Zukunft der Währungen...eine Spekulation

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 14.03.2011, 16:18

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Ladon
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Über die Wirksamkeit des Leitzinses zur Geldmengensteuerung wird viel gestritten.
Das mal zum einen.

Zum anderen: Man darf nicht unbedingt "Zentralbankgeld" mit dem Geld verwechseln, das die Geschäftsbanken ausgeben. Die Kredite der Zentralbank sind minimal im Vergleich zu der Summe der Kredite/Darlehen (lassen wir diese Unterscheidung mal beiseite) welche die Geschäftsbanken an die Kunden vergeben!

Letzten Endes bremst der angehobene Leitzins ja nur die Kreditaufnahme der Geschäftsbanken bei der Zentralbank. Dort haben die Geschäftsbanken "Konten" - ganz ähnlich wie unsere Girokonten. Aber dieses Konten haben keinen Berührungspunkt mit dem Geld in der Realwirtschaft. Sie sind, etwas vereinfacht gesagt, die "Mindestreserve" und insofern "gedeckt", als die Zentralbank die Auszahlung von Bargeld dafür an die Banken garantiert. Zwischen den Zentralbankkonten der Banken und Konten bei den Banken existiert aber so eine Art "Blut-Hirn-Schranke". Da geht nichts durch.

Allerdings müssen alle (saldiert natürlich, sonst würde es nicht funktionieren) Geld-Bewegungen auf Bankkonten ihren Widerhall auf den Zentralbankkonten finden. Und wenn Banken ihre Kreditvergabe nicht am offenen Markt abdecken können, sind sie gezwungen, ihren "Dispo" bei der Zentralbank zu erhöhen. Das versuchen sie natürlich zu vermeiden, wenn dort die Zinsen steigen. Dann setzen sie ihre eigenen Ansprüche an die Kreditnachfrager hoch ... und am Ende entsteht eben "weniger" Geld.
Soweit die Theorie.

Meines Wissens nach ist die große Unbekannte an der ganzen rechnung, dass niemand so genau weiß wieviel "Geld" eigentlich "im Fluss" ist und ob neues Geld überhaupt "in Fluss" kommt oder gehortet wird (das ist nicht unerheblich!), bzw. in der Sphäre des sogenannten Finanzmarktes verschwindet, wo es ein eigentümliches Eigenleben entwickelt, das sich längst dem Zugriff der Zentralbanken entzogen hat.

Die Leitzinsänderung und ihr Einfluss auf die Geldmenge stellt aber so eine Art Dogma des Systems dar ...
Komischerweise, wenn man es "naiv" (und daher vielleicht nicht "dumm" ...) sieht: Denn, entweder die Geschäftsbanken können selber Geld schöpfen (die eine Theorie), dann ist doch der Zinsatz zu dem sie sich ihrer Mindestreserve versichern müssen doch egal. Oder sie können eben nicht Geld schöpfen, sondern nur vorhandene Einlagen verleihen - dann spielt ausschließlich der Habenzins, den die Geschäftsbanken gewähren, bzw. die Menge dieser Einlagen, eine Rolle.

Naja ... hm ... wie so oft ... es gibt bei diesem Thema keine einfachen Erklärungen.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 14.03.2011, 20:35

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thEMa
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Ladon hat geschrieben:Allerdings müssen alle (saldiert natürlich, sonst würde es nicht funktionieren) Geld-Bewegungen auf Bankkonten ihren Widerhall auf den Zentralbankkonten finden.
Ist das der Fall? Müssen die Banken nicht nur ggf. die Mindestreserve refinanzieren? Hierzu habe ich allerdings auch widersprüchliche Angaben (von 2 befreudeten Bankangestellten).

Du schreibst ja auch, dass die Steuerungswirkung des Leitzinses auf die Geldmengensteuerung umstritten ist. Wenn sie vorhanden ist, so offenbart sich mir der Wirkungsmechanismus nicht so recht.
Nur, wodurch zeichnet sich die "stabile" Geldpolitik einer Zentralbank sonst noch aus? Wo sind die Stellschrauben die die Deutsche Bundesbank in der Vergangenheit anders gedreht hat als beispielsweise die Italienische Zentralbank?
Ceterum censeo anatocismum esse delendum

Der Zins, sie zu knechten, sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.

Beitrag 15.03.2011, 06:26

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Ladon
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thEMa hat geschrieben:
Ladon hat geschrieben:Allerdings müssen alle (saldiert natürlich, sonst würde es nicht funktionieren) Geld-Bewegungen auf Bankkonten ihren Widerhall auf den Zentralbankkonten finden.
Ist das der Fall? Müssen die Banken nicht nur ggf. die Mindestreserve refinanzieren? Hierzu habe ich allerdings auch widersprüchliche Angaben (von 2 befreudeten Bankangestellten).

Du schreibst ja auch, dass die Steuerungswirkung des Leitzinses auf die Geldmengensteuerung umstritten ist. Wenn sie vorhanden ist, so offenbart sich mir der Wirkungsmechanismus nicht so recht.
Nur, wodurch zeichnet sich die "stabile" Geldpolitik einer Zentralbank sonst noch aus? Wo sind die Stellschrauben die die Deutsche Bundesbank in der Vergangenheit anders gedreht hat als beispielsweise die Italienische Zentralbank?
Also - um es mal so auszudrücken - nach allen mir vorliegenden Informationen (ich habe es sicher beim Creutz und beim Senf und ich meine auch noch in weiteren (Fach-)Büchern gelesen) muss eine Buchung auf Girokonten (wenn also M1-Geld verschoben wird) auch eine Buchung auf den Zentralbankkonten der beteiligten Banken auslösen.
"Saldiert" soll heißen ... machen wir kurz ein Beispiel:
100,- von A nach B
80,- von B nach A
würde bedeuten 20,- müssen von dem Zentralbankkonto der Bank A zu dem von Bank B transferiert werden. Würde dadurch die Mindestreserve von Bank A zu gering werden, muss das refinanziert werden.

Das schreibt die Buba selbst zu ihren Möglichkeiten:
Maßnahmen der Notenbank, die darauf gerichtet sind, die (meist gesetzlich) vorgegebenen Ziele (im Falle des Eurosystems die Preisstabilität) zu erreichen. Dazu setzt sie so genannte geldpolitische Instrumente ein, mit denen sie die Zinskonditionen und Knappheitsverhältnisse am Geldmarkt steuert. Bei den geldpolitischen Instrumenten unterscheidet man im Wesentlichen zwischen der Refinanzierungs-, Offenmarkt- und Mindestreservepolitik.

Meines Wissens arbeiten die Zentralbanken zumindest der westlichen Industrienationen alle mehr oder weniger nach ähnlichen Methoden. Aber hier gelange ich an die Grenzen dessen, was ich "aus dem Ärmel schütteln" kann.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 20.03.2011, 23:01

Mike-999
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Hallo

Ich dachte mir dieser Beitrag den ich soeben gefunden habe passt hier ganz
gut rein in punkto Zukunftsspekulation der Währungen .. smilie_22

http://www.goldreporter.de/us-staatsanw ... gold/7225/

Gruß

Mike
Dont eat the yellow snow, right there where the Huskys go...
``es ist nicht alles Gold was Glänzt``

Beitrag 21.03.2011, 09:06

Goldmade
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HUA! Ich schätze, diese Libertys werden verdammt gefragte Sammlermünzen werden... :twisted:

Beitrag 24.03.2011, 15:49

leo
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Habe dies gerade bei Spiegel-Online gelesen...

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 86,00.html

Ob dass Schule macht?

Beitrag 24.03.2011, 20:16

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HerrHansen
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Wohnort: Schleswig-Holstein
Wirtschaftsweiser fürchtet Spekulationen gegen Deutschland:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 97,00.html
bisher >40 erfolgreich abgeschlossene Transaktionen

Beitrag 25.03.2011, 10:58

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Geddy
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Wurde Dieser Artikel hier schon mal diskutiert ?

http://www.alpenparlament.com/beitraege ... m-druecker

Da meine Finanz- und Wirtschaftstechnischen Kenntnisse eher bescheiden sind, würden mich Eure Meinungen zu dieser gewagten These mal interessieren.
Überheblichkeit und Unterwürfigkeit gedeihen dicht beieinander.
Sie nähren sich von der Charakterlosigkeit und blühen abwechselnd - je nachdem, wer vorüberkommt.
~ Erich Limpach ~

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