Acht Menschen reicher als Hälfte der Welt

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 24.01.2017, 17:19

Klecks
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Indiana Jones hat geschrieben:Das ist kein "Schwachfug", sondern Bürgerliches Recht gemäß dem BGB.
Auf DEN Paragraphen bin ich jetzt aber gespannt!
Indiana Jones hat geschrieben: Bei der Geldleihe unter Verwandten wird übrigens sehr wohl Geld "geschöpft".

Der Darlehensnehmer bekommt die Summe x für den Hausbau. Das Geld wird an den Bauträger bezahlt!

Zugleich hat aber der "Verleiher", also der Kreditgeber einen Anspruch gegenüber dem Kind auf Rückzahlung der Summe x in sagen wir 10 Jahren. Genau dieser monetäre Anspruch ist nichts anderes als "geschöpftes Geld", welches im Vollgedsystem ausschließlich der Staat "schöpfen" bzw. die Banken "umverteilen" dürften.
[ Entfernt, bitte sachlich bleiben. Forum-Team ]

Der private(!) Kreditgeber verleiht bestehendes(!) Geld, womit der Hausbau bezahlt wird.
Der Kreditnehmer zahlt das Geld wiederum aus seinem Einkommen -bereits durch Banken gechöpften, also wiederum bereits vorhandenem(!) Geld- zurück.

- Im Gegensatz zur Bank kann der private Kreditgeber nur Geld verleihen, das er bereits besitzt, ergo das nicht erst geschöpft werden muss. Nach der Kreditvergabe hat er das Geld nicht mehr.

- Der Kreditnehmer reicht das Geld an den Bauträger weiter, auch hier entsteht kein neues Geld, es wird lediglich bereits bestehendes weitergereicht.

- Zu Rückzahlung zaubert der Kreditnehmer auch kein neues Geld aus dem Hut sondern verwendet bereits existierendes, das er z.B. durch Erwerbstätigkeit oder Lottogewinn erworben (NICHT erst geschaffen!) hat.

An welcher dieser Stellen wird jetzt neues Geld durch die beteiligten Privatpersonen geschöpft?
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 24.01.2017, 17:24

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lifesgood
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Machen wir es mal ganz einfach. Vielleicht versteht er es dann.

Es besteht ja Einigkeit darüber, dass Bargeld Vollgeld ist.

Nehmen wir mal an ich habe 10 k€ in Cash unterm Kopfkissen. Eines meiner Kinder will sich ein Auto kaufen und fragt mich, ob ich ihm das Geld leihen kann.

Also gebe ich ihm die 10.000 € in bar und das Kind geht damit zum Autohändler und kauft sich ein Auto.

Nun habe ich von dem Kind noch 10.000 € zu bekommen, aber diese Forderung ist eben kein Geld sondern lediglich eine Forderung auf ratenweise Rückzahlung des Betrages.

Für Geld kann ich etwas kaufen, für Forderungen nicht. Und Forderungen können ausfallen, wenn sie nicht bezahlt werden. Vollgeld ist real vorhanden.

lifesgood

Beitrag 24.01.2017, 17:26

Mehrgoldfüralle
Indiana Jones hat geschrieben:
Mehrgoldfüralle hat geschrieben:
Wenn über Nacht Vollgeld eingeführt wird, merkst du gar nichts davon. Das Geld auf der Bank gehört aber dann dir.
Sag ichs doch. Das Märchen von den 7 Zwergen hinter den 7 Bergen. Wie naiv muss ein Mensch sein, dass er wirklich glaubt, dass ihm das Geld auf der Bank gehören könnte. Heißen dann die Geldscheine auch Herr Müller oder Frau Meier?
Aha. Was dir gehört, hat einen - vorzugsweise deinen - Namen. I[ Entfernt, bitte sachlich bleiben. Forum-Team ]

Beitrag 24.01.2017, 17:33

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Indiana Jones
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Mehrgoldfüralle hat geschrieben: Gehen denn Geschäftsbanken zu Bürgern, um Geld zu schöpfen? Bei mir war noch keine. Der Akt des Geldschöpfens besteht in einem Mausklick, indem Kredit vergeben wird...
Genau so ist es.

Die Banken dürfen nicht beliebige Mengen an Geld schöpfen. Das wäre uferlos. Sie müssen im Rahmen der sogen. "Mindestreserve" Pflichtguthaben bei der Zentralbank unterhalten.
Die Höhe der zu haltenden Mindestreserve ergibt sich durch Anwendung des Mindestreservesatzes (im Eurosystem derzeit: 1 Prozent) auf bestimmte KUNDENEINLAGEN der Banken; https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/ ... serve.html

Die Kreditvergabe wird also auch im bestehenden System erst dadurch möglich, dass die Sparer noch immer ihr Geld zur Bank tragen. Dieses Geld ist eine Verbindlichkeit der Bank gegenüber dem Kunden im Rahmen eines Kreditvertrages mit dem Sparer. Zugleich ist diese Spareinlage aber auch Teil der vorgeschriebenen Mindestreserve, die eine Kreditvergabe der Bank an Schuldner überhaupt erst ermöglicht. Selbst bei einem Bankrun könnte der Gesetzgeber die Mindestreserve noch deutlich weiter nach unten fahren. Da gibt es gewiss keinen Bedarf für Vollgeld. Das käme einem plötzlichen Herzstillstand für sämtliche Geschäftsbanken gleich. Vollgeld ist die Fiktion eines Sozialwissenschaftlers, dem sonst nichts Vernünftigeres einfällt.

@Klecks
Der Anspruch des Vaters auf Rückzahlung des Darlehens ist eine monetäre Forderung! Diese Forderung könnte er zum Beispiel mir abtreten, dann könnte ich das Geld bei dem Kind bei Fälligkeit einfordern oder die Forderung an einen Dritten weiter verkaufen. Genau so entsteht Kreditgeld unter privaten Marktteilnemern.

Zum Beispiel beim Forderungsinkasso. Wenn Du Deine Rechnungen beim Zahnarzt nicht bezahlst hat dieser eine Geldforderung aus dem Behandlungsvertrag gegen Dich. Die Forderung tritt er an ein Inkasso Büro ab, da er keine Zeit hat, sich mit Dir rumzuärgern. Das Inkassobüro sendet Dir einen Mahnbescheid. Es folgt ein Vollstreckungsbescheid und nachdem der Gerichtsvollzieher Dir die eidesstattliche Versicherung abgenommen hat gibt es das Inkasso büro auf, bei Dir die Rechnung Deines Zahnarztes einzutreiben. Damit ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende. das Inksassobüro verkauft die gegen Dich titulierte Forderung an ein weiteres Inkassounternehmen für sagen wir 30 % der Forderungshöhe. Wenn Du zu Geld kommen solltest wird dieses Inkassounternehmen Deine Schulden samt Zins und Inkassogebühren bei Dir eintreiben. Wenn Du denen dann erklärst, dass Forderungen kein Geld sind und nur Vollgeld einen inneren Wert hat werden sie Dich u. U. in eine Psychiatrie einweisen.
Zuletzt geändert von Indiana Jones am 24.01.2017, 18:36, insgesamt 3-mal geändert.

Beitrag 24.01.2017, 17:39

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lifesgood
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Money as debt "Geld als Schuld"

Schau´s Dir einfach mal an, meinen Kiddis hatte ich es gezeigt als sie 10 Jahre alt waren

https://www.youtube.com/watch?v=H3DGEG3lOPk

lifesgood

Beitrag 24.01.2017, 17:51

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lifesgood
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Indiana Jones hat geschrieben: Wenn Du zu Geld kommen solltest wird dieses Inkassounternehmen Deine Schulden samt Zins und Inkassogebühren bei Dir eintreiben. Wenn Du denen dann erklärst, dass Forderungen kein Geld sind und nur Vollgeld einen inneren Wert hat werden sie Dich u. U. in eine Psychiatrie einweisen.
... und wenn die Schuldenlast so groß ist, dass ich Zeit meines Lebens keinen Sinn mehr darin sehe, über der Pfändungsgrenze zu verdienen (Freizeit ist ja auch was Schönes), dann wird das Inkassounternehmen eben feststellen (müssen), dass Forderungen eben doch kein Geld sind . Die können dann den Pfändungstitel auf der Toilette einer Zweitverwendung zuführen smilie_20

lifesgood
Zuletzt geändert von lifesgood am 24.01.2017, 17:52, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 24.01.2017, 17:52

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Indiana Jones
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Klasse Film smilie_01

Hat aber nichts mit Vollgeld zu tun, oder behaupten die da an irgend einer Stelle, dass es besser wäre, wenn der Staat Geld verleiht? Wenn ja - mach bitte Zeitangabe. Dann kann ich dazu kurz was sagen. Hab leider keine Zeit, mir den Kinderfilm komplett anzusehen.
lifesgood hat geschrieben:... und wenn die Schuldenlast so groß ist, dass ich Zeit meines Lebens keinen Sinn mehr darin sehe, über der Pfändungsgrenze zu verdienen (Freizeit ist ja auch was Schönes), dann wird das Inkassounternehmen eben feststellen (müssen), dass Forderungen eben doch kein Geld sind smilie_20
lifesgood
Kommt drauf an, wer Deine Gläubiger sind. Wäre es eines Deiner Kinder bzw. die Kindsmutter könnte es schnell passieren, dass Du wegen Verletzung der Unterhaltspflicht gemäß § 170 StGB in den Strafvollzug einfährst. Dann wäre auch Dir wieder klar, dass nicht bezahlte Forderungen nichts zum Lachen sind. Insbesondere ein Gläubiger reagiert schnell empfindlich, wenn man ihn nicht nur verprellt sondern auch noch verspottet. Früher kamen solche Leute in den Schuldnerturm. Kann alles schneller wieder kommen, als so mancher glauben mag.
Zuletzt geändert von Indiana Jones am 24.01.2017, 17:56, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 24.01.2017, 17:54

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lifesgood
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... aber er zeigt eben auch wieviel Geld man aus dem bisschen, das bei der Zentralbank hinterlegt ist schöpfen kann. Darum ging es mir.

Es geht ja auch beim Vollgeld nicht darum, dass der Staat Geld verleiht (vielleicht hättest Du mehr als die Überschrift Deines verlinkten Artikels lesen sollen), sondern es geht darum, dass nur bereits vorhandenes Geld verliehen wird.

Und mal ehrlich. 50 + X % der Bevölkerung glauben doch sowieso, dass die Banken nur das Geld verleihen, das sie auf der anderen Seite als Einlagen haben. Wenn man denen dann erklärt, dass das nicht so ist, glauben die das anfangs gar nicht.

lifesgood

P.S.: Es ging ja um das Inkassounternehmen als Gläubiger. Du bestätigst mal wieder meine Aussage ohne es zu wollen. Danke! Gerade Kindesunterhalt kommt ja noch bevor das Inkassounternehmen was holen kann. Also sinkt deren Wahrscheinlichkeit noch mehr, aus der Forderung noch irgendwann Geld zu sehen, wenn ich unterhaltspflichtig bin.
Zuletzt geändert von lifesgood am 24.01.2017, 17:59, insgesamt 2-mal geändert.

Beitrag 24.01.2017, 17:58

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Siesta
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Beitrag 24.01.2017, 18:05

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Indiana Jones
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lifesgood hat geschrieben:... aber er zeigt eben auch wieviel Geld man aus dem bisschen, das bei der Zentralbank hinterlegt ist schöpfen kann. Darum ging es mir.

lifesgood
Da bin ich100 % bei Dir!

Auch bei dem Punkt, dass die Meisten meinen, dass wir schon ein Vollgeldsystem haben.

Die Gleichung 100 Euro Einlagen = 100 Euro Kreditvergabe sieht in der Bankenpraxis eben eher so aus

100 Euro Einlage = 1 000 Euro Kreditvergabe an Konsumenten

Konsument kauft für 1.000 Euro Flachbildfernseher
====> Mediamarktkonto + 1.000 Euro = 10.000 Kreditvergabe an Autokäufer usw.
Autokäufer kauft für 10.000 Euro VW
====> VW Konto + 10.000 Euro = 100.000 Kreditvergabe an Häuslekäufer usw.

So kann man sich eben von einer Einlage auf dem Sparbuch in Höhe von nur 100 Euro sehr schnell ein Haus kaufen. Der Haken an der Geschichte ist aber, dass der Darlehensnehmer nicht die 100 Euro, sondern die vollen 100.000 Euro zuzüglich Zinsen und Kreditausfallversicherungsgebühren zurückzaheln muss .

Beitrag 24.01.2017, 18:17

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Ladon
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Es würde Seiten füllen, die Halbwahrheiten richtig zu stellen.

Überflüssiges Zerreden der Threads auf breiter Front. Da gibt es gewöhnlich ein Wort dafür.
Hier im Thread gibt es eindeutig zu viele Beschwerden über einen User und das Thema ist völlig zerredet worden.

Bitte btt - Danke
Andere gibt es schon genug

Beitrag 24.01.2017, 20:12

kontrast
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Alter Schwede,


es ist nicht einfach an anderer Leute Geld zu kommen, schon gar nicht an die Moneten der Milliardäre.
Diesen Satz hatte mir mein Vater schon in jungen jahJen eingetrichtert.
Vergessen hat er mir zu sagen, dass man auch im Leben ohne Reichtum glücklich sein kann.

Wer dem Geld nachjagt, verliert sowieso auf ganzer Ebene. Das hatte er natürlich vergessen zu sagen.
Wir brauchen bezüglich einer Verbesserung des Steuersystems nicht so weit auszuholen, um unser Land zu verbessern. Wir wären gut bedient, wenn wir das Steuer- und Sozialsystem der nordischen Länder übernehmen würden.

In denen gibt es kein Lohndumping, ganz im Gegenteil die Löhne werden dort fair bezahlt. Und nicht umsonst ziehen Deutsche dort hin, um zu arbeiten.

Wenn es eine Reichensteuer geben soll, dann müsste es eine Dekadenzsteuer sein, die auf die Güter, die die Reichen zum Leben benötigen, erhoben wird.

Dabei denke ich an Autos, die wenn diese über 50 .000 Euro kosten z. B. zusätzlich eine 10% tige Abgabe ins Sozialsystem zu zahlen sein sollte. Genauso bei Häusern, die z. B. 400.000 Euro übersteigen.

Das Ganze kann man jetzt auf alle Luxusgüter ummünzen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Da brauchen wir nicht weit schauen, es besteht ein ähnliches Modell in Holland, wir müssten dieses nur übernehmen.
Wenn wir schon bei Holland sind, das Gesundheitssystem dort ist so fortschrittlich, da sterben so gut wie keine Menschen mehr an Krankenhauskeimen.

In der Bilanz der Sozialsysteme stehen wir in Europa nicht grade gut da. Aufholen und den Anschluss nicht verlieren, wäre da mal angesagt.
Was die malochende Bevölkerung an Steuern für Vater Staat ein bringt, steht in keinem Verhältnis dafür, was dafür sozial zurück kommt.

Ein Exportweltmeister ist kein Garant dafür, soziale Gerechtigkeit in vollem Umfang zu genissen. Die Zweiklassengesellschaft ist doch inzwischen auch bei uns angekommen, in Form der privaten und gesetzlichen Versicherer. Es geht bei der Anmeldung beim Arzt los, erst da sieht man deutlich die Unterschiede in der Wartezeit, anders kann man das nicht ausdrücken.

Mit diesen Forderungen wären wir ganz gut ausgestattet und würden im Ranking der soziealen Gerechtigliet weit oben in dieser Tabelle da stehen.

Im Übrigen ist ein Bill Gates so gut aufgestellt, dass wenn nur ein Laut von der Regierung den Reichen das Geld zu nehmen, in so viele Kanäle verschinden würde. In "Lichtgeschwindigkeit", so dass nur ein geringer Teil wieder auffindbar wäre.

Träumen ist erlaubt, keiner aus den Forum würde es auch nur schaffen Gates die Hand zu schütteln, geschweige denn ihm das Geld streitig zu machen.

Wenn es um eine Umverteilung geht, könnte dieser kleine Rahmen ein Anfang sein, ohne gleich in Sphären abzudriften, die unmöglich sind mit der heutigen Politik.

Im übrigen Leben die Menschen nach einer Studie auch glücklicher in Schweden ,Finnland oder Norwegen. Das allein sind doch Gründe, da mal rüber zu schauen.

Mir wird schwindelig wenn ich lese 10.000 Tonnen Gold---- 476 MRD Euro-----100 Kg Diamanten usw. alles Werte, die in meinem Leben keine Rolle spielen.

Jetzt denk sich einer, wieviele Rosinenbomber könnte man damit losschicken, um Carepakete abzuwerfen, da wo diese benötigt werden.

Wir sollten auch nicht vergessen, nach dem Krieg in der Hungernot in Berlin ,uns Carepakete zu gute kam.

Was wäre aus den Berlinern geworden, hätte es die nie gegeben, schon mal darüber nachgedacht.

Beitrag 24.01.2017, 20:55

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Deichgraf
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Indiana Jones, so geht das nicht.
Es gibt zwei Arten von Geld: Zentralbankbuchgeld (das steht in den Büchern der ZBK) und Geschäftsbankbuchgeld (das steht in den Büchern der z.B. Hypobank). Das ZBK-Buchgeld kann in "verbrieftes ZBK-Buchgeld" konvertiert werden (Banknoten), zurück genau so. Wenn der Hypobänker sein Hypobankbuchgeld zu Bargeld konvertieren würde, also im Keller Banknoten druckte, ginge er in den Knast.
Als Einlage auf dem Resevekonto in den Büchern der ZBK kommt nur ZBK-Geld infrage. Etwas anderes kann dort nicht stehen. Das stammt entweder in ZBK-Buchgeldform im Rahmen einer Ausgleichsbuchung von dem Reservekonto einer anderen Geschäftsbank, oder von hingekarrten Geldscheinen, die dann von der verbrieften Form in digitale Tinte umgewandelt werden. (Kreditaufnahme von der ZBK lasse ich mal weg.)
Wenn ich 100 bar einzahle, kann der Bänker das "digitalisieren" lassen und als 1% MR für einer neuen Kreditmenge von 10.000 nutzen. Kann, sofern EK und Nachfrage vorhanden sind.
Mit einer digitalen Menge ZBK-Geld von gehörten 5% und einer verbrieften Menge (Banknoten) von gehörten 3% der gesamten Geldmenge, scheinen die Banken das ZBK-Geld etwa zu verzwölffachen.
Die Übertragung eines Anspruchs gegen die Bank (Hypobankbuchgeld) (Überweisung) erzeugt bei der Empfängerbank nur dann ein Plus auf dem Resevekonto, wenn die Hypo keine eingehenden Überweisungen von der anderen Bank hätte. Die Empfängerbank hätte dann tatsächlich eine höhere Reserve bei der ZBK und kann damit Kredite unterlegen, der Hypo fehlt dieser Betrag aber. Sie kann weniger Kredite vergeben. - Normalerweise sind die eingehenden und ausgehenden Überweisungen über die Zeit recht ausgeglichen, so dass sich auf den Resevekonten nicht viel verschiebt. Und selbst wenn sich etwas verschöbe: Es ist eine Verschiebung von A nach B und keine Erhöhung des ZBK-Geldes, das zur Kreditunterlegung vorhanden sein muss.
Eine Geschäftsbank kann nicht durch Überweisungen neues Geschäftsbankbuchgeld erzeugen, das vorher nicht bereits woanders existierte. Neues Giralgeld entsteht nur dadurch, dass die Geschäftsbank einen Kredit aufnimmt.
Wenn ich der Hypo eine "Ware" verkaufe und die Entgegennahme des Kaufpreises vorerst abweise, entsteht eine Schuld in ihren Büchern, und weil ich der Gläubiger bin, habe ich einen Anspruch gegen die Bank , den ich übertragen kann (Überweisung).
Diese Ware kann alles sein, was die Bank im Rahmen der Vertragsfreiheit akzeptiert, ein Goldbarren (Gott bewahre!), eine Forderung (gegen mich ("Kreditvertrag"), gegen die ZBK (Banknoten), gegen die BRD (Staatsanleihe)), bestellte Werbekugelschreiber oder eine Immobilie. Nimmt der Verkäufer das Geld nicht entgegen, rutscht er vom Eigentumsrecht an dem verbrieften ZBK-Geld ins Forderungsrecht auf eben solches. Er hat hat der Bank den Kaufpreis als Kredit gewährt, und deshalb ist neues Hypobankbuchgeld entstanden. Und das kann nicht zu ZBK-Buchgeld konvertiert werden, weder digital noch verbrieft.

Die These, dass durch den Geldverleih vom Vater an den Sohn Geld entstünde, könnte man vielleicht noch gerade tricksen. Geld wird zu verschieden Zwecken unterschiedlich definiert. Rechtlich als Rechtsanspruch eines Verkäufers ist nur gesetzliches Zahlungsmittel Geld.
Nach der Funktion definiert, ist alles was "Geldfunktion" besitzt (also auch Hypobankbuchgeld) Geld.
Eine andere Definition zielt auf die Wirkung und sagt, dass Geld erst entsteht, wenn es mit normaler Umlaufgeschwindigkeit zirkuliert. Eine Banknote in der Keksdose wäre dann kein Geld, weil sie keine Wirkung hat. Sie ist in ihrer Wirkung identisch mit einer Banknote, die vor einem Jahr die Maus gefressen hat, also identisch mit dem Garnichts.
Wenn wir nun unterstellen, dass das Geld beim Vater nur herumgelegen hat, der Sohn es aber in Umlauf bringt, dann würde es nun wirken und zu Geld werden. Es triebe ein ganz klein wenig die Preise in die Höhe. - Aber eng wird es schon. Wenn sehr viele Väter sehr vielen Söhnen gehortetes Geld gäben, wäre die Wirkung in der Tat so, als ob sich bei konstanter Umlaufgeschwindigkeit die Geldmenge erhöht hätte.


smilie_08

Beitrag 24.01.2017, 20:59

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smilie_01
Andere gibt es schon genug

Beitrag 24.01.2017, 21:11

Mehrgoldfüralle
Genau, das ist eine fundierte Auskunft. Leider ist der Faden quasi abgeschossen worden, ich will mal versuchen, zur ursprünglichen Absicht (meiner natürlich) zurück zu kommen. Ich habe die Auffassung vertreten, daß bei einer solchen Konzentration von Vermögen so allerhand am System nicht stimmen kann. Als Auswege aus der Misere hatte ich vorgeschlagen:
1. Vollgeld
2. BGE
3. Mikrosteuer, da scheint mir eine passendere Bezeichnung als Tranaktionssteuer.

Ich bitte weiter um rege Teilnahme.

Beitrag 24.01.2017, 22:20

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Deichgraf
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Ich glaube nicht, dass dies der richtige Weg ist.

Wir nehmen einen großen Wassertank, geben etwas Wasser hinein und stellen einen kleinen Tank in den großen. Darüber befestigen wir einen oberen Tank. Den großen, unteren verbinden wir über eine Pumpe mit dem oberen. Auf der anderen Seite installieren wir ein Rückflussrohr nach unten.
Das Rückflussrohr zapfen wir mit einem dünnen Röhrchen an, das wir über den kleinen, noch leeren unteren Tank führen.
Wir schalten ein, und das Wasser wird nach oben gepumpt.
Es fließt durch das Rohr zurück, aber 10% "verschwinden" in dem kleinen Tank.

So könnte man das Geldsystem vereinfacht beschreiben: Der untere Tank stellt die privaten Haushalte dar, der obere die Unternehmen und der kleine Tank unten die Superreichen in den privaten Haushalten.
Der kleine Tank füllt sich nur, wenn der "Wirtschaftsmotor" (Pumpe) läuft.
Das, was umläuft, nennen wir Geld. Es darf auch Vollgeld sein. Geld hat die Funktion eines Wertespeichers. Ich würde es nie als solchen definieren, aber in einem konstanten Umfeld, oder bei sich langsam und abschätzbar ändernden Variablen erfüllt es diese Funktion.
Die Umverteilunsmaschine verteilt also erst einmal Geld um, das Werte speichert, die dann realisiert werden. Das wären dann z.B. Produktionsmittel, Sachwerte, Grundstücke. Kauft ein Kleintänker ein, fließt das Geld wieder zu den anderen privaten Haushalten und wird von diesen wieder zu den Unternehmen gepumpt. (Arbeitsplätze! Exportweltmeister!)
Wenn alles gekauft wurde, was zu kaufen war, hat das Geld seine Schuldigkeit getan und liegt ohne Kaufkraft im großen Tank. Der kleine Tank will es nicht, was sollte er sich denn dafür kaufen können?
Die Umverteilung aller Ressourcen und Werte war, wie auch die des Geldes, Mittel zum Zweck. Niemand braucht 1000 Ferraris, wenn er schon 100 hat. Das Eigentum an allen Ressourcen bedeutet aber Herrschaft über alles und jeden. Umverteilt wird die Macht.
Das wäre auch in einem Vollgeldsystem mit Transaktionssteuer noch so.

Deinen " Auswege aus der Misere" möchte ich also noch hinzufügen:
Backsteine in den kleinen Tank legen, d.h. Begrenzung des Spitzenvermögens.
Loch in den kleinen Tank bohren, d.h. Steuer auf Spitzenvermögen.

Ein BGE könnte dann, sofern es installiert wird, recht großzügig ausfallen.

Beitrag 24.01.2017, 22:41

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Ladon
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Weil das oben übertüncht wurde, mit den Bedeutungen:

Für die Zwecke hier im Thread ist die herausragendste Eigenschaft von "Vollgeld" die Tatsache, dass es ausschließlich von einer Zentralbank geschöpft und durch öffentliche Ausgaben zinsfrei (!) in Umlauf gebracht werden soll.

Die Idee der Monetative ist es, die Geldschöpfung, das "Geldwesen", in die demokratische Gewaltenteilung einzubauen und neben Exekutive (Regierung und "Organe"), Legislative (Parlament und Länderkammer) und Judikative (unabhängige Gerichte bis zum Verfassungsgericht), eben als "vierte", verfassungsmäßige Gewalt zu installieren.
- daran muss man nichts lächerlich machen. Außer man hat was gegen demokratische Ordnung.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 24.01.2017, 22:54

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Deichgraf
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Auch das staatliche Vollgeld wird, so gut ich es auch finde, umverteilt, insbesondere dann, wenn es nicht von Anfang an installiert wurde.
Wenn mir bereits die Unternehmen A,B,C,D,.... gehören, gehört mir auch der Gewinn. Mit diesem Geld kaufe ich ein, dabei fließt es zurück. Das Geld selbst läuft letztlich verlustfrei um, weil ich es den anderen wieder (gegen "Ware") gebe und am Ende überlasse.
Vollgeld+Transaktionssteuer+BGE helfen nicht, die Machtumverteilung zu beenden oder gar rückgängig zu machen.

Beitrag 25.01.2017, 05:03

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Ladon
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Da hast DU recht.

Aber ohne diese (oder: "solche", damit das nicht so fest liegt, wie es konkret auszusehen hat) Instrumente, also ohne hie und da an den systemischen Grundfesten zu rütteln, wird es garantiert nichts mit einer Veränderung.

Also nicht BGE + Vollgeld + Transaktionssteuer = automatisch gerechtere Verteilung
sondern mit diesen (oder auch anderen, zielführenden) Methoden kann es aber vielleicht erreicht werden.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 25.01.2017, 08:28

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Deichgraf
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Deichgraf hat geschrieben: Deinen " Auswege aus der Misere" möchte ich also noch hinzufügen:
Ich hatte mir schon überlegt, ob Du die Gänsefüßchen da oben vlt. als Ironie aufgefasst hättest. Wegen Deinem Hinweis auf das Lächerlich-Machen.
Ich hatte aber mit copy+paste zitiert und das Zitat als solches gekennzeichnet.
Mit der Aussage, dass ich die Besteuerung des Vermögens hinzufüge(!), hätte der ernsthafte Umgang mit dem Thema eigentlich klar sein sollen.

-Wie dem auch sei: Guten Morgen erstmal!
smilie_24

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