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vom: 13.10.2011, 08:47
Goldhamster79 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Hallo Forum,

zu dem breiten Thema, das maßgeblich unser aller Zukunft betreffen wird, möchte ich diesen Faden für die Dokumentation des Wahnsinns eröffnen mit einem Beitrag mit historischen Bezug den ich ursprünglich unter
https://forum.gold.de/der-weltgeldbetrug-t3617.html#57192
verfasst habe, gefolgt von weiteren Beiträgen zu weiteren Verschleierungsinstrumenten.


Die Staatsverschuldung wird zunehmend schwieriger zu überblicken, denn das wahre Ausmaß wird in Manier des dritten Reiches ausgelagert in die Targetbilanz, den EFSF und wohl noch mehr solcher Anstalten...

Nun zur Historie außerstaatlicher Verbindlichkeiten:
Stichwort MEFO...


EFSF = MEFO

Zitat:
Der Mefo-Wechsel (benannt nach: Metallurgische Forschungsgesellschaft mbH) war ein 1934 von Hjalmar Schacht entworfenes Kreditierungsmittel für Reichsausgaben. Vorbild war der „Öffa-Wechsel“, ein ähnlicher Wechsel auf Arbeitsbeschaffung öffentlicher Gebietskörperschaften ab 1932.

Das Reich finanzierte die Staatsausgaben für die Aufrüstung, indem es nicht in Banknoten bezahlte, sondern Wechsel annahm, die von der Rüstungsindustrie ausgestellt wurden. Allerdings akzeptierte nicht das Reich selbst die Wechsel, sondern eine eigens zu diesem Zweck gegründete Scheinfirma namens Metallurgische Forschungsgesellschaft mbH. Auf diese Weise wurde eine Gefährdung der Währungsstabilität vermieden, da man weder neue Banknoten drucken noch offen Schulden aufnehmen musste.

Gleichzeitig diente die Mefo dazu, die Finanzierung der Aufrüstungsmaßnahmen „auf Pump“ zu verschleiern und das Ausland über den wahren Umfang der Aufrüstung zu täuschen. Sie galten nicht als Staatswechsel, sondern als Handelswechsel und mussten im Reichshaushalt und im Reichsschuldbuch nicht ausgewiesen werden. Weil es sich bei den Gesellschaftern der Metallurgischen Forschungsgesellschaft mbH um angesehene Vertreter der deutschen Industrie handelte, konnte die Reichsbank nach dem Reichsbankgesetz die Wechsel der Rüstungsindustrie zum Zwecke der Refinanzierung der Metallurgischen Forschungsgesellschaft mbH diskontieren.

Die durch das Reichsbankgesetz vorgesehene Begrenzung der Staatsverschuldung wurde durch die Mefo-Wechsel umgangen. Erst lange nach dem Ausgabestopp wurden sie als Mefo-Wechsel bekannt.


Und weiter im Programm:
Bundeszentrale politische Bildung

Zitat:
...eine „Metallurgische Forschungsgemeinschaft“ (Mefo), die mit dem Grundkapital von einer Million Reichsmark (heute 1000 Mrd. EUR;Anm.) ausgestattet wurde.

...Die finanzpolitisch bedenkliche Seite war Schacht sehr bewußt, und er hatte darum die Wechsel auf das Jahr 1938 terminiert. Denn mit dem Verfahren der Mefo-Wechsel war die Gefahr einer großen Inflation unausweichlich. Auch schien ein Konflikt mit Hitler für den Fall vorprogrammiert, daß er von seinen rüstungspolitischen Prioritäten nicht ablassen und eine termingerechte Einlösung der Wechsel mit Haushaltsmitteln verweigerte. Genau das trat 1938 ein. Das Regime tat trotz Drängen Schachts nichts, um den Bestand der Wechsel zu begrenzen, sondern ersetzte das Instrument der Wechsel schließlich durch andere Methoden einer noch geräuschloseren Finanzierung: durch Lieferschatzanweisungen, Steuergutscheine, erzwungene Reichsanleihen bei Sparkassen und durch die Abschöpfung von Spar- und Versicherungsgeldern. Dadurch wurden auch die nichtsahnenden Sparer zu mittelbaren Gläubigern des Reiches.

Das Reichsbankgesetz vom Februar 1937 bzw. vom Juni 1939 beseitigte schließlich alle Möglichkeiten der Reichsbank, weiteren Einfluß auf die Geldversorgung des Staates zu nehmen, der seinen Kreditbedarf nun hemmungslos zum alleinigen Maßstab für die Notenausgabe und die Kreditschöpfung machte. ;D Produziert wurden dafür vor allem Rüstungsgüter (zwischen 1933 und 1939 verschlang das die Riesensumme von etwa 90 Milliarden Reichsmark), was vom „Standpunkt der volkswirtschaftlichen Reproduktion her gesehen einen reinen Verlust bedeutete“


Mit dem MEFO-Wechsel wurden damals 5 Jahre Zeit erkauft.

Geht sogar noch weiter:
Goldseiten - Proettel

Zitat:

Im Dritten Reich wurde auf die Ausgabe von Kriegsanleihen vollständig verzichtet, da diese vor dem Hintergrund der im Ersten Weltkrieg gemachten Erfahrungen als psychologisch störend empfunden wurde. Die Nationalsozialisten wendeten eher unorthodoxe Finanzierungsmethoden an, die ihre Wurzeln in der Weltwirtschaftskrise hatten. Das Deutsche Reich war damals international nicht mehr kreditwürdig aber brauchte dringend Mittel zur Linderung der Folgen der Arbeitslosigkeit und für die Finanzierung der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Verkürzt dargestellt wurde hierfür eine Zweckgesellschaft, die Metallurgische Forschungsgesellschaft (Mefo) gegründet. Sie finanzierte sich mit den so genannten Mefo-Wechseln, die vom Reich garantiert und letztlich bei der Reichsbank diskontiert wurden. Somit war die Währung stets durch aus der Realwirtschaft stammende Wechsel gedeckt, auch wenn den Verantwortlichen klar war, dass es sich hierbei in Wahrheit um Staatspapiere handelte.

Die so entstandenen Geldmittel wanderten über die Unternehmen in die Taschen der Privathaushalte. Da jedoch nur ein stark vermindertes Warenangebot bereitstand, floss das Geld auf Sparkonten. Den Banken ihrerseits blieb nach dem Emissionsverbot für Privatunternehmen nichts anderes übrig, als zur Anlage der Spargelder Staatsanleihen zu kaufen, so dass sich der Kreis schloss und das Geld abgeschöpft wurde.


Ich danke ganz herzlich einem Freund, der mich auf den historischen Bezug aufmerksam gemacht und die Quellen hierzu geliefert. Danke ****

Goldhamster
vom: 13.10.2011, 08:48
Goldhamster79 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Was ist nun Target2?

Zitat:
TARGET2 (Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer System) ist seit 19. November 2007 das gemeinsame Echtzeit-Brutto-Clearingsystem (RTGS)[1] des Eurosystems (ESZB). Die technische Infrastruktur der Individualzahlungsverkehrssysteme der Notenbanken der Eurozone (die Zentralbanken der Mitgliedsstaaten die den Euro eingeführt haben) und der Europäische Zentralbank ist damit seit dem 19. Mai 2008 zusammengeführt worden. Über TARGET2 werden Zentralbankoperationen, Euro-Überweisungen aus Großbetragszahlungssystemen im Interbankenverkehr sowie andere Euro-Zahlungen verrechnet.


Quelle: https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/TARGET2


Wir sprechen hier also von einem Verrechnungssystem, ein finanztechnisches Hilfsmittel, das die Handhabung und den Ausgleich von gegenseitigen Forderungen erleichtern / vereinfachen sollte (ich wähle hier ganz bewusst den Konjunktiv!).
Dem ist nicht mehr so und das schon seit 2007!


Aus Target Infos des IFO-Instituts:

Zitat:
Target-Salden

Das Thema Target2 wird in der Welt der Ökonomen heiß und kontrovers diskutiert: Seit Ende 2007 ist die vormals unbedeutende Bilanzposition der Deutschen Bundesbank von praktisch Null auf über 320 Milliarden Euro steil angestiegen. Während die Deutsche Bundesbank beschwichtigend sagt, dass sich die Salden innerhalb des europäischen Währungsverbundes aufheben, sieht das ifo Institut hier erhebliche Risiken. In mehreren Aufsätzen, u.a. in der Wirtschaftswoche, der Süddeutschen Zeitung und der FAZ, hat das ifo Institut vor einer „Kreditersatzpolitik“ gewarnt und ein Ende der unkontrollierten Saldenausweitung angemahnt.




Hierzu sei auch der Artikel bei MMNews empfohlen: http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/8488-bbk-target2-bombe


Goldhamster
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ist eines der wichtigsten Anzeichen für geistige Gesundheit."
Oscar Wilde
vom: 13.10.2011, 08:49
Goldhamster79 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Target2 mit aberwitziger Steigerung zum Vormonat
http://www.querschuesse.de/target2-....-steigerung-zum-vormonat/

Zitat:
Die Forderungen innerhalb des Eurosystems insgesamt (netto) der Deutschen Bundesbank auf Monatsbasis in Mrd. Euro, gegenüber den nationalen Notenbanken der Eurozone und der EZB seit Januar 1999 im Chart. Vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise von 1999 bis 2006 lagen die Forderungen der Deutschen Bundesbank im Durchschnitt monatlich nur bei maximal 15 Mrd. Euro. Von kurzfristigen Verrechnungssalden kann seit spätestens Mitte 2007 keine Rede sein, sondern nur von einer dauerhaften Kreditfinanzierung mit exponentieller Funktion, welche im September 2011 in einem Rekordniveau von 461,927 Mrd. Euro mündete.

Von den Forderungen insgesamt, gingen auf das Konto nur der Forderungen gegenüber den nationalen Notenbanken (innerhalb des ESZB/Sonstige Forderungen netto), welches den Saldo aus dem abgewickelten Zahlungsverkehr im so genannten Echtzeit-Bruttozahlungssystem (Target2) abbildet, fulminante 449,611 Mrd. Euro, ebenfalls ein Allzeithoch und ein Anstieg von +59,168 Mrd. Euro zum Vormonat.



Direkte Quelle der Daten:
http://www.bundesbank.de/statistik/....mp;func=row&tr=EU8141

Thumbnail, Klicken um zu vergrößern.


Man beachte den eklatanten Anstieg seit 2007, hier werden uneinbringliche Staatsschulden versteckt und kaschiert, wie Hans-Werner Sinn vom ifo-Institut einst aufgedeckt hat und seitdem regelmäßig anprangert.

Viele Grüße
Goldhamster
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Oscar Wilde
vom: 13.10.2011, 11:07
silverlion
Immer alles schön verschenken, damit der Export
weiter glänzt - und man weiter das Märchen vom
grossen EU-Profiteur Deutschland erzählen kann.
vom: 13.10.2011, 19:24
Willi Tell Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
gutes Thema smilie_01

heute haben wir den Vorteil, dass die Machenschaften nicht mehr im stillen Kämmerlein durchgeführt werden können. Dass z.B. Schattenhaushalte geführt werden, dass Verbindlichkeiten an die KfW ausgelagert werden und somit im Moment eher unsichtbar sind, sind die buchhalterischen Tricks mit denen übrigens in den letzten Jahren auch die Griechen gearbeitet haben. Crossborder leasing und andere Scherze runden das Ganze nach oben hin ab smilie_11

Mit den Rettungsschirmen ist es ja nichts anderes. Man gibt den notleidenden Staaten Geld dass man nicht hat um es den Banken zu geben oder die Staaten können den Banken die Schulden nicht zurückzahlen, daher geben die Staaten den Banken das Geld smilie_08

Fraglich ist, wie lange das Lügengebilde aufrecht erhalten werden kann. Man muss es schaffen am Tag X raus aus der Nummer zu sein bzw. so gut wie raus. Dass der "normale" Bürger nicht mehr ernsthaft stärker belastet werden kann hat selbst der Schäuble schon gemerkt. Wer jetzt nicht mehr systemkonform lebt, seine Lebensversicherung kündigt, die sicheren Einlagen bei den Banken sichert also abräumt, eventuell nicht mehr 100 Prozent arbeitet sondern auf 80 oder 60 Prozent geht (muss u.U. dank der Progression beim Nettolohn gar nicht viel ausmachen) tut für sich was gutes und für das System das, wass es verdient.
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uǝɥɔnɐɹqǝƃ ʇnƃ ɥɔnɐ s’uuɐʞ 'ɹɥǝs ɥɔı qǝıl ɹǝqlıs pun ploƃ
vom: 13.10.2011, 21:31
herewego Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
bei Illner wird gerade wieder ein wenig entschleiert
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am schönsten ist es, wenn es schön ist
vom: 13.10.2011, 22:29
thEMa Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Hab ich mir auch gerade angeschaut. Eine interessante Runde, wenn auch nicht wirklich neue Erkenntnisse für mich dabei waren. Immer wieder erstaunlich aber, wie die Mainstream Medien hinter den Analysen so mancher Forumsteilnehmer hier hinterherhängen.
Überrascht hat mich allerdings der xyz. Siener, der sich auf dem Katzenplatz im Studio doch erstaunlich gut positionieren konnte. Ausgeprochen gewandt v.a. für sein Alter. smilie_12
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Ceterum censeo anatocismum esse delendum

Der Zins, sie zu knechten, sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.
vom: 14.10.2011, 08:56
herewego Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
am meisten überraschte mich U. Wickert, der in seinem Schlusswort dazu aufrief, zu demonstrieren, die Piraten zu wählen oder sonstwie Widerstand zu leisten

wenn man wie Goldhamster den Bogen zur Vergangenheit schlägt, dann wird vielleicht auch wieder Gold gegen Eisen gebraucht werden


Zitat:
...kann aus einer Höhe von bis zu 20.000 Metern, also weit über der Flughöhe ziviler Maschinen, Signale am Boden orten. Dort spürt der "Euro-Falke" feindliche Raketen- oder Radarstellungen auf, zugleich kann er aber auch Radio- und Fernsehsendungen mitschneiden, Funksprüche und Telefonate abhören oder SMS mitlesen....
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,791168,00.html


und vielleicht noch so Manches orten
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am schönsten ist es, wenn es schön ist
vom: 14.10.2011, 12:11
Goldhamster79 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Target2

Heute im Handelsblatt auf Seite 17 wird Hans-Werner Sinn angegriffen für seine "Stimmungmache" gegen die Target2-Salden.

Sinngemäße Aussage: Diese resultieren daraus, dass es v.a. griechischen Banken erschwert ist, Kapital aufzunehmen und daraus Verzögerungen bei der Begleichung der Salden (zulasten Deutschlands) gebe.

Interessante Information, dass der entsprechende stellungnehmende Bericht gleich selbst zugibt, dass es sich hier um UNEINBRINGLICHE FORDERUNGEN AN GRIECHISCHE BANKEN handelt, die PERMANENT WACHSEN, ähm sich natürlich nur verzögern, is ja klar.

Damit sind also auf die Staatsschulden von offiziell 2 Bio noch ne halbe draufzurechnen, zuzüglich der diversen Rettungsgarantien, sind wir allein ohne letztere schon bei einer deutschen Staatsverschuldung von über 100 % des BIP.

Heureka, der Euro ist sicher, alle Schulden bezahlbar und die Welt ein Scheibe - dann steht ja einem entspannten Wochenende nichts mehr im Weg.
In diesem Sinne, Euch allen selbiges

Goldhamster

Nachtrag zum folgenden Posting hier angehängt zwecks Übersichtlichkeit:
Zitat:
das ist das, was mich stutzig macht . warum wird auf einmal "entschleiert"


Weil man sich nach diversen Medienberichten genötigt so, dies zu verharmlosen und gleichzeitig den Angreifer zu diffamieren.
Die genannte Aussage steht ja auch nicht explizit so drin, wobei ich den Bericht selbst noch nicht gelesen habe, werde mir das am WE evtl. mal antun.
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ist eines der wichtigsten Anzeichen für geistige Gesundheit."
Oscar Wilde
vom: 14.10.2011, 12:58
herewego Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Zitat:
...Interessante Information, dass der entsprechende stellungnehmende Bericht gleich selbst zugibt, dass ...


das ist das, was mich stutzig macht Shocked warum wird auf einmal "entschleiert" Question
_________________
am schönsten ist es, wenn es schön ist
vom: 14.10.2011, 13:09
nameschonweg Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
herewego hat Folgendes geschrieben:
das ist das, was mich stutzig macht Shocked warum wird auf einmal "entschleiert" Question


Ich glaube, "die" haben einfach gemerkt, dass es niemanden interessiert. Zumindest nicht genug, als das von diesen Wenigen irgendeine Gefahr ausginge - und sei es nur für die nächsten Wahlen.

Brot und Spiele funktioniert noch. Und wenn es damit mal wirklich vorbei sein sollte, muss man sich hinterher nicht vorwerfen, gelogen oder nicht informiert zu haben. Außerdem geschieht diese "Aufklärung" ja nur in homöphatischen Dosierungen ("Frosch im Kochtopf") und dann auch nur so, dass eh niemand versteht, worüber geredet wird ...

"Target2? Wasn das? Neues Zielerfassungssystem beim Leopard2? Ach ne, die haben wir ja alle verkauft ..."
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“The greatest tragedy in mankind's entire history may be the hijacking of morality by religion.”, Arthur C. Clarke
"Papierwährungen sind die Glasperlen des Industriezeitalters"
vom: 17.10.2011, 20:00
Goldhamster79 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Neue Verlautbarung vom ifo Institut zu den Target2 Schulden

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/8695-target-bombe-tickt

Hans-Werner Sinn bringt hier Licht ins Dunkel, vor allem bezüglich der Profiteure. Mein Komplimente und Hochachtung an dieser Stelle für die Arbeit.


Zitat:
Die Target-Kredite sind über die Europäische Zentralbank (EZB) vor allem an die italienische Zentralbank Banca d’Italia geflossen, denn sie hat erstmals im August in erheblichem Umfang Target-Kredite in Anspruch genommen (41 Milliarden Euro). Obwohl die September-Zahlen für Italien noch nicht vorliegen, ist davon auszugehen, dass die Target-Kredite für Italien auch in diesem Monat den überwiegenden Teil der zusätzlichen Kreditvergabe der Bundesbank erklären.

Zuvor
waren die Target-Kredite fast ausschließlich an die Notenbanken Griechenlands, Irlands, Portugals und Spaniens geflossen. In Griechenland und Portugal wurden dadurch in den Jahren 2008, 2009 und 2010 die Leistungsbilanzdefizite (also jener Teil der Importüberhänge, der nicht schon durch internationale Transfers abgedeckt wurde) praktisch vollkommen finanziert. In Irland wurde neben dem Leistungsbilanzdefizit eine Kapitalflucht von etwa 120 Mrd. Euro abgedeckt, und in Spanien etwa ein Viertel des Leistungsbilanzdefizits.


Got gold?
Goldhamster
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Oscar Wilde
vom: 17.10.2011, 22:36
Historix Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Goldhamster79 hat Folgendes geschrieben:
Target2
...Heureka, der Euro ist sicher, alle Schulden bezahlbar und die Welt ein Scheibe - dann steht ja einem entspannten Wochenende nichts mehr im Weg.

Keine schönen Nachrichten, die Du uns da auftischst... smilie_43 ... beunruhigend, ... warum nur wundert es einen nicht wirklich ???? Grrrrr...
Aber... apropos "die Welt (ist) eine Scheibe"..... WER kennt den Bücherzyklus um die Scheibenwelt von Terry Pratchet ??? Die Regierung von Ankh-Morpok bilanziert ähnlich wie die EU, und auch sonst gibt es köstlichste Parallelen.... smilie_20 Feinste satirische Literatur mit mehr Wirklichkeitsbezug als man glauben möchte...UNBEDINGT LESENSWERT, wenn man Sinn für schrägen Humor hat !!! smilie_39
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Gold ist schön....schönes Gold ist schöner !
BAZINGA !
vom: 02.12.2011, 09:37
Goldhamster79 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Weiter gehts mit sinnigen Aussagen unter http://www.mmnews.de/index.php/wirt....auf-mit-der-druckerpresse

daraus
Zitat:
Man hat denselben Vorgang bereits im Bretton-Woods-System, dem bis 1971 geltenden Festkurssystem zwischen den USA und Europa, beobachtet. Die USA bezahlten die Waren und Firmenbeteiligungen, die sie in Europa erwarben, weil hier alles so billig war, mit neu gedruckten Dollar, die die US-Notenbank (Fed) den Banken lieh. Die Dollar wurden von der Bundesbank in D-Mark umgetauscht, und die so geschaffenen "Dollar-D-Mark" verdrängten die durch Bundesbank-Kredit geschaffenen D-Mark-Bestände eins zu eins. Refinanzierungskredit wurde damals von der Bundesbank zur Fed hin verlagert. Es fand ein Kapitalexport durch das Zentralbankensystem von Deutschland in die USA statt. Man sagte damals, die Bundesbank toleriere den Vorgang, um so den Vietnamkrieg mitzufinanzieren.


damals warens frische Dollars und
Zitat:
Heute erhält die Bundesbank als Gegenleistung für ihre Kreditvergabe bloße Forderungen gegen das EZB-System, die nur minimal verzinst sind (derzeit 1,25 Prozent) und von denen man nicht weiß, ob sie sich bei einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone jemals werden eintreiben lassen.


Export für Lau, das perverse System wird durch das VERSCHENKEN deutscher Industrieleistungen zulasten das Volksvermögens weiter kaschiert, wie praktisch, da ja eine Produktion auf Halde oder für die Tonne auffallen würde. Schildbürgertum at its best, wir haben einen Export den es quasi nicht mehr gibt, da ohne faktische Gegenleistung für die PIGS produziert wird.

Zitat:
Wann wacht die Politik endlich auf und beschäftigt sich mit diesem Vorgang?


Lieber Herr Sinn, sicherlich würde dies Sinn machen, nur haben wir keine Politik die auch nur noch im Ansatz die Interessen des Volkes vertritt, wir leben in einer zunehmend totalitären Danistakratie
(wtf? -> http://www.wissensmanufaktur.net/plan-b
ich verweise auf die Ausführungen der Wissensmanufaktur mit geradezu visionärem Charakter für neue Wege einer Geldordnung)

Got gold?
Goldhamster
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ist eines der wichtigsten Anzeichen für geistige Gesundheit."
Oscar Wilde
vom: 02.12.2011, 10:34
Ladon Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ob der Sinn tatsächlich Sinn macht? Manchmal weiß ich nicht so recht was ich davon halten soll was der sagt. Das liegt vor allem an meiner tief verwurzelten Abneigung gegen das ifo-Institut - dieses Delphi-Orakel der Wirtschaft - in desen Meldungen stets versäumt wird zu betonen, was ihre Zahlen eigentlich darstellen und die deswegen in aller Regel von den Medien völlig missverständlich zitiert werden. Aber das ist ein anderes Thema.

Ein Problem habe ich damit einem Funktioniär des Establishments den Systemkritiker so ohne weiteres abzunehmen. Aber gut, ich kenne den Mann nicht persönlich, lassen wir das mal beiseite.

IM System handelt es sich beileibe nicht um ein "Verschenken" von Leistung. IM System geht es ausschließlich darum das "Schmiermittel" am Fließen zu halten (und DAS ist ein zentraler Punkt, das bestätigen auch die "Systemkritiker" aus Walsrode).
Aber selbst das ist nur nebensächlich, wenn man mal das System von innen betrachtet: Denn die Tatsache über Nachfrage Industrie (Arbeitsplätze) und Produktion zu stützen ist ja banal. Der Goldhamster nennt's Schildbürgertum - also quasi die eigenen Exporte zu finanzieren - aber das Ding hat durchaus zwei Seiten: WER wollte denn den Arbeitsplatz verlieren, wenn man "sinnvoller" handeln würde? WER wollte denn die absackende Konjunktur und die Folgen verantworten?
Wie reden hier gern über "sinnvollere" Systeme und die natürlichen Grenzen des Wachstums, in Walsrode wird zumindest der Umriss einer alternativen Wirtschaftsordnung an die Tafel gemalt ... jedoch die Leute wollen Arbeit, dafür bezahlt werden und für ihr Geld was bekommen. Die Politik gibt ihnen (zumindest tut sie ihr Teil dazu) dies auch, indem sie solche Mechanismen bedient.
Wenn sich der Hans-Werner Gedanken darüber macht, ob die Forderungen an die EZB je "eintreibbar" sein werden, dann halte ich diese Fragestellung für naiv. Seit wann geht es in diesen Sphären darum Schulden zu bezahlen? Wie er richtig herausarbeitet sind diese Schulden ja letzten Endes entstanden, um die Chose am Laufen zu halten. Der Wert besteht also darin den Mechanismus der Volkswirtschaft zu ölen. Wie unter Bretton Woods auch, ist es durchaus DENKBAR (wenngleich aus unserer Sicht nicht sinnvoll ...) dass trotz des realen Werteexports "gegen lau", der Wohlstand im Exportland anwächst. Mit was außer FIAT-Geld soll inerhalb des FIAT-Systems denn sonst bezahlt werden? Und egal wie die Dinger heißen (Target, Rettungsschirm, Blablupp-Anleihe), es geht im Kern um Geldschöpfung, weil - banal, es ausgerechnet hier in einem solchen Forum auszusprechen, ich weiß - jeder Schuld eben eine Forderung gegenüber steht.
Und das funktioniert ja auch gut, so lange man sich in der sanft ansteigenden Phase eines Zyklus befindet, denn - und jetzt kommt der wirkliche Clou - für das einströmende "wertlose Geld", durch den (jetzt muss ich sagen: angeblichen) "Export von lndustriewaren für lau", sind ja real wiederum materielle, wirkliche Werte erwerbbar! Von "Verschenken" kann keine Rede sein ... solange die Dinge einigermaßen im Lot sind.
Jedes Gramm Gold, das die User hier besitzen ist mit wertlosem FIAT-Money erworben worden! Weswegen - mutatis mutandis - auch gesagt werden kann, dass dieses Geld zumindest zum Zeitpunkt des Erwerbs des Goldes GENAU DIESEN WERT besessen hat!

Nochmal zusammengefasst:
Land D exportiert eine wertvolle Ware XY ins Land G und erhält dafür "wertlose" Forderungen an eine Bank E.
So lange diese "wertlose Forderungen" erstens fair an die Ersteller des Mehrwertes in Land D verteilt werden UND diese (Ersteller) damit problemlos Autos, Immobilien, Gold oder was auch immer erwerben können ... hm
Wer in Land D würde auf diesen Export verzichten wollen, weil Land G eigentlich keine "wertvolle Gegenleistung" anbieten kann?

Tja. Das ist eben alternativlos, liebe Bürgerinnen und Bürger ...

(Die Preisfrage bezüglich dieses Postings lautet nun: Wieviel Prozent darin sind Sarkasmus, wieviel Ironie und wieviel sind ganz ernst gemeint?)
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When the Four Horsemen galloped, a stock of gold pieces, cunningly concealed or surreptitiously carried, has often meant the difference between living and dying.

Roy W Jastram (The Golden Constant; 2009; ISBN: 978-1-84720-261-1)
vom: 02.12.2011, 10:56
thEMa Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ladon hat Folgendes geschrieben:

(Die Preisfrage bezüglich dieses Postings lautet nun: Wieviel Prozent darin sind Sarkasmus, wieviel Ironie und wieviel sind ganz ernst gemeint?)


Kennst Du die Anwort? smilie_16
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ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.
vom: 02.12.2011, 11:15
Datenreisender Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ladon hat Folgendes geschrieben:
Ob der Sinn tatsächlich Sinn macht? Manchmal weiß ich nicht so recht was ich davon halten soll was der sagt. Das liegt vor allem an meiner tief verwurzelten Abneigung gegen das ifo-Institut - dieses Delphi-Orakel der Wirtschaft - in desen Meldungen stets versäumt wird zu betonen, was ihre Zahlen eigentlich darstellen und die deswegen in aller Regel von den Medien völlig missverständlich zitiert werden. Aber das ist ein anderes Thema.

Ein Problem habe ich damit einem Funktioniär des Establishments den Systemkritiker so ohne weiteres abzunehmen. Aber gut, ich kenne den Mann nicht persönlich, lassen wir das mal beiseite.

Wie wir kürzlich anlässlich eines Vortrages von Gollum Schäuble vor Europas Bankern lernen durften, haben diese "Systemlinge", natürlich abhängig von der jeweiligen Zielgruppe ihrer Ansprachen, auch schon mal "ehrliche Momente". Gab/gibt es bei Prof. Sinn durchaus auch:
https://forum.gold.de/prof-sinn-der....n-gefahr-t3608.html#61127
vom: 02.12.2011, 11:23
Ladon Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
thEMa hat Folgendes geschrieben:
Ladon hat Folgendes geschrieben:

(Die Preisfrage bezüglich dieses Postings lautet nun: Wieviel Prozent darin sind Sarkasmus, wieviel Ironie und wieviel sind ganz ernst gemeint?)


Kennst Du die Anwort? smilie_16


Nö.

Aber nicht etwa, weil ich nicht weiß was ich schreibe Wink sondern weil das so einfach nicht zu sagen ist:

Nimm diese Bretton-Woods Sache. Sinn spricht sehr klar aus wie es den USA in diesem System gelungen ist ihre Inflation zu exportieren (so bezeichnet Senf die BW-Mechanik), also "wertlose" Dollars in der Welt zu verteilen. Nur, "in der Welt" haben sich "am Ende des Tages" eine Menge Leute mit diesen Dollars DINGE gekauft! Waren sie also damals wirklich wertlos?
Deswegen auch mein betontes Hinweisen darauf, dass all unser EM-Besitz mit "wertlosem" Geld erworben wurde.
Das ist also durchaus ernst gemeint - und ist doch auch "sarkastisch".
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Roy W Jastram (The Golden Constant; 2009; ISBN: 978-1-84720-261-1)
vom: 02.12.2011, 11:34
Goldhamster79 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ladon hat Folgendes geschrieben:

Nimm diese Bretton-Woods Sache. Sinn spricht sehr klar aus wie es den USA in diesem System gelungen ist ihre Inflation zu exportieren (so bezeichnet Senf die BW-Mechanik), also "wertlose" Dollars in der Welt zu verteilen. Nur, "in der Welt" haben sich "am Ende des Tages" eine Menge Leute mit diesen Dollars DINGE gekauft! Waren sie also damals wirklich wertlos?
Deswegen auch mein betontes Hinweisen darauf, dass all unser EM-Besitz mit "wertlosem" Geld erworben wurde.
Das ist also durchaus ernst gemeint - und ist doch auch "sarkastisch".


Wert ist stets nur eine Frage des Blickwinkeln, Standpunkts und Glaubens, so kann der selbe Schmierstoff letztlich wertlos sein und dennoch einen momentanen monetären Wert aufweisen, es müssen nur viele genug dran glauben... (man beachte die Mehrdeutigkeit, sowohl im übertragenen Sinn als auch im direkten...)

Goldhamster
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Oscar Wilde
vom: 02.12.2011, 12:38
Ladon Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Schönes Wortspiel in diesem Zusammenhang.

Du sagst es natürlich richtig. Die Problematik des Blickwinkels gerade in diesen Fragen ist ja, dass wir bezüglich der Schwächen des herrschenden Geldsystems ZURÜCK blicken. Das ist in aller Regel eine relativ einfache Position um (im Nachhinein) "klug" dazustehen.
Natürlich HÄTTE man schon aus der Geschichte "lernen" können.
Aber tut man das, wenn man zu den Gewinnern gehört?

Doch genug der philosophischen Betrachtungen. Ich habe mich an der Formulierung "Verschenken" von Werten gestoßen. Ja, aus unserer (geld-systemkritischen) Sicht wird "Wert" gegen "Wertlos" getauscht. Ein reales Problem wird es aber erst dann, wenn sich "wertlos" nicht mehr adäquat (also "gleichwertig") gegen anderen "Wert" zurücktauschen lässt (das ist nicht nur eine Frage von Geldentwertung).
Und DAS ist (IMHO) eben nicht eine Frage des grundsätzlichen Vorgangs, sondern führt - zu Ende gedacht - wieder zu der Frage: Warum sollten sich Staaten "Geld" von den Finanzmärkten gegen Zins leihen müssen?
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Roy W Jastram (The Golden Constant; 2009; ISBN: 978-1-84720-261-1)
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