Euro-Rettungsschirm EFSF - 440 Milliarden Euro Life Stream

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 24.10.2011, 20:50

defiant2369
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goldjunge01 hat geschrieben:Europa bleiben gut 60 Stunden zur Rettung des Euro

http://www.welt.de/wirtschaft/article13 ... -Euro.html
Also wenn ich diese Gestallten auf dem Bild sehe, fällt mir nur eines ein:
Alle in einen Sack stecken und mit einem dicken Knüppel draufhauen. da trifft man keinen verkehrten.
Allerdings fehlen da noch der ein oder andere. :wink:

Beitrag 25.10.2011, 13:43

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Argentum13
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Hier kann man sich an einer Online-Aktion beteiligen, indem man einen vorgefertigten Protestbrief an MdB sendet:

http://www.abgeordneten-check.de/email/ ... um/69.html
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Beitrag 25.10.2011, 14:59

dneef
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Pinguin hat geschrieben:
k1 hat geschrieben: Dann muss es wohl an der drohung mr junkers liegen:
„ die Rettung des Euros ist billiger als ein Krieg“

Um mal eine Relation herzustellen: (Quelle www.sgipt.org/politspy/finanz/schuldp/dtreich.htm)
Im 1. Weltkrieg sind die Schulden des Deutschen Reiches von 1914 bis 1918 um um 150 Mrd. Mark gestiegen, im zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945 um 330 Mrd. RM.
440 Milliarden EURO auf einen (wahrscheinlich ja nur den ersten) Streich ist da schon eine ganz schöne Schlagzahl.

Beitrag 25.10.2011, 15:09

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Ladon
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Naja. Wenn es um "Relation herstellen" geht, sollte man folgendes nicht unterschlagen:
Eine als "Stabiilität" bezeichnete Geldentwertung von 2,5% p.a. bedingt eine Verdopplung der Preise in etwa alle 28 Jahren. Die 150 Mrd. 1918 entsprächen heute also 1.491 Mrd. (bzw. ca. 750 Mrd €), die 330 Mrd 1945 also 1.684 Mrd. (bzw. ca. 852 Mrd. €).

Und dann gehört dies auch dazu:
1. WK: ca. 10 Millionen Tote
2. WK: ca. 50 Millionen Tote
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Beitrag 25.10.2011, 15:33

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amabhuku
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Ladon hat geschrieben:Naja.
Und dann gehört dies auch dazu:
1. WK: ca. 10 Millionen Tote
2. WK: ca. 50 Millionen Tote
Na gut, dann aber auch das:
Eurozonenzeit (2001-2011): ca. 20 Millionen Tote*





*Europa ohne Russland / einschl. baltische Staaten, bei einer Sterberate von 5 pro 1000 und Jahr
:wink:

Beitrag 25.10.2011, 15:57

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Ladon
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Soll das jetzt witzig sein? smilie_18
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Beitrag 25.10.2011, 17:29

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amabhuku
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Ladon hat geschrieben:Soll das jetzt witzig sein? smilie_18
Nein, das war nur eine kurze Werbeunterbrechung im Auftrag der Bestattungsfirmen (tm).
smilie_06

Beitrag 25.10.2011, 17:40

dneef
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Ladon hat geschrieben:Naja. Wenn es um "Relation herstellen" geht, sollte man folgendes nicht unterschlagen:
Eine als "Stabiilität" bezeichnete Geldentwertung von 2,5% p.a. bedingt eine Verdopplung der Preise in etwa alle 28 Jahren. Die 150 Mrd. 1918 entsprächen heute also 1.491 Mrd. (bzw. ca. 750 Mrd €), die 330 Mrd 1945 also 1.684 Mrd. (bzw. ca. 852 Mrd. €).
Nun, das ist genau, was ich ausdrücken wollte:
1,491 Mrd. in 4 Jahren Krieg 1914-1918 (ca. 375 Mrd. pro Jahr)
1,684 Mrd. in 5 Jahren Krieg 1939-1945 (ca. 340 mrd. pro Jahr)
sind doch bescheidene Leistungen gegen 440 Mrd. in einem Jahr Frieden.

Beitrag 25.10.2011, 18:30

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Ladon
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smilie_08

Also alles was recht ist ... zuerst geht's darum, was ein Krieg kostet und dann plötzlich wird das "jährlich" berechnet - wobei noch niemand sagen kann in welchem Zeitraum die "Bürgschaften" locker gemacht werden müssten. Hier haben wir die Zahlen für einen Staat, da die Größe des gesamten Schirms, der trotz der Deutschlastigkeit ja auch von anderen getragen wird.
Mit solchen Rechnungen kann man sich auch die Inflationsrate schönrechnen, das sind ähnliche Methoden.

Da ich mich aber nicht mal zum Spaß zum Verteidiger des Euro-Rettungsschirms aufschwingen möchte (ich mag nur irreführende Zahlen oder zurechtgebogene Fakten in der Argumentation nicht), sag' ich da jetzt nichts mehr dazu.
Ich finde nur, dass es nicht nötig ist, auf solch "schwankendem Boden" gegen dieses "Rettungskonstrukt" zu argumentieren. Da gibt es doch wahrlich handfestere Argumente
... von dem geschmacklosen, grenzwertigen Zynismus anderer Posts ganz abgesehen.
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Beitrag 26.10.2011, 09:01

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amabhuku
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Ladon hat geschrieben: Ich finde nur, dass es nicht nötig ist, auf solch "schwankendem Boden" gegen dieses "Rettungskonstrukt" zu argumentieren. Da gibt es doch wahrlich handfestere Argumente
... von dem geschmacklosen, grenzwertigen Zynismus anderer Posts ganz abgesehen.
Gegen dieses "Rettungskonstrukt" lohnt sich eine Argumentation deshalb nicht, weil der Euro schon längst tot ist.
Das was hier stattfindet in "Gipfelkonferenzen" sind Rückzugsgefechte für das Wahlvolk.
Nur will keiner der Politniks der Erste sein, der es ausspricht.
Der verliert dann zuerst Apanagen und Dienstwagenprivileg.
Mag sein, das einige wirklich von denen stark an Realitätsverlust leiden und an ein Euro-Überleben glauben. Denen ist, wie anderen vergleichbaren Glaubensjüngern, leider nicht zu helfen.

Fakten als geschmacklos und grenzwertig einzustufen, hier die 20Mill. Toten Europas der letzten zehn Jahre, entbehrt nicht einer gewissen Abgehobenheit. Wohl dem Moderatorstatus geschuldet, der einen natürlich weit über den normalen Forenpöbel erhebt, verständlicherweise.
Ist mir hier im Forum schon mehrfach aufgefallen.

Beitrag 26.10.2011, 09:15

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Ladon
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Private Aussage: Au weia. smilie_11

Moderatorenaussage: Mäßigung in der Wortwahl bitte!
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Beitrag 26.10.2011, 09:30

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Argentum13
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Also: Man muss nicht unbedingt immer mit Ladons Standpunkt übereinstimmen, aber seine Darstellungsweise ist immer sachlich und erfreulich unaufgeregt, dazu ausgesprochen kenntnisreich. Habe schon oft von seinem Hintergrundwissen und seiner akribischen Recherche profitiert. Wen es natürlich stört, dass jemand seine Meinung mit Fakten absichert und argumentiert (man muss natürlich nicht immer zu denselben Schlüssen kommen), der hat ein Problem.

Daher halte ich deine Kritik für gegenstandslos; zudem halte ich auch Vergleiche der Kriegstoten mit der normalen Sterblichkeit zumindest für unpassend. Was soll das aussagen? Das gilt auch für die Politik, die versucht, indirekt mit dem Verweis auf den Frieden, den der Euro gebracht habe, dessen Bestand in der bisherigen Form zu sichern und diesen sozusagen sacrosankt zu machen. Die mehr oder weniger versteckte Botschaft lautet dann: Lassen wir den Euro fallen, bekommen wir Krieg in Europa. Das ist perfide und in meinen Augen reine Demagogie.

Also lasst uns mal hier im Forum ein gewisses Niveau halten, was uns (hoffentlich) von einigen Politikern unterscheidet.
:)
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Beitrag 26.10.2011, 10:09

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Ladon
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Argentum13 hat geschrieben:...
Die mehr oder weniger versteckte Botschaft lautet dann: Lassen wir den Euro fallen, bekommen wir Krieg in Europa. Das ist perfide und in meinen Augen reine Demagogie.
...
Genau! Das meinte ich z.B. damit, dass eine Kritik am "Rettungsschirm" keine Argumente in Form von zurechtgebogenen, interpretierten, mithin also ANGREIFBAREN, Zahlen benötigt.
Nicht mehr und nicht weniger war die Aussage meiner Widerrede.
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Beitrag 26.10.2011, 18:49

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Abstimmung zur Euro-Rettung
Denn sie ahnen nur, was sie tun
Die Angst vor dem Abgrund zwingt zur Einigkeit: Mit großer Mehrheit segnet der Bundestag Angela Merkels Kurs in der Euro-Rettung ab. Aber viele Abgeordnete fragen sich, was die Beschlüsse wirklich bringen. Die Folgen der Notmaßnahmen sind kaum abzusehen.
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 59,00.html

Hebelwirkung
Wie man aus Milliarden Billionen machen kann
Der Euro-Rettungsschirm bekommt einen Kredithebel. Dem hat der Bundestag zugestimmt. Nun wird an zwei Modellen gefeilt.
http://www.welt.de/wirtschaft/article13 ... -kann.html

Euro-Gipfel
Der Tag der gebrochenen Versprechen
Der Schuldenschnitt kommt, genauso wie der Rettungsfonds mit Superhebel: Die Staats- und Regierungschefs treffen sich, um alle Versprechen zu brechen, die sie Wählern, Investoren und Bankern gegeben haben.
http://www.handelsblatt.com/politik/int ... 46074.html

EFSF
Riesig groß und doch zu klein
Selbst die Hebelung des Rettungsschirms wird nicht reichen. Langfristig führt kein Weg an einem stärkeren Engagement der Europäischen Zentralbank in der Schuldenkrise vorbei.
http://www.ftd.de/politik/europa/:efsf- ... 21146.html

Beitrag 26.10.2011, 18:53

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Inoffizielle deutsche Arbeitsübersetzung
23. Oktober 2011

Vorläufige Terms of Reference
Maximierung der vorhandenen Kreditvergabekapazität der EFSF


http://www.issberlin.info/wp-content/up ... nce_dt.pdf

Beitrag 26.10.2011, 20:21

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Gregor Gysi, zur Regierungserklärung, zum Europäischen Rat und zum Eurogipfel 26.10.2011
http://www.youtube.com/watch?v=cVi5XPEHB20

Beitrag 26.10.2011, 21:01

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Datenreisender hat geschrieben:Gregor Gysi, zur Regierungserklärung, zum Europäischen Rat und zum Eurogipfel 26.10.2011
http://www.youtube.com/watch?v=cVi5XPEHB20
Ich mag Gysi seine Wahrheitsrunden, wenn er alle Wahrheiten unserer Regierung mal an den Kopf knallt und gleichzeitig den mithörenden Bürger reinen Wein einschenkt... wir haben da ein Pack von Ignoranten sitzen, dessen Unterschied sich nur dadurch darstellt, wer sich am meisten hat kaufen lassen, um die Interessen derer Gönner zu unterstützen... Gysis Partei im allgemeinen, ist mir allerdings zu suspekt, als das sie für mich eine Alternative darstellen könnte.:wink:

Schöner Aufreger der Woche von Gysi smilie_02

Die Gedanken die uns lenken führen oft in ein großes Nichts
Wir illusionieren das Vollkommene und vergessen die Welt in der wir leben

Beitrag 26.10.2011, 22:03

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Frankenstein
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Gysi ist ein guter und lebhafter Redner.
Möge er uns noch lange in der Opposition erhalten bleiben.

Ich finde es erschreckend wie einig sich die SDP,CDU, Grüne und FDP über den Hebel sind.
Könnte mir vorstellen das sich von den wenigsten einer die Mühe gemacht hat sich mit dem Thema auseinnader zu setzen. Ob das Demokratie ist?

Beitrag 26.10.2011, 23:13

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plutokrat
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Wohnort: Utopia
Sollen sie doch in ihrem System untergehen... ich bin nur hineingeboren und muss es nicht annehmen.
Wer sein Schäfchen ins Trockene bringen kann, soll es tun, denn diese Regierung ist nicht für, sondern gegen uns. Ihr ist egal was mit dem Einzelnen passiert und ignoriert alles und jeden der nicht unmittelbar als eingeweiht gilt.
Verallgemeinern kann man das nicht, denn es gibt immer den ein oder anderen, der nicht mehr in diesem Spiel mitspielen will.

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Beitrag 26.10.2011, 23:48

Runner53
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Registriert: 29.12.2010, 16:45
Sehr emotionale Rede von Gysi, die sich lohnt auszuschauen !!
Verständlich und konsequent auf den Punkt gebracht. Man (Frau) konnte fast schon fühlen,
wie die Abgeordneten der anderen Parteien (einschl. der Ministerloge) dem nichts, oder kaum etwas fachliches entgegenzusetzen hatten; So hat noch niemand in 13 Min. den Wähler(innen) im Lande über den aktuellen Sachstand aufgeklärt; Danke Herr Gysi!!

Schade, daß ich bei den LINKEN viele Programmpunkte/Ansichten für falsch halte, aber derzeit ist sie die einzige echte Oppositionspartei im Bundestag. Ich bin mal gespannt, wie sie bei den nächsten Wahlen abschneiden.

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