Crash Time?

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 22.07.2019, 14:46

saho111
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 141
Registriert: 13.06.2017, 20:53
Austin Powers hat geschrieben:
22.07.2019, 14:38
saho111 hat geschrieben:
22.07.2019, 12:47
Mir braucht keiner was zu erzählen habe fast mein ganzes Leben in dem Bereich gearbeitet.
Ah, ein Experte, sehr schön.

Ja, es ist schon interessant, dass alle Marktteilnehmer sich so untersichern und das Risiko selbst tragen wollen. Die Clearingpflicht wird natürlich nichts daran ändern.
Da fällt mir noch was ein, es muss noch unterschieden werden zwischen Finanz-/ und Kreditderivaten. Für Kreditderivate (Versicherung gegen Ausfallrisiken) z.B. CDS gibt es m. W. keine Barsicherheiten. Im Übrigen bin ich seit 4 Jahren raus aus dem Geschäft.

Beitrag 22.07.2019, 15:37

Austin Powers
2 Unzen Mitglied
Beiträge: 37
Registriert: 16.04.2016, 00:07
Wohnort: München
saho111 hat geschrieben:
22.07.2019, 14:46
Da fällt mir noch was ein, es muss noch unterschieden werden zwischen Finanz-/ und Kreditderivaten. Für Kreditderivate (Versicherung gegen Ausfallrisiken) z.B. CDS gibt es m. W. keine Barsicherheiten. Im Übrigen bin ich seit 4 Jahren raus aus dem Geschäft.
Auch CDS und Optionen auf CDS sind im Collateralprozess. Du wirst heute keinen Broker mehr finden, der unbesichert mit Dir handeln wird bzw. handeln darf. Wir würden auch keinem Unbekannten am Hauptbahnhof 1200 EUR in die Hand drücken, damit er uns einen Krügerrand in 20 Minuten bringen wird - Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Die Dt. Bank verdient ihr Geld auch im Derivatehandel und wird versuchen, Risiken nach Möglichkeiten zu vermeiden. Das Thema ist zugegebenermaßen komplex, belassen wir es gerne dabei.
Meine Bewertungen: http://www.gold.de/forum/austin-powers-t9994.html

Beitrag 22.07.2019, 15:51

Benutzeravatar
goldmoney
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 317
Registriert: 02.02.2018, 11:16
Wohnort: Deutschland
Die Derivate sind ein großes aber zweitrangiges Problem. Die Stimmung in der Branche ist mies. Nicht nur die DB baut ab und restrukturiert. Selbst Volksbanken und Sparkassen reduzieren das Personal bzw versuchen sogar ältere Mitarbeiter ab 50, also rund 15 Jahre vor der Rente!, heraus zu bewegen.

Die Sachbearbeiter sind überflüssig, da längst durch Software ersetzt. Bisher hatten die guten Margen (bei normalen Zinssätzen) sie noch geschont. Somit wird die Arbeitslosigkeit m.E. der Auslöser werden. Die Nachfrage nach Konsumgüter wird zusammenbrechen, während Mieten und Lebenshaltungskosten weiter steigen. Das wird eine Spirale nach unten im Konsumgütersektor auslösen. Dies wiederum führt zur Auflösung von Rücklagen um zu überleben, aber nicht um Gadgets zu kaufen. Die Steuereinnahmen brechen ein. Warum denkt Ihr, wird die CO2 Steuer diskutiert? Transport, Heizen, Stromnutzung sind unvermeidbar. Da macht der Staat natürlich eine Milchmädchenrechnung auf, aber die Richtung ist klar. Entscheidend wird sein, was die Sparer mit Ihrem Geld machen. Also wohin sie fliehen werden. Immobilien sind es bereits. Vielmehr bleibt nicht übrig, da Aktien hierzulande eher keine Rolle spielen. Bei sinkenden Realumsätze werden die Aktiengesellschaften es schwer haben.

Der Staat wird versuchen alles zu versteuern und somit das Problem beschleunigen. Seine Ausgaben werden weiter steigen, die Verschuldung auch. Gibt es irgendwann eine massive Fluch ins Gold oder Fremdwährungen, sorgen erst die Wechselkurse für höhere Exporte, WENN sie nicht vom Ausland konterkariert werden. Was das für Rentner bedeutet, muss jedem klar sein. Natürliche Lebenserwartungsreduktion. Südländischen Verhältnisse.
Wenn das kein Crash ist....
"The gold standard is the only method we have yet found to place a discipline on government, and government will behave reasonably only if it is forced to do so"
Friedrich August von Hayek

Beitrag 22.07.2019, 16:44

Austin Powers
2 Unzen Mitglied
Beiträge: 37
Registriert: 16.04.2016, 00:07
Wohnort: München
goldmoney hat geschrieben:
22.07.2019, 15:51
Die Sachbearbeiter sind überflüssig, da längst durch Software ersetzt.
Ein guter Punkt, und es gibt viele andere Beispiele: Briefmarken soll man am Automaten und nicht am Schalter kaufen, die Bestellung bei MC Donalds gibt man am Terminal ein und nicht an der Kasse, im Zug entwerte ich meinen Fahrschein sitzplatzgenau per App statt einen Zettel dem Schaffner zu zeigen, das Taxi kommt per App statt über die Zentrale telefonisch angefragt, ich scanne meine Einkäufe im Supermarkt selber und zahle per Karte etc.pp. Gleichzeitig soll steuerlich alles herausgepresst werden, was möglich ist. Steuern auf die Rente, auf Finanzgeschäfte (-> private Vorsorge auf Fondsbasis für die Rentenzeit wurde ja immer gefordert), auf Energie in allen Formen (Strom, Benzin), auf CO2 - fehlt eigentlich nur noch eine Sterbeumlage, da dem Staat ein Steuerzahler verloren geht. smilie_06
Meine Bewertungen: http://www.gold.de/forum/austin-powers-t9994.html

Beitrag 22.07.2019, 16:56

Benutzeravatar
VfL Bochum 1848
Gold-Guru
Beiträge: 3223
Registriert: 31.01.2015, 11:29
Wohnort: NRW
Erdoberflächennutzungssteuer wäre auch noch ne Idee smilie_02 .
VfL Bochum? -Find ich gut!

Beitrag 22.07.2019, 17:26

saho111
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 141
Registriert: 13.06.2017, 20:53
Austin Powers hat geschrieben:
22.07.2019, 15:37

Auch CDS und Optionen auf CDS sind im Collateralprozess. Du wirst heute keinen Broker mehr finden, der unbesichert mit Dir handeln wird bzw. handeln darf. Wir würden auch keinem Unbekannten am Hauptbahnhof 1200 EUR in die Hand drücken, damit er uns einen Krügerrand in 20 Minuten bringen wird - Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Die Dt. Bank verdient ihr Geld auch im Derivatehandel und wird versuchen, Risiken nach Möglichkeiten zu vermeiden. Das Thema ist zugegebenermaßen komplex, belassen wir es gerne dabei.
Dafür gibt es Kreditlinien und Obligen unter Banken. Das System basiert auf Vertrauen. Bisher ist das Volumen eher aufgebaut als abgebaut worden. Und Sicherheiten sind meistens nur Scheinsicherheiten. Wenn alles sicher wäre gebe es auch keine Krisen.

Beitrag 22.07.2019, 18:47

saho111
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 141
Registriert: 13.06.2017, 20:53
Auch sollte man sich im klaren sein, welch ein Hebel in den Derivaten steckt. Die Marktwerte können bei sich schnell ändernden Märkten vom positiven ins negative kippen und umgekehrt. Da hat man z.B. ein Volumen von 100 Mio und der MW kann nahe null sein. Ein paar Tage später wenn irgendwelche Ereignisse eintreten kann der MW theoretisch dem Nennwert von 100 Mio entsprechen z. B. bei einer Ausfallversicherung (CDS).

Aber zur Erinnerung, allein die DB hat 46 Billionen.

Mich erinnert das alles mehr an Hütchenspielereien.

Beitrag 22.07.2019, 19:19

Herebordus
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 419
Registriert: 12.02.2016, 13:38
"Immobilienblase sondergleichen" – Experte entsetzt über IWF-Vorschlag

https://www.focus.de/finanzen/boerse/in ... 47718.html


------------------------------------------------------------------------------
10% Strafzinsen für Vermögen?

Beitrag 22.07.2019, 19:32

Benutzeravatar
lifesgood
Gold-Guru
Beiträge: 2485
Registriert: 07.10.2012, 10:27
Wohnort: zwei
Die Versuche, dem System noch ein paar Jahre zu verschaffen, nehmen immer abstrusere Formen an.

Aber weiter steigende Immobilienpreise ziehen auch weiter steigende Mietpreise nach sich und es wird für immer mehr Menschen schwierig, sich Wohnraum noch leisten zu können. Die müssen dann am Konsum sparen.

lifesgood

Beitrag 22.07.2019, 19:33

saho111
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 141
Registriert: 13.06.2017, 20:53
Herebordus hat geschrieben:
22.07.2019, 19:19
"Immobilienblase sondergleichen" – Experte entsetzt über IWF-Vorschlag

https://www.focus.de/finanzen/boerse/in ... 47718.html


------------------------------------------------------------------------------
10% Strafzinsen für Vermögen?
Das zeigt doch wie krank das System aktuell ist. Endgame !

Beitrag 22.07.2019, 19:59

Benutzeravatar
Kursprophet
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 498
Registriert: 17.12.2010, 13:08
Für mich sind solche Irren Vorschläge klare Vorzeichen dafür
das Markus Krall schon sehr genau weiss wovon er spricht

Verzweifelung und Ratlosigkeit ruft irre Ideen hervor
obwohl klar ist das das Kind längst in den Brunnen gefallen ist


Thx für den Link Herebordus smilie_01

Ich bekomme auch zunehmend Irre Ideen
und fange doch tatsächlich wieder vermehrt an mein Vorratsregal aufzufüllen .

Wie irre ist das denn ? :lol:

Beitrag 23.07.2019, 08:54

saho111
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 141
Registriert: 13.06.2017, 20:53
Der neueste Vorschlag von BlackRock an die EZB:

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Blackroc ... 58826.html

Solange bis alle Märkte kontrolliert/manipuliert sind. Finanzmarkt-Krisen soll es dann keine mehr geben. Da bin ich mal gespannt.

Beitrag 23.07.2019, 08:57

saho111
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 141
Registriert: 13.06.2017, 20:53
Kursprophet hat geschrieben:
22.07.2019, 19:59
Für mich sind solche Irren Vorschläge klare Vorzeichen dafür
das Markus Krall schon sehr genau weiss wovon er spricht
Herr Krall ist ein großer Fachmann, keine Frage, nur Prognosen mit Begründung zu machen ist nicht ganz so einfach. Das werden wir dann Ende nächsten Jahres sehen.

Beitrag 23.07.2019, 09:46

Benutzeravatar
goldmoney
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 317
Registriert: 02.02.2018, 11:16
Wohnort: Deutschland
Die Experten (Focus Artikel) scheinen zu übersehen, dass sie von genau diesem System enorm profitiert haben und der Vorschlag der zwei Ökonomen sich exakt innerhalb der keynesianischen Logik bewegt.

Sie besagt nämlich, dass durch Kreditschöpfung die inhärente Nachfragelücke der Marktwirtschaft ausgeglichen werden muss. Das ist das wahre Ziel des Keynesianismus. Die sogenannte Ausweitung der Geldmenge nur innerhalb der wachsenden Wirtschaft (Inflationsziel) wahr nur das Etikett mit dem der Keynesianismus der Bevölkerung, die Angst vor Inflation (Vermögensverlust) hatte, verkauft wurde.

Zwar mag diese Tatsache in Zeiten einigermaßen normaler Zinsen bzw am Anfang des Systems wenn die Wirtschaftssubjekte nicht verschuldet waren, bzw die Kriege immer wieder zu einer Vermögensversicherung geführt haben, nicht sichtbar gewesen sein. Doch heute haben wir eine enorme Nachfragelücke, nicht bei Investitionsgüter sondern vielmehr bei Konsumgüter, weil der Staat eben keine Autos kauft und sich fast völlig aus dem Wirtschaftskreislauf zurückgezogen hat (Sozialwohnungen, staatliche Unternehmen, etc) und so eine Realrendite nicht mehr erwirtschaftet werden kann. Die Rendite in einer Volkswirtschaft kommt nämlich nicht nicht von der Bank, sondern von der Gewinnerzielung privater Unternehmen. Diese können ohne Umsatz aber nicht generiert werden.

Warum sich also wundern, wenn die Keynesianer sich selbst treu bleiben und sagen, es reicht die 0% Zinspolitik nicht, starke Negativzinsen müssen her?! Als Banker sollte man das System besser kennen. Offenbar glauben manche Banker, (nur) sie können echte Werte durch Geldschöpfung produzieren. Die Negativzinspolitik ist also eine logische Konsequenz und gleichzeitige Umverteilung genau an jene die sich im System Konsum nicht mehr leisten können. Nein, nicht um ihnen unter die Arme zu greifen, sondern um die Gewinne zu generieren.

Letztendlich hat der Kapitalismus eben den von Keynes genannte Problem nicht überwunden. Und wenn ich den Keynesianismus kritisiere, dann nicht weil es das Problem lösen möchte, sondern weil mit Fiatmoney das Problem eben doch nicht gelöst werden kann sondern eher noch verschärft wird. Denn die Klugen Vermögenden sind doch längst raus aus dem Geld und haben alles aufgekauft. Dieser verzweifelte Versuch der zwei Ökonomen wäre ein Tropfen auf dem heißen Stein. Denn selbst ein dadurch ausgelöste Wachstum von 6% kann die Wage nicht mehr in Gleichgewicht bringen. Vorher werden die Vermögenden ihr Geldsystem selbst zum Kippen bringen (Libra lässt grüßen). Jetzt wo sie doch alles akkumuliert haben, werden sie nicht zusehen, wie das Volk durch billige Kredite (mit Negativzins also geschenktem Geld) neue Vermögen aufbauen bzw ihnen ihre eigenen streitig machen, in dem Wettbewerb entsteht. Auf einmal warnen sie vor Inflation? Das sind aber die billigen Experten von einer Landesbank, die wieder mal nicht gecheckt haben, dass das Spiel anders läuft.
Blackrock rät der EZB zum Aktienkauf, gerade in Europa! Man weiß doch, dass der DAX überwiegend Auslädern gehört smilie_02

Selbst Keynes war nur eine Galionsfigur, dass vom wahren Ziel des Fiatmoneysystems ablenken sollte. Die vollständige Vermögensakkumulation der Superreichen. Wir sind in der Endphase.

Wenn ein Normalbürger 20 Nettojahreseinkommen (ohne Zinsen) braucht um in einer Großstadt eine ETW zu kaufen, sind wir verhältnismäßig im Mittelalter angekommen. Da wahren die Vermögen ähnlich verteilt.

Folgt Draghi beiden Tips, werde Boden und Rohstoffe explodieren, wenn die Großen mit dem Cash einkaufen gehen, was noch übrig geblieben ist. Dann braucht Ottonormal 100 Jahre um ein Haus zu kaufen.

Natürlich trifft das auch wieder die Sparer, wen den sonst? Aber jetzt als Hüter deren Interessen aufzutreten, just wenn die Margen flöten gehen, ist ein wenig unglaubwürdig. Wir werden bald ein neues Geldsystem bekommen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Also gilt es heute mehr den je, Vermögen herüber zu schaffen.

Meine Strategie sind Immobilien und EM. Solange es funktioniert, mit billigem Geld die Immos abzahlen und mit ausreichend EM hedgen. Sie können sowohl in der Deflation als auch in der Inflation als auch um ggf Zwangshypotheken (oder hohe Grundsteuern) für eine gewisse Zeit zu bedienen, eingesetzt werden. Denn nach jedem Umbruch muss die Wirtschaft stabilisiert werden, sonst gibt es Fackel und Heugabel auf dem Marktplatz. Sollte dieses Szenario eintreten, das sicher in eine Diktatur münden würde, kann man damit woanders neu anfangen. Zumindest ist man in einer besseren Position als die Masse.

Krall beschreibt also perfekt was schief gelaufen ist und was folgt, geht aber wie viele andere Liberalen und Libertären nicht auf das von Keynes beschriebene Problem ein. Dafür gibt es bisher keine offiziellen Lösungen.

Es gebe ein Paare sehr einfache Lösungen. Produktion völlig privatisieren und liberalisieren, Ressourcenausbeute und -Besteuerung durch den Staat, idealerweise als einzige Einnahmequelle.

Mit Ressourcen sind gemeint in erster Linie Boden, Wasser, Straßen, Schienen und alles was unter der Erde liegt.
Keine Einkommenssteuer, die ungerechteste Steuer überhaupt.
"The gold standard is the only method we have yet found to place a discipline on government, and government will behave reasonably only if it is forced to do so"
Friedrich August von Hayek

Beitrag 23.07.2019, 10:23

Benutzeravatar
Kursprophet
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 498
Registriert: 17.12.2010, 13:08
vielleicht auch nebenbei nochmal dran erinnern was vorallem hier in D. Grundsätzlich falsch läuft bei der großen Europolitik , vorallem der die seit Jahr und Tag vorranging aus Berlin maßgeblich gesteuert wird :lol:


---------------------
Deutsche sind die Ärmsten im Euroraum aktualisiert von 2013

https://www.faz.net/...m-12142944.html

--------------------
Hier nochmal genauer drauf eingegangen von 2017
EZB Studie: Die Deutschen sind die Ärmsten in Europa

https://www.youtube.com/watch?v=yYaFkjZFHiQ


------------------------
irgendwie muss ich bei all dem immer wieder an das hier denken und mich am Kopf kratzen :|
https://www.focus.de/politik/praxistipp ... 96710.html

Beitrag 23.07.2019, 10:36

Benutzeravatar
goldmoney
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 317
Registriert: 02.02.2018, 11:16
Wohnort: Deutschland
Kursprophet hat geschrieben:
23.07.2019, 10:23
vielleicht auch nebenbei nochmal dran erinnern was vorallem hier in D. Grundsätzlich falsch läuft ...
irgendwie muss ich bei all dem immer wieder an das hier denken und mich am Kopf kratzen :|


Hierbei muss man sich aber die Frage gefallen lassen, ob dieser Zustand vielleicht an der Mentalität der Deutschen liegt?

Kurzgesagt naiv, neidisch und deshalb folgsam bis in den Abgrund, ganz gleich ob er auf der linken oder rechten Seite liegt.
"The gold standard is the only method we have yet found to place a discipline on government, and government will behave reasonably only if it is forced to do so"
Friedrich August von Hayek

Beitrag 23.07.2019, 10:51

Benutzeravatar
Kursprophet
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 498
Registriert: 17.12.2010, 13:08
goldmoney hat geschrieben:
23.07.2019, 10:36
Kursprophet hat geschrieben:
23.07.2019, 10:23
vielleicht auch nebenbei nochmal dran erinnern was vorallem hier in D. Grundsätzlich falsch läuft ...
irgendwie muss ich bei all dem immer wieder an das hier denken und mich am Kopf kratzen :|


Hierbei muss man sich aber die Frage gefallen lassen, ob dieser Zustand vielleicht an der Mentalität der Deutschen liegt?

Kurzgesagt naiv, neidisch und deshalb folgsam bis in den Abgrund, ganz gleich ob er auf der linken oder rechten Seite liegt.
Hä ? Wat ? Wer ist er , wer soll er sein ? smilie_18

Sie , die Kandesbunzlerin ist eine Sie smilie_11

Beitrag 23.07.2019, 11:00

Austin Powers
2 Unzen Mitglied
Beiträge: 37
Registriert: 16.04.2016, 00:07
Wohnort: München
saho111 hat geschrieben:
22.07.2019, 18:47
Auch sollte man sich im klaren sein, welch ein Hebel in den Derivaten steckt.
Ich stimme Dir zu, mit kleinem Einsatz kann man ein großes Rad drehen. Allerdings - ist der Einsatz merklich reduziert (Stichwort maintanance margin bei börsengehandelten Derivaten), dann gibt es eine Nachschusspflicht oder die Position wird geschlossen. Bei OTCs ist das im Prinzip nicht anders. Kein Collateral kein Exposure. Keine Bank wird Deine wilden Trades auf eigenes Risiko finanzieren. Im Casino bekommst Du auch kein Geld von der Spielbank geschenkt sondern musst eigene Jetons einsetzen. Ist die Kohle weg musst Du den Platz für den nächsten Spieler freimachen.

Die meisten Marktteilnehmer setzen ohnehin nicht alles auf eine Karte (wie z. B. alles auf Rot im Casino), sondern verwenden Spread-Trades oder Hedging-Strategien, die das direkte Risiko merklich reduzieren. Wenn ich also für 100 Mio USD Öl per September kaufe und 100 Mio USD per Oktober verkaufe, dann bin ich nicht mit 200 Mio voll im Risiko sondern nur mit dem Kalenderspread.
saho111 hat geschrieben:
22.07.2019, 18:47
Da hat man z.B. ein Volumen von 100 Mio und der MW kann nahe null sein. Ein paar Tage später wenn irgendwelche Ereignisse eintreten kann der MW theoretisch dem Nennwert von 100 Mio entsprechen z. B. bei einer Ausfallversicherung (CDS).
Das ist so nicht korrekt. Wird ein Kreditereignis per Abstimmung durch die ISDA festgestellt, dann werden Broker/Dealer aufgefordert, Angebote für die betreffende Anleihe abzugeben. Dadurch ermittelt sich der Restwert, nur die Differenz zu par wird über einen Credit default swap ausgeglichen. Bei Sears Roebuck wurde der Wert auf 79.875 gelegt, d. h. bei einem CDS über 100 Mio betrug der Verlust ca. 20%, es bleiben also noch 80 Mio übrig:
http://www.creditfixings.com/CreditEven ... Acceptance
Bei anderen Emittenten ist der Wert allerdings geringer, 20-40% Restwert.

Man muss verstehen, wie Derivate funktionieren, bevor man sein Urteil fällt. Bei Zertifikaten oder Optionsscheinen tritt der Emittent auch nicht in die Gegenposition zu Deinem Trade ein sondern sichert sich entsprechend ab.

Einfaches Beispielt: BMW begibt eine Anleihe über 100 Mio EUR zu 2% Zinsen jährlich aus, Laufzeit 2 Jahre. Jetzt möchte man gerne von einem festen Kupon zu einem variablen Zins wechseln und schließt dafür einen Zins-Swap mit der Dt. Bank ab. Die Bank zahlt BMW 2% p.a. und bekommt dafür variable Zinsen. Für BMW wird aus einer festverzinslichen Anleihe ein Floater (BMW zahlt variabel an die Bank und bekommt 2% in Gegenzug. Diese 2 % reicht sie direkt an die Anleihegläubiger weiter). Um also 2 Mio Zinsen "umzudrehen" muss man ein Derivat über 100 Mio (=Emissionsvolumen der Anleihe) abschließen.

Der Derivatebereich ist nicht ohne Risiko, und es kann schnell ungemütlich werden. Für eine Zeitungsmeldung muss es aber recht dramatisch sein, sonst liest es keiner. Wer Derivate versteht kann solche Meldungen besser einordnen und ich hoffe, hier etwas weitergeholfen zu haben.
Meine Bewertungen: http://www.gold.de/forum/austin-powers-t9994.html

Beitrag 23.07.2019, 11:53

Benutzeravatar
goldmoney
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 317
Registriert: 02.02.2018, 11:16
Wohnort: Deutschland
Kursprophet hat geschrieben:
23.07.2019, 10:51
goldmoney hat geschrieben:
23.07.2019, 10:36
Kursprophet hat geschrieben:
23.07.2019, 10:23
vielleicht auch nebenbei nochmal dran erinnern was vorallem hier in D. Grundsätzlich falsch läuft ...
irgendwie muss ich bei all dem immer wieder an das hier denken und mich am Kopf kratzen :|


Hierbei muss man sich aber die Frage gefallen lassen, ob dieser Zustand vielleicht an der Mentalität der Deutschen liegt?

Kurzgesagt naiv, neidisch und deshalb folgsam bis in den Abgrund, ganz gleich ob er auf der linken oder rechten Seite liegt.
Hä ? Wat ? Wer ist er , wer soll er sein ? smilie_18

Sie , die Kandesbunzlerin ist eine Sie smilie_11
Hier bin ich vom Plural zum Singular gesprungen, aber nicht um die Sache zu relativieren :wink:
"The gold standard is the only method we have yet found to place a discipline on government, and government will behave reasonably only if it is forced to do so"
Friedrich August von Hayek

Beitrag 23.07.2019, 12:00

saho111
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 141
Registriert: 13.06.2017, 20:53
Austin Powers hat geschrieben:
23.07.2019, 11:00

Einfaches Beispielt: BMW begibt eine Anleihe über 100 Mio EUR zu 2% Zinsen jährlich aus, Laufzeit 2 Jahre. Jetzt möchte man gerne von einem festen Kupon zu einem variablen Zins wechseln und schließt dafür einen Zins-Swap mit der Dt. Bank ab. Die Bank zahlt BMW 2% p.a. und bekommt dafür variable Zinsen. Für BMW wird aus einer festverzinslichen Anleihe ein Floater (BMW zahlt variabel an die Bank und bekommt 2% in Gegenzug. Diese 2 % reicht sie direkt an die Anleihegläubiger weiter). Um also 2 Mio Zinsen "umzudrehen" muss man ein Derivat über 100 Mio (=Emissionsvolumen der Anleihe) abschließen.

Der Derivatebereich ist nicht ohne Risiko, und es kann schnell ungemütlich werden. Für eine Zeitungsmeldung muss es aber recht dramatisch sein, sonst liest es keiner. Wer Derivate versteht kann solche Meldungen besser einordnen und ich hoffe, hier etwas weitergeholfen zu haben.
Klar, der Restwert eines Kredites ist erst nach Liquidation des Kreditnehmer auf null.

Dein Beispiel vom BMW ist gut, da ist auch ein realer wirtschaftlicher Hintergrund. Das weltweite Derivatevolumen hat den aber nicht. Und wenn die Märkte irgendwann außer Kontrolle geraten, werden die margin calls gewaltig erhöht und es kommt zu Exekutionen. Dann ist der Flächenbrand nicht mehr weit.

Antworten