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Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Deichgraf
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Sapnovela hat geschrieben: 15.02.2026, 14:30 Das zu saldieren heißt, man hat sich geistig schon darauf eingestellt, dass die Defizite des Staates irgendwann mit privatem Vermögen getilgt werden. Akut wird der Griff in Taschen der Privatleute dann, wenn das Vertrauen in die Fähigkeit des Staates die Zinsen langfristig zu bedienen sinkt und dadurch die Zinsen stark steigen. Ob das dann durch einen Schuldenschnitt erfolgt oder durch Vermögenssteuern ist nur noch eine Gestaltungsfrage.
Solchen Gedanken sollte man schon mal nachgehen. smilie_01

Insbesondere, wenn man die plumpen Schulbuchmodelle mal mit aktuellen Inputs füttert und sich die aktuellen Outputs anguckt. Ein erster Schritt findet sich im Merkur:

https://www.merkur.de/wirtschaft/histor ... ralbank%20(EZB,bei%207%2C94%20Milliarden%20Euro.

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ISO20022
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Ich bin gleich über die Einlagensicherung und den Einlagensicherungsfond gestolpert, in dem vorigen Link von Deichgraf smilie_01.

Dazu ein Zitat von folgender Seite: https://www.tagesgeldvergleich.net/stat ... lagen.html

Deckungsquoten der Einlagen in der Euro-Zone 2024

Von diesem Ziel sind viele EU-Länder derzeit noch ein gutes Stück entfernt. In Deutschland betrugen die über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH abgesicherten Einlagen 2024 832,316 Milliarden Euro. Die verfügbaren Rücklagen beliefen sich auf rund 6,376 Milliarden Euro. Das entspricht einer Deckungsquote von 0,77 Prozent. Immerhin stieg sie in den letzten Jahren von 0,24 Prozent deutlich an.

Wir sind absolut sicher bei systemischen Problemen smilie_06 smilie_10

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Deichgraf
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ISO20022 hat geschrieben: 19.02.2026, 12:26 Die verfügbaren Rücklagen beliefen sich auf rund 6,376 Milliarden Euro. Das entspricht einer Deckungsquote von 0,77
Früher wurde diese Zahl geheimgehalten. Wir durften das hohe Maß der Sicherheit nicht wissen.
Mit einem Trick, der bis etwa 2015 funktionierte, kam ich aber trotzdem dahinter. Da der Staat die Hand auf der Kohle hatte, damit der Geschäftsführer der Entschädigungseinrichtung Deutscher Banken GmbH (!!!) nicht damit durchbrennen konnte, Somit fand man den Betrag nach langem Suchem im Sondervermögen des Bundeshaushalts. :D
Dann kam man drauf, dass man wohl falsch "gebucht" hatte und die Kohle ja gar kein Sondervermögen sei, wie man jahrzehntelang vermutet hatte. Seitdem kann man dort die traumhafte Sicherheit nicht mehr feststellen.
Ist mir aber eh wurscht. Ich habe keinen Vertrag mit der EDB GmbH und somit auch keine Ansprüche gegen die kleine Klitsche, wennz mal kracht. smilie_04
Von der Europäisierung haben wir natürlich profitiert. Die anderen Länder haben bekanntlich noch viel vollere Kassen.
smilie_06

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Sapnovela
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IrresDing hat geschrieben: 18.02.2026, 16:45
Sapnovela hat geschrieben: 15.02.2026, 14:30

Der Brutto-Schuldenstand bezieht sich auf die öffentlichen Haushalte, das ist schon aussagekräftig. Es zeigt, dass die Regierungen des Landes nicht mit dem Geld auskommen, was sie über Steuern und Abgaben laufend hereinbekommen. Das Auslandsvermögen in Japan und Deutschland dagegen ist privates Vermögen.

Das zu saldieren heißt, man hat sich geistig schon darauf eingestellt, dass die Defizite des Staates irgendwann mit privatem Vermögen getilgt werden. Akut wird der Griff in Taschen der Privatleute dann, wenn das Vertrauen in die Fähigkeit des Staates die Zinsen langfristig zu bedienen sinkt und dadurch die Zinsen stark steigen. Ob das dann durch einen Schuldenschnitt erfolgt oder durch Vermögenssteuern ist nur noch eine Gestaltungsfrage.
Das saldieren dieser Summen ist aus volkswirtschaftlicher Betrachtung Usus. Es gilt in einem geschlossenen System (Godley):

V_privat + V_unternehmen + V_staat = 0

Einer der Dreien muss also zwangsläufig Schulden machen, damit ein anderer Vermögen machen kann. In der Regel ist es der Staat, da ihn die beiden anderen tragen. Weiter ist das Kapital in der öffentlichen Hand stets nicht so ökonomisch sinnvoll angelegt, wie bspw. im Unternehmertum.

Die Volkswirtschaften selbst können nun wiederum durch Außenhandel Gläubiger oder Schuldner sein. Daher saldiert man diese drei regelmäßig.

EIne Kapitalflucht muss immer verhindert werden, siehe bspw. Wegzugsbesteuerungen oder das US System, dass jeder US Amerikaner steuerpflichtig in den USA ist, gleich wo er seinen Wohnsitz hat. Alles andere würde auch der Staatstragung widersprechen. Wie gesagt, irgendjemand muss eben diese Schulden in einem Fiat-System halten, die du als Kapital auf der anderen Seite im Guthaben hälst.

Hier wird gemischt, was man besser nicht mischen sollte.

Das Vermögen der Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Immobilien, dazu kommen Edelmetalle, Aktien / ETFs und Giralgeld / Bargeld. Die wenigsten halten Anleihen von Staaten / Unternehmen wie in Deiner obigen Gleichung. Diese Gleichung kennt jeder der ausreichend lange Flassbeck hat ertragen müssen. So ist die Gleichung zwar sachlich richtig, aber in diesem Zusammenhang irrelevant. Dazu gilt die Wegzugsbesteuerung nicht etwa bei Staatsanleihen oder Giralgeld sondern nur bei Unternehmensanteilen die von Privatpersonen gehalten werden.

Würden hohe Schulden reich machen, wären der Sudan oder Venezuela oder (aus europäischer Sicht) UK super reicht, während die Schweizer oder Dänen mit ihren wenigen Schulden arm sein müssten. Wir können auch einfach 40 Jahre im eigenen Land zurück blicken. West-Deutschland war grundsolide, mit einer starken Währung und niedrig verschuldet bei hohen Löhnen. Heute sind die Löhne im internationalen Vergleich nicht mehr so toll, die Wirtschaftskraft auch nicht (hinter Holland... ) dafür sind die Schulden höher. Die Falle schnappt zu.
IrresDing hat geschrieben: 18.02.2026, 16:45 Ansonsten legt man eben eine Staatspleite oder Hyperinflation hin, wie auch schon oft geschehen.
Genau mein Reden.
IrresDing hat geschrieben: 18.02.2026, 16:45 Auch gibt es eine Steuer der man kaum entkommt. Eine moderat erhöhte Inflation. So lange der Staat in der eigenen Währung verschuldet ist, kann er nicht pleite gehen. Es ist faktisch nicht möglich. Also etwas die Inflation erhöhen, vielleicht auch etwas Staatsfinanzierung aus der Druckerpresse und das Land ist saniert.
Komisch, warum wird das nicht einfach immer wieder gemacht, wenn es so einfach ist? Warum haben sich Belgien und Italien mit so hohen Schuldenständen in den Euro geschleppt, wo man sie doch einfach weginflationieren kann? Warum macht Japan es nicht einfach? Sehen wir uns doch einfach in den nächsten Jahren die USA an, ob es funktioniert (Spoiler: Es funktioniert nie).
IrresDing hat geschrieben: 18.02.2026, 16:45 ...
Japan ist ein grund solider Staat. Sie haben ihre Probleme (Überalterung,...) wie andere auch. Aber es sind Probleme, keine unmittelbaren Katastrophen.
Nein, sind sie nicht. Sagt übrigens auch Morningstar

Basierend auf unserer Sensitivitätsanalyse schätzen wir, dass Japans Zinszahlungen von 9 % der Gesamtausgaben auf 20 % bis 25 % steigen werden, wenn japanische Staatsanleihen in den nächsten neun Jahren zu durchschnittlich 2,0 % bis 2,5 % refinanziert werden. Wir gehen davon aus, dass die Einnahmen um 3 % steigen werden, wobei wir ein BIP-Wachstum von 1 % und eine Inflation von 2 % berücksichtigen, und dass die nicht schuldenbezogenen Ausgaben neutral bleiben und ebenfalls um 3 % steigen werden.
Dies könnte die gesamten Schuldendienstkosten auf 35 % bis 40 % der Gesamtausgaben ansteigen lassen.


40% der Steuereinnahmen gegen für Zinszahlungen drauf. Total solide.

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ZeroBond
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IrresDing hat geschrieben: 18.02.2026, 16:45 So lange der Staat in der eigenen Währung verschuldet ist, kann er nicht pleite gehen. Es ist faktisch nicht möglich. Also etwas die Inflation erhöhen, vielleicht auch etwas Staatsfinanzierung aus der Druckerpresse und das Land ist saniert.
Rein theoretisch kann ein Staat natürlich immer weiter Geld drucken und geht formal nicht pleite, aber die Währung ist dann irgendwann eben wertlos. Simbabwe und Venezuela haben das doch jüngst beeindruckend vorgeführt. Exzessives Geldschöpfung führt zu Hyperinflation, Währungsverfall und Vertrauensverlust, was wirtschaftlich einer Pleite des ganzen Staatsgebildes gleichkommt auch wenn rein formal kein Zahlungsausfall eintritt. In der Realität wird dann eine externe Währung genutzt bei Simbabwe war es z.B. USD. Die Weimarer Republik hat es auch mit Gelddrucken probiert ebenso wie Ungarn nach dem Krieg. Ist im Ergebnis eine Strategie die nicht funktioniert.

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Deichgraf
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ZeroBond hat geschrieben: 20.02.2026, 10:54 Rein theoretisch kann ein Staat natürlich immer weiter Geld drucken und geht formal nicht pleite, aber die Währung ist dann irgendwann eben wertlos. Simbabwe und Venezuela haben das doch jüngst beeindruckend vorgeführt. Exzessives Geldschöpfung führt zu Hyperinflation, Währungsverfall und Vertrauensverlust, was wirtschaftlich einer Pleite des ganzen Staatsgebildes gleichkommt auch wenn rein formal kein Zahlungsausfall eintritt. In der Realität wird dann eine externe Währung genutzt bei Simbabwe war es z.B. USD. Die Weimarer Republik hat es auch mit Gelddrucken probiert ebenso wie Ungarn nach dem Krieg. Ist im Ergebnis eine Strategie die nicht funktioniert.
Tach. :D
Der von Dir zitierte Spruch stammt von einer politischen Grünmenschin und wurde vor längerer Zeit in einem anderen Faden mit Kopfschütteln bedacht.
Mir geht es zunächst um den Geschmack. Er schmeckt nach Beruhigungspille. "Haltet die Füße still, es kann nichts passieren".
Inhaltlich ist das natürlich Quatsch. Das richtige Wort für diverse umgangssprachliche Ausdrücke wie z.B. "Pleite" ist "Konkurs". Davon gibt es 2 Arten: 1) Zahlungsunfähigkeit, 2. Überschuldung (bei gegebener Zahlungsfähigkeit). Überschuldung liegt praktisch vor, wenn die Darlehenssicherheit nicht mehr gegeben ist, die Schulden das Eigenkapital übersteigen. Der Begriff der Konkurses ist für Unternehmen definiert und kann auf eine Notenbank nicht angewendet werden. Ansonsten hätte die Politikerin fetstellen müssen, dass die Notenbank nach der Definition längst pleite war. Mit hohen Verbindlichkeiten bei fast 0 Eigenkapital wäre sie nunmal pleite. Sie war es aber nicht und ist es auch heute nicht. Also ist das ganze Quatsch, eine Beruhigungspille, die jede Verschuldungsorgie im voraus als "überwiegend harmlos" (D. Adams) erscheinen lassen soll.
Die Notenbank kann beliebig viel Geld drucken. Stimmt das so? - Sie kann nur soviel Geld "drucken", wie sie Aktiva erhält, mehr nicht. Neue und sehr tiefgehende Studien zu Hyperinflationen haben gezeigt, dass die sogenannte "Geldmenge" nicht wirklich der Auslöser sei. Vielmehr sei die Qualität der Aktiva, die eh nur aus Schuldscheinen bestehen, enscheidend. Damit wären wir bei einer unangenehmen, weil schwer einschätztbaren Größe, nämlich dem Vertrauen. Die uneingeschränkte Zahlungsfähigkei ist, das zeigst Du auch schön deutlich, nur nominal zu verstehen.
Wenn mal das Papier knapp wird, druckt man eben mehr Nullen drauf, bis ein Grüngeist darauf kommt, mit Neunern könne man Papier sparen und die Umwelt schonen. Ein Blauer empfiehlt dann die exponentielle Schreibweise.
Im Vorfeld werden Einnahmequellen wegbrechen. Die Heile-Welt-Vorstellung, die vom Staat an die Notenbank gezahlten Zinsen flössen als Gewinnausschüttung an den Staat zurück, wird sich als Quatsch herausstellen..
Hier wäre ein "Alerta, Alerta!" schon angebracht. Nicht mehr! Aber auch nicht weniger.
Wachsamkeit ist nicht Angst. Kinder zur Umsicht im Straßenverkehr zu erziehen, ist nicht Angstmache.

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Sapnovela
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ISO20022 hat geschrieben: 19.02.2026, 12:26 Ich bin gleich über die Einlagensicherung und den Einlagensicherungsfond gestolpert, in dem vorigen Link von Deichgraf smilie_01.

Dazu ein Zitat von folgender Seite: https://www.tagesgeldvergleich.net/stat ... lagen.html

Deckungsquoten der Einlagen in der Euro-Zone 2024

Von diesem Ziel sind viele EU-Länder derzeit noch ein gutes Stück entfernt. In Deutschland betrugen die über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH abgesicherten Einlagen 2024 832,316 Milliarden Euro. Die verfügbaren Rücklagen beliefen sich auf rund 6,376 Milliarden Euro. Das entspricht einer Deckungsquote von 0,77 Prozent. Immerhin stieg sie in den letzten Jahren von 0,24 Prozent deutlich an.

Wir sind absolut sicher bei systemischen Problemen smilie_06 smilie_10
Dann wird man statt Giralgeldsparer eben Eigenkapitalgeber der Bank. Bail-in trotz Einlagensicherungsfond. Das muss sein wegen Solidarität und so... hab ich gehört. smilie_02

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Sapnovela
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Deichgraf hat geschrieben: 20.02.2026, 13:00 Im Vorfeld werden Einnahmequellen wegbrechen. Die Heile-Welt-Vorstellung, die vom Staat an die Notenbank gezahlten Zinsen flössen als Gewinnausschüttung an den Staat zurück, wird sich als Quatsch herausstellen..
Hier wäre ein "Alerta, Alerta!" schon angebracht. Nicht mehr! Aber auch nicht weniger.
Wachsamkeit ist nicht Angst. Kinder zur Umsicht im Straßenverkehr zu erziehen, ist nicht Angstmache.
Das ist genau der Punkt. Die Menschen mit ökonomischem Sachverstand werden sich nicht wie die breite Masse zur finanziellen Schlachtbank führen lassen. Aber die Tik-Tok-Fraktion unter den Wählern begreift das nicht, ist denen auch egal. 12% p.a. auf Vermögen über 1 Mrd fordert die Ex-SED Linkspartei. Aus voll versteuertem Geld wohlgemerkt. Klar, dass die Unternehmen der Milliardäre solche Geldmengen jederzeit und dauerhaft ohne Probleme ausspucken können.

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slts
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IrresDing hat geschrieben: 18.02.2026, 21:15
Japan selbst hat nicht mal wirklich nennenswerte Auslansschulden...
...

Ein Sturm im Wasserglas, Angstmacherei.
Es stimmt alles was Du sagst. Die japanischen Auslandsschulden sind relativ gering.

Im japanischen Privatvermögen steckt allerdings auch sehr viel Auslandsvermögen/Investition in Form von Aktien oder Anleihen, zumeist aus den USA. Das geschlossene System ist ein rein theoretisches Konstrukt. Eine Saldierung der Vermögen und Schulden innerhalb eines global agierenden Landes ist makroökonomisch wenig aussagekräftig.

Ob und wie weit Japan nun ökonomisch gesund ist würde ich nicht einschätzen, aber da sie Teil des Dollarsystems sind werden sie wohl irgendwo in der Kohorte mitlaufen. Panik halte auch ich für nicht angebracht oder hilfreich. Die grundsätzliche Vorbereitung auf Währungsverfall aber durchaus.

Und ich bleibe dabei: Ich persönlich erlebe immer mehr Kapitalkontrollen, zumeist getarnt als Schutz vor Terror oder Kindesmissbrauch. Und diese Kontrollen werden weiter zunehmen und immer übergriffiger.

Aber nicht weil Terror oder Kindesmissbrauch zunehmen. Sondern weil das System / die Staaten immer mehr Steuereinnahmen brauchen um Ihre (unsere) Schulden zu finanzieren. Party isch over.

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Deichgraf
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Sapnovela hat geschrieben: 19.02.2026, 21:48
Hier wird gemischt, was man besser nicht mischen sollte.

Das Vermögen der Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Immobilien, dazu kommen Edelmetalle, Aktien / ETFs und Giralgeld / Bargeld. Die wenigsten halten Anleihen von Staaten / Unternehmen wie in Deiner obigen Gleichung. Diese Gleichung kennt jeder der ausreichend lange Flassbeck hat ertragen müssen. So ist die Gleichung zwar sachlich richtig, aber in diesem Zusammenhang irrelevant. Dazu gilt die Wegzugsbesteuerung nicht etwa bei Staatsanleihen oder Giralgeld sondern nur bei Unternehmensanteilen die von Privatpersonen gehalten werden.
Übrigens: Die Gleichung ist falsch. :D

Es hilft auch nicht, sie auf die offene Volkswirtschaft zu erweitern. "Der Saldo der volkwirtschaftlichen Gesamtrechnung ist null" heißt es in der Fachliteratur. Die Unternehmen werden dort in nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften und finanzielle Kapitalgesellschaften unterteilt, dann noch das Konto Ausland (enthält TARGET) drangepappt, und fertig ist der Quatsch mit 5 Konten. Die Gleichung bleibt falsch.
Nehmen wir mal an, es sei nur das Geldvermögen (positiv oder negativ) gemeint, um Deiner Kritik zu entkommen. - Was dann auf den ersten Blick sooo schlecht nicht aussieht ... ist und bleibt falsch.
Man sollte diesen Quatsch beerdigen. :mrgreen:

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ZeroBond
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Der große Crash wegen des Golf-Krieges ist wohl ausgeblieben. Egal was auf reddit oder YouTube von irgendwelchen Deppen gepostet wird, die Realität ist, dass der Iran nicht mehr kann.
Bestes Beispiel: Emirates und Etihad fliegen schon wieder, es dauert aber wohl noch bis die Kapazitäten wieder zu 100% genutzt werden, aktuell ist es nur 25%.
https://www.tagesschau.de/newsticker/li ... llschaften

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gullaldr
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Hm, was meinst Du mit "nicht mehr kann"? Es ist doch von vornherein klar, das kein Land der Erde, das nicht über Atombomben verfügt, hinsichtlich der Lufthoheit gegen die USA als stärkste Militärmacht der Erde "ankommen" kann. Ich weiß nicht, wer anderes behauptet hat. Und die USA haben mehrere Jahresproduktionen an Raketen abgeschossen, deutlich mehr als im Irakkrieg. D.h. die Arsenale der USA sind bald leer, die Gewinne der Rüstungsfirmen über viele Jahre gesichert. Mit langfristigen Folgen für den US-Staatshaushalt. Strategisch setzen die USA und Israel wohl auf den inneren Zerfall des Iran. Ergo einen weiteren Bürgerkrieg, bei dem u.a. die Kurden mal wieder eine aktive Rolle als das ewige Kanonenfutter spielen sollen (um vermutlich, wie stets, am Ende wieder von ihren Freunden fallen gelassen zu werden; sie scheinen das Spiel aber nie zu verstehen). Ergo einen "Sieg von selbst" a la Libyen oder Syrien. Denn mit eigenen Bodentruppen werden sie wohl nicht in den Iran einmarschieren. Das würde unkalkulierbare Risiken und Kosten beinhalten. Mehr kann ich dazu aber auch nicht sagen, denn ich bin kein Militärexperte. Und - wie in jedem Krieg - bekommt man als Medienkonsument auch viel Kriegspropaganda geliefert.
Wo Du natürlich Recht hast, ist, dass ein großer Aktiencrash bislang ausgeblieben ist. Die Kurse haben nachgegeben, aber das ist großenteils moderat. Weniger moderat ist der Anstieg der Benzinpreise. Und das wird Folgen für die Verbraucherpreise haben, da ja u.a. die Herstellung von Verpackungen oder der Warentransport auch teurer werden. Also, die Folgen kommen mit Verzögerung.

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