Eurobonds

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 21.11.2011, 21:18

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Kilimutu
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Guten Abend,

nun hat sich ja hier im Forum eine bunte Mischung aus Münzsammlern und -händlern, Krisengurus, Fatalisten und Spekulanten eingefunden. Daraus lässt sich ja dann auch schon ableiten, dass die Gründe, Edelmetalle zu erwerben, aus z.T. ganz unterschiedlichen Motiven erfolgen.

Worin wir uns - ich denke, das kann ich getrost behaupten - alle einig sind: Edelmetallerwerb ist wahrscheinlich eine der wenigen halbwegs zuverlässigen Möglichkeiten, Kapital in Krisenzeiten abzusichern bzw. über einen worst-case hinaus zu retten. So weit so gut.

Was mir jedoch zunehmend auffällt - und da möchte ich mich selbst gar nicht ganz ausnehmen - ist der Trend, DIE Krise, DEN Zusammenbruch, DAS bevorstehende Chaos geradezu herbeizusehnen und zu -reden. Da werden Vorräte gebunkert, man bewaffnet sich, man strebt nach autarkem Leben - ohne Steckdose, Gasheizung und Supermarkt.
Verbunden mit der Illusion, aufgrund seiner kleinen oder großen EM-Bestände anschließend als Krisengewinnler wie Phönix aus der Asche emporzusteigen und den Rest seines Lebens sorgenfrei in Goldhamsters Strandcafe zu verbringen.

Wäre die Lage auch nur ansatzweise so dramatisch, wie sie in vielen Links und Beiträgen beschrieben wird, dann würde von den Billionen an Euros und Dollars, die täglich auf den Märkten um den Planeten verschoben werden, sicherlich ein preisbildend relevanter Anteil in den kleinen EM-Markt fließen.

Doch genau das geschieht nicht, allenfalls marginal. Die Wertentwicklung der EM ist nach wie vor eng mit der konjunkturellen Entwicklung verknüpft. Das war 2008/2009 so und das deutet sich auch derzeit wieder an. Darüberhinaus bildet die Wertentwicklung bei den EM die inflationären Tendenzen ab - insbesondere beim Goldpreis, der konjunkturell weniger stark beeinflusst ist.

Doch nun zu des Pudels Kern. Was ist eigentlich los ? Was wird in Zukunft passieren ? Denn es kann ja wohl nicht sein, dass man sich in geradezu selbstmörderisch-masochistischer oder pathologisch-passiver Manie den Untergang herbeisehnt, um sich gleichzeitig mit der Unzen-Millionärs-Illusion zu beruhigen.
So denkt doch ein Alkoholiker, wenn er morgens die Flasche Schnaps mit der Begründung öffnet, dass es ihm erst nach ein paar Schlucken besser gehe und er erst dann zur Arbeit könne. Um 11 liegt er dann auf dem Sofa und schläft.


Fakt scheint mir zu sein, dass das "Modell Euro" aus Sicht der Amerikaner einen ungeahnten, unerwarteten Erfolg verbuchen konnte. Mit der Folge, dass sich die bedeutendsten Käufer der amerikanischen Staatsanleihen, u.a. die Chinesen und Pimpco, in der jüngeren Vergangenheit verstärkt mit Anleihen aus dem Euroraum eingedeckt haben und weniger Geld in den USA anlegten. Ist ja auch logisch. Warum sollten denn die Chinesen, die Russen oder auch die Japaner die Kriege der Amerikaner um Öl und Rohstoffe finanzieren ? Für eine mickrige Verzinsung. Um dann bei Exxon, BP usw. das Öl um ein Vielfaches teuerer wieder einzukaufen.

Schlecht für die Amerikaner. Ganz schlecht. Man beginnt sich also in den USA Gedanken zu machen, wie man den Geldfluss in den Euroraum stoppen kann. Man analysiert den Euroraum und findet alsbald die Schwachstellen, die die blauäugigen, pseudonational verhafteten Gründerväter der Währungsunion bei ihrem Konstrukt geschaffen haben:

Die stark unterschiedliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Euroländer, die in der Konsequenz zu einer annähernden oder gänzlichen Überschuldung der weniger leistungsfähigen Länder führte. Das war die Geburtsstunde der PIIGS.

Mit dieser Erkenntnis haben die Amerikaner unter freundlicher Mitwirkung ihrer Schergen Goldmann-Sachs, Fitch, Moodys und Standard & Poors zum Angriff geblasen. Auf wessen Seite da die Briten stehen ist mir übrigens nicht klar.

Jedenfalls, seitdem tobt ein Wirtschaftskrieg um die Bonität und letztlich den Kapitalzufluss und die PIIGS sind nun das, was gewollt war. Ein Klotz am Bein des Euro. Der Euro auf der Kippe, das Vertrauen in den Euro stark erschüttert.

Und wiederum haben unsere kleingeistigen, blauäugigen und national denkenden Politiker versagt. Sie haben nicht den Ernst der Lage erkannt. Sie waren gedanklich nicht in der Lage, sich vorzustellen, dass es in diesem Spiel innerhalb kürzester Zeit um Beträge geht, die ein Vielfaches über dem Haushaltsbudget eines ganzen Jahres liegen und das Gesamtkonstrukt Euroraum zum Einsturz bringen können. Obwohl man das nach 2008 eigentlich hätte wissen müssen. Sie haben so viel, beinahe zu viel Zeit verspielt.

Ich bin ja nun ein Sympathisant des gemeinschaftlichen Europas - auch unter dem Aspekt, Teile der nationalen Souveränität aufgeben zu müssen. Das vorab, aber ich versuche jenseits meiner persönlichen Meinung die Schlüsse aus dem oben Geschriebenen zu ziehen.

Was ich mir nicht vorstellen kann, ist eine Rückkehr zur DM, einen Nord- und einen Süd-Euro und dergleichen. Das passt nicht in den europäischen Kontext, angesichts der globalen Herausforderungen durch China, Indien, Brasilien, Russland und auch (noch) der USA. Abgesehen davon, dass Exporte durch eine extrem stark bewertete DM immens erschwert werden würden. Dazu mag der eine oder andere eine andere Meinung haben. Aber ich gehe davon aus, dass die DM nicht wieder kommt.

Dass man ggf. die zwei Kleinen aus dem Euro entlässt (Griechenland, Portugal), das könnte sein, das würden die Banken (und damit wieder einmal die Steuerzahler) auch noch so gerade verkraften können. Aber nicht Spanien, nicht Italien. Wer soll denn für deren Schulden bei den nicht italienischen, nicht spanischen Banken aufkommen ? Das ist nicht zu stemmen, weder für die Italiener und schon gar nicht für die Spanier. Und eine Pleite Italiens der Spaniens würde definitiv zum Zusammenbruch der gesamten Eurozone führen.

Also wird der Kern der Währungsgemeinschaft erhalten bleiben. Dabei hat uns Griechenland eines gezeigt. Und das kann man in Deutschland (und den anderen Ländern) bei genauerem Hinsehen heute auch schon erkennen. Mit der simplen Methode Sparen, Ausgaben kürzen ist kein Blumentopf zu gewinnen. Damit wird die Wirtschaft abgewürgt, die Einnahmen der Staaten brechen weg und die Abwärtsspirale bei der Verschuldung verstärkt sich.

Um also die Schwachpunkte (insbesondere Italien, Spanien) im Währungsverbund zu eliminieren, kann es nur die gesamtschuldnerischen Eurobonds geben. Verbunden mit einer wirksamen Haushaltskontrolle und einer abgestimmten Wirtschaftspolitik auf EU-Ebene. Begleitet wird dies von einer Inflationsrate die gegenüber den letzten 10 Jahren von realen 5 bis 10 % auf 7,5 bis 15 % steigen dürfte (nicht schlecht für die EM-Liebhaber übrigens, denn das bringt kein Sparbuch).

Ich sehe dazu keine praktikable Alternative – und dann würde sich auch der Fokus ziemlich rasch wieder auf den tatsächlichen Krisenherd, die Schieflage des Dollarraumes, sprich die USA, richten. Und womöglich sogar mit dem Effekt, dass wir ein paar petro-imperiale Kriege weniger sehen werden.

Und die bevorstehende Einführung der Eurobonds meine ich, ist der Grund, weshalb zwar so viel Krisengeschrei im Raum steht, aber wie eingangs erwähnt, der Goldpreis dem nicht, nicht einmal ansatzweise folgt. Plan B - meines Erachtens eben die Eurobonds - liegt bereits fix und fertig in der Schublade. Und die, die das wissen müssen, die wissen das auch. Die Europäer brauchen halt noch ein bisschen Zeit, sich damit abzufinden, Haushaltssouveränität aufgeben zu müssen.

Viel Geschreibsel um Euch kund zu tun, dass ich glaube, dass wir Eurobonds bekommen werden. Aber ich bin mir sicher, es würde sonst noch VIEL schlimmer kommen.

Und der Hosenanzug wird säuseln ... alternativlos ... und ich könnte dem aus heutiger Sicht nicht einmal widersprechen.

Gruß


Tom
Zuletzt geändert von Kilimutu am 21.11.2011, 23:23, insgesamt 1-mal geändert.
Letzte Woche war die Atomkraft so sicher wie das Amen in der Kirche - heute ist sie so sicher wie die Renten (Sven Lorig im ARD Morgenmagazin, nach Fukushima)

Beitrag 21.11.2011, 21:52

ichwillauch
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Hallo !
Im Großen und Ganzen sehe ich das auch so , der Eurobond wird kommen .
Er wird nur nichts nützen ...

Beitrag 21.11.2011, 22:08

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Titan
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Kilimutu hat geschrieben: Guten Abend,...Fakt scheint mir zu sein, dass das "Modell Euro" aus Sicht der Amerikaner einen ungeahnten, unerwarteten Erfolg verbuchen konnte. Mit der Folge, dass sich die bedeutendsten Käufer der amerikanischen Staatsanleihen, u.a. die Chinesen und Pimpco, in der jüngeren Vergangenheit verstärkt mit Anleihen aus dem Euroraum eingedeckt haben und weniger Geld in den USA anlegten. Ist ja auch logisch. Warum sollten denn die Chinesen, die Russen oder auch die Japaner die Kriege der Amerikaner um Öl und Rohstoffe finanzieren ? Für eine mickrige Verzinsung. Um dann bei Exxon, BP usw. das Öl um ein Vielfaches teuerer wieder einzukaufen.
Schlecht für die Amerikaner. Ganz schlecht. ...Und der Hosenanzug wird säuseln ... alternativlos ... und ich könnte dem aus heutiger Sicht nicht einmal widersprechen.Gruß
Tom
Zu Deinem ganzen Artikel--Zustimmung smilie_01
Ergänzend aus meiner Sicht:
Der Währungskrieg hat mit der Euroeinführung einen ganz anderen Stellenwert erhalten,sozusagen eine neue Dimension.Die damit verbundene Spirale des Abwertungswettlaufes der Währungen (die Schuldenthematik ist ja auf allen Kontinenten analog erkennbar) muß in diesem Kontext verstanden werden.
Ein großer ökonomischer Euroraum in Konkurrenz zu den USA und diese in Konkurrenz zur neuen Weltmacht
China (hat ja auch so einige Fehler in der Vergangenheit im eigenen Land übernommen).
Daraus ableitend--neue Aufteilung von Interessen speziell wirtschaftlicher Art-ohne kriegerische Auseinandersetzung.Da haben die USA als Weltgendarm sich selbst zu sehr verspekuliert-und wollen das ebenfalls auf Kosten andere revidieren.
Oh man,ist das ein komplexes Thema...
T.
"Das Leben ist Schwingung.Verändere Deine Schwingungen--
und Du veränderst Dein Leben"
"Die kürzesten Wörter ( ja,nein ) erfordern das meiste
Nachdenken"
Pythagoras von Samos

Beitrag 21.11.2011, 22:42

Eifelwolf
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Hallo,
mit den Eurobonds wir es so wie mit den Biermixgetränken.Da wird gutes,vor allem die BRD,mit weniger gutem,z.B. Griechenland u.Italien,vermischt.Viele bunte Farben und Propaganda,aber ein fader Geschmack

Beitrag 22.11.2011, 08:18

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Ladon
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@ Kilimutu

smilie_09

Danke für diese "unaufgeregte Analyse". Das ist ein sehr klarer, ideologisch ungetrübter Blick auf's Ganze.
Allerdings halte ich persönlich jegliche Prognose für "gewagt" - in Krisenzeiten und umso mehr in Kriegszeiten (wir haben nicht nur einen globalen Wirtschaftskrieg ...) ist es äußerst schwierig die zukünftigen Entwicklungen zu "extrapolieren", denn Krisen neigen dazu manchmal fragwürdige Gestalten an die Schalthebel der Macht zu schwemmen - und dann kann es zu unvorhersehbaren Dingen kommen.
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 22.11.2011, 10:16

Goldmade
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Guter Text, seit langem mal wieder was anderes als dieses ständige kurzfristige Kursgehechel und die Untergangsszenarien. Welche man allerdings auch nicht verübeln kann. Ich schätze, es gibt eine Menge Leute, die ihre ansonsten recht mickrige Existenz mit ihrem Häufchen Silbermünzen aufpolieren wollen und den "Krääääsch" herbeisehnen, damit sie endlich auch mal recht haben.

Die Eurobonds und eine schrankenlos Anleihen aufkaufende Zentralbank sind meiner Meinung nach das letzte Mittel, den Zusammenbruch des Euroraumes noch aufzuhalten. Aufzuhalten, sage ich, nicht, zu verhindern. Kanzlerin Merkel hat ja Recht, wenn alle Länder die Schulden übernehmen, wer soll dann noch Anreiz zum ordentlichen Wirtschaften haben, von sparen rede ich schon garnicht. Wir hätten in Europa in wenigen Jahren die gleiche Situation wie in den USA heute, der Sozialstaat würde abgebaut werden, um eine Konkurrenz gegen den aufstrebenden Peking-Kapitalismus überhaupt darzustellen. Man frage nur mal einen Amerikaner, wie das so ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wenn man krank wird.

Beitrag 22.11.2011, 10:21

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Kilimutu
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Titan hat geschrieben: Oh man,ist das ein komplexes Thema...
T.
Du sagst es

Eifelwolf hat geschrieben:Hallo,
mit den Eurobonds wir es so wie mit den Biermixgetränken.Da wird gutes,vor allem die BRD,mit weniger gutem,z.B. Griechenland u.Italien,vermischt.Viele bunte Farben und Propaganda,aber ein fader Geschmack
Welch ein schöner Vergleich. Aber vielleicht ist ja so, dass wir noch Autofahren müssen und da ist ein bisschen weniger Alkohol unter Umständen von Vorteil.

Ladon hat geschrieben: Allerdings halte ich persönlich jegliche Prognose für "gewagt" - in Krisenzeiten und umso mehr in Kriegszeiten (wir haben nicht nur einen globalen Wirtschaftskrieg ...) ist es äußerst schwierig die zukünftigen Entwicklungen zu "extrapolieren", denn Krisen neigen dazu manchmal fragwürdige Gestalten an die Schalthebel der Macht zu schwemmen - und dann kann es zu unvorhersehbaren Dingen kommen.
Aber das ist bei Prognosen doch immanent, dass sie daneben liegen können und i.d.R. nicht so eintreten, wie man sich’s gedacht hat.

All unser Tun, bei dem der Blick auf die Gestaltung der Zukunft gerichtet ist, beruht auf Prognosen, die auf Erfahrungen aus der Vergangenheit und der Gegenwart basieren. Wie will sich denn jemand eine Meinung bilden, die sein Handeln leitet, wenn er nicht diskutiert, wenn er sich nicht mit verschiedenen Prognosen und Meinungen auseinandersetzt ?

Dass einem dann ein Blumentopf auf den Kopf fallen könnte und das Kartenhaus der Zukunftsplanung in sich zusammenfällt, das gehört dazu. Das ist das Leben.


Gruß


Tom
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Beitrag 22.11.2011, 11:20

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Deichgraf
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Registriert: 18.07.2011, 18:49
@Kilimutu
Danke für deinen Beitrag und die damit verbundene Mühe.
damit es bei mir nicht zu unübersichtlich wird, verwende ich Zitate wenn überhaupt nur in Stichworten.

Diese anscheinende Herbeisehnen einer totalen Krise, um dann mit EM als wohlhabender (um nicht zu sagen: reicher) Überlebender daraus hervorzugehen, hat m.E. nicht nur (aber durchaus auch!) die letztlich vernünftigen physischen Gründe, das Überleben zu sichern usw...
Ich glaube, dass zusätzlich und mindestens gleichberechtigt auch das Gefühl seinen Anteil daran hat. Das Gefühl als "Sieger" dazustehen, Recht gehabt zu haben, während die, die "dümmer" waren nun ihre "Strafe" dafür bekommen, dass sie dem Sieger einst widersprochen haben. -Einmal ganz oben stehen!
Manchmal gewinnt man tatsächlich den Eindruck, dass es für einen EM-Anleger nicht schöneres geben könnte, als für seine Unzen ein Brot zu bekommen, dass andere eben nicht mehr bekommen können. Das erstaunt. Warum sollte jemand ein Vermögen horten nur für ein paar Brote? Das Horten von "Broten" (als Platzhalter zu verstehen) würde ihm doch die weitaus bessere Situation bescheren. Soll heißen, in der Krise brauche ich weniger Mittel, um Dinge, die ich brauche, bezahlen zu können (sofern jemand diese Art der Bezahlung überhaupt annimmt), als diese Dinge selbst. Mit ihnen könnte ich auch jederzeit anderen leicht ihr Gold abnehmen, oder Hungernden die Immobilie. Nun, als "ehrlicher Rechthaber" steht man immerhin sauberer da. Wer Brot gegen Goldbarren tauscht, wird in die Nähe des Krisengewinnlers gerückt, der sich an der Not der Menschen maßlos bereichert. Wer möchte als böser Sieger dastehen, als Blutsauger? Der Traum scheint auf einen edlen und klugen Sieger hinaus zu laufen.
Eine andere Variante des Siegestraumes mag sich dann eher materiell orientieren. Wenn es um die Idee geht, mit seinem EM nun ganze Straßenzüge aufkaufen zu können. Hierbei muss man sich allerdings schon als Menschenleben rettender legaler Blutsauger fühlen. Damit könnte man leben. (?)
Neben den Zukunftsträumern gibt es reichlich von denen, die einfach nur hoffen, ihren "Level" auch in eine möglicherweise schlechteren Zukunft hinein abzusichern. Erhalt des Jetzigen. Ohne krisengewinn, ohne Siegerpose.

Die USA sind an einem starken Europa nicht interessiert? - Zustimm.

EM konjunkturabhängig, Gold weniger? - Das liegt in der Natur der Sache. Dabei klammere ich die so genannte Schmuckindustrie gern aus, weil sie reine Kann-Käufe produziert, Produkte, auf die man bei hohen Preisen verzichten kann (oder muss) und die sich durch andere, billige Produkte, die ebenfalls "schön" sind oder als solches gelten können, ersetzen lassen. (Indianerschmuck, Modeschmuck, Holz, Titan,...).

Die starke "DM" und der Exportcrash. - Sicher wären einige Exportunternehmen von einer starken Währung betroffen. Es gibt aber auch "mildernde Umstände". Der Import und speziell Energie wären entsprechend billiger.
Davon profitieren nicht nur Unternehmen, sondern auch der Verbraucher (scheußliches Wort, aber geläufig), der insgesamt eine höhere Kaufkraft verspürt und die Binnennachfrage erhöht. Einen Teil davon kann sich der Staat über höhere Steuern abzwacken, indem er so den Kaufkraftvorteil nicht im vollen Umfang weitergibt. Zudem fertigt Deutschland hochwertige Technik. Die Nachfrage sollte sich daher nicht 1:1 umgekehrt zum Preis entwickeln. -Ein größeres Problem wäre da sicher, wenn die Chinesen anfingen qualitativ hochwertige Autos zu produzieren. Dann helfen auch die offenen und versteckten Subventionierungen unsere heimischen Autoindustrie nicht.

Eurobonds? - Ja, könnten kommen. In der ursprünglich angedachten Form oder mit zusätzlichen Randbedingungen. Jeder Versuch wird gestartet, der Vertrauen hervorbringen kann, ob es gerechtfertigt ist, oder nicht. Das diese Vermutung allgemein besteht und den Goldkurs gen Süden beeinflusst, ist anzunehmen. In einem Kurs/Chart drückt sich eben nicht nur die Summe aller bestehenden Fakten aus, sondern auch die Zukunftserwartungen. Da der Goldpreis auch von Panikkäufen profitiert haben sollte, könnte er fallen, wenn sich nur die Zukunftserwartungen weniger negativ entwickeln. Wird ein kleineres Übel angenommen, als bisher, fällt er. Die Frage, wie lange das Spiel mit dem Glaubensaufbau klappt und was wirklich geschehen wird ist eine andere.

Hohe Inflationsraten. Ist wohl wahrscheinlich. Den totalen Wertverfall mit dem Brot für die Unze sehe ich nicht. Allerdings sehe ich auch keine "Zwangskopplung" von Inflation und Goldpreis. Gold ist in weiten Bereichen verzichtbar. (Siehe weiter oben). Überschaubare Verhältnisse und wieder berechenbare Risiken werden viele Anleger wieder aufs Parkett und zu den Banken ziehen. Im Moment sind es ja auch eher die Staatsanleihen als das Gold. Die jetzigen Kurse könnten als Krisenbeule in die Geschichte eingehen, die "neuen" Kurse unter den jetzigen sein, wenn auch nie mehr so niedrig wie vor 10 Jahren. -Ob ich recht hab, oder nicht,.......

Vielleicht ließe sich sogar etwas Geld herbei zaubern, ohne p. Rentnern die Butter vom Brot zu kratzen. Ein paar mutige Frauen und Männer könnte das gelingen:

http://www.theologe.de/kirchensubventionen_stopp.htm

PS: Die Seite dauert länger....

Beitrag 22.11.2011, 16:01

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bettelmann
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Registriert: 17.07.2011, 21:04
smilie_13 aber ...

Hallo GF,

ich wollte nur den Lesern dieser GF-Seite mitteilen, dass es in diesem Land auch noch Menschen gibt, die das vollkommen anders sehen. Da ich mich zu den "Verschwörungstheoretikern" in diesem Land zähle und es somit von einer anderen Seite sehe, sage ich es mal von meiner Warte aus.

Ich lehne dieses Europa und seine Herren (Mächtige) und dessen Politiker (Marionetten dessen) in seiner jetzigen Form, zutiefst und meiner Meinung nach begründet ab.
Da ich zu keiner Zeit ein Nutznießer dieser EUdSSR war und nicht bin, mich eher zu den Ausgebeuteten dieser Politik zähle, habe ich wie wohl 90 Prozent der Bevölkerung in der BRD, auch keinen Grund dieses auch noch zu unterstützen.

Dieses (im allgemeinen) elende Geschwätz der "Alternativlosigkeit" kann ich nicht mehr hören! Es gibt (fast) immer eine Alternative! Die einzige Ausnahme der Alternativlosigkeit ist der Tot!

Ich komme noch aus einer Zeit der Blöcke (BW), in der uns gelehrt wurde den Ostblock zu hassen und als Zwangs-Soldat dein Leben dafür zu geben.

Und wie ist es heute? Heute besteht die halbe EUdSSR aus diesen Staaten, die man einst bekämpfen sollte und nicht nur das, jetzt zahlen wir schon Jahrzehnte Milliarden in diese scheiß EUdSSR ein!
Hat sich eigentlich schon mal jemand gefragt, warum das eigentlich so ist?

Ich habe es mich mehr als tausendmal gefragt ... und habe meine Schlüsse daraus gezogen ...

--. Angefangen hatte es seiner Zeit mit der Begründung "Einigkeit in Europa!".
Das ist ausgemachte Propaganda!
Es ging stets und ausschließlich um die Mächtigen, damit sie noch mächtiger werden und wurden, also ausschließlich ums Geld und um die Steuern der deutschen Bevölkerung!

--. Es fing dann an, mit diesen elenden Subventionen der fortwährend neuen EU-Beitrittsländern.
Mit der Folge, das mit unseren von der Bevölkerung abgepressten Steuergeldern, dieses Europa bis heute subventioniert wurde.
Selbst in dem Unternehmen, in dem ich damals beschäftigt war, bekam 100 prozentigen Lohnzuschuss, für jeden Arbeiter in Polen und das für 12 Monate!

Es tat mir um jeden Arbeiter im deutschen Werk, welcher entlassen wurde weh, sehr weh! Ich denke heute noch an die teilweise traurigen, verweinten Augen und Gesichter der betroffenen und deren Familien ...

Und nein, mich Sklaven betraf es nicht (obwohl ich dazu Lust hatte)... denn einen Idioten brauchten sie noch, der sich um die Administration in den EUdSSR Ländern kümmerte ...

--. Was wurde denn aus den vielen Milliarden der deutschen Steuerzahler-Bevölkerung?
Es wurde im großen Stiel mit den Milliarden Subventionen, die Arbeitsplätze hier in Deutschland vernichtet!
Mit der Begründung: In Polen, Tschechien oder sonst wo ... sind die Arbeiter viel billiger!
Welch ein Hohn und welch ein Schlag ins Gesiecht, des Steuer-Michel-Arbeiters!

--. Möchte ich noch an den Währungsraubes von 2001 erinnern ...
Ich weiß noch ganz genau, als wäre es erst gestern gewesen, wollte ich doch seiner Zeit meiner Familie vom mühselig-erspartem und voll versteuertem, ein Eigenheim anschaffen.
War doch das Geld von heute auf morgen, nur mehr die Hälfte Wert! Dazu noch eine Falschberatung der Sparkasse - Auf keinen Fall Gold kaufen (2001), denn Gold ist schlecht ... die Hauspreise explodierten in Euro förmlich (also nicht nur die Pizzen).

--. Ich möchte jetzt nicht noch hunderte von Argumenten wie: Inflation in allen wichtigen Lebensbereichen (Lebensmittel, Energien wie Strom, Öl, Benzin, usw. ...) Transferunion, Steuer- und Abgabenerhöhungen, Lohndumping, Lohnsklaverei, Menschenhändler, Armut in der Bevölkerung, Altersarmut, Kinderarmut, Bildungsnotstand, usw. ... anführen müssen. Denn sonst käme ich nie zu einem Ende.

--. Des Weiteren werden tausend Ausflüchte seitens der Politik genannt, weil es die EU so will/beschlossen hat ... muss die Banane krumm sein, der Apfel rund, das Taschenmesser eine Waffel und der Waffelbesitz verboten sein, und was ganz wichtig ist ... der EUdSSR-Bürger Saudumm sein!

Auch hier könnte ich hundertfach weitere Beispiele nennen wie: Selbstbedienung der EUdSSR-Abgeordneten und -Beamten an Steuergeldern, Selbstbedienung der Bundes- und Landtags-Abgeordneten an Steuergeldern, Politiker Flugzeug- Auto- und Urlaubsfinanzierung, uvm. ...

Und der deutsche Steuerzahler-Michel (also ich auch), muss auch noch diese ganze Mischpoke aushalten/bezahlen/unterhalten/finanzieren! -Das ist wie ein Krebsgeschwür-
Warum wohl haben die Deutschen keinen Nachwuchs? Warum wohl?

Ich jedenfalls lehne diese Alternativlose EUdSSR und diese Alternativlose Alternativlosigkeit ab!

Ich könnte diesbezüglich fast endlos weiter Schreiben, habe aber nicht die Zeit dazu ... z.B. die Aufgabe hoheitlicher Rechte, Regierungsabgabe an Brüssel, Kompetenzabgabe, uvm. ...

Dies alles spiegelt nur meine Eindrücke und meine Erfahrungen der letzten Jahrzehnte wieder, auch hat meine Meinung natürlich auch nur für mich Gültigkeit und spiegelt nicht die der Anderen wieder.

Gruss

bettel


Ps. Aber anderes Thema ... eine Alternative wäre z.B. ... ein freundschaftlicher Staatenverbund, mit Handelsbeziehungen mit passenden Wechselkursen, Jedes Land eine eigene Regierung und eigene Währungen, Abwertungsmöglichkeit jeder Währung wie es jedes Land für richtig erachtet, jedes Land wieder ein souverän ist, und was vor allem anderen am wichtigsten ist: jeder Mensch in Europa wieder von seiner Arbeit leben kann ... usw.

So das wars was ich kurz mitteilen wollte, jetzt muss ich aber Schluss machen!

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
Zuletzt geändert von bettelmann am 22.11.2011, 16:20, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 22.11.2011, 16:10

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Willi Tell
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bettelmann hat geschrieben:smilie_13 aber ...

Hallo GF,
smilie_01 danke für die wahren Worte. Schön dass es noch klar sehende und selbst denkende Mitbürger gibt
uǝɥɔnɐɹqǝƃ ʇnƃ ɥɔnɐ s’uuɐʞ 'ɹɥǝs ɥɔı qǝıl ɹǝqlıs pun ploƃ

Beitrag 22.11.2011, 16:50

silbershot
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@bettelmann: 100% bei dir und deiner meinung....
Bisher gehandelt:
Positiv: ja! 100%

Beitrag 22.11.2011, 16:55

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Datenreisender
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Kilimutu hat geschrieben:Viel Geschreibsel um Euch kund zu tun, dass ich glaube, dass wir Eurobonds bekommen werden. Aber ich bin mir sicher, es würde sonst noch VIEL schlimmer kommen.
Hat das Bundesverfassungsgericht Eurobonds denn nicht gerade verboten?

Beitrag 22.11.2011, 17:29

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Kilimutu
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Datenreisender hat geschrieben:
Kilimutu hat geschrieben:Viel Geschreibsel um Euch kund zu tun, dass ich glaube, dass wir Eurobonds bekommen werden. Aber ich bin mir sicher, es würde sonst noch VIEL schlimmer kommen.
Hat das Bundesverfassungsgericht Eurobonds denn nicht gerade verboten?
Ob man von Verbieten reden kann, da scheiden sich die Geister ...

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/e ... 33189.html

http://www.rp-online.de/politik/deutsch ... -1.1818539

Aber wir können uns sicher sein, dass sie irgendein Konstrukt finden werden, welches dem Wesen nach als Eurobond zu bezeichnen ist (und auch so wirkt - im Positiven wie im Negativen) ...

Gruß

Tom
Letzte Woche war die Atomkraft so sicher wie das Amen in der Kirche - heute ist sie so sicher wie die Renten (Sven Lorig im ARD Morgenmagazin, nach Fukushima)

Beitrag 22.11.2011, 17:40

Eifelwolf
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Hallo,
Eurobonds?Nein.
Das ist genauso,als wenn ich für das Luxusleben eines Mitmenschen mitaufkommen müsste,welcher nicht mehr seine Gläubiger zufriedenstellen kann.Keine neuen Kredite bekommt und ich dafür eintreten soll,damit er sich seinen Luxus weiter leisten kann.
Wenn die Eurobonds kommen,steigen die Lebenshaltungskosten und die Zinsen der Kredite für Verbrauch,Auto,Immobilien usw.. Dann bleibt uns nicht mehr viel für Unzen,Barren u. Münzen.Im Gegenteil,wir müssen ans Eingemachte bzw. an unser geliebtes Silber und Gold.Dann kann aus einem 100 Unzen-Mann schnell ein 1 Unzen-Männlein werden

Beitrag 22.11.2011, 17:51

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Ladon
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Wohnort: Terra
Eifelwolf hat geschrieben:Hallo,
Eurobonds?Nein.
Das ist genauso,als wenn ich für das Luxusleben eines Mitmenschen mitaufkommen müsste,welcher nicht mehr seine Gläubiger zufriedenstellen kann.Keine neuen Kredite bekommt und ich dafür eintreten soll,damit er sich seinen Luxus weiter leisten kann.
Wenn die Eurobonds kommen,steigen die Lebenshaltungskosten und die Zinsen der Kredite für Verbrauch,Auto,Immobilien usw.. Dann bleibt uns nicht mehr viel für Unzen,Barren u. Münzen.Im Gegenteil,wir müssen ans Eingemachte bzw. an unser geliebtes Silber und Gold.Dann kann aus einem 100 Unzen-Mann schnell ein 1 Unzen-Männlein werden
Geht ja nicht darum, was das für Auswirkungen auf Dich (stellvertretend gemeint) haben wird, sondern OB überhaupt ...

Und ganz am Rande der Wahrnehmung bleibt ja auch noch die selten gestellte Frage, ob solche "Konstrukte" (Eurobonds und Aufkauf durch die EZB) nicht auch als ein Befreiungsschlag der Politik gegen die Finanzmärkte gemeint (!) sein könnten?

The privilege of creating and issuing money is not only the supreme prerogative of government, but it is the government's greatest creative opportunity.
... hat Lincoln gesagt. Und auch in den Reihen einiger fundamentaler Geldsystemkritiker gibt es Stimmen, die für die Rückführung des Geldschöpfens in öffentliche Hand sind (Bernd Senf spricht von der "Monetative"; womit er ausdrücken will, dass die Geldschöpfung mit demokratischen Mitteln kontrolliert und "Teil" der staatlichen Aufgaben sein sollte).

Zu befürchten (und mehr als das ...) ist dabei, dass die Durchführung (wie beim Euro an sich, der Europäischen Einigung usw.) wohl stümperhaft und verwässert sein würde, und letzten Endes das Gegenteil des Gewünschten und Wünschenswerten bewirken könnte.
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 22.11.2011, 19:03

Chinese
500 g Barren Mitglied
Beiträge: 538
Registriert: 30.07.2011, 13:46
Letztendlich haben wir doch schon Eurobonds durch die Hintertür. Wir haften doch schon in beträchtlichen Umfang für unsere Nachbarn. Die wollen jetzt doch nur den Zins austarieren. Bei uns höher und anderswo niedriger. Wir sind doch eine soziale Gesellschaft und den Schwachen muss geholfen werden.

Chinese
»Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.« Albert Einstein

Beitrag 22.11.2011, 19:14

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Kilimutu
500 g Barren Mitglied
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Registriert: 06.03.2011, 09:44
Eifelwolf hat geschrieben:Hallo,
Eurobonds?Nein.
Das ist genauso,als wenn ich für das Luxusleben eines Mitmenschen mitaufkommen müsste,welcher nicht mehr seine Gläubiger zufriedenstellen kann.Keine neuen Kredite bekommt und ich dafür eintreten soll,damit er sich seinen Luxus weiter leisten kann.
Wenn die Eurobonds kommen,steigen die Lebenshaltungskosten und die Zinsen der Kredite für Verbrauch,Auto,Immobilien usw.. Dann bleibt uns nicht mehr viel für Unzen,Barren u. Münzen.Im Gegenteil,wir müssen ans Eingemachte bzw. an unser geliebtes Silber und Gold.Dann kann aus einem 100 Unzen-Mann schnell ein 1 Unzen-Männlein werden
Ich denke nicht dass Europa und der Euro das Problem sind. Das kann man ganz deutlich an der Entwicklung des deutschen Handelsbilanzüberschusses erkennen, der sich in den Jahren seit Einführung des Euro alleine bis 2007 auf EUR 200 Mrd. verdoppelt hat.

http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 0422063647

Das Problem ist das Versagen der Politiker auf europäischer Ebene, die ungezügelten Finanzmärkte und das, worunter gut 90 % der Bevölkerung mehr oder weniger leiden - die immer schnellere Umverteilung von unten nach oben.

Es ist im Prinzip GENÜGEND Geld da, allein die Verteilungsfaktoren und -mechanismen sind fehlerhaft.

Das von Dir zitierte Luxusleben führen einige wenige der oberen 10 %. Allen anderen in Deutschland und Europa geht es so, wie Du oder Bettelmann es beschreiben.

Dagegen sein ist einfach, auch ich finde Eurobonds aus den von Dir genannten Gründen nicht gerade attraktiv. Allein was sind die Alternativen ? Ich kann da nur Zusammenbruch sehen, mit gigantischer Arbeitslosigkeit, Unruhen und vor allem Feindseligkeiten, die unter denen geschürt werden, die ohnehin die Betrogenen sind, 90 % der Bürger Europas.


Gruß

Tom
Letzte Woche war die Atomkraft so sicher wie das Amen in der Kirche - heute ist sie so sicher wie die Renten (Sven Lorig im ARD Morgenmagazin, nach Fukushima)

Beitrag 22.11.2011, 21:07

SUNSHINE
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Registriert: 18.01.2011, 10:34
Wohnort: tief im osten
Hallo...

Lieber ein ende mit schrecken als ein schrecken ohne ende!

warum soll ein "neuanfang" so schlimm sein, wenn schon 90% der bürger europas vom jetzigem system benachteiligt sind? smilie_08 es kann doch nur besser werden

der mensch trennt sich von vielen dingen im laufe seines lebens, die nicht mehr "funktionieren". smilie_24
das bewegt die welt

Beitrag 23.11.2011, 01:28

Eifelwolf
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Registriert: 22.02.2011, 18:55
Hallo Kilimutu,
ganz hast Du mich nicht verstanden,ich habe das mit dem Luxusleben im übertragegendem Sinn gemeint.
Wenn Anleihen von finanzstarken Ländern mit Anleihen von maroden Staaten in einen Topf geworfen werden
und dann eine gemeinsame Anleihe herausgezogen wird,dann ist das für den ersteren schlecht und teuer und der zweite,hier der marode Staat,der Gewinner.Er bekommt wieder Geld und kann wie bisher weiter existieren mit seiner schlechten Witschafts- u. Finanzpolitik.Das muss man z.B. erst mal wegstecken,in Griechenland wurden in
den letzten10 Jahren über 8 Milliarden EURO Renten an Verstorbene weitergezahlt.Der griechische Staat hat mehr Bedienstete als jedes andere Mitglied der EU.Der Verteidigungshaushalt ist ebenfalls höher als bei den anderen Ländern.Dazu kommen noch Steuerausfälle durch Steuererklärungen nach Gutdünken bzw. mit Geld unterlegten Vereinbarungen beim Finanzbeamten.Und dann noch die Subventionen aus Brüssel für z.B. Olivenhaine und Tabakfelder
auf denen noch nie Olivenbäume oder Tabakpflanzen standen.Das sollen wir über die Eurobonds weiterhin finanzieren.
Nein danke

Beitrag 23.11.2011, 07:51

Goldmade
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Registriert: 07.09.2010, 07:09
...und da die internationalen Investoren ja wissen, wie sehr jeder europäische Staat Geld braucht, werden die Zinsen für die Euro-Bonds auf ähnliche Höhen steigen wie die Zinsen für Anleihen Spaniens und Italiens zur Zeit. Was wiederum zu fortlaufender Überschuldung führt und letztendlich nur noch die EZB ihre Geldmaschine anwerfen kann.

Wohin das führt, weiß keiner.

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