverschwendung), Inflation, Arbeitslosenquote oder was auch immer ist.
Half of what he said meant something else,
and the other half didn't mean anything at all.
(Rosencrantz And Guildenstern Are Dead)

Beitrag 14.01.2018, 08:44

KOCOS
5 Unzen Mitglied
Beiträge: 84
Registriert: 11.10.2016, 16:50
Also: Zustimmung: ein einziges Kriterium sagt noch nichts aus
So isses. smilie_09

Leider sieht das die EZB etwas...anders. Außer Inflationszielen scheinen die nix zu kennen.

Früher war besser:
https://de.wikipedia.org/wiki/Magisches_Viereck

Allerdings:
https://de.wikipedia.org/wiki/Globalsteuerung
https://de.wikipedia.org/wiki/Deficit_spending

Das Problem ist, dass der Staat antizyklisch handeln sollte, es aber in der Vergangenheit nicht getan hat. Sprich: In Rezessionsphasen zu investieren ist gut, solange man in Boomphasen entsprechend zurückfährt und die angehäuften Schulden wieder abbaut. Das wurde versäumt.
So gesehen ist eine rückwärtslaufende Schuldenuhr mal was Neues (und im o.g. Modell auch explizit vorgesehen) und nichts per se schlechtes.
Die entscheidende Frage wäre dann: In welcher Phase des Konjunkturzyklus befinden wir uns gerade?
Makrooekonomisch heisst das fuer mich "investieren in die Zukunft, Infrastruktur und Bildung (damit es hier auch wieder mal mit der Zeichensetzung klappt, und unsere Kinder noch lernen, dass es im deutschen "das" gibt und "dass").
Da war doch mal was?
https://de.wikipedia.org/wiki/Zukunftsi ... ionsgesetz

Beitrag 15.01.2018, 05:50

Benutzeravatar
Ladon
Moderator
Beiträge: 6507
Registriert: 17.05.2010, 13:38
Wohnort: Terra
glaubnix hat geschrieben:
Ladon hat geschrieben:Jaja, das ist ja alles schön und recht ... aber darum geht es doch gerade.
Ach ja, worum geht es denn, gerade?

Darum, das Politiker und deren Linientreuen "Fachberater" mal so rum und dann wider anders herum argumentieren, wie es gerade am besten passt?
Das die Schuldenuhr im aktuellen System Quatsch ist?
Weiß das noch nicht jeder der hier Anwesenden?

Ist so ! Thema durch!!

...
smilie_08
Zur Frage: steht im zweiten Satz meines Postings
Aber da Du die Frage dann selbst beantwortest, wirkt das ein wenig so, als wolltest Du überhapt keine Antwort. Das ist etwas verstörend.

... so gesehen, ist es aber verständlich, dass das Thema "durch" ist. Für Dich!
Eine allgemeine Entscheidung steht Dir allerdings nicht zu. Ich denke, die anderen User entscheiden das für sich selber. Aber so hast Du es wahrscheinlich gar nicht gemeint - ich will's nur klarstellen, bevor wieder Misverständnisse aufkommen.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 15.01.2018, 07:37

glaubnix
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 115
Registriert: 09.07.2015, 08:39
Wohnort: Deutschland
...[/quote]

smilie_08
Zur Frage: steht im zweiten Satz meines Postings
Aber da Du die Frage dann selbst beantwortest, wirkt das ein wenig so, als wolltest Du überhapt keine Antwort. Das ist etwas verstörend.

... so gesehen, ist es aber verständlich, dass das Thema "durch" ist. Für Dich!
Eine allgemeine Entscheidung steht Dir allerdings nicht zu. Ich denke, die anderen User entscheiden das für sich selber. Aber so hast Du es wahrscheinlich gar nicht gemeint - ich will's nur klarstellen, bevor wieder Misverständnisse aufkommen.[/quote]

@ Ladon

Also du kannst mir sagen dass ich das Thema verfehle und das ist OK?
Wenn ich dann zugegeben etwas provokativ erwidere, dann scheint das Thema ja durch zu sein, maßregelst du mich?
Sage mal geht es noch!
Du brauchst mir auf Grund so eines harmlosen Beitrags von mir nicht erklären was mir "nicht zusteht".
Ich habe ja schon häufiger mitbekommen das Foren-Mitglieder hier gesperrt werden, wenn sie bestimmten Leuten nicht in den Kram passen.

Leider habe ich den Punkt nicht gefunden, wo man seinen Account in diesem Forum löschen kann.
Es gehe davon aus das der "Moderator" das liest und dann auch meiner Bitte nachkommt meinen Account zu löschen.
" Ich kann nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte " (Zitat Max Liebermann )

Beitrag 15.01.2018, 10:50

Benutzeravatar
Ladon
Moderator
Beiträge: 6507
Registriert: 17.05.2010, 13:38
Wohnort: Terra
Ist schon recht.

Einen Account kann kein User löschen, auch keiner mit Moderatoren-Rechten. Da musst Du Dich schon an den Betreiber wenden.

"Maßregeln" nennst Du das? Puh. Ich ahnte nicht, welch empfindsame Seele Du bist. Ich entschuldige mich selbstverständlich.
Allerdings ist es mir auch nach nochmaliger Lektüre nicht recht klar, was Dich ereifert.

Nochmal deutlich: DU entscheidest nicht für andere, ob ein Thread "durch" ist.
Ja. Das steht da. Es ist wahr und objektiv weder beleidigend noch aggressiv.

Gesperrt wird nach Regelverstößen. Diese (gähn) uralten unterstellungen werden einfach nicht wahrer. Wahrscheinlich liegt diese tiefe Überzeugung darin, dass Du so handeln würdest.
Denn: bist Du jetzt gesperrt, weil Du mir frech Dinge unterstellst, die schlicht durch die Tatsache dass DU NICHT gesperrt bist (gilt für einige andere auch) ad absurdum geführt.
Wenn ich so ptrimitiv wäre, wie Du es gerne hättest, warumum alles in der Welt sperre ich dann nicht die, die mir nicht passen?
Sondern dann und die, die gegen die Regeln verstoßen?
Wird Dir langsam klar, wie völlig absurd und surreal dieser "Möchteger-Vorwurf" ist.

Gute Güte, dass muss ich nochmal auf der Zunge zergehen lassen:
ich tue mir hier seit Jahren die Mühe an wieder und wieder mit Leuten zu reden, die mich schon alles rauf und runter genannt haben, statt mich ihrer einfach zu entledigen ...
... und genau diese Leute werfen mir vor sie willkürlich zu sperren
... und das schreiben sie dann hier
... offensichtlich ungesperrt
... und ich lasse es stehen?
... um mir gleich weitere Anwürfe anzuhören

Sag mal: selbst Du dürftest mich nicht für derart blöd halten!

So, das musste auch mal raus.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 07.02.2018, 18:38

Benutzeravatar
Indiana Jones
1 kg Barren Mitglied
Beiträge: 1063
Registriert: 12.10.2016, 17:33
Ladon hat geschrieben:Leute, was ist eigentlich los?
Der Staat schreibt schwarze Zahlen, die Wirtschaft brummt und die Schuldenuhr läuft rückwärts!
:shock:
Irgendwie ahnt man ja, dass das viel Blendwerk ist ...
Es ist eigentlich ganz einfach. Es existieren

+ eine megagroße Derivateblase (Finanzprodukte ohne staatliche Regulierung)
+ eine sehr große Staatsanleihen Blase (Staatsschulden ohne Zinszahlungen)
+ eine große Verschuldung der Unternehmen
+ eine Überschuldung der privaten Haushalte (Häuselbauer, Leasinnehmer, Bitcoinmillionäre und/oder You Tuber ohne Ausbildung oder geregeltes Einkommen etc.)

Um das alles irgendwie in den Griff zu bekommen haben die Herren des Geldes, also die sogen. Zentralbanken sich für

+ eine starke Ausweitung der Geldmengen M1, M2 und M3
+ 0 bzw. Strafzins"politik"
+ diverse Rettungspaktete und
+ Spielereien wie das berühmte "Prof. Sinn Targetziel" der Bundesbank, welches auf 1 Billion angewachsen ist

entschieden.

So weit so gut
smilie_35
oder so schlecht ?

Fragwürdig wird das Ganze nämlich, wenn man sich die Folgen dieser Geldpolitik auf das Leben der Menschen und Bürger betrachtet. Im Supermarkt fühlt man die Inflation zwar noch nicht wirklich. Aber als Käufer einer Immobilie muss man trotz niedriger Zinsen von Jahr zu Jahr immer tiefer in die Tasche greifen. Gedankt sei es nicht nur den Bauvorschriften der Politik, sondern auch den auf Grund der Niedrig zinspolitik steigenden Immobilienmärkten. So steigen die Mieten und Hauspreise in den Ballungsgebieten jährlich nahe 10 %. Das mühsam Ersparte wirft bei "risikoarmer" Anlage seit 5 Jahren annähernd 0 % Zinsen ab.

Glücksritter und Spekulanten hingegen freuen sich über Zockerei mit Kryptocoins oder über Aktienkurse, welche fundamental nicht gerechtfertigt sind. So lag vor 7 Jahren der Dax irgendwo bei 7.000 Punkten. Der sogen. opertative Gewinn (Gewinn vor Steuern und Zinsen) der Top 30 Daxunternehmen lag schon damals deutlich über 100 Milliarden.

https://de.statista.com/statistik/daten ... n-der-dax-
unternehmen/

Seitdem hat sich der INDEX in der Spitze auf nahe 14.000 Punkte verdoppelt !

Der operative Gewinn der Deutschen Top 30 Konzerne ist in diesen Jahren jedoch weit weniger angestiegen. 2013 lag er mit ca. 103 Milliarden sogar unter den Gewinnen in 2011 und 2016 bei schlappen 114 Milliarden.

Quellen: Olaf Gersemann in die „Deutschland Blase“ und Handelsblatt

https://books.google.de/books?id=ekebAw ... ik&f=false
http://www.handelsblatt.com/politik/kon ... 26386.html

Verständlich, dass der Thread Eröffner dies als "verkehrte Welt" bezeichnet.

Allerdings habe ich soeben erklärt, dass die Ausgangsthese des Faden Eröffners im folgenden Punkt
Ladon hat geschrieben:
... die Wirtschaft brummt und die Schuldenuhr läuft rückwärts!
hinkt.

Ich würde das allerorten propagierte

W I R T S C H A F T S W A C H S T U M ( eingangs sogen. gemutmaßte "die Wirtschaft brummt" )

als das was es tatsächlich ist bezeichnen, nämlich:

S O Z I A L I S M U S / K O M M U N I S M U S
P R O P A G A N D A

smilie_16 Wo sonst, als im "Geldsozialismus" kann es

Häuser bei überhöhten Preisen für scheinbar lau, nämlich bei nahe 1 % Hypothekenzinsen
Autos, Aktien und, und,
und vor allem "Geld / sogen. Fiat money " für lau, nämlich bei nahe 1,5 % Darlehenszinsen geben ?

Beitrag 07.02.2018, 22:43

Benutzeravatar
Doreau
½ Unze Mitglied
Beiträge: 5
Registriert: 06.01.2018, 16:59
Naja, ich sehe das Hauptproblem dieser Misere, weniger in Deutschland, sondern mehr der Weltwirtschaft geschuldet.
Das größte Problem sehe ich in den exorbitanten Schulden der USA.

Asien (China, Russland) gehen auf eine Art Sicherungsstrategie, weil sie vielleicht den Crash der USA befürchten.

Europa insbesondere Deutschland, wird glaube ich, im Fall der Fälle sogar noch eher der Nutzniesser der Finanzkrise werden...

Beitrag 07.02.2018, 23:41

Cardy
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 120
Registriert: 23.11.2016, 17:32
Indiana Jones hat geschrieben:
Es ist eigentlich ganz einfach. Es existieren

+ eine megagroße Derivateblase (Finanzprodukte ohne staatliche Regulierung)
+ eine sehr große Staatsanleihen Blase (Staatsschulden ohne Zinszahlungen)
Die meisten Derivate unterliegen der staatlichen Regulierung. Sie brauchen diese Regulierung, denn sonst wären sie gar nicht handelbar. Die Regulierung führt zu einer Standardisierung, das ist die Grundvorasussetzung für einen funktionierenden Börsenhandel. Ein paar OTC Derivate werden unter den Banken zwar auch gehandelt, aber nur für spezielle Fälle. Die meisten wechseln über regulierte Börsen den Besitzer.
Und auch Staatsanleihen ohne Zinszahlungen (die sog. Null-Kupon Anleihen) gibt es kaum. Sie machen nur einen geringen Teil des Marktes aus. Ihre Rendite ergibt sich nur aus dem Kurs. Damit sind die Renditen weniger planbar und nicht so interesant für Institutionelle Anleger. Erst in den letzten ein-zwei Jahren kamen "echte" Anleihen mit einem symbolischen Kupon auf den Markt. Alle anderen Anleihen haben einen Zinskupon, und das nicht mal so wenig. Zinsen werden also gezahlt. Die Rendite dieser Anleihen ist trotzdem mikrig oder sogar negativ, weil die Kurse so hoch sind (über dem Nominalwert) und den Zins auffressen.

Beitrag 08.02.2018, 09:32

Benutzeravatar
Indiana Jones
1 kg Barren Mitglied
Beiträge: 1063
Registriert: 12.10.2016, 17:33
Cardy hat geschrieben:Die meisten Derivate unterliegen der staatlichen Regulierung. Sie brauchen diese Regulierung, denn sonst wären sie gar nicht handelbar. Ein paar OTC Derivate werden unter den Banken zwar auch gehandelt, aber nur für spezielle Fälle. Die meisten wechseln über regulierte Börsen den Besitzer.
Ab dem 12. Februar 2014 sind alle Unternehmen gemäß Art. 9 der EMIR-Verordnung verpflichtet, den Abschluss neuer sowie die Änderung oder vorzeitige Beendigung bestehender Derivatekontrakte an ein Transaktionsregister zu melden. Von dieser Meldepflicht werden sämtliche Derivatekontrakte erfasst – hiervon sind sowohl börslich als auch außerbörslich abgeschlossene Geschäfte (OTC – Derivate) betroffen

Nach Angaben der BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) betrug der Nominalwert aller weltweit ausstehenden OTC-Derivatekontrakte im Jahr 2000 noch 95 Billionen US Dollar. Zum Ende des Jahres 2015 lag es bei 492 Billionen Dollar.

Quelle: Querschüsse OTC-Derivate Update
https://www.querschuesse.de/bis-otc-derivate-update/

Das besondere Risiko liegt für Banken in der Laufzeit der Derivatsgeschäfte, weil sich während dieser Laufzeit der Marktwert des Derivats verändern kann. Vor unverhofften Verlusten schützt gewiss keine wie auch immer gestaltete Meldepflicht bei einem wie auch immer geführten „Transaktionsregister“.
Cardy hat geschrieben:
Und auch Staatsanleihen ohne Zinszahlungen (die sog. Null-Kupon Anleihen) gibt es kaum. Sie machen nur einen geringen Teil des Marktes aus. Ihre Rendite ergibt sich nur aus dem Kurs.
"Die durchschnittliche Rendite für 10-jährige Bonds in Amerika, Japan, Deutschland und Großbritannien - mit einem Volumen an ausstehenden Staatsanleihen von über 25 Billionen Dollar – war im Juni 2016 nach Daten von Bank of New York Mellon Corp. auf 0,69 Prozent gesunken. Das liegt deutlich unter den durchschnittlich fünf Prozent Rendite über den Zeitraum der letzten 145 Jahre."

Frankfurter Allgemeine in „VERSCHÄRFTER ANLAGENOTSTAND:Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sinkt unter null Prozent“

DIE AKTUELLE ZINSEN FINDET MAN DORT:

http://pigbonds.info
Cardy hat geschrieben:Damit sind die Renditen weniger planbar und nicht so interesant für Institutionelle Anleger.
Schon klar. Für den Ankauf der Schrottpapiere haben wir schließlich die Europäischen Zentralbank, also den Steuerzahler vgl. Statistiken auf Querschüsse a.a. O.
https://www.querschuesse.de/wp-content/ ... 1/s718.png
https://www.querschuesse.de/bis-otc-derivate-update/
Doreau hat geschrieben:Naja, ich sehe das Hauptproblem dieser Misere, weniger in Deutschland, sondern mehr der Weltwirtschaft geschuldet.Das größte Problem sehe ich in den exorbitanten Schulden der USA.

Asien (China, Russland) gehen auf eine Art Sicherungsstrategie, weil sie vielleicht den Crash der USA befürchten....
Die Schuldenblase der in China ansässigen Unternehmen ist weit größer als die der USA.
Mr. Dax weist in seinem aktuellen Video ab Minute 2 sogar darauf hin, dass er China als die größte aller Blasen hält und steigende Zinsen in USA eine Chinakrise auslösen könnten.

https://www.youtube.com/watch?v=idXMxeMlHq4
Zuletzt geändert von Indiana Jones am 21.02.2018, 06:33, insgesamt 2-mal geändert.

Antworten