PIIGS -- EURO IN GEFAHR

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 13.01.2011, 08:29

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Ladon
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MapleHF hat geschrieben:...
Sag mal Ladon, kann es sein, dass das Sprachbild gewisser Mitglieder auf Dich abfärbt smilie_08 SCNR smilie_02
...
Und DU bist auch schon bei zwei Smileys in einem Satz! smilie_24

@ KooKoala
Mir kommt das spanisch vor ...

Nur am Rande:
Ich meine mal gelesen zu haben, dass dieser Spruch auf das Auftauchen von Klos mit Wasserspülung zurückzuführen ist. Was irgendwie in diesem Zusammenhang einen gewissen ironischen Charme hat, oder?
Andere gibt es schon genug

Beitrag 13.01.2011, 08:36

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KooKoala
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Ladon:

Danke für diese interessante Information. Das würde einiges erklären smilie_01

Wikipedia sagt dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_kommt_mir_spanisch_vor

Auch interessant: Im englischen heißt der Satz: "That´s greek to me" smilie_20
Zuletzt geändert von KooKoala am 13.01.2011, 08:41, insgesamt 2-mal geändert.

Beitrag 13.01.2011, 08:38

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Circle
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"Und die USA werden an den Finanzmärkten überhaupt nicht unter Beschuss genommen. Und das, obwohl ihre Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftskraft weit höher sind als die Verbindlichkeiten Portugals - und doppelt so hoch wie die Schulden des angeblichen Katastrophenlandes Spanien."

Dazu passt der gute Kommentar gerade in der Süddeutschen Online:
Kommt her, Spekulanten!
http://sueddeutsche.de/geld/euro-in-der ... -1.1045762
Nein, eine Kristallkugel habe ich nicht -
aber eine eigene Meinung ;-)

Beitrag 13.01.2011, 08:46

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Ladon
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Circle hat geschrieben:"Und die USA werden an den Finanzmärkten überhaupt nicht unter Beschuss genommen. Und das, obwohl ihre Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftskraft weit höher sind als die Verbindlichkeiten Portugals - und doppelt so hoch wie die Schulden des angeblichen Katastrophenlandes Spanien."
...
Meine Rede seit langem: Um so popelige (pardon, ist nicht bös' sondern rein quantitativ gemeint) Volkswirtschaften wie Griechenland, Irland oder Portugal geht es überhaupt nicht. Selbst Spanien oder Italien dürften kein Grund sein für eine fundamentale Krise. Da bekommt "einfach" ein Neuling (der Euro) von, wie Du sagst, Finanzmärkten ("amerikanischen" Finanzmärkten, füge ich hinzu) gezeigt, wo der Bartel den Most holt.
Es geht um die Claims in der zukünftigen Weltwährungsordnung (und es ist dabei unerheblich, wie die Währungen heißen!).
Andere gibt es schon genug

Beitrag 13.01.2011, 08:56

Spongebob
Man muss mal die Wirtschaftsleistung von Griechenland und Italien im Verhältnis zu Deutschland setzen.
Deutschland ist ein Zugpferd ohne Ende und leider haben Italien und Griechenland keine starke Wirtschaft, eher vergleichbar mit dem Saarland, diese Stärke.
Ergo, Krise ist heute ein Wort was zu schnell in den Mund genommen wird.
Ist meine Meinung.

Beitrag 13.01.2011, 08:57

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Circle
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Es muss halt immer eine "neue" Sau durchs Spekulanten-Medien-Dorf getrieben werden. Nur an Angst und Hysterie verdient man gut!
Erschreckend ist nur wie leicht sich unsere Spitzenpolitiker Angst machen lassen!
Nein, eine Kristallkugel habe ich nicht -
aber eine eigene Meinung ;-)

Beitrag 13.01.2011, 09:17

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Ladon
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Circle hat geschrieben:Es muss halt immer eine "neue" Sau durchs Spekulanten-Medien-Dorf getrieben werden. Nur an Angst und Hysterie verdient man gut!
Erschreckend ist nur wie leicht sich unsere Spitzenpolitiker Angst machen lassen!
Früher war auch nicht jedes Hochwasser ein Jahrhunderthochwasser, jeder Schauer ein Starkregen und jede Glätte auf der Fahrbahn Blitzeis.

Und ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Politiker wirklich "Angst" haben. Meiner Meinung nach sind Politiker nicht "dumm" (zynisch und menschenverachtend ist allerdings schon mancher), aber sie sind (wie sollte man sonst in Spitzenämter aufsteigen, Ausnahmen sind EXTREM selten) durch und durch gläubige Adepten des Finanzsystems.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 13.01.2011, 09:23

Spongebob
Die Form der Superlativen ist ein deutsches Phänomen.
Früher war ein Krieg ein Krieg.
Dann kam Göbbels und es wurde ein totaler Krieg.
Wir unterstreichen Katastrophen und Bauwerke immer noch mit einem Superlativ wie mega, super, total und so weiter. Anscheinend haben die Menschen nicht mehr genug Dramatik in ihrem Leben, dass auf solche Wortschöpfungen zurück gegriffen werden muss.

Ladon, Du bist doch unser Geschichtsexperte.

Beitrag 13.01.2011, 10:13

Saint251
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Hurra, Portugal hat es geschafft, EUR 1,25 Mrd. an Staatsanleihen erfolgreich zu 6,8% am Markt platziert! smilie_12

Inzwischen wird immer deutlicher wo es mittelfristig hinläuft. Dazu folgender Artikel aus dem Handelsblatt:
http://www.handelsblatt.com/politik/int ... ;2730330;0
Es zeichnet sich ab, dass der von den Euro-Staaten garantierte Anteil am Rettungsschirm von 440 Milliarden Euro auf 600 bis 700 Milliarden Euro aufgestockt wird. ...

Vom Gesamtvolumen des Rettungsfonds, das einschließlich der 250 Milliarden Euro vom IWF und 60 Milliarden Euro Sonderkreditlinie der EU-Kommission 750 Milliarden Euro beträgt, bürgen die EU-Staaten bisher für eine Summe von 440 Milliarden Euro. Doch tatsächlich kann der Fonds nur 250 Milliarden Euro an Krediten vergeben. Die Differenz von 190 Milliarden Euro dient als Sicherheit, damit der EFSF die beste Bonitätsnote "AAA" halten kann.

Soll der Fonds tatsächlich Kredite von 440 Milliarden Euro vergeben können, dann müssen die Staaten für eine Summe von 600 bis 700 Milliarden Euro bürgen. Deutschland sei dazu mittlerweile bereit, hieß es gestern in Brüssel und Berlin.
Klartext heisst das nichts anderes, als das die finanzschwachen Länder nicht einzahlen und bürgen können und damit die Lasten vermehrt durch die starken Volkswirtschaften getragen werden müssen. Im Kern sind das Deutschland und Frankreich, letztere hoffentlich. Klar ist aber auch, dass die hier im Transfer benötigten Summen gar nicht aufbringbar sind. Wollte man die Transfers in diesem Umfang durchführen, wären alle Geberländer ruckzuck selbst komplett Pleite. Dieses Spiel könnte höchstens 2-3 Jahre gutgehen.

Also kann es sich nur um eine vorübergehende Lösung handeln. Mittelfristig werden daher wohl die Eurobonds "alternativlos". Man arbeitet ja bereits mit Hochdruck daran und der EFSF geht bereits in diese Richtung. Was wird Deutschland dann tun, wenn es soweit ist? Wie werden wir uns entscheiden, bzw. Berlin für uns?
Einige EU-Staaten drängen darauf, dass mit den Mitteln des Fonds ab 2013 auch Staatsanleihen finanziell angeschlagener Euro-Länder aufgekauft werden können. An diesem Punkt jedoch werde Berlin "eisenhart" bleiben, heißt es in Regierungskreisen.
smilie_14 Jetzt fühle ich mich besser! Wir bleiben "eisenhart". Hoffentlich ist das auch "alternativlos".

Wer das politische Geschäft kennt, weiß darum, wie die Wahrheiten immer häppchenweise rübergebracht werden um immer einen kleinen Schritt weiter auf das Endziel zuzugehen. Das ist auch hier nicht anders. Spätestes 2013 haben wir sie, die Eurobonds und damit die realgewordene europäische Transferunion. Das Ganze ohne Beteiligung/Befragung der Bürger.

Damit wird es nicht unbedingt einfacher für die Politik und die eigentlichen Veränderungen werden dann deutlich rascher und härter auf uns zukommen. Die Lebensverhältnisse werden sich deutlich stärker angleichen. Sozialleistungen werden querschnittlich zurückgefahren, besonders für Rente sehe ich persönlich schwarz. Warum? Das ist der mit Abstand größte Posten in den Staatshaushalten.

Ein Frage drängt sich mir dabei zunehmend auf. Für was brauchen wir eigentlich den Bund dann noch? Wir haben ja auch noch unsere Bundesländer. Ist da nicht eine Ebene zu viel drin, wenn wir Bund und Länder behalten aber die große Politik nach Brüssel geben? Oder sollten eher die Bundesländer dran glauben?

Aber wie sagt der Kaiser immer: "Schau mer mal."

Grüsse,

Saint251
"How many good men are there per hundred, in the world? Allowing for differences in circumstances, condition and background, I should say perhaps one." Jeff Cooper

Beitrag 27.01.2011, 15:05

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antonreich
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Die große Frage ist vorzuahnen (oder an Insiderinformationen heranzukommen), wann das große Spielchen mit dem "immer-wieder-auf-Pump" finanzieren zusammenbricht, bevor die Völker vor lauter Wut alles in Schutt und Asche setzen. Sarkozy heute in le Point: "Niemals werden wir den Euro aufgeben!". Halteparolen wie damals Goebels und mit seinem totalen Krieg... Also wird der europäische Zombie, der heftig stinkt und auseinanderfällt, wohl bis mindestens 2012 bis den nächsten Legislativen Frankreichs künstlich am Leben gehalten, koste was es wolle...

Beitrag 27.01.2011, 16:31

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alibaba
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ocelot hat geschrieben:Großspekulant Soros warnt vor Spaltung Europas

http://goo.gl/SXRmq

Mfg

Zinkrinnen und Kupferrinnen kann man dauerhaft verlöten smilie_02

Aber verschieden Völker verbinden mit Eurolötmittel smilie_02 ist keine dauerhafte Lösung ,

bei unterschiedlichen Sozialsysteme funktioniert das nicht ,ewig .

Man kann einen ertrinkenden 100 Bambusstöcke zu werfen , wenn er nicht in der Lage ist

aus eigener Kraft daraus ein Floss zu bauen , muss er unweigerlich ertrinken . smilie_02

Wenn der Bambusstöckchenwerfer alle Stöckchen geworfen hat , und ihn nun selber

die Flut einholt , wird auch dieser jämmerlich absaufen .(grins)

Da fällt mir der schöne Spruch der NPD ein : " das Boot ist voll " allerdings kann man
noch nunmehr mit dran hängen "wir saufen langsam ab"

selbst Rettungsboote haben nur eine maximal Tragfähigkeit (grins)
egal wie viele Kapitäne ausgewechselt werden auf der HorchFuck .

Gruss
alibaba(grins)
"unter 12 Jahre oder über 12 Jahre" nun bin ich drauf gekommen ,
reale zeitnahe Info's im eigenen Land werden von Kinder nicht erkannt ;
Ich bin für mein Textinhalt verantwortlich ,nicht für das was du verstehst .

Beitrag 27.01.2011, 21:36

dobby
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Metro-Chef Eckhard Cordes heute in Davos (Da wo's Geld gibt...) Quelle:
http://www.ftd.de/politik/europa/:gipfe ... 04110.html
Zuletzt geändert von dobby am 10.12.2012, 13:42, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 27.01.2011, 21:51

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tut.anch.amun
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alibaba hat geschrieben:...
Da fällt mir der schöne Spruch der NPD ein : " das Boot ist voll " allerdings kann man
noch nunmehr mit dran hängen "wir saufen langsam ab"
...
Gruss
alibaba(grins)
Hm, wenns Boot vollläuft, muss man eben ein Löchlein in den Boden bohren, wie soll sonst der Mist im Boot ablaufen können! smilie_20
Wieso kommt mir eigendlich der Titel hier so bekannt vor???
Fragen über Fragen smilie_08
Grüsse
Tut
" Um klar zu sehen genügt oft schon eine geringe Veränderung des Blickwinkels "

Beitrag 28.01.2011, 00:29

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alibaba
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tut.anch.amun hat geschrieben:
alibaba hat geschrieben:...
Da fällt mir der schöne Spruch der NPD ein : " das Boot ist voll " allerdings kann man
noch nunmehr mit dran hängen "wir saufen langsam ab"
...
Gruss
alibaba(grins)
Hm, wenns Boot vollläuft, muss man eben ein Löchlein in den Boden bohren, wie soll sonst der Mist im Boot ablaufen können! smilie_20
Wieso kommt mir eigendlich der Titel hier so bekannt vor???
Fragen über Fragen smilie_08
Grüsse
Tut
vermutlich muss nach oben gebohrt werden , damit der Dreck runter fällt

und die Löcher gestopft werden können .(grins)

Jetzt ist wieder einer über sein "wir fahrn Allradauto" gestolpert ,obwohl sich Allrad so gut fährt.

Gruss
alibaba (grins) neee nich "wir sind Ulla" smilie_16
PS. im Moment gibt es 1€ : 1,33 USD bei Papapal , rechne schon bald mit 1,43 bis 1,47 usd.
"unter 12 Jahre oder über 12 Jahre" nun bin ich drauf gekommen ,
reale zeitnahe Info's im eigenen Land werden von Kinder nicht erkannt ;
Ich bin für mein Textinhalt verantwortlich ,nicht für das was du verstehst .

Beitrag 28.01.2011, 08:31

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Silberhamster
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Beiträge: 1258
Registriert: 22.12.2010, 19:54
Wohnort: Thüringen
Hallo, seht euch einmal bei der Relation € SFR die charts der lezten 3 und 5 Jahre an:Bild
Bild
Bei NKR sieht es auch nicht toll aus ..

Bild
Der Euro stand schon besser als in den letzten 3-5 Jahren ..
Grüße vom silberhamster
Wahre Worte sind nicht schön, schöne Worte sind nicht wahr ( Laotse)

Beitrag 28.01.2011, 11:47

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Pinguin
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 361
Registriert: 07.01.2011, 09:04
tut.anch.amun hat geschrieben: Wieso kommt mir eigendlich der Titel hier so bekannt vor???
Tut,
ist doch klar, dass ist ist ein hochaktuelles Thema, das wird bestimmt auch noch in anderen Foren diskutiert... :mrgreen:


Aber nicht Threads, die etwa

"P.I.G.S. = EURO IN GEFAHR" heissen,

verwechseln mit

"PIIGS -- EURO IN GEFAHR"


:mrgreen:

Ping smilie_21


PS: Der Chinamann sagt, das Kopieren ist die höchste Form der Anerkennung [grins] und prägt den Krüger aus Messing [grins]

Beitrag 28.01.2011, 19:28

dobby
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 339
Registriert: 16.08.2010, 16:58
So ganz langsam kommen die eigentlichen Probleme auf den Tisch. Die Frage für mich ist nur:
Passen wir unser Sozialsystem den Anderen an, um zu nivellieren und gilt das für ALLE in unserem Land in gleicher Weise??? Das ist nämlich die Frage und das, was ich befürchte - was mir Angst macht.... smilie_18 smilie_18
http://www.welt.de/finanzen/article1237 ... steme.html
Gold ohne Ende in der Lausitz:

http://www.welt.de/wirtschaft/energie/a ... usitz.html smilie_23
Zuletzt geändert von dobby am 04.11.2012, 07:49, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 28.01.2011, 20:04

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Ladon
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Dabei gilt es aber nie zu vergessen:

Bei aller vielleicht berechtigten Kritik ... Die "leistungslosen Einkommen" durch Sozialleistungen aller Art sind - darin sind sich die "Geldsystemkritiker" praktisch jeder Ausrichtung einig - nicht das Problem. Dem stehen nämlich die "leistungslosen Einkommen" durch die wirklich großen Geldvermögen gegenüber. Und die sind die Antreiber der Spirale. Diese "Selbstalimentierung" erzwingt das systembedingte Anwachsen der Schulden. Jedem (Geld-)Guthaben entspricht eine Schuld.

Das Geld arbeitet nicht. Zuwachs, z.B. einfach nur durch Zinsen, muss irgendjemand erwirtschaften. Aber das tut nicht der Besitzer des Geldes.

Und während "Sozialleistungen" de facto zu 100% wieder in den primären Wirtschaftskreislauf eingespeist werden (= ganz verkonsumiert werden), passiert das mit der "Rendite" (der wahren, jenseits von Inflationsrate und verdecktem Zinsanteil) zumeist nicht. Der wird "investiert", d.h. für jemand anders wieder zur Schuld.
Nicht zu vergessen, dass etwa ein Aktienkauf der Wirtschaft ja gar nix bringt. Die AG bekommt ja nur bei Emission (oder Kapitalerhöhung) das Geld. Jeder weitere Verkauf einer Aktie belässt das Geld in der "Spekulationsebene", schafft keinen weiteren materiellen Wert.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 28.01.2011, 20:26

MapleHF
... kann ich so nicht unwidersprochen stehen lassen Ladon.

Der Punkt ist doch der, dass die Sozialausgaben zum strukturellen Defizit der Staaten beitragen.

Bei uns in Deutschland ist der Posten Arbeit und Soziales mit fast 43% der mit Abstand größte Posten im Bundeshaushalt.

Gut, man kann natürlich auch argumentieren, dass auch die Zinsen zum Defizit beitragen. Aber hier gilt es zu bedenken, dass man die Zinsen nur deshalb zahlen muss, weil man auch in der Vergangenheit schon zuviel für Arbeit und Soziales (und natürlich auch für andere Dinge) ausgegeben hat und dadurch Schulden machen mußte, deren Zinsen für uns heute ein zusätzliches Problem darstellen.

Zu einem Kreditgeschäft gehören immer zwei. Einer den den Kredit haben will und einer der das Geld verleiht.

Würde es nicht so viele geben, die über ihre Verhältnisse leben (privat, geschäftlich und auch staatlich) und dadurch Schulden machen, dann gäbe es auch auf dem Kapitalmarkt nicht so viel zu verdienen.

Ich denke, wir sind uns darüber einig, dass jedem Geldvermögen entsprechende Schulden gegenüberstehen. Bleibt die Frage, ob derjenige daran schuld ist, der die Darlehen nimmt, oder derjenige, der sie gibt. Würden von denjenigen, die mehr ausgeben, als sie einnehmen, nicht so viele Darlehen nachgefragt, gäbe es auch nicht soviel Geld und soviel Zinsen.

Daher ist es ein wenig einseitig betrachtet, nur dem Kapital die Schuld zu geben. Was wäre die Alternative, wenn keiner dem deutschen Staat das Geld leihen würde, das er für seinen Haushalt braucht? Massive Steuererhöhungen bei gleichzeitig massiven Kürzungen der Sozialleistungen. Dann bräuchten wir uns die Bilder aus Ägypten nicht mehr im Fernsehen ansehen, ein Blick aus dem Fenster würde die gleichen Szenarien zeigen.

MapleHF

Beitrag 28.01.2011, 20:47

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Ladon
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Jetzt - so würde der Bernd Senf sagen - schippern wir voll in die Nebelbank ums Geld ...

Du hast natürlich recht. Die "Sozialausgaben" sind exorbitant (obwohl der Etat "Arbeit und Soziales" natürlich nicht nur "Sozialhilfen" umfasst) und sie steigen exorbitant. Die "leistungslosen Einkommen" aus Vermögen erscheinen nicht im Haushalt der Regierung! Der Zuwachs der Geldvermögen (und wir reden immer über die wirklich großen Vermögen) muss aber auch erwirtschaftet werden. Irgendjemand - Du, ich, wir alle - muss diesen Zuwachs "erarbeiten". Und durchweg alle Berechnungen die ich je gesehen habe, zeigen, dass diese Belastung die Sozialleistungen in den Schatten stellen.
Wie gesagt: Das ist kein "Posten" in irgendeinem Haushalt oder irgendeinem Ausgabenplan. Diese Belastung steckt in jedem Preis, jeder Gebühr, jeder Steuer, jeder Miete - je kapitalintensiver (= muss finanziert werden), desto mehr.

Ich finde es unglaublich schwierig, das Gesamtbild zu sehen - eben weil, wie oben angedeutet - es völlig unterschiedliche "Erscheinungsformen" der Problematik gibt. Im Grunde sage ich ja auch nur, dass man gerade bei diesem Thema immer versuchen muss möglichst alle Aspekte zu sehen. Explodierende Kosten für Sozialleistungen sind Symptom, keine Ursache.

Natürlich ändert das nichts daran, dass die private Verschuldung für Konsum ein Unding ist. Eigentlich nur "dumm" - aber lediglich in individueller Hinsicht. Volkswirtschaftlich ist das System genau darauf angewiesen: Immer mehr Schulden auf allen Ebenen.

Wir sind, glaube ich, gedanklich nicht weit voneinander entfernt. Nur kritisierst Du "mangelhafte Gesetze" und ich glaube, dass diese "mangelhaften Gesetze" (oder Verwltungsvorschriften oder wie auch immer) im Grunde aus den Systemmängeln "emergieren" und nicht umgekehrt.
Andere gibt es schon genug

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